Traum durch ihren Einmarsch endgültig verwirklichten.
Zwei Erkenntnisse mögen wir auch daraus ab» leiten: Erstens die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Existenz der Bewegung, die es fertig brachte, in noch nicht einmal zwei Jahrzehnten das deutsche Volk aus dem Zustand seiner größten inneren Wirrnis zu der Einheit zu führen, die wir heute an ihm sehen. Die nationalsozialistische Lehre und Partei sind die Garanten dreier deutschen Volksgemeinschaft im Innern?
Zweitens müssen wir daraus die Lehre ziehen, wie notwendig es ist, dieser im Inneren in Ordnung gebrachten Volksgemeinschaft den Schutz nach außen zu geben. Er lie^ ausschließlich in der Kraft der eigenen Waffe und damit im Waffenträger selbst. Keine Verhandlung, keme Konferenz und keine Abmachung hat uns das natürliche Recht der Einigung der Deutschen gegeben. Wir mußten uns dieses Recht selber nehmen und konnten es uns nur nehmen dank eurem Dasein, meine Soldaten!
So haben diese beiden größten Institutionen unseres Volkes zwei gleiche Aufgaben zu erfüllen: Der Nationalsozialismus erzieht unser Volk i m I n n e r n zur Volksgemeinschaft, und die Wehrmacht erzieht dieses gleiche Volk zur Verteidigung dieser Volksgemeinschaft nach außen!
So seid ihr, meine Soldaten, in diesem neuen Reich schon mit einer Ausgabe betraut worden. Ihre Lösung hat euch mit die Liebe des deutschen Volkes erworben. Es hat auf euch vertraut und weiß, daß es auf feine Söhne im Waffenkleid vertrauen kann. Denn ihr habt die besten Waffen, die es heute gibt, ihr bekommt d i e b e ft e A u s b i l d u n g, und ich weiß, ihr habt auch den besten Eharakter! Ihr paßt hinein in die ewige, unvergängliche Front des deutschen Soldatentums. Daß dem fo ist, hatte ich in den letzten Wonaten Getegenheit, mich selbst öfter als einmal zu überzeugen. Ich habe es gesehen auf den Manöverplähen, auf den Schießplätzen, auf den Uebungsplähen, und ich habe das beruhigende Bewußtsein bekommen, daß die deutsche Ration wieder befriedigt auf ihre Soldaten blicken kannt Dafür möchte ich euch danken.
Allein, wir alle dienen nicht um des Dankes, des Lobes oder eines Lohnes willen. Es sei denn: Dieser Dank, dieses Lob und dieser Lohn liegen in dem, was uns das Höchste ist auf dieser Welt: In unserem Volk und in unserem Deutschen Reich! Deutschland — Siegheil!
Vorführungen und Parade vor dem Führer.
Und nun wickelt sich im Verlause mehrerer Stunden das vielseitige Programm der Wehrmachtsvor- sührungen ab. Immer wieder greift der Führer zum Feldstecher und verfolgt, im Gespräch mit seinen Oberbefehlshabern und dem General der Flieger Milch, die Einzelheiten der großartigen Schau. Panzeranariffe, das Salvenfeuer der leichten und schweren Batterien und die Darstellung eines Jn- fanteriegefechtös unter Einsatz von Panzerkampfwagen und Tieffliegern rissen die Zuschauer beim Abschluß dieses großartigen militärischen Schauspiels noch einmal zu stürmischen Bei falls kimd- gebungen hin.
