I offen. Ncherunn e Sesetz. 'nen nie ’rbotuner Junten lten unb 5 pie auf- Für eine lcherungz,
Ng.
n'Pe!tOr ' ^brte Q- aus-
11 durch 'N" un. erd.enst ^«Itell. der Ar. rnPra- nd, bas /"eilig-
°en allen
Qn der 7» mit. 'ö stehen
ttoo legte bekannten nb stattete 5/ i. bem chow^i 15 General
' Obersten n i n, bet Ausschusses • Kalinin ’t Sowjet-
stwaffe.
ihrer und muar 1938 ' ralleut- rrt.Artil. des Mge- lanbeur ber lanbeur ber
2. Division, ‘ ’n; - zu; von Ar- gricola, ill, zugleich ler, Kom- i. SK u n b t, ; iommanbeur ’resfefbjeug»
3.-91. 4'0, Gruppe 4,
, Chef des amt, Sie* Sr wetorps, Maßes an Pensen, : - zum terlanb,
iit Wirkung >er Lust- die charak- [elmann, die itsch, Bieneck, Zeneralmajor 1 Bitten- lerstarzt Dr.
Oozenien-
erste Aka- lindes an e den Reichs- sterialdirektok )er Präsident rer Professor rinn der Kie- »ichsdozenten- nbfragen der ft". Auf der ssor Wein' ssenscha" und ,, über die ulofopstse der nds tzidt bann mpW üt einen w n) . iinioersitaten bar. Sie »«■ an den
e Grenzpfa^ e gememfarne beit, die nflh0 feil-
erd Serlm
, /Ostpreußen)
9sttzlchaU'
der
'sG' \ Fried'
»Kr
■a T,ar®(P stpie"L d-n nf«S
S°o. ^sch-»
W>U"K gial'1 nur J ( „ne"1
,5
Bezeichnung von einzelnen Teilen verkleinerter Münzen. — Dagegen ist das S ch e r f l e i n, mit dem Luther die Gabe der Witwe bezeichnet, eine echte Münze. Der Scherf wurde in Erfurt seit 1486 als kleinste Münze geprägt. Bei dem örtlich begrenzten Geltungsbereich des Geldstückes war es erklärlich, daß dieses Wort von den oberdeutschen Lesern der Lutherbibel nicht verstanden wurde. Der Name der Münze läßt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Er geht von der Rheinmündung aus und gehört zu einem Zeitwort, das „Einschnitte machen" bedeutet. Er scheint also ursprünglich die germanische Bezeichnung für römische Münzen mit gekerbten Rande gewesen zu sein.
Endlich sei noch auf die Bedeutung von R a p - p e n hingewiesen, einer Münzbezeichnung, die heute noch in der Schweiz im Gebrauch ist. Mit „berappen" hat dieses Wort allerdings, nichts zu tun. Rappe, das heißt „Rabe" (die Bezeichnung für das schwarze Pferd ist einp Nebenform von Rabe, vgl. Knappe — Knabe) nannte man scherzhaft eine mit einem Adler geschmückte, aber offenbar schlecht geprägte Silbermünze, die zuerst im Elsaß geschlagen wurde. Dieser später nicht mehr silberne, sondern kupferne Pfennig bildete die Grundlage für die Währung des „Rappenmünzbundes", dem im 15. und 16. Jahrhundert Freiburg im Breisgau, Colmar, Basel und andere Städte angehörten. Auf diesem Wege ist das Scherzwort bis in die Gegenwart als amtliche Bezeichnung einer Münze am Leben geblieben.
Eine überraschend genaue Entsprechung hat dieser Vorgang, der sich im Südwesten des deutschen Sprachgebietes abspielte, im Osten Deutschlands. Auch hier wurde der Adler eines wohl nicht klar geprägten polnischen Dreigroschenstücks, das 1528 in Umlauf kam, spötisch zwar nicht Rabe, aber Wiedehopf (polnisch = audek, Mehrzahl = dukki) genannt. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurden in Ostdeutschland die polnischen Groschen allgemein als „düttke" bezeichnet, und noch heute nennt der Ostpreuße das Zehnpfennigstück D i t t ch e n !
Hochschulnachrichten.
Der Licentiat Martin Gerhardt wurde zum Ordinarius für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen ernannt.
Holland in gespannter Erwartung.
Der auf dem Tiger.
