Reisewinke.
Neugestaltung
der Bad-Naheimer Kurhausterrasse.
Bad-Nauheim sieht sich genötigt, seiner steigernden Besucherzahl den notwendigen Platz zu schaffen. Zu diesem Zweck ist ein in drei Abschnitte geteiltes Bauvorhaben in Angriff genommen worden, dessen erster Bauabschnitt vollendet ist. Es handelt sich um die neue Ausgestaltung der Kurhausterrassen, die über die ganze Kurhausfront durchgeführte Weinterrasse, den Anbau einer Eingangs- und Empfangshalle, die zu den Terrassen überleitet, und die Heranziehung des Kurparkrasens — unter Aufhebung der bisherigen Durchfahrtsstraße — bis zum Fuß der Terrasse. Der Gedanke, das wohltuende Grün der schönen Parkanlagen möglichst nahe an die Räumlichkeiten heranzuführen, hat hier Architektur und Gartenbaukunst zu diesen Veränderungen sehr glücklich vereinigt. Der Umbau der Terrasse hat Sitzmöglichkeit für 4000 Personen geschossen.
Marburger Festspiele.
In diesem Jahr haben die Marburger -Festspiele Frohsinn und Heiterkeit auf ihr Programm geschrieben. Shakespeare wird allein mit drei Lustspielen den Spielplan bestreiten. Die Spielzeit beginnt mit „Wie es Euch gefällt", es folgen „Diel
Lärm um Nichts" und „Sommernachtstraum". Von den besten Bühnen Deutschlands, aus München, Dresden, Hamburg, Darmstadt, kommen die Künstler zu gemeinsamer Arbeit zusammen. Auch Berlin stellt eine Anzahl durch Theater und Film bekannter Persönlichkeiten.
Grenzübertritt aus dem Reich nach Italien.
Zu den Fragen des Grenzübertritts aus dem Reich nach Italien teilt der Centro Alpinistico Italiano (CAI.) dem DAV. mit, daß der Grenz,- übertritt nur Personen, welche im Besitze eines gültigen Reisepasses oder einer andern, gesetzlich gleichwertigen Urkunde sind, erlaubt ist und ausnahmslos nur an den eigens hierzu vorgesehenen Grenzübergangsstellen erfolgen darf. Diese sind beschränkt auf acht Uebergangsstellen: Paßstraße aus dem Oberinntal — Hochfinstermünz — Reschen — Scheideck in den Vintschgau; Brennerstraße, Brennerbahn; Bahn Sillian — Jnnichen, Straße Gillian — Winbach — Jnnichen, Vlöckenpaßstraße — Mauthen — Timau; Straße Villach — Gogaau — Tarvis und Eisenbahnübergang Villach — Tarvis im Tal der Gailitz. Um das italienische alpine Grenzgebiet besuchen zu dürfen, ist es notwendig, daß sich die Bergsteiger an das für ihren Wohnsitz zuständige italienische Konsulat wenden, um von diesem den besonderen Sichtvermerk, welcher im Reisepaß eingetragen wird und die Gültigkeit des besonderen Ausweises hat, zu erlangen.
Geschichten aus aller
Wett. .
[ NaOruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Sie will sich einen kaufen.
(be) Kalkutta.
Fräulein Klai aus Burma (Hinterindien), eine nach den Begriffen ihrer Heimat besonders schone junge Inderin, hat jetzt genug Geld verdient, um sich ihren brennenden Herzenswunsch erfüllen zu können. Sie gehörte zu einer Eingeborenentruppe, die in einer Schau aus englischen Kolonialausstellungen zu bewundern war. Die bronzene Schönheit war sparsam, legte sich jeden Schilling, den sie verdienen konnte, beiseite und hat jetzt ein kleines Vermögen beisammen, das es ihr ermöglicht, in die Heimat zurückzufahren und sich — einen Mann zu kaufen! Ich will mir meinen Mann, so erklärte sie selbstbewußt, nicht von irgendwelchen Verwandten besorgen lassen. Ein richtiger Ehemann für mich ist nur Der, den ich mir selbst mit meinem eigenen Geld taufe.
Wegen eines Lippenstiftes enterbt.
(lz) Istanbul.
Der 95jährige Rachid schickte dem Armenhaus 10 000 türkische Pfunde mit der Erklärung, daß er wegen Streitigkeiten mit seiner Familie sein ganzes Vermögen dem Krankenhaus vermache. Der Haupt- cmlaß zu der Enterbung war die Tatsache, daß seine Nichte einen Lippenstift benutzt und sich die Fingernägel rotgefärbt hatte.
Der Mann mit der Pfeife.
(—) London.
