Geschichten aus aller Welt
Vermögen eingebüßt. Mehrere etrage von 360 000 Mark hat
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Prozeß um eine Poker-Partie.
zug gegen die Aenderung des Wahlrechts, durch die das Deutschtum in Oesterreich vollends zu einer bedeutungslosen Minderheit hinabgedrückt worden wäre, schloß Schönerer 1907 seine öffentliche Laufbahn als Politiker ab. Anläßlich der Jahrhundertfeier der Leipziger Völkerschlacht hielt er im Wiener Sophiensaal seine letzte große Rede. Noch einmal gab der Einunsiebzigjährige seinem Glauben an Großdeutschland Ausdruck, einem Glauben, der durch alle Verfolgungen und Enttäuschungen nicht hatte erschüttert werden können. Und er schloß mit dem Rufe: „Heil dem Bismarck der Zukunft, dem Retter der Deutschen und Gestalter Alldeutschlands!"
Ein Jahr darauf setzten die Schüsse in Seraiewo dem Leben des Thronfolgers Franz Ferdinand ein Ende. Mit tiefer Besorgnis verfolgte Schönerer den Verlauf des Krieges und schrieb schon im Frühjahr 1917 ahnungsvoll: „Die Früchte dieses gewaltigen Riesenkampfes werden den übergroßen Opfern in keiner Richtung entsprechen". Die Revolution und die Nachkriegsjahre brachten dem Greis, dem seine Schwäche und die zunehmende Erblindung nicht mehr zu schreiben und zu lesen ge-
(th) Los Angeles.
Um eine Poker-Partie dreht sich ein Prozeß, der demnächst in Los Angeles zur Entscheidung kommen soll. Das Verfahren ist von Mr. Henry Clifton angestrengt worden, der auf diese Weise die Spielverluste einklagen will, die er bei diesem Spiel Poker eingebüßt hat. Es ist allerdings keine Kleinigkeit, um die es bei diesem Poker-Spiel geht. Mr. Clifton hat ein r
Kleine politische Nachrichten.
Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley traf am Freitag in Graz ein. Er begab sich sofort ins Koeflacher Bergbaugebiet (Steiermark).
In der Aula der Akademie für Deutsches Recht eröffnete der Chef der Kanzlei des Führers, Reichs- leiter Bouhler, die erste Tagung des Amtes für G n a d e n f a ch e n, an der neben führenden Männern von Partei und Staat, Vertretern der Gliede« rungen der Bewegung und Vertretern des deutschen Rechtslebens, die Beauftragten der Gauleitun- gen der NSDAP, für Gnadensachen teilnehmen.
Im Marschallsaal des französischen Kriegsmimste« riums trat die dritte Tagung des Gemischten Deutsch-Französisch-Englischen Ausschusses für Kriegsgräberfürsorge zusammen. Sie wurde in Gegenwart des britischen Botschafters und eines Vertreters des deutschen Botschafters von General Guilleaumat eröffnet, deffen Ausführungen deutscherseits Vizeadmiral v. Trotha und englischerseits Sir Fabian Ware beantwortete.
Klugwerbung unter der deutschen Jugend.
Berlin, 13. Mai. (DNB.) Als Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa wurde die Hansa- F l u g d i e n st G. m. b. H. in Berlin gegründet. Die Hauptaufgabe des neuen Unternehmens ist die Durchführung eines alle Gebiete Deutschlands erfassenden Rundflugbetriebes. Außerdem wird sich die Hansa-Flugdienst mit Bedarf-, Sonderund Reklameflügen beschäftigen und Flugzeuge ver- chartern.
Die neue Gesellschaft steht unter Leitung von Direktor Walter, Oer vorher lange Jahr? Vertreter der Lufthansa und Direktor der Deutsch- Chinesischen Luftverkehrsgesellschaft „Eurasia" war. Dem Aufsichtsrat gehören die beiden Vorstandsmitglieder der Deutschen Lufchansa Direktor Luz und Freiherr von Gablenz an. Der Hansa- Flugdienst hat sich als vornehmste Ausgabe das Ziel gesetzt, der deutschen Jugend das Erlebnis des Fluges mit Verkehrsflugzeugen zu vermitteln. Es ist insbesondere die Absicht, abseits der großen Luftverkehrswege mit den Maschinen der Hansa-Flugdienst zu erscheinen. Für Rundflüge wird in erster Linie die 12sitzige Messer- schmidt M 20, die 10 Erwachsene oder 17 Kinder aufnehmen kann, verwendet. Dieses Flugzeugmuster bietet als Hochdecker von allen Kabinenplätzen aus beste Sicht. Daneben gehören verschiedene Junkersmaschinen zum Park der Hansa-Flugdienst, außerdem auch Klemm-Leichtflugzeuge sowie zweimoto- rige Focke-Wulf 58 „Weihe , die als Luftbild-Flugzeuge verwendet werden.