Mit der Verkündung des japanischen Manifestes, das den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur chinesischen Zentralregierung an- zeigt, hat ein neuer Abschnitt des Ostasienkrieges begonnen. Konnte man bis dahin noch hoffen, daß auf beiden Seiten der Friedenswunsch über die Automatik der einmal entfesselten Kriegsmaschine siegen würde, so muh diese Hoffnung nunmehr begraben werden. An welch entscheidendem Wendepunkt der Ferne Osten in diesen Tagen stand, vermag man aus der Tatsache au erkennen, daß die Regierung in Tokio fast eine Woche lang zögerte, bis sie das Ergebnis der Kaiser-Konferenz dem eigenen Bolke und der Weltöffentlichkeit mitteilte. In dieser selben Zeit nämlich wurde die letzte große Anstrengung unternommen, um durch Verhandlungen die Basis eines neuen Friedenszustandes zu finden.
Und in der Tat waren die Aussichten auf einen Erfolg dieser Vermittlungsbemühungen in feinem Augenblick seit Beginn des Krieges so groß wie in ber vergangenen Woche. Woran die Verhandlungen dann in letzter Minute dennoch gescheitert sind, das läßt sich zwar im einzelnen aus der europäischen gerne nicht beurteilen, aber aus der ganzen militärischen und politischen Situation der beiden Kriegsgegner kann man unschwer erkennen, daß die Japaner auf Grund der Waffenerfolge im Laufe der Zeit ihre Forderungen immer mehr verschärften, während auf der anderen Seite trotz der wachsenden Einsicht in die eigene militärische Unterlegen» heit der Einfluß der radikalen Elemente zu groß war, um dem japanischen Führungsanspruch nachzugeben. Es wäre müßig, hier von Schuld zu sprechen. Beide Völker folgen dem Gesetz, das ihnen die Lebensnot vorschreibt. Daß diese beiden Völker rassisch so eng verwandt sind und nach dem allgemeinen Gefühl auf der gleichen politischen Straße marschieren müßten, darin liegt die große Tragik dieses Kampfes bis zum bitteren Ende.
Hinzu kommt die Unwahrscheinlichkeit, daß es einem von beiden Gegnern sehr schnell gelingen wird, einen vollständigen Sieg zu erkämpfen. So, wie die Dinge aber heute stehen, ist auch nicht damit zu rechnen, daß selbst bei ausgeglichener ,, Kriegslage die Gelegenheit zum Friedensschluß bald wiederkehrt. Die chinesische Regierung vertraut auf die unendliche Weite des inneren Landes ebenso sehr auf die fast unbegrenzte Leidensfähigkeit der chinesischen Bevölkerung, auf fremde Waffenhilfe ebenso wie auf die schwindende Wirtschaftskraft des Feindes. Die japanische Regierung dagegen glaubt mit Recht an die Ueberlegenheit ihres Heeres und seiner Rüstung sowie an den nationalen Impuls des tapferen Jnselvolkes. Es ist unmöglich vorauszusagen, wer in diesem Ringen mit so ungleichen und verschiedenartigen Mitteln schließlich , die Oberhand behält. In jedem Falle aber wird der ongerichtete Schade, die Zerstörung von materiellen und kulturellen Werten so unermeßlich sein, daß ein 1 jahrzehntelanger Wiederaufbau nötig sein wird, um auch nur den Vorkriegsstand wieder zu erreichen. Denn wenn Rest-China, ba's seinen Kurs nicht ändern will, sich dem Mute der Verzweiflung hingibt, dann taucht in der Ferne b i e Gefahr des bolschewistischen Chaos auf, dann nützt es nichts mehr, „das Gesicht zu wahren". So geht ganz Dftaften in eine dunkel verhangene Zukunft hinein, und auf dem einmal beschrittenen Weg gibt es keine Umkehr. Das alte japanische Wort vom Ritt auf dem Tiger, von dem man nicht abfteigen kann, bewahrheitet sich jetzt aufs neue.
H. Evers.
Kunst und Wissenschaft.
Empfang für den Schweizer Dichter Alfred Huggenberger in Berlin.
