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Neue Kulturstätten im Gau Hessen-Nassau

Hochsaison in der Gänsemästerei.

NSG. Im festlichen Rahmen beging am Sonn- s ausstellungen mit 30 477 Besuch« tag die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude1 mit einer Halden Million Besuch'

Aus aller Welt

lern, 37 Volksfeste lern, 220 Konzerte

Gau Hessen-Nassau ihren fünften Jahrestag im Festspielhaus in Worms, das Hunderte von festlich ge­stimmten Menschen füllte. Chöre unter Leitung von Ernst Simon und Einzelsprecher kündeten von der Neugestaltung des Arbeitslebens. Dann gab Gau­obmann Becker einen Rechenschaftsbericht über die im 5. Jahr ihres Bestehens von der NS.-Ge-

Der fünfte Jahrestag derNG.-Gemeinschast Kraft durch Freude Eine Feierstunde im Wormser Festspielhaus.

habens Nachdem Dr. Telchow (Berlin), der die Plane für den Bau mit ausgearbeitet hat, die Be­deutung dieses Instituts im Rahmen des Dierjahres- planes unterstrichen hatte, legte der Gauleiter den ro-r^!rl!er!?- Am Herrengarten erfolgte dann das Richtfest für das Institut für anorganische Physikalische Chemie. Professor Dr. Lieser hob besonders hervor, daß auch bei diesem Bau die Tatkraft des Gauleiters voranstehe, dem allein die Errichtung dieses Institutes zu verdanken sei, und betonte dann die besonderen Aufgaben, die diesem Institut in der physischen technischen Meßtunst zu- kommen. Das Jnstttut steht unter Leitung von Pro­fessor Dr. V i e w e g und wird nach den Plänen von Professor Gruber errichtet.

Gauleiter Sprenger stellte heraus, daß es gelte, den schöpferischen Geist aus der Vergangen­heit in die Gegenwart und in die Zukunft auf neue Generationen zu übertragen. Die erste Aufgabe un­serer Wissenschast sei, einen Nachwuchs heran­zuziehen, der mcht nur in der Lage sei, das Alte zu verwalten, sondern befähigt fei, aus s i ch her­aus neue größere Aufgaben xu erfassen, durchzubilden und zu meistern. Die Höherbildung der breiten Masse Schaffender nütze nichts, wenn sich der Wissenschaftler und der Erfinder nicht zugleich mit neuen Problemen befassen und neue Losungen finden würden. An die Studierenden und an die 2)>

und Büsche umgeben. Zahlreiche Verletzte Muß­ten in die Krankenhäuser eingeliefert werden.

Mädchenmörder zum Tode verurteilt.

Das Görlitzer Schwurgericht verurteitte den 1893 geborenen Richard Neumann, der zur Zeit eine 12*/..'jährige Zuchthausstrafe wegen eines Notzucht- verbrechens und Totschlages an der 17jährigen Hildegard Schulz verbüßt, wegen eines lm No­vember 1919 begangenen Mordes an dem Dienst­mädchen Hulda Forster aus Berthelsdorf bei Lauban zum Tode. Neumann hatte im Zuchthaus einem Mitgefangenen genaue Einzelheiten über den Mord an der Hulda Förster verraten.

Fünf Tage nach dem Mord zum Tode verurleilt.

Das Sondergericht Königsberg verurteilte den 31jährigen Reinhold S ch i s m a n n aus Gumbin­nen wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen Diebstahls und schwerer Urkun­denfälschung zu drei Jahren Zuchthaus und dauern­dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Schis­mann hat am 5. Dezember, also vor fünf Tagen, in der -Nähe von Gumbinnen das alte Ehepaar Buch, das entfernt mit ihm verwandt war, um­gebracht. Er wollte von den beiden Geld leihen, wurde aber abgewiesen. Darauf fuhr er nach Hause, hotte ein Beil und begab sich wieder in das Dorf, wo das Ehepaar wohnte. Er erklärte diesem, er habe seine Fahrradlaterne verloren und der Alte möge suchen helfen. Kurz darauf spaltete Schiemann ihm mit dem Beil den Schädel. Die Leiche begrub er an Ort und Stelle am Ufer der Rominte. Dann ging er ins Haus zurück und sagte der wartenden

