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Ein zusammenfossender Bericht der Reichsbahn- direktion Nürnberg gibt einen Ueberdlick über die Leistunaen der Deutschen Reichsbahn w ä h- rend oes Parteitages. Danach wurden im Antransport insgesamt 692 Svnderzüge mit 561 400 Personen gefahren, im Abtransport sind es 632 Sonderzüge. Insgesamt wurden also 1324 Dvll- svnderzüae gegen 1213 im Vorjahre gefahren. Die größte Stiftung der Bahnhöfe ist am 13. und 14. September, den beiden Haupttagen des Abtrons. Portes der Sonderzüge, festzustellen. Die Leersonder- züge fuhren teilweise bis zu 330 Kilometer von Nürnberg entfernt zu ihrem neuen Bestimmungs­oder Unterstellbahnhof. Die gesamte Fahrleistung für den Personenverkehr beträgt hierdurch 2710 Sonder­züge und Sonderfahrten. Mit fahrplanmäßigen Zügen, die oft doppelt und dreifach gefahren wer­den mußten, brachte die Reichsbahn rund 709100 Teilnehmer noch Nürnberg gegenüber rund 480 000 im Vorjahre. Die Zahl der Zuschauer hat also um rund 50 d.5). gegenüber 1937 zugenom - men. Insgesamt hat somit die Reichsbahn rund 1270 500 Personen nach Nürnberg gebracht, was gegenüber 1937 mit 1 063 000 eine Steigerung von rund 20 v.H. bedeutet. Da alle diese Per­sonen auch wieder mit der Reichsbahn nach Hause gefahren werden mußten, verdoppelt sich diese Zahl auf 2 540000 Teilnehmer. Die Reichsbahn hat so­mit über 2V2 Millionen Fahrgäste be - fördert. Aus der deutschen Ostmark konnten zum ersten Male offiziell 62 000 deutsche Volks­genossen an einem Reichsparteitag teilnehmen. Sie wurden in 67 Sondcr^ügen befördert. Für die Be­quemlichkeit der Reisenden und Reichsparteitagsgäste hatte die Reichsbahn weitgehend gesorgt. Sie hatte ihre sogenanntenfliegenden Hotels", be­stehend aus Speise-, Schlaf- und Salonwagen der Mitropa vermehrt. Auf den Bahnhöfen Nürnberg- Nord, Nürnberg-Süd, Nürnberg-Schweinau und Hauptgüterbahnhof waren sogenannte Mitropa- d ö r f e r eingerichtet, die in ihrem festlichen Schmuck, ausgestattet mit Badeanlagen und Kaffeegärten, eine angenehme Aufenthaltsmöglichkeit boten/

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Erst 1888 wurde Hamburg als Stadtstaat in dos deutsche Zollgebiet ouf genommen. Als große Hafenstadt, die beweglich bleiben wollte, weil sie ihr Gesicht dem Meere und dem Welthandel zu­kehrte, hatte sich Hamburg außerhalb des deutschen Zollvereins gehalten und blieb auch nach der deut­schen Reichsgründung ein selbständiges Wirtschafts- gebiet unter Zollausschluß. Mancher alte Hamburger wollte sich von diesem Zustande nicht trennen, der einige sehr persönliche Annehmlichkeiten mit sich brachte als da sind: billige Zigarren und Weine und andere schöne Sachen. Es gab aber auch sehr er­hebliche praktische Schwierigkeiten zu überwinden: Als Umschlagsplatz für den Welthandel war es tat­sächlich unpraktisch, Waren erst in das deutsche Zoll- gebiet einzuführen und dabei zu verzollen, wenn diese Waren dann wieder ousgeführt wurden, wo­bei der Zoll natürlich zurückerstattet werden mußte, sobald es sich um reine Durchfuhrgüter handelte. Dor der Einbeziehung Hamburgs in das deutsche Zollgebiet mußte also erst für einen großen Frei­hafen Sorge getragen werden, wo die Durchfuhr­güter auf ihre Weiterbeförderung warten konnten. Hamburg hat sich diesen Freihafen etwas kosten lassen. Ganze Straßenzüge wurden niedergerissen, neue Hafenkanäle mit neuen Lagerhäusern gebaut und Eisenbahngeleise bis auf die neuSn Kaimauern gelegt, die eine Ausdehnung von 7 Kilometer hatten. Die Gesamtkosten betrugen 106 Millionen RM. eine für die damalige Zeit erstaunliche Summe. Aber das Geld rentierte sich sehr gut. Die erweiter­ten Anlege- und Lagermöglichkeiten kamen zunächst einem sprunghaft steigenden Hafenverkehr zugute und durch den Zollausschluß fühlten sich auch viele Industrielle veranlaßt, sich in Hamburg selbst ge­werblich zu betätigen, so daß sich die alte Handels­und Schiffahrtsstadt auch durch eine mächtige auf- blühende Industrie von großer Vielfältigkeit er­gänzte.