Zu Ehren des schweizerischen Dichters Alfred H u g g e n b e r g e r , der sich zur Zeit auf einer Vortragsreise durch Deutschland befindet, fand in der Kameradschaft der Deutschen Künstler in Berlin ein Empfang statt, zu dem u. a. der schweizerische Gesandte in Berlin, Exz. Dr. Paul Dini- ch e r t, der Leiter der kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Gesandter Stieve, und der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Staatsrat Hanns I o h st, erschienen waren. In einer Ansprache hieß der Leiter der Abteilung Schrifttum im Reichsministerium für Dolksaufk'lärung und Propaganda, Hauptamtsleiter H e d. e r i ch , den Dichter willkommen und übermittelte ihm die Grüße des Reichsministers Dr. Goebbels. Hauptamtsleiter Hederich brachte zum Ausdruck, daß Hug-
Steenderen allen voran!
Von unserem Str.-Äerichterstatier.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Amsterdam, 16. Januar 1938.
In ganz Holland hat die Spannung im Zusammenhang mit dem bevorstehenden freudigen Ereignis in der prinzlichen Familie ihren Höhepunkt erreicht. In den Hotels im schönen S o e st d i j k drängen sich die Berichterstatter nun schon seit bald zwei Wochen. Besonders zahlreich sind die englischen Zeitungen vertreten, und da angelsächsische Redaktionen höchst ungern umsonst teure Aufenthaltskosten bezahlen, ist an die Pressevertreter Albions der gemessene Befehl ergangen, mindestens zweimal täglich mit einer „Juliana- story“ aufzuwarten. Da es in den letzten Tagen fast dauernd regnete, wie es nur in Holland regnen kann, hatten die bedauernswerten englischen Berichterstatter wirklich nichts zu vermelden. Die hohen Gitterpfvrten des Palastes werden durch schweigsame holländische Reichsfeldwächter bewacht, und selbst das aufmerksamste Auge eines englischen Reporters ist nicht in der Lage, auch nur einen Schatten von dem zu erblicken, was im Schloß vor sich geht. Da nun die „stories“ zweimal täglich geliefert werden ^müssen,-muß nach altbewährten Mitteln die Phantasie das Fehlende ersetzen. Der Erfolg ist, daß zum Teil sehr geschmacklose, gelinde gesagt unwahre Meldungen dauernd aus dem Presiehotel in Soestdijk über den Kanal telephoniert werden, was seinerseits der holländischen Presse immer wieder Veranlassung gibt, derartige Falschmeldungen zurechtzustellen und dazu beiträgt, der holländischen Öffentlichkeit ein richtiges Bild von der Vertrauenswürdigkeit eines gewissen, auch bei uns in Deutschland unrühmlich bekannten Teils der englischen Presse zu vermitteln.
Daß diese allgemeine Erregung auch in ber Provinz Wellen schlägt, geht aus folgender amüsanten Begebenheit hervor, über die die holländischen Blätter dieser Tage berichteten. Lebt da im Dörfchen Steenderen in der Nähe von Win- terswijk an der deutschen Grenze ein behäbiger holländischer Bauer, der im Nebenberuf Korre-
genberger in seinen Werken die Werte des Bauerntums und des Bodens als einer Quelle nie versiegender Volkskraft zu bleibender Gestaltung gebracht habe. Die deutsche Sprache fei auch im Werke Hug- genbergers das Band, durchs das der Dichter mit seiner großen Lesergemeinde und dem deutschen Volk verknüpft fei. Im Anschluß an den Vortragsabend in Berlin wird Alfred Huggenberger in allen deutschen Gauen — am 27. Januar in Gießen — aus seinen Werken lesen.
Aus aller Wett. \ -
DieMutter des Reichskriegsministers f
Berlin, 18. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Mutter des Reichskriegsministers Frau Emma von Blomberg, die am 18. Dezember ihren 9 0. Geburtstag feierte, ist am 17. Januar nach kurzem Leiden in Eberswalde gestorben.
Beginn der Jubiläumsfeier in Australien.
Sidney, 18. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das Jubiläum der Gründung Australiens vor 150 Jahren wurde am Dienstag mit einer Feier in Cur - n e l l (Botany Bay) eingeleitet, wo am 18. Januar 1788 eine Flotte unter Kapitän Phillip zum ersten Male anlief. Der Erinnerungsfeier wohnten die Mitglieder des Staatskabinetts, die Spitzen der Zioilbehörden, des Heeres und der Marine sowie das Diplomatische Korps bei. Nach verschiedenen Ansprachen wurde die damals von der Königin ge- ftiftete Flagge vom Gouverneur am Mast gehißt.
Todesopfer des Hochwassers.
