Sonderstempel der Reichspost
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zum Geburtstag des Führers.
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In Helsinki fanden große und eindrucksvolle Erinnerungsfeiern anläßlich der 20. Wiederkehr des Tages statt, an dem Finnland mit der entscheidenden Hilfe der deutschen Truppen den bolschewistischen Terror von sich abschüttelte und seine staatliche Unabhängigkeit fest begründete. Unser Bild zeigt G r a f v o n d e r G o l tz, der die deutschen Truppen vor 20 Jahren führte und der nun zu den Befreiungsfeiern nach Helsinki gekommen war, beim Abschreiten der Front der Ehrenkompanie des finnischen Schutzkorps im Hafen von Helsinki. Ganz links;
General De ft ermann, der finnische Armee-Dberbefehlshaber. — (Atlantik-M.)
Geschichten aus aller Welt.
Zum Geburtstag des Führers hat die Deutsche Reichspost ein neues Postwertzeichen mit dem Bild des Führers herausgegeben. Neben dem Nennwert (12 Pfennig) wird ein Zuschlag von 38 Pfennig erhoben, der dem Kulturfonds des Führers zufließt. Das neue Wertzeichen wird seit dem 13. April bei allen Postämtern des alten Reichsgebiets und vom 19. April an auch bei den Postämtern im Lande Oesterreich abaegeben. Am Geburtstag des Führers, 20. April, werden auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von Sonderpostämtern eingerichtet und fahrbare Postämter sowie fahrbare Stempeltische eingesetzt. Die Sonderstempel dieser Sonderpostämter usw. tragen diesmal z. T. Unterscheidungsbuchstaben. Zu den bereits im Vorjahr verwendeten Stempeln für Berlin (mit einer Abbildung der Reichskanzlei), München (Feldherrnhalle), Nürnberg (Burg) und Berchtesgaden (Berchtesgaden mit Watzmann) treten in diesem Jahre weitere Sonderstempel. Ein Sonderstempel für P a s e w a l k zeigt eine Darstellung des zur Weihestätte ausgestalteten Kriegslazaretts, in das der Führer am 21 Oktober 1918 fast erblindet eingeliefert wurde, und trägt die Inschrift: „Ich aber beschloß, Politiker zu werden." Bier andere Sonderstempel zum Geburtstag des Führers von Wien, Linz, Graz und Braunau versinnbildlichen die Eingliederung der Heimat des Führers in das Groß- deutsche Reich. Der Linzer Stempel enthält das Bild des Rathauses, von dessen Balkon der Führer
Ostern, das Fest der Auferstehung, ist in deutschen Landen mit altem schönem Brauchtum verknüpft. In den Dörfern Kurhessens spielt am Osterfest das Hasengärtchen für die Kinder eine große Rolle. Daß an diesem Feste gerade der Hase die Rolle des Ostereierlegens im Volksglauben spielt, hat einen tieferen Sinn. Das Geheimnis der Auferstehung in der Natur wird im Osterei symbolisiert. Das große Wunder, das hier geschieht, nämlich die Wiederkehr des Lebens nach langer Winternacht, wird in dem Hasen, der mit einer Blitzgeschwindigkeit läuft, versinnbildlicht. Er wurde wegen seiner Schnelligkeit als Tierwunder angesehen. Daher rührt der Volksglaube, daß er dasjenige Tier sei, welches die bunten Ostereier legt.
Geht man am Vorabend des Osterfestes durch ein Dors Kurhessens, so kann man feststellen, daß die Kleinen hier heute noch an den Osterhasen glauben. Ihre Freude über sein Geschäft ist rein und groß. Seht Ä)r den kleinen Christian, wie er beim Abendläuten der Osterglocken die Gartentüre weit aufsperrt? Jetzt legt er noch eine Schicht Moos in sein Hasengärtchen und dann trippelt er fröhlich pfeifend in das Haus. Seine Sache ist in Ordnung, nun kann es Ostern werden.
Warum wirft der Knecht des Bauern an diesem Abend einige Bund Stroh mehr als gewöhnlich unter die Pferde und das Rindvieh? Die Tauben erhalten Erbsen in ihrem Schlag, und dem Hofhund wird frische Streu in die Hütte getan. Damit wollen die Landleute ihre Freude über das bevorstehende Osterfest auch auf die Tiere übertragen.
