der in Reval mit seinem Domberg einen seiner reich". Ein Handbuch. Landschaft. Volkstum, Km
Neues für den Büchertisch
(Nachdruck verboten!)
6. Fortsetzung.
o
LU C £
,»1
fef a
c
5 E
= E 5t
c
C £ ij
% *• ac
Der Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig, kündigt folgende Herbstneuerscheinungen an: Robert Henseling: „Umstrittenes WellbiD". Astrologie? Welteislehre? Die Erde im Weltmittelpunkt? Mit zahlreichen Abbildungen und Tafeln. — A. Hillen Ziegfeld: „England in der Entscheidung". Eine freimütige Deutung der englischen Wirklichkeit. —
Sa Q
5» 8«
8u|ja:ö
^2
st h®
1 . u
bunt zu sein.
— Ruth erford Montgomery : Carca» jou. Der Dämon der kanadischen Wälder. Aus dem Englischen übertragen von Gerda Sonama. Mit 15 Textzeichnungen von L. D. Cram. 1938. Franckhsche Derlagsbandlung, Stuttgart. In Leinen gebunden 4,80 Mark. — (283) — Die Indianer glauben, daß Earcasou, der Vielfraß, von dem bösen Geist eines längst verstorbenen Jägers besessen sei. Darum kennt er alle Fallen und Kniffe der Jäger und ist selten zu erlegen. Beutegierig unb schlau, böse und vorsichtig, so ist dieses starke, rvieselähnliche Tier der Herr der nördlichen WäDer. In der Ursprünglichkeit der nordkanadischen Land- schäft, in den einsamen Wäldern und Schluchten überschneiden sich die Lebenskreise von Mensch und
.Lasten Sie uns lieber nach Hause gehen! Ich mache mir Sorge um Sie."
„Die aber ganz überflüssig ist. Wirklich. Erzählen Sie ruhig weiter! Ich gehe jedenfalls nicht hier fort, ehe ich das Ebbe gehört habe. Und Sie sind erst am Anfang."
Kopfschüttelnd betrachtet er sie. Gott sei Dank, die Farbe kehrt in ihr Gesicht zurück. „Bemerkenswerter Dickkopf!" bemerkt er neckend. „Sie verstehen sich durchzusetzen!"
„Was kein Schaden sein dürfte! Aber bitte, Karajan. keine Ausflüchte und Abschweifungen! Sie dürfen nicht vergessen, daß wir Frauen von Beruf und Natur neugierig sind. Eine angefangene und nicht zu Ende erzählte Geschichte bereitet uns schlaflose Nächte. Der "junge Mann ... fühlt sich also in seiner Stellung sehr wohl. So war's doch, nicht wahr?"
„So war es. Er hockte in seinem Laboratorium, hantierte, probierte und studierte, ja, er hatte den Rest der väterlichen Habseligkeiten dazu verwendet, sich daheim ein nettes privates Labor anzulegen, da konnte er denn in der Nacht seine Arbeit fort-
^n jener Zeit begann man den Preßstvffen, die heute jeder als selbstverständlich hinnimmt, vom Rasierapparat über den unzerbrechlichen Becher bis zum Gehäuse für den Rundfunkapparat, ein wenig schärfer auf die Finger zu sehen. Auch der junge Mann tat das. Er hatte sich's in den Kopf gesetzt, einen Stoft aufzubauen, der keinerlei Rohstoffe aus dem Ausland nötig hat, wie das bei Zelluloid und Kunststoff auf Eiweißbasis nötig ist. Schwer verständlich, wie?"
Er lacht verlegen auf, aber sie bleibt ganz ernst.
„Gar nicht so sehr. Die Fachausdrücke sind mir natütlich ftemd. Aber die Hauptsache begreife ich durchaus. Sie wollten einen neuen Werkstoff finden. Ist ^hnen das gelungen?"
„Dis zu einem gewissen Grade. Damals allerdings glaubte ich, das Verfahren bereits fertig entwickelt zu haben. Es war bereits zum Patent angemeldet."
