volkliche Äugend. Vielleicht ist das, was wir das Schicksal des deutschen Volkes nennen, in hohem Maße auch durch seine geographische Lage bedingt, da es nun einmal das Volk der europäischen Mitte mit gleichsam offenen Grenzen ist, eingeengt im gefährdeten Raum, mit Argwohn von den Nachbarvölkern beobachtet. Nun sind wir, nach einem beispiellosen Heldentum im Weltkrieg und einem in der Geschichte wohl beispiellosen diktierten Frieden, der das Gebäude unsers volklichen Seins bis in die Grundmauern erschüttern ließ, wieder ein freies Volk der Kraft und der Ehre geworden, das nicht mehr Spielball fremder Mächte, sondern selbst- bestimmend in der Lage ist, nach der Ueberwinduna einer ihm zugewiesenen passiven Lebensrolle sich aktiv eine neue deutsche Wirklichkeit zu schaffen. Wir haben — im übertragenen Sinne — den Stein von der Tür des Grabes gerückt und haben Grund, die österliche Auferstehung unsrer volklichen Befreiung zu feiern. Wir wissen auch und können es auch ohne Selbstüberhebung aussprechen, daß uns, rückblickend auf das Geleistete an Werken und Werten zum Segen der Menschheit, noch weitere und bedeutsame Aufgaben von der Vorsehung bestimmt sind, ohne geringer zu denken von dem, was auch andre Völker an großen und wegweisenden Beiträgen der Welt geschenkt haben.
Än der jungen Kraft unsers Volkes ruhen, das fühlen wir, noch viele ungehobene Möglichkeiten der Entwicklung. Wir vertrauen auf den österlichen Geist, der uns die Zukunft erst eröffnet, auf der „Frühlingsfeier freies Glück", das uns hineinführt in das Walten edlerer Kräfte im Goetheschen Sinne. Was brauchen wir dazu, um auf diesen Weg zu gelangen?
Da fiel mir ein Spruch in die Hand, ein altes Wort aus des Justus Gesenius Buch „Von der Auferstehung", das eine wahrhaft zeitlose Einsicht enthält:
„Das ist die reiche osterbeut, Der wir theilhafftig werden, Fried, fremde, heil, gerechtigkeit Im Himmel und aufs erben." Das schrieb Gesenius ungefähr ein Jahrzehnt nach dem Dreißigjährigen Kriege, 1657, und es hat eine überraschende aktuelle Bedeutung gerade auch nach dem mörderischen Völkerringen des Weltkriegs. Sollen wir nicht diese „osterbeut" auch unserm Volke von neuem wünschen? Frieden braucht es, daß es in Würde und Ehre weiter aufwärts zu steigen vermag in den Geltungsbereich der führenden Stimmen der Erde; von Freude werde die Arbeit bewegt, den Wohlstand zu mehren und die Wohlfahrt aller zu pflegen; Heil und Segen ruhe auf allen Werken der Kraft des Geistes und der Hände, die berufen sind, uns eine neue Zukunft zu schaffen; und es werde uns — dies nicht zum wenigsten, was wir so lange entbehrt haben und noch immer entbehren — Gerechtigkeit im Urteil der Welt. D. H. Sarnetzki.
Von Tschammer und Osten Staatssekretär.
Berlin, 14. April. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick dem Reichssportführer von Tschammer und Osten den Rang eines Staatssekretärs verliehen.
Amerikas Flottenaufrüstung
Bau von 45000-Tonnen-Schlachtfchiffen.