NSG. In Abwesenheit zahlreich geladener Gäste eröffnete Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger das neue Gebäude des von Professor Dr. Eber­hardt Gegründeten Deutschen Led ermufeums in Offenbach a. M., das einzige seiner Art auf der Welt. Professor Dr. Eberhardt schilderte die Ent­wicklung des Museums, das in feinen Anfängen bis zum Jahre 1917 zurückreicht, und gab seiner Freude Ausdruck, daß es chm im Dritten Reich möglich wurde, seinen Plan zu verwirklichen, in Offenbach die umfassendste Sammlung der Welt auf dem Ge­biet des lederwirtschastlichen Schaffens zu errichten. Er dankte dann dem Führer, Gauleiter Sprenger, der DAF., der deutschen Lederwirtschaft, dem deut­schen Handwerk, der Stadt Offenbach und den zahl­reichen Gönnern aus dem Reich, die durch ihre Un­terstützung die Errichtung des neuen Museums mög­lich gemacht haben. Ministerialrat Dr. Hoffmann über­brachte die Grüße des Reichswirtschaftsministers und der Reichsregierung. Der Leiter der Reichsgruppe Lederindustrie, Ammer, bezeichnete das Museum als ein Geschichtsbuch der Weltlederwirtschaft und überreichte Professor Dr. Eberhardt eine Bronze­statue, die einen Gerber bei der Arbeit darstellt. Der Leiter des Fachamtes Bekleidung und Leder in der DAF., Neumann, übermittelte die besten Glück­wünsche des Reichsleiters Dr. Ley.

Gauleiter Sprenger dankte vor allem Profes­sor Dr. Eberhardt für die aufopferungsvolle Hin­gabe, dieses Museum zu erstellen. Er hoffe, daß sich das Werk weiter entwickle und daran die gesamte Lederindustrie teilnimmt.

Am Nachmittag begab sich der Gauleiter zu zwei Grundsteinlegunaen und zu einem Richtfest für Neubauten der Technischen Hochschule in Darmstadt. Bei der Grundsteinlegung für den Neubau des Institutes für Zellstoff- und Papierchemie, dessen Leiter Professor Jaime ist, dankte der Rektor der Technischen Hoch­schule Darmstadt, Professor Dr. Lieser, dem Gau­leiter für die tatkräftige Unterstützung des Bauvor-

Dlebstahl einer Plastik aus dem Magdeburger Dom.

In der Zeit vom 5. bis 7. Dezember wurde im Magdeburger Dom eine Sandsteinskulptur, ein Schä­ferkopf, etwa 30X20 Zentimeter groß, von unbe­kannten Tätern g e st o h l e n. Es handelt sich um ein Kunstwerk aus dem 13. Jahrhundert. Der Kopf war auf einem Sockel am Eingang zum nördlichen Chorumgang angebracht. Er ist aus einer Verklam­merung losgelöst worden. Für die Wiederherbei­schaffung des Kunstwerkes oder für die Ermittlung des Täters wird eine Belohnung ausgesetzt. Der Schäferkops hatte mehrere Jahre im Remter gelegen und erst vor kurzem auf Anordnung des Provm- zialkonservators den Platz am Choreingang erhalten. Da ein Verkauf des Kopfes kaum in Frage kommen kann, dürfte es sich bei dem Dieb um einen Kunst­kenner handeln, der das wertvolle Stück für ferne eigene Sammlung gestohlen hat. Es handelt sich um eine der schönsten Skulpturen aus der Blütezeit der deutschen Bildhauerei.

Verheerender Orkan über Sydney.

