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Nr. U3 Erstes vlatt

188. Jahrgang

Montag, ib. Mai 1938

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Mutter Hüterin deutschen Schicksals.

Tieichsinnenminister Dr. Krick über die Stellung der Krau im nationalsozialistischen Reich.

Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hielt anläßlich des Muttertages, der im Dritten Reich einen neuen und tieferen Sinn bekommen hat, am Sonntagvormittag eine Rundfunkansprache, in der er u. a. aus füh rte:

Deutsche Mütter und Frauen! Die Sitte, an einem Tage des Jahres der Mutter zu geden­ken, hat die nationalsozialistische Regierung mit neuem Geist erfüllt. In der hingebenden Fürsorge für die Kinder und den Haushalt sieht die national­sozialistische Bewegung nicht die alleinige Aufgabe der Mütter, weit höher steht für sie ihre. Bedeu­tung für die Erhal.tung der Art und den ewigen Lebensquell der einzelnen Sippe und damit der Nation.

Die Müller entscheiden über das Schicksal der kommenden Generation! Mit Zahl und Ge­sundheil ihrer Kinder stehl und fällt Deutsch­lands Zukunft! Keine noch so weitreichenden Erfolge, keine Höchstleistungen auf kulturellem, technischem oder wirtschaftlichem Gebiet ver­mögen den Bestand eines Volkes zu gewähr­leisten, wenn diese Quelle versiegt. Darum hat der Führer der deutschen Mutter in unserem Volk wieder die hohe Stellung zugewiesen, die ihrer gottgewollten Bestimmung entspricht, in der sie ihre ureigensten Kräfte entfalten kann.

Erkennt der Staat die Bedeutung der Mutter und der Familie für seine Zukunft, so ist es seine Pflicht, ihnen ihre Aufgabe in jeder Weise zu erleichtern und ihnen seine Unter­stützung zu leihen, wo Umweltmängel oder -schäden hemmend wirken. Zahlreich sind daher auch die gesetzlichen Maßnahmen, die die Regierung Adolf Hitlers nach der Machtergreifung zu diesem Zweck in Angriff genommen hat. Abgesehen von der Ge­währung von Ehestandsdarlehen, die die Eheschlie­ßung fördern sollen, gehen die Bestrebungen der Reichsregierung dahin, die wirtschaftliche Lage aller deutschen Familien zu erleichtern und ihnen auch ein gesunHes Wohnen zu er» möglichen.

Daneben soll das Ehegesundheitsgesetz, das die biologischen Voraussetzungen für die Grün­dung erbgesunder Familien hat, die Grundlage einer Erbpflege darstellen, indem es die Belastung der Familien und Mütter mit untüchtigen Nachkommen verhütet. Mit der Heirat entscheidet die Frau nicht nur über ihr eigenes Glück, sondern auch über das Schicksal ihrer Kinder und Kindeskinder. Um ihr die Gattenwahl zu erleichtern, stellt ihr der Staat neben dem Arzt ihres Vertrauens auch eine öffentliche Beratungsstelle fürErb- und Rassenpflege in den staatlichen Gesundheits­ämtern zur Verfügung. Aber auch in allen übrigen Fragen der Gesundheitspflege und Krankheitsvor­beugung, die ihr eigenes Wohl und das ihrer Fa­milie angeht, findet die Mutter ärztlichen Rat in den Mütterberatungs-, den Säuglings- und Klein- kinder-Fürsorgeftellen, die die staatlichen Gesund­heitsämter auf Grund gesetzlicher Vorschrift unter­halten. Weiter zeigt sich die Fürsorge des Staates in den gesetzlichen Maßnahmen des Mutter­schutzes, der den im Erwerbsleben stehenden Frauen in ihrer schwersten Zeit hinzubringen und ihnen die Eristenzgrundlage sichern hilft. Sie kommt zum Ausdruck in den Bestimmungen über die Wochenhilfe und Wochenfürsorge und durchzieht wie ein roter Faden die ganze soziale Gesetzgebung.

