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aber tun?

Du gehst wieder fröhlich zur Türe hinaus! Ueber- all ist Auferstehung und Erwachen. Der Segen der Erde verschwendet sich von neuem. Lasse ihn nicht ungenützt, schließe auch du dich dem Jubel an!

den sei und es ist doch schon millionenfach er­lebt worden seit Jahrtausenden.

nenfalters treibt am offenen Fenster vorbei ... auf dem heckenumsäumten Weg gehen Arm in Arm die Liebespaare ...

Wer Augen hat. der schaue; wer Ohren hat, der höre: Gottes Garten ist in der ganzen deutschen Heimat aufgetan. Ungestüm reden die Dogelstim- men. Ungestüm quaken die Frösche in) Abendland. Um den Schäfer Hüpfen die neugeborenen Lämmer. Durch das Helle Wipfelgrün streicht der frische, ge­würzte Wind.

Selig und ungestüm klopft das Blut der Lieben­den, wenn die Birke zu grünen anfängt, der Flie­der zu blühen. Sie haben die Empfindung im Her» Zen, als ob sie allein wären und als ob ein gütiger (Bott ihretwegen die ganze Welt grünend und blü- hend gemacht hätte. Gin Gleichklang ist zwischen ihnen und der österlichen Natur. Sie glauben, daß das, was sie nun erleben, noch niemals erlebt wor-

Solche Bilder kommen um die österliche Zeit ins Auge: blumenpslückende Kinder, ein Bogel, der Moos und Federflaum in das Gartengebüsch trägt ... die Bank in der Allee ist voll sonnen- hungriger alter Leute ... auf der Landstraße zieht eine singende Wanderschar hinein in die Wälder, hinauf in die Berge ... das gelbe Blatt eines Zitro-

Welch ein Jubel und Trubel! Jetzt muß man wandern. Jetzt muß man sich Hügel suchen, unter denen Acker und Wiesen wie blühende und grü­nende Platten liegen. I^tzt muß man die Bauern- landschüften aufsuchen, die Heide mit den schimmern­den Birkenhaaren, die stillen Feldwege, die an dem weißen Wall der Schlehen vorbeifuhren. Entlang den Bachläufen und durch den leichten Schatten der Buchenwälder muß man schlendern; denn alles hat einen neuen Schein. Der Sieg des Lebens eilt un­gestüm über die Bauernerde und küßt ihr ewiges Antlitz.

Auf der reichen Tafel der österlichen Tage steht das Verstecken und Finden der Ostereier, der Land­ausflug, die fröhliche Einkehr im Dorfwirtshaus, das Schmausen von saftigen Osterschinken, die jubelnde Auferstehungsfeier in der Dorfkirche, der Veilchen­strauß, der das Zimmer durchduftet, das Lagern an einem sonnigen Rain, das Luftspiel der Schmetter­linge, die Ausfahrt in einer klappernden Bauernkut- sche, der Besuch der mittelalterlichen Stadt Rothen­burg, unter der die grünende und blühende Schale des Taubertales liegt. An den Ostertagen muß man auf den Rebhügeln von Meersburg stehen und in den traumhaft schönen und blütenumkränzten See­spiegel des Bodensees hinunterschauen. Schön sind die Ostertage in den bayerischen Bergen, wenn die Lawinen, von warmen Föhnwinden gelockert, aus den Wänden donnern, während die Almwiesen weiß von Narzissen und blau vom Frühlingsenzian sind. Man muß durch das Bienengesumm blühender Kirsch­bäume wandern, die wie eine schäumende Welle die Rheinebene gegen die Ausläufer des südlichen Schwarzwaldes anbranden.

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darauf blasen. Und wenn du auch weite Wege rund um den Hügel gingest, kleiner Michael, wenn dir nichts in der Welt so gleichgültig wäre wie meine Kuckuckspfeife, schließlich stündest du ja doch hinter mir, und alles in deinem Aepfelgesicht wäre feucht von Neugierde und Verlangen! Michael, würde ich sagen, du siehst wohl, wie es sich mit dieser Pfeife verhält, es gibt nicht viele von ihrer Art, so lange Pfeifen, und mit zwei Löchern! Und Michael würde das einsehen, es wäre kein gewöhnlicher Handel um Schneckenhäuser und Geierfedern. Er stünde vor mir und dächte nach, Michael bekäme dicke Fab ten über seiner Nase, so schwierig wären seine Ge­danken, und zuletzt zöge er wohl doch die Hand aus der Tasche und zeige mir etwas in seiner schmutzigen Faust, eine Glaskugel mit vielen farbigen Fäden.

