13./14.Huguftl938
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejjen)
:rj88 Zweite; Blatt
Lunge deutsche Nation
die . erste Sorge des B°»rs: Wirkung-krei- noch den bori
stärken.
[t: Der Abend vereint uns mit unseren
, in das jeden Monat eingetragen - Dienst geführt hat. Dieses Buc
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ben\ lob- bert.
biet unseres Lebens ist auch für die Jugend von Wichtigkeit, überall bemüht sie sich, 5" lernen und sich oorzubereiten auf die Zukunft. Groß ist im B-ann der Erfolg des Veranstaltungsringes der 1200 Mitglieder umfaßt, und der künstlerische Veranstaltungen von hohem Wert durchführt. Auch hier zeigt es sich, daß bei richtiger Führung die Jungarbeiter beispielhaft vorangehen. So stellt in Saarbrücken eine Gefolgschaft, die zu 95 v. $). aus Ar- beitcrn besteht, für den Veranstaltungsring den höchsten Anteil sämtlicher Gefolgschaften des Ban- nes Die Jungarbeiter hören Beethoven, sie besuchen Kammerkonzerte, füllen das Theater der Stadt und sind stets mit der gleichen Begeisterung dabei. Das ist das Schönste in einem Bann von sechseinhalb- tausend Mann: daß sie alle in gleichem Maße von den Dingen, die ihnen geboten werden, Gebrauch machen, ohne daß auf den einzelnen ein Druck oder gar ein Zwang ausgeübt würde.
Motorengeknatter und Sporenklirren.
gen auszugestalten. Jeder Bann hat seine befände- ren Eigenheiten, die sich aus der Struktur seines Landschaftsbereiches ergeben. Es ist in Saarbrücken nicht so, daß die Arbeit an der Chronik etwa nur von den Schülern durchgeführt würde, daß aus der großen Menge der Sechseinhalbtausend eine Reihe von Gruppen sich bildete, von denen jede ein besonderes Interesse verfolgte. Die Jungen sind in erster Linie und allein Hitlerjungen, sie haben kein Verständnis mehr dafür, daß der Beruf eine Tren- nunqslinie zwischen ihnen aufrichten konnte. Aus dieser Haltung heraus traf die HI. in Saarbrücken auch ein Abkommen mit der Tanzlehrerschaft, die besondere HJ.-Tanzkurse einrichtete und damit die frühere Einrichtung, Kurse „nur für höhere Schuler", fortfallen ließ. Heute ist es so, daß auch hier die Kameradschaft der Jugend sich aufs beste bewährt. Wer tanzen lernen will und die Mittel nicht hat, dem wird ohne großes Gerede unter den Arm
Nsim, Straße 33
wie in alten Jahren gestellt hat Nun werden wir wieder mit neuem Schwung und frischen Kräften das bewältigen, dem unser Streben und Leben gilt.
Der helle Streifen im Norden über dem Walde, der in der Zeit unserer Nachtwache immer weiter nach Osten gerückt war, wurde heller und heller. Deutlich war jetzt schon jede Einzelheit im Lager zu erkennen, und auch der See, dessen Ufer unter dichten Sträuchern versteckt lagen, begann zu blinken und zu glitzern. Ein neuer Sommertag brach an, der neue Sonne versprach. Einer der letzten vor unserem Abmarsch. Aber nun konnte uns dieser Gedanke nicht mehr schrecken. Wir freuten uns auf die kommenden Aufgaben. Müde gingen wir noch ein- mal zu kurzem Schlas in die Zelle, als bei Sannen- aufgang die Ablösung kam. Horst.
