Kleine politische Nachrichten.
NSG. Der erste Frankfurter Studententag wurde am Freitagvormittag mit einer Totenehrung im Ehrenhof der Universität eröffnet. Vertreter des NS.-Stubentenbunbes, des NS.-Dozentenbundes und der Universität legten vor den Tafeln der gefallenen Dozenten und Studenten der Universitäten Frankfurt und Straßburg zum Gedenken der Toten bet' Bewegung und des Weltkrieges Kränze nieder. Eine Kundgebung in der Aula der Universität, bei der Stellvertretender Gauleiter Linder sprach, eröffnete den „Tag der Wissenschaft".
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Der Führer und Reichskanzler hat den bisher kommissarischen Vizepräsidenten des Oberpräsidiums in Kassel, Dr. Beckmann, endgültig zum Vizepräsidenten dieses Oberpräsidiums ernannt.
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Der ungarische Justizminister Dr. vonMikecz, der als Gast von Reichsminister Dr. Frank zur 5. Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht in Berlin eintraf, legte am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder, dessen Schleifen die ungarischen Nationalfarben trugen. Der Minister stattete sodann Reichsinnenminister Dr. Frick und Reichsaußenminister vonRibbentrop einen Besuch ab. Der Reichsaußenminister überreichte ihm das ihm vom Führer und Reichskanzler verliehene Großkreuz des Deutschen Adlers.
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Am Ende der Schlußveranstaltung des Arbeitsjahres der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft in Mailand übergab Minister Alfieri dem deutschen Botschafter von Mackensen den ersten Band einer Photographiensammlung „Hitler in Italien" mit der Bitte, diesen dokumentarischen Band dem Führer zu überreichen. Es handelt sich um eine vom Ministerium für Volkserziehung zu- fammengestellte Sammlung von Liebhaberlichtbildern. Jeder Photographie ist ein Ausspruch berühmter Männer (Leonardo da Vinci, Goethe, b'Annun- zio, Mussolini, Hitler u. a.) beigegeben.
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Generaladmiral Dr. h. c. R a e d er ist in Linz eingetroffen, wo er den Standort der Donau- f l o t t i l l e und die kürzlich errichteten Unterkünfte auf dem oberen Donaugelände besichtigte. Nachmittags fand die Parade des „Virago" und der anderen Marineboote vor dem Generaladmiral statt. Freitag reifte Dr. h. c. Raeder nach Wien weiter.
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Das deutsch - niederländische Reise- v e r k e h r s a b k o m m e n ist für ein weiteres Jahr verlängert worden. Es sieht den Erwerb von Reisekreditbriefen, Reiseschecks, Hotelgutscheinen sowie Gutscheinen für Pauschal- und Gesellschaftsreisen bis zum Höch st betrage von 400Reichs- m a r k durch in Deutschland ansässige Personen für Reisen nach den Niederlanden zu nichtgeschäftlichen Zwecken vor.
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In Venedig traf der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch ein. Er wurde vom italienischen Außenminister Grafen Ciano empfangen. Amtlich wird erklärt, Stojadinowitsch habe lediglich eine Vergnügungsreise unternommen; mit Rücksicht auf die freundschaftlichen Beziehungen sei Graf Ciano mit ihm zusammengetroffen, ohne daß der Zusammenkunft besondere politische Bedeutung beizumessen sei.
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In der französischen Kammer würbe das Sitzungs- Srotokoll mit 357 Stimmen gegen 241 Stimmen er Linken gebilligt. Kammerpräsident H e r r i o t
verließ sofort den Sitzunassaal zum Zeichen, daß die Frühjahrssession der Kammer beendet und das Parlament bis Oktober in d i e Ferien gegangen fei.
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Der Schweizer Nationalrat nahm mit 115 aegen 47 Stimmen die Einführung einer Wehrsteuer an. Sie dient zur Tilgung der für die militärische Landesverteidigung aufgewandten bedeutenden Wehrkredite. Die Steuer kann vom Vermögen oder vom Einkommen oder von beiden
Der Kölner Doppelmoröprozeß.
