im Geldtäschchen verborgen, dieses in der Handtasche versenkt, einem allzu energisch drängelnden Hintermann ein mißbilligender Blick zugeworfen, vielleicht noch dem kleinen Kind oder dem lieben Hündchen ein freundlich aufmunterndes Wort gesagt, und nun erst gehts „ab nach Kassel", d. h. hinein in das Wageninnere. Während dieser ganzen Prozedur steht nicht selten eine Schlange von Fahrgästen vom Wagentritt aus in einem Klumpen vor der Einsteigetür oder bis in den halben Fahrdamm hinein. Derartige Vorgänge sind keine Seltenheiten. Fast an allen Haltestellen kann man sie in der Hauptverkehrszeit beobachten. Und da ergibt sich die Frage: Muß das so sein? Wir für unseren Teil möchten diese Frage nachdrücklich verneinen. Dagegen möchten wir betonen: Wenn alle Mte schon vor dem Einsteigen chren Groschen
e 15 Pfennig für den Fahrschein in die Hand nehmen, um das Geld nur hinzulegen, den Fahrschein zu greifen und sofort weiterzugehen in den Wagen, so wird der ganze Ein- und Aussteigeverkehr in den meisten Fällen wohl kaum mehr als eine Minute in Anspruch nehmen. Dazu gehören aber bei Männern und Frauen D e r - kehrsdisziplin und wirkliches Verständnis für die Erfordernisse einer guten Verkehrsordnung. Wir machen einen Vorschlag: Alle Volksgenossen mögen einmal bei zwei oder drei Straßenbahnfahrten die Probe aufs Exempel im Sinne dieser Gedanken durchführen! Wir glauben, jedermann wird uns dann zustimmen. Also, verehrte Herrschaften, nur mit dem Groschen in der Hand an den Straßenbahnwagen heran!
In der oberen Bahnhofstraße, gegenüber der Anatomie, an der Weiche nach der Liebig' st r a ß e zu, kann man schon seit längerer Zeit ein Bedauern und einen Wunsch nicht unterdrücken. Dor der baulichen Umgestaltung dieses Straßen- stückes befand sich an dieser Stelle eine sogenannte Magnetweiche, die von dem aus der Richtung Bahnhof herankommenden Straßenbahnwagen durch einen Schaltvorgang am Motor selbsttätig in Bewegung gesetzt wurde. Seit jener Umgestaltung ist diese praktische Einrichtung der automatischen Magnetweiche d e r/- schwunden. Jeder Wagenführer muß jetzig erst seinen Wagen zum Stehen bringen, mit dem Stelleisen herunterklettern, die Weiche umstellen, den „Rückzug" antreten, und dann kann er erst wieder anfahren. Dieser umständliche Arbeitsvorgang birgt nicht nur Gefahren für den auf dem engen Fahr- bcchnstück schreitenden Straßenbahner in sich, sondern er bewirkt auch, daß Kraftwagenführer, die nicht kurzerhand vorbeifahren möchten — was sie ja nach der Straßenverkehrsordnung auch nicht tun dürfen — ihre Fahrzeuge zum Stehen bringen, wodurch sich oft eine kleine Schlange von Kraftfahrzeugen bildet, bis sich mit dem Ab fahren des Straßenbahnwagens der ganze Troß in Bewegung fetzen kann. Sobald hier wieder die praktische Einrichtung der a u t o m a t i s ch e n W e i ch e geschaffen wird, werden alle Gefahren beseitigt und auch der Verkehr zu jeder Zeit ohne Hemmnis freigegeben. Es wird jedenfalls allseitig mit dankbarer Anerkennung begrüßt werden, wenn man in diesem Falle zum bewährten Alten zurückkehrt. Je früher das geschieht, desto besser.