Am Morgen des ersten Ostertages sind die Dorfschönen schon seit Tagesanbruch unterwegs. Mit sauberen Gefäßen in den Händen schreiten sie hinunter zum Bach. Wenn die Ostersonne am Himmelsbogen aufsteigt, schöpfen sie das fließende Oster- wasser. Wer es schweigend nach Hause tragen kann, um sich damit zu waschen, wird das ganze Jahr gesund und schön bleiben, heißt es im Volksmund.
In vielen Ortschaften der Kreise Fritzlar und Frankenberg wird dieser Brauch heute noch fleißig geübt. In der Hauptsache soll dabei aber der Glaube an die Verjüngung die Wunder des Osterwassers erwirken. Wer nicht daran glaubt, wird auch keinen Erfolg verspüren. Aber auch für denjenigen, der während des Schöpfens oder auf dem Wege hin und zurück ein Wort sagt, etwa einen Gruß, hat das Wasser keine Zauberkraft mehr.
In den Kreisen Homberg, Ziegenhain und Marburg an der Lahn herrscht noch die schöne Sitte, daß die Jugend am Dftermorgen bei Sonnenaufgang in die Bodenluken tritt, um in der aufgehen, den Sonne den Tanz des Osterlammes zu beobachten. Dabei ist jedoch keine Schweigepflicht geboten. Schon in aller Frühe hört man die Kinder unter den Hausdächern laute Reden führen: „Siehst du, wie es danzet? Du mußt enke gucken!"
Bald läuten die Osterglocken. Die Erwachsenen gehen mit feierlichen Schritten durch das Dorf zur Feierstunde Mährend dieser Zeit legt zu Hause der Osterhase zum erstcnmal die Eier. Nach der Rückkehr werden die Kinder zu den Hasengärtchen ge°
am 12. März seine befreite Heimat begrüßte. Der Sonderstempel von Wien hat die Inschrift: „Wien des Führers Geburtstag 20. April 1938'' und bringt ein Bild vom Heldendenkmal auf dem Heldenplatz. Der Grazer Stempel zeigt den Uhrenturm vom Schloßberg, und der Stempel von Braunau mit der Inschrift: „Braunau am Inn Des Führers Geburtstag 20. April 1938" das Geburtshaus des Führers.
Sonder- und Gefälligkeitsstempelungen mit diesen Sonderstempeln werden nur ausgeführt: a) bei den Sonderpostämtern in Berlin, München, Nürnberg, Berchtesgaden und Pasewalk für Sonderwertzeichen zum Geburtstag des Führers zu 12+38 Pfennig, für die Führermarken der Ausgabe 1937 und für die Sondermarken zum 30. Januar 1938, und b) bei den Sonderpostättitern in Wien, Linz, Graz und Braunau für die Sonderwertzeichen zum Geburtstag des Führers zu 12+38 Pfennig, für die Führermarken der Ausgabe 1937 und für die Abstimmungsmarken zu 6 Pfennig. Die für die Sonder- stempelung bestimmten Sendungen müssen an den Schaltern oder durch die besonders bezeichneten Briefkästen eingeliefert werden; in die gewöhnlichen Briefkästen eingeworfene Sendungen erhalten die Sonderstempel nicht. Im übrigen führen alle Postämter im Reich am 20. April mit ihren Tagesstempeln Gefälligkeitsstempelungen der Führermarke
führt. „Mutter, der Hase hat gelegt!" schallt es dann laut und freudig aus den Gärten und Höfen. Auf der Dorfttraße wird es lebendiger. In der Nachbarschaft rufen sich die Kleinen das freudige Ereignis zu. Bei dem kleinen Wilhelm war ein blauer, beim Hanneschen ein roter und bei der Lisbeth ein gelber Hase.
In Gruppen ziehen bann die Kinder zu den größeren Bauerngehöften, überall wird gefragt: „Hat denn bei euch der Hase auch gelegt?" Mit vollen Taschen kehren sie zurück. Es hatte sich gelohnt.
Zum Mittagsmahl wird in sehr vielen Familien das gebratene Osterlamm verzehrt; dabei müssen oft Ziegenlämmer den Festbraten abgeben.
