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in Gießen seinen Sitz hatte. Der Angeklagte hatte die von ihm aufgenommenen Bestellungen an diesen einzusenden. Dieser gab sie an die Firma weiter, worauf Lieferung und Auszahlung der Provision erfolgte. Im Lause seiner Tätigfeit hat der Ange­klagte fünfmal Bestellzettel mit falschem Namen unterschrieben, um sich ungerechtfertigt in den Besitz der, Provision zu bringen.

Än der gestrigen Hauptoerhandlung, ebenso wie auch in der Verhandlung erster Instanz, gab der Angeklagte die Fälschung zu, behauptete jedoch, dies sei im Einverständnis mit seinem General­vertreter erfolgt, da man mit Rücksicht auf die Knappheit der ihnen zur Verfügung stehenden Plat­ten sich ein größeres Lager habe anlegen wollen. Die Provision, behauptete der Angeklagte, sei eben- falls von diesem einbehalten worden. Schon in der ersten Verhandlung war es zu schweren Auseinan­dersetzungen zwischen dem Angeklagten und dem Generalvertreter gekommen, der im übrigen selbst erheblich vorbestraft ist und bei der gleichen Firma 110 Bestellzettel fingiert hat, die ebenfalls zu seiner Entlassung führten. Dieser hatte den Angeklagten stark belastet und seine Aussage auch beschworen. Auch in der gestrigen Hauptoerhandlung machte die­ser Zeuge, ein gewisser Moll aus Köln, einen höchst ungünstigen Eindruck auf das Gericht, und er verwickelte sich derartig in Widerspräche, daß er wegen Verdachtes, in der ersten Instanz einen fal­schen Eid geschworen zu haben, sowie wegen Ver­dachtes der Mittäterschaft der Urkundenfälschung in der Sitzung in Hast genommen wurde. Daraufhin wurde die Sache zur Erhebung weiterer Ermitt­lungen vertagt.

Wetterbericht.

Ein vom Atlantik rasch nach England vorstoßen- üer Sturmwirbel-schreitet in der Hauptsache nord­ostwärts weiter. Immerhin bringt er unseren Ge­birgen noch am Samstag stürmisch auffrischende südwestliche Winde und vorübergehend auch Regen. Anschließend wird von der Rückseite des Wirbels auch etwas kältere Meeresluft zur Geltung kommen.

Aussichten für Sonntag: Veränderlich mit Aufheiterungen und anschließenden vereinzelten Schauern, bei kräftigen südwestlichen bis westlichen Winden frisch.

Lufttemperaturen am 14. Januar: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 3,0 Grad; am 15. Januar: morgens 5,0 Grad. Maximum 10,4 Grad. Minimum 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Januar: abends 2,3 Grad; am 15. Januar: mor­gens 1,8 Grad. Sonnenscheindauer 0,6 Stunden.

Dlnkersporl-Detterbericht.

Vogelsberg: Keine Sportmöglichkeiten.

Rhön. Wasserkuppe: Nebel, 0 Grad, Gesamt­schneehöhe 70 Zentimeter, Schneedecke durchbrochen, stellenweise Sportmöglichkeiten.

Taunus. Kleiner Feldberg: Neböl 4- 2 Grad, Gesamtschneehöhe 15 Zentimeter, Pappschnee; keine Sportmöglichkeiten. Großer Feldberg: Nebel, + 2 Grad, Gesamtschneehöhe 20 Zentimeter, Papp­schnee; im Walde noch stellenweise Sportmöglich­keiten.

Schwarzwald. Feldberg: Bedeckt, +4 Grad, Gesamtschneehöhe 80 Zentimeter, verharscht, Ski und Rodel gut.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 14. Ian. Mit der Er­bauung eines Schwimmbades für unsere Gemeinde soll in der nächsten Zeit begonnen wer­den. Das Schwimmbad soll auf der Pfingstweide, gegenüber dem neuen Sportplatz, erstehen und soll vielleicht noch in diesem Sommer seiner Bestim- mung übergeben werden. Gegenwärtig wird in der neuen Schule von der Gemeindegruppe Klein- Linden des Reichsluftschutzbundes ein Schulungskursus für Frauen durchgeführt. Der Kursus wird sich über einige Wochen erstrecken und feine Teilnehmer mit den Gefahren des Luftkrieges und den Schutzmaßnahmen gegep diese vertraut machen. Die Derdunckelungsübung, die hier am Donnerstagabend angesetzt war, hat gut geklappt. Die Bevölkerung hat den Anordnungen der maßgebenden Stellen gewisienhast Folge ge­leistet. Selbst bei der teilweisen Verdunkelung war schon kaum ein Lichtschimmer in den Häusern zu sehen, und bei der völligen Verdunkelung ab 19 Uhr lag das Dors in tiefer Finsternis. SA., die Be­auftragten des Luftschutzes und die Freiwillige Feuerwehr sorgten für glatte Durchführung der gut gelungenen Uebung.

"Y" Watzenborn-Steinberg, 15. Jan. In der vergangenen Nacht brach in der Scheune des Bäckermeisters Ernst Sommer Fe ule r aus. Durch das tüchtige Eingreifen der Freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr, sowie eines Trupps Gießener Soldaten, der gerade auf dem Durchmarsch war, konnte das Feuer rasch bekämpft werden. Von der Scheuer war allerdings nicht sehr viel zu retten. Der Schaden wird auf 2000 RM. beziffert.

ch Saasen, 14. Jan. Im Saale zumGoldenen Löwen" fand eine Bürgerversammlung statt. Ortsgruppenleiter Sch epp eröffnete die Ver­sammlung. Lehrer P e p p l e r sprach anschließend über die Ziele und Notwendigkeiten des Luftschutzes. Bürgermeister S ch e p p gab sodann die Namen der Hauswarte von Saasen, Bollnbach und Veitsberg bekannt und nahm deren Verpflichtung vor. Im wei­teren Verlaufe der Versammlung wurde auf die Notwendigkeit des Auslichtens der Obstbäume hin- gewiefen; außerdem wurde auch die neue Friedhofs­ordnung bekanntgegeben.

Große (Sträffammer Gießefl

Der Th. H. aus Obermörlen hafte sich gestern vor der Großen Strafkammer unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Sittlichkeitsoerbrechens zu ver­antworten. Ihm wurde zur Last gelegt, in sechs Fällen sich an schulpflichtigen Mädchen vergangen und in weiteren drei Fällen öffentliches Aergernis erregt zu haben. Der Angeklagte war geständig. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtstrafe von einem Jahre und. drei Monaten Gefängnis, von denen sechs Monate durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten.

Der W. Sch. aus Gießen war im Dezember v. I. wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug in fünf Fällen zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt worden. Ms bie Berufung des Angeklagten hatte sich gestern Die Große Straf­kammer mit der Angelegenheit zu befassen. Der Angeklagte war im Marburger Bezirk als Vertreter einer Herdplattenfirma aus Hildesheim tätig und unterstand als solcher einem Generalvertreter, bey

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