Oer Hase im spanischen Pfeffer
Die Wespen der öffentlichen Meinung haben sich den spanischen Kuchen Aum Naschen ausgesucht — jetzt, nachdem im böhmischen Zucker die ungemischte Süßigkeit nicht mehr zu finden ist. Eine ganze Wolke von Gerüchten und Zwischenträgereien überschattet den spanischen Konflikt. Die glückliche Regelung der tschechischen Frage wirft tatsächlich das Problem auf, ob nicht das schwergeprüfte Spanien auch bald zu den Wohltaten des Friedens kommen könne. Dieses Problem ist ganz unbestritten. Aber ebenso klar ist, daß alle bisherigen Opfer, die die Jugend des nationalen Spaniens gebracht hat, ver-. geblich wären, wenn der rotspanische Seuchenherd, weiter bestände. Hier ist es mit einem faulen Kompromiß ebensowenig getan wie in der tschechischen Frage. Diese Feststellung wäre allgemein anerkannt, wenn nicht Spanien hineingezogen wäre in die große Auseinandersetzung zwischen der bolschewistischen Weltrevolution und der bewußten Eigenständigkeit der Völker.
Wie stellt sich nun das spanische Problem in seiner weltpolitischen Auswirkung in jenen einfachen und übersichtlichen Strichen dar? Der Ausgangspunkt der gegenwärtigen Beurteilung ist das e n g- lisch-italienische Abkommen vom 16. 4. 1938. Diese Absprache behandelt das spanische Problem im Rahmen des gesamten Mittelmeer-Komplexes. Die drei großen Mittelmeermächte sind England, Frankreich und Italien. Der abessinische Krieg hat die Mächtegruppierung in der Mitte und im Osten des Mittelmeerbeckens beeinflußt, der spanische Konflikt im westlichen Mittelmeer. Das römische Oster-Abkommen stimmt nun die englischen und italienischen Macht- und Einflußgebiete gegeneinander ab. Aber es ist noch nicht in Kraft getreten. Denn es wurde unter der Voraussetzung geschlossen, daß es im Londoner Nichteinmischungs- ausschuß zu einer Verständigung über Spanien kommt. Hier liegt der Hase im spanischen Pfeffer. Zu dieser Verständigung über Spanien ist es noch nicht gekommen und alle Erörterungen unserer Tage drehen sich um diesen Punkt.!
Angesichts der Stärke der nationalspanischen Re- ‘ gieruna hot sich der Duce entschlossen, etwa 10000 ' italienische Legionäre, die 18 und mehr Monate in; Spanien dienten, zurückzuziehen. Rom bezeichnet diese Maßnahme als eine „substantielle" Entscheidung und stellt nun London anheim, daraus die Folgerungen zu ziehen. Die italienische Haltung wird dadurch wesentlich gestärkt, daß die rotspanische Regierung die Internationalen Brigaden weiterhin unter den Waffen hält, wobei lediglich der Trick anaewendet wird, die Ausländer schleunigst mit rotspanischen Phantasie-Pässen auszurüsten. Meist haben aber die roten Milizionäre irgendwelche Briefe oder andere Erkennungsmerkmale bei sich, so daß ihre tatsächliche Herkunft festgestellt werden kann, wenn sie gefangen genommen oder ihre Leichen bestattet werden. So ist festgestellt worden, daß sich bei einem Bataillon dieser Internationalen Brigade unter 13 Offizieren nur ein einziger echter Rotspanier befand.
