Ausgabe 
19.2.1938
 
Einzelbild herunterladen

Heute und morgen: unsere Soldaten im Dienste des WHW.!

Um für das Winterhilfswerk weitereMunition" in Gestalt von Geld , zu beschaffen, tritt unsere Wehrmacht heute und morgen mit mancherlei 23er» anstaltungen an die Oeflentlichkeit.

Zunächst wird am yeutigen Samstag ab 15 Uhr ein P r o p a g a n d a m a r s ch eines ganzen Bataillons mit sämtlichen Fahr­zeugen von der Bergkaserne aus durch die Stadt vor sich gehen. Mit der Regimentsmusik an der Spitze wird das Bataillon folgende Straßen durch­schreiten: Licher Straße, Ludwigstraße, Bleichstraße, fiorft - Wessel - Wall, Bahnhofstraße, Marktstraße, Schulstraße, Sonnenstraße, Seltersweg, Hindenburg- wall, Hitlerwall, Moltkestrahe, Kaiserallee. Auf dem Marsche werden Sammler der NSV. die WHW.- Abzeichen der Wehrmacht an alle Volksgenossen verkaufen.

Heute abend ab 20 Uhr findet m der Volkshalle das Groß-Konzert von vier Musikkorps und vier Spielmanns­zügen statt, das eine erlesene Vortragsfolge brin­gen wird. Eintrittskarten zu 1 Mark und 50 Pf. sind noch an der Abendkasse zu haben. Das Kon­zert in der gut geheizten Volkshalle verspricht allen Besuchern einen schönen Genuß.

Am morgigen Sonntag müssen infolge der allgemeinen Sportruhe von 11.45 bis 17 Uhr die ge­planten sportlichen Wettkämpfe ausfallen. Jedoch lin­den am V o r m i t t a g in der Berg- und in der Ar­tilleriekaserne militärische Vorführungen statt, die in vielfältiger Weise den Betrieb im Soldaten­leben zeigen werden. Den hoffentlich vielen Be­suchern wird auch alle Gelegenheit gegeben sein, selbst mit der Waffe in der Hand oder beim Fah­ren, Reiten usw. in der Kaserne aktiv zu sein. Jedenfalls ist für jedermann, ob Groß oder Klein, ausreichend Gelegenheit gegeben, sich beim Kaser­nenbesuch in fesselnder Weise zu betätigen und dafür nur eine kleine Opferspende für das WHW. in Ge­stalt von 20 Pf. Eintrittsgeld zu leisten.

Am morgigen Sonntagabend ab 20 Uhr findet in der Volkshalle ein großer Tanz­abend statt, bei dem die Militärmusik flott und eifrig zum Tanze aufspielen wird, um insbesondere der Jugend Gelegenheit zu geben, in stundenlanger ausdauernder Arbeit das Tanzbein zu schwingen.

Hoffentlich finden alle diese Veranstaltungen un­serer Soldaten den stärksten Zuspruch der Bevölke­rung, damit ein gutes finanzielles Ergebnis für das Winterhilfswerk zustande kommt.

Aufgaben der Eisenforschung.

Interessanter Vortragsabend in der Gießener Hochschulgesellschast.

Die Gießener Hochschulgesellschaft vereinigte am gestrigen Freitagabend im Saale des Studenten­hauses am Leihgesterner Weg ibieber einmal viele ihrer Mitglieder und Freunde zu einer bemerkens­werten Vortragsveranstaltung. Der Vorsitzende der Hochschulgesellschaft,

Or. Meesmann.

hieß die zahlreichen Teilnehmer gleichzeitig im Na­men der Hochschulgesellschaft, wie auch Des Ver­eins Deutscher Chemiker herzlich willkommen und umriß dann in kurzen Zügen das Streben der Hochschulgesellschaft insbesondere in jüngster Zeit. Dieses Streben gehe darauf hinaus, das Verständ­nis für die Notwendigkeiten des Vierjahresplanes zu wecken und zu vertiefen. Die bisherigen Vor­träge über Deutschlands Fettversorgung, über den Walfischfang, über die Züchtung ertragreicher Nutz­pflanzen und über die Versorgung Deutschlands mit Spinnfaserstoffen dienten diesem Ziele. Der heutige Vortragsabend, so schloß der Redner, wolle einmal die Aufgaben der Eisenforschung aufzeigen, die für unsere Wirtschaftsfreiheit von außerordentlicher Be­deutung sind. Sodann sprach der Redner des Abends,

Prof. Dr. phil. $. Körber, der Direktor des Kaifer-Wilhelm-Jnstituts für Eisenforschung in Düsseldorf über das Thema: Aufgaben der Eisenforschung in Gegenwart und Zukunft."

In einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Eisenhüttenwesens kennzeichnete der Vortragende deren Entwicklung in den vergangenen Jahrhunder­ten auf einer rein erfahrungsmäßigen Grundlage. Erst um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert hält mit der Einführung der chemischen Analyse wissenschaftliche Arbeitsmethodik Einzug in die Eisen­hütte und schafft die ersten Grundlagen über die Zusammensetzung der Grundstoffe und Erzeugnisse und die stofflichen Aenderungen bei den Erzeugungs­prozessen von Eisen und Stahl. Von einer plan­mäßigen und geschlossenen wissenschaftlichen For­schung kann aber erst auf Grund der seit etwa der letzten Jahrhundertwende sich entwickelnden physi­kalisch-chemischen Forschung gesprochen werden, auf deren Grundlagen sich die wissenschaftliche Metall­kunde und in den letzten Jahren eine Durchforschung der metallurgischen Erzeugungsverfahren entwickelte.

Der Vortragende schilderte, wie sich die For- schunasarbeit des Kaiser - Wilhelm - Instituts für Eisenforschung in Düsseldorf in den Rahmen des dadurch bedingten Aufgabenkreises einordnet mit dem Ziel einer planmäßigen Durchforschung der Erzeugungs- und Derarbeitungsgänge der Eisen­industrie und einer Prüfung der Eigenschaften der Erzeugnisse unter Zuhilfenahme der verschiedenen in den modernen Naturwissenschaften entwickelten Arbeitsmöglichkeiten und gewonnenen Erkenntnisse. Er behandelte die Erforschung des Aufbaues der für die Verhüttung in Frage kommenden Erze, die Entwicklung neuer Wege zu deren Vorbereitung für die Verhüttung, die besonders für die eisen­armen deutschen Erze in der heutigen Zeit von überragender Bedeutung sind, durch die Erzabtei­lung des Instituts. Die Derhuttungsverfahren im Hochofen und im Stahlwerk sind Gegenstand der Arbeiten der metallurgischen Abteilung, deren Be­mühungen im Verein mit dem physikalisch-chemischen Laboratorium in erster Linie auf eine Klarstellung der Gesetze des Ablaufs der metallurgischen Grund- reaktione'n und auf eine Verbesserung der Güte der Erzeugnisse durch geeignete Führung der metallur­gischen Arbeitsweisen hinzielen. Die mechanisch- technologische Abteilung erforscht die Vorgänge bei der bildsamen Verformung des Stahles bei der Weiterverarbeitung, während die Arbeiten der me­chanischen, der physikalischen, der chemischen und der metallographischen Abteilung eine wissenschaftliche Erforschung des Aufbaues und der Eigenschaften der Fertigerzeugnisse und deren Beeinflussung durch mechanische und thermische Behandlung bei der Weiterverarbeitung zum Ziel haben. Der Vortra­gende hob dabei besonders hervor, wie sich diese Forschungsarbeiten in den durch den Dierjahres- plan dem deutschen Eisenhüttenmann gestellten Auf­gabenkreis einorbnen. Die vom Vortragenden ge­zeigten Lichtbilder vermittelten gleichzeitig einen Einblick in die formschön gestalteten und zweck­mäßig eingerichteten Laboratorien und Werkstätten des in den Jahren 1934/35 errichteten Neubaus des Instituts.

Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit gespann­ter Aufmerksamkeit und dankten mit herzlichem Beifall. Der Leiter der Hochschulgesellschaft schloß den Abend mit herzlichen Worten des Dankes an den Redner.

des Verfassers und seiner Adresse enthält. Die Sen­dung ist an die F a k u l t ä t zu richten.