. In dankenswerter Weise hat die Leitung der Straßenbahn die Haltestelle in der Liebigstraße der Fahrtrichtung Bahnhof—Marktplatz gegenüber der Polizeiwache beseitigt und dafür in der Frankfurter Straße, vor dem Gebäude der Reichsbahn, eine Haltestelle dicht am Bürgersteig geschaffen. Diese Maßnahme hat erhebliche Gefahren ausgeschaltet, die in der Liebigstraße für das Publikum auf dem Wege von dem schützenden Bürgersteig über den Fahrdamm zu dem haltenden Straßenbahnwagen stets vorhanden waren. Die Benutzer der Straßenbahn haben diese umsichtige Vorbeugungsmaßnahme der Straßenbahnleitung mit Beifall begrüßt.
Ihre dankbare Anerkennung wird noch stärker jein, wenn eine Anzahl ebenso großer Gefahrenpunkte für die Straßenbahn- benutzer an anderen Stellen gleichfalls beseitigt wird, an denen jetzt die Fahrgäste beim Ein- oder Aussteigen den Fahrdamm in ansehnlicher Breite inmitten starken Verkehrs überschreiten müssen. .Betrachten wir uns daraufhin die Strecken. Rote Linie in Richtung Bahnhof — Artillerie- kaserne: Hier sind besondere Gefahrenpunkte die Haltestellen am Caf6 Amend und Ecke Neustadt. Rote Linie in der Richtung Artilleriekaserne — Bahnhof: Derartige starke Gefahrenpunkte bestehen am Ludwigsplatz, an der alten Bürgermeisterei Gartenstraße und Ecke Neuen Bäue/Sonnenstraße. Grüne Linie in Richtung Baknhof — Wieseck: Besondere Gefahrenpunkte am Kreuzplatz, Walltor/Ecke Hitlerwall, Mitte Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg. GrüneLinie in Richtung Wieseck — Bahnhof: Besondere Gefahrenpunkte Asterweg, Sel- tersweg/Ecke Goethestraße und Selterstor. An all diesen Haltestellen müssen sich die aus- oder ein- steigenden Straßenbahngäste jetzt zwangsläufig in den oft sehr tollen Fahrzeugtrubel begeben, wobei sie durch Kraftwagen aller Größen, durch Motorräder, Radfahrer und die übrigen Fahrzeuge in sehr erheblichem Maße gefährdet sind. Das Ausmaß der Gefährdung wird noch größer, wenn kleine Kinder die ein» oder aussteigenden Personen begleiten.
Alle diese Gefahrenquellen können von der Straßenbahnverwaltung wohl schon dadurch ausgeschaltet bzw. auf ein garu geringes Maß beschränkt werden, daß man an den vorerwähnten Straßenpunkten gewisse Abweichungen von dem Grundsatz des Rechts - Ein- und Aussteigens zuläßt, indem man den Wagenführern die Ermächtigung gibt, an diesen Haltestellen die Fahrgäste auf der linken Seite ein- und aussteigen zu lasten, damit sich der gesamte Fahrgast-Verkehr stets nur vom Bürgersteig direkt zum Straßenbahnwagen bzw. umgekehrt abwickelt. Für die Anfangszeit wird diese Regelung zwar wohl einige Hemmungen zu überwinden haben. Aber diese Zeit der Anlaufschwierigkeiten dürfte doch wohl sehr rasch überwunden werden, zumal die Fahrgäste sehr schnell die Feststellung machen können, daß die Maßnahme nur zu ihrer persönlichen S i ch e r h e i t im Derkehrsgetriebe der Straße dienen soll. Einige technische Aenderungen an den Wagentüren werden hier sicherlich keinerlei ausschlaggebende Rolle spielen.
Es sind kleine Wünsche und alltägliche Gedanken, denen wir hier Ausdruck gegeben haben. Wir wissen, daß viele Benutzer und Freunde der Straßen- bahn, also deren Geschäftskunden, mit uns einer Meinung sind. Weiterreichende Wünsche seien zurückgestellt, da für diese Anliegen die Zeit noch nicht gegeben ist. Die Erfüllung des heutigen Meinen Wunschzettels wird aber mit Dank an. die Straßenbahnverwaltung begrüßt werden. B.
Aus der Gi
Die alte Linde.
