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Mittwoch, At.ZuIi 1938

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

llr.167 Zweites Blatt

Aus dem Reiche der Krau

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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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ist

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auch solche nicht, die uns Speisekammer in Kästen pflanzen tragen wohl verhindern, daß Fliegen Speisekammer gelangen.

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wandern kann. Und wenn man sich wirklich einmal ein bißchen verläuft oder dabei einen Umweg macht, es ist ja nicht schlimm, denn die Kinder haben ja Ferien. Nun liegt es uns Deutschen ja im Blut, auch auf Wanderungen und in den Ferien immer ein bißchen zu lernen. Und es gibt ja auch wirk­lich nichts Schöneres, als wenn die Kinder auf sol­chen Wanderungen durch die Natur das Leben der Pflanzen und Tiere, ihre Namen und all die Wun­der der Welt spielend kennenlernen. Aber die Be­tonung liegt eben aufspielend". Nur keine väter­lichen oder mütterlichen Kollegs. Die Mutter braucht sich übrigens gar nicht darüber aufzuregen, wenn sie eine Frage ihrer Kinder nicht beantworten kann. Sie ist ja kein wandelndes Naturkunde­museum. Es macht ja auch so viel Spaß, gemein­sam mit seinen' Kindern zu Hause die gesammelten Pflanzen an Hand von Büchern zu enträtseln und einzuordnen.

Boi solchen Wanderungen muß Mutter auch schon mal in den Ferien beide Augen zudrücken können, wenn abends auf dem frisch gescheuerten Küchen­tisch schmutzige Steine und Pflanzen ausgepackt werden, oder wenn sie plötzlich die langentbehrlen

Die heute vorgeschlagenen praktischen Hoch­sommerkleider für Straße, Sport und Haus sind ans weißem Leinen, Pikee oder aus Waschseide. Beide haben keine Aermel, das Kleid links hat sogar einen freien Rücken, dafür können sie dann von zwei Bolerojäckchen er­gänzt werden. ~

Das Pikeekleid links mit der Faltenpartie

Zeitgemäße Hausfrauenpfl chlen.

Auch im Sommer kühl und frisch alle Speisen auf den Tisch!

Im Sommer setzen wir in der Speisekammer Gazefen st er anstelle der Glasfenster ein, damit wohl die frische Luft, aber keine Fliegen ungehin­derten Zutritt zur Speisekammer haben. Dor Son­nenstrahlen schützen wir sie durch Fensterläden oder

wird geknöpft, der eingearbeitete Gürtel enggestepptem Pikee. Der Schnittform des ist die des Boleros angepaßt.

Das einfache, jugendliche Kleid rechts ist aus Leinen, tiefeingelegte Falten geben dem Rock die nötige Weite. Die Taschen mit den schmalen Blenden sind eingesetzt, Gürtelschnall e und Knöpfe sind ans Perlmutter. H.

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Einmachen - kein Luxus.

Für die Landfrau ist es von jeher eine Selbst­verständlichkeit gewesen, alle nicht gleich verwend­baren Erzeugnisse aus dem Obst- und Gemüsegarten für die Wintermonate haltbar zu machen. Die Stadtfrau hat erst in den letzten Jahren wieder Ge­fallen daran gefunden, einen Teil ihres Bedarfs an Eingemachtem" selbst herzustellen. Sie hat ganz bewußt begonnen, eine planmäßige Vor­ratswirt'schäft zu treiben, einmal im Inter­esse ihrer Wirtschaftskasse und zum anderen im Hinblick auf die volkswirtschaftlich notwendige rest­lose Verwertung leicht verderblicher Nahrungsmittel, mit denen der Markt zeitweise überschwemmt wird. Beim Selbstherstellen von Obstkonserven wird in erster Linie der Bedarf an Brotaufstrich berücksich­tigt, denn Gelee und Marmelade sind besonders ge­eignet, die Fettvorräte strecken zu helfen. Aber auch Safte und Kompott haben ihren festen' Platz in der städtischen Vorratshaltung. Der gesundheitliche Wert des Eingemachten ist unbestritten. Das Obst ent­hält natürliche Fruchtsäuren, Fruchtzucker, Vita­mine und Mineralsalze, die bei vorsichtiger Ver­arbeitungsweise dem Eingemachten zum großen Teil erhalten bleiben.

