Einzelbild herunterladen

G

R i

f i h

MD-

Ur. 271 Zweites Blatt

ly./20. November f9Z8

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

(Aufnahme: Elisabeth Haase, Frankfurt a. M.)

Das Antlitz -es Todes.

Stimmen deutscher Dichter zum Totensonntag.

Zulammengestellt von Professor Dr. Erich Lettisch.

user

Nahen atz) 45-21<8

zehren, den man ihnen mitgibt. Oder es heißt, die Verstorbenen müßten auf ihrem Weg zum Himmel sieben Zollschranken passieren, die von bösen Gei­stern bewacht würden; für jeden müsse der Tote eine Münze bereithalten. Oder man glaubt, man müsse beim Eintritt in den Himmel dem Pförtner St. Petrus einSperrsechserl" zahlen; daher sind alte Münzen in Gräbern häufig mit der Aufschrift tributuni Petri versehen.

Ein Schriftsteller des 18. Jahrhunderts hat schon die eigentliche Bedeutung dieser Totenbeigabe er­kannt oder aus älterer Ueberlieferung wiederge­geben, wenn er bemerkt, diese heidnisch-christliche Sitte'sollte seyn, dem Toten die Wirtschaft ab­kaufen, wovon sie in ihrem Leben gut Glück zu haben ihnen einbilden". Demzufolge sagt man im Harz, wenn man dem eben Verschiedenen ein Geld­stück zwischen die Zähne klemmt:Ich gebe dir einen Zehrpfennig, nun laß du mir meinen Nährpfennig." In Deutschböhmen tritt der Erbe an den offenen Sarg heran, legt zum Toten ein oder zwei Mün­zen und sagt:Da hast du das deine, laß mir das meine!" Am deutlichsten drückt man sich in Ober­schlesien aus, wenn man bei der Mitgabe einiger Geldstücke hinzufügt:Das ist für deine Wirt­schaft". Wir erkennen also in diesem sogenannten Charonsgroschen eine symbolische Ablösung des Be­sitzes, so'daß der Tote keinen Grund hat, wieder- zükehren. Wissen wir doch auch, daß im römischen Recht Schenkungen in der Form des Scheinkaufs vollzogen wurden, bei welchem der Beschenkte der Form halber einen Heller bezahlte, ein Rechts­brauch, der allenthalben Nachfolge fand.

Und Theoderich war beschämt, wie unansehnlich die Handschrift dalag und wie zerlesen.

Wenn Amalaswintha dem Eutharich einen Sohn gebiert und mir einen Enkel, so will ich ihm den Schatz als Taufgeschenk auf den Tisch legen: aber kostbar, wie der Schatz ist, soll auch der Schatzhalter sein!

Für den Schatz der Gotenbibel einen kostbarcn Schatzhalter zu haben, hieß Theoderich Pergament purpurn färben und mit Silber beschreiben.

In mühsamer Arbeit wurden dreihundertdreißig Blätter mit den gotischen Buchstaben silbern bemalt und die Anfänge mit Gold abgesetzt.

Zwanzig Schreiber saßen Monate lang daran und Gelehrte prüften die Schrift, daß kein Fehler hinein käme.

Als die Schrift fertig war, wartete der Einband schon, aus Silberbändern geflochten und reich mit Edelsteinen besetzt, als wären die Bänder damit auf den goldenen Grund geheftet.

Auch das ist ein Grabmal! sagte Theoderich; denn das Wort hat sich im Mund der Goten gewandelt: aber ich stifte es zum Gedächtnis, daß wir im Wan­del des Tages nicht die Dauer der Herkunft ver­gessen!

WO

Ss

Toiengedenken.

Von Hans Hartmann

Wenn in unserem Alltag und wohl auch an den meisten Festtagen Gemüt, Nachdenken und Willens­entscheidung ausgeglichen sind und sich harmonisch auf einander einspielen, so ändert sich das in den Stunden, die wir unseren Toten widmen. Da bre­chen die Kräfte des Gemütes wie eine elementare Kraft unbezwinglich hervor. Die Frage, welche der drei Seelenfähigkeiten die stärkste sei, ob Gefühl, Verstund ober Wille, fällt dann, ob wir es wollen oder nicht, zugunsten des Gefühls aus. Unter den Klängen der Matthäus-Passion oder der h-moll= Messe von Bach, der Missa Solemnis von Beetho­ven oder des Deutschen Requiems von Brahms tritt alles Kleine und Alltägliche zurück. Wir wer­den ernster und größer, und jede Abwehr, die wir etwa aus falsch verstandenem Heroismus gegen die Ausbrüche unseres Gefühls versuchen wollten, schlägt fehl. In diesem Mißlingen zeigt sich uns der eigentliche und tiefste Weltgehalt, und mit wahr­haft gutem Gewissen sehen wir, in der Nachfolge der größten Geister aller Zeiten stehend, diesen tiefsten Weltgehalt in dem Gefühl, in dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, in der Liebe.