Schecks im Gesamtbeträge von 360 000 Mark hat er seinen Spielpartnern aushändigen müssen. Mr. Clifton behauptet jetzt, daß eine Abart dieses Spiels, der sogenannte „stud poker“ gespielt worden ist, die in Kalifornien durch Gesetz zum Glücksspiel erklärt worden und daher verboten ist. Seine glücklichen Gegenspieler dagegen erklären, es sei der gesetzlich erlaubte „draw poker“ gespielt worden.
stattete, die Bestätigung seiner Befürchtungen. Zu seinen Leiden kamen „bie tieftraurigen Zustände in den deutschen Dolkskreisen und das Gefühl, daß die stets steigende Verjuduno eine immer weiter greifende Entdeutschung heroeiführen wird". In diesen Tagen entwarf er die Inschrift für seine Grabplatte. Unter dem Namen und den Lebensdaten sollten nur die Worte eingemeißelt werden: „Ein Kämpfer für Alldeutschland". Am 14. August 1921 ist Schönerer auf feinem Landsitz in Niederösterreich gestorben. Sein Sarg wurde nach Friedrichsruh übergeführt: und dort, unter den hohen alten Bäumen des Sachsenwaldes, unweit der letzten Ruhestätte des von ihm abgöttisch verehrten Bis- marck, liegt Ritterer von Schönerer begraben. Daß in jenen trostlosen Tagen in München schon der Mann wirkte, der einst die Wiedervereinigung der deutschen Ostmark mit dem Reiche vollziehen sollte, hat Schönerer nicht mehr erfahren. Adolf Hitler, ein Sohn dieser Ostmark, wurde Gestalter des Großdeutschen Reiches, dem vor fünfundzwanzig Jahren in Wien Schönerers Hell-Ruf galt.
Walter Schwerdtfeger.
Georg Schönerer.
Ein Kämpfer für Großdeutschland.
Dor fünfzig Jahren wurde Georg von Schönerer in den Kerker geworfen.
In diesen Tagen, da der Traum vom Groß- deutschen Reich zur Wirklichkeit geworden ist, erscheint das gedruckte Gesamtwert Georg Schönerers, der in den siebziger Jahren das österreichische Deutschtum aufgerufen hat zum Kampf gegen die zersetzenden Einflüsse des Judentums, gegen die politischen Machtansprüche der römischen Kirche und gegen die kernfaule Dynastie der Habsburger. „Ohne Juda, ohne Rom baut sich auf Alldeutschlands Dom!" das war sein Glaubensbekenntnis.
Schönerers erstes politisches Auftreten fiel in die Gründerzeit, in der — nach den Worten des Führers — „der manchesterliche Liberalismus jüdischer Grundeinstellung" seine Sumpfblüten trieb. Im Oktober 1873, wenige Monate nach jenem „schwarzen Freitag", der zahllose Existenzen vernichtet hatte, wurde Schönerer von seinem Wabl- kreis im niederösterreichischen Waldviertel als Abgeordneter in den Reichsrat entsandt. Bereits in feiner ersten Rede erklärte er, „daß den bisher bevorzugten Interessen des Kapitals und der Herrschaft der semitischen Phrase in Hinkunft die Interessen der ehrlichen Arbeit entgegengestellt werden müßte". Drei Jahre parlamentarischer Tätigkeit genügten ihm, zu erkennen, daß das „Hohe Haus" nichts war als eine verrottete, untaugliche „Diätenvertilgungsmaschine"; er legte deshalb sein Mandat nieder.
