21,
»e Stunden. Ein Lied
klingt aus: „Ich bin der
Aus den Gießener Gerichtssälen
Aus -er engeren Heimat
26. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten!)
Fähnlein 21 zeigt Werkschau.
Der Jungbann-Spielmannszug, Fähnlein
Der Nachmittag bringt weiteren Außendienst oder, wenn es regnet, Schulungsdienst in der Halle. Am Abend sitzen alle rund um das Lagerfeuer. Diese allabendlichen Zusammenkünfte sind für alle Fahrtentetlnehmer unoert '
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Nassau, 11. Juli.
Sechs Uhr morgens. Ein Trompetensignal schmettert durch die morgendliche Stille des Mühlbachtales.
nämlich einen besonderen Grund. Ich möchte Sie nämlich um etwas bitten. Ich will Ihnen auch gern em hübsches Sümmchen in die Armenkasse zahlen, wenn Sie meine Bitte erfüllen. Sehen Sie, im Garten der „Trc cpade" w.-.riet meine Braut mit einem Bekannten aus Wien. Sie muffen wissen, daß meine Braut sehr musikalisch ist. Ja, und da habe ich mir nun gedacht, daß es ihr eine große Freude machen wird, Ihr Orgelspiel zu hören, wirklich, das würde ihr eine große Freude machen! Ich weiß, es ist eine Zumutung, daß Hie jetzt spielen sollen, und darum möchte ich mich, wie gesagt, gern erkenntlich zeigen. Sind Sie mir böse?" lieber das Gesicht des Blinden glitt ein Lächeln. „Warum sollte ich Ihnen böse sein? Sie haben selber das Wort .Freude' gebraucht — welchen anderen, welchen besseren Sinn könnte meine Kunst wohl haben, als den, Freude zu machen? Ich gehöre ja nicht zu den Künstlern, die ihre Kunst als Geschäft betreiben, es ist nicht mein Verdienst. Das Schicksal hat es so gefügt in dem es mich am Schopf faßte unb aus meiner Welt herausriß und hier in diesem Erdenwinkel niedersetzte. Und darum erfüllt meine Kunst ihren Sinn erst, wenn sie einem Menschen Freude gibt. Und darum will ich gern für Ihre Verlobte spielen. Das einzige, was ich geben kann, ist ja ein großes Liebeslied. Und sooft ich etwas anderes versuchte, ist es immer wieder von selbst in dieses Liebeslied gemündet. Also gern! Und wenn Sie unsere Armen im Kirchspiel nicht vergessen, so soll Ihnen Pfarrer Majelli danken."
Ottenrieth war es warm ums Herz geworden bei diesen schlichten Worten, vor denen eine ganze Welt — seine Welt von ehemals — lautlos wie Zunder zusammensank. Er wußte plötzlich, warum er sich immer reiner gefühlt, sooft er von diesem Blinden ging, der die Kunst noch heilig hielt.
„Haben Sie Dunk! Und lassen Sie mich Ihnen sagen, wie ich mir alles zur Ueberraschung ai^ge- dacht habe."
Nach einer halben Stunde kehrte Ottenrieth zu den beiden im Garten zurück, die dank Renatas Künsten vollkommen ruhig und friedlich beieinander- saßen. Geheimnisvoll sagte, da man schon einmal hier sei, so müsse man auch die einzige Sehenswürdigkeit des kleinen Ortes, das Kirchlein droben auf dem Hügel, betrachten. Es gäbe darin ein recht gut erhaltenes Altarbill), einen heiligen Ambrosius, den der Ortsgeistliche - keinem Geringeren als Morello zuschreibe.
Und sie gingen durch das Dorf und traten in die Kuhle der Kirchs, wanderten leise, um eine betende tfrau nutzt zu stören, zum Altar und beschauten das^
die Flaggenhissüna.
Mit einem frisch-
Sezirksschöffengericht Gießen.
Der F. O. aus Gießen war Ende März und Anfang April d. I. zweimal in die Wohnung und in den Laden eines hiesigen Metzgers eingebrochen, indem er die Türe mit einem falschen Schlüssel öffnete. Bei seinem ersten Einbruch entwendete er aus dem offenen Küchenschrackk 20 Mark, in dem zweiten Falle nahm er aus der Ladenkasse ein Sparkassenbuch, das 80 Mark Einlage enthielt, heraus. Gleich am nächsten Tage hob er 75 Mark ab und unterschrieb dabei die Empfangsbestätigung mit einem falschen Namen. Das Gericht verurteilte ihn wegen fortgesetzten schweren Diebstahls und schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu 3Monatenund einerWoche Gefängnis.
