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Dienstag, W. August 1938

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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General Vuillemin in Deutschland

London, 15. Aug. (DNB.) Luftfahrtminister Kingsley Wood traf am Montag auf dem Flugplatz bei Belfast in Nordirland ein. Er besichtigte verschiedene Militärflugplätze, sowie Flug­zeugfabriken, und zwar insbesondere die neue Flug­zeugfabrik harland in der Nähe von Belfast.

Einem Preh-Associations-Bertreter gegenüber er­klärte Kingsley Wood, er stalle Nordirland zu einer Zeit einen Besuch ab, in der England sich mit der dringenden Aufgabe der Aufrüstung zur Luft befasse. Das englische Volk habe bis­her eine große Rolle zur See gespielt, er fei aber überzeugt, daß es in der Eroberung der Luft eine noch größere Rolle spielen werde.

General Vuillemin. (Scherl-Bilderdienst.)

Eigenschaft als Generalstabschef, in der er auch die gesamte Luftwaffe einschließlich Luftschutz zu kon­trollieren hat. General Vuillemin gilt als einer der fähigsten Generalstabsoffiziere Frankreichs.

General Milch ist bei seinem Besuch von der französischen Luftwaffe und allen offiziellen Stellen Frankreichs überaus freundlich empfangen worden. Wenn nunmehr General Vuillemin Deutschland besucht, um hier als Gast der deutschen Luftwaffe zu weilen, so darf er davon überzeugt sein, daß ev

Die Zeit ist reif!"

Fliegen? Nichts leichter als das! Wer denkt von uns noch an die Erstlingsjahre des Flugwesens, wer erinnert sich noch der klapprigen Maschinchen, mit denen sich wagemutige Männer in lustige Höhen hinauf wagten? Die Zeit schreitet schnell, sie er­laubt uns kaum, einen Blick rückwärts zu werfen. Für uns gilt nur das, was ist, noch mehr aber das, was werden soll.

Flugfeldern auf Wetterberichte warteten, die günstig genug waren, damit das Wagnis unternommen werden könnte, seien vorbei. Heute überquerten die Flugzeuge den Atlantik ganz routenmaßtg und kehrten ebenso wieder zurück. Diese scheinbare Sorglosigkeit wäre allerdings ohne sorgfältigste und genaueste Vorbereitungen unmöglich. Diese Vorbe­reitungen sollten aber bald r e g e l m äH i g fahr­planmäßige kommerzielle Fluge zwi­schen allen großen europäischen Hauptstädten und Neuyork zur Wirklichkeit machen.

Sprung über den Ozean."

Das Urteil eines führenden holländischen Fachmanns.

Amsterdam, 15. Aug. (DNB.) Die holländi­schen Blätter bringen eingehende Berichte über den deutschen Rekordflug. .

DasHandelsblad" stellt hierbei fest, daß es in Holland wohl niemand gebe, der nicht auf­richtige Bewunderung für b t eje b e n m * o H r 0 ft o r i f e Großtat empfindet.

Deutschland darf stolz sein."

London, 15. Aug. (Europapreß.) Der erfolg­reiche Transatlantikslug der deutschenCondor'- Maschine erregt in London unverminder­tes Aussehen. Sämtliche Blätter veröffentlichen ausführliche Meldungen ihrer Berliner Korrespon­denten, in denen die Leistung der Maschine, sowie ihre Bedeutung für die Zukunst des Transatlantik­flugverkehrs unterstrichen werden.Deutsch­land", so schreibt der Berliner Berichterstatter der Time 5",darf mit Recht auf diese Leistung sei­nes Flugzeuges st o l z sein." Zugleich bringen die Blätter telegraphisch übermittelte Bilder von der Landung des Flugzeuges in Tempelhof und der Begrüßung der Besatzung.

Transaflanltkstüge - Selbst- verständlichleif.

Amerikanische Anerkennung der deutschen

Rekordleistung.

