Ausgabe 
18.1.1938
 
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General-Appell der Kameradschaft ehem. Freikorpskämpfer.

Die Kameradschaft ehemaliger Freikorpskämpfer hielt am Samstag ihren Jahresappell ab. Im Mit­telpunkt des Abends stand ein Dortrag des Kame­raden Oberleutnant d. R. B o n h a r d (Gießen), der überS pro nage und Spionag^eab- w e h r" sprach. Besonders wertvoll waren seine Ausführungen darüber, wie sich die Feindagenten darauf verstanden, als harmlose Leute Gespräche anzuhören und diese dann für ihr Land auszuwer­ten. Nie könne, so führte der Redner u. a. aus, Vorsicht genug geübt werden. Jedes Wissen hinsicht­lich der Landesverteidigung gehören nicht als Ge­sprächsstoff auf die Straße. Man unterscheide Spione aus glühender Vaterlandsliebe, die ohne jegliche Bezahlung arbeiten, dann Spione, die gegen Entgelt, und schließlich eine dritte Art Spione, die auf beiden Seiten zugleich arbeiten, d. h. sie verraten ihr Land und das Land, dem sie Nach­richten überbringen. Diese Agenten seien meistens Juden. Der Redner ging dann kurz auf die Ge­schichte der Spionage ein und erinnerte daran, daß schon in frühester Zeit bei Römern und Griechen Spionage getrieben worden sei. Sehr interessant waren dann die Darlegungen des Redners 'über die Mittel und Gegenstände, mit deren Hilfe. Nachrich­ten übermittelt werden. Schließlich sprach Kamerad Bon Hard noch über die Tätigkeit des Geheim­dienstes und dessen Erfolg in der Unschädlichmachung der Feindagenten während des Krieges. Der Vor­trag klang mit der Mahnung aus, immer die Parole zu beherzigen, die im Weltkrieg bestimmend war: Vorsicht bei Gesprächen der Feind hört mit!"

Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Im weiteren Verlaufe des Appells schritt Kame­radschaftsführer B e u k e zur Ausgabe der E h r e n- urkunden an ehemalige Freikorps- k ä m p f e r. Folgende Kameraden wurden mit Ur­kunden bedacht: Oskar Kemnate, H. F. Herröder, Hugo Müller, sämtlich Gießen, H. Keil, Ettings­hausen, Kurt Mansard, Gießen, Ernst Nispel, Gie­ßen, Kurt Klinker, Gießen, Wilh. Müller, Klein- Linden, Ehr. Fischer, Lollar Fr. Kretschmar, Gie­ßen, W. Nennhöfer, Lich, Hans Happel. Gießen, W. Schwan, Gießen.

Anschließend berichtete Kamerad Beute über den Stand der Kameradschaft, insbesondere die gün­stige zahlenmäßige Entwicklung von 5 bis zu 121 Mitgliedern. Er dankte Len seitherigen Mitarbeitern für die bewiesene Treue und betonte, daß in Gie­ßen leider noch nicht allenthalben das Verständnis für die einstigen Freikorpskämpfer bestehe. Der Kameradschaftsführer erinnerte daran, daß der Füh­rer die Freikorpskämpferdie letzten Soldaten des Weltkrieges und die ersten Soldaten des Dritten Reiches" genannt habe, denn sie seien es gewesen, die dem Bolschewismus mit der Waffe in der Hand entgegengetreten feien. Kamerad Beute gab dann bekannt, daß demnächst die Traditionsfahne für die Kameradschaft beschafft werde, die in feierlicher Weise übergeben werden solle. Nach­dem Kassenwart Hainer den Kassenbericht er­stattet hatte, fand der Abend mit dem Gedenken des Führers seinen Abschluß.

Aus der engeren Heimat.

Zum 60. Todestag Heinrich Neebs.

