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aber, in dem das Deutsche Reich seine Wieder- auferstehung erlebte, das deutsche Volk von einem neuen oolklichen Glaube erfüllt und von einer großen Zuversicht gehoben wird, mußten sich zwangsläufig die Blicke der unterdrückten und mißhandelten Volksgenossen außerhalb der Grenzen dieses Reiches immer sehnsuchtsvoller Hern großen Mutterlande zuwenden. Seit sich endlich auch die wirtschaftliche Auferstehung Deutschlands von Jahr zu Jahr sichtbarer auszuwirken begann, propagierte auch noch der reine Selbsterhaltungstrieb den Gedanken des Anschlusses an einen Staat, der trotz aller Schwierigkeiten auch diese Not zu meistern schien. Umgekehrt aber wuchs die Empörung auch innerhalb des Reiches, je mehr man die andauernde Verfolgung der an den Grenzen lebenden Deutschen erkannte.
Deutschland ist nun wieder eine Weltmacht geworden. Welche Macht der Welt würde es aber auf die Dauer ruhig hinnehmen, wenn vor ihren Toren eine Millionenmasse von Angehörigen des eigenen Staatsvolkes auf das bitterste mißhandelt wird? Es gibt hier Augenblicke, in denen es einer selbstbewußten Ration unmöglich ist, noch langer zuzusehen! (Langanhaltender Beifall.)
Ich habe mich daher auch aus diesen Gründen entschlossen, die Ihnen bekannte Unterredung in Berchtesgaden mit dem damaligen Bundeskanzler Schuschnigg herbeizuführen. Ich habe diesem Manne in tiefstem Ernst auseinandergesetzt, daß ein Regime, dem jede Legalität fehlt und das im Grunde genommen allein mittels der Gewalt regiert, auf die Dauer in i m - mer größere Konflikte zu dem seinen Tendenzen diametral geaenüberstehenden V o l k s w i l - len geraten wird. Ich bemühte mich, ihm klarzu- machen, daß diese Entwicklung auf der einen Seite zu einer immer schärferen Ablehnung und auf der anderen damit zu einer immer stärkeren Vergewaltigung führen müßte, daß aber gerade in Ansehung der wiedererstandenen großen Macht des Deutschen Reiches auf die Dauer revolutionäre Erhebungen dann unmöglich ausbleiben würden. Die Folge könnte unter diesen Umständen immer nur eine weitere Steigerung des Terrors sein. Endlich aber müßte dann ein Zustand eintreten, der es für eine Großmacht von nationalem Ehrgefühl unmöglich machen würde, noch länger geduldig zuzusehen oder sich gar als desinteressiert zu erklären. Ich bade Herrn Schuschnigg keinen Zweifel darüber gelassen, daß es keinen deutsch geborenen Oesterreicher von nationalem Anstand und Ehrgefühl gibt, der Nicht im tiefsten Herzen denZusarnmenschluh mit dem deutschen Volk herbeisehnen und anstreben wird. Ich bat ihn, Deutsch-Oesterreich, dem Deutschen Reich und sich selbst eine Situation zu ersparen, die früher oder fpäter zu den ernstesten Auseinandersetzungen führen müßte. Ich schlug ihm in diesem Sinne einen Weg vor, der zu einer allmählichen inneren Entspannung und infolge davon zu einer langsamen Aussöhnung nicht nur zwischen Len Menschen in Oesterreich selbst, sondern auch zwischen den beiden deutschen Staaten führen könnte!
Ich machte aber Herrn Schuschnigg darauf aufmerksam, daß es der letzte Versuch fein würde, der von meiner Seite aus in Betracht käme, und daß ich entschlossen sei, im Falle des Mißlingens dieses Versuches die Rechte des deutschen Volkes in meiner Heimat m i l
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jenen Mitteln wahrzunehmen, die auf dieser Erde seit jeher immer dann allein noch übriggeblieben sind, wenn sich die menschliche Einsicht dem Gebot der normalen Gerechtigkeit verschließt. (Beifall.) Denn demokratischen Formalitäten zuliebe ist noch kein anständiges Volk gestorben. (Stürmische Zustimmung.) 3m übrigen denkt man daran ja am wenigsten in jenen Demokratien, in denen am meisten geredet wird...
