Ausgabe 
16.7.1938
 
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IMLJuli 1938

zu Berlin, und es ist gewiß kein Zufall, daß beider Werke in diesem Saale einander gegenüber, Rängen und miteinander Zwiesprache halten.

Fassen wir noch kurz die Tatsache einer starken Belebung der romantischen Tendenzen im Land- schaftsbild ins Auge, so drängt es uns, im Katalog nach den Werken Karl Leipolds zu suchen, der auf diesem Gebiete als Vorkämpfer gelten darf. Der alte Seefahrer, der jahrelang auf ei nein Segel­schiff die Meere befuhr, stellte im vorigen Jahr das Monumentalgemälde eines riesigen Klippers aus, der, mächtig vorwärtsdrängend,Das neue Deutsch­land" hieß und von Generalfeldmarschall Göring angekauft wurde. Leipold hat diesmal eine Land­schaftAus den Elbmarschen" wo lange feine Wahlheimat war ausgestellt, und wenn hier auch der symbolische Gehalt etwas zurücktritt, so schwingt doch das Hintergründig-Geistige bedeutend mit. Lei­pold geht seinem 75. Geburtstag entgegen.

Doch beschränkt sich die tatkräftige Steuerung und Förderung, die hinter der Auslese der Kunstschau spürbar ist, selbstverständlich keineswegs auf Künst­ler, die wie die Genannten der älteren Generation zugehören und Jahre der Lauheit, der Verkennung oder gar Verfemung durchzumachen hatten (hier

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

164 Zweiter Blatt

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umfassendster Intelligenz, ein Gemüt, ausgestattet mit einer und ein unerschütterlicher, ziel- der Denker, die sittlich-religiöse

geführt.

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!on Bismarck ist überliefert, daß er im Hinblick ein Lenbachbild von sich gesagt habe: das soll Nl -ein, das bin ich nicht; sich umdrehend und auf Bild des sinkenden Petrus weisend: das bin cL ^gt die Quelle aller großen dauernden «ismngen: im Selbstvertrauen aus der Kraft der

München, im Juli 1938.

.Das muß wohl noch ein sehr junger Künstler fein!" hörte ich dieser Tage eine Besucherin der Großen Deutschen Kunstausstellung 1938 zu Mün­chen vor einem OelgernäldeMohn" im Saale 35 sagen,ba steckt soviel jugendliche Kraft und An­schauung drin!" Es war ein Werk von Fried­rich Stahl. Dieses kleine Erlebnis zieht einige Vorhänge auf, die dem Blick des künftigen" Be­trachters meistens die Hintergründe verhüllen, mit denen unzählige Volksgenossen eine Kunstaus-stellung besuchen. Aber es zeigt auch gleichzeitig, welche Treffsicherheit die frische, nun wirklich einmal von keinerlei Sachkenntnis getrübte Anschauung ge­legentlich in die Erfassung eines Kunstwerks hinein­zutragen vermag. Sie hatte ganz recht, die junge Frau, die vor dem Bilde Stahls stand; dieser Mann glüht von Jugend, leuchtet von den Protuberanzen reizbarer Einfühlsamkeit; aber Friedrich Stahl hat im vorigen Jahr in Rom, wo er lebt, seinen 7 5. Geburtstag gefeiert.

Bergen auf Rügen, 15. Juli. (DNB.) Der Treuemarsch der deutschen Jugend nach Nürnberg, der Adolf Hitler - Marsch, wurde in diesem Jahr von Rügen aus mit einer Feier­st u n d e am Hans - Mellon - Ehrenmal in Bergen eröffnet. Stabsführer Lauter­bacher gab den Marschbefehl an die pommersche HI. mit einer kurzen Ansprache, in der er den Marsch als einen Ausdruck der Ehrfurcht und da­mit der religiösen Gesinnung der deutschen Jugend bezeichnete. Diese Stätte, so erklärte er, von der der Marsch beginnt, birgt einen d er 21 toten Kameraden der HI., die fürFrei-

Oie Narrenkappe.

In München erlauscht.

