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Nr.239 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)Mittwoch, U.GNober (938
Der Gauobmann der DAF zum WHW
Aus der Stadt Gießen.
Herbstfarben.
Länger als in anderen Jahren hat sich in diesem Herbst die tiefe, sattgriine Färbung unserer Walder erhalten. Nun tauchen aber doch die gelben, braunen und roten Farbtöne auf, die sich ein paar Lochen lang zu einer leuchtenden Harmonie vereinen und erst noch dem ersten Frost >hren chohepunkt erreichen. Dennoch ,st es nlcht d>° zunehmend- Herbstkälte, die Vergilbung und Laubabfall bewirkt, wenigstens nicht unmittelbar. Wie uns grade das Beispiel dieses Herbstes lehrt, ist die Verfärbung des Laubes wesentlich ein Dertrocknungsprozeß.
In der Regel fällt dieser Dertrocknungsprozeß allerdings mit der fortschreitenden Abkühlung von Luft und Erde im Herbst zusammen, die den- Tätigkeitskreis der Wurzeln enger und enger einschränkt und bewirkt, daß Baum und Strauch ihre Säfte nicht mehr hinaus bis in die Blätter schicken, während an den sonnigen Herbstmittagen die Verdunstung in den Laubkronen ihren Fortgang nimmt. Wenn auf diese Weise die Blätter nicht mehr genügend mit Feuchtigkeit ernährt werden, zerfallen die in ihnen enthaltenen Farbstoffe. Das Blattgrün oder Chlorophill, von dem wir wissen, daß es die vorwiegend grüne Färbung des Laubes verursacht, wird zerstört, und die anderen Farbstoffe bekommen die Vorherrschaft. Diese Farbstoffe sind hauptsächlich das Tanthophyll und das Karotin, die die Gelbfärbung bewirken, während die Rötung in erster Linie durch das neugebildete Anthocyan hervorgerufen wird. Diesem kommt im Haushalt des Baumes eine wichtige Rolle zu. Er hat gewissermaßen die Aufgabe eines „Lichtschirmes", um das lichtempfindliche Chlorophyll vor der zu.raschen Zerstörung durch intensive Strahlung zu bewahren. Das Anthocyan- Rot bildet ein Hindernis für die grünen Strahlen, während rote, blaue und violette fast ungeschwächt hindurchgehen.
Dem flüchtigen BliU auf einen herbstlichen Zweig scheint es, als ob grüne, gelbe und rote Blätter regellos durcheinander stehen. Schauen wir aber genauer hin, so bemerken wir eine Gesetzmäßigkeit, indem das grüne Laub sich an der Spitze des Astes befindet. Dann folgen gelbgrüne und gelbe, endlich in der Nähe des Stammes die braunen Blätter, fo daß die Verfärbung vom Stamm nach der Spitze hin fortschreitet. Ebenso gesetzmäßig vollzieht sich die Verfärbung des einzelnen Blattes. Bei länglichen Blättern beginnen, die lichten Töne an der Blatt- spitze und bringen dann nach der Mitte vor, während bei runden Blättern die Aufhellung vom ganzen Rande ausgeht und sich über das Blatt ver- vreitet. Diese gesetzmäßige Verfärbung hängt aufs engste mit den Transportbahnen in Blatt und Baum zusammen. Am längsten bleiben die Parenchym-Zellen, die den Wassergefäßen am nächsten sind, grün. Auch das Licht spielt beim Farbwechsel eine wichtige Rolle, Lichtmangel fördert im Innern der Baumkrone die Vergilbung, die leuchtend roten Töne freilich entstehen nur bei stärkerer Belichtung.
Beim Anblick des fallenden Herbstlaubes sprechen wir poetisch wohl von einem „Sterben der Natur". Und doch stellt auch der Herbst nur eine Wachstumsperiode im Kreislauf der Natur dar, eine umgekehrte als die des Frühlings. Nicht einmal das einzelne Blatt stirbt, sondern es löst sich in lebendem Zustand, wenn auch geschwächt, vom Baum ab. Durch ungenügende Ernährung des Blattes wächst zwischen Zweig und Blatt allmählich eine kleine Trennschicht heran, schiebt sich wie ein Keil dazwischen und bewirkt die vollständige Loslösung des Blattes, wobei der Wind nur noch den letzten Anstoß gibt. Durch diese Abstoßung seines Laubkleides aber erhält der Baum sich den Winter über lebensfähig. Er tut im Grunde dasselbe, was der Hamster tut, wenn er sich zum Winterschlaf in die Erde zurückzieht. Er beutet in wochenlanger systematischer Arbeit seine Blätter aus, schafft die brauchbaren Stoffe, Blattgrün, Eiweiß, Zucker in fein Inneres, und schränkt dann seinen Kräfteverbrauch, feinen Haushalt so eng wie möglich ein. Blickt man im
Zwei Hamsun-Anekdoien.
