Ausgabe 
14.9.1938
 
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Der neueGraf Zeppelin" vor dem Start.

Bei günstigem Wetter findet heute die Jungfernfahrt statt.

LPD. Silberglänzend liegt der Riesenleib des neuen Luftschiffes LZ 130 in der großen Montagehalle des Luftschiffbaues Zeppelin in Fried­richshafen. Weithin leuchtet das am Seitenruder angebrachte Hakenkreuz als Symbol deutscher Welt­geltung auch in der Luft. Ueberall wird noch letzte Hand angelegt, werden die letzten Pinselstriche über die aluminiumfarbene Hülle geführt, denn bereits am Mittwoch wenn das schöne Spätsommer­wetter anhält soll das Schiff, dem der stolze NameGraf Zeppelin" gegeben wurde, zu seiner Jungfernfahrt starten. Die Fertigstellung des 119. Luftschiffes LZ 130 (elf Entwürfe wurden nicht ausgeführt) bedeutet einen neuen verheißungsvollen Abschnitt in der Geschichte der deutschen Luftschiff­fahrt, die sich durch keinen Schicksalsschlag von ihrem Ziel abbringen ließ. Um das neue Luftschiff erst­mals einer breiteren Öffentlichkeit in Wort und Bild oorstellen zu können, hatten die Vertreter der deutschen Presse, unter ihnen auch Reichshauptamts­leiter Dr. Dreß le r, Gelegenheit, den Luftriesen einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Sie wurden von Direktor Dr. Eckener herzlich will­kommen geheißen, der in kurzen Zügen auf die hauptsächlichsten Neuerungen des LZ 130 gegenüber dem LuftschiffHindenburg" hinwies.

Die Besichtigung, die unter Führung von Offizie­ren und Fahringenieuren vor sich ging, vermittelte ein eindrucksvolles Bild von der Genialität deutscher Erfinder. Zunächst bestaunen wir das Aeußere des Schiffes, dessen Länge 2 4 5 Meter, größter Durchmesser 41,2 Meter, G ä s i n h a l t 200 000 Kubikmeter und Gesamttragkraft rund 200 000 Kilogramm beträgt. Das Gerippe besteht nach der bereits vom Grafen Zeppelin bei seinem ersten Luftschiff angewandten Bauweise aus Lang­trägern und Ringen, die aus einer hochwertigen Metallegierung hergestellt sind. Einen Begriff von der Weitläufigkeit der Konstruktion kann man sich machen, wenn man erfährt, daß die Gesamtlänge der Gerippeträger etwa 22 Kilometer umfaßt, die Gesamtlänge des verwendeten Stahldrahtes rund 135 Kilometer und die Zähl der verwendeten Nie­ten etwa 5,5 Millionen beträgt. Die Außenhaut des Schiffes besteht aus einem starken unzerreißbaren Stoffgewebe, das durch mehrere Lackanstriche wet­terfest gemacht wurde. Die Gesamtfläche dieser Außenhaut mißt rund 28 000 Quadratmeter.

Inder Führergondel müden Kommando- und Navigationsftänden sind die für die Schiffs­führung erforderlichen Einrichtungen vereinigt. Hier befinden sich Höhen- und Seitensteuerstände, die auch elektisch betätigt werden können, die vollauto­matische Kurssteuerung sowie die Schalttafeln für Gas und Ballast. Maschinentelegraph und Fern­sprecher verbinden die Führung mit den einzelnen Motoren gondeln und anderen Schiffsteilen. Der Navigation dienen Kreisel- uhb Magnetkom­passe, Peilgeräte, Höhenmesser und Echolot, das als Kontrolle des Höhenmessers namentlich daün an­gewandt wird, wenn das Luftschiff durch Tiefdruck­gebiete fährt. Geschwindigkeit, Motorendrehzähl und Füllung der Gaszellen werden durch Meßgeräte angezeiat. Die über der Führergondel liegende F u n k st a t i o n ist für Lang- und Kurzwellen sowie für Sprechoerkehr eingerichtet.

