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Hr.116 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, (9. Mai (938
Kleines Larenbrevier über Vollblutpferde.
Von Fred Hagenmeyer.
Nächst dem Menschen ist das Vollblutpferd wohl das edelste aller Lebewesen. Die wahren Dollblutzüchter gehen noch weiter und drehen die Reihenfolge um, und man kann ihnen dafür nicht böse sein. Denn jedes Vollblutpferd in allen fünf Erdteilen kann in nachgewiesener Stammreihe auf eine Anzahl ausgesuchter englischer Stuten und arabischer Hengste in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückgeführt werden. Ein lückenloser Stammbaum von 200 Jahren, wobei immer nur eine Kreuzung der erlesensten, edelsten, härtesten Vertreter der Rasse stattfand; welcher Vertreter des Menschengeschlechts kann sich dessen rühmen!
Vollblut ist kostbar — Vollblut ist selten. Das drückt sich auch in Zahlen aus. Die deutsche Voll- blutzucht umfaßt zur Zeit nur etwa 800 Vollblutmutterstuten und etwa 60 Hengste, die zur Zucht verwandt werden (Beschäler). Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 395 Dollblutfohlen geboren.
Diese Pferde-Elite stellt also sozusagen den Hochadel des Pferdegeschlechts dar. Aber nun etwas Merkwürdiges, das gegen viele falsche Meinungen gesagt werden muß: dieser Pferde-Hochadel, dieses edelste in jahrhundertelanger Inzucht gewonnene Blut, ist nicht etwa überzüchtet und degeneriert. Bollblutpferde erfüllen ihr Dasein, indem sie in den härtesten Rennen ständig miteinander im Wettkampf liegen. Kein degeneriertes Tier würde diese Strapazen aushalten. Vollblutpferde sind sensibel, aber nicht nervös, sie sind frühreif, aber sie werden alt dabei, sie überwinden Krankheiten schneller und besser als andere Pferde, und sie werden ihrer hervorragenden Eigenschaften wegen immer wieder düzu verwandt, die übrigen Warmblutrassen aufzu- frischen.
Was für ein besonderer Saft das Blut ist, das beweisen die Vollblutpferde höchst eindringlich. Neunzig Prozent aller Vollblüter überhaupt gehen in direkter männlicher Linie auf den berühmten ungeschlagenen englischen Hengst E c l i p s e zurück, der Mitte des 18. Jahrhunderts lebte. Es hat sich also gezeigt, daß das Blut dieses Pferdes in allen Vollblutrennen feit über 180 Jahren am sichersten den Sieg verbürgte. Ein anderes Beispiel von der Macht des edlen Blutes: die Stute F e st a, die das Gestüt Waldfried im Jahr 1901 in England
zur Zucht kaufte, schenkte diesem Gestüt fünf berühmte Fohlen, die zusammen auf der Rennbahn 1 620 000 Mark an Preisen gewannen. Die Festa- Kinder und Kindeskinder gesamt aber galoppierten bis heute 20 Millionen Mark zusammen! Angesichts dieser Zahl versteht man, welche Hoffnungen heute in Deutschland auf die Wunderstute N e - reibe gesetzt werden, das beste Rennpferd neben Oleander, das je in Deutschland gezogen wurde. Nereide, in zehn Rennen ungeschlagen, wird, so hofft man, die Mutter künftiger Derbyfieger sein.
Vollblut ist kostbar. Wenn auch der Preis von einer halben Million Mark,, den der indische Fürst Aga Khan für seinen Hengst Blenheim erlöste, als eine Ausnahme betrachtet werden muß, so ist es doch keine Seltenheit, daß hervorragende Vollblutpferde mit Hunderttaufenden bezahlt werden. Der Durchschnittspreis für Jährlinge betrug auf der letzten Hoppegartener Versteigerung rund 3500 Mark, ein Jungpferd schon ist also teurer als ein Kleinauto. Für Haltung und Training eines solchen Pferdes muß man aber wenigstens 5000 Mark im Jahr rechnen, so daß man wohl sagen darf, daß die Vollblutzucht die kostspieligste Tierzucht überhaupt darstellt. Man kann diesen enormen Geldeinsatz nur dann voll begreifen, wenn man sich klar macht, welchen Wert das Vollblut für die Pferdezucht einer Nation überhaupt besitzt.
