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Dieses kleine Grenzstädtchen Braunau — von Adolf Hitler einst als „Symbol einer großen Auf-
, größeren Zukunst unseres geeinten uno geeinigten Volkes geworden. Dieses uralte Braunau, das schon im Jahre 1202 das Stadtrecht erhielt, das als Grün-
Heilige Heimat.
Die Fülle und Vielfalt außerordentlicher Eindrücke and Ereignisse, die seit Tagen ununterbrochen auf ans einstürmen, gehen fast über unsere Fassungskraft. Und doch beseelt uns bei jeder neuen Nach- richt, bei jedem Erlebnis, bei jedem Gedanken nur rin herrliches Gefühl: Volk und Reich find eins!
Noch klingen uns die vieltausendstimmigen Gesänge und Chöre in den Ohren, die wir aus Braunau, Linz und Leoding hörten, als Adolf Hitler in bie Stadt feiner Jugend nach über fünfundzwanzig-
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Kampfbuch des Führers: „Als glückliche Bestimmung gilt es mir heute, daß das Schicksal mir zum Geburtsort gerade Braunau an Inn zuwies. Liegt doch dieses Städtchen an der Grenze jener zwei deutschen Staaten, deren Wiedervereinigung mindestens uns Jüngeren als eine mit allen Mitteln durchzuführende Lebensaufgabe erscheint! Deutsch-Oesterreich muß wieder zurück zum großen deutschen Mutterlande ..."
jähriger Trennung wieder einzog. Noch beben unsere Herzen in reiner Mitfreude, wenn wir zurück- Mbenfen an jene Stunden, da unserem Führer das
höchste Glück eines deutschen Mannes widerfuhr: Die Wiedervereinigung mit der Heimat, mit der heiligen Erde der Ahnen. Der Auftrag, der dem Leben eines großen Mannes vom Schicksal gestellt wurde, hat damit seine Erfüllung . gefunden. Denn so lauten die ersten Sätze aus dem
Kampfbuch des Führers: „Als glückliche Bestim-
Luna des bajuvarischen Stammes auch ursprünglich zu Bayern gehörte, das dann 1779 an das habsburgische Oesterreich fiel und sogar bis 1808 als befestigter Platz mitten in deutschen Landen unsere völkische Zwietracht verkörperte, dieses Braunau wird als Geburtsstätte des deutschen Befreiers und als. Erfüllungsort eines tausendjährigen Traumes aller Deutschen ewig mahnend fortleben im Gedächt- jüß des Volkes.
Von Braunau aus richtet sich der Blick über den gesamtdeutschen Raum, der nun von den meeres- mnspülten Küsten Schleswig-Holsteins bis zu den schneebedeckten Häuptern der Hohen Tauern, von den Wäldern des Warndt bis zu den Wassern der Memel und bis zu der fruchtbaren Ebene des blut» gedünkten Marchfeldes ein gewaltiges Reich, bas heilige germanische Reich deutscher Ration bilden wird. In tiefer Ergriffenheit gewahrten wir es während der letzten 48 Stunden: Es ist der gleiche Geist, der gleiche Glaube, der gleiche Wehrwille, der in diesem Raum, jenseits und diesseits der alten Grenze, lebendig ist. Die Angehörigen der deutschen Wehrmacht, die Flieger und Infanteristen, die Offiziere und Mannschaften, die in den Städten und Dörfern des österreichischen Landes erschienen, sie fanden in den Angehörigen des Bundesheeres keine Gegner, sondern Freunde, Brüder und Kameraden. Gemeinsam zogen die Truppenteile durch die Straßen, während wir im Reich den Heldengedenktag begingen, als Erinnerung an jene Zeit, da schon einmal das vergossene Blut alle deutschen Stämme in treuer Waffenbrüderschaft verband. Im deutschen Kärnten stehen auf einem schlichten Heldengedenkstein die einfachen Worte: „Von dieser Stelle zogen ins Feld am 4. August 1914 das Feldjägerbataillon VIII — 36 Offiziere und 1222 Soldaten. Gefallen sind 36 Offiziere und 1221 Mann." Dieser österreichischen Männer, die ihr Blut nicht für die Dynastie Habsburg, sondern für Deutschland verströmten, gedachten wir gestern ganz besonders, als Hermann Göring die Opfer des Weltkrieges ehrte.
