Ausruf des Gauleiters an alle Betriebssichrer.
In aller kürze findet wiederum die jährliche Heerschau der Partei in Nürnberg statt. Tausende von Politischen Leitern des Gaues Hessen-Rassau sollen dem Führer unter die Augen treten und dazu beitragen, der Welt die Wacht der Partei sinnfällig zu zeigen. Ich bitte die Betriebsführer, den schaffenden Volksgenossen, die ihre Pflicht als politische Soldaten Adolf Hitlers tun. auch in diesem Zahr. wie es dankenswerter- weise in den vergangenen Zähren schon durchweg geschehen ist. den für den Reichsparteitag erforderlichen Urlaub bei Fortzahlung des Einkommens und ohne Anrechnung auf den Tarifurlaub zu gewähren. Wo darüber hinaus die Lage des Betriebes es gestattet und die wirtschaftliche Stellung der Rürnberg-Fahrer es wünschenswert erscheinen läßt, bitte ich. auch ein Taschengeld zur Persügung zu stellen. Die Teilnahme an der gewaltigen Offenbarung der Partei soll den Wännern nicht durch eine wirtschaftliche Einbuhe geschmälert werden.
Gez.: Sprenger.
Aufruf der Kreisleitung Wetterau.
Tätigkeit zu bringen. Der gelernte Landarbeiter muh im Interesse unserer Volksgesamtheit in seinem gelernten Beruf tätig bleiben.
Die Reichsregierung hat in der Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung vom 1. Juli 1938 sich bemüht, die berechtigten Wünsche der Landarbeiter auf wirtschaftliche Hilfe zu erfüllen. Die Ehestandsdarlehen für die Landbevölkerung und die Einrichtungsdarlehen sind in der Presse (auch im Gießener Anzeiger) bereits besprochen worden, so daß man hier nur auf diese Maßnahmen hinzuweisen braucht. Man bedenke aber, daß das hierdurch erreichbare wirtschaftliche V e r m ö g e n , auf die Jahre der Arbeit umgerechnet, einen vollen Ausgleich der geldlichen Minderleistungen auch dann bringt, wenn die Gewährung von freier Wohnung, Deputaten, Gartenland usw. nicht mit eingerechnet wird.
Es ist daher Pflicht des Landarbeiters, dem Appell des Arbeitsamtes ;um vollen Einsatz in der Landwirtschaft zu folgen. Er muh sich dabei bemüht sein, dah alle anderen Hilfen nur Aushilfen sind und dah die Sicherung der Ernährung unseres Volkes nur von seiner vollen Pflichterfüllung abhängt.
Diese Aushilfen mußten in diesem Jahre in großem Umfange in Anspruch genommen werden. Im Bezirk des Arbeitsamtes Gießen kamen in der Landwirtschaft viele Ausländer zum Einsatz, vor allem Italiener. Die Arbeitsleistungen und die Führung dieser Arbeitskräfte sind e i n - wand fr ei gewesen. Ihre Zahl reicht aber nicht aus, um allen Ansprüchen, insbesondere von bäuer- lichrn Betrieben nachkommen zu können. Deshalb wurden noch Ergänzungen zur Hilfeleistung herangezogen, so die Hitler-Jugend mit ihren Landarbeitereinsatz-Gruppen, wobei sich die Jungen und die Mädel in eifriger und vorbildlicher Weise betätigen; das gleiche ist von den zur Erntehilfe beurlaubten Soldaten und von den Helfern aus den Formationen der Partei yi berichten. Mit der zu Ende gehenden Körnerernte ist aber erst ein Teil der Arbeitsaufgaben erledigt. Eine noch größere Verpflichtung ist bei der Bergung der Hackfrüchte und jetzt in Kürze bei ^)er D r e scha r b e i t zu erfüllen. Die Drischarbeit erfordert die Freistellung aller Männer, die bisher schon beim Dreschen beschäftigt waren, insbesondere Facharbeiter, wie Schlosser und Maschinenführer. Das Arbeitsamt erwartet hier wieder das volle Verständnis aller Betriebsführer, diese Facharbeiter für die kurze Zeit des Dreschens aus ihren Betrieben herauszugeben, sie nachher aber wieder ohne Nachteil für diese Helfer in den Betrieb zurückzunehmen.