Als dritte Mittelmeermacht nannten wir neben England und Italien Frankreich. Nach dem Abschluß des erwähnten englisch-italienischen Vorver- träges vom 16. April in Rom setzten italienisch-französische Parallel-Derhandlungen ein. Sie wurden dadurch belastet, daß gerade zu dieser Zeit die französische Regierung Rotspanien besonders intensiv unterstützte. Der Duce stellte darauf in seiner Rede in Genua die klare Alternative, daß Italien das nationale Spanien unterstütze, während Frankreich auf den Sieg Rotspaniens hoffe. Solange dieser Zwiespalt bestehe, werde jede italienisch-französische Verständigung erschwert. Bei den französisch-italienischen Verhandlungen, die damals mit der Rede des Duce ihr Ende fanden, erwies sich als besonders hindernd, daß Frankreich in Rom durch keinen Botschafter, sondern nur durch einen Geschäftsträger vertreten war. Die volksfrontleri- schen Einflüsse in Paris waren stark genug, die Entsendung eines Botschafters nach Rom zu verhindern, weil damit die Anerkennung des Äthiopischen Kaisertums verbunden gewesen wäre, lieber diesen eigenen Schatten ist. die französische Regierung jetzt gesprungen, indem sie unmittelbar nach der Münchener Begegnung die Entsendung eines französischen Botschafters beschlossen hat. Vorläufig aber sind noch keine Verhandlungen im eigentlichen Sinne wieder in Gang gekommen: Versuche der französischen Votksfrontpresse, die Achse Rom—Ber. n zu beknabbern, werden in Italien mit Entschiedenheit zurückgewiesen. B. R.
Die itaiemschen Freiwilligen haben Spanien verlaffen.
Salamanca, 12. Oft. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Sender Salamanca teilte seinen Hörern mit, daß die aus dem nationalen Heer zurückgezogenen italienischen Freiwilligen am Montag Spanien verlassen hätten.
General Franco hat einem Vertreter der englischen Nachrichtenagentur Reuter erklärt, daß der Nichteinmischungsausschuß in seinem letzten Vorschlag die Zahl derjenigen Freiwilligen, die für die Z u - gestehung der Kriegsführendenrechte zurückgezogen werden sollten, auf 10 000 festgesetzt habe. Nationalspanien öffne mit der tatsächlichen Zurückziehung von 10 000 Freiwilligen einen wirklichen Weg. Auf sowjetspanischer- Seite seien noch 60000 Freiwillige vorhanden, obgleich man sie als Kanonenfutter verwendet habe, so daß mehr als 50 000 gefallen und viele aus der roten Hölle geflohen feien. Die Ankündigung ihrer Zurückziehung fei aber weiter michts als eine neue Farce; denn inzwischen Werde die Rekrutierung in Europa und Amerika verschärft, und neue Freiwillige würden nn verschiedenen Häfen eingeschifft.
Rechtsdienst ist Volksdienst.
Zehn Jahre NS.-Nechtswahrerburrd.
.Berlin, 11. Oft (DNB.) Der Nationalfo - 8 lalistische Rechtswahrerbund veranstaltete aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Dründungstages im Haus der Deutschen Rechtsfront in Berlin eine Feierstunde, in der Reichseiter Reichsminister Dr. Frank über das Wirken des deutschen Rechtsstandes in Vergangenheit und Iegenwart und die Stellung des Rechtes im Reiche Adolf Hitlers sprach. Erstmalig in der Geschichte des Deutschen Volkes gibt es heute einen auf eine Weltanschauung ausgerichteten deutschen Rechtsstand. Dieser hat seine ausschließliche Organisationsform im InS.-Rechtswahrerbund gefunden. Keine Gemein- chaftsordnung war jemals in der germanischen Ge- chichte denkbar, die nicht in den Mittelpunkt des Wirkens der Gemeinschaft den Führer nach ußen, den Richter nach innen gestellt sah. Zur
„Hui ab vor dem deutschen Volk!"
Or. Goebbels spricht auf dem Betriebsappell eines nationalsozialistischen Musterbetriebes.
