Ausgabe 
15.1.1938
 
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Auf- und Ausbau der Gießener Messen

für den Ausbau der Messen ansehen.

B.

Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik

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vorn gefestigten nationalsozialistischen Standpunkt aus die Ideen fremder Jugendbünde erkennen und verstehen wollen. Eines jeden Vaterland wollen wir achten, aber das unsrige lieben. Der inzwischen ein« getroffene Führer des Bannes 116, Bannführer Rohrbach, unterzog sodann die einzelnen Unter­führer einer kurzen Prüfung und überzeugte sich dabei von dem Leistungsstand der Führerschaft.

Nach dem Mittagessen, das die jungen Führer in Privatquartieren, die die gastfreundliche Bevöl­kerung Watzenborn-Steinbergs zur Verfügung ge­stellt hatte, erhielten, nahm die Schulung ihren Fortgang, indem Unterbannführer Dr. Hanke die wichtigsten kolonial- und wirtschaftspolitischen Fra­gen des Dritten Reiches behandelte. Nach dem Be­such eines Fußballspieles fand eine kurze gelände­mäßige Schulung stuft.

In der üblichen Form wurde im Gedenken des Führers mit dem Lied der Jugend die Führer­schulung beendet.

Gießener wochenmarktpreiie

* G i e ß e n, 15. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche seine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Deutsche vollfr. Eier B Stück 12, ausländ. Kühlhauseier 11 Pf., junge Hähne, Vi kg 1. bis 1,20 Mark, Sup­penhühner,90 bis 1,, Gänse 1,10 Mark, Tauben, Stück 50 bis 60 Pf., Käse 5 bis 10, Wirsing grün, kg 10 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25 Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 35, Feldsalat Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Aepfel 10 bis 20, Birnen 8 bis 20, Blumenkohl, Stück 45 bis 50, En­divien 10 bis 15, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf., Kartoffeln, Zentner 3,25 bis 3,45 Mark.

Rundfunkprogramm

Sonntag, 16. Januar.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Gymnastik. 8.30: Christ­liche Morgenfeier. 9: Kleiner Bauernkalender. 9.15: Chorgesang. 9.45: Gruß an das Licht. 10: Von Bres­lau: Gott ist dem Herzen nah, das sich erneuert. 10.30: Ewiges Deutschland. 11.15: Mich aber schone, Tod? Gerrit Engelke zum Gedächtnis. Hörfolge. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. Kasperle beginnt seinen lustigen Reisebericht. 14.30: Konzert derWolkensteiner". Lieder des Minnesängers Os- wald von Wolkenstein und Volkslieder aus Tirol. 15: Ein Sonntagnachmittag im Siegelauer Tal. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage, 17 bis 17.15: Be­richte vom reichsoffenenL Schwimmfest der Frauen, Frankfurt a. M. 18: Cin Solo auf dem Posthorn. Eine Hörfolge. 19: Nachrichten. 19.10: Andres Se­govia, der Gitarren-Virtuose. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 20: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Sportbericht. 22.30: N,och einmal Andres Se­govia, der Gitarren-Virtuose. 22.50: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 1: Nachtmusik. Italienische Opernmusik.

IHontag, 17. Januar.

6 Uhr: Morgenlied Morgenspruch, Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schneebericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. Kinder- liedersingen. 10.30: Musik zur Werkpause. 11.40: Hausfrau hör zu! 11.50: Unsere gefiederten Freunde. 12: Schloßkonzert aus Hannover. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Schwedenplatte. 15: Volk und Wirtschaft. Unsere Kolonien früher und heute. Neu- Guinea. 15.15: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir. 15.45: Sport der Jugend: Motoren und Segler im Winterschlaf. 16: Nachmittagskonzert. Einlage, 16.45: Heimatwege. Auf den Kindheitspfaden eines deut­schen Dichters. Zum 70. Geburtstag von Wilhelm Schäfer. 18: Zeitgeschehen. 19: Nachrichten. 19.15: Stuttgart spielt auf. 20.30: Aus dem Palmengarten zu Frankfurt a. TL: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 21: Diener zweier Herren. Ein Lustspiel nach Mo- uaj(pii(pD}JG :%ziUOQia© uoauaap

Pros. Dreher, Friedberg, 60 Jahre alt.

