Zreitag,19.AuMI9Z8
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 193 Zweites Blatt
Jeanette Andreae, Kostümbildnerin:
Reue Siadüheater-MitBeder stellen sich vor
(Sämtliche Aufnahmen: Archiv.)
Aus der Stadt Gießen
Ich bin 1914 in Baden (Schweiz) geboren und studierte — nachdem ich das Abitur gemacht hatte — zunächst an der Handelshochschule und Dolmetscherschule in Mannheim. 1933 wurde ich Schülerin von Margarethe Schellenberg am Staats- thcater Karlsruhe, anschließend arbeitete ich an der Kunstschule von Professor Preetorius in München. Nach Unterbrechung durch den Arbeitsdienst wurde ich für die Spielzeit 1935/36 an die Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. als Assistentin des Ausstattungsleiters verpflichtet. Dort erhielt ich meine praktische Ausbildung und kam dann tm August 1936 zum Staatstheater nach Oldenburg, wo ich zwei Jahre als Kostümbildnerin tätig war.
ein gedämpftes Schnarchduett Hub an. Einem Mädchen, das mit verzweifelter Anstrengung den toten Punkt zu überwinden suchte, baumelte zuweilen der Kopf wie eine welke Blume im Wind. Sie war übrigens die einzige im Abteil, deren Gesicht im Schlaf nichts von seiner Schönheit einbüßte, vielmehr durch ein geheimnisvolles Lächeln um die zu- ammengepreßten Lippen noch an Reiz gewann. Denn fast alle verzogen den offenen Mund, daß sich die Oberlippe hochschob und man unwillkürlich an einen fetten Karpfen denken mußte.
Auch den schweigsam gewordenen Witzbold übermannte der Schlummer. Vorsichtig, daß er nicht an das Bein stieß, erhob er sich, holte seinen Koffer aus dem Gepäcknetz und stellte it)Yi hochkant m den Durchgang neben sich. Dann zog er, nachdem ich seinem fragenden Blick zugenickt hatte, die Verdunkelungsklappen über das Licht und ließ seinen Kopf auf den Koffer sinken. Er war so rasch seiner Umgebung entrückt, daß es Mühe machte, ihn wach zu kriegen, als ein Herr aus dem Nachbarabteil einen dringenden Gang nötig hatte und vorbeiwollte. Verstört und aufstöhnend räkelte sich der Witzbold und wuchtete seinen Koffer wieder ins Netz. Darauf schien das Mädchen nur gewartet zu haben. Es stand auf, breitete seinen Bademantel, m den es sich eingemummt hatte, auf den Boden im Durchgang aus und streckte sich, ein Kissen unter
feiern, die im Zusammenhang mit dem Thema der < Woche stehen sollen. Es ist auch beabsichtigt, im i Rahmen dieser Woche an einem Abend drei der । schönsten Gießener Morgenfeiern aus den letzten Spielzeiten zusammenzufassen.
Aber auch im allgemeinen Spielplan sollen noch einige wesentliche klassische Werke berücksichtigt werden. Wie stets, wird besonders Shakespeare im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen, er soll diesmal mit zwei seiner reifsten Schöpfungen, mit dem „Sommernachtstraum" und „Richard II" vertreten sein. Zu Büchners 125. Geburtstage bringen wir eine Neueinstudierung von „D a n t o n s To d", weiter sind „Das K ä t h ch e n v o n H e i l b r o n n" von Kleist und „M inna von ® a r n f) e l m" von Lessing vorgesehen. Von zeitgenössischen Werken wird vor allem die Erstaufführung des „H o ch v errät e r s" von Langenbeck stärkstem Interesse begegnen. Ein unbekannteres Werk Gerhart Hauptmanns, „Die goldene Harfe" oder „Sch l u ck u n d I a u", eine Neueinstudierung des berühmten Kriegsstückes „Die andere Seite" von Sheriff und das neue Werk von Theodor Haerten werden diesen Spielplan ergänzen. Heber die Uraufführung eines heimatlichen Dichters wird noch verhandelt.