Wie strack, mit eignem kräftigem Triebe, Der Stamm sich in die Lüfte trägt, So ist es die allmächtige Liebe, Die alles bildet, alles hegt."

Dieser Gesang des Pater Profundus am Schluffe von GoethesFaust" wird zu unserem Gesang. Wenn wir ay den Gräbern unserer Lieben stehen oder, wo das nicht möglich ist, in ihren Briefen blättern, ihr Bild betrachten, von ihnen sprechen, wo wir darüber hinaus der Toten gedenken, die für uns, für das Land und das Volk, ihr Leben ließen, da wissen wir: es geht ums Ganze. Der Tod ist das letzte Wort über unserem endlichen Sein bis dann das ewige Wort, das höher ist als alle Vernunft, über uns ertönt.

Unser Gemüt fühlt, was das heißt: das letzte Wort, die Grenze von Zeit und Ewigkeit, der Be­reich, wo aller Schein und alles Gleißnerifche ver­schwindet, wo es nur mehr um den wirklichen Wert unseres Seins geht, um das Bleibende. Denn an denen, die wir liebten und über das Grab hinaus weiterlieben, ist ja auch alles Vergängliche und Wertlose abgefallen, ihr reineres Bild lebt in unse­ren Herzen weiter und wir empfangen von ihnen die Segnungen, die uns stärken und am Aufbau unseres besseren Ich. wirksam mithelfen.

Goethe zum Tode Georg Zelters.

Zelter, Goethes Altersfreund, hatte feinen letzten Sohn Georg 1827 durch eine tückische Krankheit plötzlich verloren. Der acht­undsiebzigjährige Dichter antwortet dem Vater. Was soll der Freund dem Freunde in solchem Falle erwidern! Ein gleiches Unheil schloß uns aufs engste zusammen, so daß der Verein nicht inniger sein kann. Gegenwärtiges Unglück läßt uns wie wir sind, und das ist schon viel.'

Das alte Märchen der tausendmaltausend und immer noch einmal einbrechender Nacht erzählen sich

baut, tadelte er; hier sollt ihr sorgfältiger sein und die Dauer bedenken, die der Bau haben muß.

Und als sie den Platz gefunden hatten auf einer Schwellung am Meer, hieß er einen Kanal graben, daß die Steine mit dem Schiff angebracht werden könnten.

Als aber die Bauleute meinten, nun würde der König täglich kommen nach seiner Gewohnheit, hieß es, er sei wieder nach Verona geritten mit einem andern Ding, davon er diesmal besessen wäre.

Theoderich hatte gesehen, wie es um Eutharich stand: Warum glüht sein Ehrgeiz noch immer so düster? fragte er seine Tochter Amalaswintha, da ihm doch Winde genug hinein blasen?

Er meinte damit, daß Eutharich strenger als er arianisch gesinnt wäre und weniger duldsam mit den katholischen Römern, deren Bischöfe im West­gotenland dem fränkischen Feind seit Chlodeoich Handreichung gaben.

Sollen wir Goten nun das Gezänk um den Glau­ben beginnen? zürnte Theoderich und wollte wissen, wo die Ursache des Priesterstreites wäre, da sie doch hüben und drüben dasselbe Evangelium hätten.

Denn dies war das Ding, davon er besessen war, als er zum anderen Male nach Verona ritt und das Evangelium Wort für Wort durchlesen wollte.

Entweder, sagte er grimmig zu Unimund, dem Bischof der Arianer, den er mit nach Verona nahm: entweder liegt die Ursache des Streites in einer Sucht von euch Priestern, ober es ist im Evange­lium ein Dämon, ber von ber Liebe spricht und Haß bewirkt.

Und wie er im Winter über ben Plänen seines Grabmals gesessen hatte, so saß Theoderich im Sommer über bem Evangelium ba.

Es war aber eine gotische Hanbschrift, bie ber Bischof mitgebracht hatte, nach ber Übersetzung Wulfilas in einem Wortlaut geschrieben, ber alt unb feierlich klang; benn anberthalb Jahrhunderte waren vergangen, seitbem Wulfila Bischof ber Go­ten gewesen war.

Sie hatten an der gotischen Sprache gezehrt und manche Worte hatten sich derart veränbert, baß sie nur mühsam verstauben würben.