Es ist nicht gerade etwas Besonderes an ihr. Sie ist nicht einmal ein Musterexemplar ihrer Gattung, denn es gibt schönere Linden, majestätischer an Wuchs und imponierender in ihrer ganzen Erscheinung. Aber doch ist es mir jedesmal eine Freude, sie zu sehen, wenn ich an ihr vorübergehe im Trubel der Stadt. Sie erhebt sich inmitten des brandenden Verkehrs vor einem alten Gemäuer. Vielleicht ist es gerade dieser Umstand, der sie so reizvoll macht, und der dem ganzen Bilde eine romantische Verklärung gibt, just so, wie wir einen alten Winkel lieben, der sich aus längst verklungenen Tagen in unsere sachliche Gegenwart hinübergerettet hat.
Und wieder, wie in jedem Frühjahr, hat sich die Lirche bräutlich geschmückt. Zarte, grüne Blätter bedecken ihre Zweige, unendlich viele kleine Herzen sind es, rührend schön in ihrer Anmut. Der Winkel gewinnt dadurch ein besonders liebenswertes Aussehen, er wird zu einem stillverträumten Idyll an Schönheit und Beschaulichkeit.
Ein eigener Zauber ist es, der von dieser Linde ausgeht. Und nicht nur von ihr. Alle Linden, die jetzt in der Stadt ihre glänzenden, samtweichen Blätter treiben, grüßen uns im Straßenbild wie gutvertraute alte Bekannte. Mag fein, daß es an der deutschen Waldromantik liegt, von der sie ein Stück dem Häusermeer vermitteln. Sicher ist, daß wir diesen Baum wie keinen zweiten lieben, und daß er in der Geschichte und im Sagenkreis unseres Volkes einen hervorragenden Platz einnimmt. War er doch schon Wodans Göttin Freya geweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit und des häuslichen Herdes. Und feit jenen altersgrauen Zeiten ist er immer und immer wieder in Wort und Lied bis in unsere Tage als Lindenbaum gefeiert worden.
Aber nicht nur als Mittelpunkt froher Geselligkeit, auch als Künder des Geheimnisvollen ragt er bis in unsere Zeit. Wie die Dichter heute noch sein Rauschen besingen, galt er unseren Vorfahren als schicksalweisend. Unter den Linden wurde Gerichtstag gehalten, und bekannt sind die Fehmlinden, die in deutschen Landen einst ihre hohe Bedeutung hatten. Vielleicht ist darin die Ehrfurcht begründet, mit der wir heute noch diesem Baum begegnen.
Am schönsten aber erscheint mir jene Linde, die sich so eindrucksvoll von dem alten Gemäuer abhebt. Vor allem, wenn in den Abendstunden die Straßenlichter in den Blättern spielen und wenn der Nacht- wind leise die Krone fächelt. Dann überkommt mich immer aufs neue der Gedanke, daß die Stadt bei all ihrer herrischen Lebhaftigkeit doch mancherlei Winkel aufzuweisen hat, in denen die Zeit auszuruhen scheint. H. w. Sch.
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Ein Glas Master". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Das Mädchen von gestern Nacht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es leuchten die Sterne". — Wettbewerb HI.- Heim Gießen: 16 bis 18 Uhr: Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle (Empore). — Oberhefsifcher Kunstverein: 17 bis 18 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Maienblasen 19 Uhr vom Turm der Johanneskirche. — Gleiberg-Verem: 16 Uhr, Generalversammlung auf der Burg Gleiberg.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr, „Der Ritter": 19.30 bis 22 Uhr, „Marietta". Gloria-Palast (Sel- tersweg): „Das -Mädchen von gestern Nacht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Es leuchten die Sterne". — Wettbewerb HJ.-Heim Gießen: 16 bis 18 Uhr Ausstellung der Entwürfe in der Volkshalle und von 9 bis 19 Uhr im Studentenhaus, Leihgesterner Weg. — Oberhessischer Kunstverem: 11 bis 13 Uhr, Ausstellung im Turmhaus am Brand. — Industrie- und Handelskammer Gießen: 9 Uhr, Kurzschrift-Prüfung in der Öffentlichen Handelslehranstalt Gießen, Wernerwall 11.