Ganz besonders reizvoll und abwechslungsreich wird im kommenden Jahr das Lustspiel und Gesellschaftsstück vertreten sein. Neben ben „ feinen Dialogstücken, wie „Lauter Lügen" von Schweickart, „Dr. med. Hiob Praetorius von Goetz, „Also gut, lassen wir uns scheiden!" von Sardvu, „A i m ee" von Coubier, „Hollywood" von Niewiarowicz, stehen auch einige ganz dem Frohsinn und der Lustigkeit vorbehaltene Stücke: „Einen Sommer lang" von Stoll, „P r i m a n e r i n" von Graff, „Eine Frau wie Jutta" von Möller und Lorenz, „Ein ganzer Kerl" von Buch, „Der M au l - korb" von Spoerl und „Der Frontgockel ""'Anläßlich der 30jährigen Zugehörigkeit Karl 23 o I cf 5 zum Verband des Gießener Stadttheaters wird zu Beginn der Spielzeit Otto Ernsts „F l a ch s- mann als Erzieher" neu einstudiert Die Op e r e t t e wird im wesentlichen besonders bekannte, beliebte und wertvolle Operetten der älteren Lite- । ratur bringen, und zwar von Strauß "Wiener i Blut" und „Die Tänzerin F a n n y E l h - । n e r", von Suppe „Dichter und Bauer , von ' Lehär „Die lustige Witwe", von Linke - K rau Luna" und als Beispiel des modernen > musikalischen Lustspiels „Der s ü ß e st e S ch w l n - ) d e l der Welt" von Robert Stolz.
Mit besonderer Sorgfalt werden auch wieder die - M o r g e n f e i e r n in den gesamten Spielplan ein
gebaut werden. Zwei Uraufführungen sind ange-1 nommen, Eduard Rainachers^ „D e r Narr mit der Hacke" und Hannes Razums „Salz und Brot". Eine wesentliche Erstaufführung wird der „Parzival" des verstorbenen Dramatikers Henry von Heiseler sein. Ein junger deutscher Autor Herse wird mit der „Schlacht der weißen Schiffe zu Worte kommen und Hanns Johst mit dem satirischen Lustspiel „Der Herr Monsieur. An musikalischen Morgenfeiern haben wir von Bonon- cini den „P o l i f e m", von Respighi die szenische Kantate „Maria Egiziaca" angenommen, außerdem ein Singspiel von Wilhelm Busch „Der Vetter a u f B e s u ch" und eine kleine französische Operette von Caspers „Die Tante schläft . Daneben wird ein Vormittag Johann Sebastian Bach, ein anderer „Liebesliederwalzer von Brahms und ein dritter „K l a s s i s ch e S e r e n a - d e n" bringen. Als Tanzmorgenfeier ist die Uraufführung eines heiteren Balletts von Bodart „S u d - früchte" angenommen. Ferner wollen wir des verstorbenen Dichters Rudolf G. Bindmg, des 4o0. Geburtstages von Hutten und des 50. Todestages von Theodor Storm gedenken.
Wir sind der Ueberzeugung, daß dieser Spiel- planentwurf in seiner Vielfalt doch einen einheitlichen Geist zeigt, der geeignet ist, unseren künstlerischen Willen deutlich zu beweisen: dieser Wille heißt: junges, lebendiges, künstlerisches Theater zu machen. Wir wünschen, daß auch das Publikum mit der gleichen Freude und Begeisterung, mit der wir an die Arbeit gehen, uns in den kommenden Winter folgt.
Kröpfcben übt Wecken.
Es ist gut, wenn ein Mensch einen gesunden, festen Schlaf hat, aus dem ihn nicht sogleich etwas hochkriegt. Kröpfchen jedoch litt geradezu an der Tiefschlafkrankheit. Nichts vermochte ihn zu wecken. Selbst wenn man die größte Glocke neben seinem Bett geläutet hätte.
Plötzlich brach großes Glück über Kröpfchen herein. Er sollte an einem bestimmten Tag um eine bestimmte Zeit in einer entfernten Stadt einen . schönen Posten antreten. Kröpfchen war selig und wälzte Kursbücher.
