Der Gaatenstand Anfang Mai.
Angebot, das von der gestürzten Regierung Nahas Pascha abgelehnt worden war, jetzt wieder heroor- holen wird. England hatte angeboten, die Kasernen in der Kanalzone gegen eine ägyptische Zahlung von fünf Millionen Pfund (rund 60 Mill. RM.) in eigener Regie zu bauen.
Oaladier wehrt sich gegen Gerüchtemacher.
Pläne zur Ankurbelung der französischen Wirtschaft.
Paris, 19. Mai. (Europapreß.) Ministerpräsident Da lädier hat sich am Donnerstagmittag mit einer Erklärung an die französische Oeffentlich- tdt gewandt, in der er mit den Dunkelmännern, die in der letzten Zeit Gerüchte über zukünftige außenpolitische Verwicklungen, in die Frankreich gezogen werden könne, und über die hoffnungslose Lage der französischen Wirtschaft verbreiteten, scharfe Abrechnung hielt. Gegen alle diejenigen, die Gerüchte in Umlauf setzten, um das Ansehen der französischen Regierung im In» und Auslande zu untergraben, werde er die volle Strenge des Gesetzes anwenden. Die Polizei verhaftete während der Mittwochbörse neun Personen, die zwar den Börsenkreisen angehören, aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Verhafteten sollen die alarmierenden Gerüchte verbreitet haben. Bei der Polizei ist man aber der Ueberzeugung, die Verhafteten seien lediglich die ausführenden Organe eines mächtigen Jnterefsenkreifes gewesen.
Kurz nach der Erklärung des Ministerpräsidenten trat der engere Kabinettsrat zusammen, um über den „zweiten Zug" der Maßnahmen zu beraten, die der Belebung der französischen Wirtschaft und einer Ausweitung der industriellen Erzeugung Frankreichs dienen sollen. Es handelt sich um ein Arbeitsprogramm, das in eine große Zahl von Einzelmaßvahmen zerfällt. Wie auch schon die vorhergehende Regierung, hat das Kabinett Daladier den Plan gefaßt, die Altstadtviertel der Großstädte abzureißen und ourch neue Wohnviertel zu ersetzen. Auch a u f dem Lande soll der Wohnungsbau gefördert werden. Ferner will man Maßnahmen zu einer stärkeren Elektrifizierung des Landes, zum Ausbau und zur Verbesserung des Straßen- und Eisenbahnnetzes sowie zum Ausbau der Häfen ergreifen. Eine gleiche Wirtschaftsankurbelung ist auch für die Kolonien geplant. Es handelt sich um ein Programm öffentlicher Arbeiten, zu dessen Durchführung im Augenblick 15 Milliarden Franken vorgesehen sind, die auf acht Jahre verteilt werden sollen.
Ein holländischerVerieidigungS-FondS
Den Haag, 19. Mai. (Europapreß.) Zur Finanzierung der erhöhten Aufrüstung plant die holländische Regierung die Errichtung eines „Nationalen Verteidigungs-Fonds", der einen genauen Ueberbltck über die Kosten ermöglichen soll. In diesen Fonds sollen die Einnahmen fließen, die die Steuererhöhungen zugunsten der Aufrüstung erbringen. Vorerst ist an eine Erhöhung der Einkommen-, der Dividenden- und der Ian» tiemen-Steuern gedacht. Auch die Umsatzsteuer soll heraufgesetzt werden. Der Haushaltsentwurf für den Verteidigungs-Fonds schließt mit Einnahmen in Höhe von 7,2 Millionen holländischen (Bulben (rund 10 Millionen RM.) und Ausgaben von 17,4 Mill. Gulden (rund 24 Millionen RM ), also einem Fehlbetrag von 10,2 Millionen Gul. den (rund 14 Mill. RM.). Für diesen Fehlbetrag sollen noch Mittel beschafft werden. Eine A n - leihe für Aufrüstungszwecke wird abgelehnt.
Oie Oeuischlandflieger der NSFK.-Gruppe 11.