Am Wochenende ist die Stadt Sydney (Neusüd­wales) von einem Orkan heimgesucht worden, wie er seit 50 Jahren dort nicht mehr erlebt wurde. Der Stürm, der zeitweilig eine Stundengeschwindig­keit von über 110 Kilometern entwickelte, richtete in der Stadt, im Hafen und in der Umgebung einen Schaden an, den man bisher auf über 600 000 Pfund Sterling schätzt. Allein vier Fabriken fielen Brän­den zum Opfer. Die Stadt war am Montagfrütz immer noch von einem Ring brennender Wälder

mit 82 566 Besuchern, 600 Variete- und Bunte Abende mit 225 596 und 267 Dorfgemeinschasts- abende mit 111654 Besuchern. Das Deutsche Volksbildungswerk zählte 2971 Veranstal­tungen mit 405 502 Teilnehmern. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fast die Hälfte. Der erstmalig durchgefuhrte Sport- a p p eH der Betriebe wirkte sich zu einer machtvollen Kundgebung für den Gedanken der körperlichen Ertüchtigung aus. 400 Betriebe waren zu diesem Appell angetreten. 22 Betrieben konnte der TitelGausieger" zuerkannt werden, und ein Betrieb, die Firma Klimsch & Co., Frankfurt, wurdeReichssieger". An allgemeinen Sportkursen nahmen 167 565 Volksgenossen teil, an den Sport­kursen der Betriebe 356 317.

(Bauleiter Sprenger

gab dann seiner Freude über den großen Erfolg der Freizeitorganisatton in unserem Gau Ausdruck und betonte, daß KdF. die beste Einrichtung sei, um die Worte des Führers, die er zu Beginn seines Kamp­fes auf feine Fahnen geschrieben hätte:Männer der Stirn und der Faust vereinigt euch!" in die Wirklichkeit umzusetzen. Von dem tiefen Sinn der NS.-Gemeinschaft ausgehend, müßten wir zu einer neuen Gesellschaftsform vorstoßen. So wie wir alle gemeinsam an der Leistungssteigerung teilhaben, so müßten wir auch gemeinsam die Freude erleben. Nachdem er sich gegen, die Volks­genossen gewandt hatte, die glauben, abgeschlossen ihrem eigenen Vergnügen nachgehen zu muffen, hob er hervor, daß in Zukunft das Gesellschaftsleben auf breite Grundlage, die das Volk bedeutet, gestellt wer­den müsse. Im Gau Hessen-Nassau seien wir auf dem besten Wege, dies zu erreichen.

Der Gauleiter zeichnete dann vier Betriebe mit dem KdF. -Lei st ungsab Zeichen aus: das JG.-Hochhaus in Frankfurt a. M, die Milchversor- gungs-AG. in Frankfurt a. M., die Rohvappengefell- fchast in Worms und die Firma Pfeiffer & Diller in Worms. Anschließend verteilte er die Urkunden an die Gau- und Kreissieger im Sportwett kampf der betriebe. Den Jahrestag beschloß eine bunte Geburtstagsfeier unter dem MottoFreut euch des Lebens", der auch Gauleiter Sprenger beiwohnte. Die künstlerisch vollendeten Darbietungen des reichhalti­gen und abwechslungsreichen Programms lösten bei den Besuchern große Begeisterung aus.

zenten richtete der Gauleiter dann die Mahnung, dafür zu sorgen, daß die Studenten, die dazu be­fähigt sind, s i ch dem Lehrberuf wid­me n. Es müsse gelingen, einen Nachwuchs in ge­nügender Zahl für alle Gebiete au finden. Damit dieses Ziel erreicht wird, bestehe die Verpflichtung, die besten und modernsten Mittel, sei es in bezug auf Gebäude oder Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.Wenn wir", so schloß der Gauleiter,ver­eint von so hohen Gesichtspunkten getragen, an unserem Werke bleiben, dann gelingt es dem Füh­rer, ein Volk zu schaffen, das der Sonne zustrebt."

