SA-Trauerpara-e für Standartenführer Graf Bernhard zu Solms-Laubach.
Laubach, 19. März. Am Donnerstagnachmittag holten die Laubacher SA.-Kameraden die.'sterblichen Ueberrests ihres in Berlin verstorbenen Kameraben, SA.-Standartenführers Pg. lLraf Bernhard zu Solms-Laub ach in die Vaterstadt ein. Unter einer Fülle von Kränzen, unter denen sich solche des Stellvertreters des Führers Rudolf H e ß , des Reichsministers Dr. G o e b- b e l s, des Reichskultursenats und des Präsidialrats der Reichst'heaterkammer usw. befanden, wurde der Verewigte in der Kirche aufgebahrt, wo gräfliche Förster die Ehrenwache hielten.
Zur Beisetzungsfeierlichkeit am gestrigen Freitagnachmittag war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Rach Gemeindegesang und Schriftverlesung gab der Ortspsarrer unter Voranstellung eines von Frühlingsahnung erfüllten Gedichts des Verstorbenen ein kurzes Lebensbild des so früh Entschlafenen, der schon in seiner Jugend den Vater verloren hatte und sein von der Liebe zu den schönen Künsten und seiner oberhessischen Heimat erfülltes Leben dem Führer und dem neuen Deutschland widmete. Der Pfarrer sprach von der Tragik, die die in Berlin erkrankte Gattin des Verstorbenen an der Teilnahme an dieser Trauerfeier ver- hirürerte, und von dem herben Schicksal, das in letzter Zeit oft die Familie heimgesucht hatte, und er sprach Worte des Trostes und der Anteilnahme für die schwergeprüften Angehörigen.
Der mit dem Hakenkreuzbanner und der SA.- Mütze des Verstorbenen bedeckte Sarg wurde dann von den Förstern auf den Wagen gehoben. Auf dem Platze vor dem Schloß erwartete die in Paradeaufstellung angetretene Ehrenformation der SA.- Standarte 116 unter dem Kommando des Standartenführers Lutter ihren toten ersten Standartenführer. In den Straßen bis zum Friedhof standen Fackelträger Spalier. Der Musikzug der Standarte setzte mit Trauerweisen ein. Mit dem Feldzeichen der Standarte 116 und den Sturmsahnen, sowie der Fahne der Politischen Leiter des Kreises Wetterau an der Spitze, setzte sich die Trauerparade in Bewegung. Ein Ehrensturm der Sturmführer der Standarte und ein weiterer der- SA.° Mannschaften schritten dem Leichenwagen voraus. Ihnen folgten die Politischen Leiter der Kreise Wetterau uckd Büdingen-Schotten, sowie HI. mit den zahlreichen Kränzen. Den Sarg flankierten SA.- Sturmführer und Förster. Hinter der Gräfin- Mutter und Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach schritten die Verwandten, denen sich die Mitkämpfer des Verstorbenen, der erste Kreisleiter des Kreises Gießen, Pg. Adam Lotz, und einer der ersten vberhefsischen SA.- Führer, Standartenführer (222) Schäfer, Bad- Nauheim, Kreisleiter Backhaus, Gießen, und Kreisleiter G ö r n e r , Büdingen, als Hoheitsträger der Partei, ^-Standartenführer (83) Müller, Gießen, Kreisamtsleiter, Vertreter des NSKK., zahlreiche Freunde aus der Kampfzeit und die Laubacher Bevölkerung anschlossen.