Washington, 15.April. (DNB.) Nach längeren Verhandlungen genehmigte der Marineausschuß des Senats am Freitag die Flottenauf- r ü st u n g s v o r l a g e, die insgesamt 1156 Millionen Dollar vorsieht. Dieser Betrag übersteigt den vom Abgeordnetenhaus bereits angenommenen Gesamtbetrag um 35 Millionen Dollar. Senator Walsh, der Vorsitzende des Ausschusses, erklärte, der Ausschuß habe die Aenderungen der Flottenvorlage gutgeheißen, um dem Marineministerium den Bau von drei 45000-Tonnen- Schlachtschiffen zu gestatten. Die Baukosten für jedes dieser Schiffe werden auf 90 Millionen Dollar geschätzt. Der Marineausschuß des Senats hat ferner die Erhöhung des Tonnengehalts der beiden vorgeschlagenen Flugzeug- träne r genehmigt, sowie den Bau von 26 Hilfsschiffen gegenüber den 22, die in der Flottenoorlage des Abgeordnetenhauses vorgesehen waren. Gestrichen hat der Ausschuß aus der Vorlage den Posten von 15 Millionen Dollar für Versuchszwecke der Marine.
Lllrich-von-Hutten-Ausstellung in Schlüchtern
Ulrich von Hutten, der große Rufer im Streit um deutsche Freiheit und Einigkeit wurde am 21. April 1488 auf der Steckelburg bei Schlüchtern geboren. Aus Anlaß feines 45 0. Geburtstages findet in Schlüchtern eine große Hutten-Ausstellung statt. Sie wird Originaldrucke aller Werke Huttens und seiner Mitkämpfer, darunter seltene Werke Eobanus Hesses und Willibald Pirckheimers zeigen. Auch Oiginaldrucke der Schriften Franz v. S i ck i n- g e n s werden zu sehen sein. Daneben Oriainalbriefe Huttens und Sickingens, Dokumente der Vorfahren Huttens sowie Funde aus der Steckelburg. Die Ausstellung wird ergänzt durch zahlreiche Bildnisse Huttens und seiner Zeitgenossen. Das Protektorat hat Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger übernommen. Am 5. Juni beginnen die Ulrich-oon-Hut- ten-Festspiele auf der Steckelburg. Aus der im vergangenen Jahre neu errichteten Freilichtspielstätte im Burghof wird allsonntäglich das Hutten-Festspiel von Erich Bauer unter der Regie Bauers zur Aufführung gelangen. Die Darstellung haben Mitglieder des Gießener Stadttheaters übernommen.
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NSG. Die für den 21. April angekündigte Feierstunde auf der Steckelburg aus Anlaß der 450. Wiederkehr des Geburtstages Ulrich von Huttens, bei der Reichsleiter Alfred Rosenberg sprechen sollte, wird im Hinblick auf die nach dem Wahlkampf angeordnete Dersammlungsruhe verschoben. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Hutten-Ausstellung wird am 21. April durch Gauleiter Sprenger feierlich eröffnet.
Vertrieb von Lichtbildern Deutschösterreichs unterliegt der Prüfung und Genehmigung.
Das Reichsluftfahtministerium weist daraufhin, daß nach der Vereinigung Deutschösterreichs mit dem Reich nunmehr auch der Vertrieb von Luft- bildern Deutschösterreichs verboten und strafbar ist. Das gilt auch für alte Luftbilder von Deutsch-Oesterreich, die vor 1938 hergestellt worden sind. Sollen solche Bilder in Verkehr gebracht wer- Den, müssen sie vorher von der Prüfstelle für Luftbilder im Reichsluftfahrtministerium freigegeben werden.
Beitrag zum europäischen Frieden.
Das engUsch-italienische Abkommen beendet gefährliche Spannungen. — Oie Achte Berlin-Rom ist das Grundelement der tatsächlichen europäischen Lage.
Rom, 15. April. (DNB.) Am Vorabend der Unterzeichnung des englisch-italienischen Abkommens am Samstagnachmittag in Rom betont die römische Presse, die „Richtschnur zur Zusammenarbeit" stelle einen konkreten Beitrag für den europäischen Frieden dar, was auch vom gesamten Ausland mit Ausnahme der bekannten antifaschistischen Kreise anerkannt werde.
Der Direktor des „G i o r n a 1 e d ' I t a l i a" erklärt, die Rückkehr zu einer freundschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit stelle gerade in einem Augenblick, wo auf der Außenpolitik Europas und der Welt so viele Probleme lasteten, eine wesentliche Voraussetzung zur Stabilisierung des europäischen Systems dar. Dieses neue System der Klärung und Uebereinkommen zwischen Italien und Großbritannien diene dem Frieden und der internationalen Zusammenarbeit sowie dem gegenseitt- gen Schutz der nationalen und imperialen Interessen der beiden Mächte, habe aber keine polemische Spitze gegen diese oder jene Nation.