* Lich, 17. Jan. Am heutigen 17. Januar waren es 60 Jahre, daß einer der größten Komponisten und Dirigenten seiner Zeit, Heinrich Neeb, 73 Jahre alt, nach einem arbeitsreichen Leben starb. Neebs musikalisches Schaffen war vielseitig. Besonders fruchtbar betätigte er sich in Lieder- kompositionen. Aber auch Opernwerke von ihm kamen durch die Frankfurter Oper zur Aufführung. 1830 gründete er in Paris den ersten deutschen Männerchor. Er war Gründer weiterer deutscher Gesangvereine, u. a. des 1858 in Frankfurt entstan­denenDoppelquartett Neeb", das 1865 den Grund­stock bildete für den damals gegründeten, heute weit bekannten Neebfchen Männerchor. Neebs Leistungen wurden auch im Auslande anerkannt; ein englischer Bewunderer urteilte:Es ist eine alte Geschichte, die Deutschen haben die größten Komponisten, und Neeb ist ein sehr großer." Neeb war alsSänger­vater" weithin bekannt und geehrt. Dennoch hat er die Sorgen und Not des Lebens durchkosten müssen. Gerade das mag ihn bewogen haben, in wirklich sozialer Weise den notleidenden Künstlern durch ein Vermächtnis seines Kapitalvermögens zu helfen. DieseNeeb-Stiftung" half manchem bedürftigen Berufsgenossen. Heinrich Neeb ist ein Sohn unse­rer Stadt Lich. In Verbindung mit ihrer 100-Jahr« feier an beiden Pfingsttagen plant die Sänger- vereinigungCacilia", Lich, eine beson­dere N e e b - E h r u n g. Diese soll durch Errich­tung eines schlichten Neeb- Denkmals zum Ausdruck kommen. Sängervereine von nah und fern werden dann in Lich diesen Großen ehren!

Vom Sängerkreis Ohm-Lumdatal.

va? Mücke, 17. Jan. In der hiesigen Gastwirt­schaft Bai st versammelten sich die Chorleiter des Sängerkreises Ohm-Lum d ata l, um die beiden Wertungssingen vorzubereiten. Auch in diesem Jahre soll wieder jeder Verein einen Pslicht- chor und einen freigewählten Chor singen. Die Wahl des Pflichtchores fiel auf das LiedVater­land" (Jakob Schulz). Kreisführer Dönges (Mer­lau) gab bekannt, daß die Genehmigung zur Auf­führung von Theaterstücken jeweils vom Kreis- kulturwart einzuholen fei. Das Wertungssingen in Flensungen wird am 22. Mai stattfinden: ob das Fest in Nordeck am 29. Mai stattfinden kann, sei noch nicht sicher.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buseck, 16. Jan. Die Holz­hauerarbeiten in den hiesigen Forstbestän­den gehen in diesem Jahre infolge Mangels an Arbeitskräften nur langsam vorwärts. Im hiesigen Gemeindewald sollen 4 2 0 0 F e st m e t e r geschla­gen werden. Bisher konnten nur 14 Mann, meist. Kleinlandwirte, dafür eingesetzt werden. Die Ge- meindeverwaltung hat sich nun veranlaßt gesehen, Arbeitskräfte aus dem Vogelsberg über das Ar­beitsamt anzufordern. Die Arbeiter können dank günstiger Zugverbindung morgens zur und abends von der Arbeitsstelle nach Hause führen. Die Hilfs­kräfte stammen aus Ilsdorf und Groß^Eichen. Sie wurden im Distrikt Wellerskopf in- einer geschlof­fenen Rotte eingesetzt. Außerdem wurde auch eine Rotte älterer Männer zusammengestellt, die mit Durchforstungsarbeiten im Distrikt Schlieberg be­schäftigt werden. In den Rabenauschen, Waldungen wurde nunmehr ebenfalls mit den Fällungsarbei­ten begonnen. Dort sollen 800 Festmeter geschlagen werden.

Qj Ruttershausen, 17. Jan. Der hiesige Gesangverein hielt seine Generalversammlung bei Mitglied A. Schön ab. Vereinsführer Schulz eröffnete die Versammlung. Dann -erstattete der Schriftführer den Jahresbericht und der Rechner den Kassenbericht. Im laufenden Jahr hat sich die Sängerzahl erfteukicherweise erhöht.

<> Odenhausen, 17. Jan. Bei einer Treibjagd, die Graf Eberhard v. Schwerin veranstaltete, wurden 10 Hasen und 5 Füchse zur Strecke gebracht. Rechtsanwalt Schneider ge­lang es, von der Fuchsbeute allein drei Tiere zu erlegen.