Berlin, 15. Aug. (DRB.) Wie bereits gemel­det, besucht der Chef des Generalstabes der fran­zösischen Luftwaffe, General Vuillemin, in den nächsten Tagen Standorte der deutschen Luftwaffe und Anlagen der deutschen Luftfahrt-Industrie. General Vuillemin trifft am Dienstagmittag auf dem Flugplatz Staa­ken ein. In seiner Begleitung befindet sich u. a. General d' Astier. *

Der Chef des Generalstabes der französischen Luftwaffe, General Vuillemin, der sich in Er­widerung des Pariser Besuchs des Staatssekretärs des Luftfahrtministeriums, General der Flieger Milch, in den nächsten Tagen in Deutschland aus­halten wird, steht im 55. Lebensjahre. Seme mili­tärische Laufbahn begann er bei der Artillerie. Das Technische lockte ihn jedoch: er ging spater zu den Pionieren. Hier kam er mit der damals sich erst langsam entwickelnden Fliegerei in Berührung. Frankreich hatte seinerzeit die Bedeutung des Flug­zeuges für das kämpfende Heer richtig erkannt es zögerte nicht, fortgesetzt erhebliche Mittel mobil zu machen, um die militärische Fliegerei zu fördern. In Deutschland hinkte man hinterher, was hier ge­schaffen wurde, war in der Hauptsache dem Eifer und der Einsatzbereitschaft der einzelnen zu danken gewesen 1913 erhielt Vuillemin ein Kommando zur Luftwaffe. Seine Fähigkeiten als Artillerist und Flieger waren die Ursache, daß man ihm 1925 den Befehl über die Flugzeugabmehr übergab. Inzwi­schen war er zum Obersten aufgerückt. Etwas später ging er nach Marokko, wo er als Brigadegeneral wertvolle Einrichtungen für die französische Luft­waffe schuf. Zurückgekehrt, wurde ihm das Ober­kommando über das sehr wichtige, mit starken Ein­heiten ausgerüstete 1. Luftkorps (Paris) übertragen. 1937 erhielt General Vuillemin einen Ruf in den Obersten Luftrat. Diese Einrichtung setzt sich aus dem Luftfahrtsminister, dem Generalstabschef der Luftwaffe als feinem Vertreter und den Gene­ralen der Luftwaffe zusammen. Die Seele des Ober­sten Luftrates ist also General Vuillemin in seiner

Wenn mir jetzt über einen Flugzeugtyp '

der nicht für Spezialzwecke konstruiert mürbe, 1 - dem a l s Verkehrsmaschine ^nenm - ßig hergestellt wird, mit dem es mogUch war, aus dem Herzen Europas heraus ohne $ fchenlandung nach dem amerikanischen Komme 3 fliegen, aber auch mit der gleichen Maschine w ' mge Stunden später im Nichthalteflug über den oer Fliegerei so gefährlichen Nordatlantik Zurnckz 0 ren, bann tdnn man nur bas Wart bes G-n-ra a d-r Flieger, Milch,D ie A- > t ist nun rem unterstreichen. In der Tat, der Augenblick M ge kommen, der es gestattet, einen regelmäßigen Flugverkehr über den Nordatlant

DerT e l e g r a a f" schreibt: Der durch die ganze Welt bewunderteCondor"-Flug habe Deutsch« land mit einem Schlage einen 23 o r (prunq gegenüber allen anderen lustfahrenden Nationen verschafft. Dasselbe Blatt veröffentlicht eine Unterredung mit dem Generaldirektor der Holländisch Kgl. Luftfahrtgesellschaft (KLM), P le s- man, dem Leiter des führenden holländischen Lust- fahrtunternehmens, das feit einiger Zeit in Zu- iammenarbeit mit der Kgl. Niederländisch-Indischen Luftfahrtgesellschaft (KNJLM.) die Strecke Amster» damBataviaSidney regelmäßig befliegt. Gene­raldirektor Plesman spricht von einemSprung überben Djean" von 6000 Kilometer und ver- tritt u. a. die Auffassung, daß Holland mit den von ihm gebrauchten amerikanischen Serienflugzeu­gen nicht in der Lage fei, einen* D 3 e a n f l u g durchzuführen. Hierfür müßten Spezialmaschinen erbaut werden, und das sei kostspielig. Der bewun­dernswürdige Flug desCondor" habe jedoch für alleluftfahrendenNationen die g roß e Bedeutung, daß er aufs neue zeige, wie jeder, der in der internationalen Luftfahrt mithalten wolle, feine Kraft aufs äußerste anstrengen mußte.

Neuyork, 15. Aug. (DNB.) Die Zeitungen berichten ausführlich und in großer Aufmachung über die Landung des Focke-Wulf-Flugzeuges C 0 n d 0 r" und den begeisterten Empfang der deutschen Flieger in Berlin sowie über die Be­grüßung durch den General der Flieger M i l ch. In den Berichten wird die Rekordzeit her­vor g e h 0 b e n , in der dieser erste Hin- und Rück­lug zwischen Deutschland und Nordamerika durch- leführt wurde. Auch die Aeußerungen der Flieger über den herzlichen Empfang in Neuyork werden wiedergegeben.