Wallace Beery, der bekannte amerikanische Filmschauspieler, befand^ sich kürzlich mit seinem kleinen Töchterchen auf einer Vergnügungsreise durch Deutschland. In München hatte es ihm selbst­verständlich das Bier angetan. Nach einem aus­gedehnten Abendschoppen war der Filmschauspieler die Theatiner Straße entlanggesegelt, hatte glücklich seine Behausung erreicht und fuchtelte mit dem Schlüssel an der Haustür herum

Was machens denn da?" wollte em nächtlicher Passant wissen. Worauf Beery aus ttefster Heber- zeugung, schlicht und schwer, die Worte von sich 9Ich kämpfe geflen den Alkohol!"

Von der korrekten Anpassung einer Brille hängt gutes Sehen ab. Jede auch die einfachste Brille wird nach Mab gefertigt und ist dennoch im Preis nicht teurer bei

Der Mols-Wer-Mrsch der deutschen lugend Etabsführer Lauterbacher gibt am Hans-Mallon-Ehrenmal auf Rügen den Marschbefehl.

Tatsachen und Taten.

Auf der Großen Deutschen Kunstausstellung 1938 zu München.

jenes WerkMohn", hier hängen, ist also keine bloße Tatsache, sondern es ist eine Tat.

Solcher Beispiele nun gibt es nicht wenige auf dieser Ausstellung, und sie sind der Kenntnis der Betrachter oft genug verhüllt. Hier fällt dem Mitt­ler eine wichtige Aufgabe zu, nämlich die, Vor­hänge aufzuziehen, den Besucher und soweit die Dinge von allgemeinerem Belange sind auch den Nichtbesucher, den in der Ferne Mitlebenden, in die Wesensart der Dinge einzusühren. Gewiß wird das kämpferische Moment nicht beim Auftreten jedes Künstlers im Haus der Deutschen Kunst gleich stark hervorstechen; nicht in jedem Falle wird ein Drama mitschwingen; doch werden wir im Lebenswerk eines jeden, der der Aufnahme für wert befunden wurde, rein und stark die rauschenden Quellen der Zeit vernehmen.

Auch Ferdinand Staeger, dessen weit­räumigeHegau"- Landschaft gleich beim Eintritt in den ersten Saal den Besucher empfängt, gehört zu denen, die in den Jahren neroöfer Experimente und falscher Illusionen stark und unbeirrbar auf ihrem Sinn verharrten. Mit feiner Graphik, die sich gern in die Welt des deutschen Märchens und der deutschen Musik vertieft wir sehen hier eine RadierungBallade" oder eine andereMeister­singer-Kirchenchor" hat er die Nachfolge der deutschen Romantiker, etwa eines Neureuther, an­getreten und ihren Geist in unsere Zeit hinüber­gerettet. Nicht ganz so bekannt ist den meisten seine monumentale Malerei geworden; ein Oelgernälde Werksoldaten" zeigt eine Reihe Arbeitsmänner mit geschultertem Spaten in machtvoll gestaltetem Marsch. Der Führer hat den Künstler vor wenigen Wochen mit dem Professorentitel ausgezeichnet Wie Staeger, ist auch Hugo Ho di euer, dessen TemperagemäldeSein und Vergehen" eine andre Wand des ersten Saales füllt, Sudetendeutscher; man sah Werke beider Künstler, die in München {eben, auf der Sudetendeutjchen Kunstausstellung

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Demut vor der Gewalt und Größe des Geistes. Jedes Pochen auf seine eigene Leistung ist daher ungeistig, geistwidrig; jedes Sichselbstrühmen und einer eigenen Kraft Sünde wider den heiligen Geist des Ganzen. Das ist nichts anderes, als was Bismarck 1870 vor Paris in den verschiedensten Wendungen und an verschiedenen Tagen, am dra- ttschsten aber so ausgedrückt hat:Nehmen Sie mir den Zusammenhang mit Gott, und ich bin ein Mensch, der morgen einpackt und nach Darzin aus­reißt und seinen Hafer baut." Er leitet an derselben Stelle seineStandhafttgkeit", d. h. das Hewenhafte einer Zivilcourage, zehn Jahre hindurchgegen lUe möglichen Absurditäten" bewährt,nur aus einem entschlossenen Glauben" ab Und ganz ebenso ist das Heldenhafte an Moltke und dem alten Kaiser ganz unzertrennbar verbunden mit ihrem Gottvertrauen. Und die Parallelstelle zu dem Pauluswort bei Moltke von der Kraft Gottes, die im Schwachen mächtig ist, findet sich auch bei Bis­marck in einer Reichstagsrede vom 16. Februar 1885 in den Worten:Ich bin im Innersten meines Herzens bei allem Erfolg vor Gott und Menschen stets bemütig geblieben und habe mir denselben nicht zugeschrieben."

