Einzelbild herunterladen

' to ?Q.u<

^-r?L°er l9unq i tQ'h>n.

t SeiS1 °» .Uli:5."on i - ß). ^ster-

tl

sw?;; ann jbl 'S.

, dm 32 Sjuj, Ä? 60000 -Bolton 8an. bas b-ftbchchk.

?rK n * Mors, <r°Gr W. Öer um 22000

ioche.

Sl®trb es nicht SW recht H 5tDei Fisch. J* Möglich. t^enbe- Vitamin, ? und abends ;e'B genau, wie "A Ernährung Kaminen und und Kohle.

M für seine Er.

E-weiß, 404 * amm Fett. Die» veitere? vermin- darf an Kohle- lB erhöht ®irt. das ist doch mit schastlich denken- ^orper mehr Ei- ^guellen müsse,, i. Und eine solche >s Meer mit sei-

um ein Eiweiß, ausgenutzt wird. Mcher Teil von ellsisch, Kabeljau, utt und vor allen ib Fülle vorhan- mackhast, idndern herrliche Gerichte allem in der Zu- Kartoffeln!

MM

ar.

pruch. Gymnastik, e, 7: Nachrichten.

ächten. 10: Schul­der Geschichte des iang zur Morgen- tatfchläge zur Win­des kleinen 9r-

u. 13: Nachrichten, nq). 14: Nachrch- leit sSchallplatten- ms tägliche Brot. Gemeinschaftsspie. jung. 18: 3c,t;

in- Militvrtonzert. 1,'aufs Pferd! 20: fiteres Spiel von )5: Einführung in Mailand jaus der qödie einer W on Giacomo Puc- 2 bis 22.15: M1

13.30, ViFl.4.20

------

0°»°-' n Gläsete" stet« »t gesundes Blut- niederbge-, .eniann. W ioßtral!eljrate aUf Wunsch g

332 $60

368 76?

973

038

523

♦8 036

45048 s

ßs sss

U^S

-,s

30^0 339590 368734

1777

666 378672

§ S 3^3 3 1,33=8 «*« 20 A 75532

6 q 38127

167540 AggZ K" ä496'

Nr.U Erstes Blatt

188. Jahrgang

Samstag, 15. Januar 1938

£r)d)etnt rügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

.Hernsprechanschlüffe

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzea

Postscheckkonto:

granffurt am Main II086

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck utid Verlag: vrühlsche Univerfttatsdruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/,Uhr des Vormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mn>

Breite 7 Rpf., für Text» anzeigen von70mm Breits

50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/» mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins», gemein-' nützige Anzeigen sowie ein» spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei- oen, Bäder», Unterrichts- a, behördlicheAnzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Moskaus Schatten.

23on unterem en-^eriditertidtter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Paris, 14. Januar 1938.

Vor einigen Tagen alarmierte der Abgeordnete Reynaud die französische Oeffentlichkeit in einer zufälligen Versammlung, die aus der Unruhe der letzten Tage plötzlich entstanden war, mit einer un­gewöhnlich klaren Definition der Lage Frank­reichs. Er erklärte u. a.:Der Zeitpunkt ist gekom­men, an dem die verschiedenen Krisen gleichzeitig gelöst werden müssen, die wirt­schaftliche, die soziale, die finanzielle und die Wäh­rungskrise, die Krise unserer Bündnisse und unserer Landesverteidigung." In der Tat ist damit die ge­genwärtige Situation von Paris aus so vollständig gekennzeichnet, daß nichts mehr hinzuzufügen ist. Jede einzelne dieser Aufgaben ist schwierig und tvürde zu ihrer Lösung in. einem parlamentarisch regierten Lande Jahre brauchen. Um wieviel schwie­riger mußte nun aber die Häufung von Aufgabeü fein, deren Lösung man teilweise wie z. B. der Währungsfrage, bewußt ausgewichen war oder an deren Lösung man sich infolge der' labilen inner­politischen Verhältnisse bisher nicht heranwagen konnte!