Von Braunau richtet sich auch der Blick auf die kommende Zeit, die dem inneren Ausbau des Reiches gewidmet ist. Arbeit und Brot und Freude zu schaffen für unsere Brüder im deutschen Oesterreich, das wird eine Aufgabe sein, die die nächsten Wochen und Monate erfüllt. Aber das deutsche Zusammenleben in Europa muß auch die politische Stellung des Reiches gegenüber feinen Nachbarn und gegenüber allen anderen Völkern be- einflusfen. Run erst recht gilt das Wort, das Hermann Göring beim feierlichen Staatsakt in Berlin aussprach: „Deutschland ist wieder eine Weltmacht." In diesem Satz liegt keine Dro-
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L-2 Q’4sfüi)i. "°'ch. gesandt r h, der bie w mb Jb?1 gäbe21 bezeichnet — ist nun das Sinnbild einer Ochsten D' höheren Zukunft unseres geeinten und geeinigten öonntflni
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hung, sondern die Bürgschaft eines ehrlichen und gerechten Friedens. Mögen auch aus den westlichen Demokratien noch zahlreiche Stimmen der Enttäuschung, des Hasses und der Bosheit, der Verständnislosigkeit und Borniertheit herübertönen — der Schritt der Geschichte ist nicht mehr rückgängig zu machen. Es sind im wesentlichen auch nur die Giftmischer der öffentlichen Meinung und die internationalen Friedensstörer, nicht aber die Völker selbst, die sich durch den Zusammenschluß aller Deutschen beunruhigt fühlen.
Die logische Folgerichtigkeit der österreichischen Entwicklung, die rechtliche Unangreifbarkeit der deutschen Haltung, die absolute Legalität des deutschen Vorgehens hat ihren Eindruck auf die maßgebenden Kreise des Auslandes nicht verfehlt. Die erste Aufregung hat sich gelegt, die Wellmeinung ist ruhiger geworden und führende Auslandspolitiker sehen in der Befreiung Oesterreichs die Ausschaltung eines weiteren Unruheherdes in Mitteleuropa, von dem aus die bekannten internationalen Störenfriede im
mer wieder versuchten, Europa und die Wett in Brand zu stecken.
Daß diese Erkenntnis besonders im faschistischen Italien realpolitischen Ausdruck gewann, erfüllt uns mit tiefer Genugtuung. Am Brenner haben sich deutsche und italienische Truppenteile als Kameraden begrüßt und so durch die Tat dem Briefe Nachdruck gegeben, den Adolf Hitler an den Duce geschickt hat. Angesichts des großen Verständnisses, das der Duce in diesen entscheidungsvollen Tagen für die deutsche Nation gezeigt hat, stimmt unser ganzes Volk aus innerstem Herzen dem Telegramm des Führers zu: „Mussolini, ich werde Ihnen die» ses nie vergessen!" Die Achse Berlin—Rom hat damit ihre äußerste Leistungsprobe bestanden, sie ist zum stärksten und von nun an unzerstörbaren Pfeiler des europäischen Friedens geworden. Wir haben die Interessen anderer Völker nicht verletzt. Nun erwarten wir von den Regierungen dieser Völker, daß sie der neuen weltgeschichtlichen Realität Rechnung tragen. H. Ev.
Oesterreichs Land und Leute.
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Charakteristisch ift, daß sich die Einwohnerzahl Wiens gegenüber seiner Bevölkerung von 1910 um fast 200 00 Menschen verringert hat.