In Groß-Seifen bei Marienberg (Westerwald) forderte die Hochwasser führende Große Nister ein Todesopfer. Sechs Kinder vertrieben sich an den hochgehenden Fluten die Zeit. Als sie sich auf einen Steg wagten, brach dieser und drei Kinder fielen ins Wasser. Zwei von ihnen konnten sich
spondent eines Provinzblättchens ist. Diese Pressetätigkeit bringt es mit sich, daß er unter seinen Dorfgenossen große Achtung und den Ruf eines Mannes genießt, der das Gras wachsen hört. Vor einigen Tagen brachte der brave Landbriefträger ihm einen großen geheimnisvollen Briefumschlag ins Haus. Gleichzeitig erschienen wohl 20 neugierige Nachbarn in feiner Stube, um zu erfahren, was der gewichtige Brief wohl bergen könnte. Mit zitternden Händen öffnete der schreibgewandte Mann den Umschlag, aber schon hatte seine bessere Hälfte sich des Inhaltes bemächtigt und war zur Tür hinausgerannt. Denn was sie da in der Hand hielt war ein Blatt Papier, auf dem schwarz auf weiß zu lesen stand:' „Bulletin! Heute hat auf Schloß Soestdijk Prinzessin Juliana einem Prinzen das Leben geschenkt!" Begleitet von der Rotte der Neugierigen lief die gute Frau die lange Dorfstraße hinunter und rief immer wieder jubelnd: „Sin Prinz, ein Prinz!" Es braucht feiner Erwähnung, daß bald das ganze Dorf auf den Beinen war. Jubelnd und tanzend zog die Menge zum Marktplatz, wo sie auf den Rest der Dorfgenossen stteß, die durch den Mann, der die Dorfstraße in der anderen Richtung entlanggelaufen war, von dem angeblich frohen Ereignis in Kenntnis gefetzt worden waren. Merkwürdig war nur, daß, während die Frau mit ihrem Anhang „Ein Prinz, ein Prinz!" jubelten, die vom Mann geführte Gegenpartei eine neugeborene Prinzessin hochleben ließen. Diese Meinungsverschiedenheit hätte beinahe zu einer ernstlichen Entzweiung innerhalb der sonst so einmütigen Gemeinschaft der Einwohner Steen- derens geführt. Bis sich schließlich der Korrespondent veranlaßt sah, den Inhalt des vielsagenden Briefumschlages genauer zu prüfen. Zu seinem stummen Entsetzen fand er am Baden des Umschlages folgenden Zettel: „Streng vertraulich! Es gehen Ihnen vorsorglich zwei Extrablätter zu über die Geburt eines Prinzen bzw. einer Prinzessin. Sobald das freudige Ereignis stattgefunden hat, werden Sie über das Geschlecht des Kindes telephonisch in Kenntnis gesetzt. Darauf haben Sie schnellstens die in Frage kommenden Extrablätter zu verteilen...!"
So nahm die vorzeittge Freude in Steenderen ein schnelles Ende.
an dem Balkenwerk des Steges feschalten und in Sicherheit bringen. Der 14jährige Sohn der Familie Petersen aus Groß-Seifen dagegen trieb ab und ertrank. Seine Leiche wurde später am Ufer der Nister an einem Strauch hängend gefunden.
Zwei englische Dampfer mit 22 Mann Besatzung im Sturm umgekommen.
In den hefttgen Stürmen vor der Küste von Südwales sind in den letzten Tagen zwei Schiffe untergegangen, deren Besatzung ertrunken ist. Die Mannschaften des Glasgower Küsten- dampfers „Lochshire" und die Mannschaften des in Swansea beheimateten Dampfers „Glanrhyd", zusammen 22 Mann, haben den Seemannstod gefunden.
Weidenanbau an den Reichsautobahnen.
Der Generalinspektor für das Deutsche Strahen- wesen hat einen vermehrten Anbau von Wei
den an den Reichsautobahnen angeordnet. Damit wird den Wünschen des Korbmacherhandwerks weitgehend Rechnung getragen, das schon verschiedentlich wegen des zu geringen Weidenanbaues vorstellig geworden war.
Siebenfacher Raubmörder in Polen festgenommen.
