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Nr. 2"5 Zweites Blutt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

17.18. Dezember 1938

Deutsche Fahrt durch Böhmen und Mähren

(Z gen er Bericht des Gießener Anzeigers

der Dolkerwanberung alles dem Deuts und dem Deutschen Reich zu verdanken hab

her die hussitische Bewegung aus religiösem An

en. 2Xe

voll Ehrfurcht die verschwenderische Fülle, mit der

ische Fülle, mit der tung. Den deutschen Industrie- und Handelsunttr- d'.esem Lande offen- nehmen, unter denen neben Emaillefabrilen die

sich die deutsche Kultur in

Bleistiftfirma Hardtmuth hervorragt, ist

bart und ihm Reichtümer von unerschütterlicher Le-

und lein Staatssekretär Hüll Mittel- und Südamerika

eine deutsch-italienisch-japanische Bedrohuna aufreden - aus der deutschen Vergangenheit.' Nur will, so gehört das grotesk wie es ist zur | selten haben die Tschechen den deutschen Baustil

Nein, noch habe ich es nickt. Ich verlege mich

Der Beifall, den sie am Festabend fartden, ist ver-'den vorbeigehenden Frauen jede Dritte einen der

nach Wäsche und zwei nach Fahrrädern. Die sechs

.Wieviel Kostet es?'

.Einfach süß!

.Nein,

keine Streifen!"Leider!"Englisches Fabri-

Fragen stellten. Männer trafen erst ihre Wahl und

fragten dann nach dem Preis.

liches: Weihnachtsbäume kommen auf dem Lands

warum das eigentlich so ist, aber es ist so.

ja noch

Marktbummel.

Bücher kaufenden Besucher- waren sämtlich Jugend­liche. Nur sieben von allen Besuchern hatten sich einen Einkaufszettel gemacht, vier davon Män­ner. Die am meisten gehörten Bemerkungen waren:

den männlichen Käufern befand sich keiner in Be- nachtsfestes stebt, viel Neues und Interessantes für gleitung eines anderen Mannes. Nur einer von Mutter und Kind, z. B die Beiträge ..Gedanken

fang schnell gegen die Deutschen abgebogen wor­den war.

Nimmt man das alles in allem, so betrachtet man

orgelt, ruft, mit Blechtrompeten quäkt?

Nein, noch nicht, noch nicht. Was ist es?

Ich bummle so an den Buden herum, ich habe die Hände tief in den Manteltaschen, und, in den rechten Mantelärmel eingehängt, bummelt noch ein

des glänzenden Engels schräg zur Seite aber der feste Stamm hält noch den S'urz des Engels auf, der Baum soll noch einmal in strahlender Besetzung glänzen, nicht ganz so festlich wie am W"'hnachfs-

nahmen aus den letzten Jahren und eine Wiedergabe seiner Handschrift. Rudolf Bach hat Carossa zwei Gedichte zugeeignet, Paul Alverdes ein Prosastück aus einem werdenden Buche. Bon den übrigen Bei­trägen des reichhaltigen und vorzüglich redigierten Heftes nennen wirMeine Christnacht" von Jean Paul. Max Mells Austatz über Adalbert Stifter (aus der Einleitung zu einer neuen Ausgabe), unver­öffentlichte Briefe und Gedickte des jungen Chrisiian Morgenstern, endlich ein Kapitel aus Friedrich Schnacks neuem BucheKlick und der Goldschatz".

Die Monatsschrift ,.M utter und Kind" (Verlag Elwin Staude, KG., Berlin W 30, und

Leiter am Baum, und die Frau des Hauses kommt heraufgestiegen und löst den Engel von der Spitze ab, nimmt den Lamettaschmuck, die bunten Kugeln, die Lichterreste, nichts bleibt mehr da.