Immerhin hatte er durch seine bewußt deutsche Haltung während dieser Zeit in hohen und höchsten Kreisen soviel Anstoß erregt, daß Ministerpräsident Gras Taaffe, der Führer einer aus Deutsch- klerikalen, Tschechen und Polen bestehenden Majorität, Schönerers Wiederwahl 1877 als „einen höchst bedauerlichen Skandal" empfand. Unter Taaffes Amtsführung wurde die Ausrottung des Deutschtums in der Donau-Monärchie mit den brutalsten Mitteln ins Werk gesetzt. Die nationalen Zeitungen wurden immer wieder beschlagnahmt; das Tragen von Kornblumen, das Heben der Hand als Gruß, der Besitz eines Schonererbildes genügte, um Haussuchungen, Verhaftungen und Kerkerstrafen zu verhängen. Das Geschäft der Spitzel und Angeber, der „Naderer" wie man in Wien sagte, blühte. Daß Schönerer unbedingt für den Anschluß Oesterreichs an das Reich eintrat, machte ihn natürlich in den Augen schwarz-gelber „Patrioten" zum Hoch- und Landesverräter. Im „Linzer Programm" von 1883 faßte er seine Vorschläge dahingehend zusammen, daß die Bukowina, Galizien und die südslawischen Gebiete abgetrennt und der deutsche Kern Oesterreichs als Bundesland dem Reiche eingegliedert werden sollte. Diese Haltung brachte ihn natürlich in Gegensatz zu den Habsburgern. „Zum erstenmal in der neueren deutschen Geschichte schied sich der landläufige dynastische Patriotismus von nationaler Vaterlands- und Volksliebe. Die legale Staatsgewalt fußte damals auf dem deutschfeindlichen Boden des Parlaments und dem ebenso deutschfeindlichen Herrscherhaus. Es ist das Verdienst der Alldeutschen Bewegung Deutsch-Oesterreichs ... den herrlichen Begriff der Vaterlandsliebe aus der Umarmung
Zur Reichsiagung „Kraft durch Freude".
EinAufrufDr.Ley s: Deutschland die Heimat der wahren Lebensfreude.
Kiel, 13. Mai. (DNB.) Zu der im Juni in Hamburg stattfindenden Peichstagung „Kraft durch Freud e", an der als Ehrengäste der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und Generalfeldmarschall Göring teilnehmen, hat Reichsleiter Dr. Ley folgenden Aufruf erlassen:
Alljährlich findet in Hamburg die große Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" statt. Die Deutsche Arbeitsfront stellt mit dieser Reichstagung folgende Ziele auf:
Auf den großen Rejchstreffen will die NS.-G. »Kraft durch Freude" einen Ueberb lick ihres Schaffens geben. Sie will damit einmal im Jahre Freude und Schönheit als die Grundlage jedes sozialistischen Schaffens bewußt in das Blickfeld des gesamten deutschen Volkes stellen. Der Höhepunkt dieser Reichstagung, der große Fe st zug, wird in diesem Jahr eine einzige Symphonie dieses Wollens des neuen Deutschlands sein
Die Deutsche Arbeitsfront halt die Reichstagungen alljährlich in Hamburg ab, um damit dieses vor Deutschland und der Welt, zur „kraft-durch-Freude" - Stadt zu machen. Mit Freude und Schönheit ist überall Großzügigkeit und Kühnheit verbunden. Deshalb glaubten wir, als Standort unserer Reichstagung keine bessere Stadt als Hamburg wählen zu können. Als zweite „Kraft- durch-Freude"- Stadt in Großdeutschland wird nach der Wiedervereinigung bet Ostmark mit dem Reich das alle herrliche Dien ausgebaut werden, um damit der wundervollen deutschen Stadt ihre klingende unfr singende Mission zurückzugeben.
Die Reichstagung der NS.-G. „Kraft durch Freude" in Hamburg ist bereits zum Mittelpunkt eines großen Welttreffens aller jungen Menschen geworden, die im Nationalsozialismus nicht . mehr die Verwirklichung des Klassenhasses sehen, sondern die vielmehr daran glauben, daß Nationalsozialismus darin besteht, die Menschen glücklich und froh, kräftig unb gesund und damit zufrieden zu machen. Sowjetrußland hat das Lachen verloren. Der Bolschewismus nimmt dem Menschen die Freude. Deutschland dagegen lebt in Gesundheit unb ist bie Heimat der wahren ßebensfreube geworben. Deutschland ist bas Land von Kraft burch Freude. Davon kann sich jeder auf der Reichstagung in Hamburg überzeugen. Alles für den Führer! Alles für Deutschland! Heil Hitler!
Bon der Fußspur zur Eisenbahnfahrkarte.
(—) London.