Bei der feierlichen Rektoratsübergabe am 1. April 1939 verliest der Rektor die Urteile und verkündet die Namen der preisgekrönten Bewerber.

Reichsberufswettkampf in Gießen.

Eine der größten Wettkampfgruppen,Der Deut che Handel", beginnt am nächsten Dienstag­vormittag mit dem Wettkampf für alle Lehrlinge in Groß-Einzelhandel und Industrie, die im ersten und dritten Lehrjahre stehen, in der Oeffentlichen Handelslehranstalt am Oßwaldsaarten zu Gießen, zu gleicher Zeit auch für die Erwachsenen. Arn Mittwoch, 23. Februar, kämpfen alle Lehrlinge des zweiten Lehrjahres mit den Junggehilfen (Kl. 5) in der Kaufmännischen Berufsschule in der Liebig- straße, ferner am gleichen Tage die Werbefachleute im Hause der Deutschen Arbeitsfront. Der 24. Fe­bruar ist für die Handelsschüler vorgesehen, außer­dem werden an diesem Tage die praktischen haus- wirtschastlichen Wettkämpfe aller weiblichen kauf­männischen Lehrlinge und Angestellten in der Ge­werblichen Berufsschule durchgeführt.

Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche.

Am Sonntag, 20. Februar, 17 Uhr, findet die 26. Musikalische' Abendfeier statt. Sie bringt von I. S. Bach: Das a-mo!I-Konzert für Violine und Orchester und die Kantate: Jesus nahm zu sich die zwölfe: von Hch. Schütz zwei Werke für Solo­stimmen und Chvr: Der Pharisäer und Zöllner und der Sämann. Die Solovioline spielt A. Rein. Die Solostimmen werden gesungen von E. Fleisch­hauer, Paß: F. La un, Tenor; I. Adam, Alt; M. N e b e 1 i n g , Sopran. Das Orchester wird gebildet aus Mitgliedern des Städtischen Orchesters; die Chorpartten singt der Kirchenchor der Gesamt- aemeinde. Die Leitung hat Johannes N e b e l i n g. Die Vortragsfolge kostet 30 Reichspfennig.

Abbruch der Häuser

am Kirchen- und Lindenplatz.

Im Anschluß an unsere gestrige Mitteilung über den Beginn der Abbruchsarbeiten am Kirchen- und Lindenplatz sei noch bemerkt, daß seit gestern mit dem Abbruch der Häuser Kirchenplatz 8, 9 und 10 und Lindenplatz 11 und 12 durch die Firma Aber- mann begonnen wurde, die bis etwa Ende März alle Arbeiten beenden soll. Bevor die Häuser vom Erdboden verschwinden, dürsten einige Einzelheiten, wenigstens aus den letzten dreißig Jahren, fest- zuhaltcn {ein. Das Eckhaus Schloßgafse/Kirchenplatz 10, früher dem Hofkonditor Georg Lind gehörig, kam etwa 1908 in den Besitz der Stadt Gießen, das Bäckereigebäude wurde wegen Baufälligkeit be­reits im Jahre 1922 abgebrochen, während sich bis jetzt noch zwei Läden und fünf Wohnungen hier befanden. Kirchenplatz 9, früher dem Kohlenhändler Emil Lotz gehörig, kam ebenfalls 1908 in den Be­sitz der Stadt Gießen. Im Erdgeschoß befinden sich zwei große Läden, in den oberen Geschossen sechs kleinere Wohnungen. Der südliche Laden wurde in den Jahren 1920 bis 1922 als Lesehalle und als Geschäftszimmer des Verkehrsvereins benutzt. Im Frühjahr 1927 brach in dem Anwesen ein Brand aus, der den ganzen Mock eingeäschert hätte, wenn er bei Nachtzeit entstanden wäre. Kirchenplatz 8, Vorbesitzer Kann, kam etwa zur gleichen Zeit in städtischen Besitz und enthält einen Laden mit Woh­nung. Lindenplatz 11, früher GasthausZum Lin­denhof", Vorbesitzer Konrad Heß, kam im Jahre 1919 in städtischen Besitz und wurde nachdem für fünf Mietwohnungen eingerichtet. Lindenplatz 12, früher Musikhaus Busch, hatte vorher mehrere Be­sitzer gehabt. Der letzte Besitzer war Hch. Schneider. Das Anwesen kam erst Ende 1937 in den Besitz der Stadt Gießen. Es enthält zwei Läden und vier Mietwohnungen. Nach Beendigung der Abbruch­arbeiten soll mit dem Bau der neuen Gebäude begonnen werden.