NSG. Die acht Tage des Deutschlandfluges sind Tage wechselvollen Kampfes von 390 Besatzungen um den Erfolg. Am 7. und 8. Mai wurden die vier Verbände der NSFK.-Gruppe 11 im dauernden Flugbetrieb den letzten Prüfungen im Verband- und Einzelflug unterzogen und in stetem Wechsel die Wertunasplätze im Gruppenbereich: Wetzlar, Koblenz, Wittlich, Trier und Worms vom Tank- und U^bernachtunashafen Rhein-Main in Frankfurt a. M. aus an- geflogen. Die Kurz- und Hindernislandunyen sowie die Zielabwürfe schlossen di^ Vorbereitungen ab. H?ute nun stehen die endgültigen Be- satzüngen fest, die die NSFK.-Gruppe 11 vertreten und nach acht Tagen die Grüße der Gaue Hessen-Nassau uht) Koblenz-Trier in die Ostmark des Großdeutschen Reiches nach Wien bringen werden. Am Sonntag starten um 8 Uhr vom Flughafen Rhein-Main folgende vier Verbände:
1. Wettbewerbskennzeichen S 2, Baumuster Fw. 44 Stieglitz. Bewerber: NSFK.-Gruppe 11, Darm- stadt, Verbandsführer NSFK. - Gruppenführer von Molitor. Besatzungen: NSFK.-Gruppenführer von Molitor, NSFK.-Mann Treusch, NSFK.- Sturmführer Steinhoff, NSFK.-Truppsührer Seibert, NSFK.-Sturmführer Erbprinz von Solms, NSFK.-Rottenführer Meckel.
2. Wettbewerbskennzeichen R 5, Baumuster Fw. 44 Stieglitz. Bewerber: NSFK.-Standarte 72, Koblenz, Verbands führ er NSFK.-Sturmführer Fengel. Besatzungen: NSFK.-Sturmführer Fengel, NSFK.-Truppführer Schmale, NSFK.-Mann Mer- gen, NSFK.-Mann Frank, NSFK.-Mann Koch und NSFK.-Mann Welker.
3. Wettbewerbskennzeichen W 2, Baumuster Klemm Kl. 25. Bewerber: NSFK.-Standarte 75, Frankfurt a. M., Verbandsführer NSFK.» Oberscharführer Entreß. Besatzungen: NSFK.-Ober- scharführer Entreß, NSFK.-Mann Hohorst, NSFK.- Mann Krekel, NSFK.-Truppsührer Lang, NSFK.- Oberscharführer Wilberz und NSFK.-Obertrupp- führer Schmidt.
4. Wettbewerbskennzeichen W 1, Baumuster Klemm Kl. 24. Bewerber: NSFK.-Standarte 77, Darmstadt, Verbandsführer NSFK.-Obertrupp- führer Kühn. Besatzungen: NSFK.-Obertruppführer Kühn, NSFK.-Sturmführer Erb, NSFK.-Ober- truppführer Engel, NSFK.-Mann Reiter, NSFK.- Mann Müller und NSFK.-Truppführer Schwab.
Reichstarifordnung
für die Angestellten im Baugewerbe und in den Baunebengewerben.
Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Reichstreu- händer der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Sachsen hat als Sondertreuhänder der Arbeit eine Reichstarifordnung für die kaufmännischen und technischen
Der Zeitungsdienst des Reichsnährstands schreibt: Nach den recht warmen Märztagen herrschte im April vorwiegend trockenes und kaltes, an manchen Tagen sogar winterliches Wetter Durch diesen Witterungsumschwung wurde die Entwicklung der Saaten und der Futterpflanzen beeinträchtigt. Nach dem Urteil der amtlichen Berichterstatter reichte nur in 48 v. H. der Berichtsbezirke die Bodenfeuchtigkeit aus, um den Bedarf der Kulturpflanzen zu beliebigen. In rund 40 v. H. der Berichtsbezirke war aber die Bodenfeuchtigkeit zu gering, in 12 v. H. der Berichtsbezirke wurde zuviel Feuchtigkeit gemeldet. Damit hat sich die Niederschlagsverteilung im Vergleich zum Vormonat noch etwas verschlechtert.