Ministerpräsident Chautemps, einer der fä­higsten Männer der politischen Mitte in Frankreich, scheint sich darüber klar gewesen zu sein, daß er mit seiner bisherigen parlamentarischen Plattform niemals imstande sein würde, eine positive To­tallösung herbeizuführen, wie sie der eingangs er­wähnte Reynaud forderte. Denn nur so ist die Plötzlichkeit zu erklären, mit der Chautemps nach einer bewegten nächtlichen Kammerdebatte, in der er das Vertrauensvotum breits sozusagen in der Tasche zu haben schien, den Kommunisten plötzlich ihre Handlungsfreiheit widergab. Chautemps dürfte erkannt haben, daß unter dem Damokles­schwert der Drohungen Moskaus ein gedeihliches Arbeiten nicht möglich sein würde, zumal er schon in den letzten Wochen mehrfach hatte erfahren müssen, daß die sozialdemo­kratischen Minister seines eigenen Kabinetts ihm bei jeder Gelegenheit in den Rücken fielen. So führte er denn eine Situation herbei, die notwendiger­weise zum Rücktritt seines Ministeriums füh­ren mußte.

Er selbst hat zwar auf die Frage, ob er denn die Demission habe herbeiführen wollen, mit Rein geantwortet. Aber er hat sehr bezeichnend hinzugefügt:Ich wollte aber a u ch nicht von den Kommuni st en ins Gesicht gespuckt werden." Chautemps hat damit offenbar das Tischtuch zwischen sich und den Jüngern Moskaus endgültig zerschnitten, und falls er, was im Augen­blick noch keineswegs zu übersehen ist, vom Staats­präsidenten Lebrun erneut mit der Bildung der Regierung betraut werden sollte, wäre d-as ein Zeichen dafür, daß die Zeit der Volksfront in Frankreich vorbei ist. Es ist auch kein Zweifel dar­über möglich, daß die dramatischen Ereignisse dieser Nacht zwischen den Marxisten aller Schattie­rungen auf der einen und den Radikalfozia- listen auf der anderen Seite eine tiefe Kluft geschaffen haben, von der einstweilen nicht zu sagen ist, wie sie überbrückt werden könnte. Die Forde­rungen, die die Kommunisten unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung an das Kabinett stell­ten, sind ihrer Natur nach eine offene Kampf­ansage an alle die Elemente in.Frankreich, die sich um einen Haushaltsausgleich und um eine end­gültige Stabilisierung der Währung bemühen. Unter diesen Umständen ist nicht zu erkennen, wie die Radikalsozialisten sich künftig überhaupt noch an einer Regierung beteiligen sollen, in der die Sozial­demokratie des Herrn Dormoy vertreten ist und auf die die französischen Sowjetjünger nach bisherigem Muster entscheidenden Einfluß haben. Denn nie­mand in Frankreich zweifelt daran, daß die kom­munistische Fraktion nur deshalb in letzter Minute noch ihre unerfüllbaren Forderungen präsentierte, weil sie unter allen Umständen eine wirkliche Be­ruhigung der innerpolitischen Lage Frankreichs verhindern wollte.

Das Bild, das Frankreich hiernach bietet, ist wahrhaft erschütternd. Die sozialen Schwierigkeiten sind unbehoben, die Produktion eines hochkapitali­sierten Wirtschaftsapparates leidet schwer unter der 40 - Stunden - Woche und den ständigen Streik­unruhen, der volle Haushaltsausgleich, um den sich Finanzminister Bonnet bemüht hatte, ist mehr als fraglich, die Währung des Landes steht unter schwerstem Druck, seit Tagen fließen Milliarden­beträge an Gold und Devisen ins Ausland, so daß die Pariser Devisenbörse am Freitag geschlossen werden mußte die Kammer ist in sich zur Bil­dung einer Mehrheit, die praktischer aufbauender Arbeit fähig wäre, infolge ihrer Zusammensetzung ungeeignet. Kein Wunder, daß in der stanzösischen Bevölkerung' selbst lebhafte Sorgen herrschen und außer den Fluchtkapitalien, die ins Ausland wan­dern, auch sonst stoch erhebliche Gelder von den Banken abgezogen werden, um vorläufig sich in Sparstrümpfen zu verbergen.

Trotzdem wird nicht einmal die Möglichkeit er­wogen, ob durch Neuwahlen etwa eine Berei­nigung der innerpolitischen Gesamtlage Frankreis erzielt werden könne. Manche Anzeichen sprechen dafür, daß man anscheinend fürchtet, daß die g e i - stige Bolschewisierung weiter Schichten der Bevölkerung hierfür bereits zu weit vorgeschritten sei. Man kann überdies getrost feststellen, daß in der französischen Oeffentlichkeit auch weitgehend der Glaube an die Möglichkeit einer aktiven und erfolgreichen Außenpolitik geschwunden ist, wie das der Hinweis Reynauds auf die Prise des französischen Bündnissystems be-

Ministerpräsident Dr. Gtojadinowitsch in Berlin eingetroffen.