Nach den Stürmen der Völkerwanderung wurde in dem heutigen Oesterreich teils deutsch, teils roma- nisch in einem Volksdialekt gesprochen, wie er sich bis aus unsere Tage noch in Graubünden erhalten hat. Dom 8. Jahrhundert an begann von Bayern her eine sehr großzügige und zielstrebige Besiedlung, die einmal Anschluß an die in Oberitalien sitzenden Langobarden suchte und zum zweiten dem Donaulaufe folgte. Deutsche und keltische Volks- elemente haben sich in Oesterreich vielfach gemischt. Erstaunlich ist aber die Fülle der rein germanischen Typen, die man auch südlich der Alpen sehr oft antrifft. Ganz und gar nicht darf das „Wiener- tum" mit dem „Oesterreichertum" zusammengeworfen werden. Es ist gewiß, daß auf die Seelenbildung des Wieners die starke Abhängigkeit vom „Hof" eingewirkt hat. Aber gewisse unerfreuliche Ellchei- nungen sind erst durch die massenhafte Zuwanderung volksfrem'der und jüdischer Elemente in den letzten 100 Jahren geschaffen worden. Der Alpen- ländler als solcher ist davon nur sehr wenig berührt.
Der Bundesfreistaat bestand aus neun Bundesländern. Das größte ist Niederö st erreich (Hauptstadt St. Pölten), besten Einwohnerzahl mit 1,6 Millionen beinahe an die Einwohnerzahl der Bundeshauptstadt Wien (1,8 Millionen) herankommt. An zweiter Stelle steht Steiermark (Hauptstadt Graz), an dritter Stelle Tirol (Hauptstadt Innsbruck) und an vierter Oberösterreich (Hauptstadt Linz). Es folgen dann Kärnten (Hauptstadt Klagenfurt), Salzburg (Hauptstadt Salzburg), Vorarlberg (Hauptstadt Bregenz), Burgenland (HauptstadtEisenstadt) und schlleß- lich die Bundeshauptstadt Wien, die mit einem Flächeninhalt von 278 Quadratkilometer das kleinste Bundesland bildet. Vorarlberg steht mit 145 241 Einwohnern an letzter Stelle.
Dreister Unverstand der politischen Kriegsgewinner verbot dem übriggebliebenen Rumpf-Oesterreich den ursprünglichen Namen „D e u t s ch-O e st e r- r e i ch". Symbolhaft wurde dieser Staat zur Führung der Firma „Republik Oesterreich" ae- zwungen. Und noch eines ist ein Symbol. Dieses Rumpf-Oesterreich ist ungefähr so groß wie die habsburgische Hausmacht, die der erste Habsburger Kaiser Rudolf 1. hier gründete, nur mit dem wichtigen Unterschied, daß der recht ansehnliche, wohlhabende und strategisch wichtige Hausbesitz der habsburgischen Grafen in der Schweiz, in Baden und im Elsaß sich im Lause der Zeit verkrümelt hatte. Die Habsburger, bzw. das Haus Habsburg-Lothringen- Bourbon, endete 1918 mit weniger, als es 650 Jahre früher begonnen hatte!
Wenige Zahlen machen den infamen Unsinn der Grenzschneiderei klar, die in den Pariser Vororten, in denen die „Friedensverträge" geschlossen wurden, getrieben wurde. Die „Republik Oesterreich" erstreckte sich von Westen nach Osten in einer Länge von 550 Kilometer bei einer Breite von 40 bis 250 Kilometer. Es wurde also ein richtiger Sack zusammengeflickt, der oben, nämlich im Westen, schmal beginnt und sich dann nach Osten hin verbreitert. Mit Ausnahme von Vorarlberg, das an den Bodenfee grenzt, also zum Flußsystem des Rheines gehört, münden alle Flüsse Oesterreichs in die Donau: Vom Inn angefangen, der im Engadin bei St. Moritz entspringt und bei Passau endet, bis zur Sau oder Save, die oberhalb Belgrads ihre Wasser der hier auf den Balkan einbiegend en Donau zuführt.
