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dazu, zwei Zimmerstühlen und einer Fußbank in drei verschiedenen Mustern möchte ich weiten Krei­sen der Bevölkerung vor Augen führen, was schwer beschädigte Körperbehinderte mit einer Hand zu leisten vermögen."

Dieses Bekenntnis eines schwerbeschädigten Ar- beitskameraden muß allen denen, die im Vollbe­sitz ihrer Kräfte sind, die Verpflichtung auferlegen, bei der großen Leistungsschau aller Schaffenden nicht zurückzustehen.

Gießener Wocheumarktpreije.

* Gießen, 15. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 9, Eier, ausländische Kühlhauseier, Klasse B 10%, Wirsing, kg 9, Weißkraut 7, Rotkraut 9, gelbe Rüben 10, Karotten, 1kg 25, rote Rüben, % kg 6 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 15 bis 30, Feldsalat, 1/10 8bis 10, Tomaten, % kg 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meer­rettich 35 bis 55, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kar­toffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mark, Aepfel, Yi kg 35 bis 55 Pf., Nüsse 48 bis 60 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppen­hühner 90 Pf. dis 1 Mark, Gänse 1 bis 1,20 Mark, Blumenkohl, das Stück 20 bis 50 Pf., Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf.

*

** Dienstjubiläum. Am 9. Dezember waren es 25 Jahre, daß das Gefolgschaftsmitglied Georg

Hermann Müller als Pfleger in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Gießen tätig war. Der Be­triebsführer, Direktor Dr. Schneider, sprach dem Jubllar Dank und Anerkennung für seine treue und tadellose Dienstzeit aus.

**Melstervorbereitung derElektro- Installateure. Die «Deutsche Arbeitsfront teilt mit: In Zusammenarbeit mit der Elektto-Jnstalla- teur-Jnnung beginnt am 10. Januar 1939 in Gie­nen der Vorbereitungslehrgang auf die Meister­prüfung für Elektro-Installateure Alle Elektro- Installateure, die bis Ende 1939 chre Meisterprü- ung abaelegt haben müssen, werden aufgefordert, ich bis spätestens 31. Dezember 1938 bei der Deut- chen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, schrift­lich anzumolüen. Auch die Elektro-Jnstallateure, die ihre Meisterprüfung erst später ablegen wollen, kön­nen teilnehmen. In Frage kommen die Teilnehmer aus den Kreisen Gießen, Friedberg, Wetzlar, Als­feld und Lauterbach.

.** Verteilung von Aepfeln, Apfel­sinen und Zwiebeln für die Fe st zeit. Um allen Verbaucherschichten die Bezugsmöglich- keiten in Obst für die Zeit zu sichern, verteilt der Gartenbauwirtschaftsoerband Hessen-Nassau ab 15. Dezember aus den Lagerbeständen und fort­laufenden Lieferungen zusätzliche Mengen von Aep- feln, Apfelsinen und Zwiebeln an die Großverteiler. Die Ladengeschäfte und die ambulanten Händler werden durch die zuständigen Wirtschaftsgruppen beliefert, so daß eine gleichmäßige Belieferung aller Gebiete erreicht wird.

Tagung der Veterinärmedizinischen GeseWast.

Die Dezember-Sitzung der Veterinärmedizinischen Gesellschaft Gießen fand diesmal am Morgen des Eintopfsonntags statt. Zahlreiche Mitglieder, Stu­dierende und Gäste waren der Einlgduna der Ge­sellschaft gefolgt: unter den vom Vorsitzenden, Prof. Dr. C. Krause, besonders begrüßten Gästen sah man den Heeresgruppenveterinär 2, Generaloeteri- när Dr. Eckert, und die Divisionsveterinäre der 9. und 15. Division, Oberstveterinäre Dr. Garn und Virchow.