Spielplanänderung im Stadttheater.
Infolge plötzlicher Erkrankung findet heute statt „Scharnhorst" eine Aufführung von „Ein Glas Wasser", Lustspiel in vier Akten nach Scribe von Otto Stockhausen, statt. Spielleitung Hans Geißler. Die Vorstellung findet gleichzeittg für die KdF.- Miete, Gruppe I (16. Vorstellung), statt. Freier Kartenverkauf. Anfang 20, Ende 22 Uhr.
Spielplan des Stadttheaters vom 15. bis 22. 2Hai.
Am Sonntag, 15. Mai, findet die 15. und letzte Morgenveranstaltung dieser Spielzeit statt. Der junge Dramatiker Georg Basner spricht über „Deutsche Dichtung im deutschen Kampf". Anschlie- ßend gelangt „Der Ritter", ein Spiel vom starken Leben, von Georg Basner zur Uraufführung. Spielleitung: Günter Winkel. Bühnenbild: Karl Löffler. Diese Morgenveranstaltung ist die erste Gemeinschaftsarbeit des Theaters und der Hitler- Jugend. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend findet die letzte Operettenvorstellung der Spielzeit statt. Es gelangt die große Erfolgsoperette „Marietta" von Walter Kollo zur Aufführung. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt. Tänze: Irmgard Zenner. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese Aufführung um 19.30 Uhr beginnt, Ende gegen 22.30 Uhr.
Dienstag, 17. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr: „Versprich mir nichts", Komödie von Charlotte Rißmann. Spielleitung: Hermann Schultze- Griesheim. Dienstag-Miete, 31. Vorstellung.
Mittwoch, 18. Mai, Anfang 19.30, Ende 21.30 Uhr: „Ein Glas Wasser", Lustspiel nach Scribe von Otto Stockhausen. Spielleitung: Hans Geißler. Mitt-
adi Gießen.
8DM.- u. ZM.-llntergau 116, Gießen.
Betr.: Gesundheitsappell.
Der für Sonntag, 15.5., angesetzte Gesundheitsappell fällt aus; er findet am 12.6. statt.
Jungmädelgruppe 17/116 Klein-Linden.
Jungmädel schaffen!
Sonntag, 15. Mai, findet im Heim in Klein- Linden eine Werkschau der Jungmädelgruppen 15, 16 und 17/116 statt. Sie soll den Eltern einen Einblick in die Arbeit im Winter 1937/38 geben. Die Werkschau ist von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Die Bevölkerung von Kl^in-Linden und Allendorf ist dazu eingeladen.
Sonntag, 15. Mai, tritt die gesamte Jungmädel- gruppe 17/116 in vorschriftsmäßigem Turnzeug um 9.45 Uhr auf dem Sportplatz in Klein-Linden an.
Aus der Luthergemeinde.
Vom Dekanat Gießen wird uns mitgeteilt: Die durch den Tod von Pfarrer A n t h e s verwaiste Pfarrstelle der Luthergemeinde, die bereits bald nach der Veröffentlichung der Versetzung dieses Geistlichen in den Ruhestand zur Wiederbesetzung ausgeschrieben war, kann nach kirchlichem Recht erst im Laufe dieses Sommers endgültig besetzt werden. Das Landes- kirchenamt hat daher mit Wirkung vom 1. Mai 1938 ab unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs dem Pfarramtskandidaten Karl Traum von Freienseen, Kreis Schotten, die vikarische Verwaltung dieser Pfarrei übertragen. In Vertretung des verhinderten Dekans wird die Ordination des jungen Geistlichen am morgigen Sonntag Kantate in der Kapelle des AltßN Friedhofs von dem Dekanstellvertreter, Pfarrer Schmidt von Treis a. d. Lda., vorgenommen werden.
Das Briefpäckchen fällt weg.
Künftig Briefe bis 1000 Gramm.
