Nationalsozialismus, Bolschewismus und Demokratie
Neichsminister Or. Goebbels spricht auf -em Parteitagskongreß.
Die fünfte Kongreßsitzung.
Rechenschaftsbericht Dr.Leys.— Reinhardt über nationalsozialistische Finanzpolitik.
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Reichsorgani- sattonsleiter Dr. Ley vermittelte vor dem Partei- kongreß den Zuhörern ein eindrucksvolles Bild der Organisation aller Schaffenden, der Deutschen Arbeitsfront. Dr. Ley konnte in seinem Rechenschaftsbericht die Feststellung treffen, daß unter Einschluß der heimgekehrten Ostmark eine Zahl von 21 Millionen Einzelmitgliedern erreicht wotden ist. Bier Millionen Betriebe wurden erfaßt. Zu den bekannten Fahrtenzielen der KdF.-Flotte werden im nächsten Jahre Reisen nach Jugoslawien und Griechenland treten, ferner wird in der nächsten Zeit der Plan Siner eigenen Ostseeflotte verwirklicht.
Hauptdienststellenleiter Reinhardt gab eine eindrucksvolle Uebersicht über die Wege der Finanz- und Steuerpolitik, um die Förderung der Eheschließungen und den Ausgleich der Familienlasten zu erfüllen. Die Ausführungen Reinhardts gipfelten in der Feststellung, daß in den vergangenen fünf Jahren mit der zielbewußten Maßnahme zur Förderung der Eheschließungen insgesamt 460 000 Ehen mehr geschlossen wurden als in den vorangegangenen Jahren, und daß von 1934 bis 1937 insgesamt 1,2 Millionen Kinder mehr geboren wurden als bei Fortdauer der gleichen Verhältnisse, die Anfang des Jahres 1933 in Deutschland bestanden, möglich gewesen wäre. Dann tritt Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels an das Rednerpult.
Dr. Goebbels spricht.
Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Auf dem Kongreß ergriff Reichsminister Reichsleiter Dr. Goebbels das Wort zu einer Klarlegung der Begriffe „Nationalsozialismus", „Bolschewismus" und „Demokratie". Der Reichsminister führte u. a. aus:
„Nationalsozialismus, Bolschewismus und Demokratie" stehen für das Denken der Öffentlichkeit in diametralstem Gegensatz. Es wäre nun verständlich und logisch, wenn sie auch dementsprechend gegensätzlich auf politische Persönlichkeiten, Handlungen und Auswirkungen reagierten. Das ist aber nur zu einem gewissen Teil der Fall. Meistens müssen wir feststellen, daß, wo »es um entscheidende politische Fragen geht, eine Einheitsfront von Demokratie und Bolschewismus gegen die nationalistisch-autoritär geführten Staaten zu verzeichnen ist. Diese Tatsache kann nur erklärt werden aus der Wesenheit der drei in Frage stehenden politischen Systeme.
Die Demokratie nimmt politisch ihren Ausgang vom Sturm auf 'die Bastille im Jahre 1789. Die Vorstellungen und Begriffe dieser sogenannten „Großen Revolution" wurden zusammengefaßt in der populären Parole, daß alles gleich ist, was Menschenantlitz trägt. Ueberall wurde die Bindungs- losigkeit an das Gemeinwesen zum Prinzip erhoben. Diese sollte erst im bolschewistischen System ihre letzte Ausprägung erfahren. Die eigentlichen geistigen Inhalte der liberalen Demökratie traten anderthalb Jahrhunderte nach der Französischen Revolution im Bolschewismus als entschiedenste Konsequenz in Funktion. Aus der Tatsache, daß Ursachen und Wirkungsmöglichkeiten des Bolschewismus in der Demokratte schon latent vorhanden waren, ist es auch zu erklären, daß der Bolschewismus nur auf dem Nährboden der Demokratie gedeiht, ja meistens geradezu als die unausbleibliche Folge einer radikalen und überspannten demokratischen Staatsauffassung auftritt. Der Bolschewismus verwischt die Grenzen territorialer und völkischer Art und setzt sich zum Ziel die internationale klassenlose Gesellschaft, die des nationalgebundenen Staates nicht mehr bedarf, nachdem die Proletarier aller Länder sich über ihn hinweg vereinigt haben.