Größerer Bedarf an Dolksschullehrerinnen und Lehrern.

LPD. Wie der Reichsstatthalter in Hessen Landesregierung in einem Erlaß an die Direk­tionen der öffentlichen und privaten Schulen (Voll- anstalten) bekanntgibt, gehört die zweijährige Aus­bildung für den Volksschuldienst weiterhin zu den aussichtsreichsten Studiengängen. In den nächsten Jahren ist mit einem größeren Bedarf an Volks- schullehrerinnen und Lehrern zu rechnen. Das Studium an der Hochschule für Lehrerbildung ist gebührenfrei. Außerdem stehen für besonders be­dürftige Studierende Mittel zur Verfügung. Die Aussichten, alsbald nach dem nur viersemestrigen Studium in bezahlte Verwendung an der Volks­schule zu kommen, sind sehr günstig. »Es ist zweck­mäßig, den Arbeitsdienst vor Beginn des Studiums abzuleisten. Die nächste Einschreibung zum Studium für das Volksschullehramt und für das höhere Lehr­amt an der Hochschule für Lehrerbildung in Darm­stadt findet zu Beginn des Wintersemesters 1938/39 statt. /

Fröhliche Fahrt zum Hoherodskopf!

Man berichtet uns: Wie im vergangenen Jahre, fo unternahmen auch in diesem Jahre die Profes­soren und Studenten der medizinischen Fakultät eine gemeinsame Fahrt zum Hoherodskopf. Am Donnerstag gegen 9 Uhr wurde bei herrlichstem Winterwetter gestartet. Gegen 11.30 Uhr war nach schöner Fahrt durch die herrliche Winterlandschaft der Hoherodskopf erreicht. Diejenigen, die ihre Ski mithatten, waren natürlich von diesem Moment an vorerst nicht mehr zu sprechen, während die andern bald in Schneeballschlachten verwickelt waren. Zwi­schen 13 und .13.30 Uhr war alles bei einer gut-- schmeckenden Erbsensuppe im Restaurant vereint. Hier begrüßte zunächst Professor Herzog, als Organisätor, alle Teilnehmer herzlich und schilderte in einem netten Gedichtchen die Sorgen, aber auch die Freuden bei der Vorbereitung für diese Fahrt. Professor Seifer, als Dekan der medizinischen Fakultät, dankte allen, die zum Gelingen dieses schö­nen Tages beigetragen hatten, und gab der Hoff­nung Ausdruck, daß diese Fahrt von nun an cm dauernder Bestandteil im Programm des Winter­semesters bleiben möge. Darauf ging es hinaus zu sportlichem Wettstreit, denn man hatte nicht ver­säumt, eine interne Meisterschaft der Fakultät im Lang- und Abfahrtslauf auszuschreiben. Den Lang­lauf über 2,5 Kilometer gewann bei den Damen Fräulein Herzog vor Fräulein Reuter und Fräulein Hwnig, bei den Herren P. Pitzen vor H. H. Weber und W. Schäfer, den Abfahrts­lauf Fräulein K ü b l e r vor Fräulein Pauly. Fräulein C e r m a k und Fräulein Honig, bzw. H. H. W e b e r vor H. Schmidt, P. P i tz e n und Prof. Bernhard. DieFußgänger", die Start