Gleichfalls wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug verurteilte das Schöffengericht den A. Z. aus Trais-Münzenberg zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Der Angeklagte, der schon einmal wegen Diebstahls vorbestraft ist, kaufte im Auftrag eines Arbeits- kameraden für diesen einen Hut. Bei der Verkaufs- quittung änderte er den Preis von 5,50 Mark in 8,50 Mark um. Die gefälschte Quittung legte er seinem Arbeitskameraden, der ihm 6 Mark mitgegeben hatte, vor und gab ihm nicht nur die 50 Pf. nicht heraus, sondern beanspruchte noch von diesem weitere 2,50 Mark. Bei der Beurteilung dieser Straftat fiel erschwerend ins Gewicht, daß der Betrogene ein Arbeitskamerad des Angeklagten war.
Außerdem hatte sich noch der Karl Wiedemann aus Essen wegen Diebstahls und Betrugs zu verantworten. Der Angeklagte, der sich schon früher verschiedene Gesetzesverstöße hat zuschulden kommen lassen, war nach Verbüßung einer Strafe durch das Arbeitsamt einem Bauer zur Arbeit zugewiesen worden. Das Vertrauen, das ihm bei diesem geschenkt wurde, belohnte er dadurch, daß er in einem unbewachten Augenblick aus der Tischschublade zwei Geldbörsen mit etwa 10 bis 13 Mark entwendete. Gleich nach der Tat verließ er den Hof und fuhr nach Frankfurt. Dort löste er sich eine Bahnsteigkarte und fuhr dann, ohne im Besitz einer Fahrkarte zu sein, mit dem Zug, der nach Essen ging. In Mühlheim wurde er aber von der Bahnpolizei festgenommen, feine Personalien festgestellt, bann mürbe er wieder freigelassen. Dort fand er wieder Arbeit, aber auch hier entwendete er seinem Arbeitgeber, als dieser zur Arbeit fort war, einen Mantel, einen Rock und ein Oberhemd und
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zuschließen, um ihnen einen Rückhalt zu geben und ein anständiges Auftreten für die Fahrt zu sichern. Kochgeschirre klappern. In großem Kreise sitzen die Junggenossen auf dem Eßring. Jeder hat einen tüchtigen Schlag Erbsen mit Speck gefaßt. Für bas leibliche Wohl sorgen zwei Feldküchen mit fachmännischer Bedienung.
Oer 350. NSÄ.-Kindergarten im Gau.
NSG. In diesen Tagen wurde durch ^Gauamts- leiter H a u g in Lich der 3 5 0. NSV. - Kinder- 8arten des Gaues Hessen-Nassau eröffnet. Der Kindergarten ist in einem im Jahre 1928 erbauten Anwesen untergebracht und vollkommen neu hergerichtet worden. Im Erdgeschoß werden die zu betreuenden Kinder untergebracht, während sich im Obergeschoß die Wohnräume der NSD.- Kindergärtnerinnen befinden.
Nach der Begrüßun unb einem Rückblick aus die hundertjährige Einrichtung der Kinderschule in L i ch wies Bürgermeister Geil bei der Feier zur Eröffnung des Kindergartens darauf hin, daß den Forderungen des nationalsozialistischen Staates entsprechend die Gemeinde Lich sich entschlossen habe, Leitung und Führung des Kindergartens der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt als der parteiamtlichen Organisation zu übertragen.
Fahrten-Grlebm's im Nassauer Land
Unsere Heffen-Naffau-Fahrer im Zeltlager Mühlbachtal.
Bild; mit Belustigung sah Ottenrieth auf Armbrusters Gesicht einen Ausdruck, der etwa sagte: „Na, was soll das Ganze? Warum werde ich hrerherge- chleppt? Was Hst das alles mit unserer Sache zu tun? 0
2ns sie noch so dastanden, Hub plötzlich vom Chor i $^9,eIw n‘ <Sand lekse, mit einer erschütternd zar- ten Melodie. Aber sie wuchs und schwoll, bald war der ganze Raum vom Orgelklang erfüllt wie von Weihrauchduft, gleich Menschenstimmen fangen die zitternden Pfeifen.
