Ausgabe 
15.3.1938
 
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und Standesstolz zu formen. Die österreichische Ar­mee war etwas, und selbst wir, die wir im stän­digen Krieg mit den anationalen Offizieren lagen, wurden vom Rhythmus der hinreißenden Märsche ergriffen, die schließlich klingendes Sinnbild einer ruhmreichen Ueberlieferung waren. Mit dem Augen­blick des Kriegsbeginns hörte die Spannung auf, das Heer trat aus seinem innerpolitischen Stadium, das wir ablehnten und ablehnen muhten, in sein außenpolitisches, diente einem großdeut­schen Ideale, demselben, dem wir unser Leben geweiht hatten. Und wenn wir heute an die alte Armee zurückdenken, so ist jede Bitterkeit, jedes Miß­verstehen geschwunden, da dürfen wir uns ohne Hemmung dem Zauber hingeben, der schon mit den Namen der altberühmten Regimenter aufklingt, der Kaiserjüger, der Landesschützen, der Einser, Vier­zehner, Neunundfünfziger, Siebenundzwanziger, Siebener und Dreiundsiebziger, der Deutschmeister von Hoch und Spleni, wie der Wiener sie liebevoll nannte, der vielen, vielen, die im Frieden geglänzt und im Krieg geblutet haben, wie nur je ein ande­res deutsches Regiment.

Den Deutschen des Wilhelminischen Reiches fehlte leider die Schulung, das österreichische Problem zu sehen, wie es war. Wenn Tschechen übergingen, aus Feigheit, wie man fälschlich meinte, so waren es eben Oesterreicher, schlappe Oesterreicher. Man warf alles in einen Topf. Man wußte wohl, daß man dort, wo fremd nationale Truppen versagt hat­ten, Ordnung machen mußte, daß man den Durch­bruch bei Gorlice entschieden hatte, man wußte aber nicht, daß das österreichische Heer am Beginn des Weltkrieges unter unendlichen Opfern, unter der Füh­rung des Allerbesten, den wir besaßen, Conrads von Hötzendorff, den Stoß der Russen gegen das Herz Deutschlands aufgehalten hatte, in selbst­verständlicher, schlichter Bundestreue. Man wußte nicht, daß von den Tirolern 25 vom Hundert ge­fallen sind, daß von dem steierischen Hausregiment, das mit 4000 Mann ins Feld rückte, bereits im Herbst 1914 nur mehr 217 unverwunüet, daß von den Khevenhüllern schon im Jahre 1915 mehr als 2000 Tote waren, daß von den Einwohnern der südsteierischen Grenzstadt Pettau, gemessen an der Gesamtbevölkerung, 20 v. H. fielen, man kannte nicht die erschütternde Tatsache, von der heute die Inschrift am Gefallenendenkmal in Klagenfurt mel­det, daß vom 8. Jägerbataillon, das mit 1222 aus- zog, von diesen ein Mann heimkehrte. Nein, man tat Unrecht daran, hier oberflächliche Gesamturteile abzugeben, man hätte aus dem Uebergehen nicht­deutscher Regimenter nicht Schlüsse auf die Wehr­macht Oesterreichs, sondern auf die Schwierigkeit des Problems Oesterreich ziehen sollen, das Schule und andere Aufklärungsinstitute des Vorkriegs­deutschland geflissentlich vernachlässigt hatten.

Der Siebenbürger Fritz Heinz R e i m e s ch , der selbst als österreichischer Soldat unter den Fahnen stand, hat in mühevoller, aber dankenswerter Ar­beit die Militärmärsche des alten deutschen Oester­reich zu einer funkelnden Kette vereint, die schon in manchen Sendestunden glänzende Kunde gab vom Heldenmut des deutsch-österreichischen Heeres. Schon Liliencron in seiner ersten Kriegsnovelle, der Sommerschlacht", meldet von dem Zauber, der von den österreichischen Musikkapellen ausging, die den Angriff von Nachold mit dem Radetzkymarsch be­gleiteten. Sie sind nicht nur Klang und Rhychmus, sie sind Sinnbilder der großen Taten der Jahrhun- hunderte, in ihnen klingt das Genie Eugens, Erz­herzog Karls, Conrads von Hötzendorff und Alfred Krauß', des Siegers von Flitsch, der zu unserer Freude heute noch in voller Kraft als unerschrocke­ner deutscher Bekenner lebt, in ihnen schwingt der Humor des alten Galgoczy, in ihnen aber braust vor allem das Heldenlied der Millionen, die ihr Leben einsetzten, und, verklärt durch die Erfüllung eines großen Deutschland, die wir heute erleben, durch das Verstehen, das es eben auch dem alten österreichischen Heere entgegenbringt, der Todes­choral der Hunderttausende, die für Oesterreich und somit auch für Deutschland gefallen sind.