Durch das kühle — die Temperaturen gingen nachts vielfach bis auf minus 10 Grad'herunter — und überwiegend trockene Aprilwetter wurde d i e Entwicklung sämtlicher Feldfrüchte aufgehalten. Im Reichsdurchschnitt sind daher/ wie das Statistische Reichsamt mitteilt, sämtliche Feldfrüchte und Futterpflanzen schlechter begutachtet worden als im Vorjahr. Die Verschlechterungen betragen bei Winterroggen (Anfang Mai 2,6 und Anfang April 2$), Winterraps (2,7 und 2,4), Wie- en ohne Bewässerungsanlagen (3,0 und 2,7) drei Vunkte, bei Winterrübsen (2,6 und 2,4), Luzerne 2,7 und 2,5) und Bewässerungswiesen (2,8 und 2,6) 2 Punkte und bei den übrigen Feldfrüchten nur 1 Punkt. Am stärksten sind die Viehweiden durch das kalte und trockene Aprilwetter beeinträch-
Heffen-Raffau erfolgreich abgeschnitten.
NSG. In den nächsten Tagen findet im Gau Hessen-Nassau die Verteilung der Preise ftatt, die unsere Buben und Mädel bei dem Schülerwettbewerb des NSLB. „Volksgemein- chaft — Blutsgemeinfckaft" gewonnen haben. Der Wettbewerb war von der Reichswaltung des NS.-Lehrerbundes ausgeschrieben und von dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unterstützt worden. Der erste und dritte Reichssieg sind in unseren Gau gefallen. So wurde der Schüler Bruno Lutz aus der Mittelschule an der Rheinstraße in Wiesbaden für eine ausgezeichnet gelungene Schnitzarbeit mit einem Faltboot (1. Preis) belohnt. Den dritten Preis erwarb sich Ferdi Auerhammer aus der Volksschule in Auerbach an der Pergstraße. Er erhielt ein Fahrrad. Außerdem ist noch eine große Anzahl anderer Auszeichnungen unter Schüler und Schülerinnen unseres Gaugebietes verteilt worden, Bücher, Radierungen und Bilder führender Männer des dritten Reiches mit deren eigenhändiger Unterschrift. Sehr reichhaltig war auch die Auswahl unter den ausgezeichneten Gemeinschaftsarbeiten, die ganze Schulklassen einsandten. Hier stehen an führender Stelle: Die Klasse 2a der Volksschule an der Lahnstraße in Wiesbaden, die Klasse 2M der Holbeinmittelschule in Frankfurt und die Gruneliusschule in Frankfurt.
Gauwattertagung des IlG.-LehrerbundeS.
»Berlin, 19. Mai. (DNB.) Der Reichswalter des NS.-Lehrerbundes, Gauleiter Fritz W ä ch t - l e r, hatte die (Baumalter des NS.-Lehrerbundes zu einer Arbeitstagung nach Berlin geladen, an der zum ersten Male eine Vertretung der 3000 früher illegalen Mitglieder des NS.-Lehr er - bundes aus Oesterich teilnahm. Gauleiter Wächtler sprach ihrem bisherigen Landesleiter, Professor Dr. Fritz, die Anerkennung und den Dank der deutschen Erzieher des Altreiches für den heldenhaften Einsatz der Kameraden in der Ostmark gegen Terror, Unterdrückung und die Gefahren der Entartung des deutschen Volkstumes aus unb gab seiner Freude Ausdruck, daß der NS.-Lehrer- bunb nunmehr alles tun könne, die Aufgabe der deutschen Schule Hand in Hand mit ihnen auch für die Ostmark zu läsen. In seiner Antwort gab Dr. Fritz ein Bild vom Einsatz der deutschen Erzieher, ihrer Disziplin und Treue selbst in Konzentrationslagern und Gefängnissen für den endlich errungenen Sieg.
Angestellten im Baugewerbe unb in den Bauneben, gewerben erlassen, die die Arbeitsverhältnisse im Baugewerbe einheitlich für das ganze Reich regelt und hierbei den durch die großen Bauvorhaben be- dingten besonderen Verhältnissen Rechnung trägt. Die Gehaltssätze sind in bezirklichen Tarifordnungen festzusetzen. Die Reichstarifordnung stellt hierfür bereits den Rahmen auf durch eine Gehalts-
tigt worden. Mit der Note.3,1 wurden die Viehweiden um 4 Punkte schlechter begutachtet als~ im Vormonat. Trotz der starken Entwicklungsoerzögerung im April werden aber sämtliche Wintergetreidearten und Winterölfrüchte noch besser als mittel begutachtet, nur liegen die Noten näher bei mittel, während sie im Vormonat näher bei gut lagen. Gegenüber dem Stand zu Anfang Mai 1937 sind die Noten bei Wintergetreide, Winterölfrüchten und Klee erheblich, bei Luzerne etwas- günstiger, dagegen bei Wiesen und Viehweiden um mehrere Punkte schlechter.