„Und dann —?" fragt Karola mit erstickter Stimme, ohne chn anzusehen. Oh, wie gut sie es weiß, was nun kommt. Wenn er sie jetzt nur
untergehen sehen muß. Aber doch ist alles, was an irdischen Gütern verloren geht, nicht wichtig und irgendwie wieder zu ersetzen; wichtig allein ist, daß 1 der Wille sich behauptet, das Deutschtum nun erst recht zu bewahren.
— Georg Grabenhorst: „Späte Heim- kehr." Erzählungen. Verlag Albert Langen- Georg Müller, München. — (243 b) — In diesem Bändchen hat Georg Grabenhorst drei Geschichten vereinigt, die von den Prüfungen des Krieges und, den daraus folgenden Erschütterungen des menschlichen Herzens erzählen. Ob es um das Schicksal zweier Jugendfreunde geht, von denen der eine den Krieg überlebt und des anderen Vermächtnis einlöst, ob um das bedrückende Leid eines Menschen, der sein Augenlicht verlor und dessen innere Not nur die opfernde Hingabe wahrer Liebe überwinden kann, oder um das ahnungsvolle Erlebnis eines jungen SoQaten kurz vor seinem Tode: sie alle drei sprechen vom Sinn des Opfers, das den ganzen Menschen sucht, wenn das Leben seine Bewährung fordert.
— Meyers Reisebücher: Oberbayern und München mit 13 Karten, 10 Plänen, 13 Grundrissen und 6 Rundsichten. 5. Auflage. Bibliographisches Institut Leipzig, 1938. In Leinen ge- bunden 5,75 RM. — (292) — Das Reisebuch umfaßt außer München und Augsburg und die Umgebung von München das oberbayrische Gebirge von Salzburg und Berchtesgaden bis zum Beginn der Allgäuer Alpen. Die Einleitung enthält alles Wissenswerte über die Reiseverhältnisse, Uebersich- ten der Sommerfrischen, Wintersportplätze und Kraftpostlinien, praktische Ratschläge für Bergsteiger, Angaben über Verkehrsmittel, Unterkunft und Verpflegung, Beschreibungen der Bergstraßen und sonsttge wistenswerte Nottzen für Autoreisende. Meyers Reisebücher gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten ihrer Art, well sie für jede Gattung von Reisenden, mögen sie nun sich auf den Besuch der großen Städte mit ihren Sammlungen und geschichtlichen Sehenswürdigkeiten beschränken oder als Touristen in die Berge streifen, alles Wesentliche und Nützliche bieten. In diesem Bande ist vor allem eine sehr ausführliche Darstellung von München, ferner findet man ausreichende Beschreibun- aen von Augsburg, Innsbruck und Salzburg. Besonderer Wert wird bei Besprechung der einzelnen Reiserouten auf die Angabe von Ausflügen und Touren gelegt. Das Kartenmaterial ist wie immer reichhaltig und vorzüglich durchgearbeitet. —e
— Kilian Koll: „Andreas auf ber Fahr t". Erzählung. Verlag Albert LangenMeorg Müller in München. — (243e) — So reich an lieber» raschungen und Abenteuern die Rad- und Zeltfahrt aus die Kurische Nehrung auch ist, das Entscheidende an dieser frisch und unbekümmert erzählten Geschichte ist die selbstverständliche Kameradschaft der Jugend, die phrasenllis den rechten Weg zueinander findet und doch jung, unbelastet und froh bleibt. Kilian Koll, der sich mit seinem „Urlaub aus Ehrenwort" rasch viele Freunde erworben hat, zeigt mit dieser neuen Erzählung Neuland, sie steht so unbeirrbar in der Gegenwart, daß man spürt: der deutschen Jugend, die hier spricht, ist die Zukunft sicher.
Neuerscheinungen bei Reclam.