Im Anschluß an die Vorführungen begab sich der Führer mit seinem Stellvertreter und in Begleitung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht zu einem auf der Höhe des Feldes vor der Ehrentribüne aufgestellten Podium, um hier den Parademarsch der Wehrmacht abzunehmen. Die Spitze bildend, marschieren die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine und General der Flieger Milch in Vertretung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe am Führer vorbei. Geführt vom Regimentsftab zll Pferde ziehen zunächst die Fußtruppen, Schützenkompanien und bespannte Kompanien der Infanterie-Regimenter 4 und 27 mit den Regimentsfahnen am Obersten Befehlshaber vorbei. Die Pioniere sind vertreten durch das Pionierbataillon 12. Generaladmiral Raeder tritt zum Führer: Es beginnt der Vorbeimarsch der 1., 2. und 3. Marine-Unteroffizier-Lehrabteilung in ihren schneeweißen Mützen und Jacken. Die blaugrauen Reihen der Flieger, ein Regiment zu Fuß der Luftwaffe, beschließen den Marsch derFußtruppen. Jetzt sind die Kavallerie und die bespannten Truppen an der Reihe. Eingesetzt sind das Kavallerie-Regiment 3, die II. und III. Abteilung des Artillerie-Regiments 32, die II, Abteilung des Artillerie-Regiments 12 und die I. Abteilung des Artillerie-Regiments 48. Die Vorbeifahrt der motorisierten Gruppen bildet den Abschluß der Parade. Es ziehen vorüber: Die Panzerabwehr- Abteilung 12, Panzerabwehr-Kompanien des IR. 4 und IR. 27, die Nachrichtenabteilung 12, die Brückenkolonne des Pionierbataillons 12, das Flakregiment 8, die Aufklärungsabteilung 2 und schließlich in langen, auf Raupenketten vorüberratternden Panzerwagen das Panzerregiment 15.
Die Parade ist beendet. Unter donnernden Iubel- rufen der Massen auf den Tribünen besteigt der Führer mit den beiden Oberbefehlshabern seinen Wagen. Begeistert schwenken die Menschen auf den Tribünen die Taschentücher. Der Führer läßt den Wagen vom Hauptweg abbiegen und fährt an den Tribünen entlang das ganze weite Viereck ab. Von Block zu Block begleiten ihn Beifallsstürme. Zur Haupttribüne zurückgekehrt verläßt der Führer für einige Augenblicke den Wagen, um noch kurze Worte mit den Oberbefehlshabern des Heeres und der Kriegsmarine, mit General der Flieger Milch und General Keitel zu wechseln, von denen er sich dann verabschiedet. Unter den feierlichen Klängen der Lieder der Nation leert sich langsam das weite Feld.
Generalfeldmarschall Göring leicht erkrankt.
Feucht bei Nürnberg, 12. Sept. (DRV.) Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring ist seit Sonntag leicht erkrankt. Hebet sein Befinden liegt folgendes Bulletin der ihn behandelnden Aerzte von Montag mittag vor: ..Generalfeldmarschall Göring hat sich eine Entzündung des Lymphganges und der Lymphdrüfen des rechten Beines zugezogen. Ein kala rrh der oberen Atmungsorgane ist hinzugetreten. Die fieberhafte Erkrankung erfordert mehrtägige absolute Bettruhe.
Dr. Morell.
Professor Dr. krSuter."
Die Fahnen der Jugend in Nürnberg. — (Scherl-Bilderdienst-M.) >
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„Witte, Tat, Lebensfreude."
Or. Leys Hechenschastsbericht auf der Zahrestagung der DAI. in Nürnberg.