Am Friedhof nahmen SA.-Sturmführer den Sarg auf und trugen ihn zum Grab, wo er unter Trommelwirbel und dem Gebet der Pfarrer in die Gruft gesenkt wurde. Im Auftrage des Reichsstatthalters, für die Partei und den Kreis Büdingen- Schotten überbrachte Kreisleiter G ö r n e r, Büdingen, den letzten Gruß und sprach dem guten Kameraden und SA.-Führer, der sich als Kampfredner dis Liebe und Wertschätzung der Oberhessen erworben hatte, Dank aus. Kreisleiter Backhaus, Gießen, sprach das Gelöbnis aus, daß die Bewegung ihren Kameraden und Mitkämpfer nicht vergessen, sondern ihm nacheifern werde für ein großes, freies Deutschland. Im Auftrage des SA.- Grupvenführers Beckerle und des Brigadeführers (147) Schwarz, Gießen, sowie für die Stan
darte 222 sprach Standartenführer Schäfer, Bad- Rauheim, dem Kameraden und Freund ergreifende Abschiedsworte und versicherte, daß das Andenken an Graf Bernhard im oberhessischen Volke weiterleben werde. Die Standarten 116 Gießen und 145 Büdingen ließen Kränze niederlegen. Bürgermeister H ö g y widmete für die Schulkameraden und für die Stadt Laubach dem Verstorbenen Worte herzlichen Gedenkens. Die Ortsgruppe Münzenberg ehrte ihren Mitarbeiter und Berater.
Während das Lied vom guten Kameraden erklang, trat die SA.-Standarte 116 zum Appell für ihren ersten Standartenführer an. Standartenführer Lutter hielt, während an der Friedhofsmauer die Fackeln zusummengeworfen wurden, eine Ansprache, in der er sagte:
SA.-Kamerad! Der Kreis deines Lebens und deines Schaffens hat sich geschlossen. Du bist ausgewogen als Kämpfer der Idee deines Führers und oist heimgekehrt in den Schoß der Erde deines Vaterhauses. Als SA.-Mann und -Führer hast du dein ganzes Leben eingesetzt für Führer und Volk, darüber hinaus bist du als Künder unserer Weltanschauung weit hinaus in die deutschen Lande gezogen, und Tausende deutscher Volksgenossen danken dir ihr Erwacken. Als die SA. m Oberhessen wuchs, als deine Arbeit Früchte trug, wurdest du unser erster Standartenführer und hast deine Standarte geführt, bis bei der Machtübernahme der Führer dich vor Aufgaben stellte, die auch den Künstler in dir verlangten. Nie in der ganzen Zeit, wo du fern deiner Heimat, fern deiner alten SA.-Ka- meraden gewirkt hast, nie hast du uns Oberhessen vergessen. Du warst jetzt vom Führer ausersehen, die Gesamtleitung der Theater der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu übernehmen, wirklich eine Aufgabe, deiner wert, denn dies verlangte nicht nur den Künstler in dir, sondern vor allem den alten SA.-Mann und Kämpfer.
Was du für dein Volk getan hast, ist ausgezeichnet in der Geschichte der oberhessischen SA., ist eingetragen in der Geschichte der Standarte 116 und ist verankert in den Herzen deiner Kameraden. Viele von uns sind eingezvgen zur Standarte Horst Wessel, ohne zu wissen oder zu ahnen, ob ihr Kampf vom Sieg gekrönt sein würde, dir aber ist es vergönnt gewesen, das neue Reich erstehen zu sehen, und du kannst als erster SA.-Mann der Standarte Horst Wessel melden, daß Großdeutschland erwacht und Großdeutschland vom Führer geschaffen wurde. Was von dir sterblich war, wird deiner Heimaterde wiedergegeben. Da aber lebst in deinen Kindern und in uns weiter, und solange noch ein SA.-Mann in Oberhessen marschiert, wird dein Name nicht vergessen.
Wir aber wollen weitermarschieren und kämpfen, bis auch wir unser Werk vollendet haben, oder in jüngere Hände übergeben. Das sei unser Dank an dich und unser Schwur.
Ich rufe auf zum Appell: „Standartenführer Bernhard Graf zu Solms- Laubach!"
Wuchtig antworteten, wie ein einziger Mann, die Männer der Standarte 116: i e r!" Zur Bekräftigung fang die Standarte Horst Wessels Kampflied.