Hier verstehen wir mit einem Male, warum Demokratie und Bolschewismus sich immer wieder im gemeinsamen Haß und in der gemeinsamen Verfolgung autoritär-nationalistischer Staatsauffassungen und Staatssysteme zusammenfinden. Denn der autoritär-nationalistische Staatsgedanke stellt in seinem Wesen das grundsätzlich Neue dar. In ihm wird die Französische Revolution überwunden. Er richtet Staat und Gesellschaft nach modernen, gemeinschaftsbildenden Prinzipien aus- darum steht der autoritär-nationalistische Staatsqedanke immer einer geschlossenen Front des Widerstandes der Demokratie und des Bolschewismus geaenuber.
Der Bolschewismus ist gewissermaßen der ungezogene Sohn der Demokratie. Sie hat ihn zur Welt gebracht, sie zieht ihn auf und gibt ihm erst Lebensmöglichkeiten. Sie schämt sich seiner zwar hin und wieder, aber in den kritischen Stunden unseres europäischen Lebens bricht doch bei der Demokratie immer aufs necke das mütterliche Gefühl durch, und dann stehen beide wieder in einer Front, vereint vor allem in ihrer Stoßkraft gegen den autoritär-nationalistischen Staatsqedanken, den sie als ihren ingrimmigen und gefährlichen Gegner erkannt haben und einschätzen.
Dieser theoretischen Auffassung des Bolschewismus entsprechen die historischen Beispiele der letzten zwei Jahrzehnte. Am 14. März 1917 brach in Rußland die bürgerlich-liberale Revolution aus. Bereits im November desselben Jahres konnten die Bolschewisten ihre Diktatur errichten. In Ungarn folgte der am 31. Oktober 1918 unter freimaurerischer Führung aebildeten bürgerlich-liberalistischen Regierung im März 1919 die' Proklamierung der kommunistischen Diktatur. Das furchtbarste Beispiel der Gegenwart ist S v a n i e n. Am 14. April 1931 erfolgte hier die Einführung der Republik mit Hilfe der Freimaurer. Genau fünf Jahre später, nach dem Wahlbettug vom 16. Februar 1936, wurde eine Volksfrontregierung als Uebergana zur Bolschewi- sierunq Spaniens gebildet. Der Völkerbund hat die Anarchie in China ermutigt, indem er Japan entgegenarbeitete, die Anarchie in Deutschland, indem er Hitler entgegenarbeitete, die Anarchie i n Italien, indem er Mussolini entgegenarbeitete, und in Spanien hatte er nicht ein Wort des Vorwurfes gegen die UdSSR., die durch den Rundfunk die Anarchie im Lande verbreitete Der Grund ist natürlich klar: Die Ausbreitung der Anarchie ist
der erste Schritt zur W e l t s o w j e t i s i e- r u n g. Die Sowjetisierung der Welt soll durch die .Verallgemeinerung des Krieges erreicht werden, und zwar im Namen der internationalen Gerechtigkeit, nicht etwa damit der Friede begründet, sondern damit die Gegner des Völkerbundes vernichtet werden.
Die Demokratie steht also nicht, wie sie glauben machen möchte, im schärfsten polemischen Gegensatz zum Bolschewismus. Sie betätigt sich im Gegenteil als fein politischer, wirtschaftlicher und geistiger Schrittmacher.
'Ein beliebtes Thema der demokratischen Presse ist es, den Führer des deutschen Volkes a l s einen Tyrannen darzustellen. „Le Jour" vom 16. März 1938 glaubt melden zu können, „Hitler habe seine Rundfahrt durch Oesterreich abgebrochen, weil Himmler und die Gestapo ihr Reinigungswerk noch nicht durchgeführt hätten". Noch viel verlogener wirkt die durchsichtige Propaganda der Demokratie für den Frieden. Die Sowjetunion pflegt man als Hort der Eintracht zu bezeichnen: „Die Entente und die Sowjetunion verteidigen den Frieden" schreibt der „Paris Midi" vom 23. Mai 1938. Unter diesem Deckmantel wird überall die wüsteste Kriegshetze betrieben. Am abstoßendsten betätigen sich auf diesem Gebiete die Vertreter der tschechischen Demokratie, wenn sie in der Hausfrauenzeitschrift „Novy Svet" schreiben: „Ihr Tschechinnen müßt in eure Gehirne die Überzeugung einprägen, daß, wenn die deutsche Bestialität während des Weltkrieges teuflisch und furchtbar war, die Bestialität der heutigen Deutschen noch viel furchtbarer ist. i Vergeßt daher nirgends und niemals dieses Tier in Menschengestalt.- Kämpfen wir dagegen und überall."