Ottenrieth zog Renata in eine "Bank des alten Gestühls und winkte Armbruster an' feine anders Seite.
„Schöns alte Orgel!" flüsterte er, mir fie nickte, ergriffen lauschend. Ihre Seele ist so ganz Musik, daß der lerfefte Klang sie bewegt, wie der Wein m einem Kelch schwankt und zittert, sobald man nur $art mit dem tfmger seinen Rand streicht, dachte er, x ?beTAai staute ihn Armbruster schon mit förmlich entsetzten Augen an.
Vom Chor schwebte ein Motiv herüber — aber! was war denn das? Das war ja ein Motiv aus der „ßiebesfuge". Das war ja — das war ja dasselbe Motiv, das Hagepreester nach dem Manuskript des Toten aus den Tasten gelockt, was bedeutete bas? Er sah auf Ottenrieth, auf Renata.
Ottenrieth lauschte, antwortete nicht auf seinen fragenden Blick. Er lauschte nicht minder überrascht als die beiden neben ihm. Was war das? fragte auch er Der da droben spielte ja heute ganz anders, als er sonst gespielt! Er ließ von der ganzen Fuge kaum mehr als die Hauptmotive übrig unb baute um sie herum, frei schaltend, aus der Phantasie eine neue Klangwelt auf! Neu und herrlich — herrlicher noch, als die alte gewesen. Was war bas nur? Was mar m ihm vorgegangen in der Zwischenzeit, daß er die Form zerbrochen, die er in geduldiger Arbeit langer Jahre so fest und fo vollendet gefügt? Welch neues Leben hatte in feiner Brust die Schale des Samenkorns gesprengt unb war zum wipfelmäch- tigen Baum emporgeschossen, dessen Zweige nun eine ganz andere Musik rauschten? Ottenriech sann und sann und dachte über das Wunder nach, das an biefer Statte nun schon zum zweiten Male, bei ihm unb bei dem da droben, ein neues Leben gewirkt
Armbruster puffte ihn fn die Seite.
Sie"' Msterte er, „bas sind ja genau 2?DhDC' S^au die Motive, um die es sich han- beit. Wie kommt denn der Organist zu diesen Mo- hoen? Das versteh ich nicht!"
(Fortsetzung folgt l).
MWtDOfflWoite
Roman von Hans von Hülsen.
Copyright by Promecheus-Derlag, Trc. Eichacker, Mim chen - Gröbenzell.
, .. _ , vom Mühlbachtal..
Lustiges Fahrtenleben: Der gefunbe Humor der Jugend verschönert diese Kameradschaft. Um 22 Uhr geht alles in die Falle. Ein Trompetensignal. Zapfenstreich? Nur noch den regelmäßigen Schritt der Wache hört man dumpf durch die Lagergasse. „Heut muß ich fort von diesem Ort, muß fort vom schönen Mühlbachtal!" Ereignisvolle Tage liegen hinter allen Fcchrtteilnehmem, als sie bas Zeltlager Mühlbachtal verlassen. Nun werden sie noch einige Tage durchs schöne nassauische Land wandern. Am 18. Juli können alle Eltern jfjre
war, nachdem fein bisheriges Heim im Haus Wartweg abgerissen worden mar, um einem zukünftigen HJ.-Heirn Platz zu machen, in Verlegenheit um eine zweckentsprechende Unterkunft. Da sind denn die Pimpfe straßauf und straßab gelaufen, um nach einem anderen Unterkommen Ausschau zu hallen. Schließlich fand man im Hause Steinstraße 63 eine Möglichkeit, sich in einer ehemaligen Werkstatt einzurichten. Diese Werkstatt, die aus zwei Räumen besteht, wurde gründlich überholl, im Rahmen der vorhandenen Mittel ausgestattet und am vergangenen Samstag eröffnet. Zur Eröffnung waren auch die Eltern eingeladen, die sich, wie auch Gäste, zahlreich einfanden.
