Ausgabe 
20.9.1938
 
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Wege von Verhandlungen, zu einem Ergebnis kommen wollten. Ich erkläre Ihnen heule: ID i r brauchen diese Organisation nicht mehr. Wir haben uns eine neue 0 r - ganisation gebaut, eine Organisation, die nicht verhandeln und diskutieren wird. Nein, eine Organisation, deren Aufgabe es sein wird, jeden Tropfen sudeten­deutsches Blutes, das in diesen Tagen vergossen wurde, hundertfach bezahlt zu machen. Wir werden der tschechischen Staats­führung beweisen, daß wir um unsere Rechte weiterkämpfen, und zwar auf heimatlichem Bo­den und mit der Waffe in der Hand. (Beifall.) Wan zwang uns zur Illegalität, und wir sind entschlossen, auch diesen uns aufgezwungenen

Weg bis zum Ende zu gehen. (Beifall.) Ich scheue mich, angesichts der unendlichen Treue unserer daheim gebliebenen Volksgenossen, von denen keiner zum Verräter wird, nicht, hier festzustellen, daß die Führung der Partei bereits wieder abwechselnd auf heimatlichem Boden und Reichsdeutschem Gebiet ihre Arbeit tut. (Beifall.) Für jede Schandtat an unseren Volksgenossen in der Heimat werden die Tschechen hundertfach bezahlen. (Stürmische Zu­stimmung.)

Es soll kein Zweifel darüber bestehen, daß die ge­waltsame und brutale Vernichtung, sei es auch nur eines Teiles unserer Volksgruppe, beantwortet wer­den müßte mit einer Dernichtungsaktion von unserer Seite, bei der wir dreimal und zehnmal bezahlen lassen. Stunde für Stunde wendet sich unser Schick­

sal zum guten. Wir stehen nicht allein. Ne­ben uns steht das Deutschland des Führers (begei­sterte Heilrufe), beseelt von den gewaltigen Kräften der Blutsgemeinschaft, durch die es mit uns ver­bunden ist. Neben uns steht der Wille des Führers, nie mehr deutsche Menschen, wo im­mer sie auf dieser Welt leben, schutzlos preiszugeben einem Schicksal, wie es das unsere ist. Die letzte Stunde unseres Kampfes wird uns stärker und ent­schlossener finden als je, und wenn wir hinter den leuchtenden Fahnen unseres Sieges in die Heimat einziehen, dann werden wir wissen, daß diese un- erschütterliche Stärke unseres Herzens auch unsere beste Waffe war. In dem einmütigen Bekenntnis zu Adolf Hitler klingt die Kundgebung aus. Ergrif­fen singt die vieltausendköpfige Menge im Saal wie auch draußen das Niederländische Dankgebet und die deutschen Nationallieder.

Ein Werk des Wahnsinns und der Ignoranz".

Das Krebsgeschwür, das den ganzen Organismus Europas vergistei, muß beseitigt werden.

EineMemdungmttdemFührer

London, 19. Sept. (DNB.) In derDaily Mail" veröffentlicht Ward Price eine Unter­redung mit dem Führer, der den englischen Journalisten auf dem Obersalzberg in Berchtes­gaden empfangen hat. Das Blatt gibt das Inter­view unter der Ueberschrift ,Eitler über die Auf­richtigkeit des Premierministers und seinen guten Willen". Wie Ward Price berichtet, erklärte der Führer u. a.:

Die Tschechen sagen, sie könnten keine Volks­abstimmung abhatten, weil eine solche Wah- nahme in ihrer Verfassung nicht vorgesehen fei. Wir aber scheint, daß ihre Verfassung nur eines vorsieht, daß sieben Willionen Tschechen acht Willionen Winderheiten- völker unterdrücken sollen. Dieses tschechische Rebel muß ein für allemal abgesteltt werden, und zwar jetzt. Das ist ein Krebs­geschwür, das den ganzen Organismus Europas vergiftet. Wenn man es sich weiter entwickeln läßt, würde es die internationalen Beziehungen infizieren, bis sie endgültig zu­sammengebrochen sind.