Am morgigen 16. Januar kann der Studienrat Prof. Ferdinand Dreher in Friedberg in bester Frische seinen 60. Geburtstag begehen. Prof. Dreher ist im Hessenlande, besonders in Oberhessen, durch seine heimatgeschichtlichen Arbeiten und durch die Gründung und Leitung des Stadtarchivs und der Stadtbibllothek von Friedberg feit Jahren bekannt­geworden. i

Ferdinand Dreher wurde als Sohn des aus Offenbach a. M. stammenden Oberlehrers Prof. Christian Ferdinand Dreher am 16; Januar 1878 in Birkenfeld an der Nahe aeboren. Von Oste,rn 1884 ab besuchte er die Vorschule und das Pro­gymnasium zu Alzey, von Ostern 1889 ab das Gymnasium zu Offenbach a. M., wo er im März 1897 die Reifeprüfung bestand. Er studierte dann' in Marburg, München und Gießen Deutsche und klassische Philologie sowie Geschichte und bestand im August 1902 in Gießen das Staatsexamen. Er wurde dann an den Gymnasien zu Darmstadt, Worms und Offenbach a. M. verwandt und im November 1903 zur Auguftinerfchule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg versetzt. Hier wurde er 1904 Lehramtsassessor, im April 1906 Ober­lehrer. Im März 1915 wurde ihm der Charakter als Professor verliehen.

In Friedberg widmete er sich neben seiner dienst- . lichen Tätigkeit noch in eifriger Weise dem öffent­lichen Wirken. Im März 1905 wurde er Schrift­führer des Geschichts- und Altertumsvereins, weiter war er dann als Urkundenpfleger tätig. Im Juli 1907 nahm er die Neubegründung des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek von Friedberg vor, deren Verwaltung er seitdem innehat. Im Mai 1908 wurde er zum Mitglied der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck gewählt. Im Jahre 1919 wurde ihm die Gründung und Schriftleitung der Friedberger Geschichtsblätter übertragen. Während der Kriegsjahre war er vom Oktober 1914 bis zum Januar 1916 Führer der 2. Kompanie der Jung­wehr von Friedberg-Stadt. Im Januar 1916 trat er bei dem Feldartillerie-Regiment 61 zu Darmstadt als Kriegsfreiwilliger ein. Er kam dann nach dem Osten ins Feld, wo er an verschiedenen Frontab­schnitten mitkämpfte. Im Mai 1917 wurde er Leutnant d. R. im Feldartillerie-Regiment 259, dann war er bei Staffelstäben Adjutant, bis er am 4. Januar 1919 in Spandau nach der Heimat entlassen wurde.

In den Nachkriegsjahren entfaltete Prof. Dreher eine sehr rege Tätigkeit in dem Kampf gegen die Lüge von der deutschen Schuld am Kriege, ferner gegen das Parteien-Unwesen der Systemzeit, wobei er mit aller Schärfe gegen den Marxismus und die Vorherrschaft des Judentums vorging. Es dauerte denn auch nicht lange, bis die unter marxi­stischer Führung stehende damalige hessische Regie­rung mit Repressalien gegen ihn vorging. Ebenso wurde er von der sozialdemokratischen Seite im Hessischen Landtag und außerhalb dieses Gremiums heftig bekämpft. Er ließ sich jedoch dadurch in seinem Kampfe nicht abschrecken, sondern hielt bereits hn Juni 1924 eine öffentliche Rede für Adolf Hitler, die dann auch als Broschüre erschien. Weiterhin war er eifriger Mitkämpfer im Stahlhelm. Un­unterbrochen kämpfte er auch in vielen Zeitungs­aufsätzen, darunter in den Spalten desGießener Anzeigers", gegen das Diktat von Versailles, geaen den Pazifismus und gegen alle deutschfeindlichen Strömungen. Die Bewegung des Führers hat in ihm feit langer Zeit einen wackeren Gefolgsmann. Seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Heimatge- ^jchichte und der^Heimatkunüe kam trotz seines poli­tischen Kampfes nicht zu kurz, sondern er stellte auch nach dieser Richtung hin voll und ganz seinen Mann.

So kann Prof. Dreher an seinem morgigen 60. Geburtstage mit Befriedigung auf ein geseg­netes Wirken in seinem beruflichen Kreise, als auf­rechter deutscher Kämpfer und als treuer Göfolgs- mann des Führers zurückblicken. Die große Wert­schätzung, die er weithin in Stadt und Land ge­nießt, wird ihm an diesem Tage noch zur besonderen Freude gereichen.