Herzliche Begrüßung durch Göring auf dem Anhalter Bahnhof.

Berlin, 15. Jan. (DBB. Funkspruch.) Der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Dr. Milan Stojadinowitsch traf heule um 9.33 Ahr in Begleitung des Kabinettschef Dr. Pro - titsch und des Attaches im Außenministerium Dr. A z a t a g h i t s ch mit dem Sonderzug in Berlin ein. Aus dem festlich ausgeschmückten Anhalter Bahnhof wurde der Ministerpräsident, der auch von sein er Gattin begleitet wird, von Ministerpräsident Generaloberst Göring, Reichs- Ministern und Staatssekretären, sowie führenden Persönlichkeiten der Partei herzlich begrüßt.

Auf deutschem Boden.

Annaberg (Kreis Ratibor), 14. Jan. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident S t o j a d i n o - witsch überschritt- am Freitagabend die Grenze des Deutschen Reiches. Auf der kleinen Grenz­station Annaberg, an der Drei-Länder-Ecke, wo Deutschland, Polen und die Tschechoslowakei anein­andergrenzen, wurde der Gast von dem jugoslawi­schen Gesandten in Berlin Markowitsch und dem deutschen Ehrendienst, dem Ches des Protokolls im Auswärtigen Amt Gesandten von B ü-l o w - S ch w a nie, dem Chef des Ministeramtes des Generalobersten Göring DJ) er ft -Bodenschatz , dem Vortragenden Legationsrat im Auswärtigen Amt B o l tz e und einem -Begleitkommando er­wartet.

Dr'. Stojadinowitsch dankte herzlich füf die Be­grüßung. Dr. Stojadinowitsch erklärte in deutscher Sprache:Ich bin sehr glücklich, in Deutschland zu sein. Ich hoffe, schöne Tage in Berlin zu verleben. Ich freue mich sehr, mit den führenden Männern Deutschlands zu sprechen." Sichtliche Freude be­reitete Dr. Stojadinowitsch auch die Neber- reichung deutscher Zeitungen als ersten Ausdruck der herzlichen Begrüßung, die den jugo­slawischen Ministerpräsidenten in Deutschland er­wartet. Nach kurtzem Aufenthalt setzte sich der Sonderzug zur Fahrt nach Berlin in Bewegung, wo der Gast am Samstagfruh eintreffen wird.

Das Programm des ersien Tages

Berlin, 14. Jan. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident Stojadinowitsch wird am Samstag um 9.33 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin eintreffen. Nach der Begrüßung durch Vertreter der Reichsregierung werden sich die jugo­slawischen Gäste in das Hotel Adlon begeben, wo sie während der Dauer ihres Aufenthalts Woh­nung nehmen werden. Um 11.15 Uhr wird Dr. Stojadinowitsch die deutschen Gefallenen des Welt­krieges durch eine Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden ehren. Am

wiesen hat. Immerhin scheint man sich gerade in den Kreisen um Reynaud bisher noch tonen wirk­lichen Aufschluß darüber geben zu wollen, daß eben diese Krise der französischen Außenpolitik durch die Bindung Frankreichs an Moskau verursacht worden ist, die gleiche Bindung, die es der Komintern ermöglichte, das reiche Frankreich von innen ^u überrumpeln. Die Schatten Moskaus lagern heute drohend über diesem schönen Lande. Wer wird imstande sein, die Schatten endgültig zu bangen?

Tokio rechnet mit Fortsetzung des Krieges.

Tokio, 15. Januar. (DNB. Funkspruch.) Am Samstag begannen die Schlußberatungen zwischen dem Kaiserlichen Hauptquartier und der Regierung über die weitere Haltung Japans gegenüber China. Nach bisher vorliegenden Berich­ten scheint auf Grund der Einstellung de/ chinesi­schen Regierung Japan entschlossen zu sein, d en Krieg mit verschärften Mitteln fort- z u s e tz e n. Es heißt, Japan habe dem antijapa­nischen Regime in China Gelegenheit zur Selbstbe­sinnung gegeben. Nun aber sei Japan gezwungen anzunehmen, daß C h i na eine Verständi - gung ablehne. Deshalb werde Japan uner­schütterlich sein endgültiges Ziel verfolgen.