Migeieili von Richard Gerlach.
Wie jenes Städtchen an der deutsch-polnischen Grenze lag, aus ■ dem unsere Freundin stammte, ließ sich mit Worten nur schwer beschreiben, aber Knut Hamsun wollte es genau wissen. Es war am einfachsten, es mit ein paar Strichen anzudeuten. Die Kartenskizze war rasch entworfen. Aber der Dichter wollte noch etwas fragen, er bat um den Bleistift. Dieser war bereits wieder an feinem Ort in der Handtasche, nun wurde er hervorge- zogen und sollte aus seinem Behältnis genommen werden. Knut Hamsun ließ sich das Futteral aus rotem Leder selbst geben und hielt es einen Augenblick anerkennend vor sich hin. Es war ein hübscher kleiner Scherz mit einem Reißverschluß, den die behutsame Hand vorsichtig zurückzog. Gehalten durch eine zierliche Schlaufe stak da ein Patentstift, glänzend und rosenrot, oben zum Drehen. Knut Hamsun löste ihn und zögerte betrachtend. Er lächelte dem verführerischen Schreibwerkzeug zu, er sah sich das an. Was für Gedanken ließen sich mit einem solchen Stift auf das Papier fetzen? Mußte es nicht leicht fallen, mit ihm von Liebe unb Glück zu berichten? Konnte er nicht Torheiten hinfprubeln lassen, elegant, halber Schein, eilig gestandene Worte? Ober bachte ber Dichter, baß er nie begleichen besessen habe? Hatte ihm vielleicht ein Stummel von einem Bleistift genügt, bas Geheimnis bes Lebens aufzuschreiben? Er wußte jetzt alles, was ber rote Stift erfinden könnte, ben Bericht ber Liebe ober ber Traurigkeit, er wiegte bemunbernb bas Haupt. Dann zog er eine Linie nach, die er noch erklärt haben wollte.
Knut Hamsun hatte uns gesagt, fein Barbier fei ein Kollege von ihm, er fei ein Poet. Wir sahen den Dichter fast täglich am späten Nachmittag die Hauptstraße der südlichen Stadt hinuntergehen, dann trat er in den Friseurladen ein, und etwas später saß der große Mann mit zurückgelegtem Kopf und eingefeiftem Kinn hinter dem offenen Fenster. Wir erkannten ihn von weitem, von der gegenüberliegenden Seite des Platzes.
Der Barbier aber, der ein Poet war, schwang öw.ischen Daumen und Zeigefinger das Rasiermesser. Wir konnten nicht hören, was er sagte, aber es s?h so aus, als ob er Verse deklamiere, ejgene Verse womöglich, und unter dem Messer lag Knut Hamsun und konnte sich nicht rühren. Dennoch, der Dichter kam jeden. Nachmittag wieder, woraus man schließen kann, daß me Verse des Barbiers viel«
NSG. Der Gauobmann der DAF., Willi Becker, erläßt zum diesjährigen Winterhilfswerk folgenden Aufruf:
„Deutsche Arbeiter und Angestellte haben die Not in bitteren Jahren des Zerfalles kennengelernt. Ungezählten wurde einst durch das Winterhilfswerk geholfen. Sie werden das nie vergessen!
Wenn deshalb in diesen Wochen das ganze deutsche Volk durch den Führer wieder dazu aufgefordert wurde, feine Opferbereitschaft unter Beweis zu stellen, so werden die deutschen Arbeiter und Angestellten freudig bereit fein, diesem Ruf Folge zu leisten.
Wir waren in diesem Jahr Zeuge unvergleichlicher geschichtlicher Ereignisse. Wir haben aber auch erlebt und gesehen, welch' große Not unsere deutschen Brüder außerhalb ber Grenzen bes Altreiches noch jahrelang ertragen mußten, nachbem ben Schaffenden unseres Reiches längst burch bie großen Maßnahmen bes Führers zu Arbeit unb Brot verhalfen war.