Oie Begleitung des Führers.

In der Begleitung des Führers be­enden sich: der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, Reichs­führer ff Himmler, Reichsprefsechef Dr. Diet­rich, die Reichsleiter Bo uhler und Bor­mann, Staatssekretär General der Flieger Milch, ^-Gruppenführer Korn und Keppler, die Adjutanten des Führers, SA.-Obergruppenführer Brückner und ^-Gruppenführer Schaub, ferner Generalmajor Bodenschatz, die mili­tärischen Adjutanten des Führers, Major S ch m u n d, Hauptmann von Below und Hauptmann Engel. Am Schwarzenbergplatz stehen Schulter an Schulter in einer Linie die Ehrenkompanien eines Münchener Infanterie-Regi­ments und ein Bataillon des Wiener Garde-Regi­ments. Vor dem Hotel Imperial wurde der Führer von zahlreichen Persönlichkeiten begrüßt. Man sah u. a. den General Kraus, ferner den Reichs­minister van Ribbentrop, Reichsminister Dr. Lammers, Stabschef Lutze, die Reichsleiter Rosenberg, Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Amann, ferner den Botschafter von P a pe n.

,,^-Oberabschnilt Oesterreichs

Wien, 14.März. (DNB.) Der Reichsführer ff Himmler hat befohlen: Mit Wirkung vom 12. März 1938 wird der durch die illegalen Maß­nahmen der früheren österreichischen Regierungen verbotene ^-Abschnitt VIII mit dem heutigen Tage wieder öffentlich aufgestellt. Das bis­herige Gebiet des ^-Abschnitts VIII, der das Ge­biet Gesamtösterreichs umfaßt, wird zum ff => 0 b e r» ab schnitt Oe st erreich erhoben. Der ^-Ober- abschnitt Oesterreich umfaßt drei ^-Abschnitte und sechs bis acht ^-Standarten. ^-Oberführer Dr. Kaltenbrunner wurde unter gleichzeitiger Beförderung zum ^-Brigadeführer zum Führer des -Oberabschnitts Oesterreich ernannt.

Oesterreich zollrechtlich vorerst dem Freihafen Hamburg gleichgestellt.

Berlin, 14. März. (DNB.) Das Reichsfinanz- ministerium gibt bekannt: Das Reichsgesetz vom 13. März 1938 bestimmt, daß das derzeit i n Oesterreich geltende Recht bis auf weite­res in Kraft bleibt. Daraus ergibt sich, daß das österreichische Zollrecht vorläufig weiterbesteht. Es muß daher die Zollgrenze einstweilen aufrechterhalten bleiben, d. h. Zölle und sonstige Abgaben werden an der deutsch-österreichi­schen Zollgrenze vorläufig wie bisher er­hoben. So wie der Freihafen Hamburg Reichsgebiet, aber Zollausschluß ist, so ist Oester- reich vorerst zwar Reichsgebiet, aber Zollausschluß, und das entsprechende gilt in Oesterreich hinsichtlich des bisherigen Reichsgebietes.

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land in unerschütterlicher Treue zu seinem Füh- und Obersten Befehlshaber Adolf Hitler.

Tagesbefehle an das bisherige Vundesheer.

Wien, 14. März. (DNB.) Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, Generaloberst von Br au­ch itsch, hat folgenden Tagesbefehl an das bisherige österreichische Heer erlassen:

Mit dem heutigen Tage rückt auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehr­macht das österreichische Bundesheer in den Verband des deutschen Heeres ein. Als sein Oberbefehlshaber begrüße ich alle öster­reichischen Soldaten vom Aeltesten bis zum Jüngsten mit aufrichtiger Freude in un­seren Reihen. Aus der Waffenbrüderschaft im Weltkriege ist eine unzerreißbare Einheit geworden. Ich bin überzeugt, daß es in Zukunft nur noch deutsche Soldaten ohne Unterschied geben wird. Die ruhmreiche Geschichte der alten österreichischen Armee aber wird mit euch eingehen in die Wehrmacht des Dritten Reiches. Für alle gilt die gleiche Parole: Vorwärts für das nationalsozialistische Deutsch-

Oie ruhmreicheGeschichte deralten österreichischen Armee wirdmitEuch eingehen in die Wehrmacht des Dritten Reichs."

hing unserer soldatischen Pflicht, in der opferfreu­digen Hingabe an unseren Führer und das groß­deutsche Vaterland.