Gegen^ Ende 1937 verübten zwei gefährliche Schwerverbrecher in Ostoberschlesien und in den Wojewodschaften Warschau, Krakau und Kielce Zahlreiche R a u b ü b e r f ä l l e , bei denen mehrere Personen getötet und verletzt wurden. Es handelt sich um die Raubmörder K a s z e w s i a k und M a - ruszewski, die sich immer wieder der Polizei entziehen konnten. Während nun im Dezember Kaszewsiak bei einem Feuergefecht mit der Polizei, bei dem auch ein Kutscher einer Bauernfuhre getötet wurde, verletzt wurde und wenige Tage darauf im Krankenhaus starb, konnte Maruszewski entkommen. Nun ist auch er in die Hände der Polizei gefallen. Der Raubmörder nahm an einem Tanzvergnügen in Biala bei Bielitz teil. Er bekam jedoch Streit mit mehreren jungen Leuten, und es kam zu einer Schlägerei. Als ein Polizeibeamter einschritt, zog Maruszewski die Schußwaffe und
verletzte den Beamten mit einem Schuß. Ek wurde daraufhin von mehreren Männern überwältigt und der Polizei übergeben, die nunmehr beit Räuber erkannte. Mit der Unschädlichmachung dieses Verbrechers, der sieden Menschenleben auf dem Gewissen hat, ist Polen von seinem gefürchtetsten Banditen befreit.
Blutige Streikunruhen in Mexiko.
Monatelang sortgesetzte Streitigkeiten unter den Gewerkschaftsbonzen der verschiedensten marxistischen Richtungen haben dazu geführt, daß im mexikanischen Staate Veracruz ber G e n e r a l st r e i k ausgerufen wurde. In Orizaba kam es zu blutigen Zusammenstößen, die bisher fünf Tote und 15 Verletzte forderten. Polizei und Bundestruppen versuchten die Ordnung wiederherzustellen. Es gelang ihnen schließlich, wenigstens eine regelrechte Schlacht zwischen den sich befehdenden ^Gewerk- schaftsgruppen zu verhindern. Die zahlreichen Einzelzusammenstöße ließen sich dagegen nicht unterbinden. Haupturheber der Ausschreitungen sind die Anhänger einer extrem-radikalen Gewerkschaft, die die Schließung sämtlicher Geschäfte in Orizaba gewaltsam durchsetzen wollten. Auch in Jalapa, ber Hauptstadt des Staates Veracruz, kam es zu Zusammenstößen. Nach den bisher vorliegenden Nachrichten wurde hier eine Person getötet.
Großer Erdrutsch bei Pisa.
Bei Pontedera in der Nähe von Pisa ging ein großer Erdrutsch nieder, durch den schätzungsweise mehr als 4000 Kubikmeter Erdreich in Bewegung geraten sind. Die Gesteinsmassen verschütteten drei Häuser, die infolge ber Wucht ber anbrän- genben Steinlawine einstürzten. Personen kamen babej jeboch nicht zu Schaden. Die übrigen Wohnhäuser des bedrohten Gebietes wurden daraufhin sofort geräumt, so daß auch, als bei einem späteren weiteren 'Vordringen ber Gesteinsmassen > noch zwei Häuser vernichtet wurden, keine Todesopfer zu beklagen waren. Die Sachschäden sind sehr erheblich, die Telephon- und Telegraphenleitungen in dem betroffenen Gebiet wurden zerstört.
Auto vom Zuge erfaßt: drei Todesopfer.
In ber Nähe von Thom ereignete sich ein folgenschwerer Autounsall. Als ein von Graudenz kommender beschleunigter Personenzug den Bahnübergang bei der Försterei Lissoncktz passierte, kam im gleichen Augenblick ein Personenauto, bas von ber Lokomotive erfaßt und mehrere hundert Meter weit mitgeschleift wurde. Der Kraftwagen wurde vollständig zertrümmert. An der Unfallstelle fand man die Leichen dreier Personen, während eine vierte Person wie durch ein Wunder nur leicht verletzt wurde.
Wetterbericht.
Ueber dem Östlichen Atlantik bildet sich ein neues kräftiges Tief aus, das auf feinem Weg nach Osten unsere Witterung beeinflussen wird. Da die Störung aber auf einem nördlicheren Pol wandert als die Tiefdruckgebiete, die zunächst unsere Witterung bestimmen, sind nur leichte Regenfälle zu erwarten.
Aussichten für Mittwoch: Wolkig bis bedeckt, leichte Regenfälle, Tagestemperaturen bei + 5 Grad, Winde um West, weiterhin mild und unbeständig.