WMMMMMNI
Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Pferde, Tiger, Bäume, Riesengesichter oder Schneegebirge — . *
Er schaut zurück in sein Leben, und die Gestalten ziehen an ihm vorüber gleich jenen gleitenden Wolken —
,Lch habe zwei gute Kameraden. Beide sind wie ich im Felde gewesen. Wir haben zusammengehalten draußen und auch später. Günther Wernicke arbeitet in einem Magdeburger Werk, Schorsch Hausmann in Berlin. Er ist Abtellungsleiter bei einer großen Zeitung Wir benutzten jede Gelegenheit, einander ^Eim/Tages lud er uns zum Presteball ein. Er kennt einen Haufen Menschen dort und ist selbst em sehr amüsanter Kerl — es versprach ein reizender Abend zu werden.
Es wurde auch ein schöner Wend. Vielleicht einer der schönsten. Damals lernte ich ein Mädchen ken« nen, das mir ausnehmend gefiel. Es hieß Irene. Später erfuhr ich, daß ihr Vater in ber chemischen Industrie eine leitende Stellung einnimmt Damals war mir das alles gleich. Wir sahen einander — und liebten uns. So meinte ich jedenfalls.
Es war der größte Irrtum meines Lebens.
Jenes Mädchen heißt heute Frau Irene Meß* borft, und Meßdorff ist ber wahre Herrscher im Betriebe seines Schwiegervaters."
Es ist eine Weile sehr still. Nur die Schläge eines Ruders klatschen von fern, über den See fährt ein Boot, in dem zwei junge Menschen sitzen. Nun werden die Ruder eingeholt und das Boot treibt auf der Mitte des Wassers. Man kann ganz deullich sehen, wie sich die zwei bei den Händen halten.
„Es nlar meine erste Liebe", fährt Karajan fort, „unb es war meine erste Enttäuschung. Heute lächle ich über jene Zett, auch über mich selbst Damals aber glaubte ich, bar über niemals mehr hinwegzukommen. Jene Frau hat mich verraten, ohne mit der Wimper zu zucken — denn sie war außer meinen Freunden der einzige Mensch, der von meiner Erfindung wußte —"
„Wer hat davon gewußt? Irene?" fährt Karola erregt auf. „Sagten Sie nicht eben, daß Irene allein von dieser Erfindung gewußt hat? Nicht etwa auch Meßdorff?"
„Aber nein! Ich bin doch kein Narr, daß ich meinem Betriebsleiter eine solche Sache auf die Nase binde! Mer ihr — ihr habe ich's erzählt Ich war ja so verttauensselig in meiner Liebe. Sie war sogar in meinem kleinen Privatlaboratorium und ließ sich alles erklären — oh, unb sie war verdammt schlau! Wer kann denn ahnen, daß sie alles frisch von mir zu ihm — zu jenem Meßdorff trug —!"
„Entschuldigen Sie mich!" (Fortsetzung folgt.)
Eheleute Paarmann, vertreten durch Doktor Meß- dorff als Bevollmächtigten, Kläger — gegen Doktor Fritz Ernst Herbert Karajan, Beklagten —"
Er lacht bitter auf.
„Sie sehen, ich kann's bald auswendig. Und hergekommen bin ich nach Deutschland, diesem Meßdorff heimzuzahlen, was er mir angetan hat."
„Sie wollen sich — rächen? War er so schlecht?" fragt Karola, und sie muß sich hüten, daß Freude und Erleichterung in ihrer Stimme nicht verraten, wie glücklich sie ist! Karajan hat sie nie gesehen —! Karajan hat nie ihren Namen gehört — er weiß nicht, daß ihr Vater der Klaviervi^llOse Felix West- ner war — Mutters heiße, erste Liebe — Sie ist gerettet! Niemals wird er in ihr das Mädchen von damäls vermuten — die Vergangenheit wird schweigen — die Zukunft liegt lockend vor chr! —
„Meßdorfi war bas Muster eines durchtriebenen, gewissenlosen Geschäftemachers jener Zeit. Er benutzte das Gesetz als Waffe, das Gesetz, das in jenem zerfallenden Staat von Kerlen wie Meß- dorff zur Handlangerin des Verbrechens gemacht wurde. Er stellte nämlich kurz entschlossen fest, nicht mir, sondern dem Werk sei das Patent zu erteilen. Die Erfindung fei im Werk gemacht, also Eigentum der bereinigten'."
„Und das war — nicht der Fall?