„Die italienische Politik", so betont das halbamtliche Blatt, „bleibe unverbrüchlich an die vom Duce eindeutig definierte Linie gebunden, die im System der internationalen Abkommen verankert ist. Es ist nicht Brauch der italienischen Politik, sich nach dem winde zu drehen und nach den Jahreszeiten zu ändern. Sie verfolgt ihren durch den Grundpfeiler der Achse Rom — Berlin bestimmten Kurs, den das neue italienisch-englische Abkommen in keiner Weise berühren kann. Die beiden Richtlinien, die von Rom nach Berlin und heute nach London ausgehen, zielen beide, wenn auch mit verschiedenen Funktionen und Wesenszügen sowie zu verschiedenen Zeiten reif geworden, auf den Frieden und eine neue und dauerhafte Ordnung in Europa hin. Sie schalten sich gegenseitig nicht aus und stehen auch nicht im Widerspruch zueinander.
Dies ist Roms entschiedene Ueberzeugung und Taktik, die auch durch die Tatsache bewiesen wird, daß die italienische Regierung die deutsche Regierung über den Gang der Verhandlungen ständig auf dem laufenden gehalten hat."
„M e s s a g g e r o" erklärt, das Abkommen beschließe endgültig eine Periode der Spannungen, die zuweilen einen sehr ernsten Charakter angenommen hätten, und schaffe die für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit günstige Atmosphäre. Die Zukunft werde unter das Zeichen der erneuerten Freundschaft gestellt. Das sei nicht etwa nur für Italien und England von unschätzbarem Wert, sondern für alle Länder. Die Ankündigung des erfolgreichen Abschlusses der italienisch- englischen Besprechungen habe in der Tat überall lebhafte Genugtuung ausgelöst und die günstigste Beurteilung gefunden. Es fehlten freilich auch Stimmen nicht, betont das Blatt, die versuchten, Mißverständnisse zu schaffen, absurde Hoffnungen au wecken und unerlaubte Spekulationen zu versuchen. Derartige Manöver müsse man sofort zurückweisen. Einige französische Blätter möchten von einer möglichen „Rückkehr zur Stresa-Front und einem bevorstehenden Zusammenbruch der Achse Rom—Berlin" faseln.
„Die Achse Rom—Berlin“, erklärt der „IHef- faggero“ demgegenüber, „bleibt unberührt und unerschütterlich." Diejenigen, die die Vergangenheit und längst zerstörte Positionen wieder aufleben lassen möchten, stünden nicht nur außerhalb jeder historischen Realität, sondern über
sähen geflissentlich alle politischen Regeln.
In seinen Verhandlungen mit England habe Italien nie irgendwelche Einwände hinsichtlich der englisch- französischen Beziehungen erhoben. Es wäre wünschenswert, daß auch von französischer Seite nicht etwa der Anspruch erhoben werde, die italienischenglische Wiederannäherung zum Vorwand für eine Einmischung in die Beziehungen zwischen Nom und Berlin zu nehmen; ebenso wünschenswert wäre es, daß man in Frankreich, anstatt sich ein Bild von der Lage zu machen, das den eigenen Wünschen entspricht, endlich die reale Lage erblicke.
Die Achse Rom—Berlin stelle heute jedenfalls das Grundelement der tatsächlichen europäischen Lage dar.
Auch der Mailänder „Coxriere della Sera" unterstreicht, daß die Unterzeichnung des italienisch- englischen Abkommens weder außerhalb der Politik der Achse Berlin—Rom liege, noch gegen sie gerichtet sei. Es könne vielmehr einen ersten Schritt zu einer allgemeinen Entspannung bilden, denn die italienisch-englischen Beziehungen seien nicht Selbstzweck. Logisch sei es natürlich, daß man ihre Entwicklung zunächst abwarten müsse, bevor man ihre ganze Tragweite abschätzen könne.
