Ausgabe 
19.8.1938
 
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Nr. 193 Erstes Blaff

188. Jahrgang

greitag,19. August 1938

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Roosevelt für Ausdehnung der Monroe-Doktrin.

Vorschlag an Kanada. Versicherung der bedingungslosen Freundschaft der USA.

Terror gegen Recht.

Während Mr. R u n c i m a n nach wie vor die verschiedensten inneren Fronten des tschechischen Na­tionalitätenstaates abtastet und dabei unzweifelhaft hochinteressantes, indessen den Alleinherrschaftsan­spruch der Tschechen keineswegs stützendes Material zutage fördert, haben die Verhandlungen zwischen der Prager Re g i e r u n g und der Sudeten- deutschen Partei als Sprecherin des gesamten Sudetendeutschtums einen überaus bedeutsamen Ab­schnitt erreicht. Die SDP. hat durch den Mund ihres Abg. Kundt dargelegt, wie sie zu den in Bruch­stücken vorgelegten Vorschlägen der Prager Regie­rung steht. Dabei hat sie aber den Tschechen nicht den Gefallen getan, sich in Einzelheiten zu verlieren, wie diese es nur zu gern gesehen hätte, sondern sie ist in ihrer Stellungnahme beim Grundsätz­lichen geblieben. Sie hat vor allem das Haupt­problem herausgearbeitet, das darin besteht, in dem Kollegium, das die Verhandlungen führt, erst ein­mal eine gemeinsame Auffassung zwischen der Re­gierung und der Sudetendeutschen Partei darüber anzustreben, ob und wie der i n n e r st a a t l i ch e Friede gefunden werden kann.

Wenn der Abg. Kundt darüber hinaus unter Bezugnahme auf die überreichten unvollständigen tschechischen Vorschläge es fehlt beispielsweise die überaus wichtige Selbstverwaltung der Gemeinden die sudetendeutsche Forderung nach uneinge­schränkter Gleichberechtigung heraus­arbeitete, so war das ebenso notwendig, wie eine Unterstreichung der grundsätzlich negativen Ein­stellung der Regierung, in Prag, die sich täglich durch neue Vorgänge draußen im Lande unter Be­weis stellen läßt, absolut eindeutig und klar aber durch die Art in die Erscheinung tritt, wie man am Verhandlungstisch den inneren Frieden wiederher­zustellen sucht. Don einem Versuch der Wiederher­stellung kann tatsächlich keine Rede sein. Sonst hätte sich Prag bemüht, eine Brücke zum Karlsbader Pro­gramm Konrad Henleins zu schlaaen; sonst hätte man auch von Prag aus dafür gesorgt, die Dinge nicht so auf die Spitze zu treiben, daß sich der Abg. Kundt veranlaßt sah, die Tschechen allen Ernstes darauf aufmerksam zu machen, daß die Geduld der sudetendeutschen Bevölkerung ihre Grenze n hat und daß diese Bevölkerung durch das Fehlen von Zeichen des tschechischen guten Willens in ein immer größeres Mißtrauen hin­eingeführt wird.

Dieses Mißtrauen, das dürfte Mr. R u n c i m a n beim Studium der Chronik täglicher Ausschrei­tungen und Schikanen längst bemerkt haben, kann allerdings kaum noch mehr vertieft werden, als es ohnehin schon ist. Gerade zu der Zeit, da man auf tschechischer Seite bei der Abgabe der Er­klärung des Abgeordneten Kundt Aufmerksamkeit heuchelte und sich den Anschein zu aeben versuchte, als sei das schon der sichtbarste Ausdruck ausge­sprochener sudetendeutscher Gleichberechtigung, wenn man einem Vertreter der SDP. erlaube, eine lange Erklärung zu oerlfien, wurden in den deutschen Sprachgebieten durch das Tschechentum neue Be­weise dafür geliefert, welcher Wind tütsächlich tm tschechischen Nationalitätenstaat weht. Ein Grenzler- blatt in Nordböhmen hielt es für angebracht, sich in der schamlosesten Weise mit Friedrich dem Großen und seinen Soldaten zu beschäftigen, um dann in kaum wiederzugebenden Ausdrücken gegen die Sudetendeutschen zu Hetzen. In Pohlitz kam es unter tschechischer Führung und Beteiligung zu wüsten marxistischen Kundgebungen gegen die Deutschen, wobei man auch das deut- s ch e Staatsoberhauptin der unflätig« ft en Weise a n g r i f f. Der deutschen Bevölke­rung dieses Ortes wurdx dagegen die Sonnwend­feier am gleichen Tage untersagt. In Saitz (700 deutsche Einwohner und 100 nach 1918 vom Staate in diesen Ort als Beamte versetzte Tschechen) wurde ein deutscher Kirchentag verboten, weil die Zuge­wanderten eine tschechisch-national eFeier veranstalteten, bei der natürlich das Deutschtum im Mittelpunkt aller Haßgesänge stand. In Brüx kam es zu tschechisch-marxistischen Attacken auf die deutsche Bevölkerung, die sich aus Anlaß der Einsetzung des neuen Bürgermeisters zu einer Feier zusammengefunden hatte. Besonders' kraß tritt aber in dem Fall des deutschen Bauern Rohrbacher in Nemcic im Bezirk Klaftern der feste Wille des Tschechentums zutage, nicht das leiseste Zugeständnis im Interesse des inneren Friedens zu machen. Diesem Bauern wurden die Hypotheken gekündigt, weil er als auf­rechter Deutscher bekannt ist. Von dem Anwalt des Geldinstituts, das ihm nun durch eine Zwang s - Versteigerung den Bauernhof abjagen will, wurde7hm aber gesagt, daß er wegen seiner SDP.- Einstellung noch in diesem Monat von Nemcic weg müsse, ja, es wurde ihm sogar ein gewalt­sames Ende prophezeit!