Und dann begibt sich nun mit Weihnachtsbäumen wenn es auf dem Lande ist etwas Wander­

in den letzten Jahren hart zuaesetzt worden; auch noch in diesen Wochen haben Juden und Benesch- Leute, die hier eine besondere Rolle spielen, neue Provokationen versucht. All das findet nun ein Ende. Ist erst der Verkehr über die neue Grenze klar, dann wird Budweis mit seiner deutschen Tra­dition einer neuen Blüte entgegengehen. Daran werden auch die deutschen Bauern, die mit ihren Frankenhöfen weithin in den Nachbardörfern , wohnen, Anteil haben. Mehr als eine historische Er­innerung sind die Erzvorkommen hart ost­wärts bei Rudolfstadt und Adamstadt; einjt von evangelischen Bergleuten aus Sachsen erschlossen.

benskraft geschenkt hat. Dann begreift man es auch nicht, wie es die immer noch nicht überall be­seitigten Anhänger der Benesch-Clique bis in diese Tage wagen können, als Gegenleistung für die Ab­tretung der Randgebiete die Preisgabe des im Lande verbliebenen Jnseldeutschtums zu verlangen. Ginge es nach der historischen Gerechtigkeit und-der Leistung für das Land, so hätte das Deutschtum noch viel zu fordern. Das aber ist sicher, das ist das unumstößliche Ergebnis der Bilanz, daß die in Böhmen und M ähren verbleibende deutsche Volksgruppe, die sich ihren Kul­turboden in Stadt und Land schwer genug erarbei-

aufs Horchen: Sind es die Weihnachtslieder, die rauscht, nun sind sie in ihrer Ecke nur stumme Mit- dort liegenden Spiegel auf, um darin ihr Gesicht aus der Tiefe der Drehorgeln kommen, das ganze jpieler dieser paar seltsamen Tage zwischen zwei zu kontrollieren. Don dreißig Besuchern in einem Jahrmarktsgedröhn vielleicht, das das jodelt, pfeift. Festen.

Przemysliden schon waren klug genug, sich unhr den Schutz des Reichs zu begeben und durch Heran­ziehung deutscher Bürger, Bauern und Künstler den Anschluß an die deutsche Kultur zu sichern. Alles, was über den prim tivsten Ackerbau und den Fisch­fang hinausging, haben die Deutschen ge­bracht. Sie haben die Bodenschätze erschlossen und die Städte gebaut, den Urwald gerodet und auch den Staat organisiert. Von dieser deutschen Lei­stung, die ihren Höhepunkt hatte, als Prag unter Karl IV. des Reiches Hauptstadt war, leben die Tschechen bis heute.

Wo im deutschen Bild der Städte heute keine deutschen Laute mehr klingen, hat die Entwicklung seit der Mitte des 16. Jahrhunderts dazu geführt, daß die Tschechen deutsches Erbe angetreten haben. Meist stammen die Baudenkmäler noch unmittelbar

gleichen Gruppe machtpolitischer Motive. Nur ist da­bei der Rahmen weiter gespannt, mit ähnlicher Ver­zerrung wie im Weltkrieg, wo man dem naiven amerikanischen Bürger Angst vor einer deutschen In­vasion machen konnte. Man weiß, daß dieses Künste der Tarnung sind, damals wie heute. Daß es da­mals galt, die riskierten Milliarden zu retten und das Geschäft mit den reichen Verbündeten zu machen, heute, um die südamerikanischen Märkte sich zu reser­vieren, Deutschland daraus zu entfernen

Es sind wirtschaftliche Motive, der wohlbekannte Dollar-Imperialismus. Man wirft uns vor, und die Engländer stimmen ein, durch unsere Tauschwirtschaft, Ware gegen Ware, die Rohstoff­länder am Balkan wie in Südamerika inAb­hängigkeit" zu bringen, ihnen schlechte Umrechnungs­kurse zu geben, Passiosalden aufzubauen und zu halten, die Konkurrenz durch Ausfuhrprämien zu unterbieten und so die Kundschaft zu erzwingen. Wir erwidern: Eure Dollar- und Pfundabwertung war die brutalste Unterbietung der Ausfuhrprämie, die es jemals gab. Die Zerstörung Unseres Devisen- befitzes war euer Werk. Ihr zwangt uns durch Schutzzölle auf die neuen Wege. Wir geben Kre­dite (Wirtschaftsminister Funk), um die Konsum­kraft der Rohstoffländer aufzubauen, verkaufen ihnen Produktionsmittel, Maschinen, Kraftstationen, Berg­werkseinrichtungen, um sie zu wohlhabenden Käu­fern zu machen, zum Vorteil ringsum. Ihr gebt Kredite zu Waffenkäufen, verzinsbar und rückzuzah­len in Devisen; das sind Kredite, die politisch ver­sklaven und die Geldnehmer in Armut und Ab­hängigkeit erhalten.