(gez.) von Bock, General der Infanterie.

Vereidigung der Innsbrucker Garnison aus den Führer.

Innsbruck, 14. März. (DNB.) Feierlich wurde die Innsbrucker Garnison auf dem Plag vor der Hofburg, der seit Sonntag den stolzen Na­men Adolf-Hitler-Platz trägt, auf ihren Obersten Befehlshaber, den Führer und Reichs­kanzler, vereidigt. Tausende von Volksgenossen umsäumten die weite Fläche, als vom Jnnsteg her die Innsbrucker Garnison der Wehrmacht ausmar­schierte. An der Spitze das Tiroler Jäger­regiment, das Traditionsregiment der ruhm­bedeckten Tiroler Kaiserjäger. Nach der Aufstel­lung der Truppen begleitete unter den Klängen des Tiroler Kaiserjäger-Marsches eine Ehrenkom­panie die Fahne des derzeit in Innsbruck liegenden Gebirgsjäger - Regiments der reichs­deutschen Wehrmacht auf den Platz. Staffeln der reichsdeutschen Luftwaffe flogen einige Schleifen.

Während die beiden Kommandeure die Front der Truppen abschritten, stimmte zuerst die Musik des Bayerischen Gebirgsjäger-Regiments den alten österreichischen Präsentiermarsch an, worauf die Musikkapelle des Tiroler Jäger-Regi­ments die beiden deutschen Hymnen spielte. Nach der Hissung der Reichskriegsflagge hielt der als Vertreter des Divisionärs erschienene Generalstabschef der 6. Oesterreichischen Division, Generalstabsoberst E g l s e e r an die Truppe eine kurze Ansprache, in der er die Eingliederung des österreichischen Bundesheeres in die deutsche Wehr­macht verkündete. Dann sprach der österreichische Kommandeur den Soldaten die Eidesformel der deutschen Wehrmacht vor, und tausende brave Söhne des deutschen Tirols sprachen feierlich den Eid auf den Führer nach. Nach der Eidesleistung hielt der Kommandeur des Grenzschutzabschnittskom­mandos 10, Generalleutnant D ö h l a, eine kurze An­sprache, in der er sie als Kameraden innerhalb der reichsdeutschen Wehrmacht begrüßte. Ein Vorbei­marsch vor den beiden Kommandeuren beendete das packende militärische Schauspiel.

gegenüber dem tschechischen Nationalgedanken und vor den nationalen Bedürfnissen der Tschechoslowaki­schen Republik. Die VerständigungvonVolk zu Volk muß auf diesem gemeinsamen Boden gelingen."

Der Minister für Nationaloerteidigung M a ch n i k erklärte, daß die Situation der Tschechoslowakischen Republik in jeder Richtung fest und von den letzten Ereignissen inkeinerWeisebetroffen sei.Mit aufrichtiger Beruhigung kann ich Ihnen hier mitteilen, daß an irgendeine Bedrohung unserer Sicherheit auch nur von ferne nie­mand denkt. Ich sage dies auch im Hinblick auf die letzten amtlichen Erklärungen, welche wir dies­bezüglich hörten und zur Kenntnis genommen haben."

DasHabsburgerproblem erledigt

Pressestimmen aus Rumänien.

Bukarest, 14. März. (DNB.) Die rumänische Öffentlichkeit steht unter dem tiefen Eindruck des gesamtdeutschen Zusammenschlusses. Der linksstehende Semnalul" schreibt, der Munn von der Straße, mit dem gesunden Menschenverstand, scheine ge­neigt, zu glauben, daß sich nichts Besonde­res ereignet habe. Aller Lärm nach dem Ein­marsch deutscher Truppen in Oesterreich sei nur wie eine Lohe, die, mehr von der Presse verursacht, un­fähig fei, sich in einen zerstörenden Brand zu ver­wandeln. Schließlich war Oesterreich deutsch und ist in seine natürlichen Grenzen eingekehrt. Dies und nichts mehr. Auf dem Grabstein der Habsburger Ueberrefte habe Hitler den Grundstein einer neuen deutschen Ordnung errichtet, schreibtCuoantul". Aehn- lich schreibtBuna Venttre": Das nationale Bewußtsein habe alle diplomatischen Erwägun­gen überwunden. Der Vorgang der B i ld u n g d e r großen nationalen Staaten, der feit hundert Jahren andauere, sei in Europa zu Ende gegangen. Der Anschluß habe dem Habs- burger Problem ein Ende bereitet. Diese Familie von Gespenstern, Phantomen einer für immer vergangenen Welt, trete endgültig in das Dunkel der Geschichte. Alle Hoffnungen ge­wisser Kreise seien zunichte geworden.Die Toten stehen nicht mehr auf!"