Ich habe am 20. Februar vor Ihnen, meine Abgeordneten, Männer des Deutschen Reichstages, dem damaligen Bundeskanzler Schuschnigg die Hand gereicht. Er hat schon in seiner ersten Antwort Liefe meine Hand zurückgestoßen. Die eingegangenen Verpflichtungen aber begann er in eben dem Maße nur noch zögernd zu erfüllen, in dem von gewissen anderen Staaten ersichtlich eine ablehnende Haltung propagiert wurde. Darüber hinaus aber sind wir schon jetzt in der Lage, sestzu- stellen, Laß ein Teil der gegen Deutschland anftür- menden Lügenkampagne durch das Pressebüro Herrn Schuschniggs selbst inspiriert worden war. Es konnte keinen Zweifel mehr geben, Laß Herr Schuschnigg, der keinerlei legale Grundlage seiner Existenz besaß und im übrigen, gestützt auf den Terror einer verschwindenden Mehrheit, Deutsch-Oesterreich vergewaltigte, entfchlossen war, dieses Abkommen zu brechen.
Am Dienstag, dem 8. März, kamen die ersten Behauptungen über eine beabsichtigte Volksbefragung. Sie erschienen so phantastisch und unglaubwürdig, daß sie nur als Gerüchte gewertet wurden. Am Mittwochabend erhielten wir dann durch eine wahrhaft erstaunliche Rede die Kenntnis von einem Attentat nicht nur gegen die zwischen uns ausgemachten Vereinbarungen, sondern vor allem gegen die Mehrheit des öfter- r e i d) if d) e n Volkes. In einem Lande, in dem feit vielen Jahren überhaupt keine Wahl stattgefunden hatte, in dem es weder eine Wahlkartei noch Listen gab, wurde eine Wahl festgesetzt, die nach knapp drei Tagen stattfinden sollte Die Wahlfrage war so gestellt, daß eine A b - lehnung nach den damals in Oesterreich geltenden Gesetzen strafbar erschien. Wählerlisten gab es keine, eine Einsichtnahme in solche Listen war daher von vornherein unmöglich, Reklamationen ausgeschlossen, die Geheimhaltung weder gewähr- leistet noch gewünscht, der Rein - Stimmende von vornherein gebrandmarkt, dem Ja - Stimmenden sämtliche Voraussetzungen zur Wahlfälschung gegeben, mit anderen Worten: Herr Schuschnigg, der genau wußte, daß hinter ihm nur die Minderzahl der Bevölkerung stand, versuchte durch einen beispillosen Wahlbetrug sich die moralische Rechtfertigung zu verschaffen für den offenen Bruch der von ihm eingegangenen Verpflichtungen. Er wollte das Mandat für eine weitere und noch brutalere Unterdrückung der überwältigenden Mehrheit des deutsch-österreichischen Volkes. (Pfui!- Rufe.)
Dieser Wortbruch und diese Maßnahmen konnten in ihren Folgen nur zum Aufruhr führen. Rur ein wahnwitzig Verblendeter mochte glauben, damit wirklich die gewaltige Mehrheit des Volkes einfach mundtot machen zu können, um so fein illegales Regime auch noch rechtlich vor der Welt öu fundieren. Dieser Aufruhr aber, an dessen Aus
bruch nicht gezweifelt werden konnte und der sich auch sofort ankündigte, hätte zu einem neuen und dieses Mal furchtbaren Blutvergießen geführt, denn wenn erst einmal aus einem solchen dauernden Unrecht die Gluten der Leidenschaften aufzuflammen beginnen, können sie nach aller Erfahrung nur mit Blut gelöscht werden. Das zeigen genügend geschichtliche Beispiele.