Infolge des trockenen Wetters ist die B e ft e I« lung von Sommergetreide weiter stark gefördert worden. Sommerweizen, Sommergerste und Hafer sind in vier Fünfteln des Reichsgebiets zu über 80 v. H. bestellt. Die Rübenbestellung hat in allen Gebieten begonnen und ist in etwa 50 v. H. der Berichtsbezirke zu mehr als der Hälfte beendet. Die Saaten sind im Winter 1937/38 nach dem Urteil der amtlichen Berichterstatter günstig entwickelt durch den Winter gekommen. Die Auswinterungsschäden halten sich in engen Grenzen: der Umpflügungssatz bleibt weit hinter demjenigen in Normaljahren zurück. An Pflanzenkrankheiten und tierischen Schädlingen find vor allem Feldmäuse, Drahtwürmer und in den Rapsgebieten Rapsglanzkäfer aufgetreten. Die Schädigungen halten sich jedgch, soweit es sich Übersehen läßt, in normalen Grenzen.
Dann gab der Reichsgeschästsführer, Pg. Friedmann, eine das ganze Reichsgebiet umfassende Beitragsvereinheitlichung innerhalb des NSLB. bekannt, nachdem er die Leistungen für jeden Berufskameraden dargestellt hatte. Bei einer durchweg günstigeren Beittagsstaffelung würden Vie Leistungen für alle Zwecke, sei es für die weltanschauliche unb fachliche Schulung oder für das großzügige Betreuungswerk, noch höher sein, einschließlich der weiteren Erleichterung für kinderreiche Familien durch die Anlage eines Sparkassenbuches in Höhe von 100 RM. für das vierte und jedes weitere Kind. Gauleiter Wächtter wies auf den Ausfall des geplanten Reichs- aufmarfches der deutschen Erzieher in Köln hin und gab bekannt, daß dafür voraussichtlich in Wien eine Tagung sämtlicher Amtswalter des NS.-Lehrerbundes stattfinden werde. Gemeinsam mit der Erzieherschaft der Ostmark werde dann die Parole für die Arbeit des Erziehers im Großdeutschen Reiche ausgegeben.
Neuregelung des höheren Schulwesens in Hessen.
NSG. Die Hessische Landesregierung teilt folgenden Beschluß mit: Im Zuge der Neuregelung des höheren Schulwesens ist es in Hessen notwendig geworden, eine neue Verteilung der Oberschulen auf einzelne Städte vorzunehmen.. Es ist unmöglich, daß in Zukunft noch in Orten, die nahe beieinander liegen, höhere Schulen der gleichen Art nebeneinander bestehen. Diese Maßnahme liegt im Interesse der Schulen selbst, da sich der Besuch der bestehen bleibenden Anstalten heben wird und Einsparungen möglich sind. Aus diesem Grunde wurden die beiden Oberschulen von Friedberg und Bad-Nauheim zu einer An st alt in Friedberg zusammengezogen. Dafür entsteht in Bad- Nauheim eine Oberschule für Mädchen an Stelle der aufgehobenen konfessionellen Privatschule für Mädchen. In der gleichen Weise wird ab Ostern 1939 an der Bergstraße verfahren. Auch hier ist unmöglich, zwei Oberschulen in Bensheim und Heppenheim nebeneinander bestehen zu lassen. Ab Ostern 1939 wird nur noch eine Oberschule für Jungen in Bensheim bestehen und die Ausbildung der weiblichen Jugend an einer Oberschule für Mädchen in Heppenheim erfolgen. Don dieser Zeit an hat die konfessionelle Privatschule für Mädchen in Bensheim keine Berechtigung mehr. Weitere Vereinheitlichungen des höheren Schulwesens sind auch anderwärts in Aussicht genommen.
gruppeneinteilung, für die die Bewertung der ausgeübten Tätigkeit in Verbindung mit der beruflichen Ausbildung die notwendigsten Einstufungsmerkmale gibt Noch nicht einbezogen in die Reichstarifordnung sind die angestelltenversicherungspflichtigen Poliere und Fachmeister. Ihre Arbeitsverhältnisse werden demnächst in einem Anhang zur Reichstarifordnung geregelt.