Wien wie nach einem großen Siege"...

An die deutschen Soldaten Oesterreichs.

Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, (gez.) von Brauchitsch, Generaloberst.

*

Der Oberbefehlshaber der VIII. Armee, General der Infanterie von Bock, hat folgenden Tages­befehl erlassen:

Der Führer und Oberste Befehlhaber hat mich mit der Führung über die gesamte deutsche Wehrmacht innerhalb der österreichischen Landesgrenze beauf­tragt. Die Waffenbrüderschaft in schweren Kriegs­jahren hat damit endlich ihre Erfüllung ge­funden. Die Vereinigung des österreichischen Bundesheeres mit dem Heere i ft vollzogen. Als Ehre und Auszeichnung bettachte ich es, die Führung einer Truppe zu übernehmen, die aüfge- baut ist auf der ruhmreichen Ueberlieferung der alten österreichischen Armee. Dieses stolze Erbe der Vergangenheit wollen wir mit freudigem Herzen in eine neue deutsche Zukunft tragen in eiserner Manneszucht, in treuester Erfül-

DerVerbriideningsmarschnachOestmeichWem steberall begeisterter Empfang. - Beste Zusammenarbeit mit allen Behörden.

Alle Marschziele restlos erreicht.

Erhebliche Leistungen vollbracht.

Wien, 15. März. (DNB.) Die Truppen, die zur Zeit ihren Verbrüderungsmarsch in die öster­reichischen Lande fortsetzen, haben eine gewaltige Marschleistung vollbracht. Sie haben die ihnen ge­steckten Marschziele restlos erreicht. Das Grenzschutzabschnittskommando unter General Döhla steht in Innsbruck. Das VII. Armee­korps hat mit den ersten Kolonnen der Gebirgs­brigade die Gegend von Gmunden am Traunsee erreicht, während eine Division nach Eisenbahn­transporte in Wien untergebracht ist. Eine weitere Division steht zur Zeit in Bad Hall, westlich von Steyr in Oberösterreich. Der Haupt­teil der 10. Division marschiert bis nach Alten­hof zwischen Ried und Wels in Oberösterreich. Die motorisierten Truppen unter Führung des Kom­mandierenden General der Panzertruppen, General­leutnant Guderian, die am 12. März morgens die Grenze überschritten hatten, erreichten bereits in der Nacht zum 13. März das rund 300 Kilo­meter entfernte Wien. Die nicht motorisierten Truppenteile des VII. Armeekorps unter dem Be­fehl des Generals von Schober und das XIII. Armeekorps, General Frhr. von Weichs, mußten Tagesziele von etwa 40 Kilometer Ent­fernung erreichen.

Ungemein erfreulich gestaltete sich von vornherein die Zusammenarbeit mit den öster­reichischen Heeres stellen und sämtlichen Behörden. Die gesamte militärische Leitung unter­stand dem Armeeoberkommando VIII, General der Infanterie von Bock mit Generalmajor Ruoff als Generalstabschef. Die Truppe selbst, die von Anfang an alles einsetzte, um die ihr gestellte Auf­gabe zu bewältigen, wurde durch den herrlichen begeisterten Empfang der Bevölkerung Deutsch- Oesterreichs zu immer stärkeren Leistungen ange- feuert. Sie fühlte, daß sie feit langem sehn- lichst erwartet worden war. Seit dem Augen­blick, da die Meldung über die vollzogene Wieder­vereinigung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich im Lande bekannt geworden ist, hat sich der Jubel über den Einzug der deutschen Truppen noch ge­steigert. Mit größter Bereitwilligkeit wird den Truppen jeder Wunsch erfüllt, wo es irgend geht, sucht man ihnen Erleichterungen und

Hilfe zukommen zu taffen. Durch persönliche An­teilnahme und persönlichen Einsatz versucht jeder einzelne zu beweisen, daß die deutschen Truppen nicht Gäste find, sondern daß Brüder zu Brüder kamen, die durch ein geschichtliches Unrecht bisher von einander getrennt waren.