Der deutsche Rohstoff Holz hat im Rahmen her deutschen Rohstoffwirtschaft in den letzten Jah­ren eine immer größere Rolle gespielt. Holz wurde ferner vielfach als Ersatz für andere deoisenschwere Rohstoffe auf den verschiedensten Wirtschaftsgebieten verwandt. Dazu kommt, daß der reguläre Holz- bedarf vor allem in der Bauwirtschaft sich erheblich vergrößert hat. So wurde die Bewirtschaftung des Woldes auf die Bedürfnisse der Wirtschaft einge­stellt. Die Einschläge in den Staats- und Privat­forsten wurden erhöht. Nach der letzten großen sta­tistischen Forsterhebung von 1927 ergab sich ein Gesamteinschlag von 42 Millionen Festmeter. Im Forstwirtschaftsjahr 1935 waren es 52 Millionen Festmeter. 1936 wurden wieder 52 Millionen, 1937 bann 56 Millionen geschlagen und für 1938 ermar« iet man einen Gesamteinschlag von 59 Millionen deftmeter. Diese umfangreichen Einschläge waren infolge des zurückhaltenden Einschlags der Vor­kriegszeit möglich. Daß es sich bei den genannten Zahlen aber nur um Ausnahmen gehandelt haben kann, geht daraus hervor, daß die Maßnahmen für das neue Holzwirtschaftsjahr 1938/39 eine Zu­rückführung des Holzoerbrauches auf den Einschlag hes Jahres 1937 vorsehen. In Zukunft wird, das Holz ebenso wie dos Eisen bewirtschaftet werden, d. h. die Zuteilungen dürften nach dem Grade der Dringlichkeit erfolgen. Von besonderem Interesse mag die Frage nach den Holzreseroen sein, die wir aus der O st m a r k erwarten können. Hier heißt es, sich keinen übertriebenen Hoffnungen hin­geben, weil nämlich einige Länder wie Italien und Ungarn für die nächsten Jahre noch vertragsmäßige Ansprüche auf Holzlieferungen haben, die auf etwa zwei Millionen Festmeter geschätzt werden. Der jähr­liche Holzeinschlag in der Ostmark beläuft sich auf 9,3 Millionen Festmeter. Diese Menge dürfte sich in den kommenden Jahren nur langsam steigern las­sen, soweit nämlich in den Bergwaldungen die Transportverhältnisse für größere Holzabfuhren sich bessern. Stärkere Einschläge sind in den meisten Waldungen der Ostmark kaum möglich, weil dort schon in den veragngenen Jahren ein über die echten Reserven hinausgehender Rückgriff auf die Bestände erfolgt ist.