Das Haushalls-Pflichtjahr der Wädchen Hal sich fehr befriedigend eingeführt, die Wädels sind jetzt allenthalben mit Freude bei der Sache.
Als aus der Not der Zeit heraus das Pflichtjahr für Mädchen verkündet wurde, stieß diese Maßnahme zunächst auf großen Widerstand. Der eine Grund für die Einführung des Pflichtjahres für die weib-' liche Jügend, sich durch die Tätigkeit im haushalt vorzubereiten auf ihren natürlichen Lebensberuf als Hausfrau und Mutter, wurde nicht gewertet; der andere Grund, daß in der Hauswirtschaft, insbesondere in der Landwirtschaft, die weiblichen Kräfte zur Erfüllung dringender Arbeit fehlen, wurde als für die Betreffenden nicht verbindlich angesehen, sondern er sollte nur für bifc anderen gelten. Die betriebsamen Wirtschaftszweige wehrten sich auf das entschiedendste und glaubten, den weiblichen Nachwuchs nicht entbehren ^zu können. Im Ergebnis ist dann aber doch eine sehr beträchtliche Zahl junger Mädchen sowohl in die landwirtschaftlichen als auch in die städtischen haushalte gegangen und hat dort gesehen, daß es doch allerlei zu lernen gibt. Das wesentlichste Ergebnis dieser ganzen Tätigkeit ist in einer Steigerung des eigenen Lebensgefühls und in dem hineinwcrchsen in eine gefestigte Lebensauffassung (charakterliche Erziehung!) zu erblicken. Ein solches Erlebnis kann für das ganze Leben nicht hoch genug veranschlagt werden. Die materielle Seite ist in vielen Fällen durchaus befriedigend gelöst worden. Es ist aber erwünscht, daß diejenigen, die Pflichtjahrmädchen beschäftigen, durch eine der steigenden Leistung entsprechende Entschädigung zum wirtschaftlichen Durchhalten des Pflichtjahres beitragen. Es mehren sich die Fälle, daß das Pflichtjahr abgebrochen wird, weil es wirtschaftlich für das Mädel und seine Eltern nicht mehr tragbar ist. Dabei ist zu beachten, daß viele dieser Mädchen aus Kreisen kommen, in denen die Eltern Zuschüsse sehr ndt- roenblg brauchen.
Zusammenfpssend ist zu sagen, daß die Gesamt- age viel leichter zu meistern ist, wenn von je- >em einzelnen rückhaltlos der Vorrang der Interessen der Allgemeinheit vor dem eigenen Interesse anerkannt wird.
Es wird auch wieder die Zeit kommen, in der das Interesse des einzelnen in größerem Umfange berücksichtigt werden kann; zu diesen ist insbesondere auch der früher geförderte Uebergang von unständiger Arbeit im Freien zur Fabrikarbeit zu rechnen. Die großen laufenden Bauarbeiten im Gießener Arbeitsamtsbezirk müssen bis Ende dieses Jahres zum Abschluß gebracht werden. Aus dieser Lage heraus muß verlangt werden, daß jeder Arbeiter bis auf weiteres bei diesen Bauarbeiten verbleibt.
. B.
Hitler-Jugend Bann 116.
Vetr. Schwimmen.
1. Der für kommenden Sonntag angesetzte Bann und Jungbannvergleichskampf der Banne und Jungbann 116 und 88 ist in letzter Minute vom Bann, bzw. Jungbann 88, Wetzlar, abgesagt worden. Der Wettkampf findet zu einem späteren Termin statt.
2. Die Gefolgschafts- und Fähnleinführer werden hierdurch nochmals dringend ersucht, nach Erhalten der Ausschreibungen für das volkstümliche HJ- Schwimmfest am Sonntag, 28. 8. 38, in Grohen-Bu- seck, die Meldungen für die Teilnehmer nur in Zahl bis zum Mittwoch, 24.8. 38, auf der 1.-Stelle des Bannes 116 einzureichen.
BOM -ttntergau 116 Gießen.
Morgen Sonntag, 21. August, 7.30 Uhr, ab Lud- wigspjatz: Abmarch zur 23-Kilometer-Wanderung für das BDM.-Leistungsabzeichen.