Was sich also hier abspielt, ist ein Ringen der nationalgebundenen Wirtschaften mit dem Groß­kapital der zerrütteten Weltwirtschaft alter Art, ein

tet hat, nicht nur unangetastet im bisherigen Besitz­stände bleiben wird, sondern das Recht hat, sich ohne kleinliche Hemmungen zu entwickeln und sich eine wachsende Zukunft zu sichern. Damit entfallen auch die feinen Pläne, den deutschen Cha­rakter in diesen Gebieten schnell noch durch Unter­bringung der aus den sudetendeutschen und slowa« tischen Gebieten geflüchteten, meist recht zweifel­haften Elementen zu verwischen, zu überfremden und die Auswirkungsmöglichkeiten einzudämmen. Wo nun die Wahrheit, die im Wahlspruch der Tschecho-Slowakei angerufen wird, gesiegt hat, ist es m'.t der Möglichkeit vorbei, weiterhin fremde Leistung für sich zu beanspruchen. Wie es in der Slowakei seit dem Tage des Umbruchs anerkannt wurde, so ist es auch in Böhmen und Mähren: je kräftiger sich die bodenständige deutsche Volksgruppe

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und wer genommen hat. Es wird aegenstai

sich, warum schon der Begriffh i st o r i s ch e L ä n-! . . . . .

d e r" mit seiner Verbindung j^um Bestand der gefordert hat Grenzen sich nur aur ~ '

und Mährens zum !

, Mädchen mit mir ... es ist eine harte, kalte 2)e= < - - Q,,r,. < , . , ..

zemb-rluft, di- einem die Nasenspitzen frieren macht °bend, aber zum Abschied nach einmal am Silvester, und die Ohren rot reibt. 1 aDenD"

Zeitschriften.

D a s I n s e l s ch i f f." Eine Zeitschrift für die

liches: Weihnachtsbäume kommen auf dem Lande Freunde des Insel-Verlags zu Leipzig. Das zu Weih- nach einer Qef unergründlichen Gepflogenheit auf nachten herausgekommene 1. Heft des 20. Jahrgangs den Hühnerhof. .... - - *..... ~

WeihriachiSeinkäufe in London.

Eine Statistik Londoner Weihnachtseinkäufer während der zweiten Dezemberwoche, die bei mehr als 2000 Besuchern großer Warenhäuser vorgenom­men rou- ' haste olgendes oriainelles Erge'nis: Von zehn Besuchern waren neun Frauen. Ein Drit- Osterwieck/Harz) bringt im Dezemher-Heft. das zum tel befand sich in Begleitung anderer Frauen. Von größten Teil unter dem Eindruck oes nahen Weih-

.. gedenkt in erster Linie des nun 60jährigen Goethe-

Niemand denkt sich etwas dabei, niemand weiß, Preisträgers Hans Carossa: mit Gruß und Würdi­gung von Ernst Bertram, Reinhold Schneider, Al-

am Abend des 24. Dezember, und nun nachher, bis zwanzig Käufern trug selbst ein Paket. Frauen zum Winterhilfswerk",Weihnackttiche Erziehungs- sie nach Neujahr ganz vom häuslichen Spielplan brauchten im Durchschnitt wesentlich mehr Zeit, bevor , belrachtung",Vom richtigen Schenken", .Der ' ' -----r r!- e------***- r*A OaU. Fünf- l B'sderbogen lebt",lieber bas Svield'ng" ..Ein

Du", sage ich zu dem Mädchen,frierst du?"

910", sagt sie,das nicht. Aber kalte Füße kriegt man."

Oh, das war es ja! Das, was zif einem Weih­nachtsmarkt unbedingt dazugehört, ohne das ein Weihnachtsmarkt schlechterdings keiner ist, jetzt weiß ich es: kalte Füße.