DieSalzburger" in München.

Begeisterter Empfang der deutsch- österreichischen Heeresabordnung.

München, 14. März. (DNB.) Mit unendlichem Jubel begrüßte die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung am sonnenüberfluteten Montagnachmit­tag die Kameraden aus Deutsch-Oesterreich, die aus Salzburg gekommene Kompanie des oisherigen österreichischen Infanterieregiments 2. Auf dem Bahnsteig, auf dem eine Kompanie der Kriegsschule und eine Kompanie der Luftwaffe angetreten waren, hatten sich Gauleiter Staatsminister Adolf Wag­ner und der stellvertretende Kommandierende Ge­neral des VII. Armeekorps, General der Infanterie Ritter von Prager eingefunde-n, der auf die kampferprobte Waffenbrüderschaft des Weltkrieges hinwies und betonte, daß es das erstemal seit jener Zeit sei, wo österreichische Kameraden auf deutschem Boden stünden. Gauleiter Adolf Wagner begrüßte die Soldaten im Namen der NSDAP, in der Haupt­stadt der Bewegung, die über den Besuch glücklich sei. Der Einzug in die Hauptstadt der Bewegung gestaltete sich dann zu einem einzigartigen Triumph­zug. In fünf, sechs und mehr Rechen säumten die Münchener die Straßen bis zur Feldherrnhalle und hinaus bis zur Artilleriekaserne. Am Spätnach­mittag fand ein Empfang imRathaus statt. Der große Saal des Münchener Löwen­bräukellers hätte zwei-, dreimal so groß feig müssen, um die Menschen zu fassen, die am Mon­tagabend zu dem Konzert des Salzburger Infan­terie-Regiments 12 gekommen waren. Jubelnde Zu­rufe und Sprechchöre begrüßten die Ehrengäste, General Ritter von Prager und Gauleiter Wagner hielten Ansprachen. Tiefbewegt sagte der Führer der österreichischen Ehrenkompanie, Hauptmann Pon- g r u b e r , herzlichen Dank. Die folgenden durch die ewig schönen österreichischen und deutschen Märsche verlebten Stunden schlugen alle Teilnehmer in den Bann einer einzigen großen Kameradschaft.

Anhaltendes Interesse des Auslandes.

Starker Eindruck der Wiener Ereignisse.

Wie ein Triumphator empfangen."

Pariser Pressebericht.

Paris, 15. März. (DNB. Funkspruch.) Der Einzug des Führers in Wien wird von der ganzen Pariser Frühpresse in großen Schlagzeilen gemeldet. Stark beachtet werden die kurzen Begrüßungs­worte des Führers an die Wiener, wobei die Stelle von den 75 Millionen des deutschen Volkes in einem Reich besonders unterstrichen wird.

Journal" läßt sich von seinem Sonderbericht­erstatter melden: Adolf Hitler hat heute feinen größten Triumph verwirklicht; er ist nach Wien zurückgekehrt, das er gestern zu e i n er deutschen Stadt gemacht hat. Seit Jahren hat Hitler unerschütterlich das gewollt, was fortan vollendete Tatsache ist. Anhaltender Jubel habe den Führer bis zum HotelImperial" begleitet, wo er vom Balkon herab mit erhobener Rechten die von einem magischen Strom ergriffene, den weiten Ring füllende Menge begrüßt habe, worauf der Jubeltaumel mitHeil-Hitler"-Rufen sich noch mehr Luft gemacht habe. Als der Führer erklärt tzabe^ daß das Reich von Königsberg his Köln

und von Hamburg bis Wien nur eine einzige unbesiegbare Nation bilde, habe ein riesiger Aufschrei diese Einheit be­siegelt.

Excelsior" schreibt, Reichskanzler Hitler sei wie ein Triumphator in Wien empfan­gen worden. Eine Million Menschen hätten ihn gegrüßt. Immer wieder fei das Wort erklungen: Ein Polt, ein Reich, ein Führer! Oder: Wir dan­ken unserem Führer! Alles sei ein Schauspiel ge­wesen, wie es der Berichterstatter, der schon Zeuge vieler großer Kundgebungen vor dem Führer ge> wesen fei, bisher noch nicht triumphaler erlebt habe. Prag in keiner Weise betroffen.