Die Gleichartigkeit der Reaktionen bei Demokratte und Bolschewismus ist noch überzeugender, wenn
ähnliche Erscheinungen auf kirchlich-religiösem Gebiet ausgezeichnet werden. Man könnte annehmen, daß sich gerade in diesen Fragen die Demokratie auf unsere Seite und gegen den Bolschewismus stellen müßte. Aber in Wirklichkeit sind die Vertreter der Demokratie selbst ausgesprochene Kirchenfeinde. "Die Vertreter dieser selben Demokratie aber spielen sich als Hüter der Religion auf, wenn es sich um Deutschland handelt.
Von den furchtbaren Religionsverfolgungen i n der Sowjetunion und in Kompanien dagegen nehmen die streitbaren Priester und frommen demokratischen Politiker keine Notiz. Mit einer bewunderungswerten Hartnäckigkeit schüreigen sie sich aus über die bis Februar 1937 von den Rotspaniern ermordeten 17 000 Priester. Sie übersehen, daß allein in der Diözese Teruel 103 Kirchen utfb Kapellen zerstört oder profaniert, daß in Lerida von den Roten alle Kirchen dem Erdboden gleichgemacht, daß in Vurriana im Juli 1938 28 Karmeliterinnen von den Roten vor ihrem Abzug niedergemehelt. daß im Kloster Pueva Ende März 1938 fünfzig Mönche ermordet wurden. Angesichts solcher Greuel bringt es Dr. I a m e s r e l d fertig, auf der diesjährigen Hauptversammlung der P r e s - byterianifchen Kirche von England in bezug auf die Kommunisten zu erklären: „Wir sympathisieren mit ihren Idealen, warum sollten wir nicht mit ihnen Fühlung aufnehmen und sie wissen lassen, daß wir merken, daß sie einem Ideal folgen, das unerhört mächtig und christlich ist?" Man sieht hier, wo die wahren Religionsfeinde sitzen und wo nicht.
News" am 23. Mai ungestört melden läßt, daß ein amerikanischer Geistlicher den Führer in einem Dor- trag als „wahnsinnigen Tiger" und seinen „Anhang als Abgesandte des Satans" bezeichnet habe. Wörtlich darf diese Presse schreiben: „Hitler ist kein Mensch, er ist nur ein Wilder, und man kann nicht mit einem solchen Typ diskutieren. Wenn jemand Zweifel hegt, daß der Teufel Agenten hat, so möge er nach Deutschland schauen." Das ist die Pressefreiheit wie die Demokratie sie versteht.
Ihnen allen ist bekannt, wie die demokratische Weltpresse aufschäumt, wenn von italienischen Freiwilligen auf nationalspanischer Seite die Rede ist. Demgegenüber steht die Tatsache, daß gerade die Demokratie neben der Sowjetunion eine Einmischung zugunsten sowohl Rotspaniens als auch Chinas in allergrößtem ^Umfange durchführt. Im Femen Osten greifen die Vertreter der Demokratie nicht nur durch offene Unterstützung Chinas ein, sondern auch durch den Versuch, Japan durch Boykott zu schwächen. So konnte die kommunistische „Deutsche Zentralzeitung" in Moskau vom 18. Oktober 1937 mit Genugtuung melden, daß das „Komitee der Jndustrieverbände" und die .Amerikanische Arbeiterföderation" eine Resolution billigten, die sich für die Organisierung des antijapanischen Boykotts ausspricht. Dem gleichen Blatt zufolge setzte sich die „Amerikanische Liga gegen Krieg und Faschismus" unter der Führung William Dodds, des Sohnes des ehemaligen amerikanischen Botschafters in Berlin, für den Boykott Japans ein und die „Prawda" vom 27. Februar 1938 berichtet triumphierend: „Hundert prominente amerikanische Vertreter des öffentlichen Lebens und Schriftsteller sowie Professoren unterschrieben ein Manifest, in dem sie zum Boykott Japans auffordern."
Nimmt es da wunder, daß die Demokratie den chaotischen Treibereien der Komintern in Europa und in allen Landern der Erde weitesten Spielraum gewahrt? hier sind den ehrgeizigen Versuchen der Weltrevolution keinerlei Schranken gesetzt. Unter dem Schuh der Weltdemokratie kann sich der Weltbolschewis- mus auf das beste entfalten, kann die Komintern ihre gesellschaftsgefährdenden Wühlereien sorglos durchführen.
