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wir in seiner sicheren Hand, in der 5>ani> des ge­borenen Deutsch-Oesterreichers, die Zukunft des zurückgewonnenen Landes in bester Hut. Er kennt die Seele der deutschen Ostmark und seiner Men­schen, er weiß um ihre nicht unberechtigte Empfind­lichkeit gegenüber dem kühlen Selbstbewußtsein des Norddeutschen, er weiß, daß erst wieder zueinander- wachsen muß, was so lange getrennt war, er kennt die Wunden, die das Schwert der Geschichte in einem Jahrhundert schlug, aber er weiß auch um den heilenden Balsam.

Heinrich Ritter von Srbik, der be­deutende Geschichtsforscher der Wiener Universität, sagt in einem Aufsatz zum 13. März:Wenn wir nun zum Mutterland mit heißem Jubel zurück­kehren, wenn wir uns ehrfurchtsvoll und in Liebe verneigen vor einem einmaligen großen Deutschen, der aus unserem Boden entsprossen ist, so beseelt uns Deutsche in Oesterreich das Bewußtsein ehrlich erfüllter Pflicht, und wir, ziehen mit erhobenem Haupte ein in das Reich voll der Gewißheit,daß wir nicht nur Empfangende, sondern auch Gebende sind." Das wollen wir nicht vergessen, wenn in den nächsten Tagen und Wochen über die gefallenen Grenzen die deut­schen Brüder aus Oesterreich dei uns zu Gast sind, Arbeitskamevaden, Soldaten, die vielen Kinder, die in Jahren der Wirtschattskrisis daheim oft bittere Not leiben mußten, und die verdienten Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung. Und wenn wir nun selbst wieder bald ohne Schwierigkeiten der Devisen- und Zollkontrolle uns aufmachen dürfen in die zu uns zurückgekehrte deutsche Ost­mark, wollen wir die herrlichen österreichischen Lande, vielleicht die schönsten und mannigfaltigsten unseres neugewonnenen Großdeutschen Reiches, mit einem Gefühl tiefster Dankbarkeit für die Menschen betreten, die hier auf einsamen, oft verloren ge­glaubten Posten die Wacht gehalten haben am äußersten Bollwerk deutscher Kultur eingedenk ihrer deutschen Sendung im Südosten und die Treue zum Reich im Herzen. Wenn wir an die Mitgift denken, die Oesterreich mit ins Reich einbringt, sind unsere Gedanken nicht in erster Linie den reichen Bodenschätzen, der ausbaufähigen Land­wirtschaft, der entwickelten F^inindustrie, dem hoch­stehenden Kunstgewerbe, wir wollen uns ebenso sehr bewußt sein, .welche großartigen, unverlier­baren Schätze deutschen Geistes uns die deutsche Ostmark geschenkt hat. Heinrich von Srbik weist in seinem schon genannten Aufsatz mit Recht auf diese gegenseitige Befruchtung hin, die sich zwischen dem Reich und seiner Ostmark im Laufe mehr als eines Jahrtausends deutscher Geschichte ergeben hat von den Nibelungen und Walter von der Dogel- werde bis zu Grillparzer und Stifter, und was wäre die deutsche Musik ohne Haydn und Mozart, Schubert und Bruckner, selbst die Niederdeutschen Beethoven und Brahms gelangten erst in Wien zu ihrer vollen Entfaltung. So sind auch wir dankbar Empfangende, die sich über alle Maßen glücklich preisen, nach der befreienden Tat des Führers mit Oesterreich einen der schönsten und reichsten deut­schen Gaue, einen der wertvollsten und erprobtesten deutscher? Stämme im neuen Großdeutschen Reich willkommen heißen zu dürfen.

