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Osfiziersverband oder Hodza?

Wer bestimmt in der Tschecho-Slowakei?

Der Verband Tschecho-Slowakischer Offiziere hat in seiner Zeitschrift einen Aufruf veröffentlicht, der sich in wuchtigen, wenn auch nicht überzeugenden Sätzen gegen jede weitere Bereitschaft zu Verhand­lungen der Prager Regierung mit den Sudeten­deutschen wendet. Es ist in dem Aufruf auch die Rede von Opfern, von Sterben-Wollen und Sterben-Können, wie der Aufruf auch die Prager Regierung warnt, an der Autorität des Staates rütteln zu lassen. Das Ganze sieht aus wie bestellte Arbeit, zumal der Aufruf ausdrücklich Bezug nimmt auf die berüchtigte Kund­gebung des tschechischen Schuhfabrikanten Bata, der ebenfalls glaubte, die Prager Regierung warnen zu müssen.

Interessant ist an dem Aufruf der tschechischen Offiziere eigentlich nur die Tatsache, daß es in der angeblich demokratischen Tschecho-Slowakei gerade dem Offizierskorps möglich ist, sich in t>ie Politik z u mischen. Zu den Grund- aesetzen der Demokratie gehört ober soll doch ge­hören, daß die Staatsgewalt alleinvomDolke ausgeht, das durch seine Organe die Gesetzgebung ausübt, sowie die Verwaltung kontrolliert. Da ist kein Raum für Extratouren irgendeines Berufsstandes, also auch nicht des Offizierskorps, selbst dann nicht, wenn diese Extratour damit be­gründet wird, daß die Offiziere die ersten feien, die sterben müßten. Wie die angeblich demokratische Tschecho-Slowakei, wie insbesondere die Prager Be­hörden sich mit der Einmischung des Offizierskorps in die aktive Politik abfinden, das ist ihre Sache.

Don außen gesehen, drängt sich indessen die Er­kenntnis auf, daß es mit der wirklichen S t a a t s a u t o r i t ä t in der Tschecho-Slowakei schlecht b e st e l l t ist. Wer ist eigentlich Herr im Hause? Sind es die demokratischen Organe, die auf Grund der Staatsverfassung bestehen, oder sind es die tschechischen Offiziere, die mit dem Säbel und mit sehr starken Worten herumfuchteln? Wenn die Prager Regierung vor diesem Druck zurück­weicht, dann gibt sie damit zu verstehen, daß sie weder verhandlungsfähig, nock ver­handlungsbereit isi. Das geht nach Lage der Sache nicht nur die Sudetendeutschen und die an­deren Volksgruppen an, das ist auch auf die west­lichen Demokratien gemünzt, das soll sich auch ihr Vertrauensmann Lord Runciman merken. Die tschechischen Offiziere, die dabei fo unvorsichtig sind, an den 21. Mai zu erinnern, schlagen einfach auf den Tisch, um zu erklären: Hier wird nicht ver­handelt, hier gilt nur die Stimme der Armee. Wenn die tschechischen Ofsiziere die Kolonnen her- aufbeschwören, die am 21. Mai marschiert sind, so bedeutet das abermals das unfreiwillige Zugeständ­nis, daß die Katastrophen Politik um den 21. Mai dasWerkdertfchechischenProoo- kateure war. Europa im ganzen hat aber mehr und Besseres zu tun, als sich von der wildgewor­denen Soldateska der Tschechen erneut an den Rand des Abgrundes heranführen zu lassen.

Das tschechische O f f i z i e r k o r p s hat be­stimmt nicht den tsch ech o - slow a kr s ch en Staat geschaffen, denn dieser Staat ist, so­weit er aus den Friedensdiktaten hervorgegangen ist, nicht nur eine Fehlkonstruktion, sondern auch das Ergebnis einer Unkenntnis über mitteleuropäische Dinge und Verhältnisse, wie sie nur in Versailles und bei den Urhebern der Versailler Diktatsver­träge möglich war. Eins ist sicher: würde heute em Staat für die Tschechen konstruiert, so wurde er wesentlich anders ausfallen, als das 1919 unter dem Druck der Kriegspsychose, sowie unter dem Einfluß der schwindelhaften Denkschriften der tschechischen S t a a t s s ch ö p f e r geschehen^ist.