Lufttemperaturen am 17. Januar: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 18. Januar: morgens 2,3 Grad. Maximum 10,8 Grad, Minimum 2,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Januar: abends 4,2 Grad; am 18. Januar: morgens 12,5 Grad. — Niederschläge 4,3 mm.
Winlerspor-Wetlerbericht.
Schwarzwald, Feldberg: Bewölkt, Temperatur — 5 Grad, Gesamtschneehöhe 70 Zentimeter, Neuschnee 2 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.
Es sind zunächst keine neuen Schneefälle zu erwarten. Die Temperaturen steigen tagsüber über 0 Grad an.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11 000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Was sagen unsere Mnznamen?
Don Professor Dr. Erich Ienisch.
Unsere Muttersprache hegt eine Anzahl von Redewendungen, deren eigentlicher Sinn heute nicht mehr erkennbar ist. Nicht einen „Deut" besser scheint uns der eine als der andere zu sein, zum guten Zweck wollen auch wir unser „Scherflein" beitragen, ein schöner Wagen kostet einen ganzen „Batzen" ... Wir gebrauchen solche Wendungen, ohne ihrer Bedeutung bis auf den Grund zu schauen. „Deut", „Batzen" und „Scherflein" sind alte Münznamen, wie „Groschen" und „Gulden", aber selbst „Groschen" ist uns nicht mehr durchsichtig, bei „Gulden" wird die Zugehörigkeit zu „Gold" noch gespürt. Erst von der Geschichte der deutschen Kultur und Sprache her erhalten jene verblaßten Wörter ihren vollen Ausdrucksgehalt zurück, dann erst sprechen sie wieder aus lebendiger Situation heraus unb erzählen, wie Versteinerungen, bie ber Geologe findet, manches aus vergangenen Zeiten. Wir bezahlen mit „Mark" und „Pfennigen". Mark hängt mit Marke -- Zeichen zusammen und bedeutet ursprünglich einen Metallbarren von bestimmtem Gewicht, der mit einer behördlichen Marke, die seine rechte Schwere bezeugte, versehen war. Dann wird ein Geldstück daraus, das dieses Gewicht befaß unb später allmählich kleiner unb leichter wird. Denn ursprünglich ist eine Mark ein halbes Pfund Silber! Klarer ist bie alte Beziehung der Münze auf das Pfundgewicht in der englischen „Pfund"-Währung sichtbar. Nach der Münzordnung Karls des Großen wurden aus einem Pfund reinen Silbers 240 Denare ober „Pfennige" geprägt, von benen 12 Stück einen Solidus ober „Scyilling" bildeten. Heute noch hat das englische Pfund Sterling 20 Schilling zu 12 Pence. Im Denar haben übrigens die heute noch üblichen Abkürzungen für Pfennig (4) und für Penny (d) ihren Ursprung. „ .
Der Pfennig war also ursprünglich eine Silbermünze, Jahrhunderte lang fast die einzige geprägte Silbermünze Europas. Don unseren Munden unterschieden sich diese alten Silberpfennige beträchtlich. Im 12. Jahrhundert waren sie aus bun» nem Silberblech mit nur einem Stempel geprägt, so daß bas Bild auf der Hauptseite erhaben, auf
der Kehrseite vertieft erschien. Diese Brakteaten (von „bractea“ => dünnes Bleck) verbreiteten sich rasch, bis sie in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch die Groschen verdrängt wurden. Das Wort Pfennig selbst, dessen Ableitung unsicher ist, hängt, wenn nicht mit „Pfand", möglicherweise mit „Pfanne" zusammen und würde dann die Erinnerung an die Pfannenform der alten Brakteaten, die als „Hohlpfennige" bis ins 17. Jahnhundert vereinzelt im Gebrauch waren, bewahren.
Das Anwachsen des Handels und damit die zunehmende Bedeutung des Geldes verlangte eine Münze von handlicher, größerer und festerer Form als diese dünnen Silberblechmünzen. Schon bald nach der Mitte des 13. Jahrhunderts ließ Ludwig XI. von Frankreich in Tours einen dicken Pfennig, den „denarius grossus“ (lat. grossus = dick) schlagen. Mit der Münze verbreitete sich die Bezeichnung dafür nach Italien („grosso“), Niederdeutschland („grot") und auch nach Böhmen, wo „grot" lautgesetzlich sich in „grotsch" verwandelte. Die böhmischen Kanzleien des 14. Jahrhunderts bezeichnen die Münze als „Grvsch", und, weil das böhmische Geldstück vorbildlich für das deutsche wurde, ist „G r o s ch e n" bald ein gemeindeutsches Wort.