Z Haufen, 17.Jan. Am Samstag hielt die Kriegerkameradschaft Hausen im klei­nen Saal der Wirtschaft Fink ihren diesjährigen Generalappell ab, der einen guten Besuch aufzu­weisen hatte. Kameradschaftsführer Fritz Wahl, Hausen, eröffnete den Abend mit dem Jahresbericht über das vergangene Jahr. Der im vergangenen Jahre übgerufenen Kameraden wurde in der üblichen Weife gedacht. Der Bericht legte Zeugnis ab vom regen Vöreinsleben. Insbesondere wurde empfehlend hingewiesen auf die monatlich statt- findenden Kameradschaftsabende, die bisher immer einen anregenden Verlauf genommen hatten. Der Kafsenwalter, Wilhelm Schienbein, legte den Rechnungsbericht vor, während der Schießwart, Wilhelm B r i e g e l, Rechnung über die Schießkasse ablegte und zugleich von eifriger Betätigung im Schießsport reden konnte. Den beiden Kassenführern konnte mit Worten des Dankes Entlastung erteilt werden. Länger beriet man über die Errichtung einer Schießhalle für den schön gelegenen Schieß­stand am oberen Waldrand des Dorfes. Auf Antrag des Vorstandes wurde Kamerad Joh. Schmidt zum Ehrenmitglied ernannt. Zum Schluß forderte Kamerad Freitag zu rechter Kameradschaft im Dienste unseres Vaterlandes auf, worauf der Kame­radschaftsführer die Versammlung schloß. Ein ge­mütliches, echt kameradschaftliches Zusammensein schloß sich dem Generalappell an.

0 Hausen, 17. Jan. Am gestrigen Sonntag hielt der hiesige Ob st- und Gartenbau ver­ein seine Generalversammlung unter Leitung sei­nes Vorsitzenden, Bürgermeister Göbel. Eröffnet wurde die Versammlung mit dem Jahresbericht des Vorsitzenden, der ein Tätigkeitsbi'd gab über die vielseitigen Aufgaben, die der Verein durchgeführt hat. Besonders erwähnt wurde die Anschaffung der Obstmühle und die Einrichtung zur Süßmostberei- tung. Damit ist ein berechtigter Wunsch vieler Ge­meindeglieder in Erfüllung gegangen. Durch die bequeme Möglichkeft, jetzt selbst Wein und Süß­most zu bereitem, und durch die einfache Hand­habung der Apparate bleibt viel Obst, das sonst der Verfäulnis anheimfiel, vor dem Verderb bewahrt. Der Rechner des Vereins, Altbürgermeister Hap­pel, erstattete den Rechnungsbericht, der, von zwei Mitgliedern geprüft, für richtig befunden wurde. Mit der Entlastungserteilung des Rechners verband der Vorsitzende herzliche Worte des Dankes für die wertvolle, gewissenhafte Arbeit des Rechners. Für den Sommer ist ein Ausflug nach Geisenheim zur Besichtigung der dorttgen Obstbauschule, der größ­ten in Deutschland, geplant. Viel Anregung wird von diesem Ausflug erwartet, der zugleich dem Besuch des deutschen Rheins gilt. Die vorgelegten Satzungen sanden die Zustimmung der Anwesen­den. Es wurden dann die Arbeiten für das kom­

mende Jahr besprochen, insbesondere die 'vorgesehe­nen Spritzungen, die in Verbindung mit der Ge­meinde zwangsmäßig durchgeführt werden. Auch über die Verschönerung des Dorfbildes, als einem Aufgabenkreis des Obst- und Gartenbauvereins, wurde gesprochen. Der Vorsitzende und einige Mit» glieder gaben noch verschiedene Anregungen zu rech­ter Obstpflege, und es wurden die verschiedenen Er­fahrungen ausgetauscht. Es zeigte sich, daß der Obst- und Gartenbauverein Hausen schon viel wert­volle Arbeit geleistet hat und daß ein Gang durch die Flur diese Früchte der Arbeit deutlich sehen läßt, für den rührigen Vorsitzenden das schönste Lob seiner Arbeit als Vereinsführer. Mit dem Gruß an den Führer wurde die wertvolle und an­regende Generalversammlung geschlossen, die Zeug­nis davon ablegte, daß im Obst- und Gartenbau­verein Hausen etwas geschafft und geleistet wird.

T Großen-Lindenl7. Jan. Nächsten Mitt- 'woch, 19. Januar, feiert Georg Volk III., Frank-, furter Straße 81, seinen 78. Geburtstag. Der Bru­der Johannes Volk II., Frankfurter Straße 26, legt am 23. Februar sein 80. Lebensjahr zurück. Beide Jubilare sind noch sehr rüstig und haben ge­sundheitlich keine Klagen zu führen. Ludwig Men­ge s X. feiert am 20. d. M. seinen 74. Geburtstag.