3d) war nun entschlossen, der weiteren Vergewaltigung meiner Heimat ein Ende zu sehen! 3ch habe daher sofort jene notwendigen Maßnahmen veranlaßt, die geeignet erschienen, Oesterreich das Schicksal Spaniens zu ersparen. Das Ultimatum, über bas bie Welt plötzlich zu klagen anfing, bestaub aus nichts anderem, als aus der harten Versicherung, daß Deutschland eine weitere Unterdrückung deutsch - österreichischer Volksgenossen nicht mehr dulden wirb unb somit in ber Warnung bavor, einen Weg einzuschlagen, ber zwangsläufig zum Blutvergießen hätte führen müssen.
Daß diese Haltung richtig mar, wird erwiesen durch die Tatsache, daß mir im Vollzug des bann doch notwendig gewordenen Eingreifens binnen drei Tagen die ganze Heimat entgegen« eilte, ohne daß auch nur ein einziger Schuß und damit ein einziges Opfer gefallen waren (minutenlanger nicht endender Beifall), wie ich an« nehme, allerdings wohl sehr zum Leidwesen unserer internationalen Pazifisten. (Heiterkeit.) Wenn ich dem Wunsche des österreichischen Volkes und seiner nationalsozialistischen neuen Regierung nicht Folge geleistet haben würde, bann wären mit höchster Sicherheit Verhältnisse gekommen, die unseren Eingriff später doch notwendig gemacht haben würden. Ich wollte unendliches Unglück und Leid diesem wunderschönen Lande ersparen. Denn wenn erst der Haß zu brennen beginnt, verdüstert sich die Vernunft. Es findet dann keine ge
rechte Abwägung von Schuld und Sühne mehr statt. Nationaler Grimm, persönliche Rachsucht und niedere Instinkte egoistischer Triebhaftigkeit erheben gemeinsam die Brandfackel und suchen sich in ihrer Raserei die Opfer, ohne noch nach Recht zu fragen und die Folgen zu bedenken! Herr Schuschnigg hat es vielleicht nicht für möglich gehalten, daß ich mich zum Eingreifen würde entschließen können. Er und seine Anhänger können Gott dem Herrn dafür danken. Denn nur meine Entschlußkraft hat wahrscheinlich ihm und zehntausend anderen das Leben gerettet, ein Leben, das sie durch ihre Mitschuld am Tode unzähliger österreichischer Opfer der Bewegung längst nicht mehr verdienen, das ihnen aber der nationalsozialistische Staat als souveräner Sieger gelassen schenkt!
3m übrigen bin ich glücklich, damit nunmehr zum Vollstrecker des höchsten geschichtlichen Auftrages geworben zu fein. Welch stolzere Befrie- bigung kann es auf biefer Welt für einen Mqnn geben, als bie Menschen ber eigenen Heimat in bie größere Volksgemeinschaft geführt zu haben! (Brausende Beifallskundgebungen unb nicht enbenwollenbe Heil-Rufe.) Unb Sie alle ermessen bas Gefühl meines Glücks, baß ich nicht ein Leichen- unb ituinenfetb bem Deutschen Reiche zu erobern brauchte, sondern baß ich ihm ein unversehrtes Lanb mit überglücklichen Menschen zu schenken vermochte! 3ch habe so gehandelt, wie ich es allein als Deutscher vor ber Geschichte unseres Volkes, vor ben vergangenen und lebenden Zeugen unserer Volksgemeinschaft, vor bem heiligen Deutschen Reich unb meiner geliebten Heimat verantworten kann, hinter biefer meiner getroffenen Entscheidung aber stehen nun 75 Millionen Menschen, unb vor ihr steht von seht ab bie deutsche Wehrmacht! (Stürmische Heil- Rufe.)
Sine unlösbare Zrennöschafi.
