Umsturzversuch in Brasilien gescheitert.
Largas behauptet sich gegen einen Aufstand der Integralisten.
Rio de Janeiro. 11 Mai. (DNB) In der Nacht zum Mittwoch, um 1 Uhr. brach eine Re- Solutions-Bewegung der Integra- listen aus Um 0.15 Uhr wuroe oer Palast des Präsidenten Dargas von Marinesoldaten oder von Jntegralisten. die als Marinesoldaten verkleidet waren, angegriffen. Präsident Vargas und sein Schwager leiteten persönlich durch zwei Stunden die Verteidigung des Palastes. Ihnen standen 16 Mann Wache mit einem Maschinengewehr zur Verfügung. Schließlich wurde der Palast durch 2000 Mann Polizei entsetzt, die der Polizeichef herangeführt
hatte. Während der Kampf um den Palast im Gange war. flammten an verschiedenen Punkten in der Nähe des Palastes Straßenkämpfe auf. Das Signal für den Aufruhr wurde durch Lichtsignale gegeben. Der Kriegsminister ließ alle strategischen Punkte der Stadt durch Sfiezialtruppen besetzen. Der Generalstabschef wurde t n feiner Wohnung angegriffen, konnte sich fedoch nach einem heftigen Feuergefecht in Sicherheit bringen. Auch auf andere Generale wurden Angriffe in den Wohnungen verübt. Das Marinearsenal war von den Aufständischen eingenommen worden, wurde aber nach mehreren Stunden durch Heerestruppen zurückerobert.
Die Niederwerfung des Aufstandes erforderte viele Todesopfer. Die Ruhe ist jetzt überall wieder hergestellt und durch die Treue der Wehrmacht gegenüber der Regierung gesichert. Im Zentrum von
Rw de Janeiro, wo sich das Hauptguartier der Aufständischen befand, wurden 300 Mann gefangengenommen. Es wurden zahlreiche Waffen beschlagnahmt und belastende Dokumente gefunden. Es verlautet, daß Plinio Salgado der Leiter des Aufstandes war. Mehrere Offiziete des Heeres und der Kriegsflotte sind verhaftet worden. Darunter befinden sich General Klinger, der im Jahre 1932. den Militäraufstand in Sao Paulo leitete, und der Jntegralistenführer Barasosa Lima, bei einem anderen Jntegralistenführer fand die Polizei große Mengen Waffen und Munition. Bei den Zusammenstößen vor dem Präsidentenpalast gab es 9 Tote und 20 Verletzte.
Die Vereinigten Staaten von Brasilien stehen seit 1930 unter der Regierung von Dr. Getulio Vargas, dem früheren Gouverneur des südbrasilianischen Staates Rio Grande do. <5ul; seit 1934 l/t Dr. Vargas auth der verfassungsmäßige Staatspräsident, dessen Arbeit, vor allem auf die inner- politische Befriedung der brasilianischen Staaten abgestellt ist. Seine Gegenspieler dabei sind vor allem die Kommunisten unter Leitung der Komintern, die 1935 drei Sowjetgenerale zur Führung des Kommunistenaufstandes entsandte, in zweiter Linie die Jntegralisten, die Grünhemden unter Führung Salgados, die ausgesprochen nationalistische Forderungen wie autoritäre Zentralgewalt, Beseitigung der Bundesstaaterei und der Parteiwirt- fchaft, ferner eine berufsständische Gliederung, eine starke Wehrmacht, Sicherung der Familie, Stärkung der Gemeindeautonomie u. a. m. verlangen. Nachdem Dr. Vargas schon 1934 eine weitgehende Ver- fassungsrevision durchgesetzt hatte, verkündete er am 10. November 1937 im Wege eines Staatsstreiches den „Neuen Staat", schaffte die Parlamente ab, ließ — alles mit Hilfe des Heeres — feine Präsidentschaft um sechs Jahre verlängern und kündigte eine Volksabstimmung über die neue Verfassung an. Diese ist jedoch bisher noch nicht durchgeführt worden. Es scheint, daß jetzt einige Gruppen der Grünhemden-Partei, die sich nach dem 10. November auflösen mußte, zusammen mit Militärabteilungen einen Umsturz versuchten. Die Unzufriedenheit geht auch darauf zurück, daß es dem Presidenten Vargas bisher nicht gelungen ist, der Wirtschaft einen neuen Auftrieb zu geben oder durch neue Handelsverträge für eine Steigerung der Ausfuhr zu sorgen. Brasilien sitzt noch immer auf gewaltigen Vorräten von Rohstoffen fest, für die sich in der Hauptsache nur in Europa ein Markt finden läßt. Es ist auch fein Ausweg aus der Krise, daß die Regierung die Steuerschraube stark angezogen hat, ohne vorher für einen Auftrieb der Wirtschaft zu sorgen. B. R.
Amoy von den Japanern besetzt.
Englische und amerikanische Kriegsschiffe zum Schutz der Ausländer beordert.
H a n f a u, 12. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Landungstruppen der japanischen Marine haben am Donnerstagmorgen die Besetzung der Insel Amoy vollendet. Wie Europapreß über London meldet, wurde schon in den frühen Morgenstunden des Mittwoch in den Straßen von Amoy e r - bittert gekämpft. Die Chinesen hatten starke Verstärkungen herangezogen und Flugstreitkräste eingesetzt. Japanischerseits wurde die ausländische Bevölkerung zum zweiten Male gewarnt, sich nicht in die Kämpfe einzumischen. Man müsie unbedingte Neutralität von ihnen verlangen, andernfalls könnten ausländische Rechte nicht gewahrt werden. Die
FUKIEN
KWANGTUNG5.