Berlin, 11. Oft. (DNB.) Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels stattete am Dienstagnachmittag einen Nationalsozialistischen M u - fterbetrieb in Berlin-Marienfelde einen Besuch ab, um auf einem großen Betriebsappell zu den Arbeitern der Stirn und der Faust zu sprechen. Er erklärte dabei u. a.: Das deutsche Volk und das Deutsche Reich haben schwere Wochen hinter sich. Es wäre nun allzu natürlich gewesen, wenn sich des deutschen Volkes eine gewisse Unruhe bemächtigt hätte, denn die Entscheidung, die der Führer treffen mußte, griffen auf das tiefste in das persönliche und in bas Familienleben des einzelnen ein. Es wäre auch nicht einmal sehr verwunderlich gewesen, wenn hier und da geklagt worden wäre, das Volk sei nicht genügend orientiert, obwohl es um seine Zukunft gehe. Das Volk tat das nicht. Es stand in eiferner Ruhe und festem Vertrauen auch in den kritischen Wochen hinter dem Führer. Und das ist das Ausschlaggebende: Wenn eine Staats- und Volksführung einmal einen Entschluß gefaßt hat, dann genügt nicht die Ueberzeu- gung, daß sie selbst in der entscheidenden Stunde die Nerven behalten werde, dann muß sie auch wissen, daß das hinter ihr marschierende Volk bei guten Nerven bleibt. Die Hal
tung des Volkes und die ganze Einstellung der Nation zu den großen nationalen Schicksalsproblemen muß so sein, daß niemals, wenn es nun hart auf hart geht, das Ausland die Möglichkeit besitzt •
! in öex entscheidenden Stunde auf irgendeinen oppo- , sitionellen Teil dieses Volkes zu beziehen und ihn ; gegen die eigene Regierung auszuspielen.
I Ls hal früher in Deutschland in der Arbeiterschaft die Ansicht gegeben: Ich habe meine Arbeit, bekomm meinen Lohn. Alles andere geht mich nichts an. Das deutsche Volk von heute weiß, ein wie schwerer und verhängnisvoller Trugschluß das ist und wie teuer wir diese
। Einstellung bezahlt haben. Ls weih auch, daß der Führer und fpine Mitarbeiter, wenn sie einmal eine auch gewagte Politik betreiben, das nicht als Spieler tun, die in der Politik eine vornehme Passion sehen, sondern cs tun vjtn Wohle und für die Zukunft der deutschen Ration. Wir alle stammen ja mitten aus dem Volk, kennen feine Wünsche und seine Sorgen und haben bei jeder Handlung nur sein Wohl im Auge.
Wir sind wieder eine anständige Radon geworden
Das deutsche Volk und seine Führung haben die Nervenprobe bestanden.
Wenn wirklich in diesen Wochen jemand schlechte Nerven gehabt haben sollte, bann sind das g e - wisse Intellektuelle gewesen, die zu viel zu wissen glaubten und diesem Wissen nicht gewachsen waren. Aber das Volk stand hinter dem Führer in eiserner Geschlossenheit bereit, sich mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, wenn jemand in der Welt uns angreifen sollte. Wenn es sich um die Ehre und um den Bestand unserer Nation handelt, dann ist das Volk da, wenn es dazu auf gerufen wird! (Jubelnde Zustim- mungsfunbgebungen.) Wir kennen das Volk und wissen, daß es viel tapferer und männlicher denkt als eine gewisse intellektuelle Schicht, die von ihrer eigenen Entschlußlosigkeit auf das ganze Volk schließt. Heute allerdings, wo der Erfolg da ist, da erklären diese Besserwisser wie so oft: „Wir haben es ja immer gesagt." Und wenn sich irgendwo in gewissen Kreisen Stimmen erheben, die erklärten, wir gingen zu scharf und zu aggressiv.vor, so sei ihnen geantwortet: „Wenn man einmal nachgegeben hat, dann merkt man erst, wie viel leichter, aber auch gefährlicher es ist, feige zu fein und wie viel schwerer, aber auch erfolgreicher, tapfer zu bleiben. Es ist allzu natürlich, baß jedes Wagnis, bevor man es wagt, schwerer aussieht, als wenn man das Wagnis schon gewagt hat. Die großen Wagnisse der letzten fünf Jahre beispielsweise er
scheinen heute als nichtige Kleinigkeiten. Schließlich kann niemand in der Lotterie gewinnen, wenn er nicht ein Los kauft.