Amtshandlungen in der evang. Gesamt­gemeinde Gießen 1937.1

weiterer laufender Kinderbeihilfen. Jrn übrigen wies der Redner auf die Gesetzgebung hin, die die Förderung der Frühehe und des Kinderreichtums zum Ziele hat. Er erinnerte hier besonders an (Steuerermäßigungen, an den bevorstehenden Fa- milienlastenaMsgleich und an die bevölkerungspoli­tisch sich auswirkende Siedlungsgesetzgebung. Im Blick auf große Räume wies der Redner darauf

Im Jahre 1937 fanden in der evangelischen Ge­samtgemeinde Gießen 406 Taufen statt; sie ver­teilen sich wie folgt: Matthäusgemeinde 75, Mar- kusgemeinde 85, Lukasgemeinde 79, Johannes- gemeinde 63, Luthergemeinde 45, Petrusgemeinde 59. Die Zahl der konfirmierten Kinder be­lief sich auf 402; davon waren aus der Matthäus- gemeinde 84, Markusgemeinde 85, Lukasgemeinde 92 Johannesgemeinde 40, Luthergemeinde 59, Pe­trusgemeinde 42. Getraut wurden im ganzen 230 Paare; davon in der Matthäusaemeinde 49, Markusgemeinde 59, Lukasgemeinde 60, Johannes­gemeinde 32, Luthergemeinde 8, Petrusgemeinde 12. Kirchlich zu Grab gebracht bzw. eingeäschert wurden 308 Gemeindeglieder; davon waren aus der Matthäusgemeinde 66, Markusgemeinde 70, Lukas- gemeinde 87, Johannesgemeinde 37, Luthergemeinde 24, Petrusgemeinde 24.

Vorbereitungskurs zur Jägerprüfung

Der Kreisjägermeister des Kreises Gießen weist in einer Anzeige daraus hin, daß in Kürze ein Vor- bereitungskursus für die nächste Jägerprüfung be­ginnt, die im Laufe des Mai stattfindet. Bedingung zur Teilnahme an der Prüfung ist Beteiligung an dem Lehrgang nicht. Die Erfahrung hat jedoch ge­zeigt, daß die Teilnahme unbedingt zu empfehlen ist. Daher wurden diese Lehrgänge eingerichtet. Sie setzen sich aus Unterricht im Lehrsaal und im ' Freien (Schießstand usw.) zusammen.

Ludwig Manfred Lommel

im Frankfurter Schumann-Theater.

Der in Deutschland überall bekannte Humorist Ludwig Manfred Lommel wird vom 16. Januar ab im Schumann-Theater zu Frankfurt a. M. ein Gastspiel geben. Lommel hat-sich als Rundfunk- Humorist einen Namen gemacht, seine Scherze, Steg- reif-Clowniaden, Typensdarstellungen und Grotesk­komik sind aus mancher Schallplatte festgehalten­worden, und das deutsche Variete zahlt chn zu seinen bewährtesten Kräften. '

Noch vor mehreren Jahren standen unsere Gie - jener Frühjahrs- und Herb st messen ücht allzu weit, vor dem Ende. Manche Gießener ahen das Verschwinden dieser öffentlichen Einrich­tung bereits als unabwendbar an. Das war be­sonders im Jahre 1932 der Fall, aber auch noch im Frühjahr 1933 schien der Fortbestand der Gie- zener Messen fraglich zu sein. Einer der wichtigsten Gründe für diesen Abstieg war die Tatsache, daß die Messebetriebe auch hinsichtlich der vorbereitenden Werbung völlig auf sich gestellt waren und die Stadt sich damals in der Hauptsache nur darauf beschränkte, den Platz zur Verfügung zu stellen und die Standgelder einzuziehen.