Von den internationalen Rohstoffmärkten wird immer noch eine gewisse Flaute berichtet, die vielfach auf außenpolitische Erwägungen zurück­geführt wird. Es muß auch angemerkt werden, daß Währungsschwankungen, wie sie zur Zeit beim englischen Pfund üblich sind, großen Einfluß auf hie Unternehmungslust ausüben. Es wird zwar immer wieder gemeldet, daß die Vereinigten Staa- ten vor einem neuen Konjunkturaufttieg stehen, aber dem widerspricht, daß selbst in den Staaten biß Rohstosfmärkte für die wichtigsten industriellen

Rohstoffe stilliegen. So wurden in den Vereinig- ten Staaten im Monat August nur 23 195 Tonnen Küpser umgesetzt gegen 122 812 Tonnen im Mo- nat Juli, sowie 90 987 Tonnen im Monat Juni.

ci r *a*Lin biefen beiden Monaten war der groß^ seit Oktober 1936, also seit der Zeit, in der Der Konjunkturoerlauf in der Union rasch abwärts ging. Auf den Getreidemärkten ist unter Dem Einfluß der Vorgänge in Nordamerika die öhmmung noch lustloser, obschon die Weizenernte m Den Vereinigten Staaten sowohl als auch tn Manaöa als gut bezeichnet wird. Der Getreidehan- Del vermag aber trotz seiner Jnternationalität allein mlt dem Erntesegen nicht fertig zu werden, so daß in beiden Weizenstaaten die Regierung eingreifen inufjte. Wie beim Weizen, so muß auch bei der Baumwolle wenigstens in den Vereinigten Staaten mit Ausfuhrsubsidien nachgeholfen werden. Wenn Kohle und Eisen wichtige Gradmesser für Den industriellen Ausstieg bedeuten, so ist es nicht ohne Interesse, festzustellen, daß die Roheisen und Rohstahlgewinnung in Deutsch- I a nb feit 1933 in ununterbrochenem Aufstieg be­griffen ist. Betrug die arbeitstägliche Rohstahl- gemmnung 1933 in Deutschland rund 20 000 Ton­nen, so stieg sie bis August 1938 auf 76 000 Ton­nen. Dabei wurde selbst die arbeitstägliche Erzeu­gung der Vereinigten Staaten überholt, also eines Landes, das feit Jahrzehnten weitaus an der Spitze her eisen- und stahlerzeugenden Länder lag. Die Erzeugungskurve der Vereinigten Staaten bildet gerade für Die Stahlerzeugung seit 1933 eine mit großen Sprüngen auf- und absteigende Linie, die den tiefsten Sturz Ende 1937 verbuchte, wo sie von einer arbeitstäglichen Rohstahlerzeugung von 200 000 Tonnen fast ohne Uebergang auf 60 000 absank. Auch die Kurve Englands zeigt Schwan­kungen auf, ebenso die Frankreichs, während die Kurve für die internationale Rohstahlgemeinschaft so ziemlich parallel zu der Linie verlaust, die die Entwicklung der deutschen Rohstahlerzeugung wie- dergibt.

Eine sehr interessante Lage hat sich auf den Wollmärkten ergeben. Der Rückgang des Ver­brauches und das Aufkommen der Zellwolle ist dar­auf zurückzuführen, daß sich ganze Volkswirtschaften von der Wolleinfuhr unabhängig jui machen suchen und daß diese Neustoffe sogar in Ländern Eingang gefunden haben, die, wie England oder die USA., am Rohstoff Wolle keine,n Mangel leiden und ihn mit Devisen bezahlen können. In Australien hat man den Vorschlag an London gerichtet, Woll­mindestpreise einzuführen, aber diese Forde­rung geht in die Luft, denn selbst, wenn die Haupt- ausfuhrlander von Wolle im britischen Empire, also Australien, Südwales und Südafrika, sich auf solche Mindestpreise einigen würden, ist es noch längst nicht ausgemacht, daß die südamerikanischen Wollieferanten sich diesem Vorgehen anschließen würden. Der Rückgang der Wollpreise liegt in erster Linie in der manaelnoen Aufnahmebereitschaft von Japan und den USA. begründet, denn die austra­lischen Verkäufe dahin gingen von einem Drittel der Gesamtausfuhr in der Saison 1935/36 auf ein Zehntel zurück. Der Hinweis, daß die englische Re­gierung ja auch eine Preiskontrolle für Zinn und Gummi eingeführt hätte, geht fehl, denn englisches Kapital ist zwar an der Zinn- und Gummigewin- nung ganz erheblich beteiligt, njcht aber an der australischen Schafzucht und zudem galt es, die Ge­fahren einer akuten Uebererzeugung zu vermeiden, die bei Wolle gar nicht vorhanden ist.