Die Bevölkerungszahl beträgt etwa 6,65 Millionen. In all den Jahren seit Den „Friedensverträgen" schwebte der Volkstod über dem schönen Lande. Die Geburtenzahl ist katastrophal zurück- gegangen, es besteht ein erheblicher Sterbeüberschuß. Der Auftrieb unserer Tage wird, so Gott will, auch für den österreichischen Nachwuchs sorgen.
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Das Schaltwerk der Gedanken.
Neue Untersuchungen über das Gehirn.
Don Dr. 2B. Kehl.
Es gibt für die Wissenschaft wohl kaum etwas Interessanteres als das Gehirn, den Sitz unserer Gedanken und Empfindungen. Eine weiße, weiche Masse mit allerlei Windungen und Vertiefungen, durchsetzt mit kleinen roten Aederchen, umrandet von einer hellgrauen Schicht, dem „Hirngrau", geborgen in Drei feinen Häuten und endlich in Der knöchernen Kapsel des Schädels, das ist unser Gehirn, Das Zentralorgan alles bewußten Denkens, Fühlens und Wollens, in Dem all unsere „Lebensfasern", Die Nerven, zusam- menlaufen und dort in wechselvollem Zusammenspiel ein ungeheuer kompliziertes „Schaltwerk" darstellen, lieber den Bau und die Funktionen dieses wichtigsten Organs aller höheren Lebewesen liegen nun aus der letzten Zeit einige; sehr wichtige neue Forschungsergebnisse vor, über Die unser Artikel berichtet.
Am Gehirn kann man im wesentlichen drei Hauptteile unterscheiden: Großhirn, Kleinhirn und verlängertes Mark. Das Großhirn, in zwei symmetrische Hälften geteilt, nimmt den ganzen vorderen Teil der Schädechöhle ein, es ist der Sitz alles geistigen Lebens und somit beim Menschen am höchsten entwickelt. Je weiter wir in der Entwicklungsgeschichte Der Tiere zurückgehen, um so mehr tritt Die Entfaltung Des Großhirns zugunsten Des Rückenmarks zurück. Niedere Tiere haben nur einzelne Nervenknoten, „Ganglienzellen", Die alle Nerven- und Gehirnsunkttonen übernehmen müssen. Die meisten Tiere haben ein zu ihrer Körpermasse ttlattv leichteres Gehirn als der Mensch; einige Affen und Vögel haben allerdings ein relativ viel schwereres Gehirn als wir. Dazu gehören auch die Papageien, die ihrem auffallend schweren Gehirn eme ziemlich hohe Intelligenz und vielleicht auch ^ bekanntlich sehr hohes Alter verdanken. Das Gehirn eines erwachsenen Menschen wiegt etwa Drei L'Uud und macht den vierzigsten bis fünfzigsten fJJ* . gesamten Körpergewichts aus. Frauen V<wen ein etwas leichteres Gehirn als Männer. Die
äußerste graue Schicht Des Gehirns, die Großhirnrinde, ist der Sitz der Intelligenz. Menschen und Tiere, Deren Großhirnrinde krankhaft verändert ist, verhalten sich der Außenwelt gegenüber vollkommen teilnahmlos und stumpf, sie können jedoch lange Zeit am Leben erhalten werden, D. h. „vegetieren", Denn alle rein körperlichen Funktionen bleiben ungestört bestehen, sie werden durch Kleinhirn und Rückenmark vermittelt. Dagegen steht es heute absolut fest, daß alle unsere geistigen und körperlichen Fähigkeiten von ganz bestimmten Stellen des Gehirns