Es gilt in biefem Winter neben ben sonstigen Aufgaben bes Winterhilfswerkes, wozu bie vorsorglichen Maßnahmen unserer sozialen Arbeit gehören, bie große Not in ber Ostmark weiter zu beseitigen und für bie heimgekehrten fudetenbeutschen Brüber erhebliche Mittel bereitzustellen.
Um ben in biefem Jahre besonders großen Anforderungen an das WHW. gerecht werden und das
3n ben allgemeinen Richtlinien für die Sammelaktion ber DAF. wurde bereits bekanntgegeben, daß in allen Betrieben ein Sonderbetriebsappell anzufehen ist, bei dem die Betriebsfammlung durchgeführt wird.
Die B üd)f enausgabe für die Gießener Betriebe erfolgt am Freitag, 14.10., von 15 bis 16 Uhr bei der Kreisamtsleitung der RSV., Gießen, Goethestraße 34.
Die Abrechnung muh am Samstagoormittag bei der Bezirkfparkaffe, Gießen, Johannesstrahe erfolgen.
Die Straßenfammlung innerhalb der Stadt Gießen beginnt für sämtliche Ortsgruppen am 15.10., nachmittags 4 Uhr, und am 16.10., vormittags 9 Uhr.
Spätherbst in bas Innere eines Baumes, fo sieht man die aus ben Blättern zurückgezogenen Stoffe in den Zellen aufgespeichert, die wie winzige Säcke mit Stärkekörnern gefüllt, oder reich mit Fett versehen sind. So bewahrt sich der Baum die Kraft, die kalte Jahreszeit über auszuhalten und im Frühling feine Säfte von neuem steigen zu lassen.
। / C. K.
Vornoiizen
Tageskalender für Mittwoch.
Stadttheater: 19.30 Uhr „Eine Frau wie Jutta".— Gloria-Palast, Seltersweg: „Narren im Schnee". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Im weißen Rößl".— Kneipp-Vereinigung: 20 Uhr im Katholischen Vereinshaus, Vortrag von Frau Dr. med. Knippen: „Frauenkrankheiten, ihre Verhütung und Heilung".
Erstaufführung „Line Frau wie Jutta".
Heute um 19.30 Uhr findet die Erstaufführung des neuen Lustspiels der bekannten Autorin Möller
leicht gar nicht zu schlecht waren, oder daß es dem großen Mann Spaß machte, auf diese ungewöhnliche Weise mit der Literatur in Berührung zu kommen. i
Ob der Barbier wußte, mit wem er es zu tun hatte, ist fraglich. Er wäre sonst doch wohl vor Ehrfurcht verstummt, ja, es wäre zu befürchten gewesen, daß das Messer in seiner Hand gezittert hätte.
Salzfaß und Käseglocke.
Von Christian Bock.
Die Geschichte, die hier erzählt werden soll, spielt in der jungen, sehr jungen Zweieinhalbzimmerehe, die Hans Schwipper vor knapp acht Tagen ein« gegangen ist. Sie spielt, um Zeit und Ort noch näher anzugeben, bei Tisch am Abend des siebten Tages in dieser jungen Ehe, unb Friedrich, der Freund aus Hans Junggesellenjahren, ist einge- laden.
So, unb nun lest alles genau unb paßt auf, wie lehrreich bie Geschichte ist — für Männer wenigstens, die noch nicht länger als acht Tage verheiratet finb, und unter der Voraussetzung, daß ihrs junge Frau die Geschichte nicht auch liest.
Ich sage euch, versteckt die Zeitung vor ihr oder schmeißt sie besser gleich in den Ofen und behauptet, es wäre heute keine Zeitung gekommen. Denn wenn eure junge Frau die Geschichte auch gelesen hat, ist es aus und vorbei.
Also, können wir anfangen?
„Wir können anfangen", lächelte die junge Frau Schwipper unb reicht ben Brotkorb herum.
„Entschuldige", sagt da Hans Schwipper und steht auf vom Tisch.
„Fehlt etwas?" fragt seine junge Frau.
„Nur Salz", sagt Hans und ist schon in der Küche.
Er kommt mit einem Salzfaß zurück.
Wie er über die Türfchwelle geht, stolpert er. Das Salzfaß fliegt ihm aus der Hand und zerschellt auf dem Boden.