DNB. Nach einer Verordnung des Reichspost- minifters wird vorn 15. Mai 1938 an das Höchstgewicht für Briefe von 500 auf 1000 Gramm erhöht und der Gebührensatz für Briefe von 500 bis 1000 Gramm im Ortsdienst auf 30 Pfennig, im Ferndienst auf 60 Pfennig festgesetzt. Dadurch wird die besondere Art der Päckchen, das Briefpäckchen, das bis zu 1 Kilogramm zugelaffen war, entbehrlich: es wird mit Wirkung vom 15. Mai abgeschafft. Durch diese Maßnahme werden alle Unklarheiten beseitigt, die beim Versand von Päckchen und Briefpäckchen noch bestanden hoben; denn es gibt künftig statt dieser beiden Päckchenarten nur noch „Päckchen" im Gewicht his zu 2 Kilogramm, Gebühr 40 Pfennig. Außerdem tritt im Ortsdienst für die bisher als Briefpäckchen ausgelieferten Sendungen von 500 bis 1000 Grachm eine Gebührenermäßigung von 50 v. H. ein; diese Sendungen kosten statt bischer 60 Pfennig künftig — als Briefe — nur noch 30 Pfennig. An den Höchst- und Mindestmaßen ändert sich nichts.
Kreisgruppenversammlung des AG.-Rechtswahrerbundes.
Die Kreisgruppenversammlung des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes, Bezirk Gießen, die am gestrigen Freitagabend im „Bayerischen Hof" ftattfanb, hatte das Gepräge eines „Gießener Heimatabends". In feinen Begrüßungsworten gab Kreisgruppenführer, Oberstaatsanwalt Knauß, der Freude über die rege Beteiligung der Kameradenfrauen Ausdruck und widmete dem „stadt- und provinzbekannten" Bundeskameraden, Amtsgerichtsrat i. R. Gros, sowie Oberstudiendirektor i. R. Dr. Rolosf Dank und Anerkennung für die Ausgestaltung dieser Zusammenkunft.
Pach einigen organisatorischen Bemerkungen machte er auf die günstige Gelegenheit zum Besuch des Deutschen Juristentages vom 7. bis 10. Oktober in Leipzig aufmerksam. Die nächste Versammlung, die letzte vor den großen Ferien, findet als Lichtbildervortrag statt. Professor Dr. Fröhlich wird dabei im Kunstwissenschaftlichen Institut sprechen.
Oberstudiendirektor i. R. Dr. R o l o f f hielt dann einen anregenden Vortrag über „Gießener Sprache und Art", dem er eine Bitte zur Mitarbeit für Heimat und Volkstum vorausschickte. Dann sprach Bundeskamerad Amtsgerichtsrat i. R. Franz Gros, der durch seine Schilderungen durch die alte Stadt Gießen bei manchen seiner Zuhörer liebe Jugenderinnerungen wachrief und anderen interessante Einblicke in die früheren Verhältnisse der Stadt und in ihre Entwicklung bot. lieber beide Vorträge
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Don den umfangreichen organisatorischen Vorbereitungen, die das Infanterie-Regiment 116 zur 12 5. Wiederkehr des Gründungstages des Regiments trifft, sei heute folgendes mitgeteilt:
Die Straßenbahn der Stadt Gießen wird während der Regimentsappelltage gegen Vorzeigung der Teilnehmer Plakette den Regiments-Appell- Teilnehmern verbilligte Fahrpreise für Straßenbahnfahrt gewahren, und zwar wird eine Dauerkarte für die drei Tage zum Preise von 50 Pfennig zur Ausgabe gelangen, die für alle Strecken und beliebig viele Fahrten Gültigkeit hat.
Weiter hat das Regiment eine Anzahl Plaketten für die Bevölkerung von Gießen bereit- gestellt. Diese Plaketten haben Gültigkeit für den Kameradschaftsabend am 18. Juni, für das Wehrsportfest, militärische Vorführungen der modernsten Waffen unter Zusammen
halten wir früher schon berichtet. Den beiden Vortragenden wurde in verdienter Weise mit lebhaftem Beifall gedankt.