Buch hat -men großen Wert für seinen Inhaber. Es bedeutet eine Urkunde, die er später allen Stellen vorlegen muß wo er ein Anliegen hat. Keine Arbeits- oder Lehrstellenvermittlung durch das Arbeitsamt, keine Einstellung in den Landdienst, keine Beantragung eines Führungszeugnisses für Arbeitsdienst oder Wehrmacht ist möglich, ohne daß der Bewerber sein Dienstleistungsbuch vorlegt. Er wird weder in die Partei noch in irgendeine ihrer Gliederungen übernommen, wenn dies wichtige Dokument nicht feine tadellose Führung in der HI. nachweist. Jeden Monat haben die Eltern selbst die Eintragung des Gefolgschaftsführers zu bescheinigen: so wissen sie immer über die Führung ihres Jungen Bescheid so gewinnen sie ein erhöhtes Interesse an seiner Arbeit in der HI.
Ueberall setzt die Arbeit der HI. ein. Jedes Ge-
Eines Tages flattert den Eltern der Jungen ein Schreiben des Bannführers auf den Tisch. Sie erfahren daraus, daß ihr Junge in Zukunft ein Dienstleistungsbuch führen muß, das ihn wahrend seiner ganzen Tätigkeit in der Hitler-Jugend begleitet, und «v» . l -.1—wird, wie er sich im
9. August: Der Abend vereint uns mit unseren Luckauer Quartierwirten und den Formationen der Hitler-Jugend zu einem Kameradschaftsabend. Bei Musik Lied und Spiel verleben wir zwei frohe
gegriffen.
Oienilleistungsbuch gibt Auskunst.
Für die Herstellung der Pfeile werden kerzengerade Hölzer — auch hier eignen sich Esche und Weide wieder am besten — benötigt. Sie müssen 50 bis 70 Zentimeter lang und 7 bis 10 Millimeter stark sein. In das eine Ende wird eine Kerbe geschnitzt, die beim Schießen in die Sehne gelegt wird. Die F i e d e r u n g , die den fliegenden Teil in der Schußrichtung hält und daher für die Zielsicherheit unumgänglich ist, stellt man folgendermaßen her: Eine (möglichst weiße) Gänse- oder Entenfeder wird im Kiel aufgespalten und in drei Stücke von je rund 4 Zentimeter Länge zerteilt; diese Stucke werden in anderthalb Zentimeter Abstand vom hinteren Pfeilende an den Schaft geklebt oder mit Zwirn festgebunden. Um das Wiederfinden des ab- geschoffenen Pfeiles zu erleichtern, können zwei Teile der Fiederung mit Tusche oder Tinte rot und gelb gefärbt werden.
Und nun die Pfeilspitze: sie muß, um den Schwerpunkt des Pfeiles nach vorn zu verlagern, aus Metall bestehen. Für ihre Beschaffung bieten sich zwei Möglichkeiten; man nimmt — wenn man hat! — die durch Ausglühen von ihrer Bleifüllung befreiten Metallmäntel von alten Jnfanteriegeschoß- kugeln oder schnippert und biegt sich die Spitze aus Konservenbüchsenblech selbst zurecht.
Und jetzt kann das Bogenschießen beginnen — worauf? Ach ja — es fehlt noch die Zielscheibe. Aber sie läßt sich von allem am leichtesten Herstellen: Ein aus Stroh geflochtener Zopf wird, nach Art der Zuckerschnecken, in Spiralen zu einer kreisrunden Scheibe der erwünschten Größe zusammengebunden und in 20 bis 30 Meter Entfernung vom Standort des Schützen an einem einsamen Baum, Wegweiserpfahl oder Telegraphenmast aufgehängt.
Es scheint, so wie es hier geschildert wurde, eine komplizierte und langwierige Sache zu fein, das Bogenbauen. — Aber durchaus nicht! Uns, einer „Arbeitsgemeinschaft" von drei Mann, ist es im letzten Lager gelungen, Bogen, zwei Pfeile und Schießscheibe in einer knappen Stunde zusammenzubauen, und wir hatten zehn Tage lang Freude . daran. Und das lohnt sich doch schon? hebs.
Mund Sogen-selbst gebaut.
Kleine Bastelanregung.