So geschah es, baß Theoberich, alle Absicht ver­gessend, sich immer eifriger in den Urlaut der eige­nen Sprache einlas.

Heilig tönt unser Mund aus ber Zeit, ba mir noch ein armes Hirtenvolk in Pannonien waren! sagte er und war beglückt, ben Klang zu vernehmen:

Einen Dämon zu suchen ging ich aus und fand einen Schatz, der vergessen lag; benn nicht, daß bi es bas Evangelium ist, macht für uns Goten bas Hei­ligtum aus, sonbern baß wir barin bie Herkunft unserer Sprache in der eigenen Schrift haben!

Ein Adler greift ein Flugzeug an.

Ein aufregenbes Abenteuer erlebten 13 Personen, bie mit einem Flugzeug in 3000 Meter Höhe über Neuguinea dahinflogen. Das Flugzeug war von Port Moresby abgeflogen unb war auf bem Wege nach Wan, als plötzlich in ber Nähe bes Albert-Ebuarb'Berges ein Abler von gewaltiger Größe sich auf den mechanischen Konkurrenten unter dem freien Himmel stürzte unb den Piloten an­griff. Er verwickelte sich mit einem Flügel in das Gestänge und konnte nicht wieder freikommen; vom Winde getrieben, schlug er darauf gegen die Glas- fenfter der Kabine und zerschmetterte sie. Obwohl der Adler dabei selbst verwundet wurde, ließ er in seiner Angriffslust nicht nach, sondern hieb mit seinen Fängen auf die Mechaniker, von denen der eine hintenüberstürzte, mit blutenden Wunden im Gesicht und an den Armen. Die Fahrgäste, die ruhig in der Mittelkabine geschlafen hatten, wurden durch das Krachen der zerschlagenen Scheibe wach unb erlebten noch die letzten Augenblicke des Kamp­fes, in bem es einem Mechaniker gelang, ben Abler mit einem Metallstück am Kopf zu treffen unb nieberzufchlagen. Das Flugzeug landete schließlich in Wan, wo ber Pilot und die beiden Mechaniker den Flug nicht fortsetzen konnten, ba sie sich in ärzt­liche Behanblung begeben mußten. Der getötete Adler war in ein Bergtal abgestürzt. B, ,

k*

^bereit!

^emKa. kn Platz a|s Hau$ 5 Aber 5|nd rost- tarf sind 3ehen Sie Messer-

Wie Theoderich den Schatz des Wulfila fand.

Von Wilbelrn Schäfer

Im Novemberheft desInneren Reiches" fetzt Wilhelm Schäfer seine Darstellung Theoberichs fort. Wir bringen aus dieser be- beutenben Arbeit bas Kapitel, in dem Theo­derich Wulfilas Gotenbibel neu schreiben läßt den später so genanntenCodex argenteus. . ...

Ms ber Tauwinb im Frühjahr die Berge zu fär­ben begann, ritt Theoberich zurück nach Ravenna unb war von seiner Wehmut genesen.

Amalaswintha erschrak, baß er so r^fri9 .mtUel' nem eigenen Grabmal war; er hatte schon bie Bau­leute bestellt, den Grund zu erproben, barauf es

bie Parzen unermübet. Lange leben heißt viele über­leben: so klingt bas leibige Ritornell unseres vaube- oilleartig hinschlubernben Lebensganges; es kommt immer wieder an die Reihe, ärgert uns und treibt uns doch wieder zu neuem ernstlichen Streben.

Mir erscheint der zunächst mich berührende Per­sonenkreis wie ein Convolut sibyllinischer Blätter, deren eins nach dem andern, von Lebensflammen aufgezehrt, in der Luft zerstiebt ynd dabei den über­bleibenden von Augenblick zu Augenblick höheren Wert verleiht. Wirken wir fort, bis wir vor- oder nacheinander, vom Weltgeift berufen, in den Aether zurückkehren! Möge dann der ewig Lebendige uns

40 Unr

siia" v»c"

br,g?lld«,r"'

<«

>>

PL*®-

Der Charousgroschen.

Von Dr. Eduard Stemplinqer.