und Ziel umsäumten, und sich auch zum Teil an der Strecke aufgestellt hatten, sparten natürlich nicht mit eifrigen Anfeuerungen und Beifall. Manchen verbissenen Kampf gab es auf den letzten hundert Meter beim Langlauf und manchen unfreiwilligen Sturz beim Abfahrtslauf. Anschließend vergnügten sich dann alle noch eine Weile bei munterem Spiel, wobei sogar der eine oder andereFußgänger" sein kostbares Leben ein Paar Ski anoertraut haben soll, was natürlich jedesmal mit einem bösen Sturz endete. Langsam war es aber draußen doch bitter kalt geworden, und im Restaurant sah man immer mehr verfrorene Gesichter auftauchen. Eine warme Tasse Kaffee half dann schnell über die Kälte hinweg, und als sogar zum Tanz aufgespielt wurde, taute alles wieder richtig auf. So verflog bei gemütlicher Unterhaltung der Rest des schönen Tages allzu schnell, an den sicher alle noch oft zu- rückdenken werden. Um 22 Uhr landete man wohl­behalten, wenn auch etwas müde, wieder in Gießen.

Nie Lungenwurmseuche des Wildes.

In der zweiten Vorlesung der Vortragsfolge über Wildkrankheiten" behandelte Prof. Dr. Krause das Gebiet der Invasionskrankheiten, d. h. der Krankheiten, die durch Schmarotzer hervorgerufen werden, also durch Tiere, die in ober auf dem Wilde leben und dort ihre Nahrung suchen. Sie rufen nicht wie die Erreger von Infektionskrank­heiten unmittelbar und von vornherein Krankheiten hervor: vielmehr treten diese erst als Begleit- und Folgeerscheinungen des Daseins der Schmarotzer auf. Unter diesen Parasiten verdienen die Lungen­würmer eine besondere Beachtung, die mitunter beim Rehwild und beim Hasen sehr große Verluste verursachen. v

In einer Darstellung des Körperbaues und der Entwicklung des Lungenwurmes des Rehes (Dic- tyocaulus viviparus) zeigte der> Vortragende vor allem dieSchwächemomente" im" Entwicklungs­gänge auf, in denen eine Bekämpfung die meiste Erfolgsaussicht bietet. Das Vorhandensein der Würmer und der Wurmbrut führt zu Kreislaus- ftörungen, Atmungsbehinderung, wohl auch zur un­günstigen Beeinflussung des Wirtskörpers durch die Ausscheidungsstoffe der Schmarotzer. Diese Er- schienungen aber können zum Kümmern oder Ein­gehen des Wildes führen. Feuchte und milde Witte­rung im Herbst und Winter begünstigt die Krank­heit, kalter Winter dämmt sie ein. Eine unmittel­bare Ueberfragung von Wild zu Wild (Ansteckung) ist nicht möglich. Die Larven müssen immer erst mit der Aesung ausgenommen werden. Chemikalien, wie z. B. Düngesalze, auch Jauche, können die Larven in bestimmten Stadien im Ackerboden ab- töten. Gute Ernährung des Wildes macht dieses

widerstandsfähig, kümmernde Stücke sind der Kugel verfallen. Kurz gestreift wurde noch die Lungen­wurmseuche des Hasen, dessen Erreger interessanter­weise eine Schnecke als Zwischenwirt zu seiner Ent­wicklung braucht. Wie bei der Bekämpfung der Leberegelseuche kann also der Kampf gegen die Schnecken die Gesundheit des Wildes weitgehend beeinflussen.

Die dritte (und letzte) Vorlesung findet am Don­nerstag, dem 24. Februar, statt und behandelt das für den Jäger so wichtige Thema derSeuchen­haften Erkrankungen des Hasen".

Gießener wochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 19. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenblttter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, V- kg 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 40, Rhabarber 25, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepftl, % kg 10 bis 25, Birnen 15 bis 25 Pf., Hähne 1,10 bis 1,25 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 50 bis 60, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 10 Pf.

** Aufnahme in die Schule. Die Auf­nahme der Mädchen findet am Montag, 28. Fe­bruar, von 9 bis 11 Uhr, in der Schillerschule statt und nicht, wie bereits in der Bekanntmachung vom 12. Februar mitgeteilt wurde, am Donnerstag, 24. Februar. Die Aufnahme der Knaben findet am Donnerstag, 24. Februar, von 9 bis 11 Uhr, in der Alten Pestalozzischule statt.