6.54 Uhr fuhr der D-Zug. Demnach mußte Kröpfchen 5.30 Uhr aus den Federn. Als Kröpfchen dies : seiner Wirtin mitteilen wollte, auf daß sie ihn wie : üblich wachrüttle, lag in der säuberlich aufgeräumten Küche ein Zettel auf dem Tisch. „Komme erst > morgen abend wieder. Bin über Land. Kaffee ist : noch in der Mühle. Frau Plätzschke."
Hannes Razum, Oberspielleiter des Schauspiels:
Ostpreußische Bauern sind meine Vorfahren, in der Mark Brandenburg bin ich beheimatet, in Berlin geboren Meine ersten Theatererlebnisse waren Schillers ,Don Carlos" und „Wallenstein", die meinen Lebensweg entscheidend bestimmten. Sie führ-' ten — nach eigenen dramatischen Versuchen — zur Tätigkeit als Schauspieler an einer norddeutschen Truppe Lange Jahre des Universttatsstudiums, das hauptsächlich der Literatur und dem Theater galt, und der praktischen Arbeit in verschiedenen Berufen, folgen, die mit der Promotion zum Dr. phil. ihren Mchluß finden. Neue Lehrjahre als Regieassistent
Menschen im Nachtzug.
Acht Personen saßen mit mir zusammen in einem Abteil dritter Klasse, dessen Bänke, des Durchganges wegen von und zu den Nachbarabteilen, an der Fensterseite verkürzt waren. Ein Witzbold führte die Unterhaltung und warf immer wieder die Knallerbsen seiner lustigen Einfälle, wenn die müden Gesichter mit dem Schlaf kämpften. Aber da das erwartete Gelächter als verdientes Echo immer dünner wurde und schließlich nur noch eine stumme Grimasse eines erzwungenen Lächelns blieb, fühlte sich der Enttäuschte nicht mehr wohl in seiner Rolle und vertiefte sich in seine Zeitung. Doch gab er das Lesen bald wieder auf, als eine ihm gegenüber- sitzende junge Frau, die ihre wahrscheinlich zu engen und drückende Schuhe mit weichen Pantöffelchen vertauscht hatte, ihn mit mattem Augenaufschlag bat, ihren rechten Fuß neben sein Knie stemmen zu bur= fen. Er hatte natürlich! nichts dagegen, zündete sich ein wenig verwirrt eine neue Zigarette an und gab sich der genießerischen Betrachtung des Beines hin, dessen Besitzerin die Augen schloß und ihren Kops an die Brust ihres Mannes bettete. Ein anderes Paar lehnte sich mit verschränkten Armen zuruck und stützte einander, Wange an Wange geschmiegt. Ihre Köpfe schwangen wie ein Pendel im Rhythmus des Fahrens, ihre Münder öffneten sich, und
DerSpielplandesSiMhealers;
im kommenden Winter. 1
Von Intendant Hermann Schultze-Griesheim
In wenigen Wochen beginnt die neue Spielzeit. Das Werbeheft erscheint in diesen Tagen mit Den Bildern der neuverpflichteten Mitglieder des Stabt- theaters, den Bedingungen für die Platzmiete unD dem Spielplanentwurf. Gegenüber dem Spielpian der vergangenen Jahre sind es besonders zwei wesentliche Neuerungen, die Aufmerksamkeit verdienen.
Durch die Gründung des Vereinigten Orchesters Gießen-Bad-Nauheim ist es nun zum ersten Male möglich, die Grundlage für eine weitere Ausgest - tung des Opern-Spielplanes zu schaffen Da es außerdem gelungen ist, eine Reihe von Sangern und Sängerinnen zu verpflichten, die hohen Ansprüchen genügen können, wird im kommenden Win ter zum erstenmal auch die große Oper mii gJ -
nen Kräften gegeben werden. Nach der Uraubszeit des Orchesters kommt als Eröffnungsvorstellung der musikalischen Spielzeit anläßlich der Gaukulturwoche Beethovens „F i b e l i o" zur Aufführung, ferner sind vorgesehen zu Weihnachten „A l d a von Verdi, im Februar „D e r R o s en k a v ali e r" von Strauß und zu Ostern „Der fliegende Hvllanoer von Wagner. Don Mozart wird „Don •Juan vorbereitet, von Verdi kommt der ^Rigole tl hinzu, und schließlich soll noch vor Weihnachten die Erstaufführung einer modernen Oper, Bodart „Spanische Nacht", herauskommen.