Das „Paradies des Vollblutpferdes" in Deutschland, seine olympische Kampfbahn sozusagen, ist die Trainingszentrale des deutschen Galopprennsports, die Rennbahn Hoppe garten bei Berlin. Zur Zeit sind dort 46 Rennställe und öffentliche Trainer mit insgesamt 633 Pferden ansässig. Ihnen stehen Trainierbahnen in einer Länge von über 43 Kilometer zur Verfügung, die mit einem Aufwand von Millionen gepflegt werden. Für die Grasbahn wurde eine besondere Berieselungsanlage erfunden, die einen immer gleichmäßig frischen Rasen gewährleistet. Jede übermäßige Härte, jeder, Stein, jedes Loch kann ja für ein scharf galoppierendes Pferd zum Verhängnis werden. Jeder Trammgs- galopp kostet aber auch pro Pferd vier Mgrk, in besonderen Fällen bis zu 20 Mark. Jeder kann sich danach ausrechnen, was solch ein Vollblut an Unkosten zusammengaloppiert, ehe es im entscheidenden Rinnen selbst steht. Dafür ist z. B. in Hoppegarten jährlich fast eine Million an Preisen zu gewinnen.
Im ganzen gibt es heute in Deutschland 36 Galopp-Rennbahnen, auf denen im Jahr 1937 über 5,7 Millionen Mark Rennpreise und fast 600 000 Mark Züchterprämien ausgeboten waren. Wenn man noch bedenkt, daß in Deutschland jährlich rund 200 Millionen Mark für Renn
wetten ausgegeben werden, dann bekommt man von der wirtschaftlichen Bedeutung dieses Sports einen kleinen Begriff.
Gott fei Dank aber vergißt man alle Zahlen und alles Geld, wenn man eitlem dieser edelsten Geschöpfe, die die Natur dem Menschen geschenkt hat, gegenübcrsteht.
Balzac und die Gitbergruben.
Von Waldemar Keller.
Es war am 12. Oktober 1830, als Herr Grosser, Getreidehändler in Paris, den Entschluß faßte, sich die zweitausend Franken wiederzuholen, die er vor einem Jahr dem Schriftsteller Honore de Balzac geliehen hatte.
Der Weg war weit, denn Balzac«-wohnte in der Nähe des Dorfes Montrouge, und das Wetter sah nach Regen aus. Aber Herr Grosser erreichte trocken sein Ziel und stand nun, ein wenig unruhig, vor dem Hause des Schuldners. Die Fensterläden waren geschloffen, alles schien hier zu schlafen, obwohl es erst gegen fünf Uhr nachmittags war.
Grosser klopfte. Ein Diener öffnete, nahm feine Karte entgegen und führte ihn ins Vorzimmer.
Ein merkwürdiger Raum: nur ein Koffer befand sich darin. Die kahlen Wände waren mit Kohle beschrieben. „Dies ist eine Verkleidung aus Paro- Marmor", las der erstaunte Getreidehändler. Und weiter: „Dies ist ein Säulenstuhl aus Zedernholz ... dies ist ein Wandbehang aus Aubusson."
Da ertönte aus dem anstoßenden Gemach Balzars Stimme. „Kommen Sie herein, Herr Gobseck!"
Hinter einem mit Papieren bedeckten Tisch saß Honore de Balzac, das Hemd über dem mächtigen Brustkasten aufgeknöpft. Strähnig fiel sein Haar herab, die schwarzen Augen funkelten drohend.