Der Sjolz über diese herrliche österreichische Heimat, die er dem deutschen Volke wiedergeschenkt hat, schwang auch mit in der Rede, in der der Führer gestern die Wiedereingliederuna Oesterreichs dem Deutschen Reichstag bekanntgab.Welch stolzere Befriedigung kann es", so sagte der Führer,für einen Mann geben, als die Menschen der eigenen Heimat in die größere Volksgemeinschaft geführt zu haben." Mit eindringlichem Ernst legte der Führer dar, wie das Nationalitätenprinzip das bewegende politische Ideal wurde und nur uns Deutschen das Schicksal es versagt hatte, alle Volks­genossen deutschen Bluts in einem Reich zu einigen. Die Friedensdiktate sollten nach dem Willen ihrer Urheber uns diesen Weg für alle Zeiten versperren. Heute wie damals hatten die Patentdemokraten eine doppelte Auslegung des einst feierlich von ihnen verkündeten Selbstbestimmungsrechts der Völker be­reit. Wie man einst die in österreichischen Ländern durchgeführten Abstimmungen beiseiteschob, ja ver­bot, als die ersten Ergebnisse eine überwältigende Mehrheit für den Anschluß an das Reich gezeigt halten, so will man heute in den westeuropäischen Völkern vom Selbstbestimmungsrecht nichts wissen, da das deutsche Volk in Oesterreich mit beispielloser Freude seinen Befreier von dem brutalen Terror eines volksfremden Regimes und einer ihm durch Diktat aufgezwungenenUnabhängigkeit" umjubelt und feine Heimkehr ins Reich feiert. Diesen ver­logenen Zweideutigkeiten ausländischer Politiker, die nackte Interessen mit falschen demokratischen Phra­sen bemänteln, warf der Führer die stolzen Worte entgegen:Recht muß Recht fein, auch bann, wenn es sich um Deutsche handelt!" Welche Weltmacht, so sagte er, würde es ruhig hinnehmen, wenn Mil­lionen ihrer Volksgenossen außerhalb der Reichs­grenzen immer wieder aufs tiefste g^demütigt und drangsaliert wurden? Und Deutschland ist dank der nationalsozialistischen Erhebung wieder eine Weltmacht geworden, die es mit ihrer Ehre nicht zu vereinbaren vermochte, zuzusehen, wie in Oesterreich Millionen deutscher Volksgenossen auf das brutalste mißhandelt wurden.

Dem entsprang die Berchtesgadener Zusammen­kunft mit ihrem Vorschlag zur inneren Aussöhnung und Entspannung zwischen den beiden deutschen Ländern. Mit allem Ernst waren Herrn Schuschnigg, wie der Führer noch einmal im Reichstag darlegt, die Folgen eines Scheiterns dieses unwiderruflich letz­ten Versuchs klargemacht worden. Daß trotz seines beispiellosen Betrugs unendliches Unheil verhütet werden konnte und Oesterreich das Schicksal Spa­niens erspart blieb, ist einzig und allein des Füh­rers kühner Entschlußkraft zu verdanken, der mit seiner Befreiung Oesterreichs eine unerträgliche mit­teleuropäische Spannung radikal beseitigt hat, wo­für gerade die direkt beteiligten Mächte wie Ita­lien, Jugoslawien, Ungarn und auch Polen das stärkste Verständnis gezeigt haben. Mit besonders herzlichen Worten gedachte der Führer der ein­deutigen Haltung des faschistischen Italiens, die alle Spekulationen auf eine Belastung der Achse Berlin Rom zunichte gemacht undunlösbare Freund­schaft" zwischen beide Völker gesetzt hat. Was der Führer in einem Brief an den Duce schon ausge­sprochen hat, bekräftigte er feierlich im Namen des deutschen Volkes unter dem Beifall des Reichstags: Das Land und die Grenzen dieses Freundes sind für uns unantastbar!" Der Duce hat in seiner Rede vor der italienischen Kammer das von tiefer Er- kenntnis der inneren Zusammenhänge und logischen Entwicklungen zeugende Wort geprägt:Wenn ein Ereignis n a t u r n o t w e n d i g geworden ist, so ist es besser, es geschieht mit un s, als etwa trotz uns, oder noch schlimmer, gegen uns." Es war nach der ganzen Einstellung der maßgebenden Kreise in Pa- ris und London nicht anzunehmen, daß die West­mächte den gleichen nüchternen Tatsachensinn auf- hringen würden, um sich von Illusionen zu lösen, die

nicht mehr in eine von Grund auf veränderte Welt passen. Die Zeichen der Verärgerung und des Miß­vergnügens müssen wir in Kauf nehmen und uns damit trösten, daß wir auch mit einer ihnen geneh­meren Methode schwerlich den Beifall Frankreichs und Englands für die Wiedereingliederung Oester­reichs gefunden hätten.