meinschaft .Kraft durch Freude" geleistete Arbeit und Dcrband damit den Dank an Gauleiter Spren­ger, dessen voller Einsatz hinter dem Werk steht, und an den Oauroart von Reckowski. Das deutsche Volk habe das Lachen wieder gelernt. Wo gearbeitet wird, muß auch Fröhlichkeit fein, denn allein aus einer freudig geleisteten Arbeit erwächst ihr wahrer innerer Wert. Dieser hohen Aufgabe dient feit fünf Jahren die NS.-Gemeinschaft,Kraft durch Freude". Fast die Hälfte seines Lebens, so fuhr der Gau­obmann fort, verbringt der Arbeiter an seinem Werkplatz. Es ist daher selbstverständlich, daß die­ser Arbeitsplatz und seine Umgebung eine würdige Ausgestaltung erfahren muß. Die AbteilungSchön­heit der Arbeit" konnte in dem vergangenen Jahre 795 Betriebsbesichtigungen durchführen. Im Gau Hessen-Nasiau wurde in diesem Jahr für Verbesse­rungen in diesem Sinne 3 660 651 RM. aufgewandt. Besondere Beachtung verdienen die Aktionen Warmes Essen im Betrieb" undGutes Licht gute Arbeit".

Während das AmtReisen, Wandern, Urlaub" im Jahre 1934 170107 Teilnehmer erfassen konnte, hat sich diese Zahl im vergangenen Jahre um fast das Achtfache erhöht. Ins-, gesamt sind 1938 1298 713 Volksgenossen im Gau Hessen-Nassau ersaßt worden. An 3176 Wanderungen nahmen 149 982 Volksgenossen teil. Durch seine land­schaftliche Schönheit ist das Rhein-Main-Gebiet zu einem der beliebtesten Aufnahmegebiete für KdF.- Urlauber aus allen Gauen geworden. 328 518 Volksgenossen fanden in unserem Gau Erholung. Wenn im vergangenen Jahr in 4420 Veranstaltun­gen kultureller und un^rhaltender Art im Gau Hessen - Nassau zweieinhalb Millionen schaffende deutsche Menschen einen sinnvollen Feier­abend erlebten, so ist diese Zahl schon ein Lei­stungsbeweis, wie ihn keine Kulturorganisation der Welt bisher erbringen konnte. In der Winterspiel­zeit 1937/38 wurden in 1423 Theaterveranstaltungen über eine halbe Million Menschen in das Theater geführt. Weiter wurden veranstaltet: 31 Werkkunst-

12000 Gänse auf einem Hof. Täglicher Kutterverbrauch: 120 Zentner.

Bon unterem (5onberbend)terflatter

Neutrebbin, Oderbruch, tm Dezember.

Es ist also doch wahr! Schon wiederholt hatten wir auf Landstraßen im Osten Berlins ganze Lastautos mit geschlachteten Gänsen gesehen. Wir erkundiaten uns und gerieten an Leute, die uns weismachen wollten, es gäbe Gänse- mäftereien, die mehrere taufende dieser nützlichen Vögel auf dem Hof hatten. Diese Aufschneiderei war uns denn doch zu viel. Kurz entschlossen fuh­ren mir ins klassische Land der Gänsemastkunst, ins Oderbruch und wurden von kundigen Einge­borenen hierher gewiesen, wo es eine der größten Mästereien überhaupt geben sollte.

Schon von der Straße hört man weithin das unaufhörliche Gebrabbel und Gezeter, zwischendurch zornig gellende Schreie, wie sie selbst die schrillste Trompete nicht zustande brächte. Obwohl dieSai­son" jetzt im Dezember und zumal vor Weihnach­ten auf dem Höhepunkt ist, werden wir freundlich empfangen, durch das Haus geleitet und dann auf den riesigen Hof geführt, der im Hintergrund durch eine schier endlose massive Scheune ober dergleichen abgeschlossen wird.

Man ist ein Stück in der Welt herumgekommen und hat viel gesehen und erlebt. Ader nun steht man doch ein wenig fassungslos da: ein kaum über­sehbares Meer wimmelnder weißer Gänse, gelegent­lich ein dunkler Aals dazwischen. Kleine Straßen mit Feldbahngleisen teilen das mächtige Hofgelände in große Blocks, die wieder in die ein­zelnen Einzäunungen, dieHocks", zerfallen. In jedem Hock fressen sich 100 bis 125 Gänse Tag und Nacht dick und fett.