Ich kenne sie, aber selbst für diese wunderbare Kugel könnte ich ihm meine Pfeife nicht geben, vielleicht hätte ich überhaupt meine besondere Ab­sicht damit. Ich kann von meinem Hügel aus dis ganze Wiese überschauen, es gibt da nichts, keinen Strauch, den ich nicht kenne, kein Mäuseloch, und nun liegt dort plötzlich etwas Fremdes im Schatten unter dem Ahorn, ein blauweißes Ding! Es lag auch gestern schon dort, gestern sang es sogar, das konnte ich deutlich hören.

Michael, würde ich also sagen, zehn Glaskugeln sind nichts gegen meine Pfeife. Aber du sollst sie trotzdem haben. Sieh her, du sollst damit über das Feld gehen und blasen, es liegt ein blauweißes Ding in meiner Wiese. Vielleicht ist es nur Zucker- hutpapier, es könnte aber auch sein, daß es aus Seide wäre und plötzlich zu reden anfinge, wenn du vorübergehst, und feine Stimme wäre mög­licherweise auch aus Seide. Nein, ich will nichts derartiges Hoffärtiges in meiner Wiese haben.

Das ist aber eine schöne Maipfeife! sagt das blau- weiße Ding zu dir.

Nein, eine Kuckuckspfeife! antwortest du.

So? Willst du mich einmal darauf blasen lassen? Nein, du kannst dir selbst eine holen.

Ach, gern? Wohin soll ich gehen?

Zum Kuckuck ...

Ach, Sabine, blauweißes Ding, du fröhlicher Vo­gel in meiner Wiese! Wenn du lachst, dann zuckt eine Ader in deinem Hals, und überdies ist auch die Nase so winzig klein und rund wie eine braune

Ostergarten deutscher Heimat.

Von Anton Schnack.

Ostern: ein herrliches, leuchtendes Wort. Voll und hoch wie eine Glocke. Ein Wachaufruf. Ein Wort voll Hoffnung und Freude.

Es kommt ein neues Licht in die Lust, ein satte­res Blau in den aufgespannten Himmel, eine wär- mere Sonne brennt auf die Erde. Die Dinge wer­fen wieder stärkeren Schatten. Die Tage werden sichtbar länger. Das ganze Land wird grün.

Jeder Tag läßt neue Blumen blühen. Die Raine und Wiesen bedecken sich hold und schön. Zuerst kom­men die weißen Farben, noch zur zarten Erinne­rung an den kaum geschmolzenen Schnee. Der Rei­gen der Anemonen tanzt im lichten Wald, die Schneeglöckchen machen die Sumpfwiesen heiter, im Bergland glänzen sternhaft die vielen Narzissen­kelche. Dann kommen die blauen Blumentöpfe. Das Veilchen schlägt die sanften Augen auf, und die Leberblume sonnt am warmen Rain behaglich den blauen Rock. Da die Sonne von Tag zu Tag gol­dener und kräftiger wird, ist auch schon die metalli­sche gelbe Farbe da. In den Stab des Huflattichs, in die Röhre der Schlüsselblume und in das fette Gesicht der Butterblume ist sie eingedrungen und blitzt aus dem hellen Grün.

Die Vögel sind heimgekehrt. Die Lerche schwebt wieder trillernd über dem Saatgrün. Der Star schlägt die Flügel, pfeift und tobt voll Lebenstrun­kenheit auf dem Dachfirst. Das scheue Rotkehlchen flüstert seine zarte Strophe in die silberne Abend- bämmerung hinein. Die Schwalbe, selig über die wiedergefundene deutsche Heimat, zwitschert und fliegt unermüdlich durch die enge Winkelgasse. Auf dem Mllhlenwehr wippt die Bachstelze und schießt nach dem Abendtanz der Mücken.

Den Knaben fällt das Pfeifenmachen aus Hasel­nußholz ein, den kleinen Mädchen das Spielen mit dem Ball, den großen Mädchen die Liebe, dem Schreiber auf dem Büro das Paddelboot und die grünen Ufer der Flüsse, der alte Gärtner aber nimmt Hacke und Spaten, sät, gräbt, häufelt die Erde und neigt sich selig über die ersten Blumen.