Er ließ den Gläubiger überhaupt nicht zu Worte kommen. „Herr Gobseck", grollte er, hartnäckig den ehrbaren Namen des Besuchers verdrehend, „ich habe über Sie ein Buch geschrieben, es wird gerade gedruckt. Was sind die zweitausend Franken, die ich Ihnen schulde, gegen dieses Meisterwerk, zu dem Ihre Wucherseele Pate gestanden hat!"
Grossec singt an zu zittern; er war von Natur kein Held. Während der fürchterliche Mensch hinter dem Schreibtisch unerbittlich weiterredete und die Augen immer stärkere Blitze schossen, verflüchtigte sich der energische Vorsatz des Getreidehändlers in Nichts, und stammelnd kam es von seinen Lippen, daß er mit der Einziehung der Forderung gern warten wolle, wenn Herr de Balzac gegenwärtig nicht zahlen könne.
„So", atmete der Ueberraschte tief auf, „das läßt sich hären! Ich werde mich erkenntlich zeigen, Herr Gab... Herr Grossec, ganz erstaunlich werde ich mich erkenntlich zeigen. Passen Sie auf!"
Und Balzac enthüllte einen phantastischen Plan: Er habe gelesen, daß die alten Römer auf der Insel Sardinien Silbergruben betrieben, die nun verfallen, aber bei weitem nicht erschöpft seien. Wenn Herr Grossec sich bereiterkläre, die Schuld von zweitausend Franken zu streichen, wolle er mit ihm zwecks Ausbeutung dieser sardinischen Gruben eine Aktiengesellschaft gründen.
Der arme Grossec sagte zu, halb aus Angst, halb aus geschäftlicher Begier. Balzac wurde aufgeräumt. Er lud den Getreidehändler zum Essen ein, der Diener brachte Aepfel und Briekäse, und eifrig erläuterte der Dichter seinen Plan zur Auswertung der sardinischen Silbergruben. Grossec hörte aufmerksam zu.
Es war weit nach Mitternacht, als er ging. Balzac, in Schlafrock und Pantoffeln, den Kerzenleuchter in der Hand, begleitete ibn durch die düstere Zugangsstraße, die den fatalen Namen Rue d'Enfer hatte, und es wurde ausgemacht, daß am anderen Nachmittag drei Uhr bei dem Advokaten Didier in der Rue Vivienne der Vertrag unterzeichnet werden falle...
Aber Balzac kam nicht, und Herr Groffec fuhr allein nach Sardinien. Mit dem Kapitän Benito Fascoli, der das genuesische Schiff führte, gründete er die Gesellschaft zur Ausbeutuna der sardinischen Silberbergwerke. Bereits im Jahr 1837 konnten sich beide aus dem Unternehmen zurückziehen und einen Reingewinn von sieben Millionen teilen.
Balzac hörte es. Und hatte eine herrliche Geste der Verachtung. Er schrieb seinen Roman „Cäsar Birotteau".
Hochschulnachrichten.
Der Dozent Dr. Erich B e r n e f e r an der Uni«: oersität Erlangen wurde zum ao. Professor ernannt; ihm wurde der Erlanger Lehrstuhl für römisches und deutsches bürgerliches Recht übertragen.
Oberregierungs- und Veterinärrat Dr. habil. Victor Goer11ler in Berlin wurde als ord. Professor mit dem Lehrauftrag für Tierheilkunde an die Universität Jena berufen.
Der Dozent Dr. Herbert Jan kühn ist zum 2)it reftor des Schleswig-Holsteinischen Musums üorget schichtlicher Altertümer an der Universität Kiel ernannt worden. Dr. I a n k u h n war seinerzeit Seiten der Ausgrabungen in Haithabu bei Schleswig.
Aus der Stadt Gießen.
„Maikäfer-Schlacht."