<£ Leihgestern, 16. Jan. In der Versamm­lung des hiesigen Ob st - und Gartenbauver­eins am Samstagabend wurde an Stelle des wegen hohen Alters zurückgetretenen verdienstvollen Vorsitzenden Karl Luh der Landwirt Eugen Vel­ten" zum Vorsitzenden bestimmt. Unter zahl­reicher Beteiligung wurde gestern nachmittag der in der Nacht zum Samstag verstorbene zweit­älteste Einwohner unserer Gemeinde, der Zimmermann Johannes Eiff, der am Donners­tag voriger Woche feinen 85. Geburtstag begehen konnte, zu Grabe getragen.

<£ Holzheim, 17. Jan. Im Vereinslokal Sam es hielt der Turnverein 1 9 0 8 Holz­heim unter Leitung von Dereinsfübrer E. Ze seine Generalversammlung ab. Schriftwart W. G l a u m erstattete den Jahresbericht. Kassenwart K. Reitz konnte von 60 Mark Kassenüberschuß berichten. Die Rechnung wurde in Ordnung be­funden. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung er­teilt. Der bisherige Vereinsführer E. Z e i ß wurde wiedergewählt. Er bestimmte folgende Kameraden zu Mitarbeitern: Stellvertreter H. Grieb, Kassen­wart K. R e i-tz, Schriftwart W. Glaum, Werbe- wort E. Jung, Tsietwart Gg Sarnes, Spiel- roart H. Grieb, stellvertretender Spielwart O. Ohly. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, demnächst einen Familienabend abzuhalten. Die Feier des 30jährigen Bestehens soll im August festlich begangen werden.

+ Grünberg, 17. Jan. Am Samstagabend hielt die hiesige Kriegerkameradschaft im GasthausHessischer Hof" ihre Hauptversammlung ab. Vereinsführer Albr. Großhaus erstattete den Jahresbericht. Dabei wurde der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden R. Horz und Fr. Feld­mann ehrend gedacht. Die von Kamerad M a g e l vorgetragene Rechnung ergab feine Beanstandung. Der Vereinsführer gab dann Erläuterungen über das Schießwesen in 1938. Die goldene Ehrennadel für 50jährige Mitgliedschaft konnte er dem Kame­raden Gg. Hammel überreichen, während für 25jährige Mitgliedschaft die Kameraden Heinrich Schmidt III., Hch. Werner II., O. Ma11hies, Albr. Großhc?us und Hch. S ch e l l h a a s durch Ueberreichung der silbernen Ehrennadel ausgezeich­net wurden. Da der im vorigen Jahre abgehaltene Familienabend, bei dem Major a. D. Rietfch (Hanau) als Redner auftrat, guten Anklang ge­funden hat, soll am 5. Februar ein ähnlicher Abend, zu dem auch die Nachbarvereine zugezogen werden sollen, mit demselben Redner abgehalten werden. Das hiesige Standesamt hatte im Jahre 1,937 folgende Einträge: 43 Geburten, 22 Eheschließungen und 24 Sterbefälle.

kreis Schotten.

y. Schotten, 16. Dez. Im Saal desHessischen Hauses" hielt die Wirtschaftsgruppe Hessen, Unter­abteilung Einzelhandel, Kreis Schotten, eine stark besuchte Pflichtversammlung ab. Der Vorsitzende des Verbands Schotten, Heberlein, begrüßte die Teilnehmer. Kreisleiter ® örner sprach dann über die Bedeutung des Vierjahresplanes und die Stellung, die bei der Durchführung des Planes dem Einzelhandel zukommt. Der, Vertreter der Wirtschaftskammer Dr. Tripp (Frankfurt) ging alsdann auf die wichtigsten Tagesfragen des Einzel­handels ein. Es werden in der nächsten Zeit in den "Hauptorten des Kreises Schotten (Laubach, (Rebern, Ulrichstein) Buchführungskurse für den Einzelhandel durch Sachverständige durchge­führt werden. Viele Personen zeichneten sich in die umlaufenden Teilnehmerlisten ein. lieber die Rege­lung des Fettbezuges, der Vorratserhebung, Waren­beschaffung in Textil- und Eisenwaren, Verbrauchs­lenkung u. a. m. wurde eingehend gesprochen. Zahl­reiche Anfragen aus der Versammlung wurden da­bei ausklärend behandelt.