Dieser Zustand hat 20 Jahre lang gedauert. Niemand kann ermessen, was er die Völker Euro­pas in dieser Zeit gekostet hat. Die Tschecho-Slo- wakei, die als Verbündeter Sowjetruß­lands mitten ins Herz Deutschlands. vorstößt, hat mich bestärkt, eine große deutsche.Luftwafse zu schaffen. Dies wieder­um führte Frankreich und Großbritannien dazu, ihre eigene Luftwaffe zu vergrößern. Ich habe in letzter Zeit die deutsche Luftwaffe wegen der jetzt in der Tschecho-Slowakei herrschenden Lage ver­doppelt. Sollte es uns jetzt nicht gelingen, diese Krise zu beheben, würde Generalseldmarschall Gö­ring bald bitten, die deutsche Luftwaffe aufs neue zu verdoppeln, und dann würden die Engländer und die Franzosen wieder i h r e r s e i t s ihre Luftflotten verdoppeln, und so ginge das wahn­sinnige Wettrennen weiter.

Glauben Sie, es machte mir Freude, meine gro­ßen Bau- und Arbeitsbeschafungspläne im ganzen Land stoppen zu müssen, um eine halbe Million Arbeiter an die Westfront zu schicken, um dort im Rekordtempo eine ungeheure Festungsanlage bauen zu lassen? Es wäre mir lieber, wenn ich sie zum Bau von Arbeitersiedlun­gen, großzügigen Auto st raßen, neuen Schulen und sozialen Einrichtun­gen ansehen könnte als für den Bau von un­produktiven Festungsanlagen. Aber so lange die tschechische Unterdrückung einer deutschen Minderheit Europa im Fieber hält, muh ich auf altes, was kommen kann, ge­faßt fein. Ich habe die Maginot-Linie studiert und sehr viel davon gelernt; aber wir haben etwas nach unser en eigenen Ideen erbaut, was noch besser ist und was jeder Macht der Welt slandhatten würde, wenn wir, angegriffen, wirklich in der Defen­sive bleiben wollten.

Alles dies ist aber Wahnsinn, denn niemand in Deutschland denkt daran, Frankreich anzugreifen. Wir hegen keine Ressentiments gegen Frankreich. Im Gegenteil, in Deutschland herrscht ein starkes Gefühl der Sympathie für Frankreich. Ebensowenig will Deutschland Krieg mit England. Herrgott!", rief der Führer aus,was könnte ich alles in Deutschland und für Deutschland tun, wenn diese tschechische Unterdrückung von einigen Mil­lionen Deutschen nicht wäre. Aber sie muß auf­hören. Und sie wird aufhören!"

Daß französische Minister bisher versprochen haben, der Tschecho-Slowakei beizustehen, führte Herr Hitler aus, siehe im Widerspruch zu ihren eigenen früheren Talen. Frankreich habe zuge­lassen, daß das Saargebiet sich von der französischen Kontrolle losgesagt habe, obwohl das Saargebiet für Frankreich von großer wirtschaftlicher, potttischer und strategischer Be­deutung war. Jetzt aber reden manche Leute in Frankreich davon, einen Weltkrieg zu entfesseln für ein Land, in dem für sie keine wirt­schaftlichen oder andere unmittel­bare Interessen auf dem Spiel stehen.

Und sie tun das einzig und allein, um den Tschechen zu ermöglichen, den Sudetendeutschen zu verwei­gern, was die Franzosen den Saarländern ae- währt haben. Auf gleiche Weise ließ England Süd­irland seine vollständige Autonomie und gab vor hundert Jahren Holland den Belgiern ihre Unab­hängigkeit. Die Tschechen waren nun kein selbstän­diges Volk, bis die Friedensverträge sie zu einer unverdienten und künstlichen Herrschaft über Min­derheiten erhoben, die zahlreicher sind als sie s e l b st. Im Mittelalter war Böhmen ein deut­sches Kurfürstentum. Schon 200 Jahre vor der Zeit der Königin Elisabeth entstand in Prag die erste deutsche Universität. Das moderne Deutsch wurde durch die Diplomatensprache geschaf­fen, die in Regierungsbüros des deutschen Kaisers in dieser Stadt, die er zeitweilig zu seiner Hauptstadt machte, gesprochen wurde. Während der Hussitenkriege allerdings waren die Tschechen einmal vorübergehend selbständig. Sie machten davon Gebrauch wie die Bolsche­wisten, brandschatzten und plünderten, bis die Deutschen sich erhoben und sie zurückschlugen.