Auf der VI. Jahrestagung der DeutfchenAr- beitsfront, die am Samstag im Rohmen des Parteitages Großdeutschlands stattfand, verlas Reichsamtsleiter Hupfauer einen Rechenschaftsbericht des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley, der unter dem Leitgedanken „W ille,Tat undLebens- reude — das ist unser Sozialismus" land. Der Bericht betonte einleitend, daß der Nationalsozialismus zum ersten Male der Welt bewiesen habe, daß das wertvollste Kapital nicht das Gold darstellt, sondern allein der Mensch. Daher müsse für die Gesundheit des Volkes gesorgt, eine Schaffensfreude gehoben, seine Arbeitskraft erhöht und fein berufliches Können zu höchster Vollendung gebracht werden. „Wir wollen als Nationalsozialisten die höchste Leistung als den Ausdruck unseres Sozialismus und nicht das Großmaß an Mitleid bürgerlicher Prägung oder Klassenkampf — der nur Mitleid mit umgekehrtem Vorzeichen bedeutet — marxistischer Prägung. Das eine bedeutet Almosen, das andere bedeutet Mißgunst und Neid. An die Stelle von Humanität und Ge- ühlsduselei, von Klassenhaß und Klassenoernichtung etzen wir die Gemeinschaft, geboren aus der Rasse, und die Gerechtigkeit als das, was dem Volke nützt. Wir wecken die Arbeitsenergie, geboren aus der Lebensfreude und der Lebensbejahung und erzielen mit diesen Tugenden die höchste Leistung unserer Nation. Um zu höchsten Leistungen zu gelangen, hat der Nationalsozialismus einen völlig neuen Weg eingeschlagen: Den Weg der Erziehungsarbeit, der Aufklärung, des Anfporns, des Einsatzes."
Dr. Ley wies darauf hin, daß sich im Jahre 1933 500 000 Jungen und Mädel zum Reichsberufswettkampf meldeten und daß diese Zahl im Jahre 1938 auf 2 100 000 anftieg. In diesem Jahre wurde zum erstenmal der Reichsberufs- wettkampf auf die Erwachsenen ausgedehnt, die sofort mit 600 000 Menschen daran teilnahmen. Daneben ist die Begabtenförderung von der Deutschen Arbeitsfront in die Hand genommen worden. Die Steigerung der Produktion durch den Reichsberufswettkampf ist so eindeutig, daß auf sie gar nicht besonders hingewiesen zu werden braucht. Durch den Reichsberufswettkampf wurde der Leistungswettkampf der deutschen Betriebe erst ermöglicht. 25 735 Betriebe gaben mustergültige Betriebsordnungen heraus, 35 717 Betriebsführer nahmen an weltanschaulichen Schulungen teil, 2864 Betriebe riefen Werkscharen ins Leben und 994 bildeten Werksfrauengruppen. In 84 000 Betrieben wurden 130 000 Betriebsappelle abgehalten. 2535 Betriebe errichteten Gemeinschafts- Heime ober Gemeinschaftsräume, 2363 stellten neue Kantinen und 1481 Küchen und Desperräume zur Verfügung. Durch „Schönheit der Arbeit" wurden allein dem bodenständigen Handwerk 152 831000 Mark zugeführt, 4898 Betriebe errichteten Sportgemeinschaften und 682 bauten neue Sportplätze. 1762 Betriebe ließen ihre Gefolgschaften untersuchen, 395 errichteten Werkschulen und 2138 Lehrwerkstätten. 67 702 Betriebe gaben ihren Gefolgschaftsmitgliedern eine Weihnachtsgratifikation, 20 376 zahlten ihren Gefolgschaftsmitgliedern einen Sonderurlaub aus gesundheitlichen Gründen, und 25 034 Betriebe gaben den Lehrlingen eine erhöhte Urlaubsxeit. Insgesamt wurden von den 84 000 Unternehmen, die sich am Leistungskampf der Betriebe beteiligten, 785 819 000 Mark an zusätzlichen S o z i a l l e'i st u n g e n aufgebracht.