Kreis Alsfeld.

** Ruppertenrod, 16. Jan. Dieser Tage machten sich in unserer Gemarkung Wild­schweine bemerkbar. Dem hiesigen Jagd­pächter Lehrer Strack gelang es, einen Keiler im Gewicht von 104 Kilogramm zu erlegen.

+ Groß-Felda, 16. Jan. 'Bei Gastwirt Zimmer fand die Generalversammlung des hie­sigen Kriegervereins statt. K^meradschafts- führer Jung begrüßte die Teilnehmer. Rechner Triebert erstattete den Kassenbericht, der einen Ueberschuß auswies. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde Kamerad Burg zum Ehren­mitglied ernannt, sowie die Anschaffung einer Kyff- häuserkranzschleife und die Erweiterung der Schieß- Halle beschlossen. Unteroerbandsführer Stein I. hielt sodann eine längere Ansprache über die Auf­stellung der Kyffhäuser - Bereitschaften, über das neue Wehrgesetz, über die Bundessatzung und die Aufgaben des Kyffhäuserbundes. Kamerad Geiß erzählte anschließend von seinen großen Eindrücken während des letzten Reichskriegertages in Kassel. Mit einem kameradschaftlichen Beisammensein fand die Versammlung ihren Abschluß.

Kreis Wehlar.

00 Wißmar, 16. Jan. Auf Veranlassung des Landratsamtes Wetzlar fand in unserer Gemeinde eine Luftschutz- und Verdunkelungs­übung statt. Feuerwehr, Sanitäter, Laienhelferin­nen und Angehörige des Luftsch"tzbundes waren dabei beteiligt. Die Uebung nahm einen guten Ver­lauf, der nicht nur den Beteiligten, sondern der gan­zen Bevölkerung Ehre machte. Die Vertreter des Landrats sprachen sich sehr lobend über den Ver­lauf der Uebung aus. In der Gastwirtschaft Wolf fand dieser Tage eitle Versammlung des Reichsnährstandes statt. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Dr. Helfe rt (Landwirtschaftsschule Wetzlar), der über neuzeit­lichen Grundstücksverkehr und eine Reihe anderer landwirtschaftlicher Fragen sprach. Seine Ausfüh­rungen wurden mit großer Aufmerksamkeit ent­gegengenommen. Das Hausmädchen des Ortsgeistlichen kam dieser Tage unglücklich zu Fall und brach eine Rippe. Das Mädchen wurde in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht.

Kirche und Schule.

I Garbenteich, 16. Jan. Nach den Kir­chenbüchern wurden in der GemeindeGar- benteid) im Jahre 1937 getauft 11 Kinder, konfirmiert 16 Kinder. Beerdigt wurden 8 .Ge­meindeglieder. Die Gottesdienste waren besucht von 5111 Männern, 5665 Frauen und 2026 Kindern, das ist ein durchschnittlicher Besuch von 207 Erwach­senen und 39 Kindern. Zum heiligen Abendmahl gingen 1137 Gemeivdegliede-, und zwar 547 Män­ner und 547 Frauen. Der im Jahre 1936 gegründete evangelische Frauenchor machte gute Fortschritte seines Könnens und wirkte bei vielen festlichen Anlässen innerhalb und außerhalb der Kirche mit. Auch im. vergangenen Jahre sangen die beiden im Orte bestehenden Männergesangvereine an Fest­tagen im Gottesdienst Die evangelische Frauenhilfe kam im Winter allwöchentlich zusammen. Die Abende waren durchschnittlich immer von hundert Frauen besucht.

± Hause n, 16. Jan Die Kirchenst att i st i k für die Kircheng emeinde Hausen weist für das Jahr 1937 folgende Zahlen auf: Getauft wurden 8 Kinder, konfirmiert 14 Kinder. Getraut wurden 7 Paare. Kirchlich beerdigt wurden 8 Ge­meindeglieder. Die Gottesdienste waren besucht von 1826 Männern. 2837 Frauen und 1732 Kindern. Am heiligen Abendmahl nahmen teil 1734 Per­sonen, nämlich 314 Männer und 420 Frauen. Wie in vergangenen Jahren wurden wieder Familien­abende veranstaltet. Der evangelische Frauenchor beteiligte sich bei allen festlichen kirchlichen Veran­staltungen. Er wirkte auch wieder mit bei dem H'im- melfahrtgottesdienst auf dem Schiffenberg, der be­reits zu einer gewissen Tradition geworden ist. Auch in diesem Jahre fand der vom Frauenchor veran­staltete Weihnachtskinderbeschergottesd'enst in der Gemeinde großen Anklang. Frauenschaft und Frauenhilfe hielten wieder ihre gemeinsamen Win­terabende. Im vergangenen Sommer wurde das Pfarrhaus im Aeußeren wiederhergestellt, so daß das Pfarrhaus nun wieder ein würdiges Gewand erhalten hat und seine schöne Form wieder recht zum Ausdruck kommt.