In dem RomanKloster Lugau" schreibt Wil- beim Raabe:Das Kloster hatte auf dem nächsten Bahnhofe sozusagen seinen eigenen Charon, per für es die Ueberfahrt aus dem Saculum gegen eme billige Taxe unb ein reichliches .Trinkgeld vermittelte. Mit einem Obulus begnügte bieser Charon sich frei» n^mUgan3en griechisch-römischen Altertum glaubte man allgemein baran, ber Tote käme nicht zur Ruhe, wenn er nicht bem Charon, j>em grausen Fergen bes Kahns" (Iuvenal), das Fahrgeld zah­len könne Noch Lukian bemerkt im Zweiten Jahr­hundert n. Chr^In dieser Vorstellung ist bie große Menge so sehr befangen, baß, wen» einer ihrer Angehörigen stirbt, sie ihm zuerst, einen Heller m ben9 Mund stecken, ber für ben Fahrmann aU Be­zahlung für bie Ueberfahrt bestimmt lA WA ebe" ber antike Mensch keine Taschen m seiner Gewan- bung hatte trug er Kleingeld tm Munde bei sich, wie noch heute alte Türken bie kleinen Silberpiaster so verstehen wir, daß man auch ben Toten b Geld nicht in bie Hand, sonbern rn^.P^Gkra»

Daß aber bieser Brauch erst nachträglich "te risch wird er uns bei Aristophanes (gejt. 386 a) zum erstenmal bezeugt - mit dem To enfuyrer Charon in Beziehung gebracht wurde steht f f, denn die Sitte, dem Toten eine Münze nntzugeve , ist auch bei den Völkern nachzuweisen, die von einem Charon oder einer Ueberfahrt in die Unte -

Volkstümliche Weisheit hat sich solche Gedanken über den Tod gemacht. Der Tod ist das Mde aller Not, der Tod scheidet allen Krieg, der Tod ist ein gleicher Richter, dis hin zu bem rabikalstenMan lobt im Tobe manchen Mann, der Lob im Leben nie gewann". Was aber sagt bas Denken über den Tod? Was tausenb Weise ersonnen und gesagt, was sich vielleicht hundertfach wiberstreiten mag wollten wir es an einem flachen Allerweltsdenken messen es enthält boch immer eines: logisches Denken wirb mit allem, was um ben Tod ist, nicht fertig. Es verblaßt vor ber, auch gebanklich faß­baren Wahrheit, baß ber Tod auch der Erlöser ist und nicht bloß der Feind und Zerstörer. Und diese Wahrheit, daß im Tode Versöhnung ist, weitet sich aus zu der anderen und höheren, daß der Tod (wie es auch Goethe meinte) ein lieber» gang ist zu einer höheren Lebens- und Entwick­lungsform. Diese Form können wir freilich in kei­ner'Weise mit unseren üblichen Maßstäben messen. Sie geht über unser Verstehen und Erkennen und über den Gegensatz von Zeit und Ewigkeit. Zeit und Ewigkeit werden in ihr eins. Mehr zu sagen, verbietet uns die Ehrfurcht vor dem Tode. Es gilt Hamlets Wort: der Rest ist Schweigen. Eines aber bleibt- daß wir mit unserem Willen uns für das Leben entscheiden. Vor dem Tod triumphiert das Leben, es gewinnt neuen Gehalt, neuen Sinn und neue Farbigkeit. Ihm zu dienen mit neuer Kraft, heißt zugleich dem Tod die Ehre geben, bie ihm gebührt, und den Tod überwinden.

^Im^'^rabe ^ Childerichs L, des Frankenkönigs (geft 481), fand man über 100 golbene und 200 Urne Münzen; Albrecht dem ta» Wg wurde eine Münze mit dem eigenen Bilde m den Sara mitaeaeben; in Trier fand man m totem färgen des 915. Jahrhunderts Schädel ' /v deren Mundhöhlen kleine Silberrnunzen lagen, iwi 17. Jahrhundert gab man dem.verstorbenen Papst viel Gold- und Silberstücke m das Grab mit, wie er Jahre regiert hatte. Unb noch heute fte in Brcmbenburg, Sachsen, in der Lausitz, Oberpfalz Toten Gelbftücke m ben ffllunb, anbersm gibt man sie ihnen in bie Hand, ms Kiew, m oen Sarg ober ins Grad mit. mmurfi

Verschiebens Gründe werden fürd esen Brauch angeführt. Nach antikem Vorbild halt man d,e Munze für ein Fährgeld; lohnen bo« au« n per deutschen Sage die Seelen bei ber Gebers ah ben Rhein ben Fergen mit Geld ab. Oder s fl sollte. e .. _ x

als Zehrgeld: so erzählt man in der Altmark, M3 feinen Palast habt ihr leichtfertig auf Sand ge- die Toten im Nobiskrug den letzten Sechser oer- i.

neue Tätigkeiten, denen analog in welchen wir uns schon erprobt, nicht versagen! Fügt er sodann Er­innerung unb Nachgefühl bes Rechten unb Guten, was wir hier schon gewollt unb geleistet, väterlich hinzu, so würben wir gewiß nur desto rascher in bie Kämme bes Weltgetriebes eingreifen ...