Die Maikäfer warten nur auf warmes Wetter, um ihre Schwarmzeit zu beginnen. Wieder fallen fiei über unsere Laubhölzer her, vernichten durch ihren Kahlfraß Baumschulen und Obstpflanzungen, die nicht nur eine schwere Wachstumsstörung erleiden, sondern infolgedessen auch einen Ertragsousfall und eine verminderte Blütenknospenbildung aufweisen. Unter den Laubhölzern werden von den Maikäfern Eichen und Buchen bevorzugt, aber ebenso gern fressen sie die jungen Blätter von Ahorn, Weiden und unseren Obstarten, ja selbst Blütenknospen und Nadeln einiger Nadelhölzer werden in starken Maikäferflugjahren nicht verschont.
Die Fraßschäden der Engerlinge sind in ihrem Wert besser zu erfassen, als die der Maikäfer. So ist buchmäßig nachgewiesen, daß ein 425 Hektar großer landwirtschaftlicher Betrieb in Vorpommern allein in einem Engerlingsjahr einen Schaden von 40 000 bis 60 000 RM. erleidet. Der von den Engerlingen angerichtete Schaden kommt in ganz Deutschland dem Ertrag von 5000 Hektar gleich. 100 Bauernhöfe zu je 200 Morgen erzeugen also beispielsweise nur, um die Engerlinge zu sättigen. Weit schwieriger ist der Fraßschaden der Maikäfer zu schätzen. Einen Anhaltspunkt geben hier lediglich die Zahlen der in den einzelnen Flugjahren gefangenen Maikäfer. Obwohl die Fangorganisation und ihr Einsatz keineswegs so einheitlich 'ausgerichtet war, wie es heute durch den dem Reichsnährstand angegliederten Pflanzenschutzdienst geschehen ist, gehen doch die Fangergebnisse mancher Maikäferjahre der Vorkriegszeit ebenfalls schon in die Milliarden. Allein der Sammelaktion eines Forstmeisters gelang es, in seinem ihm unterstellten Waldgebiet in den Jahren 1903 und 1907 22,5 Millionen Maikäfer zu sammeln. Im Jahre 1934 konnte man in der Pfalz nach Tausenden zählende Schwärme von Maikäfern unter einem einzigen Schwarmbaum feststellen, oder es hingen in Trauben doppelt und mehr Käfer an den Bäumen, als man Blätter an ihnen hätte zählen können. 1934 wurden in Kurhessen durch planmäßigen Einsatz der Fangkolonnen 75 Millionen Maikäfer gefangen.
Durch Einsatz des Reichsarbeitsdienstes und anderer Formationen ist heute die Gewähr gegeben, die Fangaktion gegen die Maikäfer erfolgreich werden zu lassen. Denn für die Bekämpfung der Maikäfer haben alle chemischen Mittel, selbst die starken Arsengifte, versagt. Das Abschütteln der befallenen Bäume und das Aufsammeln und Vernichten der gesammelten Käfer durch planmäßig eingesetzte Fangkolonnen ist also tatsächlich die einzig wirksame Art der Bekämpfung. Sie hat allerdings nicht erst bei dem fertigen Insekt, sondern schon bei der Larve, dem Engerling einzusetzen. Eine tiefgründige Bodenbearbeitung bald nach der Eiablage tötet die empfindlichen Maikäfereier, sowie die eben aus- aeschlüpften Larven ab. Durch das Pflügen werden die älteren Engerlinge entweder vernichtet, oder sie kommen dadurch an die Oberfläche des Bodens. Hier lohnt sich nunmehr sogar der Einsatz von Hühnerwagen. Auch praktischer Vogelschutz kann sich durchaus im Sinne einer Maikäferbekämpfung auswirken. Ebenso kann der Maulwurf ein wertvoller Bundesgenosse im Kampf gegen die Maikäfer fein.
All das genügt aber noch nicht, um die Schädlinge erfolgreich zu vernichten. Die Maikäfer bevorzugen bei ihrer Eiablage — sie können im Laufe einer Flugzeit zwei- bis dreimal Eier in den Boden legen — Felder und Schläge mit noch nicht geschlossenem Pflanzenbestand. Die Feststellung dieser zur Eiablage bevorzugten Böden, sowie die Beobachtung der Hauptpfluglagen können wesentlich dazu beitragen, die Fraßschäden durch Käfer und Engerlinge zu mindern. Ebenso muß naturgemäß in den Hauptbefallgebieten, die an gefährdete Pflanzenbestände grenzen, in verstärktem Umfang gesammelt werden. R.