Früher war es in England nicht ganz einfach, eine Ersenbahnfahrkarten in der Tasche unterzubringen. Sie hatten eine gewaltige Breite und Länge und enthielten die unmöglichsten Angaben über den Fahrgast. Alle Fahrkarten wurden außerdem mit der Hand ausgeschrieben. Eines Tages nun ging ein kleiner Angestellter einer Eisenbahngesellschaft in der Nähe des Bahnhofs spazieren und beobachtete, wie sein Fuß sich tief in die feuchte Erde eingrub. Sofort sagte er sich, daß man doch mit Hilfe eines einfachen Drucks die Fahrkarten viel einfacher Herstellen könnte. Schnell setzte er sich mit einem alten Freund, einem Uhrmacher, in Verbindung. Einige Wochen später war die erste Fahrkartenmaschine erfurtben. Seitdem hat die Maschine des Thomas Edmonfon -eine interessante Entwicklung genommen. Aber im Grunde handelt es sich immer noch um die gleiche Maschine, die Edmonson damals erfand, als 'es rn der Nähe seines Bahnhofs geregnet hatte.
Sechs Astrologen und ein Fakir ...
B. Paris.
Vor einer Pariser Strafkammer wird gegenwärtig eine Anklage gegen sechs Astrologen und einen Fakir verhandelt, bei der sich zeigt, welchen erstaunlichen Umfang das Wahrsagerwesen im Lande hat. Das Merkwürdigste aber ist, daß diese falschen Propheten nicht nur jedermann seine Zukunft voraussagen, sondern daß sie behaupten, daß das Schicksal keineswegs unbeeinflußbar sei, sondern daß sie die Möglichkeit hätten, es zu verbessern und in eine andere Bahn zu lenken. Wenn jemand in der Lotterie kein Glück hat, oder wenn er liebt und keine Erhörung findet, wenn er fürchtet, irgendein Ziel seines Ehrgeizes nicht erreichen zu können, so braucht er anaeblich nur diese Astrologen um Rat zu fragen, uno sie werden schon dafür sorgen, daß alles nach seinen Wünschen geschieht. Das Honorar ist dabei durchaus nicht hoch. So kommt es, daß die Zahl dieser Rat und Hilfe Suchenden so groß ist, daß einer dieser Astrologen nicht weniger als 252 000 Briefe in zwei Jahren erhalten hat; er beschäftigte 35 Sekretärinnen, um seine Riesenpost durchzusehen und bann Horoskope unb Talismane zu schicken. Ein anderer hatte sogar 50 Sekretärinnen. Schon das Aeußere der Angeklagten verrät etwas von dem fragwürdigen Beruf, den sie ausüben, und ihre Namen sind entsprechend hochtönend, der erste ist ein Schwarzer, der vom Senegal nach Frankreich gekommen ist, ein anderer, ein Mann von dreißig Jahren, trug einen langen weißen Prophetenbart, wenn er seine Orakelspruche gab, der britte ließ sich von einer geheimnisvoll erscheinenden Dame assistieren; auch ein Türke ist darunter. Da hervorragende Anwälte zur Verteidigung aufgeboten sind, sehen die Pariser den Verhandlungen mit Spannung entgegen.
So ein Pech ist selten,
AS. Nantes.
Ein mehrmals vorbestrafter früherer Soldat eines afrikanischen Strafbataillons, der soeben eine Ge- ' fängnisstrafe abgesessen hatte, hat bei der Wiederaufnahme seiner Einbrechertätigkeit in der bretoni- > schen Hafenstadt ßorient ungewöhnliches Pech gehabt. ' Nachdem dem unverbesserlichen Sträfling bereits > mehrere Kircheneinbrüche in einer einzigen Nacht ge- i langen waren, drang er auch noch in ein Altersheim l ein, wo er unbekümmert um die Hilfeschreie der aus ! dem Schlaf gescheuchten Insassen erst nach Leerung > der Wäscheschränke die Flucht ergriff. Als der Misse- - tätet sich von der ihn verfolgenden Menge unb
dieser traurigen Dynastie erlöst zu haben... Schönerer hat bas zwangsläufige Enbe bes österreichischen Staates richtiger und klarer erkannt als irgendein anderer. Würde man besonders im Reiche seine Warnungen vor der Habsburger Monarchie besser gehört haben, so wäre das Unglück des Weltkrieges Deutschland gegen aanz Europa nie gekommen." (Adolf Hitler, „Mein Kampf", I.)