Dom Sommer 1933 ab trat aber auch auf diesem Gebiete der städtischen Arbeit eine bedeutsame Wandlung zum Bessern ein. Die Stadt nahm sich des Messewesens energisch an, wobei sie sich auf die Tatsache stützen konnte, daß durch diese Veranstal­tungen in jedem Frühjahr und in jedem Herbst ein erheblicher Zustrom von Besuchern aus der ganzen Umgegend nach Gießen kam und nicht nur auf den Meßen, sondern auch in der Stadt als zusätzliche Kaufkraft wirksam wurde. Im Hinblick auf diese Tatsachen nahm die Stadt eine zeitgemäße teil­weise Umgestaltung des Messeplatzes Oswaldsgarten vor, gleichzeitig nahm sie die vorbereitende Werbung planmäßig und tatkräftig selbst in die Hand. Wäh­rend vorher die Gießener Vertretung der ambulan­ten Gewerbetreibenden die Werbung nur mit ver­hältnismäßig relativen Mitteln und Möglichkeiten hatte betreiben können, entfaltet die Stadt seit­her durch umfassende Werbemaßnahmen in der Presse und auf dem Gebiete des Plakatwefens, ferner durch den Einsatz von Lautsprecherwagen zur persönlichen Werbung in den Landorten eine systematische Werbetätigkeit. Hinzu kam, daß die Stadt die Ausgabe von verbilligten Fahrkarten der Reichsbahn zu den Messen in Gießen veranlaßte, ferner die Reichspost zur Bereitstellung von günsti­gen Beförderungsmöglichkeiten von und nach den Orten abseits der Bahn gewann. Ein weiterer förderlicher Schritt des Neuaufbaues bestand darin, daß die Stadt bei der Auswahl der Messegeschäfte auf die Zulassung von nur einwandfreien Unter­nehmungen bedacht war und eine Uebersetzung mit Geschäften gleicher Art vermied. Außerdem be­mühte sich die Stadt, den Wünschen der Messe­geschäfte nach bester Möglichkeit entgegenzukommen und den Besuchern die Stunden ihres Aufenthaltes in Gießen nach jeder Richtung hin angenehm zu machen.

Alle diese Maßnahmen brachten der Stadtverwal-

das ehemalige Hospital an dieser Stelle damit völlig verschwinden.

* Oberschule für Mädchen ist nach amt­licher Verfügung von jetzt ab der Name des frühe­ren Lyzeums und der Frauenschule zu Gießen. Die Bezeichnungen Lyzeum, Lyzeum und FratKnschule, Mädchenoberschule, Dreijährige Frauenschule, Stu­dienanstalt kommen also in Zukunft in Wegfall.

** E i n f e e. d) £i g e r Kutter für d i e Gießener Marine-HJ. angekommen. Am Donnerstagabend erlebte die hiesige Marine- Gefolgschast der Hitler-Jugend des Bannes 116 eine große Freude. Die ganze Gefolgschaft war zum Güterbahnhof beordert worden, wo sie der Anblick eines zehnriemigen Kutters überraschte. Die Sehn­sucht der Gießener Marine-HI., seit Jahren ge­nährt, fand damit ihre Erfüllung. Im Triumph wurde das Schiff eingeholt. Rasch wurde das Boot von den Fesseln für den Eisenbahntransport befreit, rasch auf die bereitgestellte Rolle geladen, undsee­fest" gezurrt". Mit Riemen und Rudern, mit Boots- haken und Steuern gingen dann einige Kameraden voraus, die Rolle wurde von zehn Junggenossen

Abbruch im Seltersweg.

Das städtische Nebengebäude Seltersweg 11 (hinter demLotzekasten"), zum ehemaligen Hospi- talgrundstück gehörig, wird jetzt niedergelegt. Es bildete mit den bereits früher abgebrochenen Ge­bäuden, zur Erweiterung des Schwesternhauses nebst Zuflucht benötigt, die frühere Hospitalhofreite. Nach Erbauung der neuen Pflegeanstalt an der Licher Straße in den Jahren 1902/03 wurde- das bis dahin hier befindliche Hospital aufgelöst und Insassen sowie Verwaltung nach der neu erbauten Anstalt verlegt. Unmittelbar hinter diesem Gebäude befand sich der ehemalige Kirchenbau, und ringsum schlossen sich die weiteren Gebäude für die Insassen und das Verwaltungsgebäude 'an, letzteres wurde bereits im Jahre 1906 abgebrochen; der letzte Ver­walter des Hospitals war der städtische Ratsdiener Gottfried Dörr. Nunmehr steht auf der Hofrecke noch das später als Pfandlokal benutzte nördliche Nebengebäude, in dem sich zur Zeit noch eine Schlosserwerkstätte befindet; auch dieses Haus wird bei der demnächst durchzuführenden Verbreiterung des Selterswegs der Spitzhacke anheimfallen und

gezogen, von weiteren zehn Kameraden flankiert; die übrige Gefolgschaft folgte in geschlossenem Zug. Singend zog die nicht alltägliche ^Marschkolonne durch die Stadt zu einem der Bootshäuser. Bald wird man nach der Bootstaufe das seefeste Fahrzeug auf der Lahn sehen können.

HI., Unterbann V/116.