Eine außerordentlich gefährliche Richtung nimmt die Entwicklung in der Tschecho-Slowakei: Slansky, Abgeordneter des Prager Parlaments und Mitglied des Politbüros der KPTfch, erklärte bereits auf dem VII. Weltkongreß der Komintern, seine Partei hätte das Ziel aufgestellt, „die Tsche- cho-Slowakei zum Brennpunkt der proletarischen Revolution in Mitteleuropa" zu machen. Das Hauptorgan der tschechischen Kommunisten sagt auch ganz offen: „Wir Kommunisten gehen unbeirrt auf unser Ziel los, auf die sowjetische Republik, an deren Spitze Klement Gottwald stehen wird." Um dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen, sicherten sich die Kommunisten die uns sattsam bekannte Zuneigung der tschechischen Regierung. Erstens durch die Unterstützung der Wahl Beneschs zum Staatspräsidenten am 16. Dezember 1935, wobei ihre Stimmen für Beneschs Sieg ausschlaggebend waren. Und zweitens dadurch, daß sie im Jahre 1935 zum ersten Male für den Heereshaushalt der Regierung stimmten. Allein dadurch bewiesen sie die Gemeinsamkeit der Ziele mit denen der tschechischen Regierung.
Es gäbe in dieser allgemeinen europäischen Anarchie keinerlei Trost und Hoffnung mehr, wenn nicht in der Tatsache, daß wir dieses System durchschaut haben. Wir haben die aufbauenden Elemente in allen Ländern aufgerufen, sich gegen die fortschreitende Anarchisierung Europas durch den Bolschewismus zur Wehr zu fetzen. Wir stehen der Einheitsfront von Demokratie und Bolschewismus geschlossen und entschlossen gegenüber. Wir kennen sie. Darum auch hassen uns beide so abgrundtief. Denn wir entstammen einer anderen, besseren, neuen Welt.
Wir stellen ein aufbauendes Staats- prlnzip dar. Dir haben den Begriff der Demokratie modernisiert und veredelt. Bei uns stellt er tatsächlich wieder seiner Urbestimmung entsprechend die Herrschaft des Volkes dar. Wir haben dem Prinzip des Sozialismus einen neuen Inhalt gegeben. Für uns bedeutet er die Gemeinschaft des Volkes, sein gemeinschaftliches Denken und sein gemeinschaftliches handeln. Wir wollen keine Welt erobern, aber wir wollen unser Land verteidigen. Und dazu gibt uns eine junge Idee die unerschöpfliche und stets sich erneuernde Kraft.
Niemals haben wir versucht, anderen Völkern den Nationalsozialismus aufzudrängen. Im Gegenteil, das würde auf das flagranteste gegen deutsche Interessen verstoßen. Denn wir sind im Gegensatz zu unseren Gegnern der Meinung, daß der nationale Sozialismus ein Volk einig, stark und geschloffen macht. Diese Aufgabe bei unseren Gegnern zu besorgen, besteht für uns keinerlei Veranlassung. Aber wir wollen stark sein und unser nationales Leben behaupten. In unserem großen nationalen Leid haben wir gelernt, daß die Stärke der Nation nicht nur in den Waffen, sondern auch in den Ideen liegt. Eine große Idee und die ihr innewohnende Gläubigkeit vermag Berge zu versetzen.
Wir sind eine neue, junge Nation, die leben will und leben wird. Im Zeichen des Nationalsozialismus ist ein neues Deutschland erstanden. Es kann nicht mehr straucheln, denn es steht auf festem Boden. Dieses Gefühl der inneren Sicherheit erfüllt heute die ganze deutsche Nation. Darum sind wir ein glückliches Volk geworden. Ein demokratischer englischer Politiker schrieb kürzlich, er habe auf einer Reise durch Deutschland feftgefteHt, daß bei uns nicht mehr gelacht werde. Diese Behauptung widerlegt sich selbst. Im Gegenteil, wir sind wieder das Land des Frohsinns und der Lebensfreude geworden. Der Führer führt es und befiehlt uns, und wir alle sind glücklich, ihm gehorchen zu dürfen. So steht die deutsche Nation im Angesicht der Geschichte, um das Gesetz zu erfüllen, nach dem sie angetreten ist.