Das Ehrenmal für die gefallenen 63er.

Lpd. Frankfurt a. M., 17. Jan. Wie schon gemeldet, wird das Ehrenmal für die gefallenen Kameraden des ehemaligen Feldartillerie- Regiments 63 auf dem Anlagenring unweit des Schweizerhäuschens in der Taunusanlage er­richtet. Wie Oberstleutnant a. D. von Reckow, der Verbandsführer der Kameradschaften des ehe­maligen 2. Nassauischen Feldartillerie-Regiments 63, mitteilt, ist für die Einweihungsfeier der 9. Okto­ber vorgesehen,

Volksschädlinge vor Gericht. Beginn des Esch-Prozesses in Düsseldorf.

Düsseldorf, 17. Jan. (DNB.) Vor der Große» Strafkammer begann die Hauptoerhandlung gegei eine Reihe von Volksschädlingen. Angeklagt finl | der ehemalige Steuerdirektor der Stadt Düsseldor- Erich Esch, und fünfzehn weitere Angeklagte, di< im März v. I. festgenommen wurden. Die bei ; Angeklagten zur Last gelegten Straftaten finl schwere Unregelmäßigkeiten im A in l gemeinschastliche aktive und passive B e st e ch u n g Erpressung, Betrug und andere Verbreche, und Vergehen, ausgeführt 1928 bis 1933 und 193 bis 1937. Nach den Ermittlungen fielen den Gau nern rund 1350 000 Reichsmark in die Hände, da von allein dem Esch über eine Million Reichsmark dem mitangeklagten Steuerinspektor i. R. Jose Gott schlich etwa 150 000 Reichsmark, Steuer berater Christian Etappen über 100000 Reichs mark und Otto S ch ü l b e rund 45 000 Reichsmark Durch rücksichtsloses Zugreifen gelang es aber, ein Million Reichsmark zu retten und sicherzustellen.

Die Angeklagten hatten 1928 bis 1933 und z. T auch später sich in Steuerangelegenheiten Be stechungsgelder geben lassen, Urkunden ihres Vor teils halber beseitigt, Gelder, die sie in amtliche! Eigenschaft erhalten haben, unterschlagen unb hier bei falsche Eintragungen in die Bücher gemach. Weiter haben sie in verbrecherischer Weise an so genanntenSteuersündern" Zwangsmaß nahmen durchgeführt bzw. angedroht, um sich a, den so erpreßten Beträgen persönlich z, bereichern. Die Opfer wurden in unerhörter Weii, erpreßt, bis sie ihre Schuld anerkannten und al [ Sühne die geforderten Beträge Herausgaben. Ins besondere wurde eine ganze Anzahl Düsseldorfe! Aerzte betroffen. Mit allen Mitteln wurde baraui hin durchgegriffen, um die Volksschädlinge ihre; verdienen Strafe zuzuführen und den Schaden fii, die Allgemeinheit auf ein denkbar geringes Mr! zu beschränken, was auch gelang.

Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Man kowski, wies den Hauptangeklagten darauf hi, daß er auch als Gewohnheitsverbrecher beftta- werden könne, und der Oberstaatsanwalt fügte hir zu, daß auch die Verhängung der Sicherull'gsvei Währung nicht ausgeschlossen sei. Zur Verhandlung gelangt zunächst ein sehr schwerwiegender Fall, ii dem eine Düsseldorfer Firma an Esch in fein« Eigenschaft als Stadtsteuerdirektor 600 000 Mail in bar aushändigte. Esch hatte bei einer Nach Prüfung feftgefteUt, daß die Firma von 1930 bii 1934 rund 2,6 Millionen Mark an beuerschuldc, nachzuzählen und für 1932 600 000 Mark -zurück zubekommen hatte. Da die Firma aber auch noi zweimal 300 000 Mark auf Wunsch der Stadt fällige Gewerbesteuer vorausgezahlt hatte, ließ Ess lediglich diese letzten 600 000 Mark verbuchen, roonii das Steuerkonto der Firma "bei der Stadt fingier ausgeglichen war. Die an Esch ausgezahlten 600 M Mark hat er ohne Quittung entgegengenom men und sie nach Entnahme von 8000 Mürk in Keller seines Bruders versteckt.