So ist denn auch Moltkes Sterben gleichsam ein Symbol geworden für die tiefe Bescheidenheit und Stille des ganzen Menschen: er zieht sich, als er den Tod kommen fühlt, leise zurück, um andere nicht im Genuß vorgetragener Musik zu stören, und stirbt unter einem leichten Seufzer, schlicht und sttll, wie

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heit und Volk gefallen find. Ihr, meine Kameraden, seit der lebende Beweis dafür, daß der Geist dieser Gefallenen in euch roeiterlebt und daß ihr der Toten Vermächtnis in alle Zu­kunft weitertragen werdet. Sogleich nach der Feierftunde setzten sich die pommerschen Marscheinheiten in Bewegung. Sie legten bis zum Abend die erste Etappe des etwa 800 Kilometer langen Marsches zurück und bezogen in Metzevitz auf Rügen Quartier. Unsere Karte zeigt die einzel­nen Marschstrecken und die Zielpunkte, an denen die einzelnen Kolonnen der HI. ihren Marsch nach Nürnberg beginnen. (Scherl-Bilderdienst.-M.)

wären auch, wenn der Raum es zuließe, Männer wie Max Zaeper, Karl Storch der Aeltere, Raffael Schuster-Woldan, Julius Heß u.a. därzustellen), sondern sie erweist sich als besonders fruchtbringend auch im Kreise der Jugend. Nicht von ungefähr ist auf dem Gemälde, das Adolf Ziegler, der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, der Ausstellung beigesteuert hat, Die Göttin der Kunst", der Jugend ein herrschender Raum angewiesen; es ist damit wohl auch insofern ein Sinnbild geschaffen, als ausgesagt wird, wie sehr die Göttin der Kunst im neuen Reich die jungen Kräfte zum Schaffen und Wirken aufruft.

Tritt nun die Jugend in unsre Betrachtung ein, so erkennen wir eine ganze Schar von Meistern, deren Werden und Wachsen auch mehr als eine bloße Tatsache ist. Namen wie Kaspar oder Dollinger um heute bei den Malern zu bleiben; ein zweiter Aufsatz über Bildhauer mag folgen sind erst in den letzten Jahren groß geworden. Wir erinnern uns, daß der tüchtige Hermann Kafpar, getreuer Mitarbeiter Professor Knechts am Festzug zum Tag der Deutschen Kunst, seit der Macht­ergreifung in immer größere Aufgaben hineingestellt wurde; fein Deckengemälde voll heller Durklänge im Staatlichen Operettentheater am Gärtnerplatz zu München wurde laut begrüßt; feine Mosaiken diesmal zeigt er einen Wandfries aus dem Marmor- mosaikTag und Nacht" atmen die sanfte Farbigkeit und machtvolle Formensprache antrfer Vorbilder. Karl Heinz Dollinger, wie Kaspar ein Dreißiger, zieht die Aufmerksamkeit immer stärker auf sich durch Wandteppiche voll zeich­nerischer Strenge und malerischer Ueppigkeit; fein Florian Geyer^ ist ein ausgezeichnetes Beispiel für seine Stoffwahl wie seine Arbeitsweise; das Werk ist wie auch das vorjährige für ein Kasino der Luftwaffe bestimmt.