Der Zuckerzusatz ist nicht nur aus Gründen des Geschmacks und der Haltbarkeit- notwendig, er bildet auch einen sehr wichtigen Faktor in unserer Ernährung. Zucker führt dem Körper Wärme zu, kann somit weitgehend Fett ersetzen. Ein nut Mar­melade oder Gelee bestrichenes Frühstücks- oder Vesperbrot ist also nicht wertloser als ein Fettbrot. Maßgebend für die Güte der Obstkonserven sind einwandfreie Früchte, richtige Zuckermenge, sorg­fältige Verarbeitung, zweckmäßige Aufbewahrung. Alle einzukochenden Früchte müssen frisch und dür­fen nicht überreif sein. Der Zuckerzusatz richtet sich nach der Art des gewünschten Fertigerzeugnisses. Für Gelee rechnet man je Kilogramm Saft 1 Kilo­gramm Zucker; wird an Zucker gespart, ist das Steifwerden in Frage gestellt. Bei Marmelade ge­nügt auf das Kilo Früchte V2 Kilogramm Zucker. Kompott und Saft geraten immer, wenn man sich nach den überall erhältlichen Einmachtabellen richtet.

Um weitgehende Erhaltung der gesundheitlich wertvollen sowie der geschmacklichen Stoffe zu er­reichen, sind entsprechende Haltbarmachungsverfah­ren anzuwenden. Zu langes Kochen setzt Jen Wert von Gelee und Marmelade beträchtlich herab, dar-

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schnitt, die im Sommer leicht grau und unan­sehnlich werden, heben wir gut eingewickelt in Per­gamentpapier auf. Der Anschnitt der' Wurst wird mit Fett bestrichen, dann bleibt die gute Farve er­halten. Schinken oder Schinkenecken hängen wir in Mullbeuteln auf.

Laß das Eigelb dicht eintrocknen, wenn du nur das Weiße gebraucht hast! Man bringt es in ein möglichst kleines, tiefes Schüsselchen und übergießt es mit Speiseöl. Schlauer ist es aber, wenn man das Ei nicht ausschläot, sondern oben und unten die Schale mit einer Nadel durchsticht, das Weiße herauslaufen läßt und nun Das Gelbe in der Eischale, wohl geschützt vor der Luft, aufbebt. Angeschnittene Zij/r 0 nen bestreut man, je nach dem voraussichtlichen Verwendungszweck entweder mit Zucker oder mit Salz und preßt üe möglichst fest auf ein Glas- oder Porzellantellerchen auf.

Wenn das Kochfett nicht mehr so gut schmeckt, lassen wir es zusammen mit einer Schwarzbrot­rinde und einigen Zwiebelscheiben so lange heiß werden, bis die Zwiebeln braun geworden sind. Den Käse erhalten wir auch im Sommer frisch und ansehnlich, wenn wir ihn nach dem Essen stets in ein mit Essig getränktes Tuch wickeln. Bei großer Hitze ist der am Morgen gekaufte Salat abends vielleicht nicht mehr ganz frisch. Wir wa­schen die unzerteilten Köpfe gründlich und lallen sie in Wasser mit Essigzusatz liegen, bis die Blätter wieder frisch geworden sind. Oder man schneidet gleich nach dem Einkauf eine Scheibe des Strunkes ab und hebt den Kopf in Wasser gestellt auf.

druck machen, aber grüne Wiesen, die während des Spaziergangs ihr Auge längs des Weges erfreuen, behalten sie viel besser. Dann wachsen Champignons auch gewöhnlich da, wo Boviste oder Pufferte tehen. Neulich sah ich welche auf der Liegewiese. Aufs Geratewohl sah ich dann nach dem Regen nach und fand wirklich Wiesenchampignons, die zwar alt waren und in Brennesseln standen, aber nun passe ich auf die neuen Jungen auf."

Weißt du auch, wo es Pfifferlinge gibt? Im Laden waren schon welche!"

Einen bestimmten Platz weiß ich nicht, aber die finden wir sicher. Sie lieben buschigen, niedrigen Wald, gern Tannengrund, und kommen dann gleich in Massen. Leider nehmen die Sammler so wenig Rücksicht auf andere Pilzfreunde. Letztes Jahr fand ich wieder große Stellen, die mit dem Fuß aus­gescharrt waren. Dabei waren alle jungen Perlen zerstört. Weißt du noch, wie wir das erste Mal in den Rauhener Bergen suchten und gar nicht alles mitnehmen konnten, und zehn Jahre spater war kein einziger Pilz dort mehr zu finden. Nur durch das gedankenlose Sammeln."