Als der Richter Avory morgens im Omnibus Platz nahm, suchte er mit Rücksicht auf seine Erkältung das Nichtraucherabteil aus. Prompt erschien in diesem Abteil ein Mann, der eine stark qualmende Pfeife rauchte. Der Richter versuchte den Raucher erst mit Blicken einzuschüchtern, wies dann mit zorniger Stimme darauf hin, daß das Rauchen im Nichtraucherabteil eine Beleidigung darstelle. Doch der Mann mit der Pfeife rauchte weiter und kümmerte sich um nichts. In hochgradiger Wut zoa der Richter Avory seine Visitenkarte, überreichte sie dem Raucher und wies darauf hin, er werde bestimmt von ihm auf anderem Wege hören. Der Mann schaute auf die Karte, lächelte und schickte sich an, an der nächsten Station auszusteigen. Der Richter, dem es mit seiner Aktion gegen den Raucher im Nichtraucherabteil bitter Ernst war, forderte den Schaffner eiligst auf, die Personalien jenes Mannes mit der Pfeife festzustellen. Der Schaftner eilte denn auch dem Mann mit der Pfeife nach, kehrte dann aber sehr schnell wieder zurück. Als der Richter ihn fragte, ob er den
Namen des Frevlers habe, erwiderte der Schaffner, er habe nicht den Mut gehabt. Aber der Mann habe ihm eine Visitenkarte gegeben. Als Richter Avory die Visitenkarte zur Hand nahm, stellte er fest, daß es feine eigene Karte war, die der Sünder zur Entlastung dem Schaftner übergeben hatte.
Die Juxzeitung.
—en. Oslo.
9000 Exemplare ihrer Iuxzeitung verkauften diesmal die jungen Osloer Studenten — und als die Polizei eingriff, konnte sie nur noch 1000 Zeitungen beschlagnahmen. In jedem Jahr geben die norwegischen Studenten in Oslo ein Blatt heraus, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Erwachsenen zu ärgern. Diese Aufgabe wurde bisher stets in hervorragendem Maße erfüllt, die Lehrer, die Eltern, die Polizei, die Geistlichen ärgerten sich, daß es nur so eine Freude war, und das Blatt wurde mit Begeisterung von allen Osloern gekauft und aelesen. Diesmal war darin eine parodistische Rundfrage enthalten: „Warum baden Sie nicht nackt?" und eine Reihe erdichteter Osloerinnen antwortete: „Woher wissen Sie denn, daß ich es nicht tue?"
In diesem Stil waren alle Beiträge gehalten, und prompt wie immer wurde allgemein Anstoß genommen. Während die Kirchen- und Schulbehörden, denen die Studenten ihr Werk selbst vorlegten, beide Augen zudrückten und die Zeitung als das nahmen, was sie war: als Studentenulk, der nach einem Tage vergessen wurde, alarmierte der Generalstaatsanwalt seine Truppen und schritt ein. Ein Exempel solle statuiert werden — hieß es, und ein für allemal müsse jetzt das unmoralische Treiben der Osloer Studenten unterbunden werden. Aus dem Jux ist also Ernst geworden, zumal die verantwortlichen Herausgeber des Blattes befürchten müssen, daß eine etwaige gerichtliche Verfolgung ihrem Studium Schwierigkeiten in den Weg legt. Inzwischen bekämpfen sich die „richtigem Osloer Zeitungen erbittert wegen des „Falles", und die Leser erkundigen "sich jetzt schon, ob sie nicht für das Studentenblatt vom nächsten Jahr Vorbestellungen aufgeben können.
Sport und Theater.
A. B. Kopenhagen.
Sport und Theater nehmen im Norden eine unfreundliche Stellung zueinander ein. Die Sportsleute gehen nicht in die Theater, und die Theater- schriftsteller — um das anspruchsvolle Wort Dichter zu vermeiden — haben bisher nicht gemerkt, daß durch das Eindringen des Sports in das Leben des modernen Menschen neue Probleme entstanden sind, die durchaus einer Behandlung wert wären. Jetzt hat aber ein Kopenhagener Dramatiker eine
Sportsatire geschrieben, „Chas", die die lachlustigen Kopenhagener in Massen in das Königliche Theater treibt. Chas ftt ein junger Mann, der die Konsequenzen aus der allgemeinen Sportbegeisterung zieht und einfach „Sportheld" wird. Damit erledigt er alle Schwierigkeiten, er wird berühmt, verdient viel Geld und stürzt in den Abgrund des Vergessenwerdens, als ein anderer Held auftritt. Das ist nun alles ein bißchen sehr einfach gemacht, wie eben Menschen, die den Sport nur von den Ueberschriften der Zeitungen her kennen, so etwas sehen. Aber trotzdem hat das Stück Erfolg: die Sportler gehen ins Theater, weil sie sich einmal auf der Bühne sehen wollen, und die Gegner des Sports sind entzückt, weil chre Anschauungen in witziger Weise bestätigt werden.