Bogenschießen ist eine Sportart die für Jungen im Lager geradezu geschaffen ist. Und kaum ein Sportgerät läßt sich mit weniger Aufwand an Mittel und mehr Freude am Werk zusammenbasteln, als ein sportgerechter Bogen.
Und hier ist das Rezept für den Selbstbau; man nehme' ein geradegewachsenes, etwa 1,5 Meter langes, rundes Stück Weide oder Esche von etwa 2,5 Zentimeter Stärke. In der Mitte des Holzes wird der spätere Griff in reichlicher Handbreite, also etwa 12 Zentimeter, abgezeichnet. Dieses Mittel- stück bleibt von der nun einsetzenden Prozedur verschont Der Rest wird mit einem scharfen Fahrtenmesser (nicht mit einer „Säge"!) auf einer Seite flachgeschabt, und zwar auf der Seite, die später beim Schießen nach außen zeigen soll, während die Innenseite rund bleibt. Den beiden Enden zu wird mehr Holz — hier auch etwas von den Seiten — weggenommen, so datz der Bogen an den Enden dünner als in der Mitte wird Danach werden, in etwa zwei Zentimeter Abstand von den Enden, Kerben eingeschnitzt, die der Befestigung der Sehne dienen. ..
Die Sehne, eine gut mit Del getränkte starke Schnur, wird mit einem Ende in der Bogenkerbe festgeknotet, während das andere in einer Schlaufe besteht, die sich beim Spannen des Bogens in die andere' Kerbe schieben läßt. In gespannten Zustand soll der Abstand zwischen Sehne und Bogen in der Mitte etwa 12 Zentimeter betragen.
Am gespannten Bogen läßt sich nun auch fest-
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Als wir nach Nürnberg zogen...
Aus einem Tagebuch.
In diesen Wochen marschieren überall in den deutschen Gauen die Einheiten der Hitler-Jugend nach Nürnberg. Was die Jungen auf diesen Fahrten sehen und erleben, schildern einige Ausschnitte aus dem Tagebuch eines Teilnehmers am Adolf-Hitler-Marsch 1937, die wir nachstehend veröffentlichen:
5. August: Kurz vor Aufbruch herrscht ein nie gesehenes Leben im Vorbereitungslager. Ein Appell jagt den anderen. Autos und Motorräder schaffen die letzten Sachen herbei. Die „Presse" gibt Kurzberichte durch das Telephon, der „Doktor" sichtet noch einmal seine Medikamente, der Einheitsführer prüft zum letzten Male den Sitz und die Ordnung der Uniform. Der Marsch nach Nürnberg kann beginnen!
6. August: Das heutige Ziel, der kleine Ort Tre- batsch, ist erreicht. Nach dem Essen wird ein herrlich erfrischendes Bad in der Spree genommen. Die Marschteilnehmer sind allesamt gute Schwimmer, so können sie so recht die Wohltat eines Freibades nach dem Marschieren erleben.
8. August: Ruhetag in Lübben! Er beginnt mit einer ausgedehnten Kahnfahrt durch den Spreewald. Auf sechs Kähnen werden wir verfrachtet: „Spreewaldflotte Adolf-Hitler-Marsch". Wir bewundern die schlichte Schönheit des Spreewaldes mit seinen hohen Buchen- und Erlenwäldern, mit seinen weiten Wiesen und stillen Wassern. Das herrliche Sommerwetter trägt noch dazu bei, die Eindrücke zu ver-
Das war ...