Mit völliger Klarheit tritt immer mehr der innere Beweggrund der tschechischen Siebe zurDemokra­tie" und zumdemokratischen Parlamentarismus hervor. Sie lieben die Demokratie und den Parla­mentarismus, weil beide auf dem Mehrheitsprinzip aufgebaut find. Die Mehrheit heiligt im Namen der Demokratie die Unterdrückung der Sude­tendeutschen. Zwar sind die Sudetendeutschen eine Volksgruppe von 3,*5 Millionen, aber ihre ge­schichtlich gewordene Siedlung bringt es mit sich, daß sie sowohl im Staate, wie in den einzelnen Ländern jener Diktatur ausgeliefert sind, die sich hinter dem Apparat der demokratisch-parlamentari­schen Mehrheitsbildung verbirgt.

Das ist die Tschechei, das ist die Verständigungs­bereitschaft der führenden politischen Kreise: in Prag Scheingefechte, draußen im Lande Terror und sogar die Drohung mit dem Mord! Sbt.

Neuyork, 19. Aug. (DNB.) Präsident Roose­velt hielt, wie aus K i n g st o n in Ontario ge­meldet wird, bei der Verleihung des Ehrendoktors durch die Queen-Universität vor den versammelten Fakultäten und m Anwesenheit der höchsten kana­dischen Beamten, darunter der Premierminister Mackenzie King, eine Rede, die in den ersten Kommentaren der amerikanischen Presse bereits als Ausdehnung der Monroe - Doktrin auf Kanada bezeichnet wird. Roosevelt ver­sicherte Kanada der bedingungslosen Freundschaft der Vereinigten Staa- t e n.

Im einzelnen erklärte Roosevelt u. a., USA und Kanada seien wahre Freunde, da beide Nationen ihre Rechte mit Offenheit wahrten und sich keine von beiden der Schliche der Geheimdiplomatie be­diene. Beide Länder legten ihre Streitfragen durch Beratungen bei.

Der Präsident schilderte bann den engen Zu­sammenhang d e r Nationen des ameri­kanischen Erdteils mit den Vorgängen in anderen Ländern. Vor einigen Tagen, so führte er an, fei ein glücklicherweise unwahres Gerücht in die Welt gerast. (Gemeint ist der Schangseng- Konflikt. Die Schriftleitung.) Es habe geheißen, daß Ar­meen, die sich in bedauerlicher Aufstellung gegen­überständen, in Bewegung gesetzt werden sollten. In wenigen Stunden habe sich die Wirkung dieses Gerüchtes in Montreal, Neuyork, Ottawa, Washing­ton, San Franzisko usw. bemerkbar gemacht. Kana­dische und amerikanische Geschäftsleute hätten es in gleichem Maße gespürt und sich gewundert, inwie­weit ihr eigenes Leben betroffen wurde. Dies be­weise, daß die amerikanischen Länder nicht mehr ein ferner Kontinent seien, für den die Strudel der Kontroversen jen­seits der Meere kein Interesse hätten, oder dem sie nichts anhaben könnten.

IBir sind in den amerikanischen Ländern ein Faktor geworden, mit dem jeder Generalstab jenseits der Meere rechnen muß."

Roosevelt verwies dabei auf den riesigen Umfang der Naturschätze Amerikas, auf die Kraft seiner Wirtschaft und die Zahl der Bevölkerung. Dies olles hat die amerikanischen Länder zu le­benswichtigen' Faktoren im Weltfrieden gemacht, und zwar, ob wir wollen oder nicht." Das kana­dische Dominium sei ein Teil der Schwesternschaft des Britischen Reiches.