** Die Schädlingsbekämpfung im Dbftbau betrifft eine Bekanntmachung des Ober­bürgermeisters, in der zur Beseitigung abgängiger Bäume und Sträucher, zur Bekämpfung von Schäd­lingen und zur Durchführung der Wmterspritzung aufgefordert wird.

** Neuverpflichtungen im Stadt- theater Gießen. Für die Spielzeit 1938/39 wurden an das Stadttheater Gießen verpflichtet: Kurt Haars vorn Stadttheater Bonn als 1. Cha­rakterkomiker, Hans Schlick vom Nordmark- Landestheater in Schleswig als 1. Chargenspieler: Margot Eickhoff, Berlin, als jugendliche Salon- dame und Heldin, Annelieje Sch lo cd er vom

»sradttheater Hagen als Sentimentale, Friedrich Gründ ah l von der Staatlichen Schauspielschule Hamburg als Anfänger.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

ch Beuern, 17. Febr. Der 0 b ft- und Gar« tenbauoerein vereinigte seine Mitglieder unter Leitung seines Vereinsführers Baumwart Wilhelm Stein im Lokal des Gastwirts Ranft zur Jahres­versammlung. Der Vereinsfiihrer erstattete den Jah­resbericht, der Rechner Wilhelm Otto einen gün­stigen Bericht über den Stand der Vereinskasse. Nach Dankesworten und Entlastung des Vorstandes und des Rechners sprach der Vereinsführer über das ThemaSchädlingsbekämpfung und Vogel­schutz". Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde die Durchführung einer Reihe von Maß­nahmen zur Schädlingsbekämpfung beschlossen. Die Arbeiten werden auf Kosten der Baumbesitzer aus- geführt. Mit einer Verlosung von Steinobststämm­chen wurde die Versammlung geschlossen. Dem Ver­ein gehören zur Zeit 44 Mitglieder an.

4- Grünberg, 18. Febr. Der hiesige Volks- bildungsoerein hielt im HotelHirsch" seine Hauptversammlung ab. Wie der Vorsitzende, Be­rufsschullehrer Gengnagel, betonte, sieht der Verein seine Hauptaufgabe in der Betreuung der Volksbücherei. Der Büchereileiter, Reallehrer i. R. K a h l b a ch , erstattete Bericht über den Stand der Bücherei, die in einem Zimmer des Rathauses un­tergebracht ist. Danach sind in den zwei letzten Jah­ren 44 Bände neu hinzugekommen, so daß der letzte Band der Bücherei die Nummer 1550 trägt. Der tat­sächliche Bestand beträgt jedoch nur 1355 Bände, denn eine Anzahl Bücher sind in den 19 Jahren des Bestehens der Bücherei in Verlust geraten, andere mußten infolge zu starker Abnutzung ausgeschieden, ebenso mußten auf Anordnung der staatlichen Lan­desstelle für das Büchereiwesen eine große Zahl in-

RUHL Seilersweg Nr. 67 I

adiO Telephon Nr. 3170 I

eparaturen l88?ü S

folge ihres Inhalts ober ihrer Verfasser entfernt werden. Die Rechnung für 1937 ergab eine Ein­nahme von 271,02 Mark und eine Ausgabe von 231,41 Mark. Die Stadt hatte einen Zuschuß von 40 Mark gewährt. Es soll darum nachgesucht wer­den, diesen Betrag jedes Jahr zu erhalten. Da die Zahl der Mitglieder wiederum einen Rückgang auf« weist und gegenwärtig nur noch 23 beträgt, soll eine Werbung neuer .Mitglieder unternommen werden. Der Jahresbeitrag beträgt 2 Mark. Bücherwart Hrch. Schmidt berichtete über seine Tätigkeit. Der Durchschnittssatz der Ausleihungen beträgt etwa 40 Bände. Ausgegeben sind 98 Lesekarten. Erfreu­lich ist auch die starke Benutzung der Bücherei durch die Jugend. In den Vorstand wurde neu gewählt Studien rat Dr. Fühler. Der Vorsitzende dankte zum Schluß dem Bücherwart Schmidt und seinen beiden Helferinnen Dina Michel und Doris Gengnagel für ihre Arbeit bei der Bücheraus­gabe. Auf Veranlassung des Reichskolo­nialbundes fand in der Turnhalle eine Ver­sammlung statt, in der Prof. Hummel (Gießen) über das ThemaWarum brauchen wir Kolonien?" sprach. Eine Anzahl Lichtbilder, die der Redner vor einer Reihe von Jahren bei einer Forschungsreise in Deutsch-Südwest und Deutsch-Ostafrika ausge­nommen hat, diente zur Erläuterung seiner Ausfüh­rungen. Der GesangvereinSängerkranz" und eine Singgruppe der Frauenschaft verschönten den Abend mit mehreren Chören. Die Versammlung war gut besucht.