lieber den ziemlich schmalen Laufsteg gelangen wir ins Innere des Luftschiffes. Inmitten eines Labyrinths von Drahtoerspannungen bemerken mir riesige Wassertonnen, die je etwa 2500 Liter fassen und hauptsächlich zum Balla st ausgleich die­nen. Das Traggas wird in 16 einzelnen Gaszellen geführt. 14 Zellen sind mit Ueberdruckventilen ver­sehen, die in einen senkrechten (gleichzeitig der Ent­lüftung des Schiffsinnern dienenden) Luftschacht ausmünden. Wir schreiten den Laufsteg entlang und werfen einen Blick in die wohnlich eingerichteten Mannschafts-und O f fi z i e r s m e s s e n so­wie die zweibettigen Schlafkammern der einschl. des Kommandanten und der Offiziere c s 45 Köp­fen bestehenden Besatzung. In diesem Kiellaufgang befinden sich auch die Post- und Fracht­räume sowie über die ganze Schiffslänge ver­teilte Behälter für Brennstoffe, Del, Nutz- und Ballastwässer, für Vorräte, Ersatzteile und Werk­zeuge.

Unser Interesse wendet sich hierauf den Fahr­gasträumen zu, die wie beimHindenburg in den eigentlichen Schiffskörper eingebaut sind. Zunächst die Gesellschafts- und Speiseräume. Sie verbinden in vorbildlicher Weise das Angenehme mit dem Nützlichen. Der S p e i s e s a a l ift in grauem und lindgrünem Ton gehalten und mit be­quemen Ledersofas ausgestattet. An den Wänden hängen die Bilder des Führers, des General- feldmarschalls Göring und des Grafen Zeppe­lin, während Landschaftsbilder an die ruhmreichen Fahrten unserer früheren Luftschiffe erinnern oder Motive aus der deutschen Pflanzenwelt darstellen. Das Gesellschaftszimmer, die Lese- und Schreibräume und die Bar verraten ebenfalls be­hagliche Wohnlichkeit und stellen ihrem künstlerischen Gestalter, Professor Arpke (Stuttgart), das beste Zeugnis aus. /

Zu beiden Seiten der Gesellschaftsräume befinden sich große Aussichtsfen st er, von denen aus die Fahrgäste einen herrlichen Ausblick haben wer­den. An K a b i n e n sind es mit 20 für 40 Fahr­gäste etwas weniger als im LuftschiffHinden­burg", dagegen ermöglicht ihre neuartige Anor^ nung, dem größeren Teil der Schlafkammern durch Außenfenster direktes Tageslicht zuzuführen. Vier dieser Kammern können als Luxuskabinen angesprochen werden. Alle Schlafräume sind mit elektrischem Licht und fließendem Wasser ausge­stattet. Neu ist auch, daß sie nicht mehr Nummern, sondern die Namen deutscher Städte träger^, die mit dem Zeppelingedanken irgendwie verbunden sind.

Zur betriebstechnischen Seite, die wir beim Ein­steigen in die Motorengondel kennenlernen, ist zu bemerken, daß zum Antrieb des Luftschiffes vier Daimler-Benz-Dieselmotoren von je 800 bis 850 PS Dauerleistung (1200 PS Höchst­leistung) benutzt werden, Die Motoren sind in vier Gondeln eingebaut, die an den beiden Schiffsseiten aufgehängt sind. Sie sind leicht überwachbar. Sto­rungen können jederzeit während der Fahrt behoben werden. Die größte Geschwindigkeit des Schiffes beläuft sich auf 135 Stundenkilometer, die Marschgeschwindigkeit durchschnittlich 125 Stunden­kilometer. Eine Neuerung ist der Einbau von Bal­lastwassergewinnern. Durch sie wird aus den Abgasen der Motoren Wasser niedergeschlagen, das als Ballast zum Ersatz des Gewichts des ver­brauchten Brennstoffs dient. Diese Neuerung trägt wesentlich zur Erhöhung der Sicherheit des Fähr­betriebs bei. Ferner sind im Schiffskörper zwei

kleinere Dieselmotoren angebracht, mit denen der fur Beleuchtung, für den Kreiselkompaß usw. er- soroerllche elektrische Strom erzeugt wird. Die Aus­puffrohre werden gleichzeitig ,wr Beheizung des Kochherdes benutzt.