Die Schaffung dieser heterogenen tschecho­

slowakischen Republik nach dem Kriege war Wahnsinn", rief der Führer aus.Sie hat keinerlei Merkmale einer Ration, weder vom Gesichtspunkt der Ethnologie, noch der Strategie, Wirtschaft ober Sprache. Einer Handvoll geistig unterlegener Tschechen die Herrschaft über Minderheiten zu geben, die zu Völkern wie den deutschen, polnischen oder un­garischen gehören, mit einer tausendjährigen Kultur hinter sich, war ein Werk des Wahnsinns und der Ignoranz. Die Sudetendeutschen haben vor den Tschechen keinerlei Respekt und werden ihre Herrschaft nie akzeptieren. Rach dem Kriege erklärten die Alliierten, die Deutschen seien nicht würdig, über Schwarze zu herrschen und setzten doch zur gleichen Zeil ein zweitrangiges Volk wie die Tschechen über 3V- Millionen Deutscher von höchstem Eharakter und höchster Kultur.

Wenn damals ein mächtiges Deutschland existiert hätte, wäre das unmöglich gewesen, und sobald Deutschland wieder erstarkte, begannen die Südeten-

deutschen sich zu behaupten. Die tschechische Regie­rung versucht verzweifelt, die europäischen Groß­mächte gegeneinander auszuspielen denn sonst könnte der tschechische Staat nicht weiter bestehen aber es ist unmöglich, ein so unnatür- liches Gebilde durch politische und diplomatische Tricks aufrechtzuechalten."

Herr Hitler sprach mit bitterer Entrüstung von dem Haftbefehl der tschechischen Regierung gegen Herrn Henlein.Wenn Henlein verhaftet wird, b i ch i ch der Führer der Sudetendeutschen", tief er aus,und ich will dann sehen, wie lange Dr. Be- nesch noch seine Dekrete herausgeben kann, hoffent­lich erläßt er keinen Haftbefehl gegen mich! Wenn die Tschechen einen großen Staatsmann gehabt hät­ten, hätte er längst die Sudetendeutschen sich ans Reich anschkießen lassen und wäre froh gewesen, so die Fortdauer der Autonomie für die Tsche- ch e n s e l b e r sicherzustellen. Aber Dr. Benesch ist e i n Politiker, aber keinStaatsman n." Auf die Frage, ob der Besuch d e s Premiermini­sters die Aussichten einer friedlichen Regelung des tschechischen Problems verbessert hätte, antwortete der Führer:Ich bin von Mr. Ehamberlains Auf­richtigkeit und gutem Willen überzeugt."

Zuchthäusler zum Militärdienstbeurlaubt".

Tschechische Armee wird durch Verbrechergesindel aufgefüllt.

Schmiedeberg, 19. Sept. (DNB.) Die Er­scheinungen der Z e r s e tz u n g i m tschechischen Heer nehmen den allseits und nicht zuletzt von kundigen Tschechen erwarteten Umfang an. Die Tschechen selbst zertrümmern dieses Instru­ment, wenn sie, voll des schlechten Gewissens, alle n i ch t t s ch e ch i s ch e n Soldaten entwaff­nen, aus den aktiven Truppenkörpern entfernen und die entstehenden Lücken es handelt sich im­merhin um die hülste des Gesamtbestandes mit in aller Eile zusammengetrommelten rotem Gesindel auffüllen. Der Privatbeamte Walter B. aus Tyssa bei Bodenbach, der im tschechischen Jnf.- Regiment I in Kaplitz eingezogen war, gelangte in der Nacht über die Grenze. Er erklärte:

Das I. Bataillon des Infanterie-Regis. 1 in Taplih war halb tschechisch und halb deutsch. Die deutschen Soldaten wurden be­reits vor mehr als einer Woche entwaffnet und nach Vudweis transportiert, wo die Ba­taillone II und III des Regimentes stehen. Das Tapliher I. Bataillon wurde indessen auf- gefüllt, und zwar mit marxistischem Wob, unter dem sich bezeichnenderweise auch Zuchthäusler befanden, die offen damit prahlten, daß sie eigens zum W i l i t ä r - dienstbeurlaubt" worden feien. Aus den Gesprächen, die die Offiziere mit diesem Jan­hagel führen, ergab sich, daß man besonderen Wert auf die Ortskenntnisse des Pöbels legte. Jeder muhte genaue Angaben darüber machen, in welchen Ortschaften und in welchen Grenzbezirken er sich auskenne. Besonders begehrt scheinen beim tschechischen WilitärWarxisten" zu sein, die im sudetendeutschen Gebiet ansässig sind. Der Sinn dieser Vorliebe ist deutlich. Wan will in jeder Abteilung Fachleute haben, die zur gegebenen Zeit die Truppen gegen die wehrlose Bevölkerung führen können. In Tyssa ist die gesamte kommuni st ische Role Wehr, die vondeutschen" Emigranten ge­führt wird, geschlossen in den Verband des Jnfanlerle-Regts. 4 2 über­nommen, uniformiert und bewaffnet wor­den. Um den roten Wob nun nicht etwa durch militärische Disziplin zu verstimmen, wurde ihm gestattet, außerhalb der Kaserne zu Hausen.