In ganz besonderem Grade gilt die Sorge des Staates aber der kinderreiche nFamilie. Familien mit fünf und mehr Kindern er­halten Beihilfen in Höhe von 10 RM. monat­lich für das fünfte und jedes folgende Kind, wenn das Einkommen der Eltern 8000 RM. nicht über­steigt. Für die sozialversicherte Bevölkerung stehen darüber hinaus erweiterte Kinderbeihilfen vom dritten Kinde an zur Verfügung, die vom fünften Kinde an auf je 20 RM. erhöht werden. Daneben werden Ausbildungsbeihilfe.n gewährt, wenn die Kinder körperlich und geistig dessen wür­dig sind. Diese Maßnahmen, mit denen Deutschland bereits an der Spitze der Länder marschiert, sind aber lediglich als erster Schritt zu einer viel umfassenderen Regelung gedacht, nämlich der allgemeinen Reichsfamilien-Ausgleichs- kasse. Wir wissen, daß nur ein wirksamer Aus­gleich der Familienlasten die völkische Zukunft Deutschlands zu sichern vermag.

Auf diese Meise werden wir dazu beitragen, daß die kinderreiche Familie wieder zur Keimzelle völkischen Lebens wird. 3tn Kreise einer Schar gesunder Kinder vermag die Muller ihre weiblichen Tugenden und Fä­higkeiten. in reichstem Maße zu entfalten, hier findet sie höchste Befriedigung, die fie für all ihre unendlichen Sorgen und Mühen reichlich belohnt. Aber auch für das Heran­wachsende Geschlecht bietet die kinder­reiche Familie die besten erzieherischen Möglichkeiten. Das Kind, das sich nicht mehr, wie bei den Ein- und Denigkinderehen als den Mittelpunkt der Familie sieht, lernt von frühester Jugend an Rücksicht zu üben, sich ein­zuordnen in eine Gemeinschaft, stets einzu­springen und so frühzeitig sittliche Kräfte zu entwickeln. Es ich kein Zufall, daß bedeutende Männer ausfallend häufig aus kinder­

reichen Familien stammen. Beim Ein- und Zweikindersystem hätten wir wenig große Deutsche gehabt. Denken Sie daran, daß ein Bach, ein Schubert, ein Mozart, ein Richard Wagner, daß Männer, die deutsche Geschichte gemacht haben, wie Bismarck, Friedrich der Große, Prinz Eugen, Fetdmarschall Blücher nicht geboren wären, wenn ihre Eltern sich mit drei Kindern begnügt hätten.

In glücklicher und großzügiger Weise wurden die Maßnahmen des Staates zugunsten der Familie und der Mutter durch die Einrichtungen der Bewe­gung ergänzt, die sich auf dem nationalsozialistischen Grundsatz der Selbsthilfe aufbauen. Das Hilfswerk M utter un d Kind" hat sich die Förderung ge­sunder Familien durch Fernhaltung sozialer Schäden zur Aufgabe gestellt. Außerordentlich hoch sind die Mittel, die die NSV. für Unterbringung von er­holungsbedürftigen Müttern und Kindern in Heimen, für die Schaffung von Kindergärten und für die Errichtung vonHilfsstellen für Mutter und Kind" zur Verfügung gestellt hat. Das Absinken der Säuglings st erblichkeit seit der Machtergrei­fung stellt den Erfolg der Arbeit der amtlichen Be­ratungsstellen für Mutter, Säuglinge und Kleinkin­

der wie den der Hilfsstellen der NSV. unter Be­weis. Die Zunahme der Eheschließungen und der Geburten aber zeigt, wie stark das Vertrauen in Adolf Hitler und die von ihm getrof­fenen Maßnahmen im Volke Wurzel geschlagen hat. Dankbar erkenne ich besonders das Bestreben des Deutschen Frauenwerkes an, in seinem Reichsmütterdienst die angehende Frau und Mutter für ihren kommenden Beruf vorzubereiten. Nicht nur praktische hausfrauliche Kenntnisse und Fertigkeiten soll der Reichsmütterdienst vermitteln, er will vor allem in den Frauen das Gefühl für die Verantwortung stärken, die sie Mann, Familie und Volksgemeinschaft gegenüber tragen.