Haselnuß; nie im Leben habe ich so eine Nase ge« fehen. Winzig klein bist du überhaupt, Sabine, das Gras reicht bis an dein Kinn, und ich stehe vor dir und ziehe den Hut als ein artiger Riese und lächle aus den Wolken herab. Wahrscheinlich leuch* ten meine Obren glühend rot in der Sonne ich lächle trotzdem, was könnte ich Besseres Es ist immerhin eine Hilfe für den Anfang.

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Ein Mädchen in der Wiese.

Von Karl Heinrich Waggerl.

Es ist Frühling, Wind kommt aus der Tiefe des Gebirges, lauer Wind, satt von Feuchtigkeit und vom Geruch der tauenden Erde. Die Wolken sind schon rund miss im Sommer, sie breiten schneeweiße Flügel aus und spreizen ihr Gefieder in der Sonne, göttliche Wolkentiere mit flaumiger Brust. Es liegt ein tiefer Klang in der Luft, ich selbst fühle diesen Ton in meinem ganzen Leibe und summe ihn laut vor mich hin, und der Wind trägt meinen Gesang weit über die Felder. Hier auf meiner Wiese ist der Wind immer unterwegs, immer vergnügt und voller Einfälle. Ich habe ihn oft wie Wasser in den Bäumen gurgeln gehört, und ein anderes Mal stand ich lange im Kornfeld, da trieb er sich herum und pfiff auf einem gebrochenen Halm.

Und die Zeit wächst ungeheuer über mich hinaus. Ich bin kein Mensch mehr, noch jung, noch voll von allen Täuschungen des Blutes. Hier bin ich tausend Jahre alt und im Wesen nicht mehr verschieden von der Luft, vom Gras, vom Gestein der Berge. Gräser fügen sich in meine Hand, ein kleiner Vogel streicht so nah vorbei, daß ich den Wind seiner Flügel spüren kann, und er schreit mir etwas zu.

Ich habe gestern die Jungen dieses Vogels gesehen, er hat fünf Junge in feinem Nest. Sie recken Pch, und ihre Schlünde schwanken wie seltsame rote Blümchen auf den haarigen Stielen der Hälse. Einen Augenblick später welken sie wieder hin und sind gar nichts mehr, ein zuckender Klumpen, etwas gänzlich Mißratenes aus Flaum und bläulicher Haut. Mein kleiner Vogel aber sitzt im Busch und äugt umher, er singt auch ein bißchen und schaukelt auf seinem Zweig; da sieht jeder, was für ein tüchtiger kleiner Bursche er ist.

Ich will jetzt auch etwas tun, ich mag mir nichts von kleinen Vögeln zurufen lassen. Vielleicht kann ich eine Pfeife aus Weidenrinde machen, es ist möglich, daß später noch Kinder in mein Feld kom­men; und wenn es eine schöne Pfeife würde, eine Kuckuckspfeistz, die zwei Löcher hat, dann könnte mir wohl ein Handel damit gelingen

Ich würde hier fitzen und mit aller meiner Kunst

Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil Briefe von einer Afrika-Reise.

Don Or. Paul Rohrbach.

die eine durchgreifende Erneuerung unseres Da­seins bringen. Das Kind, so sagten wir, muß in jedem von uns einmal sterben. Aber was wäre unser Leben, wenn das Kind in uns nicht im dreißigsten, im fünfzigsten Lebensjahre wiederge­boren würde? Eine Liede kommt und macht uns jung. Eine Begeisterung am Vaterland, eine neue tiefe Freude an der Natur kommt und setzt unser ganzes Wesen auf Jahrzehnte wieder in Schwung.

Nichts ist unser Leben, wenn es nicht eine Folge ständig wiederholter Wiedergeburten ist. An das Leben glauben, heißt an die immerwährende Auferstehung glauben.

Diesen Glauben bringt d i e Osterbotschaft wieder an uns heran. Sie stellt unferm Herzen, un- ferm Geist keine Zumutung, die ihm fremd wäre. Sie entspricht unserem tiefsten Wesen, unserer sichersten und ältesten Erfahrung. Der Osterbotschaft widerstrebt nur das in uns, was tot ist. Aber alles, was in uns ans Leben glaubt, auf Leben hofft, jubelt ihr Jahr für Jahr, Tag für Tag fein Ja entgegen.