Nach der Feier rückte die SA. mit klingendem Spiel in die Stadt ein. Am Fridericianum richtete Standartenführer Lutter noch kurze, packende Worte an seine SA.-Männer, denen er den Kamp- fesmut und den Opfersinn des verstorbenen ersten Standartenführers (116) Graf Bernhard zu Solms- Laubach als leuchtendes Beispiel vor Augen stellte und sie aufforderte, diesem Vorbild in Treue nachzueifern. Mit dem Treugruß an den Führer der Deutschen und Obersten SA.-Führer, der in dem Gesang der Nationallieber feierlich ausklang, wurde der Appell geschlossen.
Aus der engeren Heimat.
Ein Turmhahn berichtet Dorfgeschichte.
K Steinbach (Kreis Gießen), 19. März. Die Neudeckung des Tu r m d a ch e s u n f e r e r Ki r ch e ist bei dem günstigen Wetter gut fortgeschritten, sie wird in Kürze vollendet sein. Am Donnerstag wurde der Turmhahn heruntergeholt. Diese Arbeit lockte viele Zuschauer an, die den in der Spitze arbeitenden Meister wohl kaum beneideten. Kreuz urrS Hahn werden gründlich überholt. Dabei stellte sich heraus, daß der Hahn wohl völlig erneuert werden muß, da er zu stark verrostet ist.
Im Knauf der Turmspitze fand sich ein Bleiblech, das Urkunden enthielt. Schon von außen her sah man ein vergilbtes Papier, das sich als „Urkunde für die Gemeinde Steinbach in der Nachwelt" — so heißt die Aufschrift — entpuppte. Es ist eine Schrift, die die Handwerker heimlich eingefügt hatten, nachdem die offizielle Urkunde von dem Bauherrn schon eingelegt war. In dieser „Geheim"-Ur- tunde ist zu lesen: „Im Jahre 1847 d. 1. Oktober haben wir Christoph H e y d, Steindecker aus Butzbach, Philipp Göbel, Zimmergesell aus Büttelborn bei Darmstadt, Kreis Groß-Gerau, und Anton Scheibe! aus Nieder ° Mörlen, Zimmergesell, Knopf, Kreuz, Gickel und Zubehör mit Gottes Beistand und Hülfe aufgezogen und aufgesteckt. Wir warnen jeden Steindecker und Zimmergesell vor der Nachwelt, solche Arbeiten zu unterlassen und uns solche Arbeit von der Gemeinde Steinbach schlecht belohnt wurde. Die Unterschrift der drei Beteiligten ..."
Ferner fand sich noch eine solche eingeschmuggelte „Urkunde", die aber völlig vergilbt und schwer zu lesen ist. Darin hat der Meister und fein Sohn nebst 17 Gesellen und 1 Lehrling, die die Weißbinderarbeiten in der Kirche gemacht und alle unterschrieben hatten, sich also verewigt: „Wir haben bei der diesjährigen Theuerung erlitten viele Verluste."
Die sehr gut erhaltene offizielle Urkunde bemerkt, daß in dem Denkstern im Haupteingang der Kirche rechts eine ausführliche Urkunde über die örtlichen und geschichtlichen Verhältnifie Steinbachs eingelegt ist. Dann werden die Namen der Mitglieder des Kirchen-, Schul- und Gemeinde-Vorstandes ausgezeichnet, auch die Namen des Schullehrers Christian August Praetorius und des Kirchenrechners Jacob Keßler angeführt, Pfarrer K. Th. L. Völker, Bürgermeister Stephan Horn angeführt. Es wird dann besonders ausgezeichnet, daß der Maurer Conrad Heller aus Garbenteich am 2.8.1847 beim Turmbau tödlich verunglückte, „indem dts Seil zerriß, an dem die Steine emporgebracht wurden und einer derselben ihn traf". Darauf werden angegeben: „Im Frühjahr 1847 galt das Malter Weizen 27 Gulden, desgleichen Korn 22 bis 24 Gulden, do, Gerste 19 Gulden,
Hafer 9 Gulden und Kartoffel 9 Gulden. Die Bauhandwerker bekamen täglich von 40 Kreuzer bis zu IVa Gulden. Die sämtlichen Baukosten, einschließlich der Orgel und Glocken, beliefen sich über 40 000 Gulden." Den Schluß der Urkunde bildet die Angabe der Bauleitung der Kirche: 1. Oberbaurach Carl Müller, Gießen, dessen Nachfolger Kreisbaumeister Holzapfel, vorher in Grünberg, und der Bauauffeher 1. Klasse Martin Unger aus Hirschhausen an der Bergstraße.