Aus Feststellungen, die die Betriebsführer auf Grund genauer statistischer Erhebungen getroffen haben, geht Hervor, daß durch die Aufwendungen für soziale Zwecke die Betriebe nicht belastet wurden, sondern im Gegenteil eine wesentliche Steigerung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens erreicht worden ist. Der Leistungskampf der deutschen Betriebe ist also nicht nur die beste Sozialpolitik, sondern auch die einzig richtige Wirtschaftspolitik. Um so mehr erfüllt es mich mit Stolz, daß ich melden kann, daß sich zum diesjährigen Lei-
ftungskampf 1938/39 mehr als die doppelte Anzahl der Betriebe als im Vorjahre gemeldet hat, darunter alle Betriebe mit mehr als 20 Gefolgschaftsmitgliedern. Wenn dann einmal unser gesamtes soziales Wollen in der Volkswagenfabrik Fallersleben, sowohl in den mustergültigen Einrichtungen der Fabrik als auch in der großzügigen Anlage der neuen Stadt in Stein und Eisen festgelegt wurde, wenn dort in mustergültigen Werkstätten, in vorbeugender Gesundheitspflege, in Heimstättenbauten von „Kraft durch Freude" unser reoolutionäres Wollen feftgelegt ist, dann ist die Hochschule der Arbeit geschaffen, durch die alle, die die Ehre haben, deutsche Menschen in den Betrieben und Werkstätten, in Kontoren und Geschäften zu führen und zu betreuen, durchlaufen müssen. Keine papiernen Programme und kein falsches Mitleid, sondern Wille und Tat und Lebensfreude, das ist unser Sozialismus!
Gondertagungen in Nürnberg
Auf der Tagung der Parteigerichtsvorsitzenden sprach der Oberste Parteirichter, Reichsleiter Walther Buch, über „Die Ehrauffassung des deutschen Menschen und die Ehrenordnung im Dritten R e i ch". An Hand von typischen Beispielen legte Walther Buch den Verfall der Ehrauffassung im bürgerlichen Zeitalter dar und wies auf die völlige Verständnislosigkeit hin, mit der die junge Generation und viele Frontsoldaten manchen entarteten Bräuchen einzelner Stände nach dem Kriege gegenüberstanden. Unter Hinweis auf die Verpflichtung, die der (Einzelne gegenüber seinem Volk hat, sein Leben fiir öie Gemeinschaft einzusetzen und der Gemeinschaft zu leben, erklärte er es vom Standpunkt des Nationalsozialismus aus für eine überholte Auffassung, daß wertvollstes Blut um toter Regeln willen in den Zufälligkeiten eines Zweikamp fves vergossen wird. Die innere Ehre eines Menschen sei sein unantastbares Gut. Nur wer unehrenhaft handelt, verliere sie. Sache der Gemeinschaft sei es, das Verhalten des einzelnen zu prüfen, ob er recht, d. h. artgemäß, gelebt habe.
Auf der Sondertagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP, betonte Dr. Frank, daß es heute darauf ankomme, die Volksherr- schäft auf dem Gebiete des Rechtswesens wieder ganz herzustellen. Ausführlich sprach er sich auch über die Unabhängigkeit d e s Richters aus. Dem Grundsatz, daß das Lebensrecht eines Volkes mehr gelte als das formale Recht, müsse im ganzen deutschen Rechtsleben zum Durchbruch verhalfen werden. Immer aber könne eine künftige Neugestaltung des Rechtes, die sich schon erfreulich angebahnt habe, nur auf der Grundlage der nationalsozialistischen Grundsätze durchgeführt werden.
Hauptamtsstellenleiter Neef hob in der Sondertagung des Hauptamtes für Beamte die große Erziehungsaufgabe des Reichsbundes der deutschen Beamten hervor, deren Ziel es ist, einen einheitlichen nationalsozialistischen Beamtentyp zu schaffen. Die Zusammenarbeit mit den Behörden werde weiter ausgebaut. Die verantwortungsvollste Ausgabe sei die Durchdringung der Behörden mit nationalsozialistischem Gedankengut. Der Reichsbeamtenführer kündigte eine umfassende Vereinheitlichung der Laufbahn der Beamten und ihrer Versorgung an. Diese Neuregelung werde nach bevölkerungspolitischen Gesichtspunkten erfolgen.
Ueber Grundlagen und Wege der Sozialbetreuung sprach in der Sondertagung der NSKOV. Reichskriegsopferführer Oberlindober. Unter besonderer Würdigung der sozialen Fürsorge zeigte er die Leistungen auf den einzelnen Gebieten auf. Besondere Erwähnung verdient das Siedlungswerk. Nahezu 8000 Frontsoldatenheime stehen in den Gauen des Reiches. Auch in der Ostmark ist dieses Werk bereits in Angriff genommen. Mit einer Betreuung Kriegsbeschädigter sei im Reich bis etwa 1990 zu rechnen.