Die zweite große Aufgabe hat sich das Schauspiel gestellt', das zum erstenmal, und zwar voraussichtlich im März, in Verbindung mit dem Goethebund und dem Verkehrsverein der Stadt Gießen eine bedeutende Festwoche in Gießen Deran|tai= ten wird. Unter dem Motto „Unbekannte Dramen der Weltliteratur" werden einige bedeutsame Uraufführungen in Deutschland bisher noch nicht gespielter Dichtungen zur Darstellung kommen. Vorgesehen sind: Eine Neudichtung der e r e n i c von Racine, durch H. Willige, dann das bebeutenoi e Werk der ungarischen Romantik, „Cso>n gor un Tünde" von Vörösmarty in der Hebertragung von F. Klein-Krautheim, ferner die Dramatiiierunfl einer unbekannten Goetheschen Novelle durch fernem Bahr' unter dem Titel .,D e r A u g e n b 11 er und schließlich ein ernstes Stück „D a s Weib de Andern". Umrahmt wird diese Festwoche durch Dichterlesungen, durch die Festansprache eines ve- tannten Kulturpolitikers und durch zwei. Morgen-
oon Greiff und an der Opernschule der Wurttember- gischen Hochschule für Musik unter Leitung von Kammersänger Windgassen fort. Neben meiner Opernausbildung habe ich solistisch in Oratorien Kirchenkonzerten und Liederabenden mitgeroirft. Nach Ablegung meiner Bühnenprüfung wurde ich an die Pfalzoper in Kaiserslautern als jugendliche Dramatische und Zwischenfachsängerin verpflichtet. Dort durfte ich u. a. Partien aus „Tiefland , , Martha", „Amelia", „Mädchen aus dem goldenen Westen" (Titelpartie), Agathe im „Freischütz", Sasfi im „Zigeunerbaron" mit großem Presse- und Publl- tumserfolg gestalten.
Oiesela Vollert, erste Salondame:
In Lübeck bin ich geboren, dort in eine Schule gegangen, Schauspielunterricht gehabt und auch das
erstemal auf der Bühne gestanden Dann ging ich ins Engagement nach Hagen, Wilhelmshaven und zwei Jahre in die Tschecho-Slowakei: Eger und Aussig. Von Aussig schloß ich nach Gießen ab, um jetzt wieder für immer in Deutschland zu bleiben.
Eduard Coffovel, erster Held:
Aufgewachsen unter der heißen Sonne des Südens an der schönsten Küste des Adriatischen Meeres, sollte ich die Uniform eines österreichisch-ungarischen Marineoffiziers tragen. Doch mit dem Kriegsende war dieser Traum bald vorbei. Mein Wirken an deutschen Bühnen began in den sudetendeutschen Gebieten (Gablonz, Brünn), dann auf deut ch-österreichischen Bühnen (Innsbruck, Linz) und auf Bühnen im Reich (Konstanz, Saarbrücken). Wenn ich nun in der kommenden Spielzeit meine Kräfte in den Dienst des Gießener Stadttheaters stellen darf, so hoffe ich, mit meinem Wirken recht vielen Besuchern Freude und Erholung geben zu können.
und Dramaturg an den Städtischen Bühnen Frankfurt a. M. Das erste große Arbeitsfeld in verantwortlicher Stellung bietet das Aachener Stadttheater. Inzwischen sind auch die eigenen dramatischen Versuche von Erfolg gekrönt worden: die Städtischen Bühnen Gladbach-Rheydt brachten das Drama „Die Machthaber" zur erfolgreichen Uraufführung, einige Bühnen planen es für die kommende Spielzeit. Zwei weitere Uraufführungen (eine Ueber- setzung aus dem Holländischen und die Bearbeitung einer Klingerschen Tragödie) stehen bevor.