AS. Kampfspiele 1937 in Nürnberg im zilm'
Am morgigen Sonntag findet im Gloria-Palast die Vorführung des großen Sportfilms „NS.-Kampf- spiele 1937" statt. In allen Städten, in denen der Film bis jetzt lief, gefiel er ausgezeichnet und die Säle konnten die Besucher kaum fassen. Besonders spannend ist der l.JEeil, ber in klaren Silbern die
Infolge der ungünstigen Witterung konnte die Getreideernte bisher nur zu einem geringen Teil unter Dach und Fach gebracht werden. Nachdem nun das Wetter wieder günstig geworden ist — die Wettermeldung für die nächsten Tage aber wieder Regen vorausgesagt hat —, ist es unbedingt notwendig, dah die Getreideernte fo schnell wie möglich eingefahren wird.
Ich rufe daher die Partei mit all ihren Gliederungen, angeschlosfenen Verbänden und auch die sonstigen Organisationen auf, sich dafüx einzusehen, dah überall in Stadt und Land Hille bei der Ernte geleistet wird.
.. Diese Urne? Nein, nein, diese Urne kommt nicht ins Magazin, sie soll in dem neuen Schrank links in der Ecke des ehemaligen Verwaltungszimmers stehen." So konnten wir den Direktor des Museums belauschen bei seiner wichtigen Arbeit der Neugestaltung des Gießener Museums. Und da wir einmal dort sind, erfahren wir auch mehr noch als dieses, daß eine alte Urne in einem neuen Schrank zu stehen kommt. Doch wir müssen die Ohren spitzen, denn die Schreiner sind dabei, alte Schränke auseinanderzureißen, neue zu arbeiten, den alten wieder ein neues Gesicht zu geben und vor allem aüch eine zweckentsprechende Form. So teilt sich diesen stillen Räumen seit einiger Zeit schon eine unruhvolle Geschäftigkeit mit. Die Räume des oberen Geschosses des Alten Schlosses, darin Schalen und Töpfe, Krüge und Kannen und alle sonstigen nur erdenklichen Gegenstände der Vorgeschichte in Schränken untergebracht sinh, stehen fast leer im Augenblick. Man ist dabei, eine Umgestaltung oder besjer gesagt eine Neugestaltung der A b - Teilung Vorgeschichte des Gießener Museums vorzunehmen. Da wandert von ber Fülle bes Materials eine Menge von Töpfen unb sonstigen Gegen- ftönben biefer Zeitepoche ins Magazin. Nur zwei ober bret Proben der jeweiligen Typen der Vorzeitkultur finden bei dieser Umgruppierung Raum in den Schauschränken, da sie in ihrer Vielzahl nur dazu angetan wären, den Laien zu verwirren.
Doch dies ist nicht der einzige und wesentlichste Grund und nicht die Ursache zu dieser Arbeit. Es geht dem neuen Leiter bes Museums vorwiegend darum, einmal klar und deutlich an Hand des vorhandenen Materials aufzuzeigen, welchen Anteil gerade Oberhessen im Gesamtrahmen derdeutschen Vorgeschichte hat. Karten und Bilder sind hier seine treuen Helfer, um die Fülle dieser Sammlung unb ihre Bebeutung zu einem Begriff für bas gesamte Gebiet ber Provinz Hessen zu gestalten. Die Fülle bes Materials aber hat allein schon burch bie Begrenztheit der Räume in ihrer Uebersichtlichkeit und somit auch in ihrer Verständlichkeit zu leiden. Soll darum die Arbeit Sinn und Zweck haben, muß man die bestehende Raumnot zu überwinden versuchen. Um dieses entschieden genug zu tun, plant man nun, das gesamte Obergeschoß des Museums mit seinen neun großen Räumen für die Vorgeschichte einzurichten. Dadurch aber wird es notwendig, die Verwaltung und bas Magazin an anderer Stelle unterzubringen. Das kleine Gebäude, in dem die Sanitätskolonne und die Aliceschule bisher untergebracht waren, soll herangezoaen werden. Die Sanitätskolonne sowie die Aliceschule werden demnächst neue Räume beziehen. Das Haus gehört schon lange zu dem Museum, da der jahrzehntelange Förderer des Oberhessischen Museums, Kommerzienrat Gail, es schon im Jahr 1906 angekauft und dem Museum geschenkt hatte. Doch es wurde noch nicht in dieser Weise verwandt. Nun aber soll es, da die Raumfrage innerhalb des Museums fast unlösbar geworden ist, im Zuge dieser Neuerung im Gießener Museum seinem eigentlichen Zweck dienen. Hier sollen Verwaltung und Magazin Unterkunft finden
spannenden Ausscheidungskämpfe der*SA., HI., bes NSKK. und des Arbeitsdienstes zeigt. An die- sem Film kann man die nachdrückliche Sportarbeit in den einzelnen Gliederungen erkennen. Der zweite Teil bringt die sportlichen Vorführungen vor dem Führer auf dem Reichsparteitag 1937 und zeigt die äußerste Exaktheit in der Ausführung und höchste Leistungen. Weiterhin führt der zweite Teil den Besucher des Films in die Stadt ber Reichsparteitage unb vielen, benen es noch nicht vergönnt war, einen Reichsparteitag mitzuerleben, werden die Filmbilder ein Erlebnis sein.