Der fäbelrafselnde tschechische Osfiziersverband.

Prag, 13. Aug. (DRB.) Der Aufruf des Ver­bandes der tschechischen Offiziere, der

eine offene Einmischung des tschechischen Militärs in die Politik der Prager Regierung bedeutet und die Absicht verfolgt, nicht nur jede Verständigung mit den Sudetendeutschen unmöglich zu machen, sondern auch die Mission Runcimans u durchkreuzen, enthält noch folgende wichtige Stellen:

Wir Offiziere, die als erste dem Tode ge­weiht sind, nehmen uns in vollem Bewußtsein unse­rer Verantwortung des Recht, warnend unsere Stimme zu erheben. Die Staatsautorität ist die einzige und höchste Gewalt auf dem ganzen Ge­biet der Republik und muß es unter allen Umstän­den bleiben. Entstand sie doch aus Blut und aus dem Leben zehntausender Bürger unseres Staates, wuchs sie doch aus dem Schweiß und der Entbeh­rung, aus dem Friedensopfer weiterer Hunderttau- ender. Auf ihnen wurden tausende Grenzpfähle auf- leftellt und Hunderte aufmerksamster Wächter zwi- chen und hinter ihnen. Aus dem von unzähligen Opfern vergossenen Blute erstand auch die tschecho-slowakische Armee, wuchs ihre heutige Stärke. Mit Recht stellte deshalb das Staatsober­haupt gleicherweise wie sein treues Volk angesichts der marschierenden Kolonnen des 21. Mai ein­mütig fest, daß in der Rationaloerteldigung in 20 Jahren ein gutes Werk geschaffen wurde. An diesem Pfeiler der Armee darf niemals böswil­lige Hand straflos greifen. Die Verantwortung dafür nahm das Befehlshaberkorps durch seinen Eid auf sich. Der Glaube an die eigenen Kräfte und Bei­spiele anderer kleiner Staaten und Armeen bestär­ken es in diesem Glauben fester als der Fels. Aber auch die anderen, entfernteren Säulen der Republik dürfen nicht geschwächt oder unterminiert werden. Die warnende Stimme, die in diesen Tagen aus Zlin in den Worten Dr. Batas erklang, ruft in zwölfter Stunde und spricht gleicherweise für Mil­lionen über die Arbeit gebeugter Häupter, sowie für Tausende derer, die rn den Rechen der großen Schweigsamen stehen vorbereitet, immer ihr Le­ben für das Leben des unabhängigen Staates zu opfern." (Anmerkung der Schriftleitung des DRB.: Bata hatte erklärt,das tschechische Volk versteht nicht die Schwäche und die Unentschlossenheit des Vorgehens, wie es sich jetzt in Prag zeigt".)

Der Aufruf der tschechischen Offiziere schließt dann:Es ist unmöglich, daß die Staatsauto­rität unter irgendwelchen Umständen geschmälert, untergraben, herabgesetzt oder verkleinert werden könnte, nicht durch eine einzige Tat, nicht durch ein einziges Wort mehr. Von dieser Stellung darf kein Rückzug angetreten werden. Rur hier können wir leben und arbeiten, verteidigen und kämpfen. Wir können sterben, aber wir können nicht mehr zurückweichen, nicht um einen Schritt, nicht um einen Fuß breit, nicht um eine Spanne!"

EinVersehens Wer das glaubt!

Prag, 13. Aug. (DRB. Von unserem Sonder­korrespondenten.) Gewähnt, sich aalglatt jeder Ver­antwortung zu entziehen, wenn es brenzlich wird, hat man 'von tschechischer Seite jetzt ein Manöver gegen das riesige Aussehen des Säbelrasseler-Aus­rufs der Tschechen-Offiziere ins Werk gesetzt. Man geniert sich nicht, in einer offiziellen Meldung plötz­lich bekannt zu geben, daß es sich bei der Ver­öffentlichung des berüchtigten Aufrufes des Tschecho- Slowakischen Offiziersoerbandes umein Ver­sehe n" des VerbandsorgansDustojnicke Listy" handele...