Demokratie als Schrittmacher des Bolschewismus
Besonders überzeugend wirkt die Gemeinsamkeit zwischen Demokratie und Bolschewismus in den Auffassungen über kulturelle Fragen. So machen sich die westlichen Demokratien schwere Sorgen über die angebliche Kulturbarbarei in Deutschland. Das künstlerische Klima sei drückend geworden, seitdem das Hakenkreuz über Salzburg weht und die Festspiele sich angeblich von dem Schlage, den sie durch den Anschluß erhalten hätten, nur schwer erholen. Der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Dodd, hält es für taktvoll, hierüber feine unmaßgebliche Meinung zu äußern, die bezeichnenderweise der Moskauer „Deutschen Zentralzeitung" vom 10.1.1938 sichtlich Freude bereitet: „Die Faschisten in Deutschland haben das intellektuelle Leben, die Wissenschaft und die Kultur unterdrückt."
Viel weniger oder gar nichts hört man dagegen von ihm und seinesgleichen über die beispiellose Kulturvernichtung in Rotspanien. Endlos ist die von der demokratischen Presse schamhaft verschwiegene Liste der Meisterwerke spanischer Malerei, der Museen und Kirchen, die von den roten Horden zerstört wurden. Die an Kunstwerken reichste Residenz Europas, der Madrider Königspalast, berühmte, kunsthistorisch unschätzbar wertvolle Paläste und Kunstsammlungen wurden ausgeraubt und in Munitionsdepots und ähnliches verwandelt. Dieser Zerstörungswut diente als leuchtendes Vorbild die nicht minder gründliche Kulturarbeit der Genossen in der Sowjetunion. Man denke nur an die Unzahl von zerstörten Ikonen, an die Kirchen und Klöster, die dem bolschewistischen „Kunstverständnis" zum Opfer fielen. In Moskau wurden z. B. die Kirchen zu 98,5 Prozent zerstört oder in Lagerräume, Nachtasyle oder öffentliche Aborte verwandelt. Die Vertreter der Demokratie aber werden nicht müde, diese Taten zu bewundern. Sie entsprechen ihrer Geisteswelt.
Noch frappierender und eindeutiger ist die Gemeinsamkeit zwischen den Ansichten der Demo-
Deutschlands Warnruf an die Well.
Am krassesten treten nun diese verwirrenden Gemeinsamkeiten zwischen Demokratie und Bolschewismus auf militär-politischem Gebiet in die Erscheinung. Ich erwähne nur am Rande die bekannten Militärallianzen zwischen bolschewistischen und demokratischen Staaten, die ja ein Grundelement unserer gegenwärtigen europäischen Lage darstellen. Die heuchlerische Voreingenommenheit der Berichterstattung fällt während der Konflikte in Spanien und in China besonders ins Auge. Der angeblich nationale „Temps" beschuldigt am 17. April 1938 die nationalspanische Flugwaffe, es bei einem Angriff auf Valencia besonders auf das Arbeiterviertel von Cabanal abgesehen zu haben. Man vernehme nur die gut gespielte Entrüstung der Baseler „Nationalzeitung" vom 3. Juni: „Nur mit dem Gefühl innerster Empörung kann der Kulturmensch von jenen Greueltctten Kenntnis nehmen, die sowohl in Spanien als auch in China gegen die Zivilbevölkerung ausgeübt werden. Und das geschieht nicht etwa in Form einer militärischen Nebenerscheinung, weil man es etwa auf militärisch wichtige Ziele abgesehen hat, sondern mit voller Absichtz mit voller Ueberlegung." Es steht dabei fest, daß z. B. Barcelona 290 militärische Ziele bietet! Sogar der Sender Barcelona meldete, Franco habe durch Flugzettel, die über Barcelona abgeworfen wurden, selbst die Bombardierung angemeldet, um die. Bevölkerung zu warnen. Wozu der Lärm? Wir vet- stehen sofort, wenn wir folgende Londoner Meldung vom 3. Juni hören: Die britische Regierung habe ihren Vertreter in Burgos beauftragt, der nationalspanischen Regierung „das Entsetzen Großbritanniens zum Ausdruck zu bringen über die Verluste von so vielen Menschenleben, die durch das Bombardement von Granollers und anderen Städten zu beklagen seien".
Wie aber sieht demgegenüber die Wirklichkeit aus? Die von der Demokratie unterstützten spanischen Bolschewisten bombardierten allein zwischen dem Juli 1937 und Mai 1938 3 3 5 m a I offene Städte.