Mit den Beinen stampfend muß man an der Würstchenbude stehen, indes man in die dampfenden senfbetupften Enden beißt. Es muß einem unten in den Zehen kribbeln, wenn es oben köstlich munden

i Warenhaus, die befragt wurden, verlangten sechs

Die lamettabehangenen Zweige senken sich lang- nach der Bücherabteilung, 19 nach Spielsachen, drei sam, die lange Spitze oben neigt sich mit der Last nach Wäsche und zwei nach Fahrrädern. Die sechs

Kampf des gesunden Motivs gegen das ungesunde. Im übrigen keine sentimentale Sache, für uns aus­sichtsvoll, da weder England noch Nordamerika all diese freien Rohstoffe aufnehmen können, und nur ihre Milliarden ins Feuer werfen.

Und damit zur dritten Gruppe feindseliger Ge­fühle, wieder am besten formuliert durch Angel­sachsen. Wenn (Eben, Roosevelt und Hüll ihre Völker beschwören, für ihreFreiheiten" und die Ideale der Demokratie" zu kämpfen gegen die Lehre der Führerstaaten, so ist dies die Angst vor der geistigen Invasion, nicht vor der misitäri- schen, die die alten Systeme erschüttert, die Angst vor dem Neuen, das unwiderstehlich eindringt, wie andere große Bewegungen zuvor Reforma­tion, Menschenrechte, Marxismus.Demokratien sind immer zwei Jahre zurück", sagt Baldwin. Er unterschätzt den Abstand.Wir können dem Marsch­tritt der Führerstaaten so nicht folgen", sagt (Eben. Die Zähl ber zwei Millionen Arbeitslosen in Eng- lanb, 10 bis 12 Millionen in Amerika bestätigt es. Reaktion begegnet sich babei mit Selbstinteresse: was soll aus Dem unübersehbaren Heere von Be­rufspolitikern, Bonzen, Partei-Sekretären unb par­lamentarischen G Ichäftemachern werben, wenn ber Faschismus" siegt? Unb was, nebenbei, ein viertes Motiv aus bem Völkergemifch USA., wenn ber Rafsengedanke einbringen sollte?

Unnötig zu sagen, baß der Gegenangriff des Judentums sich alle diese Kampfmotive, die wir in Umrissen überblickten, zu eigen macht. Aber wir stehen auf festerem Boden als alle jene, wir sind die Neue Zeit, deren Zeiger niemand zu­rückdrehen kann. Und wir haben den Glauben an diese neue Zeit, jene innerlich nicht einmal mehr an die alte.

die Grenzziehung innerhalb des ersten s ziehen konnte. Man sagt, es wäre bitter für die, ~MV-

Tschechen, daß sie jedes Stück einer neuen Erkennt- Ken abgehalten worden wäre; tatsächlich war es nis mit einem Stück des bisherigen Staatsgebietes damals in der Gegenreformation gegen die bohmi- bezahlen müßten. Doch es ist so, daß sie seit dem1 lcken Landstande, zum überwiegenden Teil also Betreten dieses Landes nach dem Abzug ber Ger- .gegen Deutsche gegangen, meist wurden sogar manen, der Markomannen und Quaden im Zuge' Tschechen in den Besitz der enteigneten evange- der Völkerwanderung alles dem Deutschtum lischen Deutschen eingesetzt, während allerdings vor-

Go um Weihnachten herum

Von Christian Vock.

Feindselige Ltmwett.

Lion Monterobnural a. O. Gabow

Mit dem Münchner Frieden vom 30 Sep­tember, dem Inkrafttreten des englisch-ita­lienischen Mittelmeervertrages am 16. November und der deutsch-französi­schen Verständigung vom 6. Dezember d. I. sind kurz nacheinander drei deutliche und grundsätz­liche Friedenserklärungen hinausgegangen. Aber ein Blick in die Rüstungslisten zeigt, daß auf der Welt rund 1 300 000 Tonnen Kriegsschiffe in Bau sind, und zwar größtenteils als Ver­mehrung, nicht als Er jäh, dazu eine Anzahl Flugzeuge, die nur mit fünf bis sechs Ziffern zu bezeichnen ist unb eine entsprechende riesige Menge von Geschützen, Kampfwagen und Waffen aller Art. Premierminister Chamber­lain bezeichnete diese Aufrüstung als notwendig, um künftig auf gleichem diplomatischem Fuß ver­handeln-zu können", und der südafrikanische Ver­teidigungsminister Pirow bemerkte nach seinen Besuchen in den Hauptstädten, daß in Europa zwar niemand den Krieg wolle, aber jeder ihn vo rd er eite, und daß bereits bas Frühjahr den Ausbruch sehen könne, unb zwar alles ver­ursacht,burch rein psychologische Fak­toren".