Bei einem an die Besichtigung anschließenden Essen wurden die Vertreter der Presse vom stell­vertretenden Betriebsführer des Luftschiffbaues, Dr. Schmied, im Auftrag von Direktor Dr. Ecke­ner und Schiffskonstrukteur Dr. Dürr nochmals herzlich begrüßt. Namens der in- und ausländischen Presse dankte Reichshauptamtsleiter Dr. D r e ß l e r dem Luftschiffbau Zeppelin und der Deutschen Zep­pelin-Reederei; er gedachte der beiderHindenburg"- Katastrophe gebliebenen Opfer, stellte fest, daß dasneüe Luftschiff der beste Beweis für den unerschütterlichen

Lebenswillen des deutschen Volkes sei und erhob sein Glas auf eine glückhafte Fahrt des neuen Luft­schiffesGraf Zeppelin".

Das neue Lustschiff gestartet.

Friedrichshafen, 14. Sept (DRV. Funk- fpruch.) Das neue LuftschiffGraf Zeppelin" ist heute vormittag unter Führung Dr. Eckeners zu seiner er st en Fahrt über dem Bodensee- gebiet gestartet. An der Fahrt, die einige Stun­den dauern wird, nehmen 74 Personen teil, dar­unter außer der Besatzung Mitglieder der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und des Luftfahrl- ministeriums.

Larl-Peters-Gedenkfeier in Hannover.

Am 20. Todestage des Vorkämpfers für den Ko­lonialgedanken und Begründers der deutsch-ostafri­kanischen Kolonie, Carl Peters, begab sichine Abordnung des Reichskolonialbundes und des Reichskolonialkriegerbundes zum Grabe auf dem Engesohder Friedhof in Hannover. Hinter der Fahne des Reichskolonialbundes schritten ehemalige Schutztruppler in Uniform. Hauptmann Freytag legte für den Reichskolonialbund und den Reichs- kolonialkriegerbund einen Kranz nieder. Er erin­nerte in seiner Ansprache daran, daß Carl P e ° ters Wirken verkannt und verleumdet wurde. Nur wenige Getreue hielten zu ihm. Im Dritten Reich würden seine Taten ins Gedächtnis zurückgerufen. Am Denkmal auf dem Carl-Peters-Platz gedachte der Bezirksführer Niedersachsen des Deutschen Ko- lonialkriegerbundes des Mannes, der es, ganz auf sich gestellt und im Widerstand gegen innere Feinde, unternommen hatte, für Deutschland die wertvollste Kolonie zu erwerben.

Die Sieger im Frankfurter Schachturnier.

Der Großdeutsche Schachbund beendigte in Frankfurt die Austragung der Vereinsmeister­schaft von Deutschland; die Kämpfe waren bis zum letzten Augenblick spannend. Endergebnis der ersten Klasse: 1. Münchener Schachklub, 26 Punkte; 2. Mannheimer Schachklub, 25,5 Punkte; 3. Deutscher Schachverein Wien, 25 Punkte. In der zweiten Klasse belegten folgende Vereine die ersten Plätze: 1. Linz, 25 Punkte? 2. Jena, 24 Punkte; 3. Rüs­selsheim, 23,5 Punkte. Der Sieger wird sich nun mit dem Sieger der Kämpfe, die in ODeutschland noch bevorstehen, um den Titel messen.

Tteue Flug-Weltrekorde.

In Konstanz startete das zweisitzige, auf Schwim- mer'gesetzte Leichtflugzeug WKL 35, ausgerüstet mit einem HirtH-Motor, zu Rekordflügen, die von Er­folg begleitet waren. Chefpilot Helmuth Kalkstein erzielte auf der 100 Kilometer langen Meßstrecke einen Durchschnitt von 228,705 km/st. Im anschlie­ßenden Höhenflug erreichte Kalkstein 7000 Meter. Beide Leistungen wurden als Weltrekorde für Leichtflugzeuge der Klasse bis ji,6 Liter Zylmder- inhalt bei der FAI angemeldet. Spater flog Kalkstein die gleiche Maschine mit einem Passagier

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Blick auf eine Motorengondel des neuen Zeppelins in der Halle. (Scherl-Bilderdienft-MH

Anhallend starker Bedarf an Arbeitskräften.