Die gesamte japanische Presse legt den Ent­scheidungen über die FrageKrieg oder endgültiger Sieg" höchste Bedeutung bei. Da der Wortlaut des zu erwartenden Manifestes immer noch nicht festzu­stehen scheint, gehen die Mutmaßungen sämtlich in Richtung auf eine Fortsetzung desKrieges. Es wird sogar behauptet, daß die chinesische Bot­schaft in Tokio aufgegeben, und daß auch B o tN= schafter Kawagoe aus China abberu­fen werde. Die Presse folgert daraus, daß Tschiangkaifchek die ihm gebotene Gelegen­heit zum Frieden abgelebt oder sogar unbe­achtet gelassen habe.

lieber die Kampflage wird berichtet, daß eine entscheidende Schlacht bei Sutschau am Kreu­zungspunkt der Lunghai» und der TientsinPukau- Bahn zu erwarten sei. Aus Kanton werden um­fangreiche chinesische Abwehrmaßnahmen gemeldet, die gegen angeblich bevorstehende japa­nische Aktionen zur Abschneidung weiterer Zufuh-

Nachmittag wird sich der Ministerpräsident noch dem Flughafen Tempelhof begeben, um die Bauarbeiten für den im Entstehen begriffenen größ­ten Zentralflughafen der Welt in Augenschein zu nehmen. Um 16 Uhr folgt eine Besichtigung des R.eichsluftfahrtministeriums. Um 20.30 Uhr hat ReichsAußenminister Freiherr v. Neu­rath die jugoslawischen Gäste zu einer Abend- tafelindasHausdesReichspräsiden- t e n" geladen.

Die Vorarbeit der Journalisten.

Empfang beimReichsPressechefDr.Dietrich.

Berlin, 14. Jan. (DNB.) Der Pressechef der jugoslawischen Regierung, Dr. Kosta Lukovic, der bereits in Berlin eingetroffen ist, stattete Reichs­pressechef Dr. Dietrich einen Besuch ab, der Ge­legenheit zu einer längeren Aussprache über ge­meinsame Fragen der Presse gab. Im Anschluß daran fand im Hotel Kaiserhof ein Frühstück statt. Dr. Dietrich begrüßte die jugoslawischen Gäste mit einer Ansprache, in der er Bewunderung für die Aufbauarbeit zum Ausdruck brachte, die das jugo­slawische Volk zu einem machtvollen und unab­hängigen Faktor der europäischen Politik empor­geführt habe. Es sei ein gutes Vorzeichen, daß die Journalisten dem politischen Führer ihres Lan­des vorausgeeilt seien. Denn die Presse als das Sprachrohr der Völker fei nun einmal eine Schritt­macherin der Politik. Sie fei die Trägerin der Aufklärung, die notwendig sei, damit zwei Völker über alle sie bewegenden Fragen ohne Vorurteile und ohne Schwierigkeiten sich unterhalten können. Die Presse seidie Schöpferin der Atmo- s h ä r e, in der sich wirkliche und dauerhafte Be­mühungen um ein gegenseitiges Verständnis und damit um den allgemeinen Frieden erst entwickeln fpnnen".

Dr. Lukovic gab seinem Dank dafür Ausdruck, daß besonders die Presse des neuen nationalsozia­listischen Deutschlands ftets volles Verständ- n i s für die Probleme des jugoslawi­schen Volkes gezeigt hat.Ich überbringe Ihnen", schloß Dr. Lukovic,die Grüße unserer jungen Nation, die im Namen eines klugen Kö­nigs von einem von Patriotismus beseelten Für­sten geführt wird, und die sich um einen kühnen Staatsmann schart. Wir begrüßen das neue Deutsch­land, das sich seine eigene Seele erkämpft hat, wir begrüßen den großen Führer, der das deutsche Volk in seinem Geiste führt. Unser einziger Wunsch ist der Friede im Lande und der Friede an den Grenzen. Wenn wir über diese Tage berichten, werden wir ausführlich zu schildern wis­sen, wie stark wir den Rhythmus der Erneuerung und der Arbeit, der in Deutschland pulsiert, verspürt

ren über den Hafen von Kanoton aus der Verkehrs­zone von Hongkong gerichtet seien.