Zwischen der älteren und jüngeren Generation aber, ein Schaffer auf der Höhe der Jahre nicht nur, sondern auch auf der Höhe der Meisterschaft, ragt Werner feiner auf. Er, den man den Wegbereiter eines neuen malerischen Stiles" ge­nannt hat, ist, im Anfang der vierziger Jahre stehend, der größten Erfüllung entgegengewachsen, die ein Künstlerleben finden kann: durch die För­derung Hermann Görings durfte er sich in Kronen­burg in der Eifel eine Meifterfchule für Malerei einrichten. Hier ist der glückliche, nicht eben häufige Fall eingetreten, daß Schirmherr und Künstler in solcher Begegnung sich gleicherweise ehren. Schon die Grundsätze, nach denen Werner Peiner die Künstlerbildungsstätte in Kronenburg aufgebaut hat, sind bezeichnend für die Strenge seines Schas­sens; nach alter Meister Weise hat er bestimmt, daß jeder Schüler die Stufen des Lehrlings, des Gesellen und des Meisters zu durchmessen hat: so lernte einst ein Albrecht Dürer in der Werkstatt Wolgemuts zu Nürnberg.

Was aber Peiner selber befähigt, die strenge Ge- bundenheit seines Stils von innen her zu lockern und mit Leben zu erfüllen, ist das Expansive, Triebkräftige, Auftreibende seiner Natur, die den Wolken und Wipfeln ein jenseitiges, Pneuma einzu­hauchen scheint. Die seltsam starke Deutschheit des Meisters, die in Gegenständen wie den Gobelins Heinrich V." undFriedrich II." und den deutschen Landschaften naturgemäß zum Ausdruck kommt, er» schöpft sich dennoch darin nicht. Die Reise, die Pei» ner 1935 nach Afrika machen durfte, hat Tiefange­legtes in einer Fülle von Meisterwerken, ,wie dem Schwarzen Paradies", zur Reife gebracht. Das wuchernd üppige Wesen der Vegetation, das dichte Umschlossensein des Geschöpfs von der warmen Mutter Natur spricht eine urdeutsche Naturvision aus, die trotz des exotischen Gegenstandes von Jakob Böhme Herkommen könnte. Selten ist das Welthafte, Welfmächtige des deutschen Inge­niums in der Malerei so offenbar in Erscheinung getreten wie in diesen afrikanischen Bildern Peiners. Daß dem Meister im Haus der Deutschen Kunst ein ganzer Saal gegeben wurde, fügt zu allen übrigen Tatsachen und Taten in diesem Kreis eine, die der vorbehalttosen Anerkennung sicher fein darf: Wer­ner Peiner das ist ein Sieg echter Deutschheit.

Dr. Hans Arthur Thies.

Wfsfen vermählt, gefunden.

Weder die Abstraktion des Verstandes noch die te Gefühls konnten einem so stillen, schweigsamen, flau3 von innen heraus denkenden Menschen, wie «s Moltke war, genügen. Diel zu sehr war er sich Le Abhängigkeit von der Kraft und dem Willen Le unendlichen Geistes, der höher ist als alle bloße Amschliche Vernunft, bewußt; übrigens ein Wort, Üa-;. er selbst, in Erwartung des ersehnten Friedens, M 1. Januar 1871 an seinen Bruder Fritz mit Len Wunsche roiebergibt:Frieden dem ganzen Lmds und den Frieden Gottes, der höher ist als «W Vernunft, jedem einzelnen ..."

Diese klare, höchste Einheit von Verstand, Gefühl inti« Wille zu harmonischster Form, dieses Merk- zschen eines klassischen Geistes, sie finbet man schon frg bei ihm, nicht bloß in der Art, wie er arbeitet imf seine Studienfächer wählt; auch nicht alle n, Di. er mit beherrschter Sicherheit verständigen Ge- fiiiLs im reifen Mannesalter seine ganz junge Frau fcjlt, sondern vor allem in der Art, wie er mit der Sicherheit des mit dem Sinn geistiger Erfahrung tirt Anschauung Begabten das Überzeitliche am Linken und an der strategischen Erfahrung Scharn- Lofsts und Clausewitzens von dem zeittich Gebun- ler m scheidet, und wie er aus solchem Erfassen des Di enttich Geistigen an ihnen sich über alles, auch pofi) so überzeugend durch die Napoleonische Auto- lit t lleberlieferte hinwegfetzt und einfach den Um- täuben gemäß agiert und der Strategie so ent» pichend neue Bahnen weist. Wenn er im beson- Lisn, trotz solcher inneren Sicherheit feines strate- fschen Bewußtseins, dennoch grundsätzlich jede Be- imunbung der höheren Unterführung nicht nur Mhnt, sondern ihre in der Einheit des Ganzen lii strategischen Idee gehaltene Freiheit des Ent- fgi eßens und Handelns als Voraussetzung seiner Ctiutegie zu sehen vermag, und wenn er darüber hinius aus der eigentümlichen operativen Form feiner Strategie kein Dogma macht, vielmehr noch in höchsten Älter sich in eine mögliche Abwand­lung der Strategie grundsätzlich hineinzudenken ver­mag fo zeigt dies, wie umfassend sein Geist war uni frei von enger Verstandesbegrenztheit, bog» mischen Vernunftsverallgemeinerungen ober gar phontafievollen Gefühlsunklarheiten.