Oie deutsche Nation wird die Haltung Italiens nie vergessen.
Es ist nahezu tragisch, daß einem Vorgang, der im tiefsten Grunde nur eine auf die Dauer unerträgliche mitteleuropäische Spannung beseitigte, gerade unsere Demokratien mit wahrhaft fassungslosem Unverständnis gegenüberstehen. Ihre Reaktionen waren teils unbegreiflich, teils verletzend. Eine Reihe anderer Staaten allerdings hatte sich von vornherein für desinteressiert erklärt oder aber auch ihre warme Zustimmung ausgedrückt. Es sind dies nicht nur bie meisten der europäischen kleineren Länder, sondern auch eine ganze Anzahl großer Staaten. Ich erwähne unter ihnen nur bie vornehme unb verständnis-volle Haltung Polens, bie freundliche, warmherzige Zustimmung Ungarns, die in herzlicher Freundschaft abgegebenen Erklärungen Jugoslawiens, sowie die Versicherung aufrichtigster Neutralität von feiten einer Anzahl anderer Länder.
3ch kann bie Aufzählung biefer freunblichen Stimmen aber nicht abfchließen, ohne ausführlicher bie Haltung bes faschistischen 3 t a l i e n s zu erwähnen. (BeifalL) 3ch habe mich für verpflichtet gehalten, bem mit persönlich fo befreunbefen Führer bes großen faschistl- fchen Staates in einem Briefe bie Grünbe meines hanbelns klarzulegen unb ihm befonbers zu versichern, baß sich mit ber Einstellung Deutschlands nach diesem Ereignis 3ta- tien gegenüber nicht nur nichts ändern wirb, fonbem baß genau fo wie gegenüber Frankreich auch gegenüber 3talien Deutfchtanb bie bann beftefjenben Grenzen als gegebene
anfleht. 3ch möchte an biefer Stelle bem großen italienischen Staatsmann namens bes beutfchen Volkes unb in meinem eigenen Hamen unseren warmen Dank ausfprechen! Wir wissen, was bie Haltung Mussolinis in biefen lagen für Deutfchtanb bebeutef hat. Denn es eine Festigung ber Beziehungen zwischen 3talien unb Deutschlanb hat geben können, bann ist sie jetzt eingetreten. Aus einer weltanschaulich unb intereffenmäfjig bebingten Gemeinschaft ist für uns Deutsche eine unlösbare Freunb- fchaft geworben. Das Canb unb bie Grenzen dieses Freunbes aber finb für uns unantastbar. 3ch wiederhole es: baß ich Mussolini biefe Haltung nie vergessen werbe! Das italienische Volk aber kann wissen, baß hinter meinem Wort bie beutsche Ration sieht! (Stürmischer Beifall.)
So hat auch diesesmal bie Achse, bie unsere beiden Länder verbindet, dem Frieden der Welt den höchsten Dienst erwiesen. Denn Deutschland wünscht nur den Frieden. Es will anderen Völkern kein Leid zufügen. Es will aber auch s e l b st unter keinen Umständen ein Leid erdulden und vor allem: Es ist bereit, für seine Ehre unb für seine Existenz jeberzeit bis zum Letzten einzutreten. (Erneut starke Zustimmungskunb- gebungen.) Möge man niemals glauben, baß es sich hier um eine Phrase handelt, und möge man vor allem begreifen, baß ein großes Volk von Ehrgefühl auf die Dauer nicht einer fortgesetzten Unterdrückung großer Millionenmassen von Angehörigen seines eigenen Blutes untätig zusehen kann!
„Gib mir noch einmal vier Jahre!"
Oer äußerlich nunmehr vollendete Zusammenschluß soll zum Segen aller auch innerlich verwirklicht werden.
Meine Parteigenossen! Abgeordnete!
Männer des Reichstages!