Natürlichkeit und Schönheit.
Zur Kulturrede des Führers.
Es ist bereits zur Tradition geworden, daß in den großen Reden auf den Reichsparteitagen neben der allgemeinen Politik auch der Kulturpolitik mit liebevoller Ausführlichkeit und vielfach programmatisch zu wertenden Formulierungen gedacht wird; es ist auch gewiß kein Zufall, daß die Verleihung der Nationalpreise zu einem besonders feierlichen Bestandteil im Programm der Parteitags- Veranstaltungen gemacht worden ist. Wenn nun in diesem Jahre, wie ausführlich berichtet wurde, die Nationalpreise nicht an Repräsentanten der Künste, andern an hervorragende und bahnbrechende -Ted)3 nifer vergeben worden sind, so ist anderseits der Betrachtung rein künstlerischer Probleme und Grundsätze in der großen Kulturrede des Führers ein so breiter Raum zugewiesen worden, daß jedermann erkennen muß, welche Bedeutung die heutige Staatsführung in Deutschland den kulturellen Dingen ganz allgemein und ohne Einschränkung zuerkennt. Nicht jeder macht sich vielleicht die grundsätzliche Wendung und Entwicklung klar, bie Jia) darin zu erkennen gibt, daß der Führer des Reiches an repräsentativster Stelle und weithin vernehmbar — nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt — in regelmäßigen Abständen Reden hält, die nicht, wie allgemein (früher und anderwärts) üblich, von Problemen der inneren und äußeren Politik handeln, sondern sich ausschließlich mit kulturellen Fragen und Forderungen beschäftigen Schon an dieser, vielleicht nicht überall gebührend gewürdigten Tatsache läßt sich der Wandel erkennen, der sich innerhalb weniger Jahre in Deutschland vollzogen hat; läßt sich ermessen, ein wie integrierender Bestandteil der allgemeinen Politik gerade die Kulturpolitik in Deutschland geworden ist. Die oft genug gekennzeichneten tatsächlichen Leistungen auf diesem Gebiete erhalten in den kulturpolitischen Reden des Führers gewissermaßen das weltanschaulich bestimmte Fundament, ihre theore-- tische Grundlegung, ihre programmatische Ausrichtung.
Was die letzte große Nürnberger Kulturrede angeht, über die bereits ausführlich berichtet worden ist, so finden sich in ihr eine Reihe von grundsätzlich zu wertenden Gesichtspunkten, die der Unterstreichung und Heraushebung bedürfen, weil sie über den unmittelbaren Anlaß hinaus dauernde Geltung für die Gestaltung des kulturellen Lebens in Deutschland beanspruchen. Es ist zunächst, was sich leider noch immer und immer wieder als notwendig erweist, einer böswilligen, blinden und verleumderischen Kritik jenseits der deutschen Grenzen der einfache, sachliche Hinweis auf die nicht abzustreitends Leistung gegenübergestellt worden, — denn die positiven Taten wiegen schwerer als jede negative Kritik: „Die deutsche Baukunst", so sagte der Führer in diesem Zusammenhänge, „Bildhauerei, Malerei, unsere Theater usw., sie erbringen heute den dokumentarischen Nachweis für eine künstlerische Schaffensperiode, rpie sie nur in wenigen Zeitläuften der Geschichte ähnlich reich und stürmisch vorhanden war..." Die deutsche Kunst unserer Gegenwart ist weiterhin im Verlaufe der Rede gekennzeichnet worden als eine Aeußerung des ganzen Volkes, als Ausdruck, Dokument und Spiegelbild dieser Zeit: das gilt, wie der Führer darlegte, für die Gegenwart ebenso wie für die vergangenen und für die kommenden Zeiten. Das Volk aber, als Träger und Schöpfer der Kunst, muß begreifen, daß eine Kultur nicht nur Ausdruck ihrer Epoche ist, sondern auch, daß jede Epoche, was die Kunst und alle kulturelle Leistung betrifft, ihre Forderungen stellt und dem Volke die höchste Verpflichtung auf* erlegt, denn, heißt es weiter, „die Größe eines kulturellen Zeitalters kann nicht gemessen werden am Umfang der Ablehnung früherer kultureller Leistungen, als vielmehr am Umfang eines eigenen kulturellen Beitrages, von dem sich erwarten läßt, daß er von den Nachkommen als genügend wertvoll angesehen wird, dem gesamten Kunstschatz endgültig -eingegliebert und damit roeiferoererbt zu werden". Das ist eine klare und beherzigenswerte Forderung, die im gleichen Sinne die positive Leistung über jegliche Kritik stellt, wie zuvor dem Volke als Kulturträger und Kunstschöpfer der Vorrang zuerkannt wurde vor der sogenannten „Gesellschaft" oder einer volksfremden „Oberschicht"; die großen Künstler aber waren in den Hochzeiten kultureller Blüte „die Lieblinge des Volkes, die einzigen wirklichen Könige von Gottes Gnaden..." .