Mitarbeit der Beamten
und Behördenangestellten beim WHW.
NSG. Der Reichsminister des Innern hat in einem Runderlaß darauf hingewiesen, daß bei ber Durchführung bes Winterhilfswerkes 1938/39 wie in ben vergangenen Jahren die tatkräftige Mithilfe der Behördenangehörigen erforderlich ist. Für Zwecke des Winterhilfswerkes kann deshalb auch im kommenden Winterhalbjahr den Beamten, Behördenangestellten und -arbeite™, soweit es die Dienstverhältnisse irgend zulassen, Urlaub mit Fort- Zahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub erteilt werden.
meine Bitte gehl auch an alle Beamten, Angestellten und Arbeiter, die nicht in der Landwirt- schäft tätig sind, amheutigen Samstag unb morgigen Sonntag bei der Ernte z u helfen. Die Behördenchefs und die Belriebsführer sehen sich mit den betreffenden Ortsgruppen und Stützpunkten in Verbindung, die die Zuteilung für die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe im Benehmen mit den Ortsbauernführern vornehmen.
Ich erwarte von jedem Partei-und Volksgenossen, daß er sich der hohen Bedeutung der Einbringung der Ernte bewußt ist und restlos feine Pflicht erfüllt.
Backhaus, Kreisleiter.
und somit die Frage der Raumnot prakttsch lösen helfen.
Doch man plant noch mehr! Nicht nur dieses Nebengebäude am Rande des Botanischen Gartens will man dem Zwecke des Museums dienlich machen, sondern auch einen Teil des Botanischen Gartens selbst. Und zwar geht es um den Teil des Gartens, der dem Schlosse am nächsten liegt. Hier soll im Lause des nächsten Jahres noch ein altes ober« hessisches Bauernhaus errichtet werden, das sowohl in ber Struktur und dem Gesamteindruck als auch in seiner gesamten Inneneinrichtung ein besonders charakteristisches Beispiel darstellen soll. Es stehen verschiedene alte und typische oberhessische Bauernhäuser zur Wahl, von benen man bas wertvollste und gediegenste wählen und am Heimatort abreißen wird, um es hier als Zeugen alter Bauernkultur aufzustellen. Dieses Bauernhaus soll nicht als Prunkstück des Museums an sich dienen, sondern in seiner ganzen Eigenart dem Besucher verständlich machen, was Bauernkultur ist. Bäuerlicher Haus- unb Zierat aber nimmt sich immer am stilvollsten aus in seiner eigentlichsten Umgebung. Und so beabsichtigt man, alles das, was das Museum an solchen Dingen birgt, hier seinen rechten Platz zu geben. Um das Ganze aber an Echtheit des Stils gewinnen zu lassen, plant man ferner in Verbindung mit diesem Bauernhaus auch einen Bauerngarten einzurichten mit allen Blumen und Kulturpflanzen, die für Oberhessen eigentümlich sind.
Doch auch hier liegt dem Leiter des Museums nicht nur an dem Wert einer solchen Einrichtung an sich, sondern auch an seiner rechten unb weitgehendsten Ausnutzung. Don einer solchen kann man aber erst bann sprechen, wenn neben uur stäbtischen Bevölkerung auch die Landbewohner teilnehmen an diesen Dingen. Leider muß es gesagt sein, daß ber Besuch des Museums fast zu einer ausschließlich stäbtischen Angelegenheit geworben ist. Unb so hofft man mit biefer Neugruppierung bäuerlichen Kulturgutes auch roieber der ländlichen Bevölkerung die Schätze und Werte solcher Stätten neu zu erschließen. Dieser Plan, ein Bauernhaus zu errichten und dort die bäuerlichen Museumsbestänbe sinngemäß aufzustellen, ist im Museumswesen Mittel- und Süddeutschlands durchaus ein Neuling. Es dürfte somit Gießen einzig dastehen mit dieser Bereicherung seines Museums. Nur in Norddeutschland findet man solche Ergänzungen der Museen gelegentlich vor.