Mehr Sorgen und schlaflose Rächte hat in der letzten Zeit niemand im Volke gehabt als seine Führung. Es war eine Rerven- probe für das deutsche Volk und seine Führung: Beide haben sie bestanden. Und weil beide sie bestanden, blieb in diesem Kampf um die Zukunft der Sudetendeukschen das Recht siegreich.
Dr. Goebbels hob bann hervor, baß vorn Tag der Machtergreifung an der ernsthafte Versuch gemacht worden fei, all die Dinge, die uns in den Jahren des Kampfes als großes sozialisti- fches Ideal vorfchwebten, nun in d i e Tat umzusetzen. Je sozialer man seine Arbeiter behandle, und je besser die Arbeitsbedingungen seien, die man ihnen schaffe, um fo rentabler werde auch der betrieb. Es muß der besondere Ehrgeiz eines Betriebsführers fein, von feinen Arbeitern a l s Freund und Kamerad betrachtet zu werden und nicht nur als der Herr im Haufe. Es ist immer unser Prinzip gewesen, höchste Kameradschaftlichkeit, aber auch höchste Leistung zu fordern. Sozialismus heißt nicht, die Menschen zur Bequemlichkeit und Faulheit zu erziehen, Sozialismus ist vielmehr
die richtige Verteilung von Rechten und Pflichten. Wenn ich von meinen Mitarbeitern höchste Leistung verlange, so muß ich selbst mit gutem Beispielvorangehen. Dieser sozialistischen Einstellung ist es zu danken, wenn in diesen Wochen, Monaten und Jahren, in denen aus dem so erniedrigten und am Boden liegenden Volke wieder eine Weltmacht wurde, hinter eine starke Führung auch eine gläubige und entschlossene Gefolgschaft trat.
Ich weiß nicht, vor welche Ausgaben uns die nächsten Monate oder Jahre stellen werden. Das kann niemand Voraussagen. Eins aber weiß ich, daß das aus dieser Spannung gestärkt und gestählt hervorgegangene Volk in jeder Situation mit demselben blinden Vertrauen hinter dem Führer stehen wird, wie in diesen Wochen. (Jubelnde Zurufe und Sprechchöre.)
Auch in der Zukunft gilt unsere ganze Arbeit und unsere Sorge einzig dem deutschen Volke, dessen Interesse allein Richtschnur unseres handelns iff.*lBir find keine Kapitalisten, wir besitzen keine Aktien, wir sind nicht an großen Betrieben beteiligt. Wir wollen nur d i e Diener des Volkes fein. Ich möchte meine Ausführungen schließen mit einer tiefen Verbeugung der Achtung vor dem deutschen Volk, das sich in diesen vergangenen Wochen und Monaten so tapfer und männlich benommen hat. Jeder, der unser Volk in den kritischen Stunden beobachtete, kann nur sagen: Wir sind wieder eine anständige Ration geworden! Hut ab vor diesem deutschen Volk!
Nach feiner mit stürmischer Begeisterung aufgenommenen Rede, nahm der Gauleiter gemeinsam mit der Betriebsführung und der Gefolgschaft das Mittagsmahl ein und besichtigte dann die vorbildlichen sozialen Einrichtungen, so tnsbefonbere die für die Erholung in der Freizeit bestimmten umfassenden Grünanlagen und die Sportplätze, die Gemeinschafts- und Umkle'ideräume, die betriebswichtigsten Fabrikationsftätten und die hervorragend ausgeftatteten Lehrlingswerkstätten. Dr. Goebbels sprach sich über das Gesehene außerordentlich befriedigt aus, wobei er dem Betriebs sichrer für seine vorbildliche, von echtem nationalsozialisttschen Geist getragene Fürsorge seinen Dank sagte. Zum Abschied wurde ihm eine Hand geschmiedete Schmuckkassette überreicht, ein prachtvolles Stück deutscher Wertarbeit, das ein Arbeitskamerade des Betriebes gefertigt hatte. In der Kassette befand sich ein Geldbetrag von 10 000 Mark, die dem Gauleiter von der Betriebsführung zur Verwendung für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt worden sind. Außerdem überreichte ihm der Betriebsobmann ein ledergebundenes Album mit Aufnahmen des Werkes und seiner sozialen Einrichtungen.