Annaberg.
Im Osten dort, wo sich die letzten Berge bet? Sudeten in die Ebene verlieren, erhebt sich 15 Kilometer südlich der oberschlesischen Stadt Groß- Strehlitz der Annaberg einige 100 Meter hoch aus der Landschaft. Einst war er ein Wallfahrtsort der Umgebung, jetzt ist er ein Ehrenmal des ganzen deutschen Volkes. Hier haben am 21. Mai 1921 die schwachen Bataillone der deutschen Freikorps das letzte große Gefecht um die Erhaltung deutschen Landes geliefert.
Damals waren die Insurgenten aus den ober» chlesischen Industriestädten herausmarschiert, um das flache Land für sich zu gewinnen. Was konnte ihnen das schwache, entwaffnete und uneinige Deutschland schon entgegenstellen? Die so dachten, wußten nicht, daß es trotz Not und Schmach noch genügend Männer gab mit Herzen aus Stahl. Es waren die Selbstschutz- und Freikorps, die sich rasch gebildet hatten. Es waren Bauern und Arbeiter, Handwerker und Studenten, es waren alte Feld» oldaten darunter und junges leidenschaftliches Blut. Die Systemregierungen sahen diesen Geist nicht gern, sie suchten die Bildung dieser Freikorps zu unterbinden, aber die Mutigen fanden Mittel und Wege,' sich zu sammeln und nach Osten zu ziehen, um das letzte Haus und den letzten Stein zu verteidigen. Sie kamen von der schlesischen (Erbe, aus der Westmark und von der Wasserkante, aus Bayern urfb aus Tirol. Die Kämpfer hatten eine nur ungenügende Ausrüstung, es fehlten ihnen vor allem die schweren Waffen. Am Morgen des 21. Mai 1921 treten diese Männer bei Krappitz und Gogolin zum Sturm an, um den .Heiligen Berg Oberschlesiens" den Insurgenten zu entreißen. Was ihnen an Waffen -fehlt, ersetzt ihr unüberwindlicher Angriffsgeist. Berg und Kloster fallen nach hartem Kampf in ihre Hand.
Aus diesen und anderen Kämpfen um Oberschlesien liegen in der Gegend verstreut die Gräber? von 50 gefallenen,Helden. Sie finden nun auf dem Annaberg ihre letzte gemeinsame Ruhe» tatt in einem Ehrenmal, das zugleich dem An« denken aller gefallenen Kämpfer der Freikorps gewidmet ist. Auf der Kuppe des Berges wurde chon vor einiger Zeit eine große Jug endh erber ge errichtet. Dorthin sind in der Nacht zum 3. April die Gebeine der Gefallenen feierlich über- geführt worden, und von hier aus wird man sie am 22. Mai in die fteineryen Sarkophage des Ehrenmales tragen. Neben dem imposanten Ehrenmal ist eine Feierstä11e errichtet, die 30 000 Sitzplätzd umfaßt. Das Ehrenmal selbst krönt den Rand eines Sandsteinfelsens, der schroff hinabstürzt. Im Innern des Denkmales befindet sich der Ehrenraum mif dem Wappen der deutschen Freikorps. In Tonnengewölben stehen die Sarkophage der Helden. Das Standbild eines erwachenden Kriegers, aus Porphyr gemeißelt, steht inmitten des Ehrenraumes. Draußen schweift der Blick weit in die schlesischen Gaue, für die einst die Kämpfer starben. Er reicht bis zu den Schornsteinen des Industriegebietes und bis zu dem Stromlauf der Oder, die durch grüne Wiesen fließt. Er schweift hinüber zum Höhenzuge der Sudeten. Hier auf dem Annaberg wird einst der .Deutsche Wanderweg" endigen, der von der Saar durch die mitteldeutschen Gebirge an diese Stelle führt, die unweit der Ostgrenze liegt. B.R.
Kleine politische Nachrichten.