Bei der Anlage des Blitzableiters auf Kirche und Turm wurde übrigens der Turmhahn schon einmal heruntergeholt. Dessen wissen sich noch viele Leute zu erinnern. Angeblich sollen damals die Handwerker mit dem Turmhahn von Haus zu Haus gegangen sein, um ihn zu zeigen, die Leute hätten dafür Eier geschenkt. Auch heute ist das Interesse der Dorfbewohner groß, den Hahn einmal in der Nähe zu schauen.
Landkreis Gießen.
* Großen-Linden, 19. März. Am gestrigen Freitagnachmittag verunglückte auf der Landstraße Klein-Linden —Großen-Linden das Personenauto des Karl Philipp Jung aus Hochelheim dadurch, daß es in einer Kurve, die durch herab- getropfte Baumspritzmittel besonders glatt geworden war, ins Rutschen kam und u m st ü r z t e. Dabei erlitt die Schwester des Autobesitzers, Frau Marie Luise V i e h m a n n aus Hochelheim, einige Schnittwunden am Kopfe, während die übrigen Insassen zum Glück unverletzt blieben. Der Kraftwagen wurde schwer beschädigt. Kurz vorher war an der gleichen Stelle der Mo'toradfahrer Eberhard Kreiling, Heuchelheim, aus der gleichen Ursache gestürzt. Er kam zum Glück mit Pkellungen davon, seine Maschine wurde leicht beschädigt.
A Heuchelheim, 18. März. Die NS.-Gemeinschaft „K r a f t d u r ch Freude" ließ in der Turnhalle durch das Volkstheater Darmstadt gestern am Nachmittag das Märchenspiel „Rumpelstilzchen" und am Abend den Schwank „Der Etappenhase" aufführen. Beide Mal war die Turnhalle gut besetzt.
gfs. Lollar, 18. März. „Erziehungsfragen" war das Thema eines Vortragsabends in unserer Frauenschaft. Frau Dr. Neumann aus Gießen verstand es vortrefflich, die Aufmerksamkeit für diese wichtigen Fragen in der Erziehung der Jugend, die in den ersten Jahren ausschließlich in den Händen der Mutter liegt, zu wecken. Durch kleine, packende Erzählungen aus dem täglichen Erleben wußte die Rednerin ihre Anregungen praktisch zu gestalten. Reicher Beifall dankte der Rednerin. Der Abend war sehr gut besucht.
gfs. Daubringen, 18. März. Die Abteilung Volkswirtjchaft'Hauswirtjchaft gestaltete hier einen
interessanten Vortragsabend, bei dem Frau Sch 3- fer aus Gießen über alle Fragen sprach, die unsere Hausfrauen besonders angehen. Die Rednerin brachte im Laufe des Abends eine Fülle von Anregungen und auch praktischen Winken, um der großen Verantwortung der Volkswirtschaft gegenüber gerecht zu werden, daß wohl alle Frauen einen Gewinn an diesem Abend hatten. Es waren 82 Frauen anwesend.