Altpapier in die Sammelbehälter!
Tagung der Velriebsberusswaller der DAI
hin Altpapier mehr in die Mülltonne wandern oder sonstwie vernichtet werden.
Daneben bleibt für die Haushaltungen die Möglichkeit bestehen, größere Mengen von glattem ober Zeitungspapier gegen Bezahlung an den zuständigen Altmaterialhändler direkt zu verkaufen. Die Luftschutzhauswarte, die laut Verfügung des Reichsluftfahrtministeriums vom 30. November 1937 mit in die Altpapiersammelaktion eingeschaltet sind, wachen darüber, daß die Bedeutung der Altpapier- erfassung von allen Hausbewohnern erkannt wird.
Deutsche Volksgenossen! Jedes Stück Abfallpapier, das Ihr in den Müll werft,^ verbrennt ober sonstwie vernichtet, ist für den einzelnen wertlos, von allen gesammelt, trägt es jeboch dazu bei, daß jährlich mehrere Millionen Reichsmark an Devisen für Holzeinfuhr gespart werden. Erfüllt deshalb auch hierin euere Pflicht!
warte gesehen. Der Lehrling soll nicht als Fachschaffer für den Betrieb, sondern als Facharbeiter für die ^Volksgemeinschaft ausgebildet werden. Durch den Reichsberufswettkampf und die Prüfungen werden in Zukunft die besten und die schlechtesten Lehrlinge und Facharbeiter festgestellt, wobei sich auch die Feststellung der besten und schlechtesten Ausbilder und Firmen ergeben wird. Während die Besten gefördert, bzw. ausgezeichnet, werden die Schlechtesten sich selbst schädigen, bzw. wird ihnen die Berechtigung zur Lehrlingshaltung abgesprochen. In Zukunft soll dieser AÜsbildungsgang durch die Berufsschule mit Fachklassen und Fachlehrern ergänzt werden.
Das zweite Aufgabengebiet ist das der Erwach- senen-Berufserziehung im Betrieb und außerhalb des Betriebes. Diese soll durch die Betriebsberufs- walter und Angehörigen der Werkschar organisiert und vorwärts getragen werden. Jeder Betrieb hat eine betriebliche Berufserziehungsmaßnahme van vorläufig mindestens 6 Vorträgen in monatlichen Abständen, die noch im Juni beginnen müssen, vor der gesamten Belegschaft durchzuführen. Den Anfang soll möglichst ein Vortrag des Betriebsführers über „Entstehung und Entwicklung des Betriebes in seinen betriebs- und volkswirtschaftlichen Zielsetzungen" machen. Die Vorträge find in die Arbeitszeit zu legen. Wenn die Bezahlung vom Betrieb im Augenblick nicht getragen werden kann, bann find durch 1 bis 2 Minuten tägliche Mehrarbeit die 60 Minuten für den monatlichen Vortrag herauszu- holen.
Nach eingehenden Anweisungen über die technische und praktische Durchführung dieser Maßnahmen hob Pg. Beckmann hervor, daß viele Firmen der DAF. bestätigt haben, daß hier der richtige Weg gefunden ist und die Zusammenarbeit sich für Betrieb und DAF. anregend gestaltet. Diese Maßnahmen sind schnellstens durchzuführen, weil sie den kürzesten Weg zum Herzen und zum Verstand des handschaffenden Arbeiters darstellen und ihnen die Gelegenheit bieten sollen, allgemein volks- und betriebswirtschaftlich sehen und denken zu lernen und sich fachlich fortzubilden.