Die Stadt Leipzig hat einen alljährlich zu Der-
meister Sto 1 owski zu äußern. Sie hat die 2lb- sicht, in kurzem einen neuen Film zu beginnen, der die Lebensgeschichte der Radiumforscherin Mme. Curie behandelt.
Reuerscheinungen bei Eugen Salzer in Heilbronn.
Von den Neuerscheinungen des Verlages Eugen Salzer in Heilbronn steht an erster Stelle die von Professor Haering und Ernst Müller herausgegebene Schrift „Stifts köpfe", die Großen des Tübinger Stifts in vier Jahrhunderten. Ferner nennen wir noch: C. E. Raven: Ein Wanderer, Harleß: Süddeutsche Herrgottsfahrt, Hesselbachen: Geschichten vom Großvater Leddenhose (Neuauflage) und Hunnius: Mein Onkel Hermann und Menschen, die ich erlebte.
langt. Zur Bewerbung sind Komponisten deutschen Blutes zugelassen. Als Prüfungsunterlage ist die Partitur an den Oberbürgermeister der Reichs- messestadt Leipzig — Kulturamt —, Leipzig C 1, Täubchenweg 7, jeweils bis Ende Dezember einzureichen.
Greta Garbos neueste Rolle.
Nach etwa einjährigem Aufenthalt in Europa ist Greta Garbo auf dem schwedischen Dampfer ,Kungsholm" nach Neuyork zurückgekehrt und wurde dort von etwa 60 Reportern und Photographen empfangen. Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit empfing sie diese freundlich und sprach ausführlich von ihren Ferien, wenn sie es auch ab- lehnte, sich über ihre Beziehungen zu dem Kapell-
Der Wall im Westen.
Bei den Arbeitern der Grenzbefestigungen. - Tag- und Nachtschicht auf entlegenen Eifelhöhen.
Von unserem JR -Mitarbeiter in Aachen.
Staatsidee des Nationalsozialismus gehört der urgermanische Gedanke, daß innerhalb einer staatlich geordneten germanischen Gemeinschaft nicht die Gewalt, nicht die Willkür regieren sollen, sondern das aus der rassenmäßig bedingten Gernein- schaftsüberzeuguna gestaltete und sich immer wieder im Gemeinschaftsleben durchsetzende Rechtsempfinden. Daher war der nationalsozialistische Rechtskampf der Kampf um die Durchsetzung des nationalsozialistischen Parteiprogramms, das an die Stelle einer volksfremden Gewaltherrschaft die auf dem deutschen Gemeinrecht aufbauende Führung durch den Berufenen setzte. Nur ein starkes Reich hat ein starkes, gesundes Recht. Das logisch bestformulierte Gesetz kann weltgeschichtlich wertlos sein, wenn es nicht dem Existenzkampf eines Volkes dient. Daher muß Rechtsdienst Dolksdienst fein.
Kunst und Wissenschaft.
Der Volta-Kongreß in Rom.