Ich glaube, daß' in diesen großen geschichtlichen Stunden, da dank der Kraft ber nationalsozialistischen Jbee und der aus ihr neu erstandenen Stärke des Reiches ein ewiger Traum der deutschen Menschen verwirklicht wurde, nicht ein einzelner Teil unseres Volkes berufen sein kann, durch seine Zustimmung das gewaltige Ereignis ber endlichen Gründung eines wahrhaft großen deutschen Volksreiches zu bestätigen. Am 10. April werden Millionen Deutsch-Oe st erreicher vor der Geschichte ihr Bekenntnis ablegen zur großen deutschen Volks- und Schicksalsgemeinschaft. Sie sollen schon auf diesem ersten Wege im neuen Deutschen Reich nicht mehr vereinsamt sein. Ganz Deutschland wird sie von jetzt ab begleiten. Denn vom 13. März b. I- an ist i h r W e g g l e i ch bem Wege aller anderen Männer und Frauen unseres Volkes.
Es soll daher am 10. April zum ersten Male in ber Geschichte bie ganze beutsche Ration, fo weit sie sich im heutigen großen Volksreich befindet, antreten unb ihr feierliches Bekenntnis ablegen. Richt 6,5 Millionen werden befragt, sondern 75. (Leidenschaftliche Freuben- unb Beifallskundgebungen.) lind Zweitens: 3ch löse damit den Reichstag bes alten Deutschen Reiches auf unb verfüge bie Wahl ber neuen Vertretung Groß-Deutfch- lands. 3ch bestimme als Termin ebenfalls ben 10. April. (Beifall.) Rahezu 50 Millionen Wahlberechtigte unseres Volkes rufe ich bamit auf, indem ich sie bitte, mir jenen Reichstag zu schenken, mit bem es mir unter ber gnädigen Hilfe unseres Herrgotts möglich sein wirb, bie neuen großen Aufgaben zu lösen. Das deutsche Volk soll in diesen Tagen noch einmal überprüfen, was ich mit meinen Mitarbeitern in ben fünf 3ahren feit der ersten Wahl des Reichstages im März 1933 geleistet habe. Es wirb ein geschichtlich einmaliges Ergebnis feftfteüen müssen. 3ch erwarte von meinem Volk, baß es bie Einsicht unb bie Kraft zu einem ebenso würdigen, einmaligen Entschluß findet!
So wie ich 1933 das deutsche Volk bat, in Anbetracht ber ungeheueren vor uns (iegenben Arbeit mir vier 3ahre Zeit zur Lösung bet großen
Aufgaben zu geben, so mutz ich es nun zum zweiten Male bitten: Deutsches Volk, gib mir noch einmal vier 3ahre, bamit ich ben äußerlich nunmehr vollenbeten Zusammenschluß zum Segen aller auch innerlich verwirklichen kann.
Nach Ablauf biefer Frist soll bann bas neue deutsche Volksreich zu einer unlösbaren Einheit verwachsen sein, festgefügt im Willen seines Volkes, politisch geführt durch die nationalsozialistische Partei, beschirmt von seiner jungen nationalsozialistischen Wehrmacht und reich in der Blüte seines wirtschaftlichen Lebens. Wenn wir diese Erfüllung kühnster Träume vieler Generationen heute vor uns sehen, dann empfinden wir das Gefühl grenzenlose st er Dankbarkeit gegenüber all jenen, die durch ihre Arbeit und vor allem durch ihre Opfer' mitgehol « f e n haben, dieses höchste Ziel zu erreichen. Jeder deutsche Stamm und jede deutsche Landschaft, sie haben ihren schmerzlichen Beitraa geleistet zum Gelingen dieses Werkes. Als letzte Opfer der deutschen Einigung aber sollen in diesem Augenblick vor uns auferstehen jene zahlreichen Kämpfer, die in der nunmehr zum Reich zurückgekehrten alten Ost- mark die gläubigen Herolde der heute errungenen deutschen Einheit waren und als Blutzeugen und Märtyrer mit dem letzten Hauch ihrer Stimme noch das aussprachen, was von jetzt an uns allen mehr denn je heilig fein soll: Ein Volk, ein Reich. Deutschland! Sieg-Heil!
