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Handelsvertreters nach Burgos, wahrend die Mar« xisten diesen Vorschlag mit aller Schärfe ablehnten.

Die belgische Neutralitätspolitik.war ebenfalls der Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Ein Teil der Sozialdemokratischen Partei, an ihrer Spitze Dandervelde, lief Sturm gegen die Unab- hängigkeitspolitik und forderte eine Rückorientie- rung nach Frankreich oder doch eine gemeinsame Front mit den demokratischen Ländern, worunter diese Herren nicht nur Paris und London, sondern auch Moskau verstehen. Der marxistische Abge­ordnete Truffaut hat neulich in einem Zeitungs­artikel erklärt, daß die wallonischen Regimenter, wenn es zu einem Krieg gegen Frankreich kommen sollte d. h. also im Falle eines französischen Einmarsches in Belgien, wenn Frankreich seinen osteuropäischen Verbündeten zu Hilfe eilen würde , mit fliegenden Fahnen zur Grande armee übergehen würden. Solche Auslassungen rufen nicht nur bei den Flamen, sondern auch bei der Mehrzahl der Katholiken aller Färbungen große Entrüstung hervor, und es darf nicht bezweifelt werden, daß die maßgebenden belgischen Stellen durchaus entschlossen sind, mit aller Loyali­tät das Unabhängigkeitsprinzip, wie es im Okto­ber 1936 durch König Leopold verkündet wurde, festzuhalten.

Ein Element stärkster Beunruhigung auf innen­politischem Gebiet war auch das Verbot der ge­planten Mittelstandskundgebung gegen die neuen Steuern. Man befürchtete, daß dje Rexisten aus diesen Kundgebungen Vorteil für ihre eigene Sache ziehen würden, da sie den bisher nur innerhalb der parlamentarischen Grup­pen wütenden Kampf um die Finanzpolitik auf großen Massenkundgebungen vor die Oeffentlichkeit getragen hätten. Die Unsicherheit der Regierung bewies die Tatsache, daß das Zentrum der Stadt und die Umgebung des Parlaments von schwer be­waffneten Gendarmen besetzt wurden.

Die Schilderung dieser vielfachen Spannungen ist unerläßlich, um die Ereignisse der letzten Tage in ihrer Tragweite zu verstehen. Das ganze Problem lief darauf hinaus, ob die christlichen Demo­kraten, die unter 63 katholischen Abgeordneten 24 Sitze innerhalb der Fraktion innehaben, der Fraktionsparole, gegen das Kabinett zu stimmen, treu bleiben würden oder nicht. In letzter Minute wurde die Parole ausgerufen, daß der rechte Flü­gel der Katholiken eine Koalition mit den Rexisten und den flämischen Nationalisten herbeiführen wolle. Die christlichen Demokraten wurden rebellisch. Man sagte, daß der Kardinal von. Mecheln, der in der belgischen Politik eine große Rolle spielt, christlichen Demokraten die Weisung erteilte, unter keinen Um­ständen mit den Rexisten und Nationalisten gemein­sam Front gegen die Regierung zu machen. Damit war das Vertrauensvotum für das Kabinett Jan­son gesichert. Beinahe sämtliche christlichen Demo- traten stimmten für das Kabinett, wodurch eine knappe Mehrheit zustandekam. Die konservativen Minister sahen sich in einer unhaltbaren Lage, da ihre Politik von ihren eigenen Anhängern abge- lehnt wurde. Sie sind zurückgetreten und haben damit die Regierungskrisis ausgelöst.