Der 8. Volta-Kongreß in Rom hörte im Verlauf seiner Beratungen, die sich dem Thema der Verkehrswege in Afrika zuwandten, einen Vortrag des italienischen Großindustriellen, Staatsministers Pirelli, über den Schiffsverkehr durch den Suez- Kanal. Pirelli unterstrich die Bedeutung dieses Schiffahrtsweges für Italien, das feit der Eroberung des Imperiums an den zweiten Platz hinsichtlich der den Kanal durchfahrenden Schiffstonnage aufgerückt fei. Nachdem mehrere Redner, darunter der Professor für Straßenbau an der Technischen Hochschule Berlin, Dr. K r ü g e r , sich mit den afrikanischen Landstraßen beschäftigt batten, sprachen der Präsident der Deutschen Lufthansa, von Gablonz, der Präsident des Belgischen Aeroklubs de Cooz-Corswarern und der Präsident der Italienischen Luftverkehrsaesellschaft Ala Littoria, Klinger, über die europäisch-afrikanischen Luftverbindungen. Der Direktor der Deutschen Bank. Kurt W e i q e l t, behandelte die wirtschaftliche Bedeutung Afrikas als Ergänzung Europas.
Internationaler Kongreß für Singen und Sprechen.
Die Vorträge des dritten Kongreßtages in Frankfurt behandelten in der Hauptsache die Kunst des Sprechens, dem Beruf des Sprechkünstlers und prakttsche Vorschläge zur Erhaltung und Vervollkommnung der Stimme für im Beruf stehende Sänger und Sprecher. Peters (Berlin) schilderte den Verfall der Sprechkunst und ihre Wiedererstehung seit 1933. Dr. Blaß (Berlin) betonte, daß die Sprechkunst ebenso notwendig sei wie die Kunst des Schauspielers, denn Lyrik und Epik sind wie der Dialog des Dramas in ihrer letzten Wirkung für das Ohr bestimmt. Dr. I a n o v s k y (Berlin) behandelte das Thema „Sprechen und Hören unter erschwerten Umständen". Die erschwerten Bedingungen durch die Einwirkungen von Lärm, Wind und mechanischen Erschütterungen spielen bei Reportagen und für manche Aufgaben der Nachrichtenübermittlung eine große Rolle. Der Einfluß von Lärm, Wind usw. auf Sprechen und Hören wurde in letzter Zeit mit den modernen Mitteln der Elektroakustik eingehend erforscht.
Vach-Preis der Stadt Leipzig.
Die Stadt Leipzig hat einen alljährlich zu ver- und Abladen, Graben, Hämmern, Mauern und Begebenden M u s i k p r e i s in Höhe von 5 0 0 0 tonieren lagert. Da fahren Ferntransportzüge und M a r k für eine Sinfonie oder sinfonische Dichtung, i mittelschwere Kipper, deren Heimatorte oft viele für eine Oper, für Kammermusik ober für eine zu- hundert Kilometer von diesem Eifelland entfernt sammenhängende Liederfolge geschaffen, der als liegen, da befördern die Sprengwagen der ftäbti« Johann-Sebastian-Bach-Preis jeweils am 21. März, schen Fuhrparks von Aachen unb Köln, wie von bem Geburtstage des Meisters, zur Verteilung ge-1 Berlin ober Hamburg bas Wasser zu den vorder
sten Stellungen, wo burftige Arbeiter auf den dürren Höhenrücken der Eifel in der Hitze des Nachsommers schon sehnlichst darauf warten, da transportieren Personenomnibufse, die gleichfalls aus weitentfernten Gemeinden stammen, 20, 40 oder 50 Arbeiter aus provisorischen Unterkünften viele Kilometer weit nach vorn zu den Bauplätzen an der Grenze.
Ein solch außergewöhnlicher Verkehr auf Straßen, die zum größten Teil bisher nur von den Pferdefuhrwerken der Landbevölkerung benutzt werden, kann sich nur abspielen, wenn eine umsichtige Leitung am Werk ist, die nach genauen und alles berücksichtigenden Plänen arbeitet. So steht bei der Leitung der „Lager W e st" wie bei der praktischen Ausführung des gesamten Vorhabens der Mensch im Mittelpunkt. Der Mensch aber hat, viel stärker als der Motor des Ferntransportzuges oder des Sattelschleppers feine eigenen Bedürfnisse und seine eigenen Gesetze. Es war daher notwendig, den Männern in der Eifel eine Betreuung angedeihen zu lassen, die weit über die fo- 3 i a I e ri Erfordernisse in einem industriellen Betrieb hinausgeht. Diese Aufgabe ist von den Aern- tern der Deutschen Arbeitsfront übernommen unb gelöst worben.