Wenn nun am 10. April die ganze deutsche Na­tion, die Wahlberechtigten eines beschlossenen 75- Millionen-Volkes nach Dem Willen des Führers an­treten werden, um ihr Bekenntnis zum Großdeut­schen Reich feierlich abzulegen, so wird in der Volks­abstimmung über die Wiedervereinigung Oester­reichs sowohl wie in der Wahl zum ersten groß- »;n Reichstag, der heiße Dank an den Führer usdruck kommen, dessen genialer Staatskunst diese erhabene Krönung eines gigantischen Aufbau­werkes gelang, und der Wille, dies Großdeutsche Reich der Ehre und Freiheit festzuhalten mit allen Fasern unseres Herzens und wenn es nottut, auch zu verteidigen mit der ganzen Kaft und Entschlossen­heit eines Volkes, dem Adolf Hitler den Willen zu höchsten Leistungen im friedlichen Wettbewerb der Völker wiedergegeben hat, aber auch Selbstachtung und Selbstvertrauen, den Glauben an fein Recht und feine unverlierbare Ehre. Dr. Fr. W. Lange.

Des Führers Tnumphfahrt zum Reichstag.

Berlin, 18. März. (DNB.) Ein Jubelschrei ohnegleichen bricht in der Wilhelrnstraße aus, als etwa zehn Minuten vor Sitzungsbeginn der Füh­rer die Fahrt zum Reichstag antritt. Wieder kommt in diesen sich lawinengleich fortpflanzenden unbeschreiblichen Begeisterungsstürmen und Huldi- gungen der heiße und innige Dank der Nation an den Schöpfer Großdeutschlands für seine ge­schichtliche Tat zum Ausdruck. Von solchem Jubel auf der ganzen Fahrt überschüttet, trifft der Füh­rer vor der Krolloper ein. Vor der Krolloper herrscht reger Betrieb. In langen Zweier- und Dreierreihen fahren die Wagen mit den Mitgliedern der Reichsregierung, den Ehrengästen, den Ver­tretern der Wehrmacht und Diplomaten vor. Eine Ehrenkompanie des -TotenkopfverbandesBran­denburg" ist aufmarschiert. Im offenen Wagen er­

scheint der Präsident des Deutschen Reichstages, Generalfeldmarschall Göring, dem von der Menge stürmische Ovationen dargebracht werden. Kurz danach wird Dr. Goebbels stürmisch be­grüßt. Punkt 20 Uhr fährt der Führer vor und schreitet unter den Klängen des Präsentiermarsches und des Deutschlandliedes die Front der Ehren­kompanie ab. Im Eingang der Krolloper wird der Führer vom Präsidenten des Hauses, Generalfeld­marschall Göring, willkommen geheißen.

Der Führer

betritt den Sitzungssaal.

Um 19.45 Uhr ist das Haus voll besetzt. Fast alle Reichsminister, Reichsstatthalter und Staats­sekretäre haben sich bereits eingefunden. Im Par­kett sind sämtliche Abgeordneten anwesend. Die Zu­schauertribünen sind überfüllt. Wenige Minuten vor 20 Uhr erscheinen im Sitzungssaal die Mitglie­der der österreichischen Landesregie­rung mit dem Reichsstatthalter Seyß-Jn- quart an der Spitze, der die Uniform eines ff» Gruppenführers trägt. Laute Heilrufe und Händeklatschen begrüßen die führenden Män­ner aus der deutschen Ostmark, die heute zum ersten Mal an einer Sitzung des Deutschen Reichstages teilnehmen. Botschafter v o n Papen begrüßt jeden einzelnen der österreichischen Herren mit Handschlag und ihm schließen sich die Mitglie­der der Reichsregierung, die führenden Männer von Partei und Staat an.