Sie wollen freie Hand haben.

Belgrad, 14. Aug. (DRB.) Die jugoslawische Sonntagspresse beschäftigt sich an erster Stelle mit der ungeklärten Lage in der Tschecho-Slowakei. Der Leitartikel der halbamtlichenVrem«" weist dar­auf hin, daß der al armierende Vorstoßder tschechischen Offiziere sich ebenso wie die vor einigen Tagen von dem tschechischen Schuh- industriellen Bata in seiner Werkszeitung ver­öffentlichten Ausführungen gegen den Minifter-

präfibenten Hodza richteten. Die Prager M i - litärtreif e beanspruchten heute für sich eine besondere autonome Stellung im Staate. Sie woll­ten beispielsweise im Falle einer Mobilisation nicht mehr mit der aus verschiedenen Gruppen zu­sammengesetzten Regierung verhandeln, sondern freie Hand haben.

Ernster Zustand Hiinkas.

Botschaft att die slowakische Jugend.

Prag, 14. Aug. (DRB.) Auf die Nachricht, daß sich der Zustand Pater H l i n f a s sehr verschlechtert habe, besuchten ihn am Sonntagnachmittag Abge­ordnete der Slowakischen Dolkspartei. Auch eine große Versammlung von slowakischen Studenten in Sittern, an der etwa 15 000 teilnahmen, stand unter dem Eindruck der schweren Erkrankung des greifen Slowakensührers. In stummer Ergriffenheit hörte sie eine Botschaft Pater Hlinkas an die slowakische Jugend, in der es u. a. hieß:Gern

möchte ich bei dir sein, geliebte slowakische Jugend. Im Geiste bin ich bei dir. Bleibt einig und unnachgiebig im Kampf um dasRecht für das slowakische Dol k". In den Abendstunden des Sonntags hat sich der Zustand Pater Hlinkas wiederum verschlechtert. Die behan­delnden Aerzte haben einen weitgehenden Kräfte- verfall festgestellt.

Immer neue Todesurteile in Aotspanien!

Paris, 15. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Bolschewisten in Cuenca haben wieder ein­mal 27 Personen wegenHochverrats" ab ge­urteilt, weil sie versucht hatten, sich auf national­spanisches Gebiet zu begeben und in Sicherheit zu bringen. Sieben Angeklagte wurden zum Tode verurteilt, und die anderen erhielten Gefängnis­strafen von 12 bis zu 30 Jahren.

Hochwasserschäden am Bodensee, im Allgäu und in der Eifel.

In den Abendstunden des Sonntags fetzten im Bodenseegebiet erneut schwere Regenfälle ein, die ununterbrochen bis am Montag früh gegen drei Uhr anhielten und ein erneutes Ansteigen des Hoch­wassers zur Folge hatten. Der Bodensee ist in den letzten 48 Stunden um rund 37 Zentimeter ge­legen und hat in Lindau einen Pegelstand von 4,22 Meter erreicht. Es handelt sich um das größte Hochwasser, das man in Lindau in den letzten 25 Jahren erlebt hat. In der Nacht mußten in dem überschwemmten Stadtteil die Bewohner aus den bedrohten Häusern gerettet werden. Auch einige In­dustrieanlagen sind von den Fluten überschwemmt. Die Wassermassen haben alle tiefer gelegenen Stra­ßen und Wege überspült. Neben den Wehren muß­ten bei den Rettungsmaßnahmen auch SA., ff und NSKK. sowie die Wehrmacht eingesetzt werden. Seit den frühen Morgenstunden des Montag ist das Hochwasser wieder in langsamem Absinken begrif­fen, so daß die größte Gefahr überwunden scheint.

Aus dem Allgäu werden ebenfalls starke Regengüsse und Hochwasser gemeldet. Der Lech

Aus aller Well.