Beim Pfisferlinaesuchen geben wir gleich acht auf die schönsten Würzpilze, die Dürrbeinchen oder Mousserons, und die Nelkenschwindlinge. Dafür neh­men wir ein Tütchen mit, sie sind sehr zart. Hoch­wald gibt es hier auch und dann auch Ende Juli Steinpilze, Rotkäppchen, Birkenpilze, Semmelpilze ab und zu auch Reizker. Wo nasses Laub liegt, am besten Pappeln stehen, finden wir im Herbst die festen kleinen, ausgiebigen Grünlinge. Aber die fin­den wir immer mit Bedauern, denn man sagt, daß dann die Winterkälte nicht lange auf sich warten läßt."

dunkle Vorhänge. Sind trotzdem Fliegen in die Spiesekammer gekommen, so entfernen wir die Stubenfliegen durch Aufhängen von Fliegen­fängern. Fliegen mögen keine scharfen Gerüche, angenehm sind. Vor der

gezogene Tomaten» wenig Früchte, aber sie über'sie hinweg in die Abgebrochene Tomaten­blätter stellt man" auch gern in Wasser in die Speise­kammer. Rohe Fleischstücke bedecken wir zum Schutz vor Fliegen entweder mit Zwiebelscheiben aber mir bestreichen sie mit Senf (besonders Hammelfleisch), oder wir wickeln sie in Tomatenblätter. Größere Stücke von Fleisch werden besser in Mull- oder Lei­nenbeuteln aufgehängt, die man vorher mit Essig getränkt hat. Das Einlegen in eine Essigveize schützt ebenfalls eine Zeitlang vor Fliegen und vor dem Verderben des Fleisches. W u r ft ober Auf»

PtlMgd.

Von Frida Aisch

Fein, Liesbeth, daß ich dich treffe! Wie gefällt es dir denn in deiner neuen Heimat?"

Herrlich, Friedel, die Wohnung ist entzückend, alles rundum Gärten, und sauber halten muß sie ein anderer, ich habe nur die Freude. Bloß ..

Na ja, alles Gute ist nicht beisammen! Wo fehlt's denn?"

Ach, siehst du, draußen das herrliche Wetter nach dem starken Regen. Was muß es jetzt für Pilze geben! Früher holte ich, so viel wir cssen wollten, und jetzt weiß ich keine einzige Stelle."

Liesbeth, du weißt doch, daß ich gerade so gern Pilze esse, wie ihr, ich habe doch auch oft unfern Wohnort wechseln müssen, und die besten Pilzgrunde an gute Freunde vererbt, aber auch am neuen Ort bin ich nie darum in Verlegenheit gewesen."

Haben dir denn die Leute immer gleich Stellen ^^roo, das glaubst du selbst nicht, daß leiden­schaftliche Pilzjäger gleich an Fremde ihre besten Stellen verraten! Ich mache das ganz anders, toiel) mal, jede Pilzart hat ihre bestimmten Lebensbedm- qungen. Die habe ich mir gründlich gemerkt, teils aus Büchern oder durch Besprechungen mit Freun­den. Und im Lauf der Zeit weiß man eine ganze Menge darüber. Wenn ich nun denke, es könnte die Zeit für eins Sorte Pilze da sein, dann tue ich mich nach den Wachsstellen um. So habe ich mir gemerkt, daß z. B. Champignons nur auf kurzem Gras kommen, also meist auf Weideland nach dem ersten Schnitt. Da frage ich denn die Leute nicht, wo finde ich Champignons, sondern ich habe mir einzelne Weidestellen gemerkt, die nicht zu naß und nicht zu trocken liegen und frage dann Be­kannte, ob das Gras schon gemäht ist. Dann gehe ich einige Tage danach hin. Komme ich recht früh am Morgen, finde ich meist einige Pilze. 3u einem Gericht reicht es. Weißt du, wenn ich auch Leute, die mir gern Bescheid über Wellen. geben mür­ben, nach diesen frage, so wissen sie nicht recht Be­scheid, weil die kleinen Dinger ihnen zu wenig Ein­

um kurze Kochzeit! Zu langes Mitkochen des Zuckers ist zu vermeiden, um das Karamellieren zu verhindern. Besonders gut und wertvoll, jedoch nur begrenzt haltbar sind kaltgerührte Marmeladen, die einen etwas höheren Zuckerzusatz erfordern. Schnel­les sorgfältiges Arbeiten und peinliche Sauberkeit sind beim Einmachen unerläßlich. Gute Einmach­behälter, zweckmäßige Verschlüsse und einwandfreie Aufbewahrungsräume sind Voraussetzungen für möglichst lange Haltbarkeit. Hat die Stadthaus- fraii im Laufe des Jahres durch regelmäßiges Auf­füllen der Zuckersparkasse gesorgt und versteht sie beim Einkauf der Früchte geschickt vorzugehen, so wird die geldliche Belastung während der E'nmach- zeit für sie tragbar fein. Mit Stolz wird sie ihre Vorräte zu Beginn deZ Winters überschauen, denn gleich der Landfrau kann sie ihre Familie nun mit deutschen Erzeugnissen das ganze Jahr hindurch ab« wechslungsreich ernähren.