Ein dänischer Sportsmann, der nichts vom Theater, aber viel vom Sport versteht, der frühere Meisterboxer Knud Larsen, ist von einer Zeitung um seine Meinung gefragt worden. Und er hat in aller Naivität eine ausgezeichnete Antwort gegeben, die den Kern des Problems und den entscheidenden Fehler des Stücks trifft Er sagte: „Ich finde, daß Chas einen Fehler yatte. Das war ja gar kein Stück, das von einem Sportsmann handelt. Soya — der Verfasser — irrt sich ja, wenn er glaubt, daß man sportliche Leistungen heroorbringen kann, ohne zu arbeiten. Im wirklichen Sportsleben muß man sich die guten Ergebnisse schwer erarbeiten, und daraus lernt man sowohl sich selbst, rote auch seine Umgebung einzuschätzen."
Damit ist alles gesagt: es gibt nämlich keinen wirklich großen Sportler, der hingeht und „be- rühmt wird" —hier irrt Herr Soya. Und wenn er diese gute Gelegenheit, etwas von einem kundigen Boxer zu lernen, benutzt und einmal ein Jahr lang in einem Sportklub als aktiver Sportsmann lebt, dann wird er möglicherweise einmal ein Stück schreiben, in dem außer Witz und Satire auch die Wirklichkeit vorkommt.
Sieg der Liebe.
(ep) Venedig.
In einem Dorf in der Nähe von Venedig begann diese ungewöhnliche Geschichte. Ein junges Mädchen sollte heiraten. Alles war bereits zur Hochzeit gerüstet. Mit dem Brautschleier angetan, wartete Das junge Mädchen in der elterlichen Wohnung auf den Bräutigam, um mit ihm zur Kirche zu fahren. Sie wartete und wartete, aber er kam nicht. Schließlich schickte man in seine Wohnung, um ihn zu suchen. Aber auch dort fand man ihn nicht, wohl aber einen Zettel mit einer längeren Mitteilung des jungen Mannes des Inhaltes, daß er sich immer wieder die ernsten Folgen seines Schrittes überlegt habe und daß er nun zu dem Schluß gekommen sei, daß er doch nicht heiraten könne. Um aber einer Auseinandersetzung mit seiner Braut aus dem Wege zu gehen, sei er davonge- fahren, um ins Ausland zu gehen, lieber diese
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Nachricht waren die Eltern der Braut natürlich äußerst erzürnt und wollten ihre Tochter überreden, einen Prozeß gegen den jungen Mann anzu« strengen, der sein Eheversprechen gebrochen hatte. Das junge Mädchen aber lehnte ein solches Vorgehen ab und erklärte: „Ich verzeihe ihm und werde, wenn es sein muß, dis zu meinem Tode auf ihn warten, denn ich liebe ihn!" Natürlich sprach sich diese Geschichte herum, und auch verschiedene Zeitungen berichteten über den Fall, wobei sie besonders die rührende Liebe des jungen Mädchens zu dem Manne hervorhoben, der sie so schnöde im Stick gelassen hatte. So eine Zeitung mit einer Schilderung dieses Falles geriet auch durch Zufall dem flüchtigen Bräutigam in die Hände. Als er las, daß ihn das Mädchen nicht vergessen wolle, ergriff ihn tiefe Rührung — so daß er noch am selben Tage die Rückreise in die Heimat antrat, um zu seiner Braut zurückzukehren. Und so wurde tatsächlich bald darauf, wenn auch mit einiger Verspätung, die Hochzeit gefeiert. Die ganze Bevölkerung der Umgegend nahm an diesem Hoch- zeitqfeste teil, unü das junge Paar schritt auf dem Wege zur Kirche durch einen wahren Blumenregen, was den jungen Mann, der anfangs solche Angst vor der Ehe gehabt hatte, nun doch etwas hoffnungsfroher in die Zukunft blicken ließ. Die Liebe hatte ihn besiegt.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen
Das ist Herr Mertens
beim Frühstück auf dem Balkon seiner Pension im SonnentaL
So was Gemütliches ...!
Das macht vielleicht nur, weil der Gießener Anzeiger auch dabei ist; den hat er sich ja nachschicken lassen ...
Machen Sie's ebenso: Geben Sie. bitte, drei Tage vor der Abreise Ihre Ferien- anschrift in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers an. Sie können sich die Zeitung auch postlagernd schicken lassen, wenn Sie noch nicht wissen, wo Sie wohnen.
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