Minister Pirow sieht nicht das ganze Bild. Für uns liegen die Dinge klarer. Die Neuordnung Euro­pas, dem man in Versailles eine Zwangsruhe von unbegrenzter Dauer zugedacht hatte, vollzog sich unter deutscher Führung so stürmisch, daß alle Widerstände der leidtragenden Interessenten über­rannt wurden. Frankreich, mit der Tschecho- Slowakei verbündet und von Sowjetrußland und England vorgeschoben, zählte bei der letzten Krise seine Divisionen gegen die der Achse, betrachtete die feste Westgrenze unb die problematische englische und sowjetrufsische Hilfe und verzichtete auf seine traditionelle Politik gegen das Reich. Ita­lien ging unerschütterlich mit uns, Polen und Ungarn hatten eigene ähnliche Interessen wahr- zunehmen, und England mußte bestätigt sehen, was es schon teilweise gewußt hatte, daß seine Macht nicht hinreichte, in die Veränderungen Mit­teleuropas einzugreifen, ja, daß es selber ein zu schweres Risiko damit auf sich nehmen würde. Großadmiral Lord C h a t f i e l d versicherte im Oberhaus, daß auch die englische Seemacht nichts hätte machen können, als höchstens eine langwierige B'ockade zu beginnen.

Aber die überrannten Widerstände richteten sich wieder auf. Die Opposition gegen Cham­berlains Friedenspolitik brach aufs hef­tigste aus, unb ber ehemalige Erste Lord ber Ad­miralität Duff Cooper faßte ihre Gefühle in die Worte zusammen:Wenn wir diesmal gekämpft hätten, wäre es nicht für die Tschechen gewesen, so wenig wie 1914 für die Serben oder die Belgier, sondern g^gen die brutale Uebermacht eines Staates in Europa." Alte Leitmotive klangen damit wieder an: Gleichgewicht der Kräfte, englische Abneigung gegen Preußens Aufstieg 1861, 1866, 1871, gegen das wachsende und erstarkende Deutsche Reich und feine Anziehungskraft in Europa. Es handelt sich um Machtmotive, um das englische Unbehagen, in Europa, in Nordsee unb Mittelmeer gebunben zu fein, die Hände nicht frei zu haben für das Welt­reich, für Ostasien, heute verstärkt durch die Angst vor der Luftgefahr, die zur Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung zwingt. Aus Duff Cooper spricht alte britische Weltreichstradition. Vielleicht zum letztenmal, denn das neue Europa kristallisiert sich unaufhörlich weiter, uMh Frankreich, der unentbehr­liche Verbündete, gab feinen Widerstand auf.

Aber diese Art Feindschaft steht nicht allein. Wenn der Präsident Roosevelt in seiner Chikagorede verlangte, daß bieAngreifernationen in Ouaran- täne" genommen werden müßten, wenn er die ameri­kanische Flotte und Luttmicht verdoppelt, und er

entwickeln kann, desto besser kann sie als Vermitt­ler zwischen dem Reich und dem tschechischen Staat auftreten, desto sicherer werden auch den Tschechen die Vorteile der wirtschaftlichen, politischen und kul­turellen Interessengemeinschaft mit dem Reich zu­fallen.

Fährt man mit solchen Gedanken heute durch das Land, so findet man überall die Bestätigung. Die Großstadt Pilsen im Westen liegt nicht nur hart an der Grenze des deutschen Sprachgebietes, sondern ist so vom deutschen Boden bis in die Vor­städte hinein umgeben, daß nur nach Osten eine Verbindung zum tschechischen Gebiet vorhanden ist. Auch ein Teil der Skoda-Werke liegt damit jetzt auf Reichsboden, dazu neben Hopfen und Malz auch das Wasser für das weltberühmte Bier. Hier, wo näht mehr 10 v. H. ber Stadtbevölkerung deutsch geblieven sind, wird sich also eine besonders enge Zusammenarbeit über die neue Grenze er­geben, wobei man sich daran erinnern kann, daß Pilsen Ende des 13. Jahrhunderts eine königliche Freistabt mit beutscher Bevölkerung war, bie 1434 für ihre Standhaftigkeit gegen die Hussiten mit ber Zollbefreiung für das ganze Reich belohnt worben war, in der 1468 die erste Druckerei Böhmens und Oesterreichs errichtet wurde.