Kommunistenzentrale in Lissabon ausgehoben.

Lissabon, 15. Jan. (DNB.) Der portugie- sischen Staatspolizei ist es gelungen, die Zen­trale der verbotenen kommunistischen Partei auszuheben. Die Zenttale war in einem modernen Lissaboner Haus untergebracht, in dem auch eine Druckerei für illegale Flugschriften eingerichtet war. Zahlreiche kommunistische Funktionäre konnten verhaftet wer­den. Man beschlagnahmte auch eine Liste der kom­munistischen Mitglieder. An einer anderen Stelle wurde ein größeres Bombenlager entdeckt. Bei einem verhafteten kommunistischen Funktionär wurden Sowjetrubel und französische Franks gefunden. Die ausgehobene Kommunisten­zentrale unterhielt die Verbindung mit dem Aus­land über' die französische Kommunistenzentrale, die die Verbindung mit Sowjetspanien herstellte.

Kola wird Militärstützpunkt Sowjetrußlands im Eismeer.

Warschau, 14. Jan. (DNB.) Mit dem Ausbau der sowjetischen Kriegsbasis auf der schon im Po­larkreis liegenden Halbinsel Kola beschäftigt sich eine Meldung desExpreß Poranny". Seit der Fertigstellung des Weißmeer-Kanals werde dort der Bau großer Industrieanlagen vorbereitet, die fast ausschließlich für die Pro­duktion von Kriegsmaterial eingerichtet feien. Alles spreche dafür, daß diese Pläne rasch verwirklicht werden, was zweifellos zu einer ernst­haften Gefährdung der skandinavischen Staaten führen würde, zumal die Sowjets ihr starkes Interesse für die nordschwedischen Erzvorkommen nicht verleugneten. Aus die­sem Interesse erkläre sich'auch die steberhafte Arbeit der sowjetrussischenP o l a r e x p e d i t i o n e n", die sich besonders auf der Halbinsel Kola betätigen. Zur Zeit würden verschiedene Forschungen durch­geführt sowie funkentelegraphische An­lagen und provisorische Flughäfen errichtet. Die bisher tote Tundra im Polargebiet könne jetzt zur größten militärischen Basis der Sowjetunion werden.

9er Milk nach Südosten.

Drei verschiedene und voneinander unabhängige Ereignisse haben nach der Jahreswende den euro». päischen Südosten in den Mittelpunkt des politischen. Interesses gerückt: der Regierungswechsel in Ru­mänien, die Konferenz der drei Mächte dev römischen Protokolle in B u d a p e st und der Staatsbesuch des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Berlin. Sie alle haben direkt nichts miteinander zu tun, und doch zeugen sie alle drei von einem bemerkenswerten Wandel im Donauraum. Der Balkan, einst als Wetterwinkel und Unruheherd Europas verschrieen und gefürchtet, war auch nach der Aufteilung des alten türkischen Reiches und der österreichisch-ungarischen Donau-, Monarchie Schnittpunkt der Großmachtinteressen ge­blieben, da die bevölkerungspolitische Gemengelage eine reinliche Teilung des doppelten Erbes gar nicht erlaubt hatte und' der Größenwahn der Pariser Friedensmacher" von 1919 eine gerechte und bet friedigende Lösung des gewiß schwierigen und heik-> . len Problems auch gar nicht gewollt hatte. Hier, wie in Mitteleuropa, brauchte man die Reibungs­flächen, schürte man das gegenseitige Mißtrauen, das schlechte Gewissen der überreichlich ausgestatteten Erben, den Haß der um ihre Lebensgrundlagen betrogenen Enterbten, in dem törichten Glauben, sich auf diese Weise am besten gegen eine Revision der Pariser Friedensdiktate gesichert zu haben. Dis tatsächliche Entwicklung im Donauraum hat nicht minder wie ttn Mitteleuropa die Kurzsichtigkeit und Zwecklosigkeit einer solchen Politik erwiesen. Sis .hat sich auf die Dauer ganz vergeblich gegen biä Auswirkung der natürlichen Bedürfnisse der nun einmal vom Schicksal zu Nachbarn bestimmten und aus vielfach gleichlaufenden oder sich ergänzenden politischen und wirtschaftlichen Interessen auf Zu­sammenarbeit angewiesenen Völker gestemmt. So trat neben das noch als Sicherung des Versailler Vertrages gedachte polnisch - französische Bündnis das polnisch-deutsche Abkommen von 1934. Der soeben in Berlin weilende polnische Außenminister, Oberst Beck, hat soeben erst'in seinem Bericht vor dem Sejm von der grundsätzlichen Bedeutung dieses N e b<e n e i n a n b e r für die Ausgewogen­heit der polnischen Außenpolitik gesprochen.