In dem Kölner Doppelmordprozeß Schönewald wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Der Neffe des erschossenen Fräuleins Korte wurde als Zeuge- entlassen; es hat sich herausgestellt, daß der junge Mann in jeder Beziehung unschuldig ist. Ein Beamter der Reichspost sagte aus, man müsse prüfen, warum der als vorsichtiger und erfahrener Beamter bekannte Gelbzusteller Körner entgegen der Bestimmung in die Wohnung des Untermieters Schönewald hineingegangen fei. Körner fei ein vorbildlicher Familienväter gewesen. Sein Tod sei ein schwerer Verlust für die Familie. Er habe eine Frau und fünf Kinder im Alter van 8 bis 22 Jahren hinterlassen. Der Bruder des Ermordeten sagte aus, Frau Körner sei völlig zu- sammengebrochen, bis heute krank geblieben und noch immer in ärztlicher Behandlung. Auch die Kinder hätten sehr gelitten. Die Eheleute hätten sich außerordentlich gut verstanden.
Dann wird der V a t e r des Angeklagten Schönewald vernommen; er wird vom Vorsitzenden belehrt, daß er die Aussagen verweigern könne, will aber trotzdem aussagen. Er habe dem jungen Paare helfen wollen, wenn es rfötig gewesen fei. Man habe später von ihm monatlich hundert Mark verlangt. Das sei ihm unmöglich gewesen. Der Vater erzählt dann über den Verlauf der U n t e r h a l t s k l a g e, die der Sohn gegen ihn anftrengte. Ob der Sohn aus feiner Schriftstelleret Einkünfte gehabt habe, kann der Vater nicht angeben. Er habe den Sohn aber nicht untergehen lassen, er würde ihm immer geholfen haben. In dem Unterhaltsprozeß fei er zuk Zahlung von 45 Mark im Monat verurteilt worden.
Der Vorsitzende fragt den Zeugen Schöwe - wald, wie er es sich denn erklärt habe, daß die jungen Leute plötzlich ein Auto hätten kaufen können. Der Zeuge erwidert, die Schwiegertochter habe ihm gesagt, man habe in Belgien ein Buch abgefetzt; es fei von 5000 Mark die Rede gewesen. Er habe das Buch einmal sehen wollen, aber die Schwiegertochter habe gesagt, das Manuskript sei vernichtet, und das Buch sei hier nicht zu haben. Er habe das auch geglaubt. Später habe er sich überreden lassen, die noch ausstehenden 600 Mark für den Wagen zu bezahlen, weil die beiden einen Wechsel nicht einlösen konnten und er verhindern wollte, daß der Wagen gepfändet wurde. Das Auto sei bann von ber Schwiegertochter für 1150 Mark verkauft worben. Er habe nicht ben Einbruck gehabt, daß die beiden dauernd in Zank und Streit lagen.
Raubüberfall in Bethel.
In der Hauptkassenverwaltung der Krankenanstalt Bethel bei Bielefeld wurde ein Raubüber- sall verübt. Dort erschien bei dem Kassierer ein Mann, der sich als Beamter ausgab und unter Vorweisung falscher Papiere Einlaß in den Kassenraum forderte. Der Kassierer kam diesem Verlangen
erhoben werden. Auch Kriegsgewinne find zu besteuern.
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Die Neuwahlen zum irischen Parlament find ohne Zwischenfälle verlausen. Etwa 70 v. H. der Wahlberechtigten hoben abgeftimmt. Die verhältnismäßig geringe Beteiligung hot in politischen Kreisen Enttäuschung hervorgerufen. Das Ergebnis dürfte frühestens Sonntagäbend errechnet fein.
Aus aller Well.
nach. Hier versetzte der Eindringling, ein gewisser Jvhannesmann aus Bielefeld, dem Kassierer mit einer Eisenftange wuchtige Schläge über den Kopf, fo daß dieser zusammenbrach. Dann verpackte der Täter über 10 000 Mark in Scheinen in feine Aktentasche. Inzwischen erschien ein Polizeibeamter, der den Räuber verhaftete. Der Kassierer ist lebensgefährlich verletzt.
Ein Ittörber zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht in Erfurt verurteilte den 25- jährigen Erwin Marcinkvwfki wegen Mordes zum Tode. Marcinkowfki hatte am Tage vor Himmelfahrt feine ehemalige Zimmerwirtin, eine 60 Jahre alte Frau, auf offener Straße, angeblich aus Rache, mit einem Beil erschlagen.