Wenn wir, meine Volksgenossen, heute wieder ein starkes Volk sind, das sich in der Welt die nötige Achtung verschafft hat, so verdanken wir das nicht zuletzt unseren Müttern. Der Führer selbst hat das oft betont. Zu allen Zeiten deutscher Ge­schichte haben unsere Frauen und Mütter bewiesen, daß sie bereit waren, mit all ihrem Sein einzutre­ten für Volk und Vaterland! Das. hat sich niemals so klar gezeigt, wie jetzt wieder in den Tagen der Heimkehr Oesterreichs zum Reich und in den Ta­gen der Abstimmung. In dieser dankbaren Erkennt­nis grüße ich euch, deutsche Mütter und Frauen als die Hüterinnen deutschen Schicksals.

Aufbauarbeit im Kreis Offenbach.

Gauleiter Sprenger weiht die neue Gruppenwafferverforgung und die wiederhergestellte Kaiserpfalz in Seligenstadt.

LPD. O ff e n b a ch, 15. Mai. Der Kreis Offen­bach stand am Sonntag im Zeichen des Kreistages der NSDAP., in dessen Rahmen die Gruppen- wasferverforgung im Ostkreis sowie die re­staurierte Mainfront des Pallas der Kaiser­pfalz Friedrichs II. inSeligenstadt durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger ein» geweiht wurden. Am neuen Pumpwerk im Walde bei Jügesheim begrüßte Kreisdirektor Dr. Koch, den Gauleiter. Baurat B r u s i u s legte dann die Bedeutung der Gruppenwasserversorgung dar. Bereits nach dreivierteljähriger Bauzeit konnte die erste Gemeinde mit Wasser versorgt werden. Die neue Wasserversorgung umfaßt 18 G e - meinden im Rodgautal und längs des Maines mit insgesamt 45 000 Einwohnern. Rund 95 000 Tagewerke wurden durch Wohlfahrtserwerbslose er­ledigt, 11 000 Arbeitslose konnten den an den Bau­arbeiten beteiligten Firmen vermittelt werden. Die Verteilung des Wassers erfolgt zentral durch das neue Pumpwerk Über die Fernleitungen in die ein­zelnen Gemeinden bzw. in die Reservoirs der drei ebenfalls neu errichteten Waffertürme bei Jügesheim, Steinheim und Seligenstadt. Nach der Uehergabe des Schlüssels an Kreisdirektor Dr. Koch wies der Gau­leiter darauf hin, daß es für ihn, als er da­von Kenntnis genommen habe, daß 45 000 Men­schen, die auf einem verhältnismäßig engen Platz zusammenwohnen, ohne genügende Trinkwasserver­sorgung seien, eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, dafür Sorge zu tragen, die Gruppenwafferver- sorgung schnell in die Zat umzusetzen. Heute künde­ten die Wassertürme von der Tatkraft der national» sozialistischen Staats- und Dolksführung. Mit der Fertigstellung dieses Werkes feien nahezu 90 v. H.

der hessischen Bevölkerung mit gutem Trinkwasser versorgt. Der Gauleiter betrat die Pumpstation, deren Maschinen er in Betrieb setzte.