Lautloses Schweigen tritt ein. Sowohl auf der Regierungs-Estrade wie im Parkett der Abgeord­neten und auf den Tribünen erwarten alle An­wesenden stehend den Führer, der, als er Punkt 20 Uhr in Begleitung des Reichstagspräsidenten Generalfeldmarschall Göring und Reichsinnen. Minister Frick den Saal betritt, mit lauten Heil­rufen empfangen wird. Der Führer nimmt auf der Regierungs-Estrade Platz.

Neben ihm fitzen in der ersten Reihe die Reichs­minister Heß, von Ribbentrop, Dr. Frick, Dr. Goeb­bels, Freiherr von Neurath, Graf Schwerin-Krosigk, in der zweiten Reihe die Reichsminister Schacht, Funk, Gärtner, Darrs, Rust, Kerrl, Seldte, Dr. Frank und Dorpmüller. In der dritten und vierten Reihe sieht

man Generaloberst von Brauchitsch, (SeneralabmU ral Raeder, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht General der Artillerie Keitel und Staatsminister Meißner, weiterhin die Reichsleiter, Staatssekretäre und weitere führende Männer des Staates und der Partei. Auf der Unken Seite der Regierungsestrade sitzen in der ersten Reihe die Mitglieder der österreichischen Lan- desregierung. Zu beiden Seiten des Redner- pultes nehmen Reichsminister Lammers, Reichs­pressechef Dr. Dietrich und die beiden Adjutanten des Führers, ff-Gruppenführer Schaub und NSKK.« Gruppenführer Wiedemann, Platz. Wie stark das Interesse der ausländischen Diplomaten ist, kann man daraus ersehen, daß die Diplomaten- I o g e voll besetzt ist. Man sieht die Botschafter der Türkei, von Polen, Spanien, Brasilien und zahlreiche Gesandte, den Geschäftsträger von Ita­lien an Stelle des erkrankten Botschafters, ferner die Geschäftsträger von England und der Sowjet­union sowie einen Vertreter der Botschaft der Ver­einigten Staaten.

Göring eröffnet die Sitzung.

Herzliche Begrüßung der Oesterreicher.

Neichstagspräsident Generalfeldmarschall G ö» ring eröffnet die Sitzung. In seiner Ansprache sagt er: Die heutige Sitzung des Deutschen Reichstages ist wohl eine der denkwürdigsten, die wir bisher im neuen Reiche begangen haben. Ich begrüße als der Präsident dieses Reichstages heute zum erstenmal als Gäste auf der Regierungstribüne den ersten Reichs st atthalter in Deutsch-Oester­reich und die deutsch-österreichische Landesregie­rung. Ich glaube, daß schon allein in dieser Tat­sache die ganze gewaltige Umwälzung der letzten Tage zum Ausdruck kommt, und daß darin, daß mir Sie heute hier im Deutschen Reichstag sehen, es dem letzten klar geworden ist, daß nunmehr nur mehr ein Reich und ein Führer das Schicksal der Deutschen gestaltet. Wir begrüßen Deutsch-Oesterreich als ein wertvolles Glied unseres Reiches. Die alte Ostmark ist wieder ins Reich zurückgekehrt. Wir treten jetzt in die Tages­ordnung ein. Das Wort hat der Führer und Reichskanzler.

Das ganze Deutschland soll es sein.

Oer Führer vor dem Reichstag: die ganze deutsche im heutigen großen Vottsreich geeinteRation. soll am 10. April zum erstenmal in der deutschen Geschichte ihr feierliches Bekenntnis ablegen.

Abgeordnete! Männer des Deutschen Reichstags!