DieNew York Times" betont m einem Leitartikel im Hinblick auf das fahrplanmäßige Eintreffen des deutschen Flugzeuges an seinem Be­stimmungsort mit Nachdruck die Tatsache, daß Transatlantikflüge endlich et was Selbstverständliches geworden feien. Die Zeiten, in denen die Flieger, die den Atlantischen Ozean überqueren wollten, wochenlang auf den

Und doch müssen wir der langen Entwicklung gedenken, die die Fliegerei durchzumachen hatte, : um die glänzende Leist ung desC 0 n - : d 0 r" und seiner wackeren Mannschaft verstehen zu können, um zu begreifen, was der Hin- und Rückflug über den Ozean ohne Zwischen- ( lanbung bedeutet. Nichts soll die Bedeutung dieses herrlichen, unser ganzes Volk mit Stolz erfüllenden Fluges verkleinern, wenn wir uns in die Zeiten zuru<Wersetzen, da man nicht aufzusteigen wagte, wenn das Laub leicht im Winde raschelte. Bis bann ein mutiger Mann auch einmal startete, als gerade keine Windstille herrschte; tastend schritt man vorwärts, baute neue Motoren und auch neue Flugzeugmodelle. Abstürze erfolgten, Piloten ließen ihr Leben, andere wurden zu Krüppeln. Eine leicht zum Vorurteil neigende Menschheit war stets mit negativer Kritik bereit. Aber die Pioniere unserer Luftfahrt ließen nicht locker. Sie flogen und schaff­ten es schließlich, auch als Flieger anerkannt zu werden. Mancher von ihnen sah jedoch seine Lebensaufgabe nicht darin, sich zwischen den Wolken zu tummeln, er kam vielmehr mit Anregungen, mit Ueberlegungen, mit neuen Gedanken und For­schungsergebnissen, wurde selbst Motoren- und Flugzeugbauer. Und das war gut so; aus der Praxis heraus wurde für die Praxis geschaffen.

Dann kam der Krieg. Er brachte das, was uns zuvor fehlte: die Unterstützung der Fliegerei auf breitester Grundlage. Zwar wurden nur Kampf­flugzeuge gebaut, aber auch hier eilte man von einer Etappe zur anderen. Aus dem kleinen Beob­achter entwickelte sich das Jagdflugzeug. Man baute größere Maschinen und gab ihnen Bombenlasten mit auf den Weg. Zurück blieb bei Kriegsende ein großes Maß an Erfahrungen. Unsere Flieger und Flugzeugbauer wußten, daß sich aus dem Flug­zeug ein ideales Verkehrsmittel machen ließe und baß für die Fortentwicklung bis zum Schnellzug der Lüfte noch ein weites, aber auch unbekanntes Feld vor dem Konstrukteur und Pionier lag. Schon während des Weltkrieges waren Kampfflugzeuge versuchsweise als Kurierflugzeuge im Osten einge­setzt worden, wie übrigens schon einige Zeit vor dem Kriege einmal in Westdeutschland üoi. einem Sportpiloten ein Beutel mit Post befördert wurde. 1919 wurde ein regelmäßiger Flugdienst zwischen Berlin und Weimar eingerichtet, gleichzeitig taten sich überall Flugzeuggesellschaften auf. Versailles vernichtete alle diese Ansätze, aber auch die schärf­sten Knebelbestimmungen konnten unsere Flugzeug­konstrukteure nicht abhalten, ihre Aufbau- und Forschungstätigkeit einzustellen.

Schließlich gelang es doch, den Durchbruch in das Zeitalter der Verkehrsfliege- r ei durchzuführen. Ueberraschend schnell konnte sich Deutschland mit einem Streckennetz überziehen. Das Fliegen wurde nicht nur modern, es wurde mehr und mehr zu einer Selbstverständ 1 ich k e 11. Der reisende Kaufmann zog es vor, das zeitsparenoe Flugzeug zu benutzen, der Vergnügungsreisende wandte ein paar Mark mehr auf und gab sich dem Genuß der Luftreise hin. Nicht leicht war es, diesen Luftverkehr, dessen Einnahmen weit hinter den Aus­gaben blieben, aufrechtzuerhalten. Aber Schwierig­keiten waren da, um überwunden zu werden. Und die deutsche Flugzeugindustrie sorgte dafür daß deutsche Verkehrsflugzeuge von Anbeginn an nicht nur Hochachtung auch im Auslande auslosten, son­dern bis auf den heutigen Tag bevorzugte und geschätzte Maschinen blieben.