gfs. Mainzlar, 18. März. In unserer Frauenschaft sprach am Pflichtabend Frau S ch l i e p h a k e aus Gießen über „Gute und schlechte Stoffe". Sie erklärte durch praktische Beispiele, welche Unterschiede es gibt in geschmackvollen und häßlichen Mustern, an grellen ober angenehmen Farben, sowie die Auswahl zwischen haltbarem, zeitbeständigem Material oder schnell zerreißbarem Schund. Die Rednerin betonte, daß gerade das Auge der Mutter geschult sein muß, um an der eignen Kleidung und auch in der Heimgestaltung Geschmackloses zu vermeiden und dem Wertbeständigen den Weg zu bereiten. Der Vortrag fand großen Anklang.
gfs. Lumda, 18. März. Am Pflichtabend der Frauenschaft sprach hier die Kreisftauen- schaftsleiterin Frau Wrede. Ausgehend von der Arbeit, die es auf allen fraulichen Gebieten zu leisten gilt, erklärte die Rednerin den Aufbau des Deuffchen Frauenwerks, das die Aufgaben der Frauenschaft und aller Verbände umschließt. Die Frauen folgten mit lebhafter Aufmerksamkeit.
Kreis Alsfeld.
ch Deckenbach, 17. März. Am kommenden Dienstag, 22. März, kann die älteste Einwohnerin unseres Ortes, die Witwe Frau Anna Katharine Müller, ihren 8 4. ^u r t s t a g im Kreise ihrer Familie begehe^-r- D^der früheren Wohnung des Försters T r u p'p"wird gegenwärtig ein Koch- kursus abgehalten. Anschließend an diesen Kursus wird im gleichen Hause eine Kleinkinderschule eingerichtet werden.
fireis Wetzlar.
0 Groß-Rechtenbach, 17. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärten sich die Gemeinderäte damit einverstanden, daß die Gemeindejagd wieder an den alten Jagdpächter auf weitere neun Jahre, freihändig verpachtet wird. Die Neuoerpachtung der ® e • meindegrundstücke, die von dem Bürger- meister ebenfalls freihändig auf weitere 9 Jahre oorgenommen wurde, wurde van den Gemeinde- röten genehmigt. Dem Erlaß einer neuen Fried- Hofsordnung wurde zugestimmt. Fernerhin beschäftigten sich Die Gemeinderäte mit der Instandsetzung der Schul- und Kirchstraße. Beide Straßen sollen sofort neu instandgesetzt werden.
# Wißmar, 18. März. Am heutigen Freitag, 18. März, kann die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Anna Margarethe Speier, geb. Weil, Bachstraße 248, ihren 8 8. Geburts - t a g feiern. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig. Noch jetzt sitzt sie viel am Rocken, um bie Wolle für den häuslichen Bedarf zu spinnen.
Amtsgericht Gießen.
Der H. Sch. aus Gießen hatte zwei Strafbefehle in Höhe von je 15 RM. erhalten, weil er auf einem fremden Grundstück Meerrettich gegraben und entwendet haben sollte, zum anderen, weil er fein weidendes Schaflamm derart angeseilt hatte, baß es das in einem Nachbargarten stehende Gemüse mit abfraß. Mit diesen beiden Strafen hatte sich der H. Sch. nicht zufriedengegeben. In her Verhandlung vor dem Einzelrichter konnte chm der Diebstahl des Merrettichs nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Er wurde insofern freigesprochen. Im zweiten Falle hatte er aber weniger Glück, als diese Strafe im Hinblick OjUf seine Vorstrafen und seine Versuche, vor Gericht die Unwahrheit zu sagen, auf eine Woche Haft erhöht wurde.
Wirtschaft.