eine sechseinhalb tausend Jungen in Arbeit zu bringen. Heute ist es erreicht bis auf einen winzigen Bruchteil den verschwinden zu lassen sehr schwierig ist. Das trifft ein an der saarpfälzischen Grenze häufig anzutreffendes Problem. Die Arbeitsstellen dort sind besetzt, an anderer Stelle werden die jungen Kräfte dringend gebraucht. Nichts scheint leichter zu sein auf den ersten Augenblick, als die brachliegenden Kräfte zu verpflanzen. Aber die Leute m der Westmark sind von einer ungeheueren Bodenständigkeit. Mag es ihnen noch so schlecht gehen, ihre Heimat verlassen sie nicht. Sie haben ihre Anhänglichkeit zur Genüge bewiesen m der Zeit des Saarkampfes - je großer der Druck wwtfchaftllch und moralisch war, um so Zäher hielten sie an ihrer deutschen Heimat fest. Aber auch diese Letzten ohne Arbeit sind nicht mehr allein. Ihnen gilt besondere Sorge, auch auf sie wartet an irgendeiner Stelle
In einer Gegend, die in starkem Maße von der Industrie abhängig ist, ist es wohl selbstverständlich, daß das Interesse für die Sonderformationen der HI. besonders stark ausgeprägt ist. Es ist aber gleichzeitig ein Beweis für die enge Verbindung der Jungen mit dem Land und dem bäuerlichen Element, daß die Meldungen für die Reiterei am stärksten einlaufen. Von der über 100 Mann starken Reitergefolgschaft, die kameradschaftlich mit der SA. zu- {ammenarbeitet, besitzen 75 Mann den Reiterschein und damit das Recht, Sporen zu tragen. Es sollen noch mehr werden, und der Bann hofft darauf, den Preis des Reichsjugendführers zu erringen, der für Öen Bann ausgesetzt ist, der die meisten in Reit- ausbildung befindlichen Hitlerjungen aufroeift. Motor-, Nachrichten- oder Flieger-HI., alle sind sie in beträchtlicher Stärke vertreten. Alle arbeiten sie mit den entsprechenden Gliederungen der Partei zusammen, erhalten dort das notwendige Material und die fachmännische Ausbildung.
Aber wo sie auch stehen, überall sind sie mit der gleichen Freudigkeit bei der Sache. Ein Blick in die Dienstleistungsbücher beweist das; das Urteil „mangelhaft" ist feiten, sehr selten anzutreffen. Aber so soll es auch sein! ka.
Oie fürchterliche Klaue.
ein Handwerkszeug.
Heimatkunde, praktisch betrieben.
Die große Siebe zur Heimat gibt auch dem Bann 70 sein besonderes Gesicht. Kreuz und quer sind die Gefolgschaften durch das Land gezogen und haben es sich mit offenen Augen erwandert. Allerlei interessante Dinge fanden sie unterwegs, einen riesigen Stein zum Beispiel, und ihre Neugier nach der Geschichte des Gefundenen wurde wach. So kam es, daß die Jungen vom Bann 70 begannen, eine Chro^ nif zu schreiben. Ein Unterbannsuhrer widmet sich allein der Aufgabe, das vielfältige Material, das die Chronisten der Einheiten zusammentragen, zu sichten und zu ordnen. Schon beschrankt man sich nicht mehr auf das Ergebnis der Fahrt. Da sind die alten Bände der HJ.-Zeitung „Junge Saarfront , die durchstöbert werden, da find Tagebücher Der Jungen, die den Saarkampf miterlebten; überall werden Verbindungen angeknüpft, mit den Bürgermeistereien und allen jenen, die zur Gerichte der Heimat etwas tagen können. Vielleicht leistet der Bann 70 einmal durch eine Veröffentlichung einen wertvollen Beitrag zur Heimatkunde der Saarpfalz.
Solche Arbeit, die in den Bannen geleistet wird, geschieht nicht nach dem Kommando einer höheren Stelle sondern sie beweist, wie es der Initiative des Bannführers überlasten ist, die Arbeit in seinem
6500 Jungen schreiben eine Chronik.
Aus der Arbeit eines Bannes. - Nachdenken kostet nichts. - Jeder Bann hat seine Eigenheiten.
Stunden. , , ,
13 August: „Was, ihr macht unterwegs auch noch das Leistungsabzeichen? Habt ihr vom Marschieren noch nicht genug?" So werden wir gefragt, als mir uns wieder einmal am Wasser aalen und dabei die Schwimmübungen des Leistungsabzeichens machen. Gewiß ist der Marsch an und für sich schon eine prächtige Körperertüchtigung; aber das Tormster- und Fahnentragen und das Marschieren strengen immer nur einen bestimmten Teil der Muskeln an. Das aber wollen wir nicht, ein Ausgleich ist erforderlich. So kommt uns das Leistungsabzeichen wie gerufen, sozusagen nebenbei erledigen wir das.