Nach einer Anordnung des Führers und Reichskanzlers wird künftig für die vereinigten Reichs- und Preußischen Ministerien die bisher übliche Bezeichnung „Der Reichs- und Preußische Minister" durch die Bezeichnung „Der Reichsmini st er u s w." ersetzt. Lediglich., in rein preußischen Angelegenheiten wird noch die Bezeichnung „Der Reichsund Preußische Minister" gebraucht.
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Der Tobis-Film „Sieben Tage Welt« geschichte" (Staatsbesuch Adolf Hitlers in Italien), der am Freitag in einer großen Anzahl deutscher Lichtspieltheater gleichzeitig zum Einsatz kommt, hat die Prädikate „staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll, volksbildend, jugendfrei und für alle Feiertage zugelassen" erhalten. Der'Film bringt bisher noch nicht veröffentlichtes Material des Instituts Nazionale Luce in Rom. * •
Gras Lucknerist mit seiner Jacht „Seeteufel" in der Nacht zum Freitag im australischen Hafen von Sydney eingetroffen. *
Italien hat sich von den Beratungen der Garantiestaaten für die dem früheren Bundesstaat O e st e r ■ reich gewährten Genfer Anleihen zurückgezogen. Deutschland gehört nicht zu den Garantiestaaten. Für Mitte nächster Woche sind über die gleiche Frage englisch-deutsche Besprechungen geplant
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Eine Verordnung der Faschistischen Partei besagt, das faschistische Regime betrachte den 24. Mai (I a h- restag des italienischen Kriegseintritts) als ein Datum der Revolution, da er den Beginn des nationalen Aufstandes gegen die alten politischen Klassen aufzeigte und den neuen Geschicken Italiens den Weg ebnete. An diesem historischen Jahrestag werden daher die Parteisitze und staatlichen Gebäude beflaggt und beleuchtet sein. In Rom wird die Ausstellung des Feierabendbundes „Opera Nazionale Dopolavoro" eröffnet.
Kunst und Wissenschaft.
Pioniertaten deutscher Chemiker.
Auf dem Chemie - Weltkongreß in Rom führte Professor A. Butenandt vom Kaiser- Wilhelm-Jnstitut für Biochemie in Berlin aus, daß es neben dem auf die Erhaltung und den Aufbau des Organismus gerichteten gewöhnlichen Stoff- wechsel noch einen Stoffwechsel höherer Ordnung gibt, der sich in hochaktiven, in geringsten Mengen wirksamen Verbindungen abspielt. Zu diesen Wirkstoffen des Lebens gehören die Vitamine, die Hormone und die Enzyme. Sie regeln die stofflichen Lebensvorgänge entscheidend. Im übrigen werden, wie Professor Hans von (Euler (Stockholm) dar- legte, die meisten für den Stoffwechsel wichtigen Wirkstoffe nicht mit der Nahrung aufgenommen, sondern im Organismus in gewissen Vorstufen aufgebaut ober umgebildet. Auch die technische Seite der Chemie kam stark zur Geltung. Besonders für die ausländischen Zuhörer waren die Ausführungen von Dr. M. Pier (Ludwigshafen) von Jntereffe, der über die Erfahrungen mit per Herstellung von Hochdruck-Hydrierdenzin sprach. Nie Bedeutung dieses Verfahrens geht daraus hervor, daß in Deutschland 1937 nahezu 900 000 Tvnnem Benzin, d h. 90 v. H der einheimischen Benzinerztzugung überhaupt, auf diese Weise hergestellt worde.n sind.
„Volksgemeinschast-Blutsgemeinschast"
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Die besten Arbeiten des Wettbewerbs „Volksgemeinschaft — Blutsgemeinschaft", den der NS.-Lehrerbund gemeinsam mit. dem Reichspropagandaministerium und dem Rasse- politischen Amt der NSDAP, unter Beteiligung der gesamten deutschen Schuljugend veranstaltete, sind jetzt zu einer Ausstellung vereint worden, die der Reichswalter des NSLB., (Bauleiter Wächtler, in Gegenwart vieler Ehrengäste im ^Berliner Stadthaus eröffnete. Unser Bild zeigt Gauleiter Wächtler und den stellvertretenden Gauleiter von Berlin, Görlitz er, beim Rundgang durch die Ausstellung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)