Die junge Frau stößt ihren ersten Hausfrauenschrei aus und steht auf, um die Scherben des Unglücks zusammenzufegen.
„Entschuldige, bitte!" sagt Hans bedauernd und setzt sich wieder hin.
Er ist fo ungeschickt, denkt Frau Schwipper, aber reizend ist es natürlich, daß er selbst aufsteht, um Salz zu holen.
Sie sitzen wieder beisammen am Tisch.
Winterhilfswerk 1938/39 wiederum zu einem vollen Erfolg führen zu können, soll jeder einzelne, wie auch in den Vorjahren, 10 v. H. aus feiner von Lohn oder Gehalt berechneten Einkommensteuer dem WHW. zur Verfügung stellen. Die Betriebsführer behalten diese Beträge ein und führen sie an das Winterhilfswerk ab.
Als Gauobmann der DAF. fordere ich daher alle Schaffenden zur besonderen Opferbereitschaft auf!
Arbettskameraden!
Der Führer hat Sudetendeutschland zum Mutter-, lande zurückgeholt. Mährend im allen Reichsgebiet die Arbeitslosigkeit beseitigt worden ist, herrscht im deutschen Sudetenland Rot und Elend. Unsere sudetendeutschen Volksgenossen sehen voll Zuversicht auf uns. Wir müssen und wollen ihnen schnellstens helfen. Durch die Tat wollen wie beweisen» daß wir in Großdeutschland eine große Schicksalsgemeinschaft geworden sind.
Arbeitskameraden! Was wir opfern, geben wir unserem Volke. Daran wollen wir denken, wenn wir am 15. und 16. Oktober unsere Spende in die Sammelbüchse werfen und damit gleichzeitig unserem Führer unseren Dank abstatten!
Heil Hitler!
kaheumeler, Backhaus,
Kreisobmann der DAF. Kreisleiter.
Alle Vetriebssührer, Vetriebsobmänner, KdF.- Warte, sowie Vertrauensmänner bitten wir, eine Stunde vor Beginn der Sammlung bei ihrer zuständigen Ortsgruppe in den nachstehend genannten Lokalen zum Büchsenempfang für die Straßensammlung anwesend zu sein. Die Abrechnung erfolgt ebenfalls in diesen Lokalen.
Gießen-Mitte: Württemberger Hof, Bahnhofstraße, Inh.: Pg. Ruht.
G i e ß e n - O st: Ortsgruppen-Amtsleitung, Kaiserallee 34.
Gießen-Siid: Ortsdienststelle der RSV.» Erednerstraße 24.
Giehen-Rord: Cafe Leib, Walltorstrahe.
Deutsche Arbeitsfront, Kreiswaltung Detterau.
und Lorenz statt. „Eine Frau wie Jutta", Lustspiel in drei Akten, Hot sich schon mit großem Erfolg zahlreiche Bühnen des Reiches erobert. Spielleitung Karl Volck, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 3. Vorstellung der Mittwoch-Miete statt. Ende 21.30 Uhr.
Zuwendungen des WHW. und der 7lSD. sind zusätzlicher Art. NSG. In einem gemeinsamen Runderlaß des Reichsarbeitsministers und des .Reichsfinanzministers wird darauf hingewiesen, daß die NS.-Volks- wohlfahrt und das Winterhilfswerk eine ergänzende und zusätzliche Fürsorge betreiben. Sie selbst tragen, so heißt es in dem Erlaß, die Gewähr, daß diese zusätzlichen Leistungen neben der gleichzeitig laufenden öffentlichen Fürsorge die Grenzen einhalten, über die hinaus gleichzeitige öffentliche Fürsorge ungerechtfertigt wäre; durch Zusammenarbeit mit
Da steht Hans plötzlich auf und will wohl wieder etwas holen.
„Fehlt noch etwas?" fragt feine Frau.
„Nur Käse", sagt Hans und ist schon in der Küche.
Er kommt mit der Käseglocke zurück. Wie er eben die Türschwelle schon überschritten hat, stolpert er. Die Käseglocke fliegt ihm aus der Hand und zerschellt am Boden.
Die junge Frau stößt ihren zweiten Hausfiauen- schrei aus und steht auf, um die Scherben des Unglücks wieder zufammenzufegen.
„Entschuldige, bitte!" sagt Hans bedauernd und setzt sich wieder hin.