Rhein-Mainische Börje.
rNillagsbärse uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 18. März. Der immer noch recht spärliche Ordereingang gab auch der heutigen Börse das Gepräge. Die Grundtendenz war wohl weiterhin freundlich, und es bestand auch vorwiegend Kaufinteresse der Kundschaft, es beschränkte sich indessen nur auf einzelne Spezialwerte, während das Gros der Aktienwerte vernachlässigt blieb. Ebenso hielten sich die Umsätze nach wie vor in sehr engen Grenzen. Mit großem Interesse sieht man naturgemäß der heutigen Reichstagssitzung entgegen. Starke Beachtung fanden schließlich die Ausgleichsmaßnahmen für die österreichische Wirtschaft, insbesondere die Regierung des Zahlungsverkehrs und die Uebernahme der österreichischen Nationalbank durch die Reichsbank. Die Kursveränderungen bewegten sich zumeist bei Bruchteilen eines Prozentes. Weiterhin fest lagen aus dem bekannten Grunde Demag mit 153,50 bis 155 (152,50), auch andere Maschinenwerte lagen etwas höher, Daimler 142,50 (142), Adlerwerke 120,75 (120,50). Stärker erhöht bei etwas lebhafteren Umsätzen waren sodann Zellstoff Waldhof mit 149 bis 150 (147,50). Siemens kamen nach Pause mit 208,25 (204,75) wieder zur Notiz. Von Montanwerten bröckelten Hoesch und Mannesmann bis 0,50 v. H. ab, Verein. Stahl unv. 114, dagegen Rheinstahl 1 v. H. höher. JG.-Farben unter Schwankungen mit 159,50 bis 160 bis 159,75 (160) lebhafter. Reichsbank-Anteile nicht ganz behauptet mit 198,25 (198,50).
Am Rentenmarkt hatten Kornmunal-Um- schuldung lebhaftere Umsätze mit 96,13 (96,10), Reichsaltbesitz ruhig und unv. 132,75. Reichsbahn- VA. 0,13 v. H. höher mit 131,75. Pfandbriefe waren
teilweise wieder gestrichen und die notierten zumeist repartiert. Liquidationspfandbriefe und Kommunal- Obligationen unv. Durchweg 0,13 v. H. höher lagen Darmstädter Kommunal-Odligationen. Industrie- Anleihen wenig verändert, 6 v. H. Farben minus 0,25 v. H. auf 130,75. Stadtanleihen und Staatspapiere zeigten zumeist die Vortagsnotierungen, ehemals 6proz. Stadt Frankfurt jedoch 0,40 v. H. niedriger mit 99,40.
Abendbörse freundlich.
Die Abendbörse nahm zwar einen ruhigen Verlauf, da nur wenig Aufträge eingelaufen waren und auch die Berufskleise etwas Zurückhaltung ^n den Tag legten, die Stimmung war aber weiterhin zuversichtlich und freundlich, was sich auch in meist etwas erhöhten Kursen gegenüber den schon festeren Mittagsschlußnotierungen ausdrückte. Lebhaftere Umsätze verzeichneten auf Käufe einer Großbank Verein. Stahl mit 114,40 (114), Mannesmann 0,13 v. H. höher mit 114,13, aber Rheinstahl knapp gehalten mit 145 (145,25). Von Autowerten BMW. in Anpassung an Berlin 1,25 v. H. fester mit 154,50, die übrigen Maschinenaktien voll behauptet, Adlerwerke 121, Moenus 134,50, MAN. 132, Demag 154,50. Einiges Geschäft verblieb in JG.-Farben zu unv. 160. Leichte Erhöhungen zeigten u. a. Deutsche Erdöl mit 142 (141,75), Deutsche Linoleum mit 172,50 (172), Reichsbank mit 198,75 (198,50) Gcs- fürel mit 147,50 (147,25), Holzmann mit 162,75 (162,50). Großbankwerte notierten unverändert von Jndustriepapieren Aschaffenburger Buntpapier weiter erhöht auf 98 (97,25). In Renten waren die Umsätze bescheiden und die Kurse unverändert, so für 6 v. H. JG.-Farben mit 130,75 und Kommunal- Umschuldung mit 96,10 bis 96,13.
-- /
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a. M-
Berlin
Schluß- kurs
Schluß?. Abendbörse
Schluß- kurs
Schluß! Mittag börje
Schluß- kurs
Schluß!. Abend börse
Schluß- kurs
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Dalum
17.3
183
17.3.