Von den Silbermünzen zu den Zechmen, Dukaten und Gulden, den Goldmünzen. Wieder führen uns diese Namen zurück ins Mittelalter, in die Kreuz zugszeit, als Venedig durch den Handel mit dem Orient aufblühte. Das arabische Wort für Münze heißt „sikka“ und für die Münzstätte „dar as-sikka“. Hiernach wurde die Münzstätte in Venedig, verkürzt, „la zecca“ genannt unb bie Münzen, die sie Herausgaben, hießen Z e ch i n e n. Die Münze, bie die Belehnung bes Dogen durch den hl. Markus zeigte, trug die Umschrift „Sit tibi, Chnste, datus quem tu regis iste ducatus“ (Führe du, Christus, die Herrschaft über dies Herzogtum). Aus ihr leitet sich der Name Dukaten für die Goldmünze her, die Jahrhunderte lang eine weit verbreitete Handelsmünze im Mittelmeergebiet war unb ber in Florenz gerprägten Goldmünze an Wert gleich- ftanb. Diese Münze trug als Schmuck bte ßthe des Florentiner Staatwappens unb wurde dieser Blume (lat. flos) wegen florinus genannt, von dort kam sie nach Deutschlanb unb würbe hier nach ihrem Metall Gulden genannt. Die Bezeichnung
Florin hat sich bis ins 19. Jahrhundert in der Abkürzung „fl.“ für den Gulden, erhalten.
Von auffälligen Merkmalen der Prägung leitet sich auch ein anderer Münzname her, nämlich unser Kreuzer, der nach dem liegenden Kreuz so heißt, das einem im 13. Jahrhundert in Verona und Meran geschlagenen Silberpfennig ausgeprägt war.
In mehreren Münzbezeichnungen verstecken sich Ortsnamen. Der Heller war ursprünglich ein Pfennig, der seit 1208 in Schwäbisch-Hall ausge- geben wurde unb deshalb Haller pfenning hieß. Aus diesem Haller ist dann der „Heller" geworben, und als die Münze nicht mehr in Silber, sondern in Kupfer geprägt wurde, also an Gehalt verlor, wollte man für wertloses Zeug nickt einmal einen solchen „roten Heller" zahlen. — Auch unser Ta- I e r deutet auf einen Ortsnamen, nämlich auf Johannistal im böhmischen Erzgebirge, zurück. Hier wurde 1516 ein Bergwerk eröffnet, aus dessen Silber man bald als Gegenstück zum Dukaten ober Gulben, ber von nun an „Goldgulden" hieß, Münzen prägte, die anfangs „Johannistaler" und bald „Taler" genannt wurden. Das Wort drang in viele europäischen Sprachen, so ins Dänische, Schwedische, Niederländische ein, aber auch ins Italienische, wo es als „Tallero", und ins Englische, wo es als Dollar wieder auftaucht.
Und das Scherflein, ber Deut und ber Batzen? Wir kennen bas Wort „B a tz e n" auch als Schimpfwort in ber Zusammensetzung „Dreckbatzen" und erkennen es wieder in „patzig", was bekanntlich so viel wie „klumpig" oder „grob" bedeutet. Als Hauptwort entsprach Batzen in älterer Zeit „Klumpen, dickes Stück". Es wird dann feit dem Ende des 15. Jahrhunderts aus einen in Salzburg und Bern geprägten „Dickpfennig" übertragen, entspricht also eigentlich ber Bedeutung nach unserem Groschen. Erst aus jüngerer Zeit stammt die Deutung von Batzen aus dem Bären, dem Wappentier von Bern, der ja auch Petz oder Betz genannt wird, eine sprachliche Parallele zu zahlreichen Wortbildungen wie Spatz für Sperling, Fritz für Friedrich, Heinz für Heinrich, Kunz für Konrad usw.
Der Deut, ein Wort, das sich in allen ger- manischen Sprachen findet, galt als Benennung einer Münze von allergeringstem Wert. Es ist ver. wandt mit einem altnordischen Zeitwort, das „abhauen" bedeutet und diente also vermutlich zur