Esch gibt undurchsichtige Erklärungen über bii beabsichtigte Verwendung des Geldes. Nach der De, Haftung des Esch wurden von den 600 000. Mac von der Polizei 471 000 Mark beschlao nahmt und s i ch e r g e st e 111. Der mitange klagte Bruder des Hauptangeklagten, Walter Esch erklärt, daß er von dem nicht wieder aufgefunbenei Rest des versteckten Geldes im Auftrage seine Bruders Wertpapiere gekauft habe. Die Aa Handlung wird fortgesetzt.

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Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bei Schriftleitung.)

6 Auswärtiger Abonnent. Um Ihre Frage bean! warten zu können, müssen Sie genau angeben, nc welche Art von Forderungen es sich handelt, da bi Verjährungszeit für Forderungen der Bern'' genossenschaften, Innungen, Gemeinden und sonsli gen öffentlichen Anstalten nicht immer die gleiche i.

TB. C. in A. Nachdem Sie gegen das Künd gungsschreiben fristgemäß Einspruch eingelegt hab?s wird durch das zuständige Amtsgericht Termin zu Güteverhandlung bestimmt. In diesem Termin fo i, versucht werden, die streitige Angelegenheit burt Vergleich zu erledigen. Kommt ein Vergleich nid zustande, so wird in das Streitverfahren eingetrt ten. Nach der geschilderten Sachlage ist ein Künd, gungsgrunb nicht gegeben, so daß Sie zweckmäßi jeden Vergleichsvorschlag ablehnen, der Ihnen nid f zusagt; besteht die Gegenseite trotzdem auf Ve, I Handlung, so kann sie mit ihrer Klage keinen D folg haben. Das Mietverhältnis besteht alsdann; den alten Bedingungen fort. Auf Ihren Ank« muß Ihnen sowohl in Güte, als auch im Streitv« fahren eine angemessene Räumungsfrist gugebifli werden, die auf einen Antrag, der mindestens zm Wochen vor Ende der Räumungsfrist bei (Serie) einzureichen ist, einmal verlängert werden tau' Nach ihrer Darstellung sind Sie zu einer Räumm nicht verpflichtet, und können es daher auf eine Rechtsstreit ankommen lassen. Entsprechen die m Ihnen gemachten Verwendungen dem Interesse otx dem Willen des Mieters, oder sind sie von dies« genehmigt worden, so hat ein.entsprechender Ech stattzufinden; die Verpflichtung zur Ersatzleistm fällt weg, wenn Sie zu der vorgenommenen !öfl Wendung vertragsmäßig verpflichtet waren. A Mieter sind Sie berechtigt, eine Einrichtung, mitü Sie die Mietsache versehen haben, wegzunehmen; diesem Fall haben Sie auf Ihre Kosten die M« fache in den vorigen Stand zu fetzen. Droht d« Vermieter durch die Wegnahme irgendwelcher 5du den, so kann er die Wegnahme von der ßeiftui einer ausreichenden Sicherheit abhängig machen.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 19. Januar.

6 Uhr: Ptorgenlied, Gymnastik. 6.30: Frühkonzci In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8J Gaunachrichten. 10: Schulfunk. Politisch Lied « garftig Lied? (Kampfgedichte.) Hörfolge. 10.30: M sik zur Werkpaufe. 11.40: Deutsche Scholle. GeM Futter für unser Vieh? 12: Werkskonzert. 13: M richten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten Offene Stellen Nachrichten aus dem Sendebezi: 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... (Jndustriescho! platten). 15: Volk und Wirtschaft. Am Anfang fki die Produktion. 15.15: Heute große Zaubervorsiki lung!'Hörfzene mit Jungmädeln. 15.45: Aus Km und Kultur. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Freiburg: Kammermusik. 18: Zeitgeschehen, fl Nachrichten. 19.10: Unser singendes, klingend Frankfurt. 21.15: Klänge der Heimat. Markgräflü land. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus b': Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Kamerad wo k du? 22.30: Unterhaltung unb Tanz. 24 bis 1: Na!) musik.

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