18-3.
Datum
17-3.
173.
17.3-
18 3.
5% Deutsche RetchSanleihe v. 192?
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Aceumulatoren-Fabrik......
14
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99,9
99,9
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jungen von 1935 . .........
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Elektrische Licht und Kraft...
.. 7
144
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144,75
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
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143,25
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Philipp Holzmann.........
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140
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Kokswerke und Chemische Fabrik 7
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159
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Lahmeyer ................
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Öbl. 2 3.................
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Mannesmann.............
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101,75
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Metallgelellschaft...........
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138,25
138
138,5
138,25
6y2% Rheinische Hyp Liquidation
Crenflein & Koppel........
.. 0
—
—
108,25
108,13
Goldpfe.....................
101,65
101,65
101,7
101,65
Rheinische Braunkohle......
12
233,25
234,5
233,5
233,75
Lteuergulschein-Verrechnungskure
111,4
111,4
111,6
111,6
Rheinische Elektro..........
.. 6
—
129
—
129
Rheinstahlwerke............
.. 6
144,5
145
145
145,25
S.G. für Verkehrswesen ....
Hamburg-Siidam. Dampfschiff. 0
Hamburg-Amerika Paket...... 0
134,75
135
76,75
134,9
135,25
77,75
Rheinisch-Westfälische Elektro
RüigerSwerke .............
Salzdetfurth Kali..........
Schurken & So............
.. 6 .. ? .. 6 .. 7
127,25
153
166,5
179,75
127,25
153,5
180
126,9
153
166,5
180,5
127,4
152,5
166
180
Norddeutscher Lloyd.......... 0
Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. ?
131.65
131,75
131,75
79
132
Schultheis Patzenhoser......
Siemens & Halske .........
.. 4
.. 8
208,25
94,25
209
94,75
209,25
Süddeutsche Zucker.........
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212,5
212,75
213,75
ReichSdant................. 12
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198,75
198,25
198,4
Bereinigte Stahlwerke......
114
114,4
113,75
114
Berliner Handelsgesellschaft 6%
130
130
130
130
Westdeutsche Kaufhof .......
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97
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Commerz- und Privat-Bank .. 6
123,25
123,4
123,25
123,4
Westeregeln Alkali..........
.. 4
106
106
106,5
106,5
Deutsche Diskonto............ 6
128
128
128
128
Zellstoff Waldhof..........
.. 6
147,5
150
148
150
Dresdner Bank..............4
116,4
116,5
116,4
116,5
Ctaoi Minen ............
. 0,6
28
27,65
28
27,75
Detnlenmarfl Berlin — Jtanffurt a. 2TL
17 März
18 März
17.März.
18 Man
Amtliche Notterung
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Briet
Geld
Brief
Geld
Brtei
Geld
Bries
Buenos Aires.............
0,641
0,645
0,643
0,647
Japan...................
0,721
0,723
0,721
0,723
Brüssel...................
Rio de Janeiro............
41,89
41,97
41,93
42,01
Jugoslawien ..............
5,694
5,706
5,694
5,706
0,144
0,146
0,144
0,146
Cilo ...................
62,15
62,27
62,12
62,24
Solen....................
47,00
4710
47,00
47,10
toten.................
49,95
50,05
Kopenhagen...............
55,21
55,33
55,18
55,30
Lissabon..................
11,235
11,255
11,23
11,25
47,00
47,10
47,00
47,10
Stockholm.............
63,68
63,80
63,65
63,77
London ..................
12,365
12,395
12,36
12,39
Schweiz.................
57,15
57,27
57,15
57,27
helsingsorS................
5,47
5,48
5,47
5,48
Spanten.................
Paris....................
7,712
7,728
7,612
7,628
Prag.....................
8,721
8,739
8,711
8,729
Holland .................
137,42
137,70
137,74
138,02
Budapest.................
13,09
13,11
13,09
13,11
Aeuyäü....
2,490
2,494
2,493
2,497


