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188. Jahrgang
Mittwoch, 2V. April 1938
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Des Führers Geburtstag.
Ein Gelöbnis.
Von Staatsrat Hanns Lohst, Präsident der Veichsschristumskammer.
So wie durch den Magneten und seine Kraft alle ( Eisenteile zusammengezogen und durch das Kräfte- i spiel des Magneten eine Einheit werden, genau so | rätselhaft, genau so naturnotwendig aber auch ist ^eute jedes deutsche Herz, mag es schlagen, wo auch immer in aller Welt, voller guter Gedanken und voller stolzer Sehnsucht — zu Hause, in Deutschland, im Reiche, am Geburtstag im Hause des Reichskanzlers, unseres Führers.«
Der Deutsche war immer gern zentrifugal. Er floh «ms seiner oft genug romantischen Innerlichkeit weit veg von sich selbst und seiner Problematik, aus der Enge kleinstädtischer Vorurteile in die angebliche Vorurteilslosigkeit der Welt. Das Fernweh ist eine eigenartig deutsche Krankheit gewesen. Die Geschichte ier Kreuzzüge sei nur erwähnt, um diese Tatsache zu beweisen. Das Fremde übte einen gewaltigen Zauber aus und wurde nur- zu leicht und gern als mtwertender Maßstab für das Ureigene, für das eigene Wesen und damit für das Wesentliche schlechthin genutzt.
Das Volk der Dichter und Denker ... Gedanken fnb zollfrei — so trieb man Weltwirtschaft in den «leusischen Gefilden einer blauen Blumenphantasie. — Die wirkliche Weltwirtschaft hegten andere Völler ... das ä la mode ist ein tragisches Schicksal für eile die Werte gewesen, die wir als deutsch ansprechen. Tie Gebildeten dieses aus magischen Gestaltungs- nebeln erstehenden Volkes sprachen, kaum daß sie zu eigener Sprache erwacht waren, nicht länger diese Sprache, die ihrer Mitarbeit und ihrer Begeisterung bedürftig gewesen wäre, sondern verfielen dem La- tcin und der damit verbundenen Weltanschauung; denn eine Sprache sprechen, heißt immer, sich einem Sinn, einer Eigenart dieser Schöpfung hingeben, anvertrauen. Auf das lateinische Sprechen, Denken und Handeln folgte die französische Konversation, imb in die Verwesungsepoche der Jahre nach 1918 fiel das russisch-jüdische Idiom.
In dieses babylonische Sprachgewirr gellten die ersten Rufe, die er st en Reden eines Unbekannten, tönte die Stimme des unbekannten Soldaten des Weltkrieges. Deutschland horchte auf. — Die Stimme, die Sprache, die Rede dieses Sprechers war völkisch, war quellwasser-klar und ungetrübt — deutsch, nur deutsch — war deutsches Besen, deutscher Charakter, deutsche Substanz an sich — und dieser Sprecher hieß Adolf Hitler. Ins geheimnisvolle, rätselhafte Kraftfeld dieses Manins begann zu wirken — immer mehr Deutsche Jrnten von ihm, durch ihn wieder deutsch sprechen, 'be deutsche Sprachgewalt lieben. Die deutsche Rede ö.ilt wieder: ja — ja und nein nein. Von der deutschen Sprache und ihrer Seelenlosigkeit her wurden alle deutschen Dinge, Werte und Aufgaben durchdacht.
Die Neugeburt einer großen, reinen, schlichten, wesentlichen deutschen Politik war gegeben. Und weil diese Neugeburt aus der Gefühlsgewalt und Inbrunst des Sprachgefühls geschöpft wurde, war sie wcht machtpolitisch, sondern kulturpolitisch verhaftet. Adolf Hitler wird von den dem deutschen Wesen fremden Elementen der sogenannten Weltmeinung gern als Tyrann verzerrt, nur weil sie das Wort, den Spruch, den An-Spruch dieses Mannes in seinem tiefsten Grunde, in seinem Anlaß, seiner Begründung nicht verstehen — einfach, weil sie unfähig sind, deutsch zu verstehen. Adolf Hitler spricht deutsch, nur deutsch — er meistert das Deutsche, und dirum ist er der Führer nicht nur aller Deutschen, sondern alles Deutsche schlechthin wird von ihm an- gezogen und überwältigt. Durch seine Kraft wurde der früher zentrifugale Deutsche eine neue Einheit, ein neues Kraftfeld.