Mit der Eröffnung ihres Heimes zeigten die Pimpfe des Fähnleins auch eine Werkschau, in der die Ergebnisse einer eifrigen Bastelarbeit zusammen- getragen waren. Gleichzeitig erhielten die Eltern und die Gäste Gelegenheit, die Pimpfe bei ihrer
nahm außerdem noch eine Geldbörse, in der 3,50 Mark waren, mit. Die Verhandlung ergab, daß es sich bei dem Angeklagten um einen Menschen handelt, der schon früher wiederholt schwere Diebstähle, darunter auch Schaufenstereinbrüche, ausgeführt hatte. Er zeigte sich als ein unzugänglicher unb verstockter Mensch, der dem bestohlenen Bauer noch einen äußerst frechen und unverschämten Brief geschrieben hatte, und auf den die früheren Strafen keinen nachhaltigen Eindruck machten. Das Gericht billigte ihm deshalb auch keine mildernden . Umstände zu, sondern verurteilte ihn wegen Diebstahls im wiederholten Rückfall unb wegen Bettugs zu einer Gesamtzuchthaus strafe von einem Jahr unb neun Monaten.
Große Strafkammer Gießen.
Trotz feiner Jugend ist der K. Sch. aus Esten bereits mehrmals vorbestraft. Diese Vorstrafen übten ebenso wie die Fürsorgeerziehung keinen bessernden Einfluß auf den Sch. aus. Als er im Dezember vorigen Jahres aus dem Gefängnis entlasten wurde, fand er Beschäftigung in unserer Nachbarschaft bei dem Bau der Reichsautobahn. Am 31. März d. I. erschien er bei einem Motorraühänd- ler in Watzenborn-Steinberg unb ließ sich, obwohl er fein Geld hatte, eine schwere 500-cam-Maschine
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Aus den Zwölferzellen, die in offenem Viereck aufgebaut sind, springen überall unsere Hitlerjungen zum Frühsport heraus. Im flotten Lauf geht es einmal ums Lager herum, anschließend folgt die Morgenwäsche. Nach bem erfrischenden Bad im Mühlbachtal verschwindet alles wieder in den Zelten. Schnell wird die Uniform angezogen -und das Zett in Ordnung gebracht. Dann nimmt der Laaerleiter die Zelte ab. Sein gestrenges Auge entdeckt immer noch einige Mängel, die die Hitler- jungen in der Eile übersehen haben. In hohem Bogen fliegen Decken und Ausrüstungsgegenstände auf den Lagerplatz. Diese „Zeremonie" wiederholl sich in den nächsten Tagen noch öfter, bis die Jungens erkannt haben, welche Fehler sie beim Lagerbauen gemacht haben.
Hat alles geklappt, dann folgt
Der Ttorgenfaffee wird gefaßt. , , ,
fröhlichen Lied auf den Lippen rückt der Lehrgang zu Sport unb Geländespiel aus. Natürlich wird
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auch in regelmäßigem Formalbienst versucht, die frischen, braungebrannten Jungen gesund am Gie- Fahrtengruppen zu einheitlichem Ganzen zusammen-1 ßener Bcchnhof wieder in Empfang nehmen!
Ottenriech war kaum mehr überrascht, als er den Namen -Franz Bartold las. Während der ver- gangenen Stunden war es ihm immer klarer geworden, daß es nicht anders sein konnte, daß der blinde Organist von Sant Anbrogio ibenttsch war mit bem Münchener Musikstudenten von einst den Professor Hagepreester im Kriege geblieben wähnte unb dessen Werk er pietätvoll aufbewahrte. Seltsam seltsam spielte das Schicksal! Wie es sich der Musik bediente, um em Grab zu öffnen unb einem Toten mreber bas Leben zu schenken. Je länger Ottenrieth darüber nachsann, desto stiller und feierlicher wurde rhm zumute, er lernte die große Macht verehren, die ™ ?eben gegriffen hatte, ihn zu neuem, höherem Leben erweckend, unb die nun plötzlich noch in em zweites Leben griff. Wir sind alle in des Schicksals Hand, dachte er.
»Alles wird sich auflöfen, was Ihnen und mir noch eben rätselhaft war", sprach er freundlich zu Armbruster. „Lassen Sie Ihren Haß fahren, er ist unproduktiv. Was er leisten konnte, hat er geleistet Sie werden es sehen."
Unb dann, als Renata wieder erschienen war, hatte er die beiden aujgeforbert, ihn auf einer Fahrt SU begleiten, einer Fahrt mit unbekanntem Ziel, eine Fahrt ins Blaue sozusagen, von der er sich — alles nerfpreAe. Verwundert, halb und halb be- luftigt, hatte Renata ihn angesehen, aber mehr hatte er nicht verraten.
(Sr saß einsilbig hinter dem Steuer, während der Wagen die kurvenreiche Sttaße hart am Seeufer entiangfegfe. wechselte nur hier unb da ein Wort mit der Gefährtin und hing seinen (Sebanfen nach Ihm war nicht besonders leicht ums Herz, da er nun die beiden zu der geheimnisvollen Quelle führte aus deren Jungborn sein neues Leben geflossen 1’attc er bisher fogar vor bem geliebten Mädchen dieses Geheimnis gehütet erfüllt von einer Scheu, deren frühe Schauer er 'schon damals gespürt, als er zum erstenmal, das Herz noch erfüllt vom Wogen und Fluten der Musik, aus Sant Ambrogio wieder in die „Casa Rossa" zurück- S°k«N, war. Aber es muhte nun fein! Er war es nch lewst schuldig, sich remzuwaschen auch non dem
Gauamtsleiter Saug erklärte anschließend in feiner Ansprache, daß er freudigen herzens mit die- ser Erassnung den 350. NSB.Kindergarten im Sau Hessen-Nassau übernehme. Was 350 NSV -Kinder- garten im Gaugebiet bedeuten, könne man daran er, messen, daß vor der Arbeit der NSV. im gesamten Gaugebiet Hessen-Nassau nur 400 karitative Kindergarten bestanden. In fünfjähriger Tätigkeit habe somit die NSV. im Gau Hessen-Nassau schon nahezu dieselbe Anzahl an Kindergärten aufzuweisen, mie aus der jahrhundertlangen Arbeit der karita- twen Verbände hervorgegangen sind. Gauamtsleiter Haug sprach dann dem Bürgermeister der Stabt Lich feinen Dank für das Entgegenkommen bei den Verhandlungen aus und betonte, daß der abgeschlossene Vertrag als vorbildlich für den Gau Hessen-Nassau angesehen werden könne. Indem wir, ]o führte Parteigenosse Haug aus, das Gute der Vergangenhelt übernehmen, werden wir gerade die Kindergärten nach den Forderungen unserer nativ-
letzten kleinsten Fleck des Verdachts, der sich auf so rätselhafte Weise an ihn und sein Werk gehängt hatte. Und noch mehr war er es der Geliebten schuldig, sie von dem feinen Gift des Zweifels zu befreien, das der da, der da hinten, ihr ins Herz geträufelt mit feinen Verdächtigung.
„Hübsch!" sagte Renata, als der Wagen vor bem mit fiiberbereiften Oelbäumen ganz umsponnenen Gaschos „Trespade“ hielt, in dessen Tür schon eifrig dienernd und mit übertriebenen Bewegungen Freude des Wiedersehens bezeugend, der hemdärmelige Wirt erschien.
„Nicht wahr? Ein reizender Ort! Und ganz unbekannt. Kaum jemals kommt ein Fremder hierher. Sozusagen meine Privatentdeckung. Nun setze dich mit Herrn Armbruster in den Garten, versöhne dich mit ihm bei einer Tasse Kaffee — mir ist er wohl nicht mehr allzu böse. Ich komme euch bald holen."
Renata schüttelte den Kopf, wie sie ihn heute schon oft geschüttelt, und winkte lärmend Armbruster, ihr zu folgen; aber Ottenriech ging, von den Kindern, die ihn langst kannten, lärmend begrüßt, nach dem Pfarrhaufe, sagte dem alten Pfarrer Majelli guten lag und stieg zu Bartold hinaus in fein Zimmer.
„Wer kommt?" fragte der Blinde, der am Fenster faß, wandte den Kopf mit bem schütteren Haar nach der Tur. *
„©Uten Tag, Herr Bartold! Ich bin es, Ottenrieth. Äbf!I “tcber Einmal hier unten und muß Ihnen doch schonen guten Tag sagen. Bleiben Sie sitzen, ich rucke mir einen Stuhl heran."
Bartold reichte ihm die Hand unb ließ sie lange Mischen seinen Hanbflächen. Er freute sich sichtlich ber den Besuch, er war völlig aufgetaut unb gar SS? ,mSr verschlossen wie die ersten Male Ottenriech mußte erzählen.
®a5 h<E- -r diesmal Besseres und Wich- Shnnn»"3« n' 6,6 Schicht- Don feiner münfÄ. “r ^»ruck beglück- v ®a±,5flein Glück, das ich nie gekannt", sprach der Blinde, und seine Stimme zitterte dabei Die forf' "we habe ich gekannt irmewobnt aUem Furchtbaren, das ihr
innewohnt. Die Liebe zu einer Frau. Aber diese äußere Farm, diese äußere Bindung, nein, die habe ch nie erreicht. Sa ,st der Krieg dazwssch »getreten und alles, was dann kam." a
Simnfd,İttenricfli «<">' wtt seine zerrissenen „Nun, Herr Bartold", sagte er nun »rh ^nen jagen, warum ich Sie heute besuche. Es
fürbetru ' - W. Mari I tbachtet, wie ! Mann fein 2
M enge 6tr ferner gefährde ui Fall gelom schnehmen nommene noch unb versetzte t sicht, fo datz < man ihn in l fengericht mui Antritt der F Sier ju sich $ä)ttn eines warben mar. . uni) die Allg schützen, tarn e Urteil lautete i Dachen hast, Zeibeamten an 100 Mark ® Mark Geldstr Krastwag
vorführen, über deren Ankauf er bereits früher v«, handelt hatte. Da der Händler selbst nicht zugegen war, ließ Sch. das Motorrad sich von einem Lehr, ling zeigen. Plötzlich versuchte er mit dem Motor, rad zu flüchten. Dem Lehrling, der auf seiner Hut war, gelang es aber, sich auf den Soziussitz schwingen. Unterwegs flog dem Angeklagten ber Hut vom Kopfe. Er bat nun den Lehrling, den Huj doch zu holen. Als der Junge sich dazu anschickte, suchte Sch., der nicht im Besitze eines Führerscheins ist, auf dem Motorrad rasch das Weite. Er fuhr zu einem Bekannten und bot dort die Maschine allerdings ohne Erfolg — zum Kauf an. Weiterhin fuhr er nach Gießen, um das Motorrad hier einen Weiteren Bekannten zum Kaufe anzubieten. Da « dessen Anschrift nicht kannte, besaß der Angeklagh noch die Stirn, ausgerechnet bei der Polizei nach der Adresse seines Freundes zu fragen. Als er die Polizeiwache verließ, hatte die Polizei in der Zwj. schenzeit die als gestohlen gemeldete Maschine sicher, gestellt. Obwohl der Angeklagte über kein Gelb verfugte, suchte er wieder eine Gastwirtschaft auf. Ei machte dort- eine Zeche unb versuchte dann, sich durch eine Nebentür daoonzuschleichen. Die Wirtin eille ihm aber nach und konnte ihn auch stellen. In der gesttigen Hauptoerhandlung gab der Angeklagte an, daß er nicht die Absicht gehabt habe, das Mo> torrad zu stehlen, sondern er hätte es wieder zu. rückbringen wollen. Weiterhin habe er die Maschine nicht zum Kaufe angeboten. Bei seinem Vor- sprechen bei seinem Bekannten habe es sich ledig, lich um einen Scherz gehandelt. Da die. Einlassung dieses Zeugen nicht ausreichte, so konnte die Straf, kammer den Angeklagten trotz größter Bedenken weder wegen eines Betrugsoersuches, noch wegen Diebstahls bestrafen. Da der Angeklagte aber gegen den Willen des (Eigentümers das Motorrad gefah. ren hatte, so war er wegen Vergehens gegen §1 ber Notverordnung gegen unbefugten Gebrauch von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern vorn 26. Oktober 1932 zu ,bestrafen. Weil Sch. außerdem beim Führen des Motorrades nicht im Besitze eines Führer- scheins war, hatte er sich auch des Vergehens gegen §24 des Kraftfahrzeugverkehrsgesetzes schuldig gemacht. Wegen seiner Zechprellerei war der Ange« klagte wegen Betruges, und da er einschlägig vorbestraft ist, wegen Rückfallbetrugs in Strafe zu nehmen. Da er er aber den Wirt nur um einen geringen Betrag geprellt hatte, so billigte ihm das Gericht noch einmal mildernde Umstände zu. Sch. wurde zp einer Gesamtgefängnisstrafe von 1 Ickhr verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde ihm auf die Strafe angerechnet. Da der Angeklagte das Urteil annahm und auch der Staats- anwalt auf Einlegung von Rechtsmitteln verzichtete, wurde das Urteil sogleich rechtskräftig.
Wegen schwerer Kuppelei hatte sich vor der Gro- ;en Strafkammer weiterhin die Eheftau M. Sch. aus Gießen zu verantworten. Die Verhandlung and unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die Angeklagte bestritt entschieden, sich einer strafbare» Handlung im Sinne der Anklage schuldig gemacht zu haben. Sie wurde aber durch Zeugenaussagen üb erführt und zu einer Gefängnis st rafevon 8 Monaten verurteilt.
Bastelarbett in schöner Gemeinschaft vereinigt zu sehen. Die Ausstellung zeigte eine Fülle interessanter Dinge; vom Seaelflugzeugmodell bis zum Tischmodell eines Kriegsschiffes war in liebevoller Arbeit manches schone Stück herangewachsen, das dem Geist, der im Fähnlein herrscht, ein gutes Zeugnis ausstellt. Bei der Gelegenhett der Eröffnung des neuen Heimes und der Ausstellung zeigte auch ein Spielmannszug sein musikalisches Können. Die Ellern und Gäste gewannen ehren guten Gesamteindruck.
** Di e n stjub i läum. Der Weickmeister bei der Maschinenzentrale der Universttäts-Kliniken Gießen Otta Freihöffer, Gießen, Wilhelmstr. 46, feiert am 14. Juli fein 2Sjähriges Dienstjubiläum. Herr Freihöffer erfreut sich bei Vorgesetzten und Gefolgschaftsmitgliedern des besten Ansehens.
** Unfälle. Einen eigenartigen Unfall erlitt in unserer Stadt eine junge Dame aus Frankfurt. Die 26jährige Elisabeth B. kam bei einer Tanz- vorführung fo unglücklich zu Fall, daß sie beide Unterarme brach. Die Bedauernswerte wurde nach erster Hilfeleistung in der Gießener Chirurgischen Klinik in ein Frankfurter Krankenhaus überwiesen. — Der 29 Jahre' alte Kraftfahrer Wagner aus Düsseldorf mußte mit einer Jnsektenstichverletzung, die Blutvergiftungserscheinungen nach sich zog, in die Klink gebrach) werden. Unter gleichen Umständen wurde ein 51jähriger Mann aus ber oberen Frankfurter Straße in ärztliche Behandlung ge- bracht.
Abortanlagen an der Zieichsantobahn.
LPD. Frankfurt a. M., 12. IM. Die Reichsautabahnen werden, besonders an den Tankstellen, auch mit Adortanlagen aus» gestattet. Mit Rücksicht auf die zu erwartende Ver- kchrszunahme ist angeorbnet worden, außer der sichtbaren Anordnung bei Neubauten die Toiletten geräumiger als bisher auszubilden. Mit der Bereitstellung genügend geräumiger und sauber gewarteter Toilettenanlagen an den Tankstellen soll eine (^Ziehung des reisenden Publikums zur Sauberkett erreicht werden.
Gegen dasFuttermittelgesetz verstoßen
Marburg, 12. Juli. (Lpd.) Ein Mühlenbesitzer aus dem Kreise Fritzlar/Homberg stand vor dem Schöffengericht unter ber Anklage, die von ihm in den Handel gebrachte Weizen - und Roggen- kleie mit Fu11erka 1 k vermischt zu haben. Den Preis der Kleie setzte er nicht zurück unb erzielte 150 RM. Mehrverbienst. Das Schöffengericht bezeichnete dieses Verhalten des Angeklagten als einen alten jüdischen Trick unb erkannte wegen Vergehens gegen das Futtermittelgesetz auf 300 Mark Geldstrafe.
fragen. Cr erstattete einen kurzen Bericht über die Reichstagung in Dortmund, um sich bann eingehend mit der Durchführung der Holzversorgung und mit der Bedarfslenkung des Bauholzes zu beschäftigen unter der besonderen Berücksichtigung der Handhabung der Holzversorgung für 1938. Ferner sprach der Redner über Preisbildung, Buchführung und fachliche Schulung. Eine eingehende Aussprache beschloß die Versammlung.
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