18. August: Schon kurz vor Lützen leuchtet uns das Gustav-Adolf-Denkmal entgegen. Am Nachmittag betrachten wir im Heimatmuseum das Relief der Schlacht bei Lützen, sehen uns alte Pergamentrollen und Waffen an. Der Dreißigjährige Krieg steht vor uns auf, jene unheilvolle Zeit, die unser Volk in zwei Lager spaltete. , „
19. August: Wie nun schon so oft, veranstalten wir auch heute abend einen Gemeinschaftsabend. Es I ist nämlich nicht so, daß wir nach einer Marschleistung von 20 bis 30 Kilometer am Tage uns am Abend auf unseren Lorbeeren ausruhen. Vielmehr bleibt uns dann noch eine Pflicht, die wir gern erfüllen, und die mit zum Schönsten unseres Marsches überhaupt gehört: die Ausgestaltung emes Gemeinschaftsabends. Und wie stets, ist er auch m Postenhain, unserer heutigen Marschetappe, em Er-
Unö ich konnte ihm von der Schule erzählen, die er schon vor einigen Jahren verlassen Hatte, von der Arbeit für die große Prüfung, die nun bald kommt. So kamen wir langsam in Fahrt. 3ei^r hat foJem eigenes „Steckenpferd", Fred seine Bastelarbeiten, ich meine Bücher. Immer deutlicher entstand das Bild der Heimat vor uns, mit allen Menschen und Dingen, die wir an ihr lieben. Und nicht zuletzt ist da unser Heim, jene Räume in einem kleinen Haus in der Siedlung, die wir erst im Frühjahr bezogen hotten Jetzt aber, wenn wir aus dem Sommerlager zurück sind, dann wollen wir mit Macht daran gehen, alles so zu gestalten, wie wir es uns langst schon gewünscht hatten, als unsere alte Dienststelle noch in einem verlassenen Kellerladen lag. Denn Raum haben wir ja jetzt, und er soll nicht ungenutzt
20 August: Schon oft hatten mir von der Uta von Naumburg gehört. Nun haben wir Gelegenheit, mit eigenen Augen den bekannten Naumburger Dom zu ’eI22. auguft: Es ift .ein glücklicher Zufall daß wäh- rend unseres Ruhetages in Jena die Zeißwerke ihr diesjähriges Werk- und Sportfest begehen. Freundlicherweise werden wir von der Betriebsleltung^da^
bekannt weck'- (Vom Lande ü vorzug,t.) 2
stellen, Ob die Krümmung des Holzes überall gleich- mäßig stark ist. Ist sie an einer Stelle zu schwach, so wird hier fo lange weitergeschabt, bis der Ausgleich zustande gebracht ist. Zum Schluß wird der Bogen mit Del eingerieben und später mit einem Lappen blankpoliert. Will man noch ein Uebriges tun, so kann man schließlich noch das Mittelstück, den Handgriff, mit Schnur fest umwickeln, wodurch die Griffestigkeit bei der Handhabung erhöht wird.
wir ohne Trauer an die Heimat denken konnten. Wir freuten uns wieder auf die Stadt und auf Den Alltag, der uns dort erwartete.
Fred erzählte mir von feinen kleinen Geschwistern, die sicher mit Sehnsucht auf ihn warten, Öen großen Bruder, der immer so schöne ©piele wußte und immer Auskunft auf die vielen Fragen gab, für deren Beantwortung die Eltern keine Zeit hatten Er berichtete von feiner Arbeit in der großen Maschinenfabrik und von seinen Arbeitskameraden, mit denen er nun bald wieder zusammen schaffen
zu eingeladen, an den Veranstaltungen teilzuneh- men, Gauleiter Fritz Sauckel ist ebenfalls erschienen, und unser Marschführer kann ihm die Anwesenheit unserer Marscheinheit melden.
