Ausgabe 
18.5.1938
 
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Mahre Gesangverein Germania" Watzenborn-Sieinberg. Zahlreiche Ehrungen für den Dirigenten, Ehrenchormeister Georg Harnisch.

* Watzenborn - Steinberg, 16. Mai. Am Samstag und Sonntag beging der hiesige älteste Gesangverein ..Germania" die Feier seines 7 0. Geburtstages. Verbunden war diese Feier mit der Ehrung seines Dirigenten Georg Harnisch für 2 5jährige Dirigen - Zentätigkeit innerhalb des Vereins. Hinzu

Ehrenchormeister Georg Harnisch (Aufn. Privat.) kommt noch, daß Chormeister Harnisch 1938 seit 40 Jahren den Dirigentenstab führt; alles Be­gebenheiten, die eine würdige Feier rechtfertigten; und so war auch der Verlauf.

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Der Verein hatte am Samstag zu einem F e st - ob end eingeladen, bei dem die hiesigen Bruder­vereine zur Verschönerung beitrugen. Daß diese Festabende in unserer Gemeinde, die man als die Hochburg des Gesangs im Gaugebiet bezeichnen darf, besonders gtoße Anziehungskraft haben, be­weist die Tatsache, daß bei solchen Gelegenheiten unsere fünf Gesangvereine, von denen jeder eine Sängerzahl von etwa 60 bis 65 Mann aufweist,

in edlem Wettstreit ihr Bestes geben. Eine Ge­meinde von etwa 2500 Einwohner, in der fast jeder einem Gesangverein angehört, darf stolz sein auf ihre Gesangvereine, die in der Sängerbewegung einen so guten Ruf haben. Dies mag auch der Anlaß gewesen sein, daß führende Persönlichkeiten der Sangeskunst erschienen waren.

Vereinsführer Jung begrüßte am Samstag­abend als Gäste insbesondere den Beauftragten des Gaues 12, Ludwig Wendler (Bad-Nauheim), den Gauchormeister Professor Dr. Temesvary (Gießen), den Kreisführer Karl Müller (Gießen), den Bürgermeister der Gemeinde, die Vertretender Partei und die BrudervereineEintracht",Sän­gerkranz",Jugendfreund" und.HarnAmie". Dann gab er einen Rückblick über die verflossenen 70 Jahre. Er gedachte der Gründer des Vereins, sprach von den Schwierigkeiten, die jeden, der im Mittelpunkt eines Vereins oder einer Körperschaft steht, zu überwinden hat, und daß nur der Glaube an ein Ideal die Kraft gebe zur Ueberwindung. Dank einer immer tüchtigen Vereinsführung und dank einer feinsinnigen musikalischen Leitung, deren sich der Verein besonders in den letzten 25 Jahren er­freuen konnte, so betonte er, war auch der große Krieg, obwohl er unsagbare Wunden schlug, nicht imstande, die Weiterentwicklung des Vereins auf­zuhalten. In diesem Zusammenhang dankte der Dereinsführer dem Dirigenten Harnisch, dem früheren Vorsitzenden Kolmer, sowie Sanges- bruder Karl Sommer für ihre Mitarbeit, denn sie seien diejenigen, die an der Aufwärtsentwicklung des Vereins den stärksten Anteil hätten. Nach dem deutschen Sängergruß durch den Jubelverein und dem eindrucksvollen ChorDer Trommler von Deutschland", den der Verein sehr schön zum Vor­trag brachte, wartete der GesangvereinEintracht" (Watzenborn-Steinberg) mit zwei Chören auf. Den musikalischen Teil des Abends bestritten Mitglieder des Musikzuges der SA.-Standarte 116 Gießen.

Höhepunkt des Abends war die Ehrung des Ehrenchormeisters Harnisch für seine 25jährige Dirigententätigkeit im GesabgvereinGer­mania". Den Auftakt gab ein von Frl. Haber- m e h l gesprochener Prolog. Vereinsführer Jung erinnerte dann an die segensreiche Tätigkeit des Dirigenten innerhalb des Vereins, sprach von den Höhepunkten, auf die er den Verein geführt habe, und daß ihm die ganze örtliche Sängerschaft danken könne, denn er sei es gewesen, der Watzenborn- Steinberg zu einem singenden Dorf herangebildet habe. Er sprach die Hoffnung aus, daß Gott geben möge, daß er noch lange Jahre dem Verein und dem deutschen Lied erhalten bleibe. Er über­

reichte dem Jubilar eine Ehrengabe des Vereins, ein GemäldeSchäfers Sonntagslied", und die Ehrennadel des Vereins.

Gleichzeitig gedachte er des langjährigen Vor­sitzenden des Vereins, Karl Kolmer, der dem Verein 22 Jahre vorstand; auch ihm überreichte der Vereinsführer ein Gemälde:Die Kapelle". Als Abschluß der Ehrungen sang der Jubelverein unter Stabführung von Sangesbruder Karl Sommer seinem DirigentenDas ist der Tag des Herrn" ausSchäfers Sonntagslied".