Schönerers Antisemitismus zeigte sich besonders in den Kämpfen um die Verstaatlichung der Nordbahn, durch die er Rothschild und Genossen um ein Geschäft von dreihundert Millionen Gulden brachte. „Die Beseitigung des jüdischen Einflusses auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens ist unerläßlich!" Das war Schönerers Forderung. Das führte natürlich zur Mobilmachung der verjudeten Wiener Presse gegen den „Sankt Georg von Zwettl", ro)e man ihn nach seinem Wahlbezirk höhnisch nannte. Vor fünfzig Jahren, im Mai 1888, gelang es ihr, den unerschrockenen- Drachentöter endlich zur Strecke zu bringen. Als eine Anzahl Wiener Tageszeitungen mit verfrühten und widerrufenen Todesmeldungen über den im Sterben liegenden alten Kaiser Wilhelm ein glänzendes Geschäft in Extrablättern machte, ging Schönerer, über dieses schamlose Treiben empört, mit einem derben Stock bewaffnet auf die Schriftleitung des „Neuen Wiener Tageblatts", wo es zu einer „Aussprache" mit den ausnahmslos jüdischen Redakteuren kam. Ein schrilles Pogromgeschrei ging daraufhin in den Zeitungen los. „Ja, gibts denn keinen Paragraphen, mit dem man diesen Menschen unschädlich machen kann?" fragte ein Mitglied des Kaiserhauses den Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, der übrigens dem Vereiy zur Abwehr des Antisemitismus öngehörte. Der Paragraph wurde gefunden; Scho- nerer, trotz seiner Immunität als Abgeordneter, wegen „Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit" vor Gericht gestellt, „zur schweren Kerker st r a f e in der Dauer von vier Monaten, verschärft durch zwei Fasttage im Monat, verurteilt unb gegen ihn ber Abelsoerlust ausgesprochen". Als er seine Strafe antrat, mußte ein Bataillon Infanterie zum Schutz bes Oeridjtsgebäubes aufmarschieren, unb vor dem Bahnhof ritten Polizeischwadronen immer wieder in die demonstrierenden Menschenmassen hinein.
Das Unwahrscheinliche geschah: Nach Wiederge- winnyssg ber bürgerlichen Ehrenrechte zog Schönerer 1897 mieber in den Reichsrat' ein. Im Gegensatz zu ber inzwischen gegrünbeten Christlich-Sozialen Partei, bie Schönerers Rasse-Antisemitismus zu einem kirchlich-konfessionellen verwässerte, wandte er sich jetzt immer schärfer gegen die deutschfeindliche Politik der Ultramontanen. Mit seinem Feld-
einem Rudel auf ihn gehetzter Hunde in bie Enge getrieben sah, flüchtete er sich im letzten Augenblick ins Innere eines Hauses. Unb siehe, es war bas Haus eines Polizeikommissars, ber ihn mit weit geöffneten Armen willkommen hieß unb in sicheren Gewahrsam nahm.
Die geliebte Köchin.
X. Rom.
Orlanbini hieß ber Mann, der vor bem Gericht in Rom erschien unb alle Paragraphen ber italienischen Gesetzbücher gegen einen fünfundzwanzig- jährigen Spezereiwarenhändler an gewendet wissen wollte. Vor Wut zitternd trug er seinen. Fall vor: „Es sind jetzt dreizehn Jahre her, da machte ich in ber Lotterie einen Haupttreffer. Ich beschloß, ein gutes Werk zu tun, ließ mich zum Vormund eines Waisenmädchens ernennen und ließ es auf meine Kosten zur Köchin ausbilden. Das Mädchen wurde eine Kochkünstlerin ersten Ranges, und als ihre Ausbildung beendet war, begann für mich eine herrliche Zeit, ich speiste wie Lukullus. Aber da geschah das Unerhörte: Die Undankbare, die noch nicht volljährig ist, lernte den Spezereiwarenhändler kennen, und da ich natürlich meine Einwilligung zur Heirat nicht gab, entführte er sie. Ich klage ihn an, eine Minderjährige entführt zu haben."
Die Richter wiegten nachdenklich die Köpfe. Ein olcher Fall war ihnen noch nicht vorgekommen. Auf alle Fälle hielten sie es aber für geraten, auch den Beschuldigten zu hören. Der schien die Sache weiter nicht schwer zu nehmen. In glühenden Worten sprach er von seiner Liebe zu der jungen Köchin und entkräftete bie Anklage mit der Erklärung, daß die Obervormundschaft schon die Einwilligung zur Ehe gegeben habe. Von einem Verbrechen könne also nicht die Rede sein. „In acht Tagen ist Hochzeit", so schloß er, „und wenn der Herr Vormund will, so kann er an diesem Tage
bei uns speisen."