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Einmachgläser voller Frösche und Stichlinge wie- derfindet. Es sind ja Ferien!

Das Wichtigste aber in diesen Ferien zu Hause ist dasfüreinander Zeit haben". Es ist ja wirklich nicht welterschütternd, daß die Hand­arbeit fertig wird, da Mutter doch nun einmal un­bedingtmit dabei fein muß". Mag auch die Suppe ruhig' etwas später aufgetragen werden, wenn der Vater gerade so eine interessante Stelle ius dem Roman vorlesen will. Und sich aalen können, ein­mal recht von Herzen ausschlafen und was all der Freuden mehr sind, die man den Seinen in diesen Ferientagen und zwar nur zu Hause antun kann, ganz abgesehen von all den Lieblings­speisen, die in dieser herrlichen Zeit auf den Tisch kommen.

Nun kann ja natürlich nicht alle Tage die Sonne scheinen. An solche-i Tagen sind die Ferien zu Hause überhaupt das AUerschönste. Denn während sich die armen Lehmanns im engen Hotelzimmer herum­drücken müssen, können wir ... oh ungeahnte Mög­lichkeiten. Und da soll noch einer sagen: Ferien zu Hause wären nicht schön sie sind sogar wunder­schön! BP-

Serien: zu Hause!

Endlich hat die Schule ihre Pforten geschlossen. Die langersehntengroßen Ferien sind da Lang­ersehnt von den Kindern, jedoch von den Eltern mit etwas Bangen im Herzen begrüßt, denn man tjat in diesem Jahr beschlossen, zu Hause zu bleiben, einmal nicht zu verreisen. Das kann übrigens wun­derschön sein, nur muß man eben auch die Serien zu Hause mit vollem Herzen genießen wollen. Da­zu gehört zuerst einmal ein Haufen guter Kaune, fein Jammern, Klagen und Beneiden von Ley- manns:Ja, die haben's gut, die tummeln sich test an der Ostsee..

Und dann muß die Mutter dafür sorgen, daß Dom ersten Ferientage an über dieser ganzen Zeit etwas Festliches, etwas Befand er e s liegt. Das fängt schon mit dem blumengeschmückten tfrub- stückstisch auf dem Balkon an. Außerdem gibt es natürlich in den Ferien schon zum Frühstück sur jeden einmal etwas Besonderes, vielleicht eine Mar­melade, die Mutter sonst für die Gäste spendiert, vielleicht sogar ein Ei für den Vater.

An schönen Tagen sind die Festprogramme na­türlich unerschöpflich, und jeder darf vorschlagen Wünsche äußern es ist einfach herrlich. Es ist natürlich, daß man bei solchen Ferienausflügen solche Orte meidet, wo alles hingeht. Das Schöne ist ja gerade, daß man jo ungebunden drauflos

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Das Wesentliche bei der Erholung des Kindes macht nicht das Klima aus, sondern eine Aenderung der Umwelt und eine A e n - derung der Lebensführung. In der Stadt sind die kleinen Wesen bedrängt von Lärm und immer neu anströmenden Eindrücken, sie müssen sich zwischen den Erwachsenen ihren bescheidenen Lebensraum suchen, sie werden in der Wohnung und auf den Straßen von Verboten ängstlich in Zaum gehalten, der aufwirbelnde Staub trägt ihnen gefährliche Keime in die Lungen, und kranke Menschen begegnen ihnen häufiger als im Freien, truf dem Lande. Dort können sich die Kinder un­gezwungen austoben, sie dürfen sich ins Gras wer­fen, sie dürfen hintereinander hertollen, .sie dürfen kreischen und lachen so viel, so oft und so laut es ihnen Spaß macht. Diese ungebunb* ne Lebens­führung, noch dazu in frischer, gegen die Stadt bakterienarmer Luft, hebt die Durchblutung der Haut. Mit geröteten Wangen stürzen sie zur Mit­tagszeit herbei, sind durch das Spiel im Freien mit einem kräftigen Appetit gesegnet und der Zeiger <m der Waage rückt an jedem Wochenende wieder einige schwarze Striche weiter auf die nächst höhere Zahl zu. Die Gewichtszunahme, mit das wesent- llichste Zeichen für den Erfolg der Schalung, zeigt fsich aber bei Aufenthalt in der Nähe ober in der Peripherie der Stadt genau so günstig wie bei der Verschickung in ein anderes Klima. Bei Kindern bedeutet eben Umwelt und Lebenshaltung die Hauptsache an der Erholung. Deshalb ist es auch besonders wichtig, sich in dieser Hinsicht nach einem geeigneten Aufenthaltsort umzusehen. Die Um­gebung an Menschen und Landschaft muß so be­schaffen sein, daß das Kind sich mit seinem viel empfindlicheren Seelenleben dort seelisch wohlsuhlen Sann. Dann wird auch die körperliche Erholung im befriedigendem Maße einsetzen.