Wie nett er gegen mich ist, denkt Frau SHwip- per, aber es geht nicht, daß er das ganze Küchen- geschirr zerschlägt.
Sie sitzen wieder beisammen am Tisch.
Da steht nach einer Weile Hans wieder auf.
„Nein!" ruft feine Frau und steht schnell auf, „was fehlt dir noch, ich hole es dir."
„Ach", sagt Hans, „nur Pfeffer."
Frau Schwipper geht in die Küche Pfeffer holen und währenddessen flüstert Hans feinem Freund Friedrich zu:
„Wenn du mal heiratest, mußt du das auch gleich machen, Aber gleich, nachher hilft'es nichts mehr.
„Was?" fragt Friedrich und versteht nicht.
„Was ich gemacht habe!" sagt Hans. „Aber hätte ich jetzt nicht gleich alles fassen lassen, dann hätte ich mein Leben lang Salzfässer und Käseglocken aus der Küche holen müssen."
Friedrich staunt noch offenen Mundes, während Frau Schwipper lächelnd mit dem Pfefferstreuer aus der Küche kommt.
Der Angriff auf die Stratosphäre.
In Zakopane ist alles bereit, sobald Windsttlle eingetreten ist, den Ballon „Stern Polens" zur Stratosphäre aufsteigen zu lassen. Die beiden kühnen Luftschiffer, Dr. Jodko Narkiewicz und Hauptmann Burzynski, veröffentlichen im „Paris Soir" einen Bericht über die von ihnen getroffenen Vorbereitungen und über die Aussichten ihres Unternehmens. „Wir hoffen, bis zu 28 000 Meter emporzufteigen", schreiben sie, „28 Kilometer über dem Meeresspiegel, 23 Kilometer höher als der Gipfel des Montblanc." Der letzte Höhenrekord der Amerikaner Stevens und Anderson ist 22 060 Meter.
Dort oben ist es sehr kalt. Es herrscht eine Kälte, die keiner Kälte auf der Erde ähnlich ist. Eine
ber öffentlichen Fürsorge wird dies gesichert. Des« halb sind Zuwendungen der NS.-Dolkswohlfcchrt unb des Winterhilfswerkes an einen Hilfsbedürftigen grundsätzlich als zusätzliche Leistungen zu den ßeiftunaen der öffentlichen Fürsorge zu erachten und daher bei der Gewährung von Leistungen der öffentlichen Fürsorge außer Ansatz zu lassen. Dies gilt entsprechend auch für Zuwendungen ber NS.- Volkswohlfahrt unb des Winterhilfswerkes an Familienunterstützungsberechtigte.
Vom Siebener EHW.
Ende dieses Monats werden aus der Schweinemästerei des Ernährungshilfswerks (EHW.) der Gießener Kreisamtsleitung ber NSV. wiederum etwa 70 schlachtreif ausgemästete Schweine zur Versorgung des Bedarfs über die Diehverwertungs- genossenschaft dem heimischen Metzgerhandwerk zugeführt. Insgesamt stehen in den Schweinemästereien bes Gießener EHW in Gießen, Grünberg, Lollar und Bad «Nauheim jetzt etwa 230 Schweine zur Mast. Der aus der Sammlung von Küchen-
Ulatf nimmt-
zur täglichen Hautpflege -24 -45. -.90.
abfällen in ber Stadt Gießen täglich eingehende Vorrat an Futterstoffen beläuft sich auf etwa 280 Zentner. Diese Menge von Küchenabfällen entspricht dem Bedarf. Unsere Gießener Hausfrauen, die bisher in so verständnisvoller Weise durch die Bereitstellung der Küchenabfälle das gemeinnützige Werk des Ernährungshilfswerks gefördert haben, mögen auch weiterhin in dieser vorbildlichen Mithilfe nicht Nachlassen!
In den nächsten Tagen wird übrigens in Friedberg mit dem Bau von Scheinemastanlagen des EHW. für die Städte Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach begonnen. In diesen Stallungen sollen etwa 150 Schweine zur Mast aufgestellt werben.
*
** Reichsbahn-Personalie. Reichsbahnoberinspektor Kaiser beim Reichsbahnbetriebsamt I in Gießen ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 ab zum Reichsbahnamtmann befördert worden.
**BeförderungbeimFinanzamtGie- ß e n. Obersteuerinspektor Jakob Deister ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 zum Steueramtmann befördert worden.