„Nein. Denn die Erfindung ist schließlich in meinem Kopf entstanden. Ob sich das Material nun zu gewissen Telle im Werk befand oder daheim in meinem Privallaboratormm — das ist doch gewiß gleichgültig. Ich habe mich immer bemüht, Werkarbeit und eigene Arbeit zu trennen — aber weisen Sie das mal nach! Kommen Sie mal auf gegen zwei Anwälte, die mit allen Mastern gewaschen sind, die Richter und Zeugen und mich selbst so verrückt machen, daß nachher keiner mehr weiß, was vorn und hinten ist —"
„Sie haben den Prozeß verloren?"
„Mtt Pauken und Trompeten. Mein einziger Trost war nur der, daß die Sache noch nicht produktionsreif war. Meßdorff hat allerhand Schaden damit angerichtet, wie ich gehört habe. Er hat die Sache sogar ins Ausland verkauft — ich bin meiner eigenen Erfindung im Ausland begegnet'— und keiner wußte was damit anzufangen. Das hat mir manche Stunde der reinsten Freude gegeben — ich bin da ganz ehrlich — ja, ich habe dem Burschen den Reinfall gegönnt!"
kann bas gut begreifen, Karajan. Und nun sind Sie voller Entrüstung ins Auslarck geaangen?"
Karajan blickt in die ziehenden weißen Sommerwolken, die über die flachen Bergkuppen treiben, langsam, unermüdlich neue Gestalten bildend:
nicht anschaut Er muß es ja von ihrem Gesicht ab- lesen können, was in ihrem Herzen vorgeht.
„Sann hat mir ein Kerl, dem ick bas nie zugetraut hätte, das Verfahren gestoylen."
„Gestohlen?"
„Na, man kann's auch vornehmer ausdrücken und sagen, er hat mir das Patent ab gejagt. — An jenem Werk herrschten eigenartige Derhclltniste. Die Inhaber kümmerten sich überhaupt nicht um den Betrieb. Sie, die Tochter des alten Battenfeldt, der das Werk auf geb aut hatte, lebte angeblich in Berlin auf großem Fuße. Ihr Mann war krank und reifte von einem Sanatorium ins andere. Er soll ganz tüchtig gewesen sein, sagte man. Ich weiß es nicht, ich habe beide nicht tennengelernt Ich weiß nur, daß er Professor Paarmann hieß. Sein Name ist mir aus den vielen Schriftstücken des Gerichts auf eine besondere Weise geläufig geworden. Er hat noch bas Vergnügen gehabt, seinen Sieg in biefem Prozeß zu erleben, bann starb er. Das ist das Letzte, was ich von meinem Chef weiß. Später hörte ich bann, daß weder er noch feine Frau verantwortlich zu machen waren, sondern vielmehr seine Tochter und ihr famoser Bräutigam, unser Herr Betriebsleiter. Doktor Meßdorff hieß er.
„Was für ein Mensch war diese Tochter Ihres Chefs, daß sie Vergnügen daran fartb, Ihnen Ihre Arbeit zu stehlen?" fragte Karola in verzweifeltem Wagemut.
Hätte Karajan jetzt nur einmal aufgeblickt, er hätte es sehen müssen, wie Angst und verzehrende Spannung das blaffe Gesicht überschatteten. Aber er lebt ganz in seinen Erinnerungen unb so hört er nicht, was hinter jener Frage schicksalhaft wartet.
„Ich weiß es nicht", gibt er gleichmütig zur Antwort. „Irgendein elegantes Luxusweibchen, bas wahrscheinlich Geld brauchte. Sie hat ihre Strafe bereits erhalten. Meßdorfi hat sie sitzenlaffen, als er befaß, was er haben wollte."
„Sie haben Fräulein Paarmann nicht gesehen? So hieß sie doch?"