Der Reichstag huldigt dem des. eierOeflerreW Görings Schlußwort.
Nach Verkündung ber Auflösungsverordnung fährt Reichstagspräsident Göring fort:
Meine Abgeordneten! Bevor dieser alte Reichstag auseinandergeht, um wieder zusammenzukom- men als Reichstag bes großdeutschen Volksreiches, gestatten Sie mir, baß ich in Ihrer aller Namen dem Manne ben Dank ausspreche, der soeben dieses gewaltige Volksreich hat werden lassen. Als wir bei der letzten Reichstagssitzung hier den Rechenschaftsbericht des Führers hörten, da vernahmen wir auch prophetische und warnende Worte. Einen gewaltigen Eindruck ließ diese einzigartige Abrechnung in uns zurück. Und diese
prophetischen und warnenden Worte wurden nicht gehört. Das Wort wurde gebrochen. Die Bedrohung unserer deutschen Brüder in Oesterreich war gegeben. In diesem Augenblick bat der Vertreter der Deutschen Oesterreichs, das deutsche Volk, den deutschen Führer um Bruderhilfe. Die Bruderhilfe wurde ihm gewährt. Deutsche Truppen marschierten, um bas Schlimmste zu verhüten, in Oesterreich ein-
20 Jahre nach Versailles wurde uns allen so die gewaltige Wiedererstarkung unseres Reiches vor Augen geführt. Als aber unsere Truppen in Oesterreich einzogen, da kamen sie nicht als Angreifer oder Eroberer, sondern um jubelt als Brüder des größeren Deutsch - land. Und dieser nie dagewesene Jubel steigerte sich zu ortanartiger Gewalt überall dort, wo der yeißgeliebte Führer selbst zu den Deutschen in Oesterreich kam. Dieser Jubel des befreiten Volkes wurde hier in unserem Deutschland gehört. Er drang aber auch hinaus in alle Welt und überzeugte die, die getäuscht worden waren über ben wahren Willen bes deutschen Volkes in Oesterreich. Gleichzeitig aber vermittelte sich ben einrückenden Truppen und dem Führer selbst ber erschütternde Eindruck ber N o t unb des Elends, das durch die Regierungen der vergangenen Zeiten in Oesterreich geschaffen worden war. Aber trotz Not, Elend und Armut blieb ungebrochen in Geist unb Haltung bas deutsche Volk in Oesterreich, das nunmehr befreit in hellem Jubel sich zum Führer bekannte. Sie alle, meine Abgeordneten, erlebten am Lautsprecher die rührenden Szenen, die sich drüben abspielten, als endlich nach all der Qual wieder die Befreiung kam.
Sie aber, mein Führer, zogen als Befreier in die Heimat. Sie würben ihr Befreier, wie Sie uns Retter in tiefster Rot geworden waren. Sie brachten 3hre Heimat zum Reich zurück als Land mit herrlichen Menschen und mit reichen Schätzen. 3eht, unter 3hrer Führung, werden diese Schätze gehoben werben, wirb dieses Lanb zu jener Entfaltung unb Blüte kommen, wie Sie bas arme unb gequälte Deutschland von einst auch zur höchsten, nie ba- gewefenen Blüte gebracht haben. Der Vier- jahresplan, der hier bisher die Zusammenfassung aller Kräfte bedeutete, wirb nun auch freudig unterstützt von ben Deutschen in Oesterreich übernommen. Die aber, mein Führer, gewannen Sie 3hre Heimat! Richt mit Unterdrückung unb Vergewaltigung, sondern m i t ber Stärke 3 hres Herzens, mit bem großen Vertrauen unb mit jenem wunberbaren Grohmut unb ber Güte, bie Sie über alles auszeichnet. Kein Schuß ist gefallen, kein Rachetribunal hat Bluturteile gefällt. Güte unb Verzeihung für bie Vergangenheit, Hoffnung unb unerschütterliches Vertrauen für bie Zukunft, bas haben Sie 3hrer Heimat gebracht, nicht Wunden geschlagen, aber unendliche Wunden geheilt. Das war 3hr Werk schon in wenigen Tagen.