** Ernennung beim Äreisamt Gießen. Der Derwaltungspraktikant Hans Grimm beim Kreisamt Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1938 zum Verwaltungsinfpektor ernannt.
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen 12. Oktober tonnfe der Kontrolleur Christian M e n z ans Burkhardsfelden auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma Bänninger G. m. b. H., Gießen, zurückblicken. Heute vormittag gegen 8.15 Uhr versammelten sich der Betriebsführer, Herr Karl Bänninger, und die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars in der Hauptkontrolle zu einer schlichten Feier. Hierbei wurden Herrn M e n z durch den Betriebs führ er Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren geleisteten freuen Dienste ausgesprochen. Außerdem brachten noch sieben Vertreter der Gefolgschaft in schönen und herzlich gehaltenen Worten Glückwünsche zum Ausdruck. Dem Jubilar wurden sowohl seitens der Firma, als auch der Gefolgschaft zum Andenken an diesen Jubeltag wertvolle Geschenke überreicht.
** Neue Buchführungsarbeitsgemeinschaften für Einzelhandelskaufleute. Die Kreisgruppe Gießen der Wirtfchaffs- gruppe Einzelhandel beginnt in Kürze wiederum mit
Kälte, der gegenüber die am Pol wie ein Frühling ist. Eine Kälte, die man hier unten nur in den Laboratorien verwirklichen kann, eine mathematische, eine absolute Kälte. Ader in dieser Kälte brennt die Sonne sehr viel mehr als unter dem Aequator. Keine Luftschicht hält die ultravioletten Strahlen auf, die Sonne wirkt zersetzend auf den menschlichen Organismus wie Säure. Es herrscht auch ein Luftmangel. Der Mensch kann Tage und Tage aushalten, ahne zu essen und ohne zu trinken. Ader er kann nur einige Minuten leben ohne Luft. Und dann gibt es dort den Kopfschmerz. Die Stratosphäre ist das Reich des Kopfschmerzes, der alles lähmt, zuerst das Denken, und bei dem die Stirn zu platzen scheint. Um in diese Höhe hinaufzusteigen, mußten wir also ein Gondel konstruieren, die eine wirkliche Festung ist, ein Panzer zum Schutz vor Kälte, Sonne, Luftmangel und Kopfschmerz. Unsere Gondel ist eine Kugel von 2,40 Meter Durchmesser. Sie ist aus einer Speziallegierung hergestellt, die unter dem Namen Hydro- nalium bekannt ist, und sie ist hermetisch geschlossen. Es sind verschiedene Apparate darin untergebracht, die uns ermöglichen werden, 15 bis 18 Stunden ein normales Leben zu führen. Ein ganz kleines rundes Fenster wird uns gestatten, einen Blick auf die Erde zu werfen und mit Hilfe eines Spiegels Aufnahmen zu machen. Außen ist der Ballast angebracht, mit dessen Hilfe wir den Aufftteg regulieren roerbeh, ferner alle physikalischen Apparate, die wir vom Innern aus bedienen können.
So hermetisch dicht die Gondel auch sein mag, wir werden doch unter der Höhe zu leiden haben. Deshalb haben wir uns einem langen körperlichen Training unterworfen. Kein Boxer hat in der Zeit vor einem großen Kampf soviel Gymnastik getrieben. Um in die Stratosphäre aufzusteigen, muß man 100 Meter laufen können, springen und die Lanze werden können wie ein Champion. Warum in aller Welt aber muh man denn zur Stratosphäre auffteigen? Wir wollen ihr ihre Geheimnisse stehlen, zunächst das Geheimnis des guten und schlechten Wetters, das sich da oben bildet und entscheidet, wo es keine Wolken und keine Luft mehr gibt. Weiter das Geheimnis der kosmischen Strahlen, von dem vielleicht das Keimen der Pflanzen, das Entstehen der Krankheiten wie unsere gute oder schlechte Laune abhängen. Weiter viele Geheimnisse der Elektrizität, der Akkustik und Optik. Wir wollen schließlich die Möglichkeiten studieren, Luftverbindungen in der Stratosphäre zu errichten; im fast luftleeren Raum würden die Flugzeuge leicht eine Geschwindigkeit von 1000 Kilometer in der Stunde erreichen. C. K. ,
eonberantoeifima für bie betriebe ber SM Hießen.