Die Zahl der Frauen, Greise und Kinder, die sol- chen Angriffen zum Opfer fielen, beläuft sich bis zum Mai 1938 auf insgesamt 3320, davon 1088 Tote. Die 120 000 Ertrunkenen, die die von den Chinesen gewollten und verursachten Heb er =
kratie und des Bolschewismus über Deutschlands Abwehrmaßnahmen gegen die Juden. Ich kann mich dagegen nicht entsinnen, in diesen Zeitungen auch nur eine Zeile über die vielen tausend Deutschen. Finnen oder Angehörigen anderer Nationen gelesen zu haben, die in der UdSSR, liquidiert oder i n d e r T s ch e - cho-Slowakei verfolgt und drangsaliert werden. Rund 700 000 deutsche Volksgenossen sind in der Sowjetunion bisher durch hunger, Word und Zwangsarbeit ausgerottet worden. Ueber die Lage der Sudetendeutschen, der Slowaken. Ungarn. Polen und Ukrainer in der demokratischen Tschecho-Slowakei wollen sich die jüdisch-demokratischen Sittlichkeitsapostel ebensowenig unterichten lassen.
Wie aber reagiert die Demokratie auf wirtschaftliche Vorgänge in autoritären nationalistischen und solche in bolschewistischen Staaten? Bezüglich Deutschland wird einfach frech und gottesfürchtig eine Hungersnot zusammengelogen. So schreibt der „Daily Telegraph": „Es wird notwendig sein, daß die Bevölkerung den Riemen enger schnallen und wie in Kriegsjahren zu Kartoffeln als Hauptnahrungsmittel zurückkehren muß." Wo dagegen wirklich Hungersnot herrscht, nämlich in der befreundeten Sowjetunion, wo nach dem Zeugnis des gewiß unverdächtigen Erzbischofs von Canterbury 1933 sechsMillionenMenschendenHun- gertoö gestorben sind, wird das mit frecher Stirn a b g e ft r i 11 e n. Da sind die Kommunisten doch ehrlicher als ihre demokratischen Freunde. Der Vertreter der amerikanischen Kommunisten bei den sowjetrussischen Gewerkschaften, Sklar, sagte laut „New York Evening" vom 29. Mai 1935: „Nehmen wir an, daß noch sechs Millionen Menschen mehr an Hunger gestorben wären, was will das besagen?" Es ist das eben derPreisfür den Kommunismus.
schwemmung des Hoangho forderten, werden dazu keineswegs dem chinesischen Bolschewismus zur Last gelegt. Kein Wort hat die angeblich neutrale und objektive demokratische Presse über diese Verbrechen geschrieben, die in ihrer Tatsächlichkeit tausendmal unmenschlicher sind als die erdichteten Behauptungen über nationalspanische und japanische Luftbombardements.
hier ist mit einem Schlag die ganze innere Verlogenheit der Weltdemokratie entlarvt. Sie ist durch ihre eigenen Zeugnisse als die Wegbereiterin des Bolschewismus gekennzeichnet. Ihre heuchlerischen Phrasen wirken auf uns nicht mehr. Sie versucht der Welt gegenüber ein System der Humanität darzustellen. ruft Kultur und Zivilisation als-Kronzeugen für sich und gegen uns auf. In Wirklichkeit aber ist sie von alledem das Gegenteil.
Wie von ihr selbst die demokratischen Grundprinzipien verraten werden, wenn es der Demokratie so paßt, das zeigt die Frage des „Selbstbestimmungsrechts der Völke r". Am 4. März 1919 wurden die Kundgebungen der Sudetendeutschen für den Anschluß in den sudetendeutschen Städten Kaaden,'Arnau, Sternberg u. a. von der tschechischen Demokratie in Blut erstickt. 56 Tote und Hunderte von Verletzten waren die Opfer.
Masaryk äußerte darüber Zynisch: „Ueber Autonomie wird überhaupt nicht verhandelt" und der Minister Zahradnik erklärte „Es wird von den Deutschen abhängen, wieviel Hiebe auf sie fallen werden". — Die tschechische Abgeordnete Zemin rief den Sudetendeutschen zu: „Wir haben euch gejagt und wir werden euch weiter jatzen."
In der Tschecho-Slowakei unterdrückt eine rigorose Zensur jede Meinungsäußerung über die kommunistische Gefahr. Das Amtsblatt der tschecho-flo- wakischen Republik vom 3. Juni 1938 gibt 51 Pressebeschlagnahmungen bekannt. Die Folge vom 5. Juni desselben Blattes nennt 90 Beschlagnahmungen, und die Folge vom 10. Juni 150. Am 21. und 22. Juni meldet das Blatt schon wieder 187 neue Beschlagnahmen. Das ist die Pressefreiheit der Demokratie, die jede Kritik am Kommunismus unterbindet, dagegen die „Sunday