Wiedergeburt, als Auferstehung aus den taufend Gräbern, die uns von eigener Torheit und Her­zensdürre gegraben sind Alte törichte Gedanken sterben in uns ab, neue jugendliche Gedanken wer­den in uns geboren. Hätten wir mit unfern kleinen armen Hilfsmitteln, mit unserer eignen Klugheit das Leben allein zu bestreiten, wir wären bald am Ende Aber eine unbegreifliche Kraft kommt an allen gefährlichen Wegstellen unserem Leben zu Hilfe sofern es sich nur in der Zuversicht er­hält. Wer hat sich nicht schon an einem Abend zu Bett gelegt in Verzweiflung und Ratlosigkeit vor einer Aufgabe, einer bösen Verstrickung, die er nicht lösen konnte? Und wer hat nicht schon er» fahren, daß ihm am nächsten Morgen der Ausweg blitzartig aufging, als ein Geschenk, für das er nur zu danken hatte?

Wir machen Augenblicke im Leden durch, wo wir mit geheimer Angst fühlen: wir find mit bisheri- gen Denkbahnen und bisherigen Verfahrungsweisen an ein Ende gekommen; wie wird es weitergehen? Und unverhofft brechen bann, mitten aus dem Ge­heimnis unserer Brust, gänzlich neue Quellen auf,

Gartenbekannten angelegt sind, und der schmale Wasservorrat nicht gespart wird, um dies freund­liche Bild zu erhalten.

Eine Inschrift auf einem kleinen Denkmal mel­det, daß die Oase 1899 von einer französischen Ko­lonne unter einem Hauptmann Pein erobert wurde, der 1915 als Oberst bei Artois vor der deutschen Front fiel. Gegenüber der Kaserne liegen zwei große, ummauerte Höfe voller Kamele, die hier ent­weder auf ihre Last zum Weitermarsch warten oder auf den Metzger. Offenbar wird das Kamel in der Sahara ebenso zu Schlacht- wie zu Trans­portzwecken gezüchtet. Rindvieh gibt es nicht; außer dem Kamel nur noch Hammel und Huhn. Die Mahlzeiten im Hotel stehen daher schon stark im Zeichen der Konserven. Stockfisch, Würst­chen und sonstiger Doseninhalt. Getrunken wird im­mer noch der rote algerische Wein ä discretion.

Ein Spaziergang in dem großen Palmenwald aibt vollen Anschauungsunterricht über die Grund­lagen des Lebens in der Oase. Wo kein Was­ser hin gelangt, herrscht der Tod. Es ist ein Rätsel, woher die unterirdischen Wasservorräte in der Sahara stammen, deren Dasein sich in Abstän­den von Hunderten von Kilometern in den Oasen und dazwischen in einzelnen, seltenen Brunnen offenbart. Eine Hypothese zu ihrer Erklärung be­jaht, daß es sich vielleicht um Wasserreste aus der Pluvialzeit handelt, die in den südlichen Gegenden der nord- und mitteleuropäischen Eiszeit entsprach und reiche Regenmengen über die heutige Wüste ausschüttete. Anders sind auch die großen, offenbar von fließendem Wasser ausgetieften Trockenbetten nicht zu erklären, in denen jetzt nur in jahrelangen Zwischenräumen etwas Wasser fließt. In El (Botea war seit zwei Jahren kein Tropfen Regen gefallen, und es gibt Stellen in der Wüste, wo ein Mensch nur wenige Male in seinem Leben das Regenwun- der zu schauen bekommt.

Unter der französischen Verwaltung sind in den verschiedenen Oasen die früheren Wasservorräte durch artesische Bohrungen, die mehrere hundert Meter tief gehen, stark vermehrt rooroen. Auch wo es sich nur um das natürlich zu Tage tretende Grundwasser und um die Schöpfbrunnen handelt, ergreift es den Besucher aus Europa wie eine An­dacht, wenn er das belebende Naß durch die vielen kleinen Bewässerungsgräben im Palmenschatten laufen sieht und sich vorstellt, als welch eine Kost­barkeit es von den Oasenbewohnern gehütet wird. Ein Stückchen Land zwischen den Palmen, noch nicht halb so groß wie ein Tennisplatz, sahen wir mit einem dünnen, niedrigen Lehmwall umgeben und mit Wasser überstaut. Es war ein zukünftiges Ger­stenfeld. Das Wasser soll den Boden bis tief hinab durchfeuchten, bevor die Saat eingebracht wird. Dreimal im Jahr kann auf diese Art Gerste

V. Oasenbesuch.

I n Salah, März 1938.