Die Welt wird sich geistig mit diesem „Deutsch" Diseinandersetzen müssen, wie sie sich mit Martin Luther, dem ewigen Deutschen, auseinandersetzen mußte. Der Anspruch, den Adolf Hitler an die Welt stellt, ist gar kein machtpolitischer, brutal aggressiver — — Adolf Hitler treibt keine Propaganda, keine Mission für machtpolitische Belange, nein, er stellt nur kulturpolitische, deutsche Gewissenssorde^ rungen auf. Er spricht deutsch, nur deutsch — das heißt, er spricht nur zu allen Deutschen in der Welt. Aber dieses tut er unerbittlich — er spricht zu allen Deutschen. Seine Sprache ist der unerhörteste Ap- vell eines Deutschen, den je die Welt hörte. Und diese unerbittliche Tatsache ist der Welt höchst unangenehm. Man hört Deutsch nicht gern als Weltsprache — man ist an diese Sprache in diesem Sinne noch nicht gewöhnt — man pflegte nur Fragmente zu übersetzen, aber Sätze und Grundsätze dieser Sprache liebte man nie, der Deutsche hatte keine Stimme in der Welt, bestenfalls — eine Melodie —
Ihr Ausländsdeutschen hört nicht zuletzt auf den Radiowellen wieder das deutsche Wort — und dem Fernweh des deutschen Herzens ist endlich das Heimweh der deutschen Tatkraft gefolgt. Jeder Deutsche weiß wieder in aller Welt, wo er hingehört! Und er ist stolz auf diesen seinen heimatlichen Standpunkt! Er schämt sich nicht mehr, ein Deutscher zu jein, sondern fein Leben empfängt Würde und Adel durch dieses Bewußtsein, durch diese Verpflichtung.
Das deutsche Wesen die deutsche Gesinnung, feiert daher den Geburtstag unseres Führers nicht wie eine höfische, byzantinische Zereryonie, sondern wie
eine kultische Handlung. Es ist keine Formfrage — die Frage nach dieser Feier, sondern eine Frage nach dem Inhalt jedes deutschen Menschen. Deutschland feiert in Adolf Hitler nicht das Ausmaß seiner Person, sondern den kulturpolitischen Inhalt seiner Sendung. Wer deutsch spricht, gehört zu ihm, seiner Sprache, seinem Bekenntnis und seinem Anspruch! So wie Martin Luther das erste deutsche Gewissen war, so ist Adolf Hitler die deutsche Macht. Und diese deutsche Macht überwältigt keine Fremden, brutalisiert keine Völker anderer Sprachen, sondern sie überwältigt, erobert und gewinnt nur alle deutschen Herzen und Seelen, Hände und Fäuste. Und heute feiert Deutschland in Adolf Hitler seinen ehedem fast vergessenen Geburtstag! Deutschland ist erwacht, ist neugeboren! Es ist über seine Wiedergeburt glücklich, und es bedarf zu seinem Glück keiner^ einzigen fremdländischen Seele — es bedarf zu seinem Glück nur aller deutschen Herzen. Und dieser Herzen ist es gewiß.
Seine Stimme schwingt durch den Aether zu tausend und aber tausend Deutschen, die ihr Lebensweg, ihre Pflicht oder Wahl im Ausland wohnen und leben hieß. Sie alle, deutsche Volksgenossen, lassen Sie sich keinen Augenblick länger verwirren durch das babylonische Sprachgewirr der Welt. Hören Sie nur auf d i e deutscheStimme! Die deutsche Stimme spricht immer — sie spricht immer mit Euch Deutschen überall. Hört genau in Euch — sie klingt als Muttersprache vom Dater- lanbe her. Hebt sie wieder, diese Sprache, verschafft ihr Geltung und Wert! Gebt ihr Charakter und Haltung! Wo Ihr auch lebt, Deutsche, Ihr seid die Grenzen des Reiches. Duldet nirgends einen Einbruch in dieses Heiligtum, in diesen innersten Besitz! So wollen wir diesen Tag feiern und diese Stunde: Ein neues Gelöbnis zur ewigen Heimat, der wir neu und verjüngt stolz bewußt wurden, durch die Stimme, den Rus unseres Führers! Es lebe das ewige Deutschland!
(Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)
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Die ersten Gratulanten.
Mitternächtliche Feierstunde vor der Reichskanzlei.