Dem Andenken König Friedrich Wilhelms I.

Aus Anlaß der 250. Wiederkehr des Geburts­tages König Friedrich Wilhelms I: 14. August 1688 wurde im Berliner Zeughaus eine vom Oberkommando der Wehrmacht veranlaßte Ausstellung eröffnet, die dem Andenken des Schöpfers der preußischen Wehrmacht und Be­gründers des Berliner Zeughauses gewidmet , ist. Der Gestalter der Gedächtnisschau, der Direktor des Staatlichen Zeughauses, Konteradmiral a. D. ß o r e q, hat aus dem Besitz dieses Instituts, aus den Heeresarchiven, aus den staatlichen Schlössern und Gärten, aus Staatsarchiv und Staatsbibliothek sowie aus vielen privaten Quellen ein Material zusammengetragen, das in feiner geschickten Anord­nung ein lebenswahres Bild von dem Staatsmann und Menschen Friedrich Wilhelm I. gibt. Aus der Fülle von Dokumenten, Waffen, Uniformen, Ge­mälden interessieren von den persönlichen Dingen des Königs Degen, Schärpe,, Ringkragen, fein Jagd­gewehr und andere Ausrustungsgegenstände. In der Reihe der Dokumente, zum größten Teil hand­schriftliche Originale, sieht man neben Schulbüchern des jungen Königs Exerzierreglements, Ranglisten, eine Gegenüberstellung des Kriegsetats der beiden Jahre 1705 und 1733, ein Dokument, das in be­redter Weife für den starken Aufschwung der preu­ßischen Armee unter Friedrich Wilhelm I. Zeugnis

erreichte am Sonntagabend einen Pegelstand von 2,40 Meter. Der Füssener Lechsteg mußte am Sonn­tag für den Verkehr gesperrt werden. Mit dem Aufhören der Regengüsse ging der Wasserstand bis Montag früh wieder auf 1,80 Meter zurück. Auch Oberstdorf meldet, bajj die Gebirgsbäche stark an- geftiegen sind. Ein schwerer Wol5enbruch hat am Sonntagnachmittag in der Nähe von Lands- Hut großen Schaden angerichtet.

In der Nacht zum Sonntag ging über der H sch­eitel ein schweres Unwetter nieder, von dem be­sonders das Dorf Herschbroich betroffen wurde. Ge- wattige Wassermassen überfluteten den ganzen Ort. In aller Eile wurde die Bevölkerung alarmiert und das Vieh in Sicherheit gebracht. Die Häuser sind stark beschädigt und viel Hausrat ist vernichtet. Mehrere Famllien sind obdachlos geworden. Die NS.-Dolkswohlfahrt hat umfangreiche Hilfsmaßnah. men getroffen und den Geschädigten f-ebensmittel und Bekleidungsstücke zur Verfügung gestellt.

ablegt. Ein erschütterndes Dokument stellt der Brief des Königs an das Kriegsgericht in Küstrin wegen der Verurteilung Kaltes bar.

XII. Internationaler Garten­baukongreß.

Im Rahmen der fachlichen Arbeit des XII. I n ternationalen Gartenbaukongreffes behandelte ein Sonderbericht die Bedeutung von Obst und Gemüse in der Ernährung. Obst und Ge­müse enthalten Stoffe, die notroenbia sind, den Ab­lauf aller Stoffwechselfunktionen aufs beste zu ge­währleisten und damit den Organismus zu schützen. Ein anderer Bericht befaßt sich mit den Faktoren, die den Erwerbsgemüsebau beeinflussen, ein weite­res Referat behandelte die biologische Schädlingsbe­kämpfung, wobei der Grundsatz aufgestellt wurde, die Natur solle sich, selbst helfen; jedenfalls solle der chemische Kampf gegen die Pflanzenschädlinge im­mer nur die letzte Rettung bleiben. In der Sek­tion Gemüsebau wurde die Bedeutung der Mineral­dünger für den Gemüsebau behandelt. Es steht fest, daß die Gemüsepflanzen im Vergleich zum (Betreibe sehr nährstoffgierig sind und dem Boden zwei- bis viermal mehr Nahrung entziehen als die Körner­früchte. Höchsternten werden nur bei gemeinsamer und richtiger Anwendung von Natur- und Mineral­dünger erreicht. In der SektionObst- und Ge­müse in Ernährung und Heilkunde" wurde in An-