Dir alle sind in den letzten Jahren Zeugen einer fliegerischen Entwicklung geworden, die uns faß Den Atem raubte. Deutschland sicher^ sich ?Gn benften Rekorde, deutsche Maschinen übernahmen Überall die Führung. Mit deutschen Flugzeugen wurden entfernteste Punkte des Erdballs angesteu- ert, mit deutschen Maschinen wurden die Ozeane ununterbrochen überquert. Besonders denken w r in diesen Tagen an die feit Jahren durchgeführten Erkundungsfluge deutscher F^ über dem südlichen Atlantik $tlfeber schiffe und der mit" deutscher Grund .chke.t systema­tisch erforschten Flugbedingungen für denrfiug- zeugverkehr über den Ozean. Das einzigartige und überraschende Können der deutschen i^ege $ einfach auf der ganzen Linie zu den g - wattigsten und erfreulichsten Erogen geführt. Daß die anderen Volker nicht zuruckstehen wollten versteht sich von selbst. Aber nirgends wird man bestreiten wollen noch können, daß die de s ch Fliegerei und darunter verstehen wtt die

Lustherrschast wichtiger als Beherrschung der Meere.

Erklärung des englischen Lustfahrtministers.

Der ..Londor brachteaonoor -ouoer.

Nie sind Bildberichte aus Amerika schneller in bie Alte Welt h-riiberg-kammen.

d»»ticken RekordfluozeugCondor", das am Sonntagvormittag Ausnahmen nach Berlin buchte di- zum Teil noch am Samstag in Neuyork gemacht worden waren Unter der Senduna di- mit demCondor" in 20 Stunden über den Ozean flog, befand sich auch dieses Bild von der Ankunft der deutschen Ozeanflieger m USA. nach tfitem erften Iransatlantitflug BxrlmNeuyork. Es wurde aus einer Maschine ausgenommen, die demCondor entgegen geflogen war, und zeigt das viermoforige Groß-Rekord ^gzeug über der amerikansichen Küste kurz vor der Landung in Neuyork. (Scherl-Bilderdienst-M.)

uaruiuci f

Flugzeugindustrie in allen ihren Zweigen ebenso wie' die Flieger selbst dank ihrer Hochles g an der.Spitze der zivilen Weltfl g

zu legen, also einen Plan zu verwirklichen, der seit Jahrzehnten die Menschheit, mehr aber noch die Flieqerwelt, beschäftigt, der bisher aber unausge- ührt bleiben mußte. Und das aus verschiedenen Gründen: es fehlte an Erfahrungen auf Grund langwieriger Vorbereitungen, es fehlte weiter an geeigneten Flugzeugen. Das Flugzeug haben unsere Konstrukteuregesch affe n , de­nen wir samt ihren Helfern bis zum letzten Lehr­ling herab unseren herzlichsten Dank ob.^istatten haben. Unsere F l ie g e r e i hat aber auch durch fortgesetzte Versuchsflüge die E r f a h r u n g e n g e - sammelt, ohne die man keinen regelmäßigen Flugdienst aufziehen kann.

So stehen wir heute vor einem Ereignis, das größtes Aufsehen in allen Ländern ausloste, aber auch überall die Erkenntnis gebracht hat, daß bin­nen kurzem alle Flugpläne regelmäßige Nordatlantik - Verkehrslinien mit ge­nauen Daten des Abfluges und der Ankunft aus- weisen werden, wenn auch vorerst nur für Post- flüqe Denken wir aber an die ungeahnten Fort­schritte des Flugzeugbaus, dann wissen wir Daß eines Tages nicht nur Post-, sondern auch Passa­gierflugzeuge die deutsche Flagge über den Nord­atlantik tragen werden. Bu-

Empfang beim Wer.

Dank für die gewaltige Leistung.

Berlin. 15. Aug. (DNB.) Der Führer emp­fing heule in Gegenwart des Generalfeldmarschalls Göring und des Generals der Flieger Milch die erfolgreichen deutschen Ozeanflieger Flug­kapitän henke. Hauptmann von Moreau. Oberfunkermaschinist D i e r b e r g und OberHunieuq- funker Kober und dankte ihnen im Namen d e s d e u t s ch e n B o l k e s für ihre so kühne und gewaltige fliegerische Leistung.

Der Führer bei einer Truppenübung in Lüierbog.

' Jüterbog, 15. Aug. (DNB.) Der Führer wohnte heute einer Truppenübung auf dem Trup-

i penübungsplaß Jüterbog bei.