Nach zweijähriger Tätigkeit wird die Inszenierung von Lope de Vegas „Die unbekannte Geliebte" der Anlaß zur Verpflichtung nach Gießen. Die geistige Regsamkeit der alten Universitätsstadt, der künstlerische Ruf ihres Theaters. und die Möglichkeit einer ausschließlichen Regietätigkeit erfüllen mich mit großen Erwartungen. Meine Bemühungen sind darauf gerichtet, die Werke der klassischen und zeitgenössischen Dramatik aus dem brennenden Atem der Gegenwart heraus zu inszenieren.
Anni Assion, dramatische Sängerin:
Geboren 1910 zu Wiesbaden, vidmete ich mich nach Ablegung der Obersekundareife zunächst dem kaufmännischen Berufe. Neben meiner Tätigkeit als Privatsekretärin in einer großen Frankfurter Firma begann ich Klavier- und Gesangsstudien, sang außerdem im Chor der Frankfurter Singakademie und als Solistin in Konzerten in Frankfurt und Ludwigsburg. Meine Studien setzte ich 1934 in Stuttgart bei der Gesangspädagogin Frau Lilly
Wie vor den Kopf geschlagen stand Kröpfchen. Er durfte den Zug nicht verpassen! „Keine Rosen ohne Dornen!" murmelte Kröpfchen und machte sich auf ben Weg zum Portier. Der stand erst um sechs Hhr auf". Er hatte aber einen prächtigen Wecker. Mordsding — raffelt wie die Feuerwehr! Kröpfchen klemmte sich den Wecker unter den Arm und man- beite sorgenschweren Hauptes zurück. Nein — ein Wecker würbe nie unb nimmer genügen.
Sämtlichen acht Parteien im Hause klagte Kröpfchen seine Not unb hatte nach einer halben Stunbe eine Musterkollektion ber oerschiebenartigsten Wecker an seinem Bett versammelt. Dazu wollten brei brave Ehefrauen, bie sowieso um bie Zeit immer austtanben, bas ihrige tun unb gegen bie Tur , bumsen. ..
Ueber eine Stunde lang probierte Kröpfchen nut den acht Weckern herum, ließ sie alle zur gleichen Zeit wecken. Es gab einen Krach, daß die Leute auf der Straße stehenblieben. Hnverzagt machte Kröpfchen weiter Probewecken unb stellte erschüttert fest, baß ihm bas Weckerläuten boch nur wie ferne Kirchenglocken vorkam.
Böse Träume verfolgten ihn währenb jener Nacht unb ließen ihn mehrmals ben Zug verpassen. Schweißgebabet wachte Kröpfchen plötzlich auf. Er hatte es "läuten hören! Dabei war es boch erst 5 25! Unb nun läutete es mieber. Die Flurglocke? Kröpfchen schlüpfte in seine Pantoffeln unb hastete zur Tür. _ .,
Der Telegrammbote steckte ihm eine Depesche burch ben Briefkasten. Hastig öffnete Kröpfchen. „Antreten Stellung erst in vier Tagen" stand ba. Kröpfchen faßte sich an ben Kopf unb wankte zu seinem Bette. Als er sich hingesetzt hatte unb bas Telegramm zum sounbsovielten Male bud)ft*abierte, ging plötzlich ber Höllenlärm ber acht Wecker los unb brausten wummerte es gegen bie Tür, als wäre irgenbwo Feuer ausgebrochen.
Kröpfchen stellte bie Wecker ab und brüllte: „Danke — ich w a r wach!" drehte sich auf die Seite unb war alsbalb in traumlosen Schlummer verfallen.
Eine Wieberholung biefes Theaters ist ausgeschlossen, ba Frau Plätzschke nur einmal im Jahr verreist. eiL
Hochsckulnachrickten.
Don ben amtlichen Verpflichtungen wurden wegen Erreichung der Altersgrenze entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Otto Schlüter (Geographie) an der Universität Halle und Dr. Arthur S p i e t h o f f (wirtschaftliche Staatswissenschaften) an ber Universität Bonn. .