Auch im D o n a u r a u m hat sich die Ver­krampfung, deren Triebfeder die Kleine Entente derNachfolgestaaten" Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien gegen die Rumpfstaaten Oester­reich und Ungarn gewesen war, bis zu einem noch vor wenigen Jahren unvorstellbaren Grade gelob fert. Die beiden letzteren.Haben in den römischen Protokollen von 1934 Halt an Italien gefunden, und das Entstehen der deutsch-italienischen Freund­schaft hat zusammen mit dem deutsch-österreichischen JuliMbkommen vom Jahre 1936 die außenpolitische Stellung Oesterreichs und Ungarns erheblich freier gestaltet. Aber auch die Mächte der Kleinen Entente selbst haben sich den Einwirkungen der neuen Atmosphäre nicht entziehen können. Wesentlich dazu beigetragen hat Frankreichs Militärpakt mit den Sowjets und die Einbeziehung der Tschechoslowakei, die durch ihre Recht und Gesittung hohnsprechends Minderheitenpolitik sich freundnachbarliche Bezie­hungen sowohl zu Deutschland wie zu Polen ver­scherzt hat und ihr Heil in engster Anlehnung an Moskau sucht. Auf diesem Wege haben ihr weder Rumänien noch Jugoslawien folgen wollen. In Belgrad besteht seit der Ermordung der russischen Zarenfamilie, an deren Hof einst der jugoslawische König Alexander erzogen worden war, ein Gefühl schärftter Abneigung gegen die Bolschewisten, das inzwischen durch die Erfahrungen mit den Kommu­nisten im eigenen Lande und der Wühlarbeit der Komintern nicht geringer geworden ist. Jugo­slawien hat eingesehen, daß weder die Kleine Entente noch der Baitanpakt es seiner Aufgabe ent­hob, seine eigenen außenpolitischen Schwierigkeiten selbst zu meistern. Der ewige Freundschaftsvertrag mit Bulgarien schuf die Grundlage für eine lqngsame Bereinigung der mazedonischen Frage, die so lange zwischen den beiden südslawischen Brudervölkern gestanden hat, und die Aussöhnung mit Italien entzog das Adriaproblem der hitzi­gen, die Gefahr bedenklicher Zuspitzungen in sich tragenden Debatten. Jugoslawien hat damit sich auf dem Gebiet der Außenpolitik eine Unabhängigkeit gesichert, die das Testament König Alexanders er­füllt.

Rumänien hat angesichts der außenpolitischen Aktivität der Sowjetunion, die sich nur sehr wider­willig mit der rumänischen Besitzergreifung des vorwiegend von Rumänen bewohnten Bessara­biens abgefunden hat, nach dem Sturz des einem einseitig frankophilen Kurs verschworenen Titu - lesc'u die alte Freundschaft zu Polen erneuert und damit einen Weg eingeschlagen, der von dem neuen christlich-nationalen Kabinett Goga an­scheinend folgerichtig fortgesetzt wird durch Bekräf­tigung auch der ehemals sehr herzlichen Beziehun­gen zu Italien. In dem Telegrammwechsel zwi­schen Mussolini und Goga fam diese Absicht bereits zum Ausdruck, wenn auch gleichzeitig das Festhal­ten der traditionellen Freundschaften zu Frank­reich und den Mächten der Kleinen Entente unterstrichen wurde. Der inzwischen erfolgte An­trittsbesuch des neuen rumänischen Außenministers Micescu in Prag und Belgrad dürfte jedoch darüber Klarheit gebracht haben, daß Rumänien künftighin weniger denn je geneigt fein wird, sich auf einen ausschließlichen Kurs festlegen zu lassen. Die Prager nationaldemokratischeNarodny Listy" schrieb nach dem Besuch Micescus, daß die gegen­wärtigen Verhältnisse in Genf die Herstellung einer friedlichen Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas unmöglich mache und die Kleine Entente ihre Beziehungen zu den beiden in Gens nicht ver­tretenen Großmächten unter Benutzung eines neben