Wenn nach dem Essen die Kleinen zum Ostereierwerfen fortgegangen sind, verschenkt die Hausfrau aus einem wundervollen Körbchen die Ostereier an das Gesinde. Die Magd erhält in der Regel sechs Eier, während der Knecht mit einer geringeren Anzahl zufrieden ist. Er wird ja noch von der Magd, van den Mädchen seiner Spinnstubenratte oder von der Liebsten am Nachmittage beschenkt. Diese schöne Sitte hat sich in den meisten Dörfern Kurhessens bis heute erhalten. Die Dorfschönen schenken den Burschen, die zu ihrer Rotte gehören oder die sie sehr oft zum Tanze führen, ganz besonders aber ihren Liebsten, heimlich mehrere Ostereier.
Drunten in den Wiesen wirft indessen das Jungvolk und die Schuljugend die Ostereier fleißig. Ein großartiges Bild bietet sich dem Zuschauer.
Die Erwachsenen machen am Nachmittage ihren Osterspaziergang durch die Flur, in der Hoffnung, am Feldrain die ersten Schlüsselblumen zu finden. Eine schöne Sitte bildet auch bas Eierstoßen. Mäd- chen uni) Burschen stoßen vielfach ihre Ostereier aneinander. Wenn bas Ei bes Burschen babei entzwei geht, erschallt lautes Lachen. In biesem Falle soll sie bei einer Heirat ber beiden der stärkere Teil sein.
Am ersten Ostertage, etwa zwischen 16 unb 17 Uhr, läuten in einigen Orten bes Kreises Homberg breimal in kurzen Abstänben die Festtagsglocken. Viele Bauern tränten heute noch während des Läutens das Vieh in den Ställen. Are Väter haben behauptet, daß bas währenb des Oster- läutens getränkte Vieh gefunb bleiben unb einen größeren Milchertrag geben wirb.
Am zweiten Ostertage gehen die Paten vielfach über Lanb, um ihren Patenkinbern Ostereier zu schenken. Inzwischen ist auch ber Osterhase müße geworden. In Gruppen stehen die Kinder unb verzehren den Rest ihres Eiersegens. Nur noch wenige tummeln sich brunten in ben Wiesen, wenn ber Abenb sein bunfles Gewand über bas Lanb wirft. Dann aber zieht bie erwachsene Dorfjugenb zum Dorf hinaus und singt:
Die Liebe macht alle so reich.
Die Liebe macht alle gleich.
Die Liebe macht Bettler zum König.
Die Liebe macht alle gleich.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Neue Briefmarken in Amerika.
(th) Washington.
Zum erstenmal seit 15 Jahren hat sich der Generalpostmeister der USA. einen Ruck gegeben und eine grundsätzliche Aenderung aller zur Zeit umlaufenden Briefmarken in den USA. ins Auge gefaßt. Bei Präsident Roosevelt, der selbst ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler ist, stieß er auf viel Zustimmung. Insgesamt sollen 31 neue Marken herausgegeben werden. Das ist für die Markensammler der ganzen Welt unbestreitbar ein Ereignis. Man wunderte sich schon über die Beharrlichkeit der USA. in bezug auf die Marken. Aber wenn man die Geschichte Amerikas in dieser Hinsicht verfolgt, bann versteht man bie Verzögerung. Als man im Jahre 1840 in Europa — speziell in Englanb — Briefmarken in Gebrauch nahm, konnten sich bie Amerikaner nicht bazu entschließen, eine Einheitstaxe einzuführen statt der Spezialtaxe nach Phila- belphia und bem Zuschlag nach Baltimore unb ben 25 Cents Aufschlag nach Richmonb usw. Das Jahr 1845 zog über Amerika herauf, ohne baß bie inzwischen in Europa längst bewährten Briefmarken in Amerika hätten eingeführt werben können. Man schickte erst ein paar Amerikaner nach Europa, bie sich ein gutes halbes Jahr in ber alten Welt Herumtrieben und eingehend die Briefmarkenfrage studierten. Endlich im Jahre 1847 war der Kongreß damit einverstanden, daß nun Marken gedruckt werden dürften. Am 1. Juli jenes Jahres gab man in Neuyork die ersten Marken heraus. Aber noch immer gab es in den einzelnen Staaten der Union heftigen Widerstand dagegen, daß man nun nicht mehr große und kleine Aufschläge kassieren konnte. Das gefiel den kleinen und großen Postmeistern gar nicht. Sie sagten den Zerfall der Union voraus. Sie behielten unrecht. Die Briefmarke machte weiter ihren Weg; Aber die Beharrlichkeit scheint den Amerikanern eigen geblieben zu sein. Deshalb gibt es erst heute wieder die erste Aenderung.