oder Rückenmarks aus dirigiert werden. Die Großhirnrinde ist also durchaus nicht überall gleichartig, sondern die verschiedensten Leistungen des Gehirns sind in seinen einzelnen Teilen „lokalisiert". So gibt es eine Seh- sphäre, eine Hörsphäre, eine Riechsphäre, ein Zentrum für die Temperaturregulierung und viele andere. Zerstörung und Verwundung bestimmter Gehirnbezirke bedeutet auch Vernichtung der Dort lokalisierten Fähigkeiten, so entstehen nach schweren Schädeloerletzungen bekanntlich Lähmungen, Sprachoder Sehstörungen usw. Sonderbarerweise kann Der Körper Die hochstorganisierten Nervenzellen .Der Großhirnrinde, die sogenannten Ganglienzellen, nicht neubilden, also nach Verletzungen nicht heilen lassen. Daher bleiben die nach Gehirnverletzungen auftretenden Ausfallserscheinungen meist für Das ganze Leben bestehen, und nur in den seltensten Fällen übernimmt ein anderer Großhirnrindenbezirk die Aufgaben des zerstörten allmählich mit. Auf diese Weise kann dann doch eine Heilung erfolgen. Alle sonstigen Gewebszellen unseres Körpers werden ja beständig abgebaut und erneuert, so daß wir nach etwa sieben Jahren einen völlig neuen Körper haben — aber Die Ganglienzellen Der Großhirnrinde eines siebzigjährigen Menschen sind noch immer Die gleichen. Die er als KinD hatte.
Form und Größe des Schädels.
Form und Ausbildung Des Schädels sind natürlich auch für das Gehirn von Bedeutung. Allerdings hat man früher den Einfluß der Schädel
form gewaltig überschätzt: man glaubte, je höher die Sttrn eines Menschen sei, desto besser sei auch sein Großhirn und damit seine Intelligenz entwickelt. Heute wissen wir aber, Daß eine hohe oder niedrige Sttrn für Die Intelligenz ihres Trägers gar nichts zu beweisen braucht. Dagegen ist es möglich, Daß die absolute Größe Des Schädels einen gewissen Einfluß auf den Umfang des Gehirns haben kann, allerdings gibt es auf Diesem Gebiete zwar viele Theorien, aber sehr wenig gesicherte Tatsachen. Der bekannte englische Anthropologe Prof. P a r s o n s glaubt, in letzter Zeit bei Den Engländern eine ganz ausfallende Zunahme Der Kopfgröße und damit eine ständig wachsende Intelligenz feststellen zu können. Die Anregung zu seinen Schädelmessungen bekam P a r s o n s übrigens von den Londoner Huthändlern, die ihm mit» geteilt hatten, daß in den letzten Jahren in London sehr viel weitere und größere Hüte als früher gekauft werden. Ob Die Engländer wirklich immer klüger werden, läßt sich leider nicht beweisen, denn es fehlen alle praktischen Vergleichsmöglichkeiten zwischen der Intelligenz jetziger und früherer Generationen. Immerhin hat sich Die Wissenschaft in letzter Zeit schon verschiedentlich mit der Frage befaßt, ob die Gehirnentfaltung bei Mensch und Tier Die Form und Größe Der Schädel» kapsel ändern kann — Die Untersuchungen Parsons haben daher viel Interesse gefunden, und man prüft seine Angaben jetzt in anderen Ländern nach.
Gehirn und Schmerzempfinden.