Oer japanische Vormarsch an der Lunghai-Vahn

Schanghai, 13. Mai. (Europapreß. Funkspruch.) Die japanischen Truppen an der Lunghai-Vahn sind, wie in einem am Freitag vom japanischen Hauptquartier in Schanghai ausgegebenen Bericht über die Kriegslage in Westschantung erklärt wird, im Begriff, die chinesischen Stellungen längs der

Lunghai-Eisenbahn an mehreren Stellen zu durchstoßen, so daß der seit Monaten heiß umkämpfte Eisenbahnknotenpunkt H s u t s ch a u m unmittelbarer Gefahr schwebe, von den japanischen Truppen von allen Seiten her eingeschlossen zu werden. Die aus dem Norden von Tsining her oorstoßende japanische Hauptgruppe hat die 80 Kilometer nördlich der Lunghaibahn liegende Stadt Taichi besetzt, während die von Mangs ch eng her nach Norden oorstoßende Ab­teilung die 50 Kilometer südlich der Eisenbahnlinie liegende Stadt Vungtscheng am Freitagabend erreichte. Nach japanischen Angaben befinden sich die japanischen Truppen jetzt nur noch zehn Kilo- meter von der Lunqhai-Eisenbahn entfernt, und zwar südlich von öinyi. Der Widerstand der >chinesischen Streitkräfte, der in den letzten drei Ta­gen erheblich gewesen sei, soll am Freitag zusam­mengebrochen und damit der Vormarsch der

Japaner an die strategisch wichtige Eisenbahnlirfte ermöglicht worden sein. Nach japanischen Meldungen hat bei den letzten Kämpfen die Artillerie in erster Linie zu dem Erfolg beitragen können.

Die japanischen Blätter erklären, daß ein Sieg bei Sütschau nicht nur infolge der damit erlangten Kontrolle über militärisch wichtige Bahnstrecken eine bedeutende Nachschuberleichterung und bamit eine Frontverkürzung bewirken würde, sondern daß^ zugleich auch eine Vereinigung der bereits besetzten Gebiete in Nord- und Mittelchina erfolgen könnte. Es müsse allerdings vor übereilten Rück­schlüssen auf Beendigung des Krieges gewarnt wer­den.Asahi Schimbun" erklärt, auch die Einnahme Sütschaus werde den Widerstand der Chinesen nicht vollkommen brechen, vielmehr müsse Japan gerade jetzt zum wirklich entscheidenden Schlag seine Anstrengungen verstärken.

Schafft uns Jugendherbergen?

»Oie deutschen Jugendherbergen erfüllen eine nationalsozialistische Aufgabe -

Sin Ausruf des Führers

zum Reichswerbe- und Opfertag.

Berlin. 13. Mai. sDNB.) Anläßlich des Reichswerbe- und Opferlages für die Jugendher­bergen 1938 erließ der Führer und Reichs- fünfer den folgenden Aufruf:

..Die deutschen Jugendherbergen erfüllen eine nationalsozialistische Aufgabe. Sie sind Wahrzeichen unserer Jugend und dienen ihrem Glück und ihrer Gesundheit. Es ist mein Wunsch, daß auch der'diesjährige Reichswerbe- und Opfertag zum weiteren Aufbau des deutschen Jugendherbergwerkes beiträgt. Mögen alle Männer und Frauen unseres Volkes in diesem Sinne ihre Pflicht erfüllen.

Zum Reichswebbe- und Opfertag für die Jugend­herbergen am 14. und 15. Mai überreicht die deutsche Jugend den Spendern in diesem Jahr Plaketten

mit acht verschiedenen Ansichten von Jugendherbergen, Jugendburgen, Jugend­höfen und einem Jugendherbergschiff. Erstmalig wurden auch für Autos und Haushalte Papier­plaketten zum Ankleben herausgegeben. Insgesamt wurden 18 Millionen Ansteckplaketten und 2 Mil­lionen Papierplaketten geschaffen, mit deren Her­stellung in Betrieben der Notstandsgebiete in Sach­sen, Thüringen und im Ruhrgebiet viele Tausend Menschen monatelang beschäftigt waren. Die An­steckplaketten bestehen aus Prchspan. einer neuen Masse, die, deä Forderungen des Vierjahresplanes entsprechend, z u Dreivierteln aus Müll- Produkten besteht. Die Papierplaketten wurden im Fettfarbendruck herausgebracht. Sie zeigen die im Bau befindliche Jugendherberge in der Kaiser­stallung auf der Nürnberger Burg und tragen die Inschrift:Schafft uns' Jugendherbergen!" Der Entwurf ist die Arbeit eines unbekannten jungen Künstlers. Die Bilder ihrer Häuser überreicht die deutsche Jugend am 14. und 15. Mai allen Spen­dern, die durch ihren Beitrag mit den Grundstein legen zu neuen notwendigen Bauten

Miko bricht die Beziehungen zu England ab.