Zunächst sprach als Gast der Gesellschaft Prioat- dozent Dr. G r a tz l (Wien) überDie Angina bei unseren Haustieren mit besonderer Berücksichtigung der des Pferdes". Dr. Gratzl überbrachte die Glückwünsche und Grüße der Wiener Schwester­gesellschaft und ging dann auf die unter dem Sam­melnamen der Angina bei den verschiedenen Haus­ieren auftretenden Rachenentzündungen ein. Der menschlichen Angina ist die Erkrankung beim Hund am ähnlichsten: in beiden Fällen spielt sie sich im vorderen Rachenraum und an den Mandeln ab. Sie tritt beim Hund als selbständige Krankheit, nament­lich auch zur Winterszeit (Schneefiessen), auf und wird daneben nicht selten im Verfolg spezifischer Erkrankungen (Stuttgarter Hundeseuche, Staupe) beobachtet, wie umgekehrt die erkrankten Mandeln vielfach Krankheitserregern als Eintrittspforte die­nen. Bei Katzen ist die Angina seltener und kommt dann häufig zusammen mit der Katzenstaupe vor. Auch beim Schwein und den kleinen und großen Wiederkäuern ist sie weniger bekannt. Grundver­schieden von den anderen sind die Verbaltnisse beim Pferd, desien beiderseitige Luftsäcke als Hilfsapparate für den Schlingvorgang eine besondere physiologische Bedeutung haben und im Erkrankungsfalle ein cha­rakteristisches Symptomenblld bedingen. Kennzeich­nend für die Angina ist die Behinderung des Schluckaktes, die bei den vorgenannten Tieren durch eine Verengung im Uebergang von der Mund- zur Rachenhöhle, beim Pferd im Uebergang von der Rachenhöhle in den Schlund verursacht wird. Zum Schluß seiner mit zahlreichen Lichtbildern erläuter­ten Ausführungen ging der Vortragende noch auf die Erkennung und Behandlung der Angina ein, wo­bei er aus dem reichen Erfahrungsschätze der Wie­ner Inneren Tierklinik schöpf'n konnte.

Den zweiten Vortrag hielt Dr. med. vet habil. Erich Traub (Gießen) überDie amerikanische Pferdeencephalitis im Vergleich mit anderen Ence­phalitiden der Pferde". Er ging dabei auf eine in Deutschland nicht vorkommende, von ihm während seiner sechsjährigen Tätigkeit am Rockefeller-Jnstitut in Princeton/N. I. mitbearbeitete amerikanische Pferdeseuche ein, die in ihrem Wesen eng verwandt ist mit der in Deutschland und besonders auch in Hessen häufigen ansteckenden Gehirn- und Rücken- marksentzündunq, der sogenanntenBornaschen Krankheit" der Pferde. Der Vortragende stellte beide Erkrankungen in ihren pathologisch-anatomischen Erscheinungen und den biologischen Unterschiedlich­keiten ihrer Erreger, die beide in die Gruppe der filtrierbaren Virusarten gehören, einander gegen­über und fand mit seinen Ausführungen besonderes

Interesse, da Prof. Dr. Zwick,^>er frühere Direk­tor des hiesigen Tierseuchen-Jnstitutes, und feine Mitarbeiter wesentlichen Anteil an der Erforschung der deutschen Bornaschen Krankheit haben, und die Gehirnkrankheiten der tierärztlichen Wissenschaft noch große Aufgaben stellen.

Anschließend versammeUen sich die Sitzungsteil­nehmer, in den festlich geschmückten Räumen der veterinärmedizinischen FakuUät zum gemeinsamen Eintopfessen. Der großen sozialen Pflichten dieses Winters wurde dabei durch eine besondere Büchsensammlung Rechnung getragen.

Dann lief der von der IG.-Farbenindustrie (Beh- ringwerke-Leverkusen) gedrehte erste tierärzlliche Tonfilm:Störung der Fortpflanzung bei Pferd und Rind". Der inhaltlich und aufnahme- technisch sehr gut gelungene Film wurde unter Mit­wirkung von Prof. Dr. Küst (Gießen) und Prof. Dr. A b e l e i n (München) von Prof. Dr. Götze (Hannover) für den Fachmann bearbeitet und fand lebhaften Beifall.