Der zweite Stall für das EHW. wird gebaut.
x Das Stadtbauamt schreibt heute die Vergebung der Erd-, Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten für den Bau eines zweiten Stalles für die Schweinemästerei des Ernährungs-Hilfswerkes (EHW.) der NSV.-Kreisamtsleitung in Gießen aus. Mit dem Bau dieses zweiten Stalles soll Anfang Juni begonnen werden. Bis zum Herbst soll er verwendungsbereit sein. Der zweite Stall soll, ebenso wie der bisherige, Raum für die Einstellung von 180 Schweinen zur Mästung bieten. Das EHW. kann dann feinen gemeinnützigen Betrieb der Schweinemästerei aus das Doppelte des bisherigen Umfanges steigern.
(Siegener Lttochenmarktprette
* Gießen, 14. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 5 bis 10, (Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10^, Wirsing, % kg 20 bis 22, Weißkraut 20, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12, Spinat 10 bis 15, Römisch- kohl 12 bis 15, Spargel 38 bis 70, Unterkohlrabi 8, Erbsen 28 bis 30, Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 15 bis 20,- Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, % kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40, amerikanische Aepfel 50 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Salat 5 bis 25, Salatgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 10 bis 15, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf.
*
** Dienstjubiläum bei derStadt G i e- ß e n. Die Stadtverwaltung Gießen teilt mit: Morgen kann der bei der städtischen Straßenbahn beschäftigte Dorschlosfer Karl Welter auf eine ununterbrochene Dienstzeit von 15 Jahren zurück- blicken. Der Jubilar, der durch Pflichtbewußtsem und
Kopfschmerzen, Druck über den Augen und andere Beschwerden. Vielleicht liegt ein Sehfehler vor ? Eine Brille hilft! Augenärztl. Verordnungen finden meine ganz besond. Beachtung.
Optiker^* ||
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Lieferant auch Ihrer Krankenkasse.
Fleiß sich das Vertrauen seiner vorgesetzten Dienststelle erworben hat, wurde im Kreise seiner Arbeitskameraden geehrt und erhielt gleichzeittg ein Glückwunschschreiben des Herrn Oberbürgermeisters.
** Silb er ne Hochzeit. Am heutigen Samstag, 14. Mai, begehen die Eheleute Heinrich Metz, Gnauchstraße 14, das Fest der Silbernen Hochzeit.
** Mieterjubiläum. Am morgigen Sonntag, 15. Mai, lind es 40 Jahre, daß der Dienstmann Karl Mandler, Steinstraße 61, in diesem Hause wohnt. Ein für Mieter und Vermieter in gleicher Weife ehrendes Jubiläum.
** Straßenverbreiterung am Nah- runasberg. Der Straßenzug zwischen Gartcn- und Keplerstraße, der bisher einen Engpaß bildete, wird nunmehr verbreitert. Nachdem der Erwerb des erforderlichen Geländes von den Anliegern erfolgt ist, ist man jetzt damit beschäftigt, die Einfriedigungen der Honetten entlang der neuen Siro ßenflucht zur Ausführung zu bringen. Im Anschluß, hieran sollen die Bürgersteige und die Fahrbahn neu befestigt werden.
** Maienblasen. Am heuttgen Samstag um 19 Uhr findet das Maienblasen vom Turm der Johanneskirche mit folgenden Darbietungen statt. 1. Choral: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut", vorreformatorisch Wittenberg 1523 ; 2. „Die Kapelle", Conradin Kreutzer; 3. Volksweise: „Gold'ne Abendsonne", Nägeli.
** Werft keine Obstreste auf die Bürgersteige! Wie beherzigenswert diese Ermahnung ist, beweist ein Vorgang in der Licher Straße. Dort lag auf dem Bürgersteig eine Bananenschale. Eine acht Jahre alte Schülerin trat versehentlich daraus und stürzte so unglücklich, daß sie einen Armbruch erlitt. Für das bedauernswerte Kind mußte die Hilfe der Klinik in Anspruch genommen werden. Eine erneute Mahnung zur Vorsicht!