„Natürlich hieß sie so. Und gesehen hab ich sie Gott fei Dank auch nicht. Aber —" plötzlich unterbricht sich Karajan, ,chas heißt: genau weih ich nicht, ob sie Paarmann heißt Man redet ja so allerhand in einem Werk, und einmal hieß es auch, sie fei eine Tochter aus erster Ehe — Paarmann sei nur ihr Stiefvater. Mer ich habe mich nie barum gekümmert Was geht mich ber Famllien- tratsch an? Ich habe mich an die Leute zu hcklten, bie meine Gegner waren: „Dereingte Chemische Werke, (E..2L Battenfeldt Nachfolger, Inhaber bie
Schule. — Dr. med. G. B e ch e r : „Der neue Haus- arzt". Hanbbuch für gefunbe und kranke Tage. — Uwe Jens Kruse: ,Zch will! Ick kann!". Eine Schule ber Persönlichkeit. — Kruse unb Christiansen: „Die Redeschule". — Kleine illustrierte Reihe, ©ottfrieb Keller: „Sieben ßegenben". — Gunnar Gunnarsson: „Abvent im Hoch- gebirge". — Martin Luserke: ,Lrake kreuzt im Norbmeer". — Große illustrierte Reche: Wilhelm Hauff: „Lichtenstein". Mit 50 Zeichnungen von Kurt Schöllkopf. — Viktor von Scheffel: „Ekkeharb". Mit 40 Holzschnitten von Karl Stratil. — Deutscher Almanach 1939. — „Anno 1791 fing es an..." Franz Berslings Leben, Reisen unb Kriegsfahrten in allen fünf Weltteilen, von ihm selbst erzählt. Mtt zettgenössischen Silbern.
Kunst und Wissenschaft.
Agnes Straub schwer verunglückt.
Wie mir soeben erfahren, ist Agnes Straub, die erst in diesem Sommer hier in Gießen in ber Titelrolle von Roland Schachts Komöbie „Schauspielerin" ein Gastspiel gegeben hat unb am kommenden Montag mit den „Gespenstern" von Ibsen abermals im Stadttheater gastieren wollte, schwer verunglückt. Nähere Einzelheiten, über ben Un» fall waren bis zur Stunbe nicht in Erfahrung zu bringen; fest steht lediglich daß bas Gastspiel am Montag abgesagt werben muß. Wir wünschen von Herzen, baß Frau Straub, bie zu den hervorragendsten Schauspielerinnen unserer Zeit gehört, dem deutschen Theater recht halb völlig wiederhergestellt zurückgegeben werde.
Cent Riefenstahl in Norwegen.
König Haakon von Norwegen empfing Lem Riefenstahl, die Schöpferin des mit dem deutschen Staatspreis ausgezeichneten Olympia-Films, in einstündiger Audienz, in der er sich für bie Arbeit an diesem Film lebhaft interessierte. Die Blätter oer- öffentlichen Interviews, in denen die Künstlerin erklärte, daß sie von hier nach England und bann nach ben Vereinigten Staaten zu fahren beabsichtige. Är nächster Film werde Kleists „Penthesilea" fein, in dem sie die Hauptrolle spielen werde.
Internationaler Kongreß für Sprechen und Singen.
Der 5. Kongreßtag war in erster Linie ber Sprech- unb Ausdruckserziehung gemibmet, wobei namentlich Theaterfachleute zu Worte kamen. Der Duisburger Generalintendant Dr. Hartmann sprach über bie Erziehung zur Durchgeistigung des Sängerdarstellers. Oberspielleiter Köhler-Helsf- r i ch vom Breslauer Schauspielhaus behandelle das Thema „Der Dialog in der Oper". Der Operndialog ist nach feiner Ansicht ein wesentlicher Bestandteil eines primär musikalischen Kunstwerkes unb damit dessen ästhetischen und formellen Gesetzen unterworfen. Der Oldenburger Generalintendant Schlenk sprach „Aus der Praxis eines Theaterleiters" und stellte die Forderung auf, baß der junge Schauspieler viel mehr Gewicht auf bie Sprache legen müsse. Dr. Niedecken-Gebhardt (Berlin), ber sich über Aufgabe unb Probleme monumentaler Festspielgestaltungen ausließ, hob hervor, daß bie neu- erstandenen Feierstätten unb der Wunsch des Volkes, sich zu großem Gemeinschaftsleben zusammen- zufinben, einen neuen Stil ber Festspielgestaltung erforberten. Dr. Budde (Marburg) behandelte das Thema „Wortregie im Theater unter freiem Himmel". Weitere Redner behandelten das Thema Stimme, Stimmeinsatz, Stimmbruch, Stimmstörung usw. _________ __________
«t *• Mn v "
»LL."