Ich habe Sie zu dieser kurzen heutigen Sitzung rufen lassen, um Ihnen tiefbewegten Herzens einen Bericht zu geben über Ereignisse, deren Bedeutung Sie alle ermessen. Außerdem muß ich Sie in Kennt­nis setzen von den Entschlüssen, die das deutsche Volk und den Deutschen Reichstag selbst betreffen. Als ich vor wenigen Wochen zu Ihnen sprechen konnte, empfingen Sie den Rechenschaftsbericht über eine fünfjährige Aufbauarbeit des nationalsozia­listischen Staates, die in ihren Gesamtergebnissen wohl als beispiellos bezeichnet werden darf. Aus seiner tiefften moralischen und politischen Erniedri­gung, aus wirtschaftlichem Elend und sozialer Zer­rissenheit hat unser Volk in kürzester Zeit einen Aufstieg erleben dürfen, wie er selbst von den gläu­bigsten Anhängern unserer eigenen Bewegung noch vor wenigen Jahren in diesem Ausmaß und tn der Kürze der Zeit als unwahrscheinlich, von all un­seren Gegnern für einfach unmöglich gehalten wor- oen wäre. Ich habe im Rahmen dieses Rechen­schaftsberichts unter den politischen Problemen auch jene Frage behandelt, die nur von gewissen euro­päischen Ignoranten in ihrer Gefährlichkeit immer wieder mißachtet werden konnte.

Schon im vergangenen Jahrhundert war an die Stelle einer früheren stammesmäßig begrenzten, konfessionell bedingten oder dynastisch festgelegten Staatsauffassung und Lebensgestaltung der Volker ein neues, die Menschen stärker beherrschendes Ideal getreten. Das Nationalitätenprinzip schrieb diesem Zeitalter unserer neueren Geschichte seine Zielsetzung vor. Es ließ aus früheren Bedingungen heraus entstandene staatliche Gebilde zerfallen und formte, dem neuen Ideal entsprechend, die eure» päischen National st aaten. Einer Reihe von Völkern war es bis zur Jahrhundertwende bereits gelungen, ihrem nationalen Zusammenschluß den entsprechenden staatlichen Ausdruck zu geben. Andere Völker trugen dieses Ideal als den entscheidenden Auftrag für ihr Handeln durch den gewaltigsten Krieg aller Zeiten hindurch bis zur endlichen Er­füllung.

Das einzige Volk in Europa, dem dieses natür­lichste Recht vom Schicksal früher versagt, durch die neuen Ereignisse endgültig abgestritten werden sollte, war das deutsche. Stammesdifferenzen, konfessionelle Zerrissenheit und dynastische Eigensucht hatten es bisher verhindert, dem deutschen Volk die von Generationen ersehnte staatspolitische Einheit zu geben. Der Weltkrieg und sein Ausgang vergrö­ßerten die deutsche Zerrissenheit und schienen zu allem anderen Unglück das Leid der v o l k l i ch e n Trennung wertvoll st er Bestandteile der Nation vom Mutterlande zu verewigen. An Stelle des Wilsonschen Selbstbestimmungsrechtes der Völker, durch das die Waffenniederlegung von unserem Volk mit erreicht worden war, kam die brutal st e nationale Vergewaltigung zahlreicherMillionendeutscherVolks- genossen. Rechte, die man primitivsten kolonia­len Stämmen als selbstverständlich zubilligte, wur­den einer alten Kulturnation dieser Welt unter eben­so unhaltbaren wie verletzenden Begründungen vor­enthalten.

Ich habe nun schon in meiner Rede am 20. Fe­bruar ausgeführt, daß es eine allseits befriedi­gende Regelung der völkischen und territorialen Ver­hältnisse in Europa kaum geben wird, d. h. es ist nicht unsere Auffassung, daß es das Ziel einer nationalen Staatsführung sein soll, nach allen Sei­ten hin, sei es durch Proteste oder durch Handlungen, territoriale Forderungen zu verwirklichen, die, mit nationalen Notwendigkeiten motiviert, am Ende doch zu keiner allgemeinen nationalen Gerechtigkeit füh­ren können. Die zahllosen völkischen Enkla­ve n, die in Europa liegen, machen es zum Teil einfach unmöglich, eine Grenzziehung zu fin­den, die den Volks- und Staatsjnteressen überall gleichmäßig gerecht wird. Allein, es gibt staatliche Konstruktionen, die den Charakter des bewußten und gewollten nationalen Unrechtes so sehr in sich tragen, daß auf die Dauer ihre Aufrechterhal- |U!?S nur burA die brutalftc Gewalt möglich e,y kann.