Oie Arbeitslosigkeit in Oesterreich zu vier Fünfteln beseitigt.

Berlin, 13. Sept. (DNB.) Der starke und immer noch anwachsende Bedarf der Wirt­schaft an Arbeitskräften führte im Monat August zum Einsatz aller zur Zeit verfügbaren Re­serven. Die Beschäftigung nahm trotz des bereits im Vormonat erreichten Hochftandes nochmals um 146 000 zu (+ 107 000 Männer, + 39 005 Frauen); sie stieg bis zum Ende des Monats auf rund 2 0,9 Millionen (Beschäftigte einschl. Kranke). Damit ist der hohe Stand des Vorjahres bereits um 1,2 Millionen überschritten. Auch gegen­über dem Jahre 1929, in dem die Beschäftigung sei­nerzeit ihren Höhepunkt erreicht hatte, ergibt sich eine Steigerung um rund 1,4 Millionen. In gro­ßem Umfange wurden wiederum bisher nicht erwerbstätige oder nicht in einem Arbeitsver- hältnis stehende Volksgenossen (Sozialrentner, Pen­sionäre, Kleinhandwerker, Erwerbsbehinderte usw.) für den Einsatz in abhängiger Arbeit gewonnen; auch der Z u ft r o m von Frauen in gewerbliche Arbeit hielt an. Der Kreis der insgesamt verfüg­baren Arbeiter und Angestellten erweiterte sich so erstmals über die Grenze von 21 Millionen hinaus. Die Gesamtzahl der noch bei den Arbeitsämtern ge­meldeten Arbeitslosen betrug am Monatsende 179 000 (gegenüber 218 000 Ende Juli). Darunter waren nur noch 14 000 voll eins atz - und a u s g l e i ch s f ä h i g e, d. h. für den Einsatz voll

Aus aller Well.

geeignete Arbeitskräfte, die zudem fast alle am Stichtag nur vorübergehend wegen A r - beitsplatzwechfels ohne Beschäftigung waren. Abgefehen von diesen Stellenwechslern sind die Be­stände an voll einsatz- und ausgleichsfähigen Ar­beitslosen in sämtlichen Landesarbeitsamtsbezirken restlos erschöpft. Einige Bezirke haben nur noch wenige hundert voll verwendungsfähige Ar­beitslose.

Der Kräftemangel und die anhaltende Nachfrage nach Fach- und Hilfsarbeitern sowie Angestellten er­streckte sich auf alle Bereiche. Besonders dringlich war wiederum der Bedarf im Bau - undMe- tallgewerbe. In vielen Fällen wurde dem stärksten Mangel durch den Einsatz von Frauen ab­geholfen. Die Landwirtschaft wurde bei der Erledigung der Erntearbeiten durch, zahlreiche frei­willige Erntehelfer unterstützt.

Im Lande O e st e r r e i ch ist die Arbeitslosigkeit auch im Monat August wieder stark zurückge- ganaen (37 000). Am Monatsende wurden von den Arbeitsämtern nur noch 114 000 Ar­beit s l o se gezählt gegenüber 151 000 Ende Juli. Die Arbeitslosigkeit, die in Oesterreich bei der Ein­gliederung im März 1938 rund 600 000 betragen hatte, ist damit bereits z u v i er Fünfteln be­seitigt.

und erzielte dabei mit seinem Orter Voy auf der 1000-Kilometer-Strecke eine Geschwindigkeit von 227,704 km/st und erreichte im Höhenflug 5600 Me­ter. Diese neuen hervorragenden Ergebnisse wurden ebenfalls zur Anerkennung als Weltbestleistungen für Leichtflugzeuge der Klaffe bis 5,6 Liter dem Internationalen Luftsportverband gemeldet.

Schwerer Unfall auf der Autostraße KölnBonn.