In vielen Betrieben sind bereits Lehrlingswarte und Betriebsberufswalter und in beiden Kreisen (Wetterau und Alsfeld-Lauterbach) bereits 23 Werk- scharen vorhanden. Nach der Neugliederung der Werkscharen in Arbeitsgruppen sollen die Lehrlingswarte und Betriebsberufswalter der Werkschar angehören. Diese berufliche Erwachsenen-Erziehung müsse die Allslese und Förderung der Leistungsfähigkeit übernehmen.
Im Anschluß an den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag fand eine Aussprache statt.
NSG. Der Gaubeauftragte für Altmaterialerfassung gibt folgendes bekannt:
Gemäß Uebereinfunft mit dem Reichsluftschutzbund sind seit mehreren Monaten in den Häusern des Gaues Hessen-Nassau Sammelbehälter aufzustellen, um darin das in den Haushaltungen anfallende Altpapier für die Sammler aufzubewahren.
Da in einigen Kreisen die Durchführung meiner Anordnung noch nicht erfolgt ist, bitte ich die Hausbesitzer nunmehr, bis spätestens 15. Juni für di? Aufstellung von Sammelbehältern (gebrauchten Eimern, Kisten und dergleichen) Sorge zu tragen.
Die Behälter werden zweckmäßig im Keller o-ber an einer sonstigen für die Hausbewohner leicht zugänglichen Stelle, keinesfalls aber im Hofe ober vor bem Haus neben ber Mülltonne ausgestellt. In bie Behälter werben Knäuel- und Abfallpapier aller Art, Schachteln, Kartons und Verpackungsmaterial aus Pappe geworfen. Auf keinen Fall darf künstig-
Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, hielt für die Betrieb sbe ruf sw al ter der Kreise Wetterau und Alsfeld - Lauterbach am gestrigen Mittwochnachmittag im „Burghof" in Gießen eine Tagung ab.
Zur Einleitung sprach ber neue Kreisobmann der DAF. des Kreises Wetterau,
pg. Katzenmeier
über „Die Aufgaben ber Amtswalter der DAF.". Er hob hervor, daß zur Durchdringung des Volkes mit den ncttionalfozialistischen Gedanken der Gemeinschaft ber DAF. eine besondere Aufgabe gegeben ist, weil sie den größten Teil dieses Volkes, wie er in den Betrieben und am Arbeitsplatz in Erscheinung trete, erfasse. Die erste Aufgabe des Amtswalters der DAF. in diesen Gemeinschaften müsse es nun sein, ihr Vertrauen zu erringen, um feine Arbeit fruchtbringend zu gestalten. Dabei müsse er seinen Berufskameraden mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Amtswalter müsse allen Schwierigkeiten mutig entgegensetzen und sich bewußt sein, daß der Führer Punkt für Punkt seines Programms erfüllt und zur gegebenen Zeit auch das abändem wird, was noch nicht mit den Gedanken des Nationalsozialismus völlig übereinstimmt.
Kreisberufswatter pg. Beckmann
gab dann in längeren Ausführungen die grundlegenden Anweisungen für bie Durchführung der „Betriebsgebundenen Berufserziehung". Der Tota- litätsanfpruch der Partei auf bie Menschenführung erstrecke sich auch auf die Berusserziehung. Der Rebner begrünbete bann die Richtigkeit der nationalsozialistischen Wirtschaftsführung, die zur Regelung ber Rohstofffrage unb zur Lösung des Facharbeitermangels einer straffen Führung benötigt. Die Wege dazu führen über bie deutsche Volks- unb Leistungsgemeinschaft. Heute sehen wir bie berufliche Ausbildung als eine Erziehungsaufgabe im Rahmen der Gesamterziehungsaufgabe des deutschen Menschen an, da es gilt, den richtigen Mann an den richtigen Platz zu stellen.