Holzheim, 17. Febr. Der SA. - Sturm 4 4/116 Holzheim - Lang-Göns veran­staltete einen Kameradschaftsabend, bei dem auch Gäste von der SA.-Brigade und -Standarte in Gie­ßen zugegen waren. Der Musikzug der Standarte 222 aus Butzbach wirkte durch flotte Märsche mit. Unter Leitung des Chormeisters Sarnes brachten SA.-Kameraden aus Holzheim mehrere Lieder zu Gehör. Im Verlaufe des Abends wurden mehrere Ansprachen gehalten, weiter einige kleine Bühnen­stücke aufgeführt und im übrigen bie4 Stunben mit mancherlei frohgestimmter Geselligkeit ausgefüllt. Ueberraschend wurde hier eine Verdunkelungs- Übung durchgeführt, die in allen Teilen ausge­zeichnet klappte. Anschließend wurde im Saale von Sarnes ein Film über den Luftschutz gezeigt, bei dem in einer Ansprache auf die Bedeutung des Luftschutzes hingewiesen wurde.

* B e 11 e r s t) e i m, 17. Febr. Die 13jährige Schülerin Irmgard Rieb wurde gestern im Walde von einem stürzenden Baumstamm ge­troffen und mußte mit einer schweren Kopfverletzung in die Chirurgische Klinik ge­bracht werden.

Kreis Marburg.

* Sichertshausen, 18. Febr. Schreinermei­ster Scheld und Frau, geb. Hüft, können am heu­tigen Samstag, 19. Februar, das Fest der golde­nen Hochzeit feiern.

Schwere Bluttat in Frankfurt a. M.

LPD. Frankfurt a. M., 18. Febr. Zwischen Gästen einer Wirtschaft in der Brückhofstraße kam es in der Nacht zum Freitag zu Streitigkeiten, die sich auf der Straße fortsetzten. Hierbei hat der 25- jährige Oswald Koscheike den 32jährigen Ar­beiter Bender erschossen. Der Täter ging flüchtig.

Einige Stunden später wurde in der Kruggasse von Hausbewohnern ein Einbrecher bemerkt. Die Leute alarmierten das Überfallkommando, das den Dieb festnahm. Man fand bei ihm zwei Revolver; aus der einen Waffe war, nach dem Puloerschleim zu urteilen, kurz zuvor geschossen worden. Es stellte sich heraus, daß man es bei dem (Einbrecher mit dem Koscheike zu tun hatte. Der Verbrecher wurde steckbrieflich gesucht und hielt sich in Frankfurt unangemeldet auf.

OerRaubmordversuch" in Neuhof aufgeklärt.

Der Wirt hatte selbst Hand an sich gelegt.

LPD. Fulda, 17. Febr. Der Raubmord­oer s u ch an einem Gastwirt in Neuhof hat durch die (Ermittlungen der Kriminalpolizei feine Aufklärung gefunden. Aus Fingerabdrücken an dem zur Tat benutzten Messer ging einwandfrei hervor, daß sich der Ga st wirt die Verletzungen selbst beigebracht hat; auch war keinerlei Geld gestohlen worden. Auf Grund des Beweis« materiale gab der Wirt schließlich zu, einen Selbstmordversuch unternommen zu haben. Der Mann war in letzter Zett öfters schwermütig.