Ein Unfall, bei dem ein Mann tödlich und fünf Personen schwer verletzt wurden, ereig­nete sich auf der Köln-Bonner Autostraße in der Nähe von Wesseling. Dort fuhr ein Personenkraft­wagen, der mit vier Personen besetzt war, in voller Fahrt auf einen Lastzug auf. Bei dem Anprall wurde der neben dem Fahrer sitzende Mitfahrer so schwer verletzt, daß er infolge eines Schädelbruches sofort ft a r b. Zwei weitere Männer und eine Frau mußten erheblich verletzt ins Krankenhaus geschafft werden. Wenige Augenblicke später stieß ein Mo­torrad, das mit zwei Personen besetzt war, an die Trümmer des Personenwagens und geriet ins Schleudern. Dabei wurden der Fahrer und der Bei­fahrer aus Köln erheblich verletzt; sie kamen eben­falls ins Krankenhaus.

Reuyorker Skandalprozeh hynes abgebrochen.

Der Neuyorker Sensationsprozeß gegen den ehe­mals führenden demokratischen Politiker Hynes, der auf schamlose Weise mit Gangsterbanden jufammenarbeitete und daraus politisch und finan­ziell Kapital schlug, ist vorzeitig und unerwartet abgebrochen worden. Bundesrichter Pecora erklärte heute auf Antrag der Verteidigung, daß der Prozeß falsch geführt worden fei. Der Anklage­vertreter, Oberstaatsanwalt Demi), hatte nämlich tags zuvor während der Verhandlung einen for- maljuriftischen Fehler begangen, als er die Bemer­kung machte, Hynes könnte vielleicht auch in er- prefferifche Machenschaften in einem anderen Wirt­schaftsgebiet, im Geslügelgeschäfr, verwickelt fein. Hier griff die Verteidigung ein und nahm diese Bemerkung sofort zum Anlaß, aus formalen Grün­den den Abbruch des Prozesses zu verlangen. Dieser sensationelle Ausgang des Riesenprozesses, der skan­dalöse Zusammenhänge zwischen Politik und Ver­brechertum in USA. enthüllte, hat den Staat Neu- york bereits mehrere hunderttausend Dollar gekostet.

Schon 40 Zeugen waren vorgeführt, und Hynes war auf das schwerste belastet worden, so daß man allgemein fest mit seiner Verurteilung gerechnet hatte. Ob und wann Hynes nun wieder vor Gericht kommt, läßt sich noch nicht mit Sicherheit sagen.

Raubüberfall auf eine alte Frau.

In Köln versuchte ein 33jähriger Mann einen Raubüberfall auf eine alleinstehende Ge­schäftsfrau auszuführen. Er betrat den Milchladen der Frau und bestellte ein Glas Milch und ein Stück Kuchen. Als er mit der Frau allein war, nahm er ein schweres Henkelglas und schlug auf den Kopf der wehrlosen Frau so lange ein, bis sie

Jeder deutsche soll kömpser für Dao I 6emeinschaftowotsi der Nation sein.

werde Mitglied der NSv.k

blutüberströmt zusammenbrach. Zwei vorübergehende Soldaten hörten die Hilferufe der Frau und er­griffen den Täter. Die Verletzungen der 65jährigen Frau waren fo schwer, daß sie ins Krankenhaus ge­schafft werden mußte.

Ein Kind in der Regentonne ertrunken.

In Güls bei Koblenz ereignete sich ein ungewöhn­licher Unglücksfall. Das zweijährige Söhnchen eines dortigen Einwohners spielte mit dem Ball, der in eine Regentonne fiel. Bei dem Versuch, das Spielzeug aus' dem Wasser herauszuholen, kippt«» das Kind in die Tonne und ertrank, ohne daß jemand den Unfall bemerkte. Erft später fand man den Kleinen tot auf.

Bahnbeamter tödlich verunglückt.

In Koblenz wurde auf dem Bahngleis in der Nahe des sogenannten alten rheinischen Bahnhofes die Leiche eines Mannes gefunden. Es handelt sich um einen Koblenzer Bahnbeamten, der offen­bar beim Ueberfchreiten der Gleise von einem Zug erfaßt und überfahren wurde.

Feuergefecht mit einem Mörder bei Warschau.