Pläne und Projekte in reicher Fülle und somit Arbeit in großem Maße für den Neugestalter des Ganzen wie für seine Handwerker. Emsig ist man dabei, die Dinge werden zu lassen, doch wird man last ein Jahr dazu brauchen, um es in seiner Gesamtheit erstehen zu lassen. Es ist damit zu rechnen, daß die Errichtung des Bauernhauses sowie die Um- und Neugestaltung der Abteilung Vorgeschichte im nächsten Frühjahr ihr Ende finden werden. So wird in aller Stille eine Arbeit geschafft, die überaus wichtig ist. Verbindet sie uns doch mit alledem, was uns aus grauer Vorzeit an deutschem Kulturgut überkommen ist!
Elektrizität ohne Gefahren.
Versammlung der, Elektro-Innung und der Elektro-Gemeinschaft.
In einer gemeinsamen Versammlung der Elektro- Innung und der Elektro-Gemejnschaft Gießen sprach am Mittwoch im „Burghof" Oberingenieur Lüder von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrowirtschaft, Berlin. Der Redner führte u. a. aus: Man kenne in der Elektrotechnik schon lange die Mittel, um eine Berührung stromführender Anlageteile unmöglich zu machen. Ader die Elektrotechnik sei noch viel gewissenhafter in bezug auf ben Gefahrenschutz für Mensch unb Tier. Die Elektrotechnik habe auch Vorkehrungen getroffen und Mittel geschaffen, daß auch die Berührung nicht ström- führender Teile einer Anlage nach menschlichem Ermessen niemals zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden könne. Diese Vorbeugungsmaßnahmen wieder einmal den Elektrofachleuten und besonders nach neuesten und aktuellen Gesichtspunkten praktisch zu demonstrieren, sei der Zweck des Vortrages. Der Vortragende verstand es an Hand gemeinverständlichen Skizzenmaterials, die Wichtigkeit des behandelten Themas he'rauszustellen und den Nachweis zu führen, daß jede der in der Elektrotechnik allgemein bekannten Schutzmaßnahmen — richtig an
gewendet — einen zuverlässigen Schutz gegen Schäden am Leben von Mensch und Tier bedeutet. Er konnte cum Schluß seiner Ausführungen feststellen, daß der Elektrofachmann in der Serge fei, eine gefahrlose elektrische Anlage zu erstellen und dem Laien beim Kauf elektrijcher Geräte richtig zu be= raten.
Der Versammlungsleiter, Obermeister W. K. Schmidt, Gießen, dankte dem Vortragenden für einen hochinteressanten Vortrag und ermahnte die Mitglieder, immer daran zu denken, daß der Elektro- Handwerker, wie vielleicht kein anderer, eine große Verantwortung dem Volksganzen gegenüber trage. Eine nach ben Vorschriften und den technischen Möglichkeiten erstellte elektrische Anlage berge keine Gefahren für den Laien in sich.
An der Aussprache beteiligten sich noch die Betriebsingenieure Schaffner, Maxein und Rudolph, sowie mehrere Versammlungsteilnehmer. Allgemein wurde begrüßt, daß Elektro-Gemein- chaft und Innung in verständiger Zusammenarbeit olche interessanten Schulungsoorträge für die Mitglieder veranstalte. Es wurden weitere Vorträge in Aussicht gestellt.
Oie Marschteilnehmer
unseres Gebietes in Groß-Gerau. .
NSG. Die 76 Marschteilnehmer des Adolf-Hitler- Marsches unseres Gebietes, die am Donnerstagabend von Wiesbaden aus den Marsch nach Nürnberg antraten, trafen am gleichen Tag um 22 Uhr in Mainz ein, wo sie übernachteten. Arn nächsten Tag ging der Marsch weiter nach Groß-Gerau, bas ie gegen 14 Uhr erreichten.