K $ ® •
•®C 3—3
Tier noch auf eine uns ftemd gewordene Weise, vollen Kampf, den die Deutschbalten in den Wirren Behaglich haust Jim, der gutmütige, zahme Grisly- ber Jahre 1917 bis 1919 für ihr deutsches Volkstum ,_________,
bär, in ber Hütte bes inbianischen Jägers „Zwei- gegen Bolschewiken und Esten führen mußten, und Professor Dr. Abolf H e l b o k: „Grenzmark Oester-
Grau-Hügel". Und wie Carcajou überallhin Unheil bringt, so bringt bie skrupellose Geldgier zweier Pelzhänbler in den ehrlichen Kampf ums Dasein, den hart und entbehrungsreich alle dort oben führen. Montgomery kennt und liebt diesen Kampf, ber bas Gesetz unberührter Natur ist; aber er glaubt auch an ben Sieg des Guten, ohne dabei die erbarmungslose Härte des Daseins fenttmental zu verfälschen.
— Rudolf Schnetzer: Junges Blut. Zwei Erzählungen aus Graubünden. Druck und Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Gebunden 75 Pf. — (254) — Der junge Schweizer Rudolf Schnetzer fit durch seine Heimatromane „Im Schatten der Gefahr" und „Der Weg der Sühne" im deutschen Sprachgebiet bekannt geworden. Auch die beiden Novellen in dem Bändchen ,junges Blut" sind ein Lied auf die Treue zur Heimat, zur Erde. In der ersten Novelle ,,Der Acker" kämpfen in einem jungen Bauernsohn die Sehnsucht nach der weiten Well unb bie Liebe zur Scholle einen harten Kampf. Leichter, von feinem Humor durchzogen, fit die kleine, lebenswahre Liebesgeschichte „Regina Simo- net".
— Carl von Bremen: Der deutsche Berg im Osten. Ein volksdeuficher Roman. 218 Seiten, Leinen RM 5,80. Verlag I. Engelhorns Nachf. Stuttgart. — (279.) — Carl von Bremen, der zuerst durch seine Bücher „Die Kinder am Meer" und „Die Schifferwiege" bekannt geworden ist, wurde 1905 in Mosel (Estland) geboren; er wuchs unter der russischen Herrschaft auf, mußte 1918 beim Bolschewikeneinfall in Estland nach Deutschland fliehen und verlor habet Vater und Heimat. In dem Buche „Der deutsche Berg im Osten" schildert er aus eigenem Erleben den leidens-
- Dz
- L W
' ’3
' 5s
o2i
C 0 t
Ilm eine Litfaßsäule drängen sich die Passanten. Ein grellrotes Plakat hält ihren Schritt auf unb erzwingt ihre Aufmerksamkeit. Ein paar Zeilen nur, bie ba stehen. Mer sie berichten vom schmachvollen Tob eines Menschen, ber bas fluchwürbiaste Verbrechen beging, bas es überhaupt gibt: „Der vom Volksgerichtshof wegen des Verbrechens des Landesverrstes zum Tobe verurteille X ist heute hingerichtet worden ..."