Auf den Feldern bei Mfczcenow in der Nähe von Warschau kam es zu einem blutigen Feuerge - fecht zwischen der Polizei und einem vielfachen Mörder, dem 36jährigen Andreas Dabrowski. Im Verlauf der Schießerei, die eine Stunde dauerte, wurde der Bandit, der sich in einem Gehöft ver­schanzt hatte und aus zwei Revolvern auf die Be­amten feuerte, erschossen. Dabrowski, der im Frühjahr nach Verbüßung einer mehrjährigen Frei­heitsstrafe das Zuchthaus verlassen hatte, stellte sich sofort wieder an die Spitze einer Bande, die die Umgebung von Warschau unsicher machte und vor allem Ueberfälle auf Skationskassen verübte, bei denen mehrere Post- und Eisenbahnbeamte ermor­det oder schwer verletzt wurden. Auch den übrigen Mitgliedern der Bande ist man auf der Spur.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Dr. Hugo Reubauer erhalt den Adlerschild des Deutschen Reiches.

Der Führer Und Reichskanzler hat dem frühe­ren Direktor der landwirtschaftlichen Untersuchungs­stationen von Bonn und Dresden, Professor Dr. h. c. Hugo Neubauer in Dresden, aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres den Ad­lerschild des Deutschen Reiches mit der Widmung: Dem Bahnbrecher auf agrikulturchemischem Gebiet" verliehen. Im Auftrage des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft überreichte Mini­sterialdirektor Moritz in Bad Salzbrunn bei der Festsitzung aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Verbandes deutscher landwirtschaftlicher Unter­suchungsanstalten den Adlerschild mit Verleihungs­urkunde.

Herbskneuerscheinungen des Eotta-Verlages.

Der Cotta-Verlag in Stuttgart kündigt folgende Neuerscheinungen an: Die 2. Folge der ReiheD i e Dichter b er Deutsche n", Biographien großer deutscher Dichter der Vergangenheit, herausgegeben unter Mitwirkung der Deutschen Akademie in Mün­chen:Gertrud Bäumer, Wolfram von Eschen­bach",Alh^echt Goes, M ö r i k e",Hans Leip, Liliencron,Tamara Ramsay, Droste- H ü l s h o f f",Peter Scher, Wilhelm B u s ch". Die Romane:Waldemar B o n s e l s, Die Reise um das Herz", ein Märchenroman. Puzo Pama - moto,Wellen", Liebes- und Eheroman aus dem Japan von heute, Walter Pegel,Insel im Strom", Ines Widmann,Der Sohn". Al­fons Mayer-Sachs,Ernte im Gestrüpp", eine Sammlung heiterer und ernster Epigramme. Der wissenschaftliche Verlag bringt dem neuen Band von Johannes Hallers großem WerkDas Papst­tum":Die Vollendung", und die einzige authen­tische Biographie des großen deutschen Erfinders Graf Zeppelin" von Hugo Eckener. Der Cotta-A lmanach stellt lebendig die Beziehung zwischen Dichter und Verleger her; mit heiteren Bildern von Fritz Busse.

Wetterbericht

An der Rückseite des zur Zeit über Nordost. europa liegenden Sturmwirbels bringen aus ark­tischen Gebieten ftammenbe Luftmassen gegen bas europäische Festlanb vor. Ihr Einbringen in die vorgelagerte Warmluft wirb auch bei uns die Un­beständigkeit zunächst wieder verstärken, voraus­sichtlich aber keine nachhaltige Verschlechterung im Gefolge haben. Die Temperaturen gehen zurück.

Vorhersage für Donnerstag: Zunächst wieder unbeständig und strichweise auch Regen, wechselnde Bewölkung mit vereinzelten Schauern, zeitweise auffrischende Winde aus westlichen Rich­tungen, kühl.

Vorh er sage für Freitag: Kühleres Wet- ter mit häufiger Aufheiterung, aber unbeständig.

Lufttemperaturen am 13. September: mittags 23,3 Grad Celsius, abends 14,2 Grad; am 14. September: morgens 12,6 Grad. Maximum 23,4 Grad, Minimum heute nacht 11,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. September: abends 17,2 Grad; am 14. September: morgens 14,4 Grad. Sonnenschein- dauer 4,7 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Kans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theoder Kümmel. D. 21. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 LältiL