, Nach der „Stampa" ist man im Begriff, ein langes und schmerzliches Kapitel in den italienischenglischen Beziehungen abzuschließen, in dem geschichtlich nicht widerrufliche Ereignisse vorgefallen seien. Chamberlain komme das Verdienst zu, diese erkannt und mit Verständnis ausgenommen zu haben, so daß ein
unüberwindlicher Gegensatz mit dem britischen Imperium habe vermieden werden können.
Nun könnten Italien und England nach einer Erweiterung des Atemraumes das Werk der Zusammenarbeit auf dem Boden der moralischen, polittschen und strategischen Gleichheit aufnehmen.
Dämpfer für Paris.
P a ris, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Samstag-Frühblätter geben sich erneut alle Mühe, eine Aussöhnung Frankreichs mit Italien als äußerst wünschenswert darzustellen. Allerdings hat diese Stimmungsmache einen fühlbaren Dämpfer erhalten, nachdem die in den Vortagen mit ungezügeltem Eifer vorqebrachte Hoffnung auf Wiederherstellung der Stresa- Front und auf eine Abkühlung der Freundschaft Rom —Berlin von der italienischen Presse mit Entschiedenheit negativ beantwortet worden ist.
Wehleidig beifjt es im „M atin", ohne offen von einem Dreieck London — Rom — Berlin zu sprechen, machten die italienischen Leitartikler
jederzeit Andeutungen auf diese neue Figur der europäischen Polittk.
In Rom stelle man ganz klar eine Bedingung: Eine eventuelle französisch-italienische Annäherung müsse unter Berücksichtigung der Achse Rom—Berlin und im Rahmen der deutschitalienischen Freundschaft aufgefaht werden. Eine Beeinträchtigung dieser Freundschaft werde in keiner Weise irgendwelche Bestrebungen zu einer Bereinigung zwischen Rom und Paris begünstigen.
Die Wintermonate sind eine starke Belastungsprobe für die Gesundheit. Besonders Kinder befinden sich, ohne eigentlich krank zu sein, am Ende des Winters oft in einem Zustande der Erschöpfung und Schwäche, welcher demjenigen nach schwerer Krankheit ähnlich ist. Die Ursache ist eine leichte Störung des Stoffwechsels, die durch die winterliche Ledens- und^Ernährungsweise bedingt ist.
Ein gutes Kräftigungsmittel dürfte in dieser Zeit besonders angebracht sein. Geben Sie Ihrem Kinde zur Appetitsteigerung und Kräftigung täglich einen Löffel Bioferrin, welches auf den Allgemeinzustand günstig einwirkt und das körperliche Wohlbefinden und frische Aussehen bald wiederherstellt. Es ist wohlschmeckend und für Magen und Darm unschädlich. 2665 V
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Jta-ienische Absage.
Kein Interesse an Frankreichs Generalstabsplänen.
Rom, 15. April. (DNB.) Zu den Nachrichten über eine Art militärischer Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich erklärt „Teuere", daß Frankreich zur Wieder
erlangung seiner Hegemoniestellung heute die Volksfrontpolitik abschwäche, und da es nicht die Kraft habe, diese Positionen mit eigenen Mitteln wieder zu erobern, sich an England wende. Die Meldung, daß bereits Besprechungen zur Vereinigung der englischen und französischen Luftstreitkräfte unter dem Kommando eines französischen Generals im Gange seien, müsse man als geradezu sensationell ansehen. Die erste internationale Kundgebung der neuen französischen Regierung bestehe in dem Versuch, die militärische Stellung einer Großmacht für die Bedürfnisse einer sinnlosen und bankerotten Politik zu kompromittteren.
Das Programm einiger englischer konservativen vorn Typ Churchills, die die polizeigewatt der Welt den vereinigten Kräften Frankreichs und Englands anvertrauen möchten, d. h. eine englische Hegemonie zur See und eine französische zu Lande zu schaffen wollen, fei lächerlich und veraltet.