Nachbarschaft ein Schmuser, ein versprengter Tou­rist, ein Händler, mit dem man ein wenig ratschen kann. Aber die Wirtsstube ist leer, fast fröstelig. Die halbe Bier aus dem vortägigen Faß hat keine Augen. Lang lang ist das Warten bis Mittag.

Das Mittagessen fteilich ist eine kleine Oase im Regengrau. Jetzt weiß man doch wieder, daß das menschliche Dasein einen Zweck hat! Die Kinder fragen gleich nach dem letzten Bissen:Was solln wir denn tun?" Der Vater sagt:Eine Ruh muß fein!" So gehen die zwei Kleinen wieder in den Hausflur und fangen Fliegen von der Wand. Das Ehepaar aber legt sich nach dem anstrengenden Vormittag ein bißchen schlafen.

Beim Aufwachen:Regnet's immer noch?" 3a, es regnet immer noch!" Die Mutter setzt sich seufzend wieder zu ihrem Pullover. Der Vater ver­sucht, die alte lähme Weckeruhr zu reparieren, aber beim Zusammensetzen bleiben immer zwei, drei Radln übrig.

Fünf Uhr! Jetzt will er's nochmal beim Wirt versuchen. Vielleicht ist der Förster da und der Hilfslehrer. Wenn man Glück hat, ging ein Hafer!- tarock zusammen. Wirklich, man hat Glück. Jetzt pfeift man auf den Regen. Der Nachmittag hat doch noch einen schönen Ausklang. Aber, der Förster muß nach einer Stunde weg, und der Hilfs­lehrer hat keine rechte Freud am Tarocken ...

Ha! Wer kommt da als erlösender Engel zur Tür herein? Der triefende Postbote. Post freilich hat er keine für die Sommerfrischfamilie, aber man ist schon froh, wenn er überhaupt Briefe für irgend­wen auf den Schanktisch legt. Und dann die neue Zeitung... Wie ein Kleinod trägt sie der Vater zum Haus. Das Abendessen steht schon früh auf dem Tisch. Hernach geht der Sommerfrischler in einer Ecke des Lederkanapees vor Anker tn der anderen sitzt der Bauer und Pfeifen rauch füllt die Stube. So aufmerksam lieft man in der Stadt nie feine Zeitung wie an einem Regentag auf dem Land. Widerwillig zwar, aber doch mit einem Ruck zur Großmut, reicht der Bappi der Mami einen Teil der Zeitung:Da hast dem dämmert es, man plauscht noch mit den Bauersleuten und tut sich groß mit Kenntnissen m Landwirtschaft und Viehzucht...

Dann kommt wie das Amen aufs Gebet die firaae* ,No, Martlbauer, wie werd denn s Wetter morgen?" Dann klopft der Martlbauer an das Beständig-trocken"-Barometer, kratzt sich hmterm Ohr und sagt: ,Kunnt scho fei, daß ft s aufrecht Wenn's mag... Wenn's net mag, na mags halt net..

Sommerfrischler im liegen.

Don Julius Kreis.

Das ist nach drei Tagen Regenwetter das moraendliche Erwachen in der niederen Bauem- ^e/tappt ans Fenster, wirst einen prüfenden Blick zum grauen Himmel und jagt verärgert:Wieder nix'"

Sie:Natürlich. Wer hat gleich gejagt wir sollen daheimbleiben? Wer hat gleich gesagt: Es ist Heuer ein Risiko mit dem Wetter? Wer hat, gleich gesagt: Man wird höchstens eingeregnet... ?"