Je höher das Neroenfystem eines Lebewesens entwickelt ist, desto schmerzempfindlicher wird es auch. Die Fliege, die eines ihrer sechs Beine verliert, .läßt sich dadurch keineswegs beim Verspeisen einer Delikatesse stören — und doch hat die Fliege bereits Nerven und sogar ein kleines Gehirn. Trotzdem macht ihr der Verlust eines Beines wahrscheinlich kaum etwas aus. Denn ihre Nerven sind weit weniger empfindlich als die Der höheren Tiere. Auch Der Regenwurm, Den unser Spaten beim Um» graben in zwei Hälften zerschneidet, windet sich zwar eine Weile, und Das sicherlich „vor Schmer- zen", aber schon nach wenigen Tagen sind aus Den beiden Hälften zwei gesunde und muntere Regenwürmer geworden, Die diesen kleinen Unglücksfall schnell überstanden haben. Und doch ist Der Schmerz» finn ein sehr wichtiges Schutzmittel Des Kör» pers, ein Warnungssignal für alle möglichen Ge
Die österreichische Bevölkerung setzt sich aus 6,5 Millionen Deutschen und kleinen Minderheiten an* derer Völker zusammen (60 000 Slowenen, 50 000 Tschechen, 40 000 Kroaten und 13 000 Magyaren). An Größe und Einwohnerzahl entspricht Oesterreich ungefähr den Niederlanden. Oesterreich besitzt nur drei Städte mit über 100 000 Einwohnern, — neben Wien die beiden Hauptstädte Linz und Graz.
Nördlich Der Donau, im Süden von Steiermark und im Burgenland sind fruchtbare Ebenen. 38 v. H. des Bodens Oesterreichs sind Wald, 24,5 v. H. Acker* land und Gärten, 27 v. H. Wiesen und Weiden und 10,5 v. H. Oedland. Die Grenzen Oesterreichs umschließen einen großen und besonders schönen Teil der Alpen. Schon allein dadurch hat das Land einen starken Fremdenverkehr.
Zn Moskau 18 Angeklagte zum Tode verurteilt.
Moskau, 13. März. (DNB.) Der Moskauer Theaterprozeß ist beendet. Um 2 Uhr MEZ. fällte das Gericht den Urteilsspruch: 18 Angeklagte^ darunter Bucharin, Rykow, Jagoda, Krestinski, Iwanow, Tschernow, Grinko, Rosengolz, Selenski. Jkranow, Scharangowitsch, Subarew und der Chef des Kreml-Krankenhauses Lewin wurden zum Tode durch Erschießen verurteilt. Eine ©e< fängnisftrafe von 25 Jahren erhielt Der Herzspezia«
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list P1 atnjow. Ebenso wurden Rakowskij der frühere Vorsitzende des Rates Der Dolkskom* miffare Der Ukraine, unD Bessenow zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt.
Das umfangreiche Dokument Des Urteilsspruches wieDerholt im wesentlichen Die Punkte der Anklage. Selbstverständlich sind Darin auch die ungeheuer* lichen „Beschuldigungen" auswärtiger Mächte im einzelnen als „erwiesene" Tatsachen niedergelegt. Die Unstimmigkeiten der Gerichtsverhandlung, so z. B. die juristisch ausschlaggebende Haltung Bucharins, Der einen wesentlichen Teil der Anklage bestritt, werden einfach mit Stillschweigen übergangen. Dagegen sind die „Verbrechen" Der Angeklagten, deren Nachweis sich ausschließlich auf deren „Geständnisse" stützt, noch einmal im einzelnen ausgeführt.