Damit war der Fall entschieden. Der künftige Ehemann wurde ft eigesprochen. Völlig gebrochen sank der Vormund nach der Urteilsverkünduna auf seinen Stuhl. „Wenn es denn schon sein muß , bat er mit kläglicher Stimme das junge Paar, „so nehmen Sie mich doch in Kost, ich whle Ihnen, was Sie wollen." Und so kam es. Zugleich mit der jungen Frau hielt der alte Feinschmecker seinen Einzug in das Haus des Spezereiwarenhändlers, um bis an fein Lebensende die gute Köchin für fein leibliches Wohl sorgen zu lassen.
Er führte ein Doppelleben.
C. K. W t e n,
In einer vornehmen Villa am Ufer des Wörthersees bei Velden ertönten in einer der letzten Nächte .plötzlich die Alarmglocken, die zum Schutze gegen Einbrecher angebracht waren. Die Tochter des Pförtners eilte mutig auf den Gang unb sah noch, wie ein Mann schleunigst floh. Schnell waren die Nachbarn alarmiert, auch einige Polizisten tarnen hinzu, und es begann eine dramatische Verfolgung des Einbrechers. Der Unbekannte, der das Gesicht mit einer Maske verdeckt hatte, sprang, als man ihm näherkam, in das Wasser des Sees und suchte sich durch Schwimmen zu retten. Schnell waren einige Boote besetzt und nahmen die Verfolgung im Wasser auf. Obwohl er lange Strecken unter Wasser schwamm, war der Mann bald umzingelt, unb er begann einen erbitterten Kampf, bei Dem er sogar einige . der leichten Boote umwarf. Es dauerte eine volle Stunde, bis er gefangen werden konnte. Als man ihn zur Polizei brachte, erkannte der Kommissar zu seiner höchsten Ueberraschung in dem Einbrecher einen Bürger der Stadt, der sich bis dahin der allgemeinen Achtung erfreut hatte. Den Tag über war er Angestellter im ersten Sanatorium des Ortes, während er nachts auf Raubzüge ausging. In einem von ihm gemieteten Haus wurde eine reiche Diebesbeute gefunden, die drei Waggons füllte, Kleider, Felle, Radioapparate und photographische, alles Sorgfältig geordnet und katalogisiert.
Rekord im Mandarinen-Essen.
(ob) Athen.
Die Angestellten einer großen Athener Südfrüchteexportfirma veranstalteten ein Wettessen von Mandarinen, die bie Firma in jebem Jahr zu die- fern Zwecke zur Verfügung stellt. Sieger in diesem „Mandarinen-Marathon" wurde ein achtzehnjähriger Laufbursche, ber in ben zwei Stunden bes .Kampfes" 86 Mandarinen versveiste. Der hoffnungsvolle junge Mann gab zum Schluß des Wettbewerbs der Hoffnung Ausdruck, im nächsten Jahr auf die doppelte Anzahl zu kommen ...
QuarkstolLen meMunb„Ba*in"werbengemif'chtunbaufeinBa*brettgefiebt Jn bie mitte wirb eine Oertiefung gemacht Zucker. Eier unb 6e- toüqe hineingegebenunbmit etwas oonbem (Hehlju einem Brei verrührt Dann gibt man ben gut abgelaufenen, burch ein Sieb gestrichenen Quart, bie in Stücke geschnittene halte Butter, geriebene (Tlanbeln unb gereinigte Rofinen barauf unb verknetet von
500 ö IDeüenmeM
1 Dämchen Dr. Oetker s „Boehm*
200 e Zucker — 2 Ger
1 flaschchen Dr. Oetker» Bartöl Zitrone
1 fläfchdien Dr. Oetker» Rum-Aroma 250 g Quart — 125 ö Butter
125 g nianbeln ober Duflhetne 200-250 g Rofinen
50-100 g Butter jum Bestreichen Puderzucker 3um Bestäuben
ber mitte au» alle Zutaten schnell ju einem glatten Teig. ITIan formt einen Stollen (stehe Bild) «nb legt ihn auf ein gefettetes, mit mehl bestäubtes Bachblech. Sogleich nach bem Backen wirb er mit zer lassen er Butter bestricken unb mit Puderzucker bestäubt. Der Teig haw auch in einer st astenform gehörten werben. Badezeit: 60-70 miauten bei guter ITIittelhitje. Bitte ouoschnelven!
Wir backen den guten
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