Oer Verkehrsunfatt beim Bahnhof Mücke. (Einer der verletzten gestorben.

Von den drei Verletzten bei dem gestern von uns bereits gemeldeten schweren Unfall an dem schrankenlosen Bahnübergang der Strecke Mücke Laubach in der Nähe der Station Mücke ist der 27 Jahre alte Willi Werkensen aus Dettersen (Dez. Altenkirchen) am gestrigen Mittwochnachmittag m der Chirur­gischen Klinik zu Gießen an seinen schweren Schädel- und BrustVerletzungen gestorben. Der Vater des Toten, Heinrich Werkensen, und dessen Schwiegersohn Müller befinden sich mit einem Unterkieferbruch bzw. mit einer Verletzung der Zunge noch in der Klinik. Bei dem Unfall dürfte wohl auch der st a r f e Nebel am gestrigen Mittwochmorgen im Bereich der Unfallstelle eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Arzt weaen Abtreibung zu 8 Zähren Zuchthaus verurteilt.

Lpd. Hanau, 14. Dez. Das Schwurgericht hat nach fünftägiger Verhandlung den 42jährigen, seit­herigen praktischen Arzt Dr. Sch me ltz e r aus Büdesheim in Oberhessen wegen gewerbsmäßi­ger vollendeter Abtreibung in drei Fällen und wegen versuchter gewerbsmäßiger Abtreibung in einem Falle zu einer Gesamtzuchthausstrafe von acht Jahren verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt und ihm die ärztliche Be­rufsausübung auf die Dauer von fünf Jahren unter« jagt.

Schmeltzer war früher in Baden tätig und be­reits vom Schwurgericht in Mosbach wegen Ab- treibung zu IVt Jahren Gefängnis verurteilt wor­den. Er verlegte später seinen Wohnsitz nach Bü­desheim in Oöerhessen.

S.Uport

Fußball und Turnen im Tv. Treis.

Treis I Krofdorf I 0:5.

Am Sonntag war auf dem hiesigen Sportplatz Hochbetrieb, denn beide Mannschaften, die erste und die Jugendmannschaft, hatten Gäste von aus­wärts. Die erste Mannschaft hatte die des Sport- Vereins Krofdorf als Gegner und mußte eine 0:5- Niederlage hinnehmen. Da Krofdorf eine gute Mannschaft ins Feld stellen konnte, und Treis stark ersatzgeschwächt und nur mit zehn Mann an» trat, war von vornherein an einen Sieg der Ireifer nicht zu denken.

Treis hJ.Lff 1900 HJ.-Elf 8:3.

Vorher standen sich die HJ.-Mannschasten von 1900 Gießen III und die des Tv. Treis gegenüber. Daß die HJ.-Mannschaft von Treis um die Bann- meffterschaft in den kommenden Spielen einen be­achtlichen Gegner abaeben wird, hat sie in diesem Spiel bewiesen. Gleich vom Spielbeginn an klappte es im Sturm, und schon in der ersten Minute hieß es 1:0 für Treis, kurz daraus 2:0. Bis zur Halb­zeit schoß Treis vier Tore, während Gießen zu zwei Erfolgen kam. Nach dem Wechsel strengten sich die Gäste mächtig an, aber selbst die bestgemeinten Durchbrüche wurden von der Treffer Verteidigung abgewehrt. Beim Schlußpfiff stand das Spiel 8:3 für Treis.

Sportlehrer Brox in Treis.

Im Kreis 8 (Lahn-Dill) des RfL. werden durch Sportlehrer Brox (Marburg) zur Zeit Lehrgänge im Turnen durchgeführt, um den Vorturnern und Turnwarten der Turnvereine neue Wege und Me­thoden zu zeigen. Der für den Stützpunkt Treis

vorgesehene Lehrgang fand am Dienstagabend itn Saale Will statt. Lollar war mit 2, Staufenberg mit 3, Mainzlar mit 3, Kesselbach mit 4 und Treis mit 9 Teilnehmern vertreten. Nach kurzer Begrüß ßung durch Dereinsführer Leinweber (£reis) über­nahm Sportlehrer Brox das Kommarüw, und nun Zeigte er den Teilnehmern, wie man Bodentur­nen, Saltos, Kippe usw. erlernt. Am Reck wurden Schwungstemme, Riesenfelge mit Abgängen geübt und am Barren das Luftrollen vor- und rückwärts. Als letzten Uebungsftoff nahm er das Ausgleichs« turnen vor. Zum Schlüsse dankte Vereinsführer Leinweber im Namen aller Lehrgangsteilnehmer'

Großen-Buseck I Heuchelheim I 4:5 (3:2).