Anschließend wurden Ehrenchormeister Har­nisch noch zahlreiche Ehrungen zuteil. Gäubeauf­tragter Ludw. W e n d l e r überbrachte die Glück­wünsche des Gaues 12 und überreichte dem Jubilar für 40jährige Dirigententätigkeit eine vom Gau­führer Ringshausen unterzeichnete Ehren­urkunde. Professor Dr. Temesvary sprach in herzlichen Worten von dem Können des Jubilars, als dem Mann mit der eisernen Faust und mit dem goldenen Herzen. Kreisführer Müller, wie auch seine Vorredner, beglückwünschten Verein und Dirigent zu ihrem Ehrentage. Auf Grund 25jähri- ger Vorstandstätigkeit überbrachte er dem Ehren­vorsitzenden K o l m e r die Ehrennadel des Gaues 12. Bürgermeister Schäfer sprach im Namen der Ge­meinde die «Glückwünsche für beide Teile aus, er­wähnte die auf kulturellem Gebiete liegenden Ver­dienste von Dirigent und Verein und überreichte dem Ehrenchormeister als äußeres Zeichen der An­erkennung ein Führerbild.

Der übrige Teil des Abends verlief in gewohnt geselliger Weise bei Gesang und Musik, bestritten von den Brudervereinen und der Standarten­kapelle 116 Gießen in bekannt bester Weise.

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Am Sonntagnachmittag gab der Jubeloerein in der Volkshalle ein Jubiläums-Chor- und Orchester-Konzert unter Leitung von Ehren­chormeister Harnisch. Vor gefülltem Saale di­rigierte Meister Harnisch am geschmückten Diri­gentenpult seinen Chor in bestechender Weise. Der Chor, der sich eines vortrefflichen Stimmaterials er­freut, konnte für feine Darbietungen immer wie­der stürmischen Beifall ernten. Besonderen Anklang fandenSchließ' auf" für Tenorsolo, Solist L. Burger,Morgenlied" von Rietz undKärntner Liedermarsch" mit Orchesterbegleitung. Letzterer mußte wiederholt werden. Die Standarten­kapelle 116 Gießen, unter Leitung von Gustav Günther, entledigte sich chrer Aufgabe in ganz hervorragender Weife. Im zweiten Teile fanden sich die von Chormeister Harnisch betreuten Vereine der näheren Umgebung zusammen, um ihren ge­meinsamen Chormeister zu beglückwünschen. Als Auftakt sang der Massenchor unter Leitung von Chormeister Karl SommerGott grüße Dich". Vereinsführer I. Schneider (Steinbach) sprach im Namen der von Meister Harnisch betreuten Vereine herzliche Dankesworte und überreichte ihm als gemeinsames Geschenk einen Ruhesessel, in An­betracht seiner 40jährigen Dirigententätigkeit. Der Tag klang aus in Gesangsvorträgen der Vereine.

8 Jahre Zuchthaus für einen jüdischen Volksschädling.

Devisenverbrecher und Raffenschänder.

Frankfurt a. M., 18. Mai. (DNB. Funkspr.) Die Große Strafkammer in Frankfurt verurteilte am Dienstag den 53jährigen Juden Arno Wormser wegen fortgesetzter Devisen­verbrechen zu 8 Jahren Zuchthaus und 1 20 000 Mark Geldstrafe. Wormser hatte in einem Koffer mit doppeltem Boden nach uni) nach über 100 000 Mark nach Holland geschmuggelt, In der Urteilsbegründung heißt es, der Angeklagte habe gewissermaßen gewerbsmäßig gehandelt. Auch habe der Verdacht des Vergehens gegen den § 1 des Gesetzes gegen Wirtschaftssabotage nahegelegen, worauf bekanntlich die Todesstrafe steht. Wormser war erst vor kurzem wegen Rasseschande zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, da der Angeklagte Revision eingelegt hat.

(Hesckästsschliehuria

wegen Nichtbeachtung der Lederpreisvorschriften.

LPD. Darmstadt, 16. Mai. Wie die Stells für Preisbildung bei der Hessischen Landesregierung bekanntgibt, wurde die Schließung der Betriebs­und Geschäftsräume der Firma Hermann Neu­burger, Schuhgroßhandlung, M a i n z , Frauen­lobstraße 4, angeordnet und die Inhaber in eine empfindliche Ordnungsstrafe genommen, da sie sich schwere Verfehlungen gegen bie Lederpreis­oerordnung zu Schulden kommen ließen.

Waldbrand in den Lahnbergen.

LPD. Marburg, 17. Mai. An dem Wandere roege zum Frauenberg entstand ein Waldbrand, der jedenfalls auf unvorsichtige Ausflügler zurückzu­führen ist. Nach zweistündiger.angestrengter Tätigkeit konnte die herbeigeeilte Marburger Feuerwehr den Brand eindämmen und lokalisieren. Eine große Waldfläche fiel dem Brande zum Opfer.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 19. 2Tlai.

5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6j Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. 11.40: Mas du ererbt von deinen Vätern hast... 11.55: Offene Steilem 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15: Bilderbuch der Woche. 15.30: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeit,. geschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50:1' Allerlei vom Sport der Woche. 19: Nachrichten. 19.10: Unterhaltungskonzert. 20.10: Versprich miv, nichts, Hörspiel von Charlotte Rißmann. 21.15j Konzert der Mozart-Stiftung. 22: Nachrichten.-, 22.20: Unsere Kolonien. Schwarze Diamanten in Südwestcrfrika. 22.30: Volks- und Unterhaltungs, 1 mufft. 24 bis 3: Nachtmusik.__.

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