Am Freitag hielt die politische Häuptling der Roten Wehr, hiedjchkal, im Volkshaus vor diesen Soldaten", die er ausdrücklich alsV o r p o st e n der Roten Armee" apostrophierte, eine An­sprache, worin er ausführte, daß es untunlich fei, die Bevölkerung durch Einzelaktionen zu beunruhi­gen.Wenn ihr", so sagte er,einzelne dieser hen- leinschweine totschlagt, macht ihr nur Propaganda, auf die der Bürger in den Weststaaten hört. Wir müssen sie an einem Tag, in einer ein­zigen Nacht, erledigen und am nächsten Morgen muß die Welt v o r einer vollende- t e n Tatsache stehen."

Der dem tschechischen Militär entwichene deutsche Korporal Johann Nenetz diente in der 4. Eskadron des Reiter-Regiments 1 in Theresienstadt. Die Eskadron bestand zu 50 o. h. aus Tschechen, zu 10 v. h. aus Deutschen, des Rest aus Maya- ren und Slowaken. Zu Beginn der vorigen Woche wurden die Deutschen entwaffnet. Die nicht entwaffneten Slowaken und Magya­ren wollten sich mit ihren deutschen Kameraden unterhalten. Darauf wurden den Slowaken und Magyaren ebenfalls die Waffen abge-« Ino m men mit den Worten:Damit ihr wißt: l Wenn der Adolf kommt, werden nicht nur die deut­

schen Schweine, sondern auch die slowakischen und magyarischen gleich schon in der Kaserne fer- t i g g e m a ch t." Auch Nenetz berichtet über die fortschreitende B o l s ch e w i s i e r u n g der tschechischen Armee, die durch die Hereinnahme gro­ßer Bürgerkriegsgarden nun nicht nur im Geiste, sondern auch organisatorisch den rotspanischen Mord­brennern angeglichen ift. Durch die Entfernung der nichttschechischen Nationalitäten aus den geschlosse­nen Verbänden, die Neubildung rein tschechischer Abteilungen und die Angliederung uniformierter Zivilbanden ist ein derartiges Durcheinander ent­standen, daß den Soldaten die Regimentsnummern genommen wurden, damit dieses Durcheinander nicht allzu deutlich sichtbar wird.

Prag bewaffnet systematisch die Rote Wehr. ,

Seifhennersdorf, 19. Sept. (DNB.) In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde in Seifhennersdorf unter den Flüchtlingen, die von Warnsdorf über die Grenze gekommen waren, ein kommunistischer Spitzel verhaftet, der glaubte, sich als Flüchtling ausgeben zu können, aber im Lager erkannt wurde. Im Besitz dieses Kommunisten be­fand sich nämlich eine Anweisung der tsche­chischen Staatspolizei zum Erwerb einer Handfeuerwaffe und zweihun­dert Schuß Munition. Dieser amtliche Aus­weis war in deutscher und tschechischer Sprache ab­gefaßt. Dieses Dokument, das in die Hände der deutschen Polizei gefallen ist, bringt eindeutig den Beweis dafür, daß entgegen den Behauptungen der Prager Regierung die Kommunisten, insbeson­dere die Rote Wehr in den Grenzgebieten, syste- matisch bewaffnet worden sind. Andere Flüchtlinge berichten, daß die Kommunisten aus den Militärstellen der Tschechen gegen Vorweisung ihres Ausweises der Roten Wehr Uniform, Waffen und Munition erhalten. Allerdings wird den von der tschechischen Regierung bewaffneten Mitgliedern der Roten Wehr angeraten, über ihren Unifor­men einen Zivilmantel zu tragen, damit die Bewaffnung und Uniformierung zunächst g e« tarnt bleiben können.

Die ersten Musterungen für das sudetendeulsche Freikorps

Das sudetendeutsche Freikorps.