Ich gebe Ihnen die Versicherung, daß das Volk der Vereinigten Staaten nicht müßig da­beistehen wird, wenn die Beherrschung fana- bischen Bodens durch ein anderes Reich droht. Dieser Erdteil soll eine starke Burg bleiben." Von Kingston aus begab sich Roosevelt zur Er­öffnungsfeier der internationalen Brücke über die Tausend Inseln des St. Lorenzstromes, wo er sich in kurzer Ansprache für sein Lieblingsprojekt, den Ausbau des St. Lorenzkanals, ein­setzte, das von selbstsüchtigen monopolistischen Inter­essen bislang verhindert worden sei.

Gewaltiges Aussehen in Amerika Die amerikanische Wehrmacht interessiert sich für Alaska.

Washington, 19. August. (DNB.) Die Rede Roosevelts in Kanada hat hier gewaltiges Aufsehen erregt. Sie wird nicht nur als eine Ausdehnung der Monroe-Doktrin auf das bisher von der panamerikanischen Union ab- seitsstehende Kanada gedeutet, sondern vor allem als Unterstreichung der Ausführungen des Außen­ministers Hüll am Dienstag betrachtet. Wenn Hüll von einer Kooperation mit anderen friedliebenden Mächten sprach, so ging Roosevelt noch einen großen Schritt weiter, indem er uneingeschränkte Waffenhilfe versprach, wenn Kanada angegriffen werden sollte. Diese Wa^- fenhilfe wird schon jetzt vorbereitet, denn Alaska erfreut sich eines immer größeren Interesses seitens der amerikanischen Wehrmacht, die dort Autostraßen, Fliegerhorste und Seeflughäfen einrichten will. Zum Bau der Autostraßen braucht jedoch Amerika, da diese durch Kanadas Gebiet gehen, dessen Zustim­mung. Aus diesem Grunde wohl, nimmt man hier an, hat Roosevelt von einer Hilfe im Kriegsfälle ge­sprochen.

Stimmt das amerikanische Volk zu?

London, 19. Aug. (DNB.) Die Londoner Presse beschäfttgt sich stark mit der Roosevelt-Rede in Kingston und hebt besonders seine Versicherungen gegenüber Kanada hervor.

Der diplomatische Korrespondent der Preß-As° sociatton meint, man werde mit Roosevelts Fest­stellung, daß die Vereinigten Staaten einer B e - drohung Kanadas durch,irgendein an­deres Reich nicht müßig zusehen würden, sehr zufrieden fein. Manche würden auch an jene Erklärung des Präsidenten, daß Amerika nicht mehr länger ein weit entfernt gelege­nes Land sei, dem die Behandlung von Kontro- versen aus Ueberfee weder Vorteile noch Nachteile bringen könnte, Erwägungen -anknüpfen. Trotz alle­dem sollte den Worten des Präsidenten keine zu große Bedeutung beigemessen werden. Wohl gebe er vielleicht der Ansicht der augenblicklichen ameri­

kanischen Verwaltung Ausdruck, doch seien die USA. ein Land, dessen Polttik gefühlsmäßigen Ausbrüchen gegenüber sehr sensibel fei. Man dürfe vielleicht fra­gen, ob das amerikanische Volk in feiner Gesamtheit dem Ausblick auf die Zukunft z u- stimme, den Roosevelt in seiner Rede angedeutet habe. Wären alle Amerikaner der gleichen Ansicht, so läge guter Grund vor, sich zu freuen. Man glaube aber," daß ein guter Teil der amerikanischen öffent­lichen Meinung jeglichen Bindungen an öie außerhalb der Grenzen der Ver­einigten Staaten gelegene Welt scharf ablehnend gegenüberstehe. Trotzdem sei jeder Schritt Amerikas, sich ein wenig näher mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen, zu begrüßen.

Das Echo in London.

Die panamerikanische Idee.

London, 19. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die gestrige Rede Roosevelts in Kingston (Onta­rio) bildet das Hauptthema der Londoner Freitag­morgenpresse. Mit Ausnahme derTime s", die id) auf die Wiedergabe der Ausführungen Roose­velts beschränkt, enthalten sämtliche Blätter Leit­artikel, die sich besonders mit den Garantie­erklärungen Roosevelts geg/e nüber Kanada und seinen allgemeinen politischen Aus- ührungen befassen. Verschiedene Blätter drücken da- lei gewisse Befürchtungen aus, daß die Adresse Roosevelts an Kanada möglicherweise auch als eine Anspielung auf die panamerikanische Idee angesehen werden könnte, die ja wiederum einen englisch-amerikanischen Gegensatz in sich schließt.