Auf der Fahrt nach Südosten streift man Husi» netz, den Geburtsort von Johann Hus, und Ta« , bot, die ehemalige Hochburg der Hussiten, in deren Nähe der große österreichische Feldmarschall Graf Radetzky geboren ist, dessen Standbild man 1918 in Prag gestürzt hat. Böhmisch-Budweis, das Handelszentrum Südböhmens, war zwar eine ge­meinsame deutsch-tschechische Gründung, aber wie die Laubenhäuser am Ringplatz beweisen von bem Geist deutscher Kultur erfüllt, bis an bie Jahrhundertwende auch überwiegend deutsch. Ihre Blüte, die erst in den letzten Jahren unter der Mißwirtschaft der Benesch-Leute gebrochen wurde» verdankt die Stadt, der Ausgangspunkt der ersten, vor 110 Jahren ih Betrieb genommenen Eisenbahn Oesterreichs (nach Linz, zuerst als Pferdebahn ge­fahren), ber 600jährigen deutschen Verwal-

Es muß irgend etwas geben, das an Weihnachts- abgesetzt werden, spielen sie kaum mehr als die un-1 sie eine Mahl ^afen. Die längste Z"tt war: .....

markten das Besondere ist etwas das da fein muß, bewegliche Rolle eines schweigsamen Statisten: sie undzwanzig Minuten für einen Funf-Schilling- Geschenk der Mutter für das Kind",Vom Weik).

das unbedingt dazugehört ich wußte erst nicht stehen da. Schal. Die kürzeste Zeit brauchte ein Mann, ber in nachtsbüchermarkt", . Kinder lernen Häuser bauen",

gleich, was es war ich sah mich um, ich suchte Die Premierenbesetzung ist ihnen zum besten Teil breieinhalb Minuten ein Damenkleib im Wert vonBlumenpflege im Dezember" usw. Das Weih-

danach sind es die' Karusiells bie Kuchenstänbe? , hermttergegessen. Was baran Hing und eßbar war, vier englischen Pfund aussuchte. An einem Stand i nochtsheft ist mit zahlreichen reizenden Bildern aus-

Warte'mal: die Weihnachtsmänner?ift nicht mehr, es ist weg. 'mit Toiletteartikeln in einem Warenhaus nahm von gestattet.

Aber dann am zweiten Tag im neuen Jahr oder kat?"Danke!". Frauen fragten im allgemeinen am dritten steht plötzlich am frühen Morgen eine , erst nach dem Preis ber Ware, bevor sie andere

dl. Böhmisch-Budweis, Dez. 1938. I nacygeahmt; aber einen eigenen tschechischen Baustil

Von Pilsen im Westen dis Brünn und 9'bt es nicht, falls man mcht etwa die Machwerke Mährilch-Ostrau im Osten hat man heute einer neuen Sachlichkeit aus den letzten 20Jahren fast noch stärker als früher den Eindruck der großen ' als solchen ansprechen wollte. Wenn aber, wie es deutschen Kulturleistung, ohne die dieses Land nicht Ut alle schöpferische Leistung im Lande von Deut- zu denken ist. Nach der Abtrennung der sudeten- schen kam, wenn die Tschechen nur immer genom- deutschen Randgebiete tritt es im jetzigen Staats- men unb nichts gegeben haben, bann muß die verband noch deutlicher in Erscheinung, wer in der Bilanz, die jetzt von 1000 Jähren gezogen wird, Geschichte der sogenannten historischen Länder von eigentlich n;cht notwendig bitter sein. Freilich muß Anbeginn und bis in die Gegenwart gegeben, man sich wie es seit 1922 schon in seinem ver- und wer genommen hat. Es wird gegenständ-. geblichen Kampf gegen die Bodenreform der tsche- ~ ....... "' ~ - chische Professor Dr. Josef P e kar sch in Prag