Am 30. August wurde an der Londoner Börse der höchste Goldpreis feit Mitte Mai 1935 erzielt und auch der Dollar war ungewöhnlich be­festigt. Der Goldumsatz belief sich an jenem Tage zwarnur" auf 935 000 Pfund gegenüber Tagen, der Vorwochen, die mit mindestens 1,5 Millionen Pfund abschlossen, aber der Goldpreis zog auf 142 sh 11 d an. Die englische Kontrolle hat daher eine unmittelbare Goldabgabe an den amerikani­schen Währungsfonds vorgenommen, die im Drei- mächte-Währungsabkommen vom September 1936 vorgesehen. Ueberraschend kam die Heraufsetzung des Londoner Platinpreises auf 8 Pfund per Unze, nachdem im Mai und Juni die Notierungen sich um 6% bewegten. Der Platinverbrauch hat nämlich mit der Erzeugung nicht Schritt gehalten und die amerikanischen Platinvorräte haben sich stark erhöht. Aber die Amerikaner hoffen auf eine Geschäftsbelebung im Herbst und England folgte dieser Spekulation, obgleich sie auf sehr schwachen Füßen steht. Es ist daher wohl kaum zu erwarten, daß die offiziellen Notierungen von der Privatwirt­schaft innegehalten werden.

Neue blutige Zwischenfälle in Palästina.

Jerusalem, 14. Sept. (Curopapreß.) In der Nähe der Nordgrenze Palästinas kam eineLand- mine unter einem Autobus zur Explosion. Dabei wurden 10 Araber getötet und 11 schwer verletzt. Die Straße wurde sofort für den Zivilverkehr gesperrt. Bei Einbruch Der Dunkelheit wurde auch auf den benachbarten Straßen jeder Zivilverkehr verboten. Die Leichen der ermordeten Araber wurden nach Safed geschafft. Gleichzeitig wurde in Safed Der Ausnahmezustand erklärt. In Bethlehem griffen Freischärler die Polizei­stat i o n an und' steckten sie nach Vertreibung der Wache in Brand. Auch Das in Der Nähe gelegene Postamt wurde angezündet. Beide Gebäude sind vollständig eingeäschert worden. Ein starkes Polizeiaufgebot wurde zur Verfolgung der Frei­schärler eingesetzt. In Jerusalem wurden zwei Juden erschossen, während in der Nähe von Beisan Drei Juden durch eine Bombe den Tod fanden.

Vier Lustsperrgebiete an der Westgrenze

Berlin, 12. Sept. (DNB.) Durch eine Polizei­verordnung des Reichsministers der Luftfahrt, die am 2 0. September 19 3 8 in Kraft tritt, wird der Luftraum über folgenden Gebieten an der Westgrenze des Deutschen Reiches für a l l e L u f t- fah.rzeuge bis auf weiteres gesperrt: I. Luftsperrgebiet Aachen, II. Luftsperr­gebiet Trier, III. Luftsperrgebiet Pfalz, IV. Luftsperrgebiet Baden. Die Luftsperrgebiete wer­den durch Flugzeuge luftpolizeilich überwacht. Wird die Landungsauforderung nicht befolgt, so wird das Luftfahrtzeug unter Feuer genommen. Die weitergehenden Beschränkungen des Luftraumes nach der Verordnung über das Derb o t des Aufenthaltes aktiver Angehöriger einer ausländischen Wehrmacht in den Sperrgebie­ten vom 30. Juli 1938 bleiben unberührt

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