Neben diesem wichtigsten Gesichtspunkt für einen »Erholungsaufenthalt hat ein Klimawechsel mach besondere Vorzüge. Während d? Er­holung ohne Klimaänderung eine Behütung vor -schädlichen Einflüssen eine Schonung darstellt, nvirkt ein Wechsel des Klimas als ein den Körper treffender Reiz. So zeigt sich, daß bei blutarmen Kindern die Höhenluft den Blutfarbstoff steigert und die Zahl der roten Blutkörperchen zummmt, da «Iso die blutbildenden Organe in echöhte Tätigkeit gesetzt werden oder daß die Höhensonne mit ihrem hohen Gehalt an ultravioletten Strahlen rachitiskranken Kindern zu schnellerer Heilung ver­hilft und auch, daß die See durch den starken Salzgehalt des Wassers die Hautdurchblutung noch kräftiger anregt. Doch diese Reize sind bereits so Itark, daß sie unter ärztlicher Kontrolle dem Kinde In richtigem Ausmaß zugeführt werden müssen So ergibt sich, daß eine Echolung für sonst gesunde Kinder in der Umgebung der Städte vollkommen ausreicht, daß jedoch ein Klimawechsel ein Zusatz» licher Reiz ist, der besonders bei bestimmten Er­krankungen günstig wirkt aber unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden soll. Das Klima ist somit kein übergeordneter Faktor bet der Er­holung, sondern den anderen Erholungsmaßnahmen beigeordnet denn auch der eingreifendste Klima­wechsel kann vollkommen versagen, wenn die rich­tigen Vorbedingungen für eine Erholung fehlen: die dem Kinde angepaßte Umwelt und Lebens­führung.

MeerhottsichdasKindamhesten?

Von Or. med. B Ewerbeck

Aka. Wieviel Eltern schauen nicht betrübt in das blasse, angestrengte Gesichtchen ihres Kindes, schütten die magere Gehaltstüte auf den Tisch des Hauses und beraten, was sie für die Erholung ihre Jungen oder Mädchens tun können. Der erste Gedanke ist, das Kind muß in ein anderes Klima. Der Vater meint, das Gebirge mit feiner reinen Höhenluft und der Anregung zu Wanderungen fei das beste, die Mutter aber denkt an die brausenden Wogen der See, den salzig^bitteren Geschmack des Meerwassers und das Spiel am sonnenbestrahlten, weiß- glänzenden Strand. Dann zückt der Vater den Blei­stift und kritzelt Zahlen auf ein Stück Papier, und die Mutter sieht ihm sorgenvoll über die Schulter: Wird es denn überhaupt möglich [ein? denn die vielen anderen Dinge des Lebens sind wie gefräßige Raupen, die alles bis auf den letzten Stiel die letzte Mark aufzunagen trachten. Der Vater schiebt den Zettel der Mutter hin, sie wirft einen Blick darauf und seufzt:Es geht also nicht", sagt sie niedergeschlagen,die weite Reise der teure Aufenthalt." Und doch irgend etwas muß geschehen! So beschließen sie, daß sie das Kind in einen kleinen Ort in der Nähe der Stadt zu Bekannten geben werden. Damit aber erhebt sich die Frage: Ist es denn so wesentlich, daß ein Kind, wenn es sich erholen soll, in ein anderes Klima kommt? Professor D e g k w i tz , der bekannte Hamburger Kinderarzt, hat sich diesen Untersuchungen besonders gewidmet und kam zu folgender Antwort:

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Weißt du noch, wie wir im Frühling im Tan­nenwald nach Morcheln gingen? Aber ein paar Jahr drauf waren keine mehr da. Das liegt dar­an, daß Morcheln nur kommen, wenn zwefiähriger Holzschlag ist, und wenn der Wald zu dunkel wird und zuwächst, dann suchen sie sich einen andern Ort. Jetzt hast du die Auswahl, was du sammeln willst. Frage, wo die rechten Wachsgelegenheiten sind und am nächsten Sonntag geht's auf PuZiagd. | Hals- und Beinebrechen!"