Begeisterte Bertrauenskundgebungen.

DRB. 19. Sept Das Kommando

des Sudetendeulfchen Freikorps teilt mit:

Am Wontagvormittag fanden in zahlreichen FlüchtlingslagernentlangderGrenze die ersten Wufterungcn für das sudetendeulsche Frei­korps statt. Die Witteilung. daß nunmehr die Dor­arbeiten beendet seien und der Einsatz begin­nen könne, löste unter den Sudetendeutschen, die eben erst dem Terror des hussitischen Wobs ent­gangen waren, unbeschreiblichen Jubel aus. Bei der bezirksweisen Einteilung der Wann- schaflen kam es immer wieder zu Szenen herz­licher Wiedersehensfreude. Wänner. die jahrelang in der Heimat zusammen­gearbeitet und sich in den letzten Jahren des schweren Kampfes aus den Augen verloren hatten, fanden sich nun wieder in einer ge­meinsamen Front zusammen. In allen Lagern bereiteten die Sudetendeutschen ihrer Füh­rung, die ihnen die Grüße Konrad Henleins über­brachte, begeisterte Vertrauenskundge­bungen und erklärten immer wieder, daß sie auf den Augenblick brennen, ihre in der Heimat zurück­gebliebenen Volksgenossen von betn Gewaltregime des tschechisch-bolschewistischen Wobs befreien zu können.

Husfltengreuel.

Von $. O. H. Schulz.

Die Roheiten, die sich die tschechische Soldateska heute im Namen der Demokratie gegen die unbe- maffnete sudetendeutsche Bevölkerung leistet, lassen es notwendig erscheinen, dieses außerhalb der Kul­turgrenze stehende Volk und seine kriegerische Ehre einer besonderen Tatsachenprüfung zu unterziehen. Welche Periode seines Daseins wäre wohl dafür geeigneter als d i e Zeit des Hussitenkrie­ge s , wo die Tschechen sich im Namen vonFrei­heit und Recht" erhoben, um eine höhere Sittlichkeit und Religion durchzusetzen? Es ist d l e ,,® r o ße Zeit" ihrer Geschichte und der entscheidende Abschnitt ihrer militärischen Heldentaten. Wie sahen diese aus? t.

Ihr vielgerühmter Feldhauptmann Z i s f a sicherte sich die Grundlage seiner Waffenerfolge da­durch, daß er M a s s e n h i n r i ch t u n g e n ver­fügte, gegen die alle Greuel der Inquisition wahre Kinderspiele sind. Jeder Priester, der im Ornat die Messe las, wurde hingerichtet. Mehrere tausend Geistliche, die' um ein Geringes in ihrer Praxis von den Richtlinien der vier hussitischen Glaubens- artikel abwichen, wurden von den bewaffneten Ban­den Ziskas entweder niedergemetzelt, ver­brannt oder ersäuft. Die Feld Hauptleute gaben die Losung heraus:Mönche in den Sack! Prediger freierer Lehren wurden, wie in Raüdnitz geschehen, in ein Faß gesteckt und langsam am Feuer geröstet.

Man watete durch ein Meer von Blut. Der heute tägliche Ueberfall auf sudetendeutsche Städte gibt zu der Erinnerung Anlaß, daß die hussitischen Heerhaufen seinerzeit ganze Reihen von Städten und Dörfern in Schutt und Asche verwandelt haben. Die Stadt Kleinseite wurde bis auf das letzte Haus und den letzten Einwohner vernichtet. Die Stadt Kuttenberg ergab sich den hussitischen Heer- Haufen unter der Bedingung, daß die deutschen Bürger, die ihrem Glauben treu bleiben wollten, frei 'abziehen dürsten. Kaum hatten die Deutschen die Stadt verlassen, als sie von der wortbrüchigen Soldateska überfallen, aus geraubt und mit abgeschnittenen Nasen zurückge­schickt wurden. Im Jahre 1420 gelang es den Taboriten, die deutsche Stadt Prachatitz einzuneh- men. Ziska sperrte die dem Gemetzel entgangenen Stadtbürger in die Sakristei der Kirche ein, legte Feuer an und ließ sie verbrennen.