Das find also doch mehrere tausend Gänse?" Der Betriebsführer, der uns persönlich begleitet und dabei doch die Augen überall hat, bei den Fütterern, bei den Packern, bei der Schlächterei, bei der Futterausgabe und weiß Gott wo noch, lächelt: Im Augenblick lind es 12 0 0 0", meint er so nebenbei. Und während er hierhin eine Anordnung ruft und dorthin eine Frage der hin» und hereilen- den Fütterer beantwortet, erzählt er uns Stadtmen­schen ein bißchen vom Leden und Sterben einer Mastgans. Wir haben keine Zeit zu staunen, wir notieren schnell das Wichtigste.

Hauptlieferant ist Polen, daneben Litauen. Die Magergänse, auf den Grenzbahnhöfen tierärztlich ftreng geprüft, kommen mit einem Gewicht von 7 bis 7,5 Pfund an. In nur 5 Wochen fressen sie sich hier auf dem Hof zu den Prachtstücken heran, die da um uns herum einen Höllenlärm machen. Nach einem leichten Eingewöhnungsfutter aus Kohl­rüben, Möhren und Kartoffeln bekommen sie ein in langen Jahren und unzähligen Versuchen ausge- tüfteltes Mast-Kraftfutter, dessen Haupt­bestandteile Mais, Gerste und Hafer sind (das übrige ist natürlich Geschäftsgeheimnis, was man! bei dem großen Risiko dieses reinen Saisongeschäf­tes verstehen kann). Je ein Fütterer versorgt 2000 Tiere. Die Gans, gefräßig bis dort hinaus, schlingt am Tag ein volles Pfund Mastfutter hinunter. Das macht pro Tag 120 Zentner, im Monat 3600 Zentner Futter, auf diesem Hof! Daher also das endlose Futtergebäude im Hintergrund, wo die Elevatoren gerade eine neue Ladung ins obere Geschoß befördern und der Motor der Misch­maschine brummt. Frost oder Schnee machen den Gänsen, die im dicken Federpelz auf schönem Lang- trotz stehen, nichts aus; ein so warmer Winter wie dieser ist den ©anfemäftern keine reine Freude, die Gänse gedeihen merkwürdigerweise am besten bei 2 bis 3 Grad Kälte!

Aber gehen wir weiter in diesem geräuschvollen Betrieb. Der Schlachter ist ein Virtuose seines

Faches. Die Gans stirbt ihren Gänsetod völlig schmerzlos: ein betäubender Schlag mit einem Holzhammer auf den Kopf, ein schneller sicherer Schnitt in den Hals, der sie leerbluten läßt; sie ist hinüber Auch hier ist alles blitzsauber wie in dem ganzen Betrieb. Wir steuern auf eine Glastür zu, hinter der fröhlicher Gesang mit Musikbegleitung zu hören ist. Da sitzen in einem schneeweiß Gekachelten großen hellen Raum 30 Frauen bei der Rupfarbeit. Die Arbeitstische find weiß lackiert und mit weißem Wachstuch überzogen, an den Wänden fröhliche Bilder und muntere Sprüche, dazu die Musik aus dem Lautsprecher kein Wun­der, daß man nur frohe Gesichter sieht und diese geschulten Rupferinnen 40 bis 50 Gänse pro Person und Tag schaffen. Im Dezember gehen jetzt täglich 800 bis 1000 Stück, säuberlich in Kör­ben verpackt, an die Händler, nachdem die fertig gerupften Gänse einen Tag bei 4 Grad Celsius im Kühlraum gehangen haben.