terbinbung zum Bestand der gefordert hat von den ursprünglich von P a - if die Zugehörigkeit Böhmens , l a d p aufgebrachten, von M a s a r v k fortgeführ- Deutlchen Reich und auf. ten und von Benesch am schamlosesten vertrete- - - - Reiches be- uen Fälschungen frei machen, daß nach der Schlacht

ter für die | am Weißen Berg ein Strafgericht nur über Tsche-

wird, sausen sie flatternd in die Ecken und spekta-1 fehl eine Weile auf Hühnerart, aber bann liegt der Weihnachtsbaum da, sie stehen still auf einem Bein in dieser Sache ganz auf mich.! daneben, der Baum ist nun ein Gegenständ, nichts vom Weihnachtsmarkt mit einem mehr, em Hindernis, und nicht mal em besonderes.

Marzipan.

Wenn in den Vorweihnach'stagen mittags die Männer nach Hause kommen, mit Paketen unterm Arm, die sie rasch in einen Schrank verschließen, da wundern sich ihre Frauen beim Mittagstisch, was das wieder mit ihnen ist: sie haben keinen Appetit. Seit drei, vier Tagen haben sie keinen Appetit. Sie schnipseln nur so etwas im Gemüse, sie nehmen nur ein Eckchen hier und ein Eckchen da und mögen Nickis so recht

Unb ihre Frauen sehen sie mit Sorgen an:Was hast bu nur bu ißt ja roieber nichts?"

Och", sagen bie Mäner,was soll ich beim haben? Gar nichts habe ich. Ich esse doch!" Und bann strengen sie sich gewaltig an und. holen or­dentlich aus mit der Gabel und essen als ob. Aber es ist doch nichts Rechtes mit ihrem Appetit woran liegt das nur?

Ein Wann will hi-r einmal den Verrat begehen [ß[1 &ft |o (d)medt eg richtig. ^E^liegt^ran/dah es da. wa sie die Vakete fand Und dann am Ende soll man nach dem Mädchen, fen, fo appetitliche Kansekt- und Marzipaniürme das mit e-n-m geht und immer nach am reckten gibt. Nüsse. Mandeln - lauter Dinge, die Manner Mantelarmel hangt sall diesem Mädchen alle Ta° ein ganzes Jahr herum nicht mehr geschmeckt haben, ] Wen, die sie f>at, aoUftopfen. Mit Bananenbnndeln. und dann, aor diesen Türmen, überkammt es sie. raibacklgen Aepseln, fo daß fie den Mantel Sie lassen sich hieraon ein Viertel -inpacken und >>nke und rechts prall ausbeulen, mit Marzipan davon, und ein Marzipanschweinchen dazu, sie stecken und Schoko adenwerk. daß auch d,e andern Taschen das in ihre Aktentascken unb gehen. Sie mochten. Taschen, die sie irgend hat. _

auch mal. aber heimlich mochten sie, daß es nie- Verlaßt euch hier m dieler Socke von, ,

manb lieht I -tv-rm ihr so von

Und dann kommt es nun so. daß sie zehn Minu- Mädchen wegqeht, da liebt sie euch. Mindestens bis kn, ehe sie zu Hause sind, schnell noch alles ans- d,e Dezembersonne kühl hinter den Dächern unter- esien müssen, roas ba ist. Män soll nichts mehr in , 9el)t.

ihren Aktentaschen finben können. Das nicht, bas uno oann ...

ja nicht? | Die letzte Etappe ber Weihnachtszeit ist .

Unb ba stopfen sie sich bann bie Backentaschell nickt ber Abenb bes 24. Dezember. Es gibt .noch voll unb kauen, was ber Magen hält. Unb ehe sie diese Zwischenzeit zwischen Weihnachten unb Reu­den Schlüssel in bie Wohnungstür stecken, fjaben jahr, wenn ber Weihnachtsbaum noch ba steht fie es aufoeqeffen. I 3a, Weihnachtsbäume führen in ben Taaen zwi-

2lm nächsten Tag gehen sie roieber Weihnachts- ben Festen, zwischen Weihnacht unb Neujahr, Pakete kaufen. Unb es wirb nichts werben mit ihrem ein sonbeibares Mein. Ihre Premiere war sckon Appetit, solange nicht alle Geschenke gekauft sinb. * - * "