i tzewiß ein Staatsmann war er nicht. Wie hiße er es auch sein können! Er, der von ber Ansehung bes Geistes zum Feldherrn berufen war, toi Feldherrn neben dem Staatsmanne Bismarck! W, gerade weil er zum Feldherrn neben dem Staatsmann Bismarck berufen war, fo konnte er wiederum nicht wenn Geschichte die Entwicklung b(» zweckoollen Geistes in der endlichen Wirklichkeit ift nicht bloßer Stratege ober Feldherr sein. Er Mfte ber Stratege sein mit historischer Schulung uub politischem Blick für politische Zusammenhänge. Ein Feldherr, ber zugleich noch Staatsmann war, tae Friebrich der Große ober Cäsar ober Napoleon, ttiis eine Unmöglichkeit neben Bismarck und schwe­re Verhängnis gewesen. Doch auch ein Feldherr, der dss politischen Sinnes ganz gebrach, hätte zum Jtjängnis werden müssen. Im übrigen hat es in

Weltgeschichte nie einen großen Feldherrn ge- §b-n, for diesen Sinn für das Politische, d. h. für Js Erreichbare und Mögliche, für die Derftochten- unb Bedingtheit alles Wirklichen nicht gehabt

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Man möchte meinen, die Erinnerung an den Trimph dieses Meisters auf der Glaspalastausstel­lung von 1916 sei wenigstens noch in blassem Schim­mer jedem geblieben, der das Haus der Deutschen Kunst besucht; doch ist das keineswegs der Fall. Sind ihr nun solche Zusammenhänge nicht bewußt wie soll die junge Frau wissen, daß außer dem Bilde auch eine Geschichte hier hängt? Ein

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Bilde auch eine Geschichte hier hangt? Em Künstler, der nach anfänglicher Anerkennung und Bewunderung bann an ber grauen Schwelle bes Alters das Mißgeschick ber Verkennung erfuhr, ber in bem Verfall ber Nachkriegszeiten von einer ge­wissen, heute überwundenen Seite der Kunstkritik alsveraltet" abgetan würbe, hat eine späte Ehren­rettung unb Anerkennung gefunben. Das Dritte Reich hat d a s Deutsche im Lebenswerk Frieb­rich Stahls erkannt und ihn wieder in seine 'Be­deutung eingesetzt. Daß heute drei Arbeiten von ihm, em Porträt, ein Blumenstillebeg und eben

bei gut. Vervsl. kann Zunge oder Möchen erhalt. Vennonspr.nach Vereinbarung, ^chr. Anfr. unt. Wtza.d.G.A.

er gelebt. Er, der Weltgeschichte gemacht, der im Lärm der Schlachten gestanden unb gesiegt hat wie kaum ein anberer vor ihm!

Edle Einfalt, sttlle Größe wenn je etwas deutsch mar, so war es dies Leben, Handeln und Sterben. Wie es dem echten Deutschen stets im Blute gelegen, das Land ber Griechen mit ber Seele zu suchen, so auch ihm. Ihm, ben man, wie bereits hervorgehoben, einen wahrhaft klastischen Charakter genannt hat; ihm, ber Sparta und Äthen in seinem Wesen und Handeln zu einen gewußt: ihm, ber sein Volk mit seiner ganzen großen Autorität vor der Gefahr gewarnt hat, aus seiner Jugend bloße Spartaner machen zu wollen, und dringend vor ber sogenannten militärischen Jugenberziehung gerabe im Interesse ber Wehrhaftigkeit bes Volkes gewarnt hat Ihm, ber neben Homers Ilias unb zwei anberen Werken die Bibel und Clausewitzens Buch: Dom Kriege als die Bücher bezeichnet hat, die auf ihn von tiefstem Einfluß gewesen sind; der Schiller, Goethe, Shakespeare, Scott, Ranke, Treitschke und Carlyle nebeneinander als solche genannt hat, die er wiederholt mit Freuden gelesen hat