Verbrecherischer Ausbruchsplan des Berliner Raubmörders Götze.
Der Sondergerichtsprozeß gegen die Berliner Landftraßenräuver Gebrüder Götze hat eine sensationelle Wendung genommen. Der Vorsitzende teilte mit, daß man ein Kassiber von Walter Götze an seinen Bruder Max gesunden habe. Aus dem Schreiben, das im Gerichtssaal verlesen wird, geht eindeutig hervor, daß Walter Götze unter Anwendung rücksichtsloser Gewalt versuchen wollte, a u f dem Transportzu entkommen. In diesem Kassiber heißt es u. a.: „Ich habe die Absicht, mit fliegenden Fahnen unterzugehen. Ich habe hier vor einiger Zeit zwei Messer geschnappt und habe sie während des Termins bei mir zwischen dem Schuh - futter oder dem eisernen Ring." Der Doppelmörder entwickelt dann seine Ausbruchspläne und schreibt: „Ein bis zwei Stiche, ob die (es sind die Beamten gemeint) zum Teufel gehen oder nicht. Die Hauptsache ist, daß wir Pistolen bekommen. Wenn nicht, dann gehen wir zum Teufel. Plötzensee kommt nicht in Frage. Frechheit fiegt, und dem Mutigen gehört die Welt. Was denkst Du, wenn das klappen würde? Das hat die Welt noch nicht gesehen!" Die Frage des Vorsitzenden an den Raubmörder, ob er sich als Verfasser dieses Kassibers bekenne, wird ohne Zögern bejaht. „Das Gericht entnimmt daraus", erklärt der Vorsitzende mit erhobener Stimme, „daß Sie die Absicht haben, etwas zu unternehmen. Sie sind deshalb gefesselt worden. Ich habe weiter die Anweisung an die Beamten gegeben, sich so zu verhalten, daß nichts passieren kann." Der Vorsitzende wendete sich an die im Saale anwesenden Kriminalbeamten und forderte sie auf, notfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, falls die Angeklagten irgend etwas während der Verhandlung unternehmen sollten. Dann wurde in die weitere Vernehmung eingetreten.
Merkwürdiger Unfall eines Brautpaares.
Ein merkwürdiger Unfall wird aus Neapel berichtet. Die 16jährige Maria di Gen'naro unterhielt sich, wie sie das allabendlich zu tun pflegte, über das Geländer des Balkons ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung gebeugt, mit ihrem Bräutigam, der sich auf dem Balkon des zweiten Stockwerks befand. Dabei lehnte sie sich zu weit
vor und stürzte in die Tiefe. Der Bräutigam machte einen verzweifelten Rettungsversuch; es gelang ihm auch, das junge Mädcken im Sturze auszufangen, dabei verlor er aber selbst das Gleichgewicht und fiel über das Geländer. Man fand die beiden jungen Menschen eng umschlungen auf dem Straßen- pflaster; das Mädchen war bereits tot, der junge Mann wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Blutiger Kampf mit mexikanischen Banditen.
In Los Dolos im Staate Vera Cruz (Mexiko) wurden 60 Banditen, die die Ortschaft ü b e r f a l - l e n und dabei fünf Personen getötet und dreißig verletzt hatten, zwei Stunden lang von den Frauen und Mädchen des Ortes in Schach gehalten, die dabei drei Banditen erschossen. Durch die Ankunft mexikanischer Bundestruppen wurde die Bande schließlich endgültig in die Flucht geschlagen. Drei Familien mit 56 Kindern und über 100 Enkeln.
Die Bestrebungen des Faschismus, der Hebung der Bevölkerungsziffer und der kinderreichen Familie besondere Sorge angedeihen zu lassen, werden vom italienischen Volke mit großem Verständnis ausgenommen. In dem Dörfchen Pianura bei Neapel leben drei Familien, die zusammen 56 Kinder besitzen, nämlich ein Professor Marrone, dem in 14jähriger Ehe 12 Kinder geschenkt wurden, ein Ehepaar Terlizzi, das 22 Kinder hat, und schließlich noch eine Frau Eleonora P a - n e r a mit 22 Kindern. Da ein Teil der Kinder sich bereits verheiratet hat, haben die drei Familien überdies schon mehr als 100 Enkel.