Vermehrt durch den Abschaum aller möglichen Völ- ker, wie heute durch das bolschewistische Gesindel, Rote Wehr" genannt, schonten sie weder Frauen noch Kinder. Auch die Mahnung einer Synode, dem Diebstahl und der Plünderung Einhalt zu bieten, blieb fruchtlos. Bald nach den Greueltaten von Prachatitz ereignete sich noch viel Furchtbareres in Komotau (1421). Dort wurden nicht nur 3500 Ein­wohner, Soldaten, Bürger, Priester und Juden er- schlagen, sondern auch die Frauen und Mädchen dem Tode durch das Feuer ausgeliefert. 1424 wurde zu Ehren des im gleichen Jahre an der Pest gestorbenen Ziska die gesamte gefangene Besatzung des Schlosses Pribislau lebendig gerö­stet.

Die von der tschechischen Soldateska während der Hussitenkriege außerhalb der böhmischen Grenzen verübten Greueltaten sind aus dem Schulunterricht aller Kulturländer zu gut bekannt, als daß es nötig wäre, hier ihrer besonders Erwähnung zu tun. Nur, daß im Jahre 1430 die Stadt Plauen vollkommen verwüstet und ihre Einwohnerschaft in viehischer Weise von den Tschechen hingeschlachtet wurde, sei erwähnt. Wie unermeßlich die Ehrlosig- kett dieser bewaffneten Banditen war, erhellt noch besonders die Tatsache, daß 1434 in der Schlacht oon Lipan (Böhmisch-Brod), wo sich auch Taboriten (Ziska-Anhänger) und die wieder in die Armee des Papstes zurückgekehrten Tschechen (Calixtmer) gegenüberstanden, diese nach vollendetem Siege die erstgenannten in einer Zahl von 900 Gefangenen in Scheunen steckten und dem Feuertode über­gaben.

Im ganzen kultivierten Europa des 15. Jahr­hunderts blickte man voll Verachtung auf diesen verkommenen Stamm der Völkerfamilie. Die Fran- zosen planten, nach Vertreibung der Engländer vom französischen Boden einen Kreuzzug nach Böhmen zur Ausrottung des tschechischen Volkes zu unternehmen. Um diese Zeit war es, wo man in Frankreich von La Boheme (Böhmen) das Wort Bohemien ableitete, das bis auf den heutigen Tag Zigeuner bedeutet. Solch ein Schanddenkmal hat sich diesesKriegervolk" für alle Zeiten in der Kulturwelt gesetzt. Es ift wichtig, den Franzosen diese Tatsache heute zum Bewußtsein zu bringen. Die Reste der hussitischen Mordbrenner, die man verächtlich Zebraken (Bettler) nannte, verdingten sich nach dem endgültigen Siege Kaiser Sigismunds über die Tschechen an jeden, der sie bezahlte. Ihre Zuchtlosigkeit war sprichwörtlich. Das ist die mili­tärische Tradition der heutigen tschechischen Zigeunersoldateska, die sich anschickt, die Hussiten- praxis gejgen unsere sudetendeutschen Brüder zu er­neuern. Sollte es e i n Kulturvolk in der Welt geben, das diesenEhrenmännern" der europäischen Ge- schichte die Hand reicht? Wir wollen es nicht glau­ben.

Polen fordert Rückgabe Teschens.

Vorstellungen in Paris und London.

Warschau, 19. Sept. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur berichtet über einen in Pa- r i 5 und London unternommenen Schritt, durch den die polnische Regierung die Aufmerksamkeit Frankreichs und Englands auf die polnische Minderheit in der Tschecho-Slowakei lenkt. Polen hat in seiner Note darauf hingewiesen, daß die Angelegenheit der polnischen Minderheit den gleichen Eharakter trage wie die der S u d e t e n d e u t s ch e n. Sie müsse darum auch mit denselben Methoden erledigt werden.

In K a 11 o w i tz hat sich ein Kampf ausschuß für b i e Rechte der Polen in der Tschecho- Slowakei gebildet. Seit Sonntagabend gibt der pol­nische Rundfunk in Kattowitz Nachrichten und An­weisungen für die polnische Volksgruppe in der Tschecho-Slowakei durch, durch die die Polen westlich des Olsa-Flusses zum Aus- harren aufgefordert werden, da ihnen bald die Erlösungs stunde schlagen werde. Der Kampfausschuß wird am Montag im Kattowitzer Stadttheater eine große Kundgebung für die polnischen Minderheiten in der Tschecho-Slowakei veranstalten. Die polnische öffentliche Meinung ver­langt, daß das Teschener Schlesien an Polen abgetreten werden müsse.