Das Bild hat sich gewandelt: Mit den Märchen- Schlössern, als die uns die Hotels in der Wüste während der ersten drei Tagereisen erschienen, scheint es zu Ende zu sein. Von El Goläa bis In Salah sind es 4 2 0 Kilometer Wüsten- w e a. Nach demFahrplan" war die Abfahrt um 6 Uhr früh und die Fahrtdauer auf 12 Stunden, einschließlich Frühstücksrast und sonstigen Pausen, vorgesehen. Es wurden aber volle 16 Stun­den, weil uns der Sand wieder zu schaffen machte und auch die Übliche tägliche Panne von nicht unter zwei Stunden dazukam. Die Wagen werden eben derart angestrengt, daß trotz öfterer Ueberholung während der Ruhetage etwas im Getriebe immer in Unordnung kommt. Es ist daher auch üblich, daß auf besonders schwierigen Strecken möglichst zwei Wagen in Fühlung miteinander fahren.

Man hat uns schon darauf vorbereitet, daß es vor In Salah schwere Sandstürme geben würde. Tatsächlich brauchten wir für die letzten 9 Kilo­meter anderthalb Stunden, und ohne die Hilfe der Eingeborenen, die in finsterer Nacht bei eisigem Wind rätselhaft irgendwoher aus dem Dunkel auf­tauchten, wäre unserm Chauffeur es wohl kaum gelungen, den Wagen immer von neuem aus dem treibenden Sand auszugraben, der sich über den festen Fahrweg gelegt hatte.

Alles atmete auf, als der Schein der Wagen­laternen auf die erste braune Lehmwand fiel, die eine menschliche Wohnung und damit den Be­ginn einer Oase ankündigte. Ein paar Minu­ten später hielten wir irgendwo im Dunkeln.Sind wir schon am Hotel?" hieß es. jawohl, alles aus- steigen!" Man mußte erst um das Wagenungetüm herumgehen, um die Lehmwand und die Türöff­nung zu finden, hinter der es in einen zementierten Korridor mit einer Reihe von Zellentüren ging. Zwei saubere Betten waren der ganze Komfort, kein Tisch', kein Stuhl, nur ein paar eiserne Hocker, nicht einmal ein Wasserglas, und für die Beleuch­tung ein Kerzenstumpf das war alles.

Endlich also ist die Sache zünftig afrika­nisch geworden? In Salah liegt 1370 Kilometer von Algier, ist jedoch immer noch nicht die geo­graphische Mitte der Wüstenstrecke. Es besteht aus einem großen Dattelpalmenwald und einer völlig aus Lehm gebauten Siedlung, die einen Kilometer auseinanderliegen. Trotz des primitiven Materials sind die amtlichen Gebäude, Kommandantur, Ka­serne, Post usw. stattlich und durchweg bereits im dekorativen Lehmstil des nördlichen Sudan gebaut. Rührend ist es zu sehen, wie auf der Hauptstraße rechts und links Blumenbeete mit blühender Kapuzinerkresse, Levkojen und anderen heimischen

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und Viehdoktoren, und rechte Wohltäter der Ein­geborenen.

Es ist noch nicht zwanzig Jahre her, als dq Pariser Automobilfabrikant Citroen mit feinen Raupenschleppern zuerst versuchte, die Sahara durchqueren. Heute führt die Fahrstraße in langen kunstvoll herausgearbeiteten Kehren die steilsten

Stadt Solingen das Ehrenbürgerrecht. Solingen, 3. April 1938. Dr. Otto, Bürgermeister."

gesät und geerntet werden. Aus Gerstenmehl ohne Sauerteig werden die flachen Brote gebacken, die für den Wüstenbewohner eine kostbare Speise sind. Auf dem Markt sieht man, in wenig appetitliche, fliegenbedeckte Klumpen zusammengepreßt, die Dat­teln, die zugleich Nahrung und Ausfuhrartikel sind. Fleisch scheint in den Oasen ziemlich viel gegessen zu werden, was sich wohl dadurch erklärt, daß die Sol­daten, Beamten und die manchmal durchkommenden Fremden verhältnismäßig viel Geld unter die Leute bringen.