Berlin, 20. April. (DNB.) Als erste gratulierten dem Führer an seinem 49. Geburtstage unmittelbar nach Mitternacht seine persönlichen Adjutanten SA.-Obergruppenführer Brückner, ^-Gruppenführer' Schaub und NSKK.-Brigadeführer Wiedemann, die ihm eine Modellschau der gesamten deutschen Kriegsflotte als Geschenk überreichten. ♦
Schon lange vor Mitternacht hatten sich vor der Reichskanzlei die ersten Volksgenossen eingefunden, die dem Führer bereits in der ersten Stunde seines 50. Lebensjahres ihre Glückwünsche aussprechen wollten. Gegen 24 Uhr waren viele Hunderte auf dem Wilhelmsplatz versammelt, und immer neue strömten hinzu. Immer lauter brachten sie in Sprechchören ihre herzlichen Geburtstagswünsche für den Führer zum Ausdruck. Sehr bald wurde ihr Eifer belohnt: Eine Viertelstunde nach Mitternacht öffneten sich die Balkontüren der Reichskanzlei- Und wenige Minuten später trat der Führer auf den Balkon hinaus. Der Führer grüßte immer wieder nach allen Seiten, und stets aufs neue klangen ihm die Glückwünsche und die Dankesruse entgegen. Dankbaren Herzens stimmte die Menge die Lieder der Nation an. Eine große Anzahl von Mädchen und Frauen, die bereits mit
Blumenspenden zur Reichskanzlei gekommen waren, wurde zu ihrer großen Freude vom Führer in der Reichskanzlei empfangen. Der Führer nahm von jeder einzelnen den Blumenstrauß entgegen und dankte ihnen allen mit herzlichen Worten.
Am Geburistagsmorgen.
Berlin, 20. April. (DNB. Funkspruch.) Ein prachtvoller sonniger Frühlingsmorgen strahlt über der Reichshauptstadt, deren Straßen Feiertagsgewand haben. Fahnen über Fahnen! Sie flattern aus den Fenstern, von den Dächern und Türmen, sie wehen von den Straßenbahnen, Omnibussen und den Tausenden von Privatfahrzeugen aller Art. Girlanden spannen sich von Haus zu Haus. Punkt 7 Uhr haben im großen Umkreis um die Straße Unter den Linden, den Schauplatz der Wehrmachtsparade vor dem Führer, Absperrungsmaßnahmen eingesetzt. Seit den frühesten Morgenstunden ist eine Völkerwanderung unterwegs, die im breiten Strom zum Wilhelmsplatz zieht. Von der Reichskanzlei, vor der bereits die Männer der Leibstandarte in Paradeuniform aufmarschiert sind, grüßt die Standarte des Führers. Begeisterte Menschenmassen sind hier versammelt in dem Wunsche, an diesem Tage ihrem Führer möglichst nahe zu sein. Darunter sieht man viele Mädels und Pimpfe, fast alle einen Blumenstrauß in den Händen. Ständig laufen Geburtstagsgeschenke aus allen Teilen des Reiches in der Reichskanzlei ein, die Posteingänge türmen sich zu hohen Bergen.
„Kämpfer und Künstler."
Von Alfred E. Frauenfeld, Geschäftsführer der Michsiheaierkammer.
Jede große in einem Volke organisch gewachsene und aus seiner Sehnsucht zur Tat gereifte Bewegung versucht, über die Probleme des Alltags hinaus wachsend in die Regionen der Kunst und Kultur emporzusteigen. Indem die Bewegung die Fragen löst, die ihr auf der stofflichen, zeitgebundenen Ebene entgegentreten, befreit sie sich von hnen und vermag-nun an letzte Dinge zu rühren Sie unterscheidet sich darin von politischen Parteien, die als Eintagsgeschehen zu werten sind Aus den urgewaltigen Kräften eines Jahrmillionen alten Bluterbes jäh in die Bezirke des Bewußten - emporbrechend, ist die Volksbewegung bemüht, nicht an das Zeitgebundene gefesselt zu bleiben, sondern dort zu wirken und bleibende Werte zu schaffen, wo die Kraft, die aus den Tiefen der Vergangenheit kommt, über die Brücke der Gegenwart hinweg in die Zukunft wächst.