In den harten unb von schonungsloser Konsequenz getragenen Strafgesetzen, bie das neue Deutschlanb zum Schutz von Volk tinb Reich erlassen hat, spiegelt sich ein grunblegenber Wandel in der Auffassung. „Wer es unternimmt, ein Staatsgeheimnis zu verraten, wird mit dem Tode bestraft Landesverrat fit ein Verbrechen, bas eine verbrecherische Gesinnung voraussetzt. Der versuchte Landesverrat wird daher genau so wie der vollendete bestraft." So beginnt der § 89 des Landesverrats- gesetzes vom April 1934. Die schwerste Strafe gill als Sühne für bas fluchwürdigste und gemeinste Verbrechen, den Landesverrat Seine Bekämpfung findet neben ber skrupellos unb mit ungeheuren Geldmitteln arbeüenben ausländischen Spionage vor allem gewichttge Gegner im eigenen Land: Geschwätzigkeit, Vertrauensseligkeit und Geltungsbedürfnis. Wie oft sind ebenso harmlos wie laut geführte Gespräche in Gaststätten, Bemerkungen in Briefen und Mittellungen erschütternde Zeugen die- ses Erbübels, das der beste Verbündete der feindlichen Spionage fit
Die Pflicht zur Geheimhaltung steht über allen privaten Bindungen. Sie muß stärker fein als jedes andere Gefühl. „Denn heute fit jedem Deutschen,
— Dorothea Hollatz: Kilian und die Winde. Roman. 223 S. In Seinen 4,80 RM Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (281.) — Mit breiter Brust, ruhig und verläßlich, gleiten die tiefgelabenen Kähne auf dem Strom. Ihnen ist Kilian ähnlich, der Schiffer, dessen Geschichte Dorothea Hollatz erzählt Er ist ein Mann von wenig Worten, stark und bedacht, tüchtig in seinem Berus, von einfacher Klugheit und gütigen Herzens. Aber er treibt im Strom seines Schicksals; die Winde, die hierhin und dorthin wehen, yaben Macht über ihn, der ruhelos unb einsam die Last vieler Erfahrung trägt Mit einer schönen, warmen Menschlichkeit hat Frau Hollatz die eigentümliche Problematik eines Lebens gestaltet, bas, von einer dunklen Unruhe getrieben, sich selbst nicht zu begrenzen vermag. Das Landschaftliche unb Volkhafte ist auf eine ungezwungene Weise ber Erzählung eingewoben, die Hand- ntng selbst, reich an Figuren und Geschehnissen, ist bewegt, ohne je lärmend zu werden, farbig, ohne
Ein Helfer dabei fit die Aufklärung. Darum ist das kleine Heft mtt dem Titel „Spione — Verräter — Saboteure", das im Einver- nehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht vom Reichsamt Deutsches Volksbil- dungswerk im Hermann Hillger-Verlag, Berlin, erschienen fit, besonders zu begrüßen. In knapper Form und kurzen Beispielen, zuweilen ledig- lich an Hand von Dokumenten, aber in der besten Form auftlärenb und belehrend, berichtet das Heft von ber Arbeitsweise des ausländischen Nachrichtendienstes und der ausländischen Spionage, von der Spionageabwehr, vom Landesverrat und seinen Folgen. Das Heft kennzeichnet die Sabotage als Schwester des Verrates unb schließt mit bem Auf- ruf zum inneren Fahneneid, der auf Verantwortung, soldatischer Ehre und Pflichttreue in allen dienstlichen Obliegenheiten beruht. Waffendienst unb Arbeit sind gleichermaßen Ehrendienst für Volk unb Staat. Wo dieser Ehrendienst geübt werde, streng, freudig und verschwiegen, da haben Spionage, Sabotage und Feirckpropaganba ausgespielt... Das kleine Heft hat eine große Mission, derentwillen es in die Hand jedes deutschen Mannes unb jeber deutschen Frau, aber auch in die Hand der Jugend gehört! B. H. F e ß 1 e r.
zä*.’ *U*4a**ma innerhalb und außerhalb der Wehrmacht, zumal
CDplOtlfc* -!>€tTuiCrwvDOPDCCUrC demjenigen in den Schutzorganisatioen des Staats, ber Wirtschaft und des völkischen Zusammenlebens, wie SA., hl. Hiller-Jugend, Luftschutz, Deutsche Arbeitsfront usw., wett mehr, als er es selbst oer steht, ganz persönlich die Sicherheit des Reiches unb das Wohl unb Wehe seiner Kameraden in bie Hand gegeben." Jeder muß darum gerade in diesen Dingen so handeln, als hinge von seinem Tun und Lassen der Bestaick des Volkes unb Reiches ab.