Durch einen Wirbelsturm schwer verletzt.
Auf einem Felde bei Detzem (Mosel) ereignete sich ein U n f a 11, ber durch einen Wirbelwind hervorgerufen wurde. Eine Landwirtsfamilie war damit beschäftigt, Heu auf einen Wagen zu laden. Auf dem bereits hoch ausgeschichtetzn Wagen stand ein 72jähriger Mann. Plötzlich kam ein Wirbelsturm. Der alte Mann wurde auf die Erde geschleudert, blieb mit mehreren Rippenbrüchen und einer schweren Schulterverletzung liegen und mußte in ein Krankenhaus übergeführt werden.
Wetterbericht
Während am Samstagvormittag Mittel- und Ostdeutschland noch völlig im Bereich einer kalten Nord- weststörung lagen und unfreundliches Wetter zeigten, wird sich im Südwesten und teilweise auch im Süden des Reiches bereits völlige Aufheiterung durchsetzen, die jetzt weiter ostwärts greifen wird. Doch wird das hierfür maßgebliche Hochdruckgebiet bald wieder feinen Einfluß verlieren. Immerhin wird das Wochenende etwas freundlicheren, wenn auch nicht ganz störungsfreien Wetterablauf bringen.
Aussichten für Sonntag: Vielfach heiter und tagsüber warm. Späterhin vom Westen her auskommende Neigung zu gewittrigen Störungen, Winde veränderlich.
Aussichten für Montag: Voraussichtlich wieder etwas unbeständiger und kühleres Wetter, aber nicht durchweg unfreundlich.
Hauptschristleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 38: 9163. Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbrucferei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkauss- preis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber
Illustrierten 5 Ps. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
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handelt es sich nicht um eine sklavische Nachbildung der Natur, sondern darum, in Anlehnung an die Natur Stoffe zu gewinnen, die von vornherein auf die besonderen Bedürfnisse ihres Verwendungszweckes abgestellt und daher den Naturstoffen in ihren Eigenschaften überlegen sind.“ Das im B. V.-Aral verwandte Benzin wird in modernsten Anlagen unter Ausnutzung aller bisher gemachten Erfahrungen gewonnen. Das neue synthetische Benzin bietet daher inVerbin- düng mit dem vor 14 Jahren genormten Benzol die beste
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Überleg®
\,Aral bedeutet für mich zweierlei. Überlegene Qualität und - es ist ein rein deutsches Erzeugnis. Da gibt’s doch keine Wahl!“
(Erich Balg. Photograph.
Berlin W 15. Emser Str. 44, 21. 5.38)
9, Künstlicher“ Kraftstoff? Ein Irrtum l
B. V.-Aral ist ein Gemisch aus Ben-
Beide stammen
zol qnd Benzin.
Daß man
aus deutscher Kohle.
Benzol aus der Steinkohle gewinnt, ist nichts Neues. Man bezeichnet also Benzol als „natürlichen“ Kraftstoff. Mancher weiß sogar, daß die besonderen Vorzüge von Benzol „na- türlich angeboren“ sind, zum Bei- spiel, daß die Klopffestigkeit schon WIMDMAMDW durch die Feuerprobe im Koksofen
bedingt ist. Wie steht es nun mit der Gewinnung von Benzin aus Kohle? Das ist doch neu — also „künstlich“? Was heißt denn eigentlich „künstlich“? Benzine sind Kohlenwasserstoffe, ganz gleichgültig, ob sie aus dem Erdöl destilliert oder aus der Kohle gewonnen werden!
•Auf dem ^Internationalen Chemie-Weltkongreß in Rom wurde sm 20. Mai 1938 über die Synthese u. a. folgendes gesagt:
„Bei den Verfahren, die uns Benzin, Kautschuk, Kunstdünger usw. in beliebigen Mengen zu erzielen gestatten,
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An den Benzol-Verband G. m. b. EL. Bochum. Teilen Sie mir bitte Ort <m<$ Zeit mit. wann und wo ich meinen Wagen auf B. V.-Aral einregulieren lassen kann, und senden Sie mir kostenlos die Broschüre „Besser fahren und sparend Abc Aral. VH / >
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