P r a g, 14. März. (DNB.) Die tschechischen Blätter sprechen wiederholt davon, daß es sich um eine innere Angelegenheit der deutschen Nation handle. ImNarodny Listy" heißt es, dernatio - nale Gedanke habe sich wieder einmal als der beherrschende Zeitgedanke erwiesen, mit dem sich kein anderer meßen könne. Schuschniggsständischer Ge­danke" fei vor der deutschen Einheit dahingeschwun- dem Diefer «allerletzte österreichische Umsturz" sei

Eindrucksvolle Schilderungen der englischen Presse.

London, la. März. (DNB. Funkspruch.) Des Führers Einzug in Wien wird in der Londoner Morgenpresse eindrucksvoll geschildert. So heißt es ' im Wiener Bericht derTimes", in Wien habe es gestern ausgesehen, als wenn die ganze Stadt ge­rade die Nachricht von irgendeinem^ Sieg erhalten habe und sich jetzt vorbereite, die heimkehrenden Truppen zu empfangen. In der gan­zen Stadt habe es kein Anzeichen dafür gegeben, daß sich ein Volk einem fremden Joch unterwerfe, im Gegenteil: man habe den Eindruck gehabt, daß alle Wiener das Hakenkreuz am Arm ober Haken- kreuzfähnchen in der Hand tragen.

Daily Telegraph" schreibt, in Wien habe es gestern Szenen von unbeschreiblicher Begeisterung gegeben. Selbst alte Männer und Frauen hätten beim Anblick des Führers Fr en­den tränen in den Augen gehabt. Hitlers Einzug in Wien fei der größte von den vielen Triumphen feines Lebens gewesen. Gestern sei er zum Führer eines großen Reiches von 74 Millionen ge­worden. Auch derDaily Herold", das Blatt der Arbeiterpartei, meldet, Adolf Hitler habe gestern unter den Begeisterungskundgebungen von über einer Million Wienern Besitz von der Stadt ergrif­fen. Das liberaleNews Chronicle" meint er­staunt, Hitler fei anscheinend der Aufnahme in Wien sehr sicher gewesen, die seiner in Oesterreich erwartet habe.

Chamberlain vor dem Unterhaus Nichts würde die Handlung Deutschlands anfgehalten haben."

London, 14. März. (DRV.) Vor dem Unter« 9aus gab der Premierminister Chamberlain zunächst einen Rückblick auf die Ereignisse der letz­ten Tage. Er schilderte die verschiedenen Proteste der britischen Regierung und verlas sodann die Zu­rückweisung der englischen Protestnote durch einen Brief Freiherrn von Neuraths vom 12. d- M. Er müsse es zurückweifen, wenn behauptet werde, daß die britische Regierung sich nicht inner­halb ihrer Rechte gehalten habe, wenn sie sich an der Unabhängigkeit Oesterreichs interessiert habe. Mit einem Ton der Befriedigung bezeichnete Cham« berlain das deutsch-tschechoslowakische Verhältnis als korrekt. Großbritannien sei mit der französischen und italienischen Regierung zur Konsultation verpflichtet gewesen, falls eine Handlung begangen werde, welche die österreichische Unabhängigkeit berühre. Dieser Der- pfllchtung fei Großbritannien voll nachgekorn« m e n. Als Ergebnis dieser Konsultation habe die sranzösische Regierung einen ähnlichen Protest in Berlin abgegeben, wie die britische. Von der i t a l i e n i s ch e n Regierung habe die britische Regierung keinerlei Mitteilung ihrer An­sichten erhalten, jedoch werde die Ansicht der ita­lienischen Regierung in den Presfemitteilungen mit großer Präzision zum Ausdruck gebracht. Wörtlich erklärte Chamberlain dann:

Wenn man die kürzlichen Ereignisse beur­teilen will, ist es notwendig, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Wie wir sie auch immer beurteilen mögen, und wie wir auch immer erwarten mögen, daß sie aus die inter­nationale Lage wirken werden, wie sie heute vorhanden ist, die harte Tatsache ist und von diefer Wahrheit kann sich jedes Mit­glied des Hauses selbst überzeugen daß nichts diese Handlung Deutsch­lands aufgehalten haben würde, es fei denn, daß wir und andere bereit gewe­sen wären, Gewalt anzuwenden, um sie zu verhindern."

Sie können von der britischen Regierung nicht gleichmütig und gleichgültig angesehen werden. Dao unmittelbare Ergebnis müsse eine Intensivierung der Desuhlo der Ungewißheit und Un- sicherheit ,n Europa fein. Es sei j^och kein Augenblick für hastige Entscheidungen oder für un. bedacht« Worte. Man müsse die neue Lage II« uni