So war z. B. die Bildung bei neuen österreichischen Rumpf st aates eine Maßnahme, die die nackle Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrechles von 6,5 Millionen Menschen deutscher Volkszugehörigkeit bedingte. Diese Vergewaltigung wurde mit zynischer Offenheit zugegeben. Denn den bekannten Er­findern des Selbstbestimungsrechkes, der Unab­hängigkeit und der Freiheit der Völker, sowohl als den überall interessierten frommen Welt­gouvernanten, die sonst so sehr um die Gerech­tigkeit auf dieser Erde besorgt zu sein vorgeben, bedeutete es einst gar nichts, den freien Willen von 6,5 Millionen Menschen einfach durch die sogenannten FrieDensdiklate abzuwürgen und diese damit durch Gewalt zu zwingen, sich dem Raube ihres Selbstbestimmungsrechtes zu fügen und ihre unnatürliche Trennung von dem großen gemeinsamen Mutterland hinzunehmen. Ja: Als man sich damals in Oesterreich trotzdem entschloß, Abstimmungen für den Anschluß vorzunehmen und, dies mochte ich besonders den Herren Demokraten in London und Paris in das Gedächtnis zurückrufen, in einer Zeit, da weder in Deutschland noch in Oesterreich ein Nationalsozia­lismus existierte und diese Abstimmungen nun über 95 v. H. aller Stimmen für die Vereinigung ergaben, da wurde von den Aposteln des neuen Völkerrechtes einfach mit Hilfe der Macht der brutalen Gewalt auch diese friedliche

Daß sich später auch die inneren Hand­langer sanden, die bereit waren, durch ihre per­sönliche Unterstützung einer solchen von außen auf» gegoßenen scheinbar unabhängigen Souveränität sich selbst die Stellung von Regierenden auf Kosten ihrer unglücklichen Völker zu sichern, nimmt den, der einen Einblick in die so oft feststellbare mora­lische und geistige Unzulänglichkeit der Menschen besitzt nicht wunder. Allein, es darf ebensowenig wund er nehmen, daß sich in der Masse der dadurch betroffenen nationaldenkenden Menschen allmählich eine empörende Verbitterung zu ver­breiten begann und daß eine fanatische Ent­schlossenheit entstand, eine solche naturwidrige und empörende Mißhandlung eines Tages zu be­seitigen und an die Stelle einer demokratisch-lügen­haft verbrämten Volksvergewaltigung die heiligeren Rechte des ewigen volklichen Lebens zu setzen (Bei- fall). So wie a6er diese unterdrückten Menschen das ihnen aufgezwungene Los zu ändern versuchen, muß zwangsläufig auch eine weitere Steige­rung des Terrors gegen sie ausgelöst wer­den. Denn nur durch ihn allein sind solche natür­lichsten Gefühle und Hoffnungen niederzuhalten. Dies führt dann zu jener sich gegenseitig fortgesetzt steigenden Wechselwirkung zwischen Auflehnung und Unterdrückung. Wer aber geschichtlich nur etwas er­fahren ist, kann keinen Zweifel darüber haben, daß, auf die Dauer gesehen, die Beharrlichkeit der Kräfte der völkischen Erhaltung im allgemeinen stärker ist als die Wirksamkeit jeder Unterdrückung.

Es kommt noch dazu, daß selbst die eisernste Stirne auf die Dauer nicht von einemR e ch t" reden kann, wo das Unrecht so furchtbar und klar in Erscheinung tritt, daß man vor allem nicht einen Vorgang, wenn er bestimmten Interessenten paßt, nach Belieben bald als Rechtsgrund- läge des Völkerlebens, bald aber als teuflischen Versuch der Störung des Völker­friedens bezeichnen kann. Daß das Saargebiet ausgenommen von ein paar taufend Menschen französischer Nationalität nur von Deutschen be­siedelt ist, hat die unter internationaler Aufsicht vollzogene Wahl erwiesen. Allein daß diese paar Prozent trotzdem genügten, ein Gebiet unter eine Abstimmung zu zwingen, ehe man seine Wieder­vereinigung mrt Dem Reiche zuließ, steht i m kraffesteu Gegensatz zu der Haltung, die

Demonstration des wahren Willens Der Unglück« liehen, von ihrem Volk getrennten Menschen kurzer« Hand verboten.