Der Tabellenführer wurde auf eigenem Gelände von den Heuchelheimern niedergekämpft. Der Sieg tand für die Gäste nie in Frage: viermal lagen ie mit zwei Toren Unterschied in Führung! Auf )em nassen Wiesenplatz machte sich bald nach Spiel­beginn die bessere Technik und Ballbehandlung der Gäste bemerkbar. Schon nach 10 Minuten führten sie mit 2:0. Bei einem gefährlichen Durchbruch der Platzbefitzer mußte sich die verdutzte Gästeabwehr den ersten Gegentreffer gefallen lassen. Heuchelheim zog jedoch bald auf 3:1 davon. Kurz vor her jßauje gelang den Buseckern ein zweiter Erfolg. Die zügi­gen Angriffe der Gäste führten zu weiteren zwei Treffern. Bald nach Halbzeit mußte der rechte Läu­fer der Gäste verletzt ausscherden. Großen-Buseck nutzte dies zu zwei weiteren Treffern aus Dis Blauen schafften noch manche gefährliche Situation im Raum der Einheimischen, doch der Halblinke vergab zweimal kurz vor dem Kastentoffichere Sachen" und damit einen höheren Sieg feiner Mannschaft.

Spannung im Fußball um die Vannmeisterschast.

Die Vorrundenspiele um die Bannmeisterschaft sind in den einzelnen Gruppen beendet. Vor Uever- raschungen könnte man eigentlich nicht sprechen, denn bei den einzelnen Gruppen führen meijt die Jugend- mannschaften, die man als Gruppenfavorit gestem­pelt hatte.

In der Gruppe I hatte man Klein-Linden einen besseren Tabellenplatz zugetraut. Die Ia-Jugend der Blau-Weißen ist wohl der rechte Tabellenführer. Durch eigenes Verschulden ist die Jugend des Lokal-

gegners etwas

zurückgefallen und hat somit aus-

gespielt.

la Spvg. 1900

Gruppe L Spiele Gew.

3 3

Unenffch. Verl. 0 0

Pkte. 6:0

Tv. Heumelheirn

3 2

0

1

4:2

DfB.-R.

4 1

0

3

2:6

Tv. Klein-Linden

2 0

0

2

0:4

Gruppe IL

In der Gruppe II befindet sich der Tttelverteidiger Großen-Linden, der unerwartet durch eine Nieder­lage in Allendorf Feld räumen mußte. Hier führt die Id-Jugend der Blau-Weißen ungeschlagen.

Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte.

Ib Spog. 1900 3 3 0 0 6:0

Tv. Großen-Linden 2 1 0 1 2:2

Allendorf (Lahn) 3 1 0 2 2:4

Teutonia Watzen­

born-Steinberg 2 0 0 2 0:4

Gruppe III

wird unangefochten von der I. Jugend des SV. Lol­lar angeführt, welche auch wohl bei Beendigung der Spiele auf diesem Platze zu finden fein wird.

Gruppe IV.

SV. Lollar

Spiele

Gew. Unenffch

. Verl.

Pkte.

3

3

0

0

6:0

Spvg. 1900 Ila

2

1

0

1

2:2

Treis (Lumda)

2

1

0

1

2:2

Londorf

3

0

0

3

0:6

Garbenteich befindet sich in Favoritenform und führt mit einem fabelhaften Torverhältnis die Gruppe an. Die drei folgenden Jugendmannschaften stehen mit der gleichen Punktzahl an bpn nächsten Stellen.