Dann folgte eine gemeinsame Fahrt über Jüges­heim und Steinheim nach Seligenstadt, dessen altehrwürdigen Fachwerkhäuser sich in prächtigem Fahnen- und Grünschmuck zeigten. Vor der restau­rierten Kaiserpfalz wies Gauleiter Sprenger dar­auf hin, daß es der nationalsozialistischen Bewegung vorbehalten gewesen sei, die Grundlage der deutschen Geschichte wieder frei zu machen und auf dieser Ba­sis ein neues Innenleben der deutschen Menschen zu entwickeln. In der deutschen Geschichte nehme der Gau Hessen-Nassau eine ganz hervorragende Stel­lung ein. Kaiser und Könige des alten Reichs hätten in Seligenstadt nicht nur Entschlüsse von großer Tragweite gefaßt, sondern gern in der alten Stadt am Main beschauliche Wochen verbracht und dem edlen Weidwerk im Spessart obgelegen. Die Kaiser­pfalz in Seligenstadt sei die einzige Trutzburg ge­wesen, die der Hohenstaufe Friedrich II. nörd­lich der Alpen habe erstehen lassen. Sowohl durch die Restaurierung dieser Trutzburg als auch durch die Freilegung der Fachwerke der alten Häuser werde Seligenstadt zu einem Kleinod im Kranze der deutschen Städte werden. Nachdem der Gau­leiter dem Kreisdirektor Dr. Koch für die von ihm entfaltete Initiative gedankt hatte, richtete er einen Appell an die Parteigenossen, durch Selbstdisziplin, Treue und Kameradschaft ein Vorbild für alle Volks­genossen zu sein und sich der hohen Aufgabe bewußt zu fein, die der Führer jedem einzelnen gestellt hat. Mit der Weche einer großen Zahl neuer Ortsgrup­penfahnen fand die Kundgebung ihren Abschluß.

Die deutsche Lustwaffe schützt die Hauptstadt der Ostmark.

Wien, 14. Mai. (DNB.) Nach den Feierlich­keiten in Linz traf am Samstag Generalfeldmar­schall Göring knapp vor 12 Uhr in Schwechat, einem südlichen Vorort Wie-ns, ein, um dort den ersten Spatenstich zu einem neuen Flieger» h o rst vorzunehmen. Er habe die feste Ueber- zeugung, so erklärte er, daß die schaffende Faust in diesem Lande nicht länger mehr im Schoße zu liegen brauche. Dieser Fliegerhorst hier werde eine Trutzburg des Willens fein zum Schutz der Schaffenden Wiens. Jeder Versuch Mißgünstiger werde an jener entschlossenen Selbst­behauptung zuschanden werden, die dann immer möglich sei, wenn ein Volk durch das Volk selbst zur Verteidigung antrete.

Nach dem feierlichen Spatenstich in Schwechat begab sich Generalfeldmarschall Göring auf den Küniglberg, um dort das Kommando zum Arbeitsbeginn für die großen Bauten der Luft­waffe im Bereich von Wien zu geben. Auf dem Wege durch die Simmeringer Hauptstraße ließ der Generalfeldmarschall, auf die berüchtigten Elends- quartie re von Simmering aufmerksam gemacht, Haltmachen und besichtigte diese schauerlichen Stätten der Not, die sein Entsetzen erregten, eine furchtbare Anklage gegen ein System, das nicht imstande war, solchem Elend zu steuern. Auf dem Küniglberg haben eine Kompanie des FliegerregimentsHer­mann Göring", eine Infanteriekompanie, die Ehren­stürme der Parteiformationen Aufstellung genom­men. Der Generalfeldmarschall schritt auf ein Modell der Bauten zu und ließ sich die vorbereiteten Pläne und Kartenskizzen vorlegen. Unter erneutem Jubel nahm et daraus das Wort und jührte. aus;