Die enge Verwandtschaft mit Scharnhorst und Clausewitz und deren Geist, Streben und ihrer innersten Seelenverfassung ist von auffallender Stärke. Sie stammen alle drei aus dem deutschen Geist, wie ihn Reformation und klassisches Zeitalter aus bem Wesen ber Antike und des Christentums auf bem natürlichen Mutterboben germanischen Freiheitsstrebens ausge-bilbet haben.

zottes unb tiefes jenen Humanität, hcvußter Wille; v ,

Persönlichkeit unb ber Mann der Tat sind in Moltke zu höchster Harmonie verbunden. Gewiß war Moltke in vielem feines Denkens, Fühlens und Wollens urf) ein Kind der Aufklärung. Seine nüchterne, ffore, fast trockene Art zu denken, bis zu mathe- nrtisch-zahlenmähiger Berechnung im Strategischen, (jfcört hierher. Aber wenn schon fein Denken über bi. letzten Dinge aus seinen letzten Lebensjahren kein bloßer verstandesmäßiger Rationalismus, ber ei das reinPraktisch-Zweckmäßige" ausgeht, war, foroar doch fein strategisches unb religiöses Denken dm Ursprung nach noch sehr viel mehr: So ver- sicndeshell und verftanbesbetont es immer gewesen ifi ober sollte man boch nicht besser geisteshell itio geisterfüllt sagen?, man wirb doch bei ticerem Einbringen in die Welt seines Denkens niyt leugnen können: seinem religiösen wie fträte» gichen Denken liegen gerade an ber Schwelle des Bwuhtwerdens irrationale Elemente intuitiven S-auens zugrunde. So wenig man bei Moltke von ir:endwelcher Dämonie, von Besessenheit seines Staffens reden kann er ist boch sehr weit ent­fernt von der Derstandesbürre und »stolze der e'igent» fiten Aufklärung. Er war viel zu sehr vom Stre» bei zum Ganzen erfüllt, zu christentums- und geist- Dtbunben, viel zu klassisch in seinem ursprünglichen M sen, als baß er hätte solcher Einseitigkeit über» bcipt je verfallen können. Seine Helle Geifteswach- tfit und die oft trocken anmutenbe, doch warme Gfühlsinnigkeit haben weder etwas mit den ein» femaen Verstandeszergfiederungen noch ben Der» nnfsveraügemeinerungen des 17. und 18. Jahr- hmderts zu tun; noch weniger freilich mit der ebmfo einseitigen pietistischen Gefühls schwärm er ei clt gar der windigen Genialitätsspielerei der Äiimantik. Dem ausgehenden 17. und bem begin» Amben 18. Jahchundert waren solche Einfeittgkeiten bmmders eigen, unb erst die Klassik bes aus« gi-enden 18. unb beginnenben 19. Jahrhunderts hat Wndsätzlich die höhere Einheit im Geist, ber zum Gmzen strebt und in diesem Ganzen Glauben unb

Mottke.

Den nachfolgenden Auszug haben mir mit Genehmigung des Verlages Scientia AG., Zürich, bem WerkeVom Geist deut­scher Feldherren", Genie unb Tech­nik 18001918, entnommen. Dieses von Dr. Sigfrib Mette verfaßte Buch enthält ein Vorwort von bem schweizerischen Oberst- (orpsfommanbanten Ulrich Wille. Das Werk stellt bie Orunbfragen ber Strategie zur Dis­kussion. Die großen Solbaten bes letzten Jahrhunderts Scharnhorst, Clausewitz, Moltke, Schlichttng, Schliessen stehen im Mittelpunkt. Sie sind bie Exponenten unb Träger ihrer Zeit, von ihr gebübet unb sie felbft mitgeftaltenb. Befreit aus ber Isolie­rung einer ausschließlich militärisch-fachlichen Betrachtungsweise, werden Strategien und Strategen einer neuen Wertung entgegen»

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