Spiele

Gew. Unenffch. Verl.

Pkte.

Garbenteich

3

0 0 0

6:0

Steinbach

3

10 2

2:4

VfB.-R.

3

1 0 2

2:4

Lich

3

1 0 2

2:4

Gruppe V.

In der Gruppe V wird wohl die HJ.-Mannschaft von Oppenrod weiterhin die Oberhand behalten.

Spiele Gew. Unenffch. Verl.

Oppenrod 2 2 0 0

Göbelnrod 2 0 11

Großen-Buseck 2 0 11

Saasen (ausgeschieden).

Gruppe VI.

Pkt«. 4:0 1:3 1:3

Ober-Bessingen

Spiele

Gew.

Unenffch.

Verl.

Pkte.

3

3

0

0

6:0

Queckborn

3

2

0

1

4:2

Laub ach

3

0

1

2

1:5

Ettingshausen

3

0

1

2

1:5

Gruppe VIL

In dieser Gruppe steht Utphe vorn. Jedoch fehlen von den letzten Spielen sämtliche Spielberichte. Die Vereine müssen sich unbedingt mehr darum kümmern, daß Spielberichte abgesandt werden.

Die Gruppe zeigt folgendes Bild: 1. Utphe: 2. Hun« gen; 3. Wölfersheim; 4. Inheiden.

Spiele Gew. Unenffch. Verl.

2

2

2

1 1

1

1

1

1

0

0

0

Nieder-Ohmen Homberg Grünberg

Ptte. 2:2 2:2 2:2

Gruppe VIII.

In der Gruppe VIII haben sich drei gleichwertige Gegner gefunden. Die Frage nach dem Gruppen­meister steht noch völlig offen.

Rundfunkprogramm

Jretiag, 16. Dezember.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Auf dem Weihnachtsmarkt. 10: Schulfunk: Deutsches Del. Eine Berichtsfolge. 10.30: Gefroren hat es Heuer. Ein bunter Bilderbogen um Schlitt­schuhe und Eislauf. 11.40:Glaube und Schönheit^ auf dem Lande. Gespräch mit Gauführerin Luise Essig. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opern­freund. 15: Kleines Konzert. Duette. 15.30: Alle helfen mit! Wir besuchen die Jugend- und Kinder­gruppen der NS.-Frauenschaft bei den Weihnachts­vorbereitungen. 15.50: Kleiner Ratgeber für den Gabentisch. 16: Musik am Nachmittag. Einlage 17 bis 17.10:Die erste Pflugfurche". Kurzerzählung von Milovan Glisic. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Mei­ster der deutschen Unterhaltungsmusik: Alois Pacher- negg. 21.15: Gemeinschaftssendung deutscher und ita­lienischer Jugend. 22: Nachrichten. 22.15: Bücher für den Gabentisch. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis

Erster Skiwinter im

Don Do. Oti

Wer hat noch nichts vom Glanz unb von der Schönheit des deutschen Wintermärchens vernom­men ? Aus der tiefverschneiten Einsamkett eines klei­nen Alpendorfes wurde der hoffenden Menschhett das LiedStille Nacht, hellige Nacht" geschenkt. Der deutsche Winter hat die zartesten und feinsten Satten der Seele zum Klingen gebracht. Dem modernen Sportmenschen aber hat der Winter einen noch größeren Erlebniskreis eröffnet In Heller Silvester­nacht sind mir heute mit den Schiern auf der $ütie, hoch droben, den funkelnden Sternen nah. Durch dickoerfchnette Tannenwälder ziehen wir unsere Spur, das scheue Wild wurde unser zutraulicher Freund. In Sonne und Pulverschnee stäuben wir jauchzend die Hänge hinab.