Die Zetten, in denen man Europa in zwei Lager teilen konnte, auf der einen die Braven, auf der anderen die Bösen, die Wärter und die Bewachten, seien für immer vorbei. Während England sich von diesen Gedankengängen freigemacht Halle, versuche Frankreich, sie wieder auferstehen zu lassen und als harmlose Vorsichtsmaßnahme zu tarnen. „Militärische Abkommen, an denen Frankreich teilnimmt, interessieren direkt alle Mittelmeerstaaten und vor allem Italien wegen der besonderen Stellung, die es nach der Eroberung des Imperiums einnimmt.
Sollten sich die pläne, die die englische presse den französischen Ministern zuschreibt, als Tatsachen erweisen, sei es angebracht, sofort zu erklären, daß eine Entspannung in Europa nicht möglich sein wird, wenn man versucht, tendenziöse Ausgleichsposten in den Rahmen aufrichtiger Uebereinkommen hineinzuschmuggeln.
Frankreich hat natürlich bas größte Interesse, Italien mißtrauisch zu machen. In Europa haben allerdings nur noch wenig ein Interesse, sich für Frankreichs Spiel herzugeben."
Londoner Erwartungen.
Die „Simeer sieht immer noch Schwierigkeiten.
London, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Londoner Morgenpreffe befaßt sich mit dem englisch - französischenAbkommen, bas heute in Rom unterzeichnet und in Rom und London gleichzeitig veröffentlicht wird. Ein Teil der Blätter knüpft an bas Abkommen bereits Kombinationen über bie Möglichkeiten eines französisch-italienischen Abkommens. Einige anbere Blätter lassen auch bie Hoffnung auf bas Zustandekommen eines Viermächtepaktes durchblicken.
Der diplomatische Korrespondent der „Time s" schreibt, wenn der Text bes römischen Abkommens veröffentlicht worben sei, werbe man feststellen, baß ein Teil ber Bedingungen für die Wieberherstellung der Freundschaft London—Rom noch zu erfüllen bleibe. Die beiben Hauptprobleme, bie noch immer als Schwierigkeiten anzusehen seien, blieben bie An erfennung der italienischen Eroberungen in Ostafrika und bie Zurückziehung ber italienischen Freiwilligen aus Spanien. In Genf werbe Sowjet
rußland wahrscheinlich darauf bestehen, daß die äthiopische Frage vor bie Vollversammlung gebracht werbe, wo sie infolge ber Nichterzielbarkett einer Einstimmigkeit eine neue Verzögerung erleiden werde. Was die Freiwilligenfrage angehe, so stoße die britische Vorbedingung für das Inkrafttreten des englisch-italienischen Abkommens — nämlich eine zumindest substantielle Zurückziehung — auf Schwierigkeiten, wenn der Krieg in Spanien bis zum Ende bes Sommers anbauere, wie es bie Ansicht ber Sachverstänbigen sei. Immerhin könnten biefe Schwierigkeiten bei bem guten Willen, ber in bem Vorwort in bem Abkommen von beiden Seiten zum Ausdruck gebracht werde, überwunden werden.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" befaßt sich ebenfalls noch einmal mit Einzelheiten des Abkommens, wobei er insbe- sottdere auf die Unwahrscheinlichkeiten von Landabtretungen am Tanasee eingeht.
Die jüdische Vorherrschaft in Ungarn.
Ein Dokument über die Verjudung des ungarischen öffentlichen Lebens.
Budapest, 15. April. (DNB.) Die nunmehr dem Abgeordnetenhaus zugestellte B e - grünöung der Regierung zum Iudengesetz nimmt in ber Regierungs- und Rechtspresse einen hervorragenben Platz ein unb wirb fast im Wortlaut miebergegeben. Die Begründung entrollt ein erschütternbes Bild bes jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des ungarischen Lebens. Eindringliche statistische Angaben bekräftigen die unerläßliche Notwendigkeit dieser Regierungsmaßnahme.
Ausgehend von der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, stellt die Begründung fest, daß
das Judentum in den letzten 90 Jahren von
241 000 auf 851 378 Personen angewachsen sei. Nachdem die Juden, wie üblich, zunächst das wirtschaftliche Leben an sich gerissen hätten, habe sich das Judentum dann sämtliche geistigen Gebiete des ungarischen Lebens angeeignet. Weder der Krieg, noch die Nachkriegszeit hätten dem unaufhaltsamen Vordringen der Juden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens einen Damm fetzen können. Besonders in der Industrie habe sich die Zahl der Juden erhöht. Die jüdischen Handelsange st eilten seien auf 5 2,8 v. H. angewachsen.
Die Statistik zeige, daß das Judentum in Ungarn in jeder Beziehung im wirtschaftlichen Leben ein weit größeres Gebiet einnehme, als ihm zustehe.
Diese Erkenntnis habe bereits vor dem Kriege Unruhe hervorgerufen. Die schweren wirtschaftlichen Verhältnisse der Nachkriegszeit aber hätten in gesteigertem Maße die Aufmerksamkeit auf den Umstand gelenkt, daß das Judentum trotz aller Wirtschaftskrisen seinen Besitz noch zu steigern vermochte.
Wie in ber Jnbustrie, habe auch bas Gleichgewicht zwischen Juden und Nichtjuden in den freien Berufen wiederhergestellt werden müssen, schon um eine Hebung ber trabitionellen Werte bes Un- gartums herbeizuführen, ba nicht zu leugnen sei, daß jübische Elemente niemals Träger unb Vermittler wahrer ungarischer Geistigkeit sein könnten.
Schließlich weist die Begründung auf die Notwendigkeit des Wirkens der P r e f f e im nationalen unb christlichen Geist hin.
Eine umfassende statistische Uebersicht weist die Beteiligung des Judentums an der presse allein in Budapest mit 35,3 v. h.» am Theaterleben
mit 30,3 v. h. aus. Der Anteil der jüdischen Rechtsanwälte für Budapest betrug im Jahre 1930 55,8 v. h. und der jüdischen Aerzte 54,5 v.H. Dabei gilt diese Statistik nur für das konfessionelle Judentum!
Abschließend stellt die'Begründung die Dringlichkeit des Inkrafttretens des Judengesetzes sofort nach Verkündung besonders heraus. Sollten sich Unternehmungen diesen Bestimmungen widersetzen oder versuchen, das Gesetz zu umgehen, so stellt die Regierung zu Lasten des Unternehmens einen behördlichen Leiter an die Spitze des Betriebes, der die Geschäftsführung so lange beibehält, bis das Unternehmen seinen Verpflichtungen nachgekommen ist.
Ungarische Inden treiben Boykotthetze.
Bisher 10 Verhaftungen.
Budapest, 15. April. (DNB.) Die Polizei hat am Freitag hundert jüdische Angestellte verschiedener Firmen einem strengen Verhör unterzogen, die beschuldigt werden, Flugzettel her- gestellt und verteilt zu haben, in denen das Iu - bentum zum Boykott rein ungarischer Unternehmen aufgeforbert wirb. Es hanbelt sich anscheinenb um eine Protestaktion jübischer Kreise gegen bas Jubengesetz der Regierung.
In den letzten Tagen war in den Straßen Budapests eine große Anzahl solcher Flugzettel zur Verteilung gelangt, und einige jüdische Zeitungen fühl- ten sich sogar veranlaßt, die Hilfe der Polizei gegenüber diesen, den Pfeilkreuzlern von den Juden in die Schuhe geschobenen Störungsakt anzurufen. Die Polizei hat bisher zehn jüdischeHandlungs- lungsgehilfen in Haft behalten, wodurch der Beweis für den wahren Ursprung der Hetze klar erbracht ist. Die polizeilichen Erhebungen dauern an.
Die geheimen Kurzwellensender in der Sowjetunion.
Warschau, 15. April. (DNB.) Die die polnische Presse zu berichten weiß, ist der von der GPU. fieberhaft gesuchte geheime Kurzwellensender noch immer in der Sowjetunion tätig. „Kurjer Czerwonny" meldet, daß in Moskau 12