Lessing zum Tode seiner Iran.

Der Tob hatte Lessing, nach kurzer, wenig mehr als einjähriger Ehe, 1778 seine Frau unb seinen vor wenigen Tagen gebore­nen Sohn geraubt. Er schreibt seinem Freunde Eschenburg.

Meine Frau ist tot, und diese Erfahrung habe ich nun auch gemacht. Ich freue mich, daß mir viel der­gleichen Erfahrungen nicht mehr übrig sein können zu machen und bin ganz leicht.

Auch tut es mir wohl, daß ich mich Ihres unb unsrer übrigen Freunde in Braunschweig Beileids versichert halten darf. L s s'

Novalis über den Tod seiner Braut.

Novalis, selbst vierundzwanzigjährig, verlor 1797 seine Braut Sophie von Kühn im Alter von sechzehn Jahren.

Ihre Leiden werd' ich ewig nicht verwinden. Die Martern dieser himmlischen Seele bleiben der Dor­nenkranz meiner übrigen Tage. Wollte Gott, den ich flehentlich darum gebeten habe, daß sie kurz wären, eine unbestimmte, vielleicht sehr lange Zeit von ihr getrennt zu sein den Gedanken kann ich noch immer nicht tragen.

Wenn meine Wehmut zur leisen Flamme wurde, die mich so verzehrte, daß mich dann ein leichter Luftstoß in einen Haufen Asche verwandelte, sollte Sophie nicht diesen Wunsch unterstützen? Ihr Leben hielt ohnedem meine geistige Existenz zusammen seit dieser Geist wich, fangen schon die organischen Teile an, sich zu trennen und zu ihren Elementen zurückzukehren. Die Gestalten meines Innern zer­bröckeln ich lebe in Ruinen, unb balb wirb alles bem Erdboden gleich fein.

Eins ist mir fränfenb, baß ich so unter ben Leben­bigen, frohen Menschen, wie ein Leichenstein herum- gehen soll unb ihre kurzen Freuden stören. Aber darum will ich auch recht schweigen und ruhig aus­sehen lernen ...

Was Sie von Sophies unsichtbarer Gegenwart reden, ist eine herrliche Wahrheit ihr Bild fall und will mein besseres Seihst sein bas Wunde r- bild, bas in meinem Innern von einer ewigen Lampe erleuchtet wirb unb bas mich gewiß retten toirb für fo manchen Anfechtungen bes Bösen unb Unlautern. In bie verklärten Hände hab' ich der Tugend von Herzen gehuldigt sie soll mir ein Vorbild fein -

Um Tote weht ber Geist bes ewigen Friebens, unb bieser Geist ber Eintracht, Liebe, Herzensgüte, Sanft­heit unb Demut soll mich auch umwehn, benn was fehlt mir zum Toten bin ich nicht so gut wie verstorben? Trost, sagen Sie, kann nur bie Zukunft geben ja! die wahre Zukunft, nicht die wenigen, mühevollen Jahre aber was jenseits ist, was uns aus so manchen Naturtönen, aus so manchen ihrer Gestaltungen mit unbeschreiblichen Ahnungen er­füllt.

Schelling über den Tod seiner Gattin

Caroline Schilling, einst die Gattin August Wilhelm Schlegels, starb am 3. September 1809 auf der Reise in Maul­bronn.

Lassen Sie mich diese Tage des Schmerzes unb ber schrecklichen Furcht übergehen! Die einzige, wenn­gleich schwache Beruhigung ist, baß Caroline jebe Art von Wartung unb Hilfe genossen hat, der sie

Dem Auge das Beste!

Lassen Sie sich beraten von

| Optiker JUa&nus

I dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant,

schöner arten der Rodt, J M oer» Kn.SchM.

unt. VoM Lief^Aiu. ! untersten >er 832 qm and t zu oer« tetr. [05H4 fünft: Mr. 17 I, SS

1. Hypothek elbitneb.aus- ch. Nur gut. leit kommt in lge. [7475V

.unt.Nr.3617 Germer & gner, Wen uenweg 18<

Kivat gestellter irt erer Position, I., 1,66 grotz, M jüngeres, all. Äeußere, wandsr. Rui> gt Briefiveck' mit nettem, ist. Mädel v. -35 9., nut türk, offenem fen. Etnv rmögen ff lebin. roort iugei. r. Mng. unt. 'Da.bMk t. Beamter, ing R, Vmn. tige Hcms- i u. Mutter eigen. Haus b Garten zw.

KMt itnenlemen.

»i. Sins, w' il23ajLOi MI»

inntag, hr, ein

Wil

Ltt Teilnabnw