Die von der DAF. angestrebte Berufserziehung setzt daher schon beim Nachwuchs ein unb roenbet sich bann ber Förberung ber Ausbilbung ber Erwachsenen im Betrieb zu. Durch bie Eignungsprüfung, wie sie in einigen Stäbten, u. a. auch in G i e- ß e n bereits eingeführt ist, werben bie jungen Menschen hinsichtlich ihrer körperlichen, geistigen unb seelischen Eignungen unb Fehler erforscht, um ihren Arbeitscharakter festzustellen unb um burch bie Er- funbung ihre sozialen Verhältnisse bie richtige Berufslenkung vorzunehmen. Dann wirb auf eine planvolle berufliche Erziehung burch bie Lehrlings-
Naste staut ist besonders empfindlich gegen Sonne! Erst abtwcknen, dann mit Rivea einreiben. So mindern Sie die Gefahr Sonnenbrandes und wundervoll bronzene Hauttönung. ___
Dornotiren.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Anna Favetti". —* Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Umwege des schonen Karl". — Wettbewerb HI.-Heim, Gießen: 16 bis 18 Uhr Ausstellung ber Entwürfe in ber Volkshalle (Empore). — Kriegerkameradschaft 1874 Gießen: 20.30 Uhr im „Burghof": Kameradschaftsappell mit Lichtbildervortrag über „Verdun".
HZ., Bann und Zungbann 146.
Zur letzten Vorstellung des Theaterringes füf diese Spielzeit gelangt am Montag, 23. Mai, „Scharnhorst" zur Aufführung.
Hierzu können auch Nichtmitglieder des Theaterringes Karten zum Preise von 0,80 Mark auf ber Verwaltungsstelle bes Bannes unb Jungbannes 116 in Empfang nehmen.
Die Einheiten können bis zum Freitag noch Sammelbestellungen aufgeben.
BDM- u. ZM.-Unlergau 116/diesen
Vetr.: hJ.-Thealerring.
Die letzte HJ.-Theaterring-Vorstellung „Scharnhorst" finbet nun am Montag, 23. Mai, statt.
Folgenbe Gruppen haben sofort auf ber Verwaltungsstelle bes Untergaues bie Karten abzuholen: Mäbelgruppe 2, 4, 10/116, IM.-Gruppe 1, 2, 4, 16/116.
Steuerbefreiung füralteKrastdroschken und Mietkrastwagen.
DNB. Eine Derorbnung bes Reichsministers ber Finanzen vom 17. Mai 1938 sieht eine Befreiung von ber Kraftfahrzeugsteuer für alte Kraftdroschken und Mietkraftwagen vor. Danach sind steuerlich befreit Kraftdroschken und Personenkraftwagen, bie ber Kraftbroschkenuntemehmer, ober ber Unterneh
mer von Mietwagenverkehr bereits vor bem 1. April 1933 in seinem Betrieb verwendet hat. Steuerbegünstigt sind Einzelunternehmer, bie ihren Lebensunterhalt im wesentlichen burch ben Kraft- broschkenverkehr ober den Mietwagenverkehr erwerben. Die Verorbnung ist nicht anwenbbar auf Gesellschaften und Personenvereinigungen. Der Unternehmer muß die Steuerbefreiung beim Finanzamt beantragen. Das Finanzamt erteilt bann eine Bescheinigung über bie Steuerbefreiung. Die Steuerbefreiung wirb rückwirkend ab 1. Januar 1938 gewährt.
Besonderer Paßvermerk für Ungarn-Weisen vom 20. bis 29. Mai.
DNB. In der Zeit vorn 20. bis 29. Mai 1938 be- bürfen beutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz ober ftänbigem Aufenthalt im Reichsgebiet für Reisen nach und durch Ungarn in ihren Pässen des besonderen Vermerks: „Gültig auch für Reisen nach und durch Ungarn." Die Erteilung dieses Vermerks ist bei ber zuständigen Paßbehörbe zu beantragen. Wer ohne den erforderlichen Vermerk unmittelbar ober auf einem Umwege nach Ungarn reift, macht sich strafbar. Die Paßnachschaubehörben an ber Grenze sind angewiesen, deutsche Staatsangehörige, die ohne diesen Vermerk in ihrem Paß nach Ungarn ausreisen wollen, an der Ausreise zu verhindern.