! zum 116er-Fest.
wirken mit der Luftwaffe, „Wallen st ein« Lager", Tanz in der Volkschalle und auf dem Trieb am Sonntag, 19. Juni, und für Montag, den 20. Juni. (Sitzplatz und alle Veranstaltungen.)
Dorverkaufsstellen in Gießen sind seit heute eingerichtet bei Firma Georg A l b o l d , Gießen, Seltersweg 39, Firma C. Röder, Offenbacher Lederwaren, Gießen, Mäusburg 14.
Das Regiment richtet an dieser Stelle nochmals die Bitte an alle Kameradschaften ehemaliger 116er und der Kriegsaufstellungen, an die Einheiten des Kyfshäuser- und Soldatenbundes und der NSKOV., an sämtliche Bürgermeister der oberhessischen Gemeinden, soweit dies noch nicht geschehen, die Teilnehmerlisten dem Regiment baldmöglichst einzu» fenben, um so auch für ihr Teil.mit dazu beizutragen, dem Regiment eine reibungslose Durchführung der Großveranstaltungen zu ermöglichen.
Rundfunkprogramm.
woch-Miete, 32. Vorstellung.
Freitag, 20. Mai, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: Erstaufführung „Der Mustergatte", Schwank in drei Akten von Hopwood. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 32. Vorstellung.
Samstag, 21. Mai, Anfang 20, Ende 22.15 Uhr: KdF.-Miete, Gruppe II (17. Vorstellung) zum letzten Male „Candida", Mysterium von Shaw. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Freier Kartenverkauf.
Sonntag, 22. Mai, Anfang 19.30, Ende 21.30 Uhr: Zu kleinen Preisen, zum letzten Male „Park- sttaße 13", Kriminalstück von Axel Joers. Spielleitung: Hans Geißler. Außer Miete!
Hitler-Jugend Bann 116
Theakerring der Hitler-Jugend — Dorstellungsänderung.
Infolge plötzlicher Erkrankung findet die für Montag, 16. Mai, angesetzte 9. Vorstellung für den Theaterring der Hitler-Jugend am Montag, 23. Mai, 20 Uhr, statt. Es gelangt das Schauspiel „Scharnhorst" von Menzel zur Aufführung
Sonntag, 15. Mai.
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Kleine Morgenmusik. 8.30: Evangelische Morgenfeier. 9.10: „ßanb, mein Land ..." 9.30: Chorgesang. 10.15: Reichssendung: Morgenfeier zum Muttertag. Es sprechen: Reichsminister Dr. Frick, Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink. 11: Festliche Kammermusik. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Uns gehört der Sonntag! 15.15: Ich bin vergnügt und freue mich. 16: „Es zogen drei Regimenter..." Ein Militärkonzert zum 125jährigen Bestehen der drei kurhessischen Stammregimenter in Kassel. 17: Sport- ereignisse des Sonntags. 17.20: Musik zur Unterhaltung. 18: Aus der Jugendzeit klingt ein Lied mir immerdar! Eine Hörfolge um den Dichter Friedrich Rückert. 19: Nachrichten. 19.10: Volkstum und Heimat. 19.30: Sporffpisgel des Sonntags. 19.45: Fünfländerkampf der Radrennfahrer. 20: Orchefterkon^ert. 22; Nachrichten,
Montag, 16. Mai.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Raffchläge für Küche und Haus. 9.50: Dom Taschentuch. 10: Schulfunk. 11.40: Weltwirtschaftlicher Monatsbericht. 11.55: Offene Stellen. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Schloßkonzert (Fortsetzung). 14: Nachrichten. 14.10: Traum im Frühling. 15: Klaviermusik von Mozart. 15.30: Für unsere Kinder. Jetzt basteln wir... 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: „Barna- Bässe!" Ein musikalisches Plauderstündchen. 20.10: „Der reiche Herr Ooerhues." „Poesie aus Glas." 20.30: Konzert zur feierlichen Eröffnung der Staatlichen Hochschule für Musik der Stadt Frankfurt am Main 22: Nachrichten. 22.15: Kamerad, wo bist du?. 22.45; Nacht- und Langmut