Im Bereiche des Unterbannes V/116 finden in der kommenden Woche folgende Appelle statt:

Dienstag, 18. Januar, 21 Uhr, in der Äreisschule Großen-Linden für den Standort Großen-Linden;

Mittwoch, 19. Januar, 20 Uhr, für den Standort Leihgestern im Rathaus;

Mittryoch, 19. Januar, 21 Uhr, für den Standort Lang-Göns im HJ.-Heim Lang-Göns;

Donnerstag, 20. Januar, 20.30 Uhr, in Holzheim für die Standorte Holzheim und Grüningen;

Donnerstag, 20. Januar, 21 Uhr, in Eberstadt für die Standorte Eberstadt und Dorf-Gill.

Für diese Appelle entfallen alle laufenden Beur­laubungen

Der Führer des Unterbannes V/116

Dr. Hanke, Gefolgschaftsführer.

Führerschulung tm Unferbonn V/116.

Am vorigen Sonntag fand in Watzenborn- Steinberg unter der Leitung von Unterbann­führer Dr. Hanke eine Führers ch ul ung Des Unterbannes V/116 statt. Der Führer vom Dienst, Gefolgschaftsführer Kreschberger, meldete dem Unterbannführer die angetreten^ Füh­rerschaft.

Nach einer kurzen Morgenfeier im Freien begann in einem Nebenzimmer der Volkshalle die Führer­schulung. Unterbannführer Dr. Hanke entwickelte seinen Unterführern die Parole der Hitlerjugend für das neue Jahr, die darin zu erblicken ist, daß wir

tung bis jetzt bereits einen ansehnlichen Erfolg. Wenn man sich die Kurven des graphischen Bildes über die Entwicklung der Gießener Frühjahrs- und Herbstmessen ansieht, kann man zwei bemerkens­werte Feststellungen machen. Don 1929 bis 1933 ging es in der Linienführung dieses graphischen Bildes ständig und zuletzt sogar steil abwärts. Wir wollen hier nicht mit zahlenmäßigen Einzelheiten kommen, die in diesem Zusammenhänge zu weit führen würden, aber so viel sei hervorgehoben, daß der Absturz der verschiedensten Wirtschaftslinien des Messewesens von 1929 bis 1933 als ganz er­heblich anzusehen ist. In stärkstem- Gegensatz dazu steht die Entwicklung der Kurven seit 1933. lieber« all auf den verschiedenen Messegebieten -geht es kräftig aufwärts, ja der Anstieg der Kurven ist zum Teil so steil, daß er jetzt schon, nach den wenigen Jahren der städtischen Betreuung der Messen, auch die höchsten Entwicklungspunkte während der Jahre vor 1933 bedeutend übertrifft. Man kann ohne weiteres feststellen, daß die Spitzen des bisherigen Kurvenanstiegs eine Höhe erreicht haben, die man nach allen Erfahrungen der letzten 15 Jahre über­haupt nicht als erreichbar vermutet hätte. Dieser starke und eindeutige Erfolg spricht mit Entschieden­heit für die aufbauenden Maßnahmen der Stadt auf diesem.Gebiete.

Bestärkt durch dieses Ergebnis beabsichtigt die Stadtverwaltung, den Ausbau der Gießener Mes­sen weiterhin planmäßig fortzusetzen. Es sind zu diesem Zwecke Maßnahmen der verschiedensten - Art ins Auge gefaßt. Dabei steht der Ausbau der Wer­bung weiterhin im Vordergründe. Ferner wird eine Umstellung in der Strombelieferung des Platzes von Gleichstrom auf Wechselstrom durchgeführt werden, .um den Beschickern der Messen die bis­herigen hohen Unkosten durch das Mieten von Um­formern zu ersparen. Zu diesem Zwecke wird eine Transformatorenstation im Hofe der Feuerwache errichtet, die schon bei der diesjährigen Herbstmesse für die Lieferung von Wechselstrom an die Messe­betriebe wirksam werden soll. Dann' wird es auch möglich sein, für die Gießener Messen größere erst­klassige Fahrgeschäfte zu bekommen, die bisher nur wegen des Fehlens von Wechselstrom' unfere Mes­sen nicht beschickten. In Verbindung mit dieser Um­stellung der Stromlieferung soll auch die Frage der Messeplatz-Beleuchtung aufgegriffen und in best­möglicher Weise gelöst werden. Gleichzeitig will die Stadt eine feste Leitungsanlage für Lautsprecher auf dieshm Platze schaffen. Alle diese Maßnahmen kann man als zweckdienlich und erfolgverheißend