Noch nie trat dieses Gesetz, dem große Beweaun- gen gehorchen, deutlicher hervor als m den Jahren des nationalsozialistischen Aufstieges; denn noch nie war es so stark zusammengeballt, so sehr Mensch ae- worden, wie in dem Schöpfer und Träger dieser neuen Welt, in Adolf Hitler. Sein politisches Werk hat mit den Werken der Kunst gemein, daß es wie diese einen souveränen Schöpfungsakt bar» stellt, es ist etwas neues erstmaliges in der Welt. Alle schöpferischen Handlungen sind einander verwandt, weil sie aus denselben Trieben kommen und die gleichen Quellen haben. Sie sind nur in der sichtbaren Gestalt, die sie annehmen, verschieden, sie gleichen darin der Flamme, die je nach dem Stoff, den sie verzehrt, Farbe, Helligkeit und Hitze ändert und dabei doch immer Flamme bleibt Daß gerade bei Adolf Hitler das künstlerische Empfinden nicht nur vorhanden ist und ihn zum Förderer und Freund der Künstler macht, sondern daß er darüber hinaus selbst schöpferisch ist und den Künstlern die Richtung weist und die Beispiele gibt, ist bas Erbe seines Volksstammes, seiner engeren Heimat, bas hier sichtbar wird.
Es ist ewig lange her, seit das deutsche Blut, das die Welt in uns schuf, in den Künsten die Welt um uns gestaltete und durch sie unverfälschten sichtbaren Ausdruck fand. In Frühzeiten gestaltete dreimal nordisches Blut und nordischer Tatwille unseres Volkes das Reich der Kunst nach seinen Gesetzen. Einmal in den gleich Bergen aufgetürmten, mit Rundbogen gekrönten Bauten der Romantik, dann in den zu Stein erstarrten, zum Himmel ragenden Gebeten der Gotik, in der Baustoff und Gesetz der Schwere einmalig gemeistert wurden und endlich in dem Barock, das Ausdruck der Erbver- bundenheit und Schönheitstrunkenheit des norbisch- dinarischen Menschen wird. Dann aber bricht Welle auf Welle fremden Kulturgutes über uns herein und erstickt für Jahrhunderte das eigenblütige, bodenständige Wachstum. In diesen Zeiten flieht das Erleben des deutschen Blutes in bas Reich ber Dichtung, und auch hier immer stärker bedrängt weiter darüber hinaus, dorthin, wo niemand anders zu folgen vermag, in die reinen lichten Höhen ber Tonkunst. Daß Abolf Hitler gerabe aus jenem Teil des deutschen ßebenaraumes kommt, wo das artbewußte Schaffen nie versiegte, wo die Ton- kunst ihre höchsten Höhen erklomm und die schöpferischen Elemente des deutschen Volkes lebendig blieben, in denen die dort Heimat und Wahlheimat fanden, ist fein und damit unser aller Schicksal.
Die vier kunstbegabtesten deutschen Stämme: Ba- juvaren, Franken, Alemannen und Schwaben stellen die Kolonisten für den landschaftlich schönsten Teil des deutschen Lebensraumes. Tausend Jahre Kampf, Kamps in Nord und Süd gegen tue vordrängenden Slawen, in Osten gegen Asiens ungezählte Völkerscharen, im Inneren dreifach gegen Juda, Rom und Habsburg glühen das Volk in tausend Feuers und schmelzen es immer wieder um. Sie müssen, aus einem tausendfachen Weh geboren, das Lachen lernen, weil sie das Schluchzen sonst immer würgte. Der schwere und oft verzweifelte Kampf und ihre völkische Selbstbehauptung wäre in feiner Größe sinnlos, ginge er nicht um kostbarste Werte, und da alles, was um sie ist, ihnen zu gering erscheint, geschieht das Wunderbare, daß sie neben den Kräften für den Kampf noch schöpferische Kräfte aus- zulösen vermögen. Sie schaffen sich die Werte! Die deutschen Kolonisten an der Donau, in den Alpen und Sudeten, werden immer wieder von Kämpfern zu Künstlern. So wie ihr Schicksal sie aus tiefsten Niederungen immer wieder zu den höchsten Höhen emporreißt, so vermögen sie auch in ihrem Schaffen letzte Höhen zu erklimmen. Sie brechen die Tore des Himmels auf und beschenken die Welt mit ihren einmaligen Kunstwerken.
Aber noch scheint all dies zu wenig zu fein, noch haben sie nicht alles getan, wozu sie ein höheres Walten berufen hat. Tausend Jahre lang wogt das Spiel ber Kräfte hin unb her, unb tausenbfach versucht sich bes deutschen Volkes Schöpfungskraft ehe sie auf dem ewigen Stamme bes Volkes ihre seltenste unb schönste Blüte zu treiben beginnt und die Blüte entfaltet sich nicht im Binnenvolk in einer Geruhsamkeit und Sicherheit, die zu einem lieber» fluß an Kraft führt, die immer wieder nach den Rändern strömt, um dort zur Tat zu werden. Im heißumstrittenen Grenzland, das der Kunst hinge» geben ist mit der gleichen bedingungslosen Leiden«