SÜD CHINESISCHES MEEfU~
Küstenschiffahrt zwischen Amoy und Hong- kong ist vollständig eingestellt worden. Em großer Teil der Stadt Amoy steht in Flammen. Die Universttät ist zerstört.
Teile der britischen O st a f i e n f l o t t e , darunter das Flaggschiff „Cumberland" sind in der letzten Nacht in Richtung Amoy aus Hongkong ausgelaufen. Ein amerikanischer Zerstörer ist zum Schutze der Niederlasiung auf der Kulangsu- Jnsel eingetroffen, während der amerikanische Kreuzer „Marblehead" am Freitag erwartet wird. Die Insel liegt in unmittelbarer Nähe von Amoy. Der Sprecher der japanischen Flotte teilte mtt, daß tn Amoy ungefähr 30 000 Formosaner japanischer Staatsangehörigkeit lebten, durch die Anwesenheit von Teilen der chinesischen Kwantung-Armee sei Amoy zum Mittelpunkt der antijapanischen Aktionen geworden Da Amoy als Eingangshafen der chinesischen Munitionsversorgung gedient habe, sei die Besetzung als ein wichtiges militärisches Ereignis zu werten. *
Amoy ist einer der ersten chinesischen Häfen, die dem freien Verkehr mit den europäischen Machten geöffnet wurden. Immerhin geschah das erst 1842, also vor nicht einmal hundert Jahren, und der umstur- zende Wandel, der sich inzwischen auch tm Fernen Osten vollzogen hat, laßt sich gerade aus dieser kurzen
geschichtlichen Erinnerung erst annähernd ermeßen. Amoy liegt auf einer Insel und zählt fast 300 000 Einwohner. Amoy ist wichtiger Ausfuhrhafen für Tee und Tabak. Auf einer kleineren Nachbarinsel Kulangsu haben die Ausländer, vorzüglich Engländer und Amerikaner, ihre Wohnniederlasiung errichtet. Die Hafenstadt selbst und ihr Hinterland ist noch nicht an das chinesische Eisenbahnnetz ange- schloßen. Es existiert nur eine kleine örtliche Bahn, die zu einer Nachbarstadt lührt. Wenn in den Nachrichten von einer Unterbrechung des Verkehrs mit Hongkong die Rede ist, so bezieht sich das nur auf den Seeverkehr.
DerKamps um die Lunghei-Vahn
Japanischer Umklammernngsversuch bei Kweitö.
Tokio, Mai. (DNB.) Die Kämpfe um den Besitz der L u n g h a i - B a h n scheinen in das entscheidende Stadium getreten zu sein. Die Japaner haben alle erreichbaren Einheiten in diesem Frontabschnitt ziftammengezogen. Da der Besitz der Lunghai-Bahn für den Fortgang des Krieges von größter Bedeutung.ist, wollen die Chinesen sie mit allen Mitteln verteidigen und haben zu beiden Seiten der Bahn zwei ausgedehnte Stellungssysteme angelegt, die sie durch 400 000 Mann verteidigen sollen. Die Japaner machen den Versuch, die Schlüsselstellung der Chinesen bei Sutschau zu Fall zu bringen und die chinesische Hauptmacht von ihren Rückzugstraßen abzuschneiden. Daher ist ihr Ziel die Wegnahme der Stadt Kweitö an der Lunghai-Bahn westlich von Sutschau, auf die sie aus zwei Richtungen vorstoßen, um an diesem Punkt den Halbkreis, mit dem sie im Norden, Olten und Süden *bie Chinesen umklammern, zu schließen. Die Chinesen führen von Westen her Verstärkungen heran, um den beiden von Norden und Süden auf Kweitö vorrückenden japanischen Truppen in die Flanke zu fallen.
Chinesische Flieger bombardieren bie Insel Santschan.
Hongkong, 11. Mai. (Europapreß. Funkspruch.) Chinesische Flugzeuge haben am Mittwochvormittag die japanischen Stellungen auf der der portugiesischen Besitzung an der südchinesischen Küste Macao vorgelagerten Insel Santschu, die die Japaner erst vor einigen Monaten zu einem Flugzeug st ütz- punkt ausgebaut haben, bombardiert. Nach chinesischen Meldungen soll hierbei ein japanischer Zerstörer getroffen worden sein. Eine Stunde spater wiederholten die chinesischen Flieger die Bombardierung. Drei japanische Flugzeuge stiegen zur Verfolgung der chinesischen Flieger auf.
(Sorgen her Genfer Liga.
Die Schweizer Ileutralitätsforderung. - Chilenische Enttäuschung. - Abessinien, Das heiße Eisen.
Genf, 11. Mai. (Europapreß.) Die öffentliche Sitzung des Rates der Genfer Liga wurde mit einem Expose des schweizerischen Bundesrats Motta über die schweizerische Neutralität ein» geleitet. Angesichts der Tatsache, daß zwei der drei großen Nachbarstaaten der Schweiz die Genfer Liga verlassen hätten, daß die Vereinigten Staaten ihr nie beigetieten seien, daß auch noch andere Staaten ausgetreten seien, daß die Abrüstung gescheitert fei usw., müsse die Schweiz zu ihrer fahr- hnndertealten Neutralität zurückkehren.
Der Rat befaßte sich weiter mit den chilenischen Vorschlägen für eine Reform der Genfer Liga. Der chilenische Vertreter Edwards stellte fest, der Reformausschuß sei