Er (resigniert):Ja, ja, ja!! Du hast alles gleich gesagt." - Im Hof kräht der Hahn. Er (wütend): Halts Maul, blöder Kerl!" Das erleichtert ihn ein bißchen. Man duselt wieder ein. Beim zwei­ten Erwachen ist das ©rau in Regen ubergegangen. In den feinen Schnürlregen, der den Ehrgeiz hat, es darauf ankommen zu lassen, wer s langer aus» h°Das Frühstück unten in der Stube wird sehr m die Länge gezogen. Die zwei Kinder fangen \d)on an, sich zu langweilen. Sie quengeln.Was folln mir denn tun, Mami?" Die Manu sagt 0^. Brav fein sollts, ihr Barnsen. Aber das Bravstm ist auf der ganzen Welt keine sehr furweihge Be­schäftigung. Der Vater klopft von fünf zu fünf Minuten ans Barometer. Aber bas bleibt fett sechs Jahren am gleichen Fleck: Trocken, beständig. D.e Mutter halt ihren Arbeitskorb und hakelt an end losen Pullovern weiter. $eF "

zweitenmal imLandwirtschaftlichen Haus alender zu lesen an. Dann greift er zu der alten, fett- fleckigen Nummer vom Jrzberger Wochenboten und studiert die Inserate: Dienstknecht kann emstehen ... Kalbin abzugeben ... Bremsenöl... Barchent, der Meter ... Diesen Jrzberger Wochenboten kann der Vater nun aufsagen, vom Kopf bis 3urp ein Schulkind ein gut eingelerntes ©edicht. -u Kinder spielen mißmutigMensch, ärgere dich W "Äch geh jetzt", sagt der Bappi. Uni' dann staps er in der Wetterpelerine, schirmuberdacht durch o Hof auf die aufgeweichte. Straße, ein Wanderer durch das Naß. Er hat kein Ziel- W gut hat's doch feine Frau, die geht letzt m Kuchl und kocht für Mittag was Zusammen, c wäre fast dankbar für zwei Stunden Büro, oe Bappi, wenn mans grab da hätte.

So trabt er eine halbe Stunde durch.^e Lan - schäft, auf grundlosen Feldwegen, fiefjt em bijjcq den Enten im Weiher zu und kehrt schließlich im Wirtshaus ein. Vielleicht findet sich da aus de

Schon im alten Athen

gab es einen botanischen Garten.

Wenn in diesen Tagen der XII. Inter natio - nale ©artenbaukongreß in Berlin statt­findet, der uns auch einen Einblick in die Garten- bauwirtschast und »fünft anderer Länder gibt, wird sicher mancher Teilnehmer auch den Botanischen ©arten in Berlin oder in anderen Städten Deutsch­lands besuchen, um einen Ueberblicf über die Pflanzenwelt Deutschlands und verschiedener Gegen­den des Erdballs zu erhalten. Seit wann gibt es eigentlich botanische Gärten? Wie Martin M ö - bi us in seiner Geschichte der Botanik mitteilt, wird schon in früher Zeit von botanischen Gärten berichtet; wenn diese auch noch nicht die Form der heutigen Gärten gehabt haben dürften. Nach An­gabe des Diogenes Laertius (1. Hälfte des 3. Jahr­hunderts) richtete Theophrast aus Athen einen botanischen ©arten ein. Auch Plinius berichtet von dem Besitzer eines solchen ©artens. Dann liegen allerdings erst wieder Angaben aus dem 13. Jahr­hundert vor. Die ersten botanischen Gärten, die wissenschaftlichen und Lehrzwecken dienten, wurden im Auftrage der Fürsten von Anjou in Castelnuovo und in Salerno angelegt. Ein Apotheker aus Florenz legte 1350 den ersten Mutergarten für Apotheker in Prag an (zwei Jahre vorher war die erste deutsche Universität dort gegründet worden). Den ersten Unioerfitätsgarten dürfte Köln sein Eigen nennen, der 1490 angelegt, allerdings auch bald wieder aufgegeben wurde. 1580 wurde bann ein botanischer ©arten von der Universität Leipzig eingerichtet, 1587 von Breslau und 1593 von Heidel­berg. 1568 ließ auch der Landgraf Wilhelm IV. in Kassel einen richtigen botanischen ©arten anlegen. Der Botanische ©arten zu Berlin wurde 1679 vom ©roßen Kurfürsten in Schöneberg eingerichtet als Kurfürstlicher Mustergarten. Der ©arten wurde dann später aus^gebaut und hatte unter feinen Direk­toren auch berühmte Botaniker, u. a. Alexander Braun (1851 bis 1877), der die Victoria regia einführte. Von 1897 bis 1909 wurde die Neuanlage des Botanifchen Gartens in Berlin-Dahlem ge­schaffen, der heute zu den größten botanischen Gärten überhaupt zählt.