26. August: Drei Wochen sind wir nun schon unterwegs, das Erlebnis des Marsches hat uns vom ersten Augenblick an gepackt. Mit jedem Marschtritt stärken wir die prachtvolle Kameradschaft, die uns alle beseelt. Es ist etwas Wunderbares, so durch die deutschen Lande zu marschieren und die deutschen Menschen kennenzulernen. Diesen Marsch werden mir in unserem Leben nicht vergessen.
31. August: Bayreuth — das ist Wagner, das bedeutet Kunst. Wenn Potsdam der Ausdruck deutschen Soldatentums ist, so ist Bayreuth der Ausdruck deutscher Musik. Wir besichtigen die Statten, die er mit seinem Geist erfüllte, mit seinen Melo- öien, seinem Rhythmus und seiner Gestaltungskraft. Den Baustil des Nationalsozialismus lernen wir in her 1935 vollendeten Hans-Schemm-Hcllle kennen. Hier hat die neue Zeit sich ihre Bauten geschaffen — streng, klar und zielbewußt. So finden sich m Bayreuth die Traditionen der Vergangenheit und die
Handw., 33 evang.f 1/70 nd gr.- ang. SleuMi in lief), ^teflung] jmit etwaä wi
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(ob. Witwe eir jüteeb.
zwecks spätes
^öir^rourben immer eifriger beim Erzählen und Plaudern. Da müssen noch die großen Regale gebaut werden, für die Akten der Dermal ung für die Bücherei, da muß noch sur das Heizmaterial gesorg werden, da wartet vor allen Dingen der Gemein- meinscbaftsraum noch auf seine liebevolle Ausgestaltung Wir müssen in alle Zimmer Rundfunk legen, denn schließlich wollen wir doch, wenn wir unsere Arbeit tun, auch etwas Musik im Hause haben, müssen wir doch nachher wieder die Jugendsendung gen beim Heimabend abhören Es ist o .^"dUch oiel zu tun, und je mehr man Darüber spricht, desto
L'°"d°ß'w"b°i diesem Gespräch unsere Umgebung fast vergessen hatten. Wir waren im Geist an einem ganz anderen Drt, den wir nun nach Wochen der Abwestnb-it Wiedersehen werden« Und mir merkten Dann, als wir uns wieder langsam m die Gegenwart zurückfanden, was wir aus diesem Lager wieder neu gelernt hatten
S- lehrte uns, den Alltag wieder zu lieben, well !ie Entfernung, der Wech el der Umgebung und der^Ausqab-n UNS wieder neue Kraft «eben sur die Aufgaben, vor die uns das Leben in jungen
Jg. Mann, I Wre, eoansl sucyt d.BeklwI schäft ein.eücrl Mädels o. Dur Sliter 25—35 A zwecks sväiMl
Heirat
Schr. Ang. null 03640 Q.h.(U5
fprac^ id,. -it 3reb bem mancher heimlichen Streifzuge, ta w . die wir gemeinsam ausgeheckt ten, um einmal Die strengen Regeln des -jemie aufzulockern. Natürlich hatten wir m-infam den Strafdienst 9°^°$'$• • Mittag, Fred erinnerte an um er ) <wu(,41;l>h<Jtim=
an die merkwürdige Wehmut und ! ^schlichen mung, die da die hartgesottenen G möglich
hatte, und wir fragten uns, wie so etmasi mogu ) ist, bei einer solchen Rasselbande, D'e b ä) f ihre Gefühle äußert, vielmehr meistens bestrelletz überhaupt etwas derartiges zu Termen.
schritten mir Den vorgeschriebenen Weg xcnen wache ab, zwischen Den Zelten entlang, hier unD Da meloDische Sägetone klangen.