Deutschland ist ein Wintersporttand ohnegleichen. Cs bietet eine solche Fülle von Möglichkeiten für jeden Geschmack, jeden Grad des Könnens, daß es kaum denkbar ist, sie auch nur annähernd schildern zu können. Mittelgebirge und Alpen umschließen die deutschen Grenzen in einer Zahl und Vielfalt, die anderswo kaum anzutreffen sind. Beginnen wir mit den Mittelgebirgen: da sind als nördlicher Eck­pfeiler der Harz, als westlicher bas Saue r- land, da ist der Schwarzwald, der Thü­ringer Wald, im Zuge der Sudeten das 211t- oatergebirge das Glotzer und Walden­burger Bergland, dos Riesen-, Jser« und Zittauer-Gebirge, deren Kette jensetts des Äbedurchbruchs durch das Erzgebirge und Vogt­land, das Fichtelgebirge, den Bayeri­schen Wald und den Böhmerwold fortgesetzt wird. Schier unerschöpfliche Möglichkeiten, vielfach Entdeckerfreuden in Wrntersportneuland, bietet allein schon das Sudetenland, nachdem die Grenze, die meist auf den Gebirgskämmen verlief, gefallen ist.

iD Deutschland.

großdeutschen Reich

o Reismaun.

Die Mittelgebirge sind waldreich und haben sanfte Hänge. Ihre Höhen liegen im allgemeinen zwischen 800 und 1500 Meter über dem Meere. Doch hat das jetztgrenzenlose" Riesengebirge in feinen Kamm­regionen bereits alpinen Charakter, und es wird daher für viele Freunde dieses Sportgebietes eine besondere Freude sein, in diesem Winter ohne Paß und Devisen nach der als Wintersportort ja schon lange bekannten und beliebten Spindlermühle fah­ren zu können oder in der Gegend von 21upa ihre Schi- und Rodelkünste auszuüben.

Einen neuen und schönen Gewinn für den deut­schen Wintersport bildet ferner dos Altvater-Gebirge, das sich mit feinen über 1400 Meter reichenden Höhen und seinen waldlosen Hängen ausgezeichnet zum Schilauf eignet Diele wird es auch in das Gebiet südlich des Jser- und Lausitzer Berglandes ziehen, wo sich reizvolle Schiwanderungen machen lassen. In dem wegen seiner landschaftlichen Schön­heit weltbekannten Böhmerwold sind Osser, Arber, Lüsen und Dreisessel nun keine Grenzberge mehr. Gut ein halbes Hundert Berge von 1000 Meter Höhe und darüber sind hier ins Reich heimgekehrt was für ein Neuland für den Winter­sport, das der Entdeckung harrt!

Im Gebiet der deutschen Alpen folgt von Westen nach Osten ein großartiges Wintersportgebiet dem anderen. Vom Bayerischen Allgäu, mit Oberstdorf als Mittelpunkt, mit dem herrlichen Kleinen Walser- tal, gelangt man über die Lechtaler Alpen hinüber nach St. Anton am Arlberg. DieArlberg-Schi« schule" wirkte bahnbrechend für die gesamte mo­derne Sch'llauftechnik. Das Tal von Montafon mit der Silvretta im Süden ist über das Paznaungebiet wieder mit dem Jnnta! und Arlberg verknüpft.

Im Werdenfeffer Land, südlich von München,

finden wir im Zugspitzgebiet den Olympia-Ort Gar­misch-Partenkirchen. Von da führt die Mittenwald- bahn ins Herz von Tirol nach Innsbruck, derStadt der deutschen Bergsteiger", die als Mittelpunkt des Wintersports nicht minder berühmt ist. Südwesllich von Innsbruck erstrecken sich die hochalpinen Grup­pen der Dentaler Alpen und das Stubai. Desglei­chen bietet die Nordkette, die Nordtiroler Kalkalpen/ zahlreiche Möglichkeiten in allen Variationen. Oest- lich schließen sich die Kitzbüheler Alpen, die Hohen Tauern und die Kleinen Tauern als ausgedehnte, mächtige Gebirgszüge an. Kitzbühel selbst ist längst ein Inbegriff für ein weites Land des Winter­sports geworden. Nicht vergessen seien auch die Tuxer-Gruppe und die Zillertaler Berge als Binde­glied von Stubai zu den Hohen Tauern hin, die im majestätischen Großglockner (379# Meter) nun­mehr Deutschlands höchsten Berg aufweisen.