Englands Forderung auf Ersahzahlungen für Hevolulionsschäden. Oie Nationalisierung der britischen Oelfelder in Mexiko im Hintergrund.

Mexiko-Stadt, 14. Mai. (DNB. Funkspruch). Mexiko hat die diplomatischen Beziehungen zu Eng­land abgebrochen und seinen Gesandten in London, Primo Villa Michel, ab berufen. Am Freitag­nachmittag überreichte der mexikanische Außen­minister Eduardo Hay dem britischen Gesandten Owen St. Clair O'Malley die Antwort auf die britische Note über Fragen der reklamierten Schadenersatzzahlungen mit einem Scheck über 361 737 mexikanische Pesos a l s Jahres­zahlung für die reklamierte Forderung. Dabei wurde dem brittschen Gesandten notifiziert, daß angesichts der wenig freundschaft­lichen Haltung der britischen Regierung Mexiko gegenüber" die mexikanische Regierung die Abberufung ihres Gesandten in London und des Gesandtschaftspersonals für not­wendig halte. Die Gesandtschaft werde geschlossen und die Archive wurden dem mexikanischen

Generalkonsul übergeben. In der mexikanischen Note heißt es, daß die Bereitschaft Mexikos, die Revolutionsschäden von Ausländern zu bezahlen, ein Akt des Entgegenkommens der mexikanischen Regierung gewesen fei, aber feine etwa durch das internationale Recht festgelegte Verpflichtung. Ferner wird der britischen Re­gierung das Recht abgesprochen, sich durch Hinweis auf die mexikanischen Schulden kritisch mit der inneren Lage Mexikos zu befassen. Es wird betont, daß auch wichttgere Staaten mit reichlichen Hilfsquellen fick nicht brüsten könnten, mit allen ihren Verpflichtungen auf dem laufenden zu fein.

Der jetzt erfolgte Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen zwischen Mexiko und Großbritannien ist der zweite innerhalb von 15 Jahren. Im Jahre 1924 wurden wegen der Ermordung der Landbesitzerin Rosailie Evans im Staate Puebla schon einmal die Beziehungen abgebrochen. Damals

wurde der britische Vertreter aufgefordert, das Land innerhalb 24Stunden zu verlassen. Als er sich weigerte, wurde er in der Gesandtschaft be- lagert, bis er mehrere Tage später abreifte. Man glaubt, daß auch diesmal der britische Gesandte tn Mexiko seinen Posten verlassen wird. Die mexika­nische Regierung rechnet offenbar fest damit Der Gesandte hat bisher noch keine Instruktionen aus London. Da die Angelegenheit in einem Kabinettsrat behandelt werden dürfte, kann eine Entscheidung wohl kaum vor Mitte nächster Woche zu erwarten fein.

Die mexikanische Presse hatte den Text der briti- scken Note, in der die Zahlung der am 1. Januar 1938 fällig gewesenen Raten der Schadensersatz­leistungen Mexikos an England f ü r Reoolu- tio ns schaden in der Zeit von 1910 bis 1920 angemahnt und zum Schluß erklärt wurde, wenn Mexiko nicht einmal in der Lage sei, seinen laufen­den Verpflichtungen nachzukommen, habe es kein Recht, britische Oelfelder zu enteig­nen, durchweg kommentarlos veröffentlicht. Hin­gegen hatte das NachmittagsblattUltimos Noticias" die Note alsimpertinent" bezeichnet. Sie fei von der Ansicht inspiriert, Mexiko zu demütigen. Wenn Mexiko eine Großmacht wäre, wäre die bri­tische Note ein Anlaß zum Abbruch der diplomati­schen Beziehungen. Besonders erbost hatte sichUl­timos Noticias", weil die britische Note die gewal­tige mexikanische S ch u l d e n l a st angeführt und da­mit erklärt hätte, Mexiko wäre insolvent.