Oben im WalDe war es totenstill, nur manch rauschte ein WinDzug in Den Baumen, j stand hinter einer großen Wolke so baß l'A ein ungewisses Licht über Das weite Lag tete. Und trotz Der Schönheit Dieser Stimmung, trotz Der herrlichen Tage, Die wir hinter uns h ' Die uns Den kommenden Abschied so unendlich sm hatten erscheinen lassen, wurden wir un Gespräch darüber klar, daß wir doch .r genommen gern wieder in Die Heimat fuh >
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Abschied vom Lager.
Auch daheim ist es wieder schön.
In einer Der letzten Nächte im Lager war es. Wir hatten einen wunDerschönen Tag u ■’ dlrunsnoch einmal gezeigt hatte, wie herrlich Di^ les Laaerleben ist, wie unendlich viel Schones und Erlebenswertes es uns bietet. Wir hatten so richt g noch einmal empfunden, wie m wenigen Tagen Der Abschied sein würde. Als wir mittags m der Sonne lagen! faul und di- letzten Stunden g°meßend da
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Neuschöpfungen Der Gegenwart unD hulDigen Dem ewigen Deutschen Genius.
1 September: Wenn uns m Den letzten Wochen oftmals Die Tornister auf Den Schultern druckten, Die Fußsohlen heiß brannten und Die Bannsahnen schwer und schwerer wurden, so ist das heute alles vergessen. Heute kreisen unsere Gedanken nur um einen Mittelpunkt: den Führer! In wenigen Tagen werden wir an Adolf Hitler vorbeimarschie- ren. Schon sehen wir in der Ferne den „Deutschen Hof". Der Musikzug ist eingeschwenkt ein Parademarsch ertönt und diktiert uns die Schritte. Wir marschieren, marschieren ruhig und gefaßt im Rhythmus des großen Nürnberger Ereignisses. Es ertönen Kommandos: „Achtung!" 77 —und nach einigen Sekunden: „Augen rechts! Hoch slie- gen die Köpfe und mit einem Ruck nach rechts. Dort steht der Führer! Er hat den Arm zum Gruß erhoben, wir blicken ihm in die Augen. Das ist der Augenblick, für den wir wochenlang marschiert sind. Wir sind unendlich stolz Darüber, sagen zu Dürfen: „Wir waren mit Dabei!" " G.
Ich kannte mal einen Jungzugführer, Der sonst ganz orDentlid) war, nur, Daß er eine fürchterliche Klaue schrieb. Vielleicht war es auch nur Angabe, wenn er seinen Namen unter ein Schriftstück zog, und das in einer Art, die jedem Generaldirektor Ehre gemacht hätte. Kein Mensch konnte das lesen. Die Pimpfe grinsten heimlich über Das Gekrakfel von Bogen und Strichen. Besagter Jungvolkführer aber wunderte sich sehr, daß ihn die Eltern immer sehr gemessen und zurückhaltend empfingen, wenn er zu ihnen kam. Eines Tages hatte er einen Brief an einen Vater geschrieben und ihn gebeten, dem Jungzug einen alten Tisch zu überlassen. Diesen Brief hatte der Jungzugführer fürsorglich nut Schreibmaschine tippen lassen und dann nur Den Namen druntergehauen. — Er bekam keine Antwort. Nach zwei Wochen ging er selbst hin. Da erhielt er eine Antwort, Die ihm sehr zu denken gab:
„Wenn du deinen Namen ordentlich schreiben kannst, Dann könnt ihr den Tisch kriegen!" Der Jungzugführer dachte wütend: „Pfeifen werd' ich ihm was!" Als er aber beim nächsten Befehl seinen Namen schrieb, mußte er unwillkürlich Daran zurückdenken. Er gab sich mehr Mühe. Es sah tatsächlich besser aus.
Heute schreibt er ordentlich sauber und deutlich, wie sich das für einen senkrechten Kerl gehört. Wenn er hin und wieder mal so eine flapsige Unterschrift sieht, lacht er nur: „Auch so'n Angeber!"
Karl H.
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