Die Nürnberger Rede hat des weiteren eine Reihe von entschiedenen Grenzziehungen vorgenommen, die auch für die kommenden Zeiten bedeutsam genug erscheinen, um noch einmal nachdrücklich festgehalten und hervorgehoben zu werden. Es ist eine ganz unmißverständliche Absage erteilt worden an die Mystifikationen okkulter Jenseitsforscher, die aus dem Nationalsozialismus eine kultische Bewegung machten möchten. Der Nationalsozialismus, fo stellte die Rede fest, ist „in feiner Organisation wohl eine Volksbewegung, ckber unter keinen Umständen eine kulturelle Bewegung" ..., vielmehr „eine aus ausschließlich rassischen Erkenntnissen erwachsene völkisch-politische Lehre. Der Nationalsozialismus ist, auch in se.inen Anwendungen auf die Kunst, eine kühle Wirklichkeitslehre, eine Lebensform, die nicht in mystischem Dunkel gedeihen kann, sondern Klarheit, Helligkeit und Licht als Elemente ihres Wesens erkennt und behauptet. Sein Kult heißt, mit einem einzigen und einfachen Worte, allenthalben: Pflege des Natürlichen. Was aber natürlich ist, ist gesund ... im Leben des einzelnen wie im Leben der Völker, im politischen und wirtschaftlichen Raume so gut wie in allen Bezirken kulturellen Daseins. In diesem Zusammenhänge richtete^ich die Rede nicht nur an das Volk in seiner Gesamtheit, auch nicht allein an die Künstler in diesem Volke, sondern mit besonderem Nachdruck an den öffentlichen Auftraggeber, der begreifen müsse, daß der deutschen Kunst notwendigerweise keine anderen Aufgaben gestellt werden können, „als sie in unserer Weltanschauuna begründet liegen". Es ist also, wie an einem Beispiel erläutert wurde, nicht möglich, der deutschen Baukunst Aufträge zu erteilen, die der nationalsozialistische Künstler nicht ausführen kann, „weil er außerhalb der ihn befruchtenden nationalsozialistischen Erkenntnis und Haltung liegt". Was hier für die Architektur gesagt wird, gilt selbstredend gleichermaßen für alle anderen Künste, und der Führer hat sich in diesem Zusammenhänge, charakteristisch genug, des näheren aud) mit der Musik beschäftigt. Seine Gedankengänge gipfelten in dem beherzigenswerten Satze: „Es gibt ... weder eine musikalische Parteigeschichte, noch eine musikalische Weltanschauung, ebenso gibt es auch keine musikalische Illustrierung oder Deutung philosophischer Erkenntnisse. Dafür ist ausschließlich die Sprache da ..." — Die hieran an- knüpfende Nutzanwendung auf das Schaffen der Dichter und Denker erscheint ebenso bedeutsam und