Auch botanische Gärten im Ausland blicken auf eine längere Vergangenheit zurück. Der größte Tropengarten, der für die Botaniker der gemäßig­ten Zone besonders wertvoll ist, ist der Buitenwrg auf Java, der 1817 angelegt wurde. Schon Anfang des Jahrhunderts war der Garten 52 Hektar groß (der Berliner Garten ist 42 Hektar groß), außer­

dem gehören noch ein Verfuchsgarten mit 72 Hektar und ein Gebirgsgarten mit 31 Hektar dazu.

©er schießende Fisch.

In einer illustrierten Plauderei über die Lebens- gewohnheiten seltsamer Tiere berichtet Dr. M. Eifentraut im Juliheft von Velhagen & Klasings Monatsheften auch über den Schützenfisch, der in den Flüssen Indiens und des Malaiischen Archipels lebt. Er schießt seine Beute regelrecht ab. Sein spitz zulaufendes Maul, das ihm gewissermaßen als Gewehrlauf dient, zeichnet sich dadurch aus, daß der Unterkiefer den Oberkiefer ein Stück überragt; auf diese Weise bleibt vorn stets eine Schußöffnung frei. Als Oberflächenfisch hält er sich dicht unterdem Wasserspiegel auf; seine Nahrung sind Fliegen und andere Insekten, die sich gern an Schilfstengeln und sonstigen Wasser- pflanzen zur Ruhe niederlassen. Hat der Fisch ein Nahrungstier entdeckt, fo schleudert er aus seinem Maul einen Wassertropfen in die Luft, der mit unfehlbarer Sicherheit bas Insekt trifft. Mit dem zurückfallenden Wassertropfen gleitet auch dasge­schossene" Tier ins Wasser und verschwindet so­gleich im Maul des schnell zufassenden Schützen. Dieser schießt nicht etwa blindlings drauflos, son­dern visiert seine Beute zuvor genau an, um bann burch plötzliche Muskelzusammenziehung den Wasser­tropfen blitzschnell abzuschleudern. Aucl) aus weiterer Entfernung verfehlt er kaum einmal fein Ziel.

Untersuchungen über den Blitz.

Die Entwicklung und der Ablauf der Blitze sind in letzter Zeit häufig untersucht worden. Dabei wird die luftelekttische Feldstärke durch Oszillographen ausgezeichnet, und es werden Diagramme hergestellt, aus denen sich einzelne Wellenzüge mit den Blitzen feftftetten lassen. Es hat sich nun, wie in der Frank­furter WochenschriftDie Umschau" berichtet wird, ergeben, daß die Entladung in zwei Teilen erfolgt: einer Dorentladung von der Wolke zur Erde, deren Dauer etwa zehntausendstel Sekunde beträgt, und einer Hauptentladung von der Wolke zur Erde, die sich in einer etwa 150 mal so kurzen Zeit vollzieht. Der rückkehrende Strahl ist der lichtstärkere. Bei Hochgewittern entladen sich die Blitze jedoch nicht nur zwischen Wolke und Erde, sondern auch im Raum­ladungsgebiet zwischen den einzelnen Wolken. Die Blitzbahnen haben einen Durchmesser von etwa 23 Zentimeter, die Leuchtdauer beträgt 0,02tausendstel Sekunde und das Nachleuchten durch die ionisierten Luftmolekühle Itausendstel Sekunde.