Die Franzosen sind nach dem Krieg von 1870/71 ganz planmäßig in die Sahara eingedrungen. Das Vorgehen über die enormen Durststrecken ohne alle Fahrzeuge kann man sich kaum schwierig genug denken. Die Bevölkerung, meist arabisch sprechende Halb- und Dreioiertelneger, versuchte überall Wider­stand zu leisten, aber bis an die Grenze des Tua­reg-Gebiets, das mir nun bald erreichen werden, brauchte die Truppe keine großen Opfer zu bringen. Von den Kulturleistungen Frankreichs in der Sa­hara, namentlich auch auf medizinischem Gebiet, kann man nur mit hoher Achtung svrechen; die französischen Aerzte sind alles zugleich; innere Mediziner, Chirurgen, Apotheker, Zahnärzte

Geländebrüche auf und ab. Als aber die erste, Automobile vor diesen Felsschluchten und Abstürze, erschienen, wie wir gestern bei Sonnenuntergang einen landschaftlich prachtvollen erlebten, be, Bruchrand des Plateaus von Tademait gegen 3, Salah, da mag ihnen bänglich genug zu Mute ge, wesen sein. Die großartigsten Stellen des Weges, heißt es, ständen uns aber noch bevor!

Der Führer und Reichskanzler übermittelte dem General der Infanterie, Freiherrn v. Lütt- w i tz , zur 60. Wiederkehr des Tages feines Dienst­eintritts folgendes Glückwunschtelegramm: ,Lhrer Verdienste gedenkend, spreche ich Ihnen anläßlich des 60jährigen Gedenktages Ihres Diensteintritts meine herzlichen Glückwünsche aus. Adolf Hitler."

Die berühmte Schwertschmiede des Reiches, S o - l i n g e n , hat dem am 3. April 1933 an den Füh­rer und Reichskanzler verliehenen Ehren­bürgerrecht der Stadt in einzigartiger sym­bolischer Form Ausdruck gegeben. DieUrkunde" darüber, nach uralter Solinger Tradition ein mit­telalterlich gestaltetes Kreuzschwert, dessen Entwurf von dem Fachschuloberlehrer Prof. Paul W o e n n e stammt, ist jetzt fertiggestellt wor­den. Die kunstvoll geschmiedete Klinge aus Damas­zener Stahl trägt silbertauschiert die Widmung: Dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ver­leiht in diesem Schwert, ihrem edelsten Symbol, die

Der Schweizerische Bundesrat hat sich in seiner Donnerstagvormittagssitzung mit einem Artikel der sozialdemokratischenBerner Tagwacht" und einem dadurch hervorgerufenen Protest der deutschen Gesandtschaft in Bern befaßt. Im Anschluß wurde eine offizielle Mitteilung aus- gegeben, die besagt, daß die Redaktion derBerner

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Im Rahmen der baulichen Neugestalung der Reichshauptstadt ist auch ein privates Projekt besonders bemerkenswert, das von der IG.-Farbenindustrie AG. ausgearbeitet wurde. Nach dem Entwurf der Architekten Professor Paul M e b e s und Regierungsbaumeister Emmerich wird an der Ecke Unter den LindenNeue Wilhelmstraße ein neuer großer Kolonnadenbau errichtet. Unser Bild zeigt das Modell dieses neuen Riesenbaues. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Kleine politische Nachrichten.

Das vorläufige Ergebnis der von der DAF. durchgeführten 6. Reichsstraßensammlung am 26. und 27. März, die unter dem Eindruck der glück­lichen Heimkehr Oesterreichs stand, beträgt 6 851 083 Mark 18 Pf. Das Ergeonis liegt um rund drei- viertel Millionen Mark über dem bisher bei ewet Reichsstraßensammlung überhaupt erzielten Höchst­aufkommen. Das Ergebnis der von der DAF. durchgeführten ersten Reichsstraßensammlung im WHW. 1937/38 belief sich auf 6120 456,13 Mark.

imr der vollst« frofefiot Dr.Joha !ir unb langsähr carte Rossitten, i 5 ter von 14 Jc hienemanns üb vilsenschastliche !

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