Dieser Tag trägt in sich zwei Symbole: einmal das Symbol oer Arbeit und zweitens das Sym­bol des Schwertes, der Wehr! Der Arbeit des­halb, weil es unser Wille war, nach den wunder­baren Tagen der Befreiung der Ostmark nun auch mit der T a t helfend einzugreifen. In das Heer der Arbeitslosen ist nun eine Bresche ge­schlagen, um Tausende und Zehntausende und hoffentlich bald Hunderttausende von Menschen wieder der Arbeit und damit der Lebensfreude zu­zuführen.

wenn ich noch Zweifel gehabt hätte, wie dringend diese Arbeit ist und wie notwendig es ist, täglich darüber nachzudenken, wie dieses gewaltige Elend angepackt werden kann, dann wurden diese Zweifel bei mir beseitigt, als ich auf der Fahrt hierher Elendsquartiere gesehen habe, Elendsquartiere, wie sie für einen Menschen, der das deutsche Antlitz trägt, unwürdig sind, Baracken, in denen wir deutsche Menschen niemals hausen las- s e n werden. Ein System, das ein Volk i n solcher Rot, in solcher Armut und damit in Schande st ecken läßt, muhte fallen, sonst gäbe es feine Gerech­tigkeit des Allmächtigen.

Diese deutschen Menschen der Ostmark, die ein ge­waltiges Aufbauwerk von Jahrhunderten hinter sich haben, Kulturträger, wie kaum ein anderer deut­scher Stamm, der jahrhundertelang einen mächtigen Staat auf seinen Schultern trug, wie wurden diese Menschen betrogen. Internationaler. Haß hat dieses

Volk der Heimat entfremden wollen. Innere Vera blendung hat dieses Volk gequält, ihm Armut, Elend und bittere, bittere Not gebracht. Daneben der Reichtum eines Volkes, das für uns nicht das auserwählte, sondern als das auszuweisende Volk zu gelten hat. (Stürmischer Beifall und lebhafte Zustimmung.) Es wäre gut", so fuhr der Minister­präsident fort,wenn jeder Deutsche, der aus dem Altreich hierher gekommen ist, sich darüber im klaren wäre, was wir unserer herrlichen Bewegung, was wir der Partei und dem Führer unsagbar zu danken haben, daß er uns vor fünf Jahren in letzter Stunde errettet hat und daß damit zu der Not, die auch bei uns schon groß war, nicht auch noch jenes fürchterliche Elend kam, das ich hier heute mit ansehen mußte. Darum muß sich jetzt jeder anstrengen und alles daransetzen, um z u helfen, w o er nur helfen kann. Ich habe gestern in Linz erklärt, daß diese Hilfe nicht so ver­standen werden darf, daß wir arbeiten und ihr zu- seht, fordern daß wir diese Hilfe brinaen wollen als Grundlage der Arbeit für euch. Arbeiten müßt ihr, und zwar schwer und hart, denn sonst kommt ihr aus diesem Elend nicht heraus. Was an uns liegt, werden wir alles tyn, um die Voraus­setzungen zu schaffen, daß ihr arbeiten könnt.

Der Arbeiter schafft für den Frieden, der Sol­dat sichertihn. So sieht es die Wehrmacht als ihre Aufgabe an, beschleunigt, rascher vielleicht als andere Unternehmungen, nun ihre Bauten und Werke auszuführen. Zunächst vor allem aus dem Grunds, weil man dabei im allgemeinen schneller vvrgehen kann und dadurch Tausenden so­fort ein Arbeitsplatz gegeben wird. Das Symbol dieser Arbeit feiern wir heute mit dem Spatenstich der Arbeit, die unseren Brüdern, die so lange gelitten haben, Segen bringen soll. Das zweite Symbol ist das der Wehr, der Kraft. Denn nicht nur Arbeit soll hier geschaffen und durch sie der Bau errichtet werden, sondern das Symbol des Baues, der hier auf den Höhen dieser herrlichen Stadt errichtet wird, ist der Wille, die Stadt zu schützen. Unsere Luftwaffe aber soll hier ebenso wie in den Fliegerhorsten, die ich in diesen Tagen weihte, ihre Heimat finden, für die Jahre, die für sie einmal die schönsten sein sollen, die Jahre des Dienstes unter den Waffen.