Em Bild — 5 Kilometer lang.
(th) St. Louis.
Als kleiner Junge kam Johnny Banvard zum erstenmal zum Mufsissippi. Vor Staunen blieb ihm der Mund offen stehen. Er hatte nicht geglaubt, daß der Mississippi so groß unb so schön sei. Doch als sich sein erstes Staunen gelegt hatte, meinte er zu seinem Vater, er wolle Maler werben unb ben ganzen Mississippi malen. Der Vater lachte unb vergaß bie Bemerkung seines Sohnes. Aber Johnny vergaß sie nicht. Als er größer geworben war, faßte er ben Beschluß, wirklich ben Mississippi bis zur Quelle zu malen. Er wollte bafür nur am Mississippi gewachsene unb gewobene Leinwand verwenden. Ein seltsames Leben begann für ihn. Er ließ sich in irgendeiner Ortschaft am Mississippi nieder, arbeitete dort und malte in seiner freien Zeit die beiden Ufer des Mississippi an jener Stelle. Er malte fast zehn Jahre-lang und hatte dann den ganzen Fluß von seinem Delta bis zur Quelle auf die Leinwand gebannt. In der entsprechenden Verkleinerung waren aus den 5000 Kilometer, die der Mississippi faßt, 5 Kilometer Bild geworden. Johnny Banvard schleppte also eine riesige Rolle Leinwand mit sich — sein Bild vom Mississippi. In den einzelnen Städten wurde das Bild gezeigt. Die Menschen schauten und waren überrascht von ber Genauigkeit, mit ber Banoarb bie einzelnen Partien bes Mississippi auf bie Leinwanb bekommen hatte. Aber nach biefen kleinen Ausstellungen vergaß man jenes Bild, bas boch schließlich nirgenbroo aufgehängt werben konnte. Staub unb Spinnweben umhüllten halb bas vergessene Meisterwerk'— Meisterwerk bestimmt in bezug auf bie Länge. Sogar bie Freunde, bie einst Johnny Banvarb berounbert hatten, ließen ihn nach unb nach im Stich. Johnny Banvard erkannte, daß man ihn, den Maler des größten Bildes aller Zeiten, endgültig vergessen hatte. Er starb als junger Mensch — „an gebrochenem Herzen".
Er hat eine Perücke gestohlen ...
(—) London.
Wohl zum erstenmal in der Geschichte der englischen Gerichte wurde eine Mann deswegen verurteilt, weil er eine Perücke gestohlen hatte. Sein Verbrechen wurde als „schamlos" und als eine Beleidigung der englischen Justiz bezeichnet. Man wird die Empörung der englischen Richter verstehen, wenn man erfährt, daß es sich um die Perücke eines Richters handelte. Bekanntlich tragen alle englischen Richter bei ben Sitzungen sehr schwere unb oft kunstvoll gearbeitete weiße Perücken. Mit einer solchen Perücke, bie einen nicht unbeträchtlichen Wert barstellte, war nun jener Dieb nach einem Einbruch bei einem Richter bavonge-1
gangen. Es nützte nichts, daß er nachweisen konnte, das Gelb nur zur Bezahlung des Begräbnisses seines Vaters verwandt zu haben, nachdem er mit vieler Mühe die Perücke verkauft hatte. Die Perücke ist für die englische Justiz ein Symbol. Wer daran rührt, hat keine Gnade zu erwarten.
Rechtsstreit um eine Piratenbeute.
(pk) Belgrad.