Zufriedene und frohe Gesichter sieht man in die­sem ganzen Betrieb, und das hat der Betriebs­leiter mit sozialen Einrichtungen fertig gebracht, die in dieser Branche einzig dastehen. In den beiden Gemeinschaftsräumen fühlt man sich so­

fort behaglich; an den Wänden die Bilder unserer führenden Männer und schöne sinnvolle Sprüche, aus den Tischen Blumen und Zeitschriften, Rund­funk, eine kleine Bücherei, sogar Kochgelegenheit für die, die mittags nicht nach Hause ins Dorf fahren. Aber der Schlager find die hochmodernen Dusch- und Baderäume, nebenan für Wannen- und Brausebäder, mit neuzeitlichen hygienischen Wasch­anlagen, alle blitzblank und weiß gehalten. Die sehr gewitzte Hausfrau zeigt uns schmunzelnd eine or­dentlich geführte Badeliste, die in fröhlicher Kame­radschaft sogar Wasserscheue zu Sauberkeitsfana­tikern erzieht. Dieser Betrieb steht im Leistunas- kampf vermutlich mit vorne an. Das ganze wird unterstützt von einer mustergültigen Betriebsord­nung, in der beispielsweise auch die Leistungs- Prämien für die Gefolgschaftsmitglieder festgelegt find; je weniger Todesfälle ein Fütterer unter sei­nen 2000 Gänsen hat, um so höher steigt seine Prämie. Jeder Todesfall wird genau untersucht, da­mit niemandem ein Unrecht geschieht. Nach diesem gescheiten System, das innerhalb des Betriebes einen ständigen Leistungswettkampf ermöglicht, bringen tüchtige Fütterer zu Weihnachten bis zu 600 Mark Prämienverdienst nach Hause! Und die werden nicht der Substanz des Be­triebes entzogen, sondern find durch die Erziehung zur Sorgfalt und Pflichttreue, hier durch Vermei­dung unnötiger Verluste ehrlich erworben.

In der kommenden Woche steigt der allmonatliche Betriebsabend. Wir sind herzlich eingeladen und sagen gern zu. Sehr nachdenNich fahren wir nach Hause. Wir waren hergefahren, um mal schnell eine Gänsemästerei zu sehen, und fanden zugleich eine vorbildliche Betriebsführung von wahrhaft sozialer Gesinnung. Dr. Buresch.

)2jährigen Frau, der Onkel habe sich den Fuß ver- taucht; sie möge mitkommen und ihm nach Hause )elfen. Der Rohling ermordete bann auch noch die Frau, die er gleichfalls am Abhang des Flusses begrub. Nach diesen grausigen Mordtaten stahl er das Sparkassenbuch und hob 700 Reichsmark ab. Schon am Tage darauf konnte der Tlörder ver­haftet werden.

Wieder ein jüdischer Gieuerbetrüaer.

Lpd. F r a n k f u r t a. M, 10. Dez. Der Jude Si­mon Goldschmidt in Frankfurt a. M. hat in den Jahren 1930 bis 1937 Einkommensteuer und :n den Jahren 1931 bis 1938 Gewerbeertragssteuer hin­terzogen. Das Finanzamt Frankfurt a. M.-Ost hat jetzt gegen den Juden eine Geldstrafe von z u- ammen 10 000 Mark festgesetzt.

Jüdischer Vankerott-Prozeh in London.

Vor einem Londoner Gericht läuft zur Zeit einer der typisch jüdischen Bankrottprozesse, wie mir sie in Deutschland aus der Systemzeit noch in übelster Erinnerung haben. Der Filmjude Julius H a a e n , dessen richtiger Name Julius Jakob Klei- menhagen ist, hat nicht weniger als 416 000 Pfund Schulden, denen ein Vermögen von 50 000 Pfund gegenübersteht. Kleimenhagen, 54 Jahre alt und durch die Naturalisierung seiner Eltern britischer Staatsangehöriger, wurde 1929 Direktor einer Film­gesellschaft mit einem jährlichen Gehalt von 1500 Bfund (damals 30 000 Mark). Mit einem Jahres- ehalt gründete er eine neue Filmgesellschaft, machte ich zum Generaldirektor und sicherte sich das nette Monatsgehalt von 600 Pfund zuzüglich Spesen. In den folgenden Jahren beteiligte er sich noch an Der« chievenen anderen Filmgesellschaften, die aber in- olge der steigenden Produktionskosten in Schwierig- eiten gerieten. Großzügig übernahm Hagen Garan­tien bis zu 525 000 Pfund, ohne daß er je in der Lage gewesen wäre, im Ernstfälle auch nur einen Teil dieser Garantie einzulösen. Hierüber mar sich Hagen auch vollkommen klar, denn er ließ sich vor- ichtigerweise beftätigen, daß er nur für kleine Be- räge in Anspruch genommen werde. Das Gericht war der Meinung, daß Hagen gewagte Geschäfte riskiert und zuviel in die eigene Tasche gesteckt habe. 1937 machte Hagen einen letzten Versuch mit einer Neugründung, für die er sich 500 Pfund bei einem Geldverleiher pumpte, der nunmehr auch um sein Geld betrogen ist. Der Prozeß ist noch nicht ab» geschlossen.

Verwegener Ueberfall auf eine Bank in Glasgow.

Ein verwegener Raubüberfall wurde von vier unbekannten Tätern auf die Royal Bank of Scotland in Glasgow durchgeführt. Während zwei der Täter vor der Bank in einem Kraftwagen mit laufendem Motor warteten, drangen zwei weitere in den Schalterraum ein. Einer von chnen hiett die anwesenden Beamten mit entsichertem Revolver in Schach, während der andere eine Kaffe leer machte. Anhaltspunkte über die Personalien der Täter liegen

nicht vor. Der Kraftwagen konnte entkommen, ohne daß die Tat vom Publikum wahrgenommen morden

Wetterbericht

Noch immer geht ein breiter Strom subtropischer Warmluft über dem europäischen Festland nord­wärts. In seinem Bereich blieben die Temperaturen ist Westeuropa leicht über 10 Grad, vielfach sogar über 15 Grad, mährend fein Einfluß bei uns, be­hindert durch die vorgelagerte Alpenkette, ungewöhn- lich mildes Wetter bedingt. Der Frankfurter Wetter­flieger erreichte am Montagmorgen die Nullgrad­grenze erst in 2800 Meter und traf zwischen 800 bis 1000 Meter Höhe Temperaturen bis 15 Grad an. Die Großwetterlage erfährt vorerst wenig Aende- rung.

Vorhersage für Dienstag: Morgens viel­fach dunstig, sonst wolkig bis aufheiternd und im allgemeinen trocken, tagsüber mild, nachts vereinzelt leichter Frost; Winde um Süd.

Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 12. Dezember: morgens0,9 Grad. Maximum 5,5 Grad, Mini­mum heute nacht1,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Dezember: abends 2,7 Grad; am 12. Dezember: morgens 1,5 Grad. Sonnen­scheindauer 2 Stunden.

wlntersporlnachrichten.

Vogelsberg: Keine Sportmöglichkeiten. Taunus: Keine Sportmöglichkeiten.

Rhön. Wafferkuppe: Heller, 0 Grad, Gesamt- schneetzöhe 8 cm, vereist, Schi und Rodel mäßig.

Straßenwetterdienst der Generalinspektion.

Berlin, 11. Dez. (DNB.) Im allgemeinen schnee- und eisfrei. Auf den Straßen München- Salzburg ab Siegsdorf und MünchenStuttgart bis Günzberg tauendes Glatteis. Sttaßen find ge­streut. Allgemeines Straßennetz: Im Flachlande schnee- und eisfrei. In Steiermark, im südlichen Schwarzwald und teilweise in den Sudeten fest­gefrorene Schneedecken, Glatteis. Straßen find oder werden gestreut. Schneeketten find mitzunehmen. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist von Ferleiten- Hochtor bis Heiligenblut unpassierbar. Sonstiger Straßenverkehr überall unbehindert.

Hauptschriftleller Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil:ErnstBlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 38: 10718. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Rr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

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