Die Arbeitsgemeinschaft der Berufskrankenkasse der Kaufmannsgehilfen und der weiblichen Ange­stellten veranstaltete am gestrigen Freitag tm Bayerischen Hof" einen Vortragsabend. Verwal­tungsstellenleiter Geitz hieß die Teilnehmer will­kommen und wies auf die stete,, verantwortungsbe­wußte Mitarbeit der Krankenkassen bei der Förde­rung der Volksgesundheit hin. Anschließend sprach der

Sauobmann für Haffenhygiene Prof. Dr. Kranz

über rassenhygienische und bevölke­rungspolitische Fragen. Er-wies daraus hin, daß die rassen- und bevölkerungspolitischen Probleme, trotz großer Fortschritte für unser Volk noch nicht als endgültig gelöst betrachtet werden dürften. Man müsse sich dessen bewußt sein, daß es gerade auf die gegenwärtige Generation-ankomme, denn sie habe Grundsteine für die Zukunft zu legen. Bis das Ideal erreicht sei, das dem Führer vor- schwebe, bleibe noch viel zu tun. Wichtig sei vor allem, unsere Volksgesundheit sicherzustellen und außerdem gleichzeitig einem rassischen Verfall vor- zubeuaen. Die neue geistig-seelische Haltung, die unser Volk unter nationalsozialistischer Initiative ge­wonnen habe, müsse entscheidend helfen, den Ge­sundungsprozeß zu unterstützen. Alle Aufmerksam­keit sei außerdem unserer Geburtenbewegung zuzu­wenden. Den noch nicht ausreichenden Geburten­zahlen unseres Volkes stehe als Gefahr das außer­ordentliche Wachstum der Völker im Osten gegen­über. Die Aenderung der geistig-seelischen Haltung unseres Volkes nach der Machtergreifung durch den Führer habe sehr im Gegensatz zur Haltung un­seres Volkes während der Systemzeit Kinder- freüdigkeit im Gefolge gehabt. Das Reich habe es auch an wirtschaftlichen Förderungen nicht fehlen lassen. In 750 000 Fällen seien von erbgesunden heiratslustigen jungen Menschen Ehestandsdarlehen m Anspruch genommen worden. Aus den damit geför­derten Eheschließungen seien bisher als erfreuliches bevölkerungspolitisches Ergebnis 500 000 Kinder hervorgegangen. 123 Millionen Mark wurden bis­her an Kinderbeihilfen ausgeworfen, 400 000 Fa­milien wurden mit einmaliger Kinderbeihilfe be­dacht. Im Ausbau begriffen sei die Gewährung

entscheidend fein werde auf die Verteilung der Räume auf unserer Erde.

In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich Professor Dr. Kranz mit den Gefahren, die un­serem Volke von Erbkranken und Erbuntüchtigen her drohen. An Hand von Zahlen ließ er erkennen, wie stark die Erbkranken unsere Volksgemeinschaft' belasten, und zeichnete dann, die Segnungen auf, die durch das Erbgesundheitsaesetz ausgelöst wer­den. Er sprach ferner über das Wesen und die Voraussetzungen der Unfruchtbarmachung, umriß das vor dem Erlaß stehende Ehegesundheitsgesetz,^ sprach über das wünschenswerte Verhältnis zwischen Arzt und Familie im Sinne des Hausarztes und über die notwendige Verantwortungsbereitschaft des Ehepartners dem Ehepartner und dem Nachwuchs gegenüber.

Nachdem Professor Dr. Kranz in wenigen Sätzen, aber mit aller Deutlichkeit, die 'Judenfrage behandelt hatte, sprach er abschließend davon, wie Deutschland mit allen seinen Maßnahmen auf dem Gebiete der Rassenhygiene und der Beoölkerungs- politik anderen Völkern gegenüber kilometerweit voraus sei und in seiner wissenschaftlichen Arbeit auf den erwähnten Gebieten heute schon viele auf­merksame Hörer in der ganzen Welt habe. An der Lösung dieser bedeutsamen Fragen für unsere Volksgemeinschaft mitzuarbeiten, sei aber nicht allein die Aufgabe der Wissenschaft, sondern auch die Auf­gabe eines jeden Volksgenossen für sich und seine Familie. Der lebendige Vortrag wurde mit unge­teilter Aufmerksamkeit ausgenommen.

Im weiteren Verlauf des Abends schilderte Ver­waltungsstellenleiter G e i tz die Aufgaben der Ar­beitsgemeinschaft der Berufskrankenkassen; anschlie­ßend wurde ein Film gezeigt, der die Teilnehmer des Abends in die Jugenderholungsheime der Ar­beitsgemeinschaft führte. \