Wir sahen bie Manner der „Lager West" in ihren Unterkünften in zweckdienlichen Holzbaracken von peinlicher Sauberkeit. Das einzige, was ihnen an — sagen wir „hausfraulicher" Arbeit auferlegt wirb, ist, baß sie ihre Betten selbst in Ordnung halten müssen. Um alles übrige kümmert sich bie Lagerkommandantur mit ihren zahlreichen männlichen unb weiblichen Hilfskräften. Das Essen be» steht pro Tag unb pro Mann in 750 Gramm Brot und 750 Gramm Kartoffeln, bis zu 500 Gramm Gemüse, 125 Gramm Fleisch, 125 Gramm Wurst ober Käse unb 80 Gramm Butter. Darüber hinaus läßt bie DAF. in gewissen Abständen sogenannte Liebesgabenpackchen verteilen, bie Zigarren, Zigaretten, Schokolade und ähnliches enthalten. Da aber der Mensch nicht allein vom Brot lebt, ist in den Gemeinschaftslagern auch eine entsprechende Feierabendgestaltung vorgesehen. Abende von KdF. in varietömäßiger Form wechseln mit Filmvorführungen. Außerdem sind Rundfunkgeräte sowie Musikinstrumente in genügender Zahl beschafft worden. Selbstverständlich
Aachen, Oktober 1938.
500000 Männer arbeiteten monatelang an dem gigoptischen Schutzwall der deutschen Westgrenze. Dieses Befestigungswerk, von dem der Führer in feiner denkwürdigen Nürnberger Rede gesprochen hat, übertrifft alle Vorstellungen, die sich auch alte Frontsoldaten in ihrer Erinnerung an die berühmten Stellungen des Weltkrieges machen werden. Die „Siegfried-Stellung" an der damaligen Westfront würde bei einem Vergleich mit unserer heutigen Festungslinie nur als ein sehr geringfügiges Hindernis erscheinen, denn die Landesverteidigung unserer Tage rechnet mit großen Tankangriffen und trachtet nach Schutzmaßnahmen, die auch dieser Waffe Trotz bieten können.
Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, einen Blick zu tun in dieses größte Befestigungswerk, das je errichtet worden ist, der wird mit dem Gefühl der Beruhigung und der Sicherheit gleichzeitig auch die Hochachtung verspüren vor der L e i st u n g von 500 000 Volksgenossen, die im deutschen Westen Tag für Tag oder Nacht für Nacht, oftmals sogar in zwei Schichten hintereinander ihre Kräfte einsetzten, um nach dem Willen des Führers ein unüberwindliches Bollwerk zu errichten.
In den letzten Wochen hat sich mit den Arbeiten längs der Westgrenzen des Reichs auch das Bild der Eifel außerordentlich verändert. Wer heute im Kraftwagen von Aachen in südlicher Richtung quer durch das Eifelland fährt, und dabei auch die Nebenwege nicht scheut, der findet in der stillsten Waldeinsamkeit längs der Grenze eine Betriebsamkeit, die nahezu an ein großstädtisches Derkehrsleben erinnert. Auf allen Straßen rollen Baumaterialien, vornehmlich Eisenteile, Zement und Stacheldraht in endlosen Lastwagenkolonnen den Bauplätzen zu, auf denen der Befestigungswall weiter ausgebaut wird. Auf einer solchen Fahrt spürt man die organisatorische Kraft, die wie ein unsichtbares Gesetz über all dem geschäftigen Auf-