Das Urteil war mitten in der Nacht verkündet worden. Gegen vier Uhr morgens wurden die 21 Angeklagten zum letzten Male, von dem unbarmherzigen Licht der Scheinwerfer grell beleuchtet, in Den Saal geführt. Im Hintergrund hatte sich eine halbe Kompanie GPU. aufgestellt. Im Saal herrschte Totenstille. Nur das leise Surren der Filmapparate war zu hören. Befriedigt sitzt der Staatsanwalt Wyschinski hinter seinem Tisch. Das Bluttribunal erscheint, und Der Gerichtsoorsitzende Ullrich beginnt sofort mit der Verlesung des „Urteils". Sogar auf den so abgestumpften Zuhörern liegt diesmal Der schwere Albdruck dieses entsetzlichen Schauspiels. Nach der Verlesung des „Urteils" werden die „Angeklagten" einzeln abgeführt. Zuerst die drei zu 15 bis 25 Jahren Haft verurteilten Beffenow, Rakowski und Plje- tnow, die durch chr „günstigeres" Schicksal sichtlich ruhiger erscheinen. Während Bessenow und Ra* kowski ihr Leben wohl ihrer „musterhaften" Haltung bei der Justizkomödie verdanken, vermutet man, daß dem Arzt Pljetnow „seine einzigartigen ärztlichen Fähigkeiten", Die sich vielleicht Doch noch einmal selbst für die gegenwärtigen Machthaber nützlich erweisen könnten, vom Todesurteil gerettet haben. Darauf werden die 18 Todeskandidaten, nacheinander, immer in Begleitung zweier GPU.-Soldaten, aus dem Saal geführt. Vollends niedergebrochen wanken sie totenblaß heraus, Jagoda vornübergebeugt, den Kopf zwischen Den Schultern, Rykow mit bitterem Gesicht und weit* aufgeriffenen Augen, Bucharin als einer der letzten, blaß und mit traurig gesenktem Blick. Das Theater im Moskauer Gerichtssaal ist beendet.
fahren, die sonst unentdeckt blieben. Je höher ein Lebewesen steht, desto besser geschützt ist auch fein Leben, desto besser funktionieren die Warnungssignale Des Schmerzes, die vom Gehirn ausgelöst werden. Die Welt wird also bet fortschreitender Entwicklung Der Lebewesen immer „leiDuoller", aber zugleich auch immer inhaltsreicher.
^Intelligenz" — ohne Gehirn.
Es fällt uns sehr schwer, bei Den oft so erstaun* lich vernünftigen und überaus zweckmäßigen Handlungen niederer Tiere nur an „Instinkt e" zu glauben. Gerade Untersuchungen der letzten Zett haben ganz erstaunliche Beweise für die „Jntelli* genz" selbst^ mikroskopisch kleiner Lebewesen ergeben, Die über keinerlei Nerven verfügen. Fütterungsversuche mit Körnchen verschiedener Farbstoffe haben gezeigt, daß diese winzigen Lebewesen ein außerordentlich gutes Gedächtnis haben. Bringt man in die Umgebung eines solchen Wassertierchens — es pflegt sich an irgendeiner Unterlage sestzu- setzen — rote unverdauliche Karminkörnchen, so probiert das Tier alle möglichen Methoden aus, um Diese Körner nicht in seinen „Magen" zu bekommen. Schließlich, wenn man immer neue Karminkörner in seine Nähe bringt, löst es sich von seinem Standort los und siedelt sich an einer anderen Stelle im Wasser an. Dort läßt man Das Tierchen wochenlang in Frieden, ehe man ihm wieder Karminkörnchen vorsetzt. Jetzt läßt sich das kleine Lebewesen aber nicht mehr „ärgern", sondern es wählt sofort das Mittel, an das es sich von Den letzten Versuchen her als verfolgbringend erinnert: es wechselt den Standort und entzieht sich so Den störenden Körnern. Woher weiß das aber das kleine Lebewesen, Das doch eigentlich infolge des völligen Fehlens eines Gehirns auch fein „Gedächtnis" haben kann? Oft hat die Natur viele Mittel, um dasselbe Ziel zu erreichen. Es wäre immerhin denkbar, daß solche primitiven Lebewesen auch ohne Gehirn und ohne Nerven ein Gedächtnis imD ähnliche "geistige" Funktionen besitzen. Wir können uns das heute nur schwer vorstellen, und im einzelnen sind diese Dinge noch recht geheimnisvoll. Aber auch Die Erforschung Des menschlichen Gehirns steht noch vor einer kaum übersehbaren Vielzahl schwierigster Probleme, Deren Lösung Die Wissenschaft sicherlich noch sehr lange beschäftigen wird.