Unlängst wandte sich ber in bem kroatischen Orte Krizevci wohnenbe Rechtsanwalt Dr. Haisler an bas Belgraber Außenministerium mit ber Bitte, ihm in einer Rechtsangelegenheit, d. h. bei ber Geltenbmachung einer Forderung gegenüber dem französischen Staat behilflich zu sein. Der Gegen» stand dieser Forderung ist ganz ungewöhnlich. Dr. Haisler erhebt nämlich Anspruch auf den Nachlaß des im Jahre 1630 auf Korfu verstorbenen, damals sehr berüchtigten Piraten Tibald, ber seinerzeit bas phantastische Vermögen von 20 Mllionen Dukaten
Richt nur glanzen sollen Schuhe, wichtiger ist, baß bas Leber gepflegt wirb, bann halten bie Schuhe länger unb bleiben länger schön. Erbal hat sich in Jahrzehnten bewährt. Erbal ist jetzt billiger gewor- den. Erdal hilft sparen unb verlängert bie Freude an schönen Schuhen. In jeher Dose Erdal-Bilder- gutscheine. 1982V
hinterließ. Dr. Haisler will nachweisen können, baß das Geld unrechtmäßigerweise in ben Besitz des französischen Staates gekommen sei, daß er, Haisler, selber von rechtswegen Erbe dieser Riesensumme sei, die mit Zinsen und Zinseszinsen heute einen Riefenbetrag ausmachen würde. Die Geschichte dieser Erbschaft ist ein Roman für sich. Atanas Tibald war zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als die Republik Venedig Jahre hindurch mit dem Osmanischen Reich heftige Kriege führte, einer der größten Reeder im Gebiete der Adria. Tibald stammte aus einem fiebenbürgifdjen Dorfe im heutigen Rumänien. Nach allerlei Irrfahrten und Abenteuern war er nach Korfu verschlagen worden, wo er in kurzer Zeit zu großem Reichtum gelangte. Während bes venezianisch - osmanischen Krieges beraubten bie beiden Gegner einander ihre Frachtschiffe, wo sie deren habhaft werden konnten. Tibald verstand es, aus diesem Kriege und aus ben gegenseitigen Seeräubereien Nutzen zu ziehen, inbem er von beiben Parteien zu wohlfeilen Preisen beren Beute abkaufte, ja mitunter nahm er sogar mit eigenen Schiffen an solchen Kaperfahrten teil. Schließlich starb er als steinreicher Mann unb hinterließ ein Vermögen von 20 Millionen Dukaten. Tibald, der als Junggeselle gestorben war, hatte sein ganzes Vermögen einem entfernten Verwandten namens Johann Thierry vermacht. Dieser Johann Thierry stand damals im diplomatischen Dienst der Republik Venedig. Zur Zeit des Todes von Tibald befand sich aber Thierry auf einer Dienstreise, von ber er aus unbekannten Grünben nicht mehr zurückkehrte. Jnfolgebessen nahm bie Republik Venebig bie Hinterlassenschaft Tibalbs in Verwahrung. Fast zweihunbert Jahre vergingen, ohne baß sich irgenb jemanb um jene inzwischen gewaltig angewachsene Summe kümmerte. Bis schließlich Napoleon im Jahre 1804 bie Stabt Venedig zwang, jene Erbschaft einschließlich der Zinsen an den französischen Staat abzuliefern.
Wieder vergingen mehr als hundert Jahre, ohne daß irgend jemand auf jene Summe Anspruch erhob. Da meldeten sich vor einigen Wochen bei einem Bukarester Anwalt drei aus Klausenburg stammende Personen, und zwar ein gewisser Toth, eine Frau Moosan und eine Witwe namens Thierry und erklärten, daß sie in der Lage seien, ihre Verwandt- schäft mit dem vor 300 Jahren verschollenen Johann Thierry nachzuweisen. Durch die Zeitungen erfuhr auch der Anwalt Dr. Haisler von den Ansprüchen. Haisler, dessen Familie 1770 aus Lothringen in das Banat eingeroanbert war unb besten Urgroßmutter eine geborene Thierry war, will nun nachweisen, daß. er eigentlich ber berechtigte Erbe jener Hinter« lassenschaft sei. Er besitze, so gibt er an, eine eigen- banbige Erklärung jenes verschollenen Johann Thierry, bie biefer vor bem venezianischen Notar Santo Mibo auf Korfu am 10. Februar 1624 ausgestellt habe unb bie sogar von Tibald mit unter- schrieben worden sei. In dieser französisch abgefaßten Erklärung habe Johann Thierry die Kinder seines Vetters Robert Thierry als spätere Nacherben ein- gesetzt. Die ©ohne jenes Robert Thierry aber seien Dr- Ha,slers Ahnen. Dr. Haisler hat alle Dokumente dem Belgrader Außenministerium eingereicht und das Ministerium ersucht, seine Ansprüche aus Aus- Zahlung der Erbschaft dem französischen Staate gegenüber zu vertreten.
aus.
„Hat denn bei Euch der Hase gelegt?" Kleiner Osterspaziergang durch Kurheffen.
Von B. Schorbach