Dabei war das Tragische, daß dieser Staat Oesterreich von vornherein ein voll, kommen lebensunfähiges Gebilde darstellle! Die wirtschaftliche Rot war dement­sprechend grauenhaft, die jährliche Slerbtich- keitsguote stieg erschreckend. Allein in einer Stadt wie Wien sind im letzten Jahr auf 10 000 Geburten 24 000 Todesfälle gekommen. Ich sage dies nicht in der Meinung, auf die demokra­tischen Weltbiedermänner damit einen Eindruck zu machen, denn ich weiß, daß ihr Herz solchen Dingen gegenüber völlig gefühlsroh ist. Sie können ruhig zusehen, daß in Spanien eine halbe Million Menschen abgeschlachlet wird, ohne dabei auch nur im geringsten be­wegt zu sein. Aber sie können, ohne zu er­röten, ebenso tiefste Empörung heucheln, wenn in Berlin oder in Wien einem jüdischen Hetzer seine geschäftlichen Grundlagen entzogen wer­den. Olein, ich erwähne dies nur, um ganz kalt festzustellen, wie durch die Gewalttäter der Friedensdiktate für Millionen Men­schen einfach durch die Tatsache der Schaffung dieses lebensunfähigen Staatsgebildes das sich allmählich vollziehende Todesurteil ge­sprochen worden war.

man bann ein nimmt, wenn es sich um Millionen unD abermals Millionen deutscher Menschen hanbelt.

hier wird die Erfüllung des Wunsches der Rückkehr in ihr Vaterland einfach als für die Demokratien inopportun abgelehnt, ja schon die bloße Hoffnung zu einem förmlichen Ver­brechen gestempelt. Man kann nun eine solche Rechtsvergewaltigung auf die Dauer nicht mit der durchsichtigen Moral gewisser internatio­naler Institutionen verbrämen! Recht muß Recht fein, auch dann, wenn es sich um Deutsche handelt! Und wer will sich nun darüber wun­dern, daß die Völker, denen man dieses Recht beharrlich verweigert, sich endlich gezwungen sehen, sich ihre Menschenrechte selbst zu holen? Die Rationen sind eine Schöpfung nach Gottes Willen und von ewigem Be­stand, der Völkerbund aber eine höch st zwei­felhafte Konstruktion menschlicher Un­zulänglichkeit, menschlicher hab- und Jnteressen- suchl. Und dieses ist sicher: So wie die Völker seit unzähligen Jahrtausenden leben, ohne daß es einen Völkerbund gab, so wird einst wohl schon längst kein Völkerbund mehr existieren, trotzdem die Völker durch die Jahrtausende weiter bestehen werden. Diese Institution hätte nur dann einen befreienden Sinn, wenn s i e ihre Moral in Uebereinstimmung bringen würde mit jener höheren Moral, die einer all­gemein gleichen und damit besse­ren Gerechtigkeit entspricht.

Es ist aber klar, daß, wenn ein Staatsqebilde wie Oesterreich, durch Gewalt geschaffen, durch Gewalt an der Verbindung mit dem Mutterland verhindert, schon rein wirtschaftlich zum Tode be­stimmt ist, bann auch seine Aufrechterhaltung nur du,rch die permanente Anwendung von Gewalt, gegen Den natürlichen Selbsterhaltungs­trieb eines Volkes möglich ist. So lange nun Deutsch­land selbst in seiner tiefsten Not darniederlag, war seine Anziehungskraft auf die außerhalb des Reiches lebenden Millionenmassen unseres Volkes nur eine begrenzte, obwohl diese auch Damals schon Den Wil­len hatten, sich trotz Des im Reiche vorhanDenen Elends mit ihm zu vereinen. In eben dem Maße

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