Zwei Tage sind unsere Jungen jetzt unterwegs. Zwei Tage schon tragen sie bie 19 Fahnen unserer Banne auf dem Weg nach Nürnberg. Sengende Hitze lag bleischwer auf ber Landstraße von Mainz
ßSslf Msr-Narsch 1938
Gebietes hsAn N-agoiz 101
nach Äroß-Gercm. Diese 18 Kilometer waren bie Feuerprobe, unb alle haben sie bestauben. Trotz aller Unbilben bes Wetters ist es etwas herrliches, unter dem Knattern der Fahnen durch die fruchttragenden Felber unb d^m schweigenben Wald zu marschieren. UeberaU, wo sich unsere Fahnen zeigen, werden sie mit Freuden begrüßt. Der Bauer läßt eine Minute die Sense, bie Harke und Gabel ruhen, um die Wahrzeichen des jungen Deutschlands zu grüßen, und durch die Dörfer marschiert jubelnd die Jugend mit.
Am Samstag trifft die Marscheinheit in Darmstadt ein. Draußen am Waldfriedhof werden sich dann erneut die Fahnen senken über dem Grabe des im Kampfe gefallenen Peter Fries und den Kameraden grüßen, dessen Opfer immer wieder mahnt und immer wieder verpflichtet, gläubig und treu ber Jbee zu bienen.
Gießener Wochenmarktpreiie.
* Gießen, 20. Aug. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V» kg 1,52 Mark, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Kose, bas Stück 4 bis 9, Eier, beutsche, Klasse B 12, Klasse C 1134, Klasse D 10^, aus-- länbische 12, Wirsing, % kg 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 20 bis 25, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Pilze, 30 bis 60, Kartoffeln, % kg 5 bis 6 Pf., 5 kg 50, 50 kg 4 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, % kg 40 bis 45 Pf., Falläpfel 12 bis 15, Pfirsiche 65, Brombeeren 40, Preiselbeeren 45, Birnen 25 bis 45, Pflaumen 48 bis 60, junge Hähne 1,10 bis 1,15, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 15, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 12 Pf.
♦
** Die Heimatvereinigung „Schiffe n- b e r a" hält am Sonntagnachmittag auf .dem Schiffenberg ihre diesjährige Jahreshauptversamm- luna ab. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft statt, bei der Lehrer Stumpf (Garbenteich) einen Vortrag über die Besiedlung des Wiesecker Waldes halten wird.
** Unfall. Durch Sturz von einem Motorrad erlitt die 26jährige Verkäuferin Anni Schott eine schwere Gehirnerschütterung und mußte in die Chirurgische Klinik eingebracht werden.
Große Strafkammer Gießen.
Der K. K., jetzt in Frankfurt wohnhaft, war früher bei dem Elektrizitätswerk in Gießen beschäftigt. Seit dem 1. Januar 1935 wurde er als Zählerableser verwandt und in ein dauerndes Beschäftigungsverhältnis übernommen. Im Jahre 1937 wurde er auf den Führer verpflichtet. Augenscheinlich kam der Angeklagte, der nebenher noch als Kellner tätig war, nicht mit feinen Einkünften aus. Er trug in die Stromkarten weniger Kilowattstunden ein, als er tatsächlich abgelesen hatte und in Uebereinftim= mung hiermit auch eine kleinere Zahl der entnommenen Münzen. Die überzähligen Münzen verkaufte er weiter. Das dafür erhaltene Geld ließ er in seine Tasche verschwinden. Er schädigte dadurch das Elektrizitätswerk um 1100 Mark. Auf die Dauer wurde dem Angeklagten aber der Boden zu heiß unter den Füßen, und er wollte seinen Posten aufgeben, da er immer eine Aufdeckung seiner Manipulationen zu befürchten hatte. Nun war aber in Wirklichkeit eine viel größere Anzahl von Elektrizitätsmünzen im Umlauf, als es die Elektrizitätskarten des Angeklagten auswiesen. Sein Nachfolger hätte dann sofort die Unterschleife bemerkt. K nahm deshalb die bereits geprüften und abgezeichneten Stromkarten und erhöhte darin die Zahlen der Kilo-
OberhessischesMusenm in neuerOrdnung
Wertvolle Bereicherung: ein typische«! oberhessische«! Bauernhau«! wird aufgestellt.