Das Berchtesgadener Land und das Salzkammer­gut bieten in einer Reihe ausgedehnter und hoher Gebirgszüge ebenfalls in zahlreichen Orten viele Wintersportmöglichketten. Die sogenannten Kleinen oder Niederen Tauern zwischen Enns und Mur sind ein alpines Gebiet von eigenem Reiz, ebenso har­ren auch im Süden des Reiches die schönen steieri­schen Alpen, die Berge Kärntens und die Linzer Dolomiten, auf den Besuch der Bergfieunde des Winters. Daß man von Wien aus das schönste Wintersportgebiet, den Hochschneeberg und Raxalpe beide durch Bergbahnen erschlossen und den Semmering sozusagen gleich vor der Haustüre liegen hat, ist roohlbetannt.

Wohin man sich nun auch wenden mag, in allen deutschen Wintersportgebieten finden wir landschaftliche Schönheiten in verschwenderischer Fülle und Abwechslung, von allen Wintersport­plätzen aus lassen sich Schiwanderungen jeg­lichen Schwierigkeitsgrades machen. Auch die Unter- kunftsmöglichketten sind vielseitig: ob der Gast ein Luxushotel bewohnen möchte, ein kleines Gaschaus ober ein freundliches Zimmer beim Bergbauern, immer findet er, was feinen Wünschen entspricht. In den größeren Wintersportplätzen wird ein u m - fangreichesWintersportprogramm ge­boten, das Schirennell, Schispringen, Eislauf, Eis«

Hockey, Vobrennen, Schijöring umfaßt. Zünftige und elegante Geselligkeit, Tanz im Schianzug wie im Abendkleid stören einander nicht. Lustig ist der Volkssport des Eiskegelns oder -schießens, und Schlittenfahrten haben ihren Zauber bis heute behalten.

Bergbahnen erleichtern es dem Sportsmann wie dem Erholungssuchenden überall schnell und bequem auf die Berge und damit zur begehrten Höhensonne zu gelangen. Garmisch-Partenkirchen besitzt allein drei, Innsbruck zwei solcher zuverlässigen Heffer für die Steigerung der Winterfreuden. Dom Bregenzer Wald bis zur Raxalp, vom Bodensee bis zu den östlichen Ausläufern der Alpen, finden wir sie, meist als Drahtseilbahnen, die leicht und mühelos steilste Berge erklimmen.

Das Fachamt Schilauf des Deutschen Reichsbun­des für Leibesübungen, Kurorte und Hotels haben Vorsorge getroffen, daß in allen Orten geprüfte Schilehrer zur Verfügung stehen, deren ver­antwortungsbewußter Führung oder Schulung sich jedermann anverttauen kann. Die Deutsche Bergwacht unterhält auf den Hütten einen mustergültigen und in der Wett einxtg dastehenden Wachdienst zur Unfallverhütung und zur Rettung in Bergnot geratener Touristen. Der Deutsche Alpen- verein und die Kurorte haben vorbildliche Weg. und ' Abfahrtsmarkierungen geschaffen. Die Bewirtschas« tung der Berggasthäuser und Hütten in den Schi­gebieten bietet Gewähr für Unterkunft und Sicher­heit.

Der Winter in den Bergen ift im großen und ganzen nicht raub und stürmisch, wie man es sich oft_ vorstellen mag. Im Gegenteil, meist ist er die schönste und beständigste Jahreszeit; namentlich im Frühjahr bildet die Sonne das beherrschende Ele­ment. Sie macht nicht nur Gesicht und Körper hen> lich braun, sondern scheint uns ins Herz, Fröhlich« feit und gute Laune weckend.

Eine deuffche Weihnachtsfeier im Schnee, eins Silvesternacht auf den Bergen oder eine Frühlings- fahrt auf Schiern über Firn rr) Eis ins Tak zu blühend::! Krolusfette::i. >- si.id Erlebnisse, die niemanb vergißt, her sie einmal gehabt hat.