Eine neue wunderbare Zukunft tut sich für Oesterreich auf. Wo gab es in der Weltgeschichte jemals solche Revolutionen!? Unermeßlich ist ber Dank aller! Dank auch von uns, mein Führer, für bie Wahrung ber Ehre Deutschlands. Wie soll ich Worte finden für Ihre Taten? Ist je ein Sterblicher so geliebt worden wie Sie, mein Führer? War je ein Glaube so stark, wie ber an Ihre Mission? Aus tiefster Nacht retteten Sie bas deutsche Volk, führten es aus Ohnmacht heraus und schufen die Großmacht Deutschland. Was immer Sie verlangen, mein Führer, das leisten wir. Was aber immer wir zu leisten vermögen, es löscht niemals unsere Dankesschuld. Der Allmächtige erhalte Sie uns in Kraft unb Gesundheit. Heil fiir ewig und immer bem heißgeliebten Führer, ber uns bas Leben erst wieder lebenswert gemacht hat. Abgeordnete! Im Namen Deutschlands rufen wir für alle: Heil unserem Führer Adolf Hitler! — Die Sitzung ist geschlossen.
Die mannhaften und tiefempfundenen Worte, mit denen Reichstagspräsident Generalfeldmarschall (Boring bem Retter und Einer Deutschlands bankt, werden vom Haus stehend angehört. Dankbar und freudig bewegt stimmen alle in das Sieg-Heil auf den Führer ein, in dieses Sieg-Heil, bas zu gleicher Zeit von 75 Millionen deutschen Männern und Frauen im Reich ausgenommen wird. Doll innerer Ergriffenheit, bie jeder im Saal deutlich wahr- nehmen kann, bankt ber Führer.
Nächtlicher Mel vor der Reichskanzlei.
Im Hellen Licht liegt ber Eingang zur KroNoper. Wenige Minuten vergehen, bann erscheint ber Führer im weitgeöffneten Portal, begleitet vom Präsidenten des Reichstages, Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß und bem Reichsminister Dr. Frick. Eine Welle der Begeisterung schlägt ihm entgegen, als er braufeen sichtbar wirb, die Ovationen begleiten den Führer auf ber Fahrt durch das nächtliche Berlin. Von allen Seiten ergofe sich ein unabsehbarer Menschenstrom auf den Platz vor der Reichskanzlei, um noch einmal an diesem Tage dem Führer zu danken. Feierlich flammte das Rot, leuchtete das Hakenkreuz der Fahnen aus dem Dunkel der Nacht, während unten auf dem weiten Platz unb auf den Straßen die Massen stanben und in innerlicher Ergriffenheit von der Größe der durchlebten -stunden die Hymnen der Nation fangen. Als gegen 10 Uhr der Führer an der Seite des Reichsstatthalters von Oesterreich, Seyß-Jnquart, auf dem Balkon erscheint, da ist es noch einmal ein erhebender, befreiender Jubel- sturm von Heil!-Rufen, der zum Balkon der Reichskanzlei emporbrandet. Ernst und stolz beantwortet der Führer ihre Grüße, dann betritt er wieder die Räume der Reichskanzlei. Unterdessen leert sich der Wil- helmsplatz und bietet bereits nach kurzer Zeit wieder bas gewöhnte Bild.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik unb für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich fiir ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. D. 21. II. 38: 10 788. Druck unb Verlag: Brühlsche Univerfitätsbruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit der
Illustrierten 5 Ps. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.