Daily Telegraph" schreibt, wenn man auch die Ausfüyrungen Roosevelts so auslegen könne, als ob sie im wesentlichen nichts anderes wären als eine erneute Bestätigung der Monroe-Doktrin unter neuen Umständen, so fei es in Wirklichkeit doch das persönliche Glaubensbekenntnis Roosevelts zur tie- e n Verbundenheit der beiden großen De­mokratien des amerikanischen Konti­

nents, zwischen denen es in den grundlegenden Fragen keine Trennung geben könne.

D aily H e r a l d" sieht zwei Gründe für dis Garantieerklärung Roosevelts, und zwar einen strategischen und einen ideellen Grund. Die Sicherheit der Vereinigten Staaten falle mit der Sicherheit Kanadas vor fremder Beherrschung zu­sammen. Die 5000 Kilometer lange Landgrenze könne nicht unbefestigt bleiben, wenn Kanada ein Stützpunkt für fremde Streitkräfte würde. Zum an­deren fei in den Vereinigten Staaten der Glaube an die Demokratie sehr stark, und Kanada gehöre zur demokratischen Gruppe.

Daily Expreß" findet in der Erklärung Roofebelts gegenüber Kanada nichts neues. Sie fet auf der Monroe-Doktrin begründet, dem Eckstein der amerikanischen Außenpolitik feit 1823. Der da­malige britische Außenminister habe Amerika vorge­schlagen, eine gemeinsame englisch-amerikanische Er­klärung gegen jeden Versuch Spaniens, seine alten Kolonien in Amerika zurückzuerobern, abzusenden. Statt dessen habe Präsident Mo n reo unabhängig von England eine Erklärung abgegeben, daß keine europäische Macht einen amerikanischen Staat das Recht der Weltregierung streitig machen dürfe. Roosevelt bestätige jetzt diese Politik in bezug auf Kanada. Hinsichtlich «der allgemeinen außenpoliti­schen Erklärungen Roosevelts betont das Blatt, daß das amerikanische Volk hier nicht hin­ter seinem Präsidenten stehe. Denn etwa 90 v. H. seien für I s o l i e r u n g , b. h. strikte Her­aushaltung aus allen Konflikten, die die USA. nicht unmittelbar berühren.

Daily Mail" erklärt, der herzliche Ton der Rede gegenüber England könne Veranlassung geben, aus den Worten Roosevelts mehr zu lesen, als ge­rechtfertigt sei. Die britische Oefsentlichkeit sollte aber begreifen, daß das amerikanische Volk, obschon es unter den Rückschlägen großer Weltwirren zu leiden haben würde, nicht von seiner Entschlossenheit abgerückt sei, sich aus Unruhen, die andere Kon­tinente aufwühlen könnten, f e r n z u h a l t e n. Nichts von dem, was Roosevelt oder Hüll erklärt hätten, widerspreche dieser Haltung.

General Vuillemin beim Führer.

Besuch bei Generalfeldmarschall Göring in Karinhall.

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General Vuillemin beim Führer am Donnerstagmittag in der Reichskanzlei in Berlin. Rechts der französische Botschafter in Berlin, Franxois-Poncet. (Preffe-Hoffmann-M.)

Berlin, 18.Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hal heule mittag den zur Zeil auf Einladung des Reichsministers der Luflfahrl und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeld­marschall Göring, in Deutschland weitenden Ehes des Generatstabes der französischen Luftwaffe, Ge­neral Vuillemin, empfangen.

Arn Vormittag war General Vuillemin mit General d' Astier und den übrigen Offizieren sei­ner Begleitung zusammen mit Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, dem Chef des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministe­rium, Generalmajor Udet, vom Flughafen Tem­pelhof nach Magdeburg geflogen. Aus dem Flugplatz der dortigen Fliegerschule schritten der

französische General und Staatssekretär Milch die Ehrenkompanie ab. Nach einer kurzen Rundfahrt durch den Horst der Fliegerschule fand eine Besichti­gung vom Junkers-Motorenbau in Magdeburg, der Junkers-Flugzeug- und Motorenwerke AG. unter Führung von Generaldirektor Koppenberg statt.

Am Nachmittag folgte der französische Gast einer Einladung des Generalfeldmarschalls Göring nach Karinhall. Beim Frühstück, an dem der fran­zösische Botschafter Francois-Poncet mit dem Luftattachä Oberst de G e f f r i e r und von deutscher Seite Staatssekretär Körner, Staats­sekretär General der Flieger Milch, Generalmajor Übet, Generalmajor Bodenschatz, Ministerial­direktor Dr. Gritzbach und die Offiziere des Ehrendienstes der deutschen Luftwaffe teilnahmen,