Generalfeldmarschatt Göring in der Umgebung Wiens.

Wien, 15. Mai. (DNB.) Generalfeldrnarschall Göring benutzte den schönen Sonntag zu einer ausgedehnten Besichtigung der Umgebung Wiens. Nach einer Fahrt durch den Wiener Wald und nach einem Spaziergang im Lainzer Tiergarten machte der Generalfeldrnarschall noch einen Abstecher in die Lobau. Hierbei nahm er Gelegenheit, mit den zuständigen Fachreferenten eingehend über die f o r ft- technischen Fragen Oesterreichs zu sprechen. Um 20.30 Uhr verließ Generalfeldrnarschall Göring Wien im Sonderzug. Generalfeldrnarschall Göring wird, wie bereits gemeldet, am Montagvormittag bei Kaprun den ersten Spatenstich für das neue große Tauernkraftwerk vornehmen.

Oesterreichs Geistlichkeit dankt den Bischöfen.

Wien. 14. Mai. (DNB.» Di-Arbeits. gemeinfd)aft für d e n religiöfen g r i e d e n" hat unter der Geistlichkeit der Ostmark Un- terfchriften für eine Adrefst an die öster­reichischen B is ch ö f e gesammelt, die Zustim­mung und Dank für die Stellungnahme des Epis­kopats zur Wiedervereinigung Oester­reichs mit dem Reich, zum neuen Staat und zur Abstimmung vom 10. April ausdrückt. Der Erfolg der Unterfchriftenaktion, die bis zum 25. August läuft, hat schon bisher alle Erwartungen über­troffen. Besonders stark beteiligt hat sich auch der Weltklerus, vor allem Pfarrer, Kapläne ufro. Auch viele Hochschulprofessoren befinden sich unter den Unterzeichnern. Ein be­rühmtes Stift hat sich mit allen seinen M i t - gliedern, den Abt an der Spitze, in der Unterschriftenliste eingetragen. Nach Ländern und Diözesen steht mit der größten Zahl der Unterschrif­ten die S t e i e r m a r l a n der Spitze. Es fol­gen die Diözesen St. Pölten und die Landbezirke der Erzdiözese Wien.

Wasser

von den Schlachtfeldern Ostpreußens.

Der italienische Generalkonsul in Berlin, Oberst Renze11i, weilte auf den Schlachtfeldern Ostpreu­ßens, um hier Wasser für den Guß der Helden­gedenkglocke in Rovereto in Oberitalien zU holen.

Der erste Besuch galt dem Reichsehrenmal Tan­nenberg, wo er einen Kranz mit den talienischen Farben am (Sarge Hindenburgs niederlegte. Nach einer eingehenden Besichtigung des Reichs­ehrenmals wurde den italienischen Gästen das leucht« tende Relief der Tannenbergschlacht vorge­führt, das in anschaulicher Weise den Verlauf der Schlacht erkennen läßt. Vom Reichsehrenmal begab sich der italienische Generalkonsul zu den H ö h e n von Wapplitz, wo ein Offizier eine Darstellung der schweren Kämpfe der letzten Augusttage des Jahres 1914 gab. Am Ehrenfriedhof fand die Wasserentnahme aus dem Maranse-Fluß statt, der in den Masurischen Seen entspringt. (Bauleiter Koch übergab Oberst Renzetti den Wasserbehälter in einem Kästchen aus Bernstein, geschmückt mit dem nationalsozialistischen Hoheitszeichen und dem Lik­torenbündel. Dann unternahmen die italienischen! Gäste einen Rundflug über die ostpreußischen Schlachtfelder. Abends veranstaltete (Bauleiter Koch im Schloß von . Königsberg einen Empfang zu Ehren des italienischen Generalkonsuls,