Meine politische Nachrichten.

Generaladmiral Dr. h. c. Raeder hat nach zweitägigem Besuch, in dessen Verlauf er dem Reichsverweser Admiral von Horthy die Ein­ladung des Führers und Reichskanzlers an dem (Stapellauf eines deutschen Krieas- schiffes übermittelte, Budapest wieder verlassen.

Wetterbericht

Am gestrigen Freitag erreichten die Höchsttempe­raturen in unserem Bezirk vielerorts über 25 Grad, womit der erste (Sommertag in diesem Jahr ver­zeichnet wurde. Die weitere Weiterentwicklung wird bestimmt durch die Zufuhr feuchter Luftmassen, die die Ausbildung von örtlichen Wärmegewittern und vorübergehender Bewölkung bewirkt. Der Hochdruck­einfluß schwächt sich wieder ab.

Aussichten für Sonntag: Heiter bis bewölkt, vereinzelt Wärme-Gewitter, sonst trocken, warm bis schwul, schwache bis mäßige Winde um Süd und Südwest.

Aussichten für Montag: Abgesehen von örtlichen Gewittern freundlich und warm.

Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 24,8 Grad Celsius, abends 14,4 Grad; am 14. Mai: morgens 10,5 Grad. Maximum 24,8 Grad, Minimum heute nacht 4,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 19,1 Grad; am 14 Mai: mor­gens 13,2 Grad. Sonnenscheindauer 11,5 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Dl um­schein. Verantwortlich für Polittk und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 38: 9614. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K -G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs­preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs­preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vorn 1. September 1937 gültig. ,

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Bergfreudigkeit und zähes Durchziehen** bestätigt Dipl.-lag. Waldmann, der Chef-Ingenieur des Benzol-Verbandessind besondere Vorzüge von B. V.- Aral: Folgen des hoben Benzolgehalts. Benzolgemisch ist klopffest und vereinigt gleichzeitig die anderen Vorteile in sich, die einen Kraftstoff wertvoll machen: weiche und restlose Verbrennung, leichte Vergasbarkeit, Reinheit und große Reichweite. Gerade luftgekühlte Motoren sind für einen klopffesten Kraftstoff dankbar. Kräftiges Durchziehen am Berge auch an heißen Sommertagen, beste Beschleuni­gung, Schonung von Kolben, Lagern und Ventilen sind die Auswirkungen. Den gleichen Nutzen wie im Motorrad

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Beruf:

| An den Benzol -Verband G. m. b. H., Bochum, Abt. Aral, Teilen Sie mir bitte Ort und Zeit mit, wann und wo

I ich meinen Wagen auf B. V. - Aral einregulieren lassen kann, und senden Sie mir kostenlos die Broschüre Besser fahren und sparen. V/85

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(Ernst Henne, München SS, Khidlerstr. 36-38, SS. 12.37)

radfahrern wärmstens

empfehlen."

triebsstoff überzeugen.

Ich kann es allen, insbesondere den Motor- mit luftgekühlten Motoren,

Qßid)t nur bei vielen sportlichen Kon- (ZU kurrenzen, sondern auch bei meinen \ Privatfahrten konnte ich mich von der her­vorragenden Qualität des Arals als Be-

bringt die Verwendung von B. V.-Aral auch bei allen Wagen, ganz besonders aber bei den Jeicbten gleich ob Zwei­oder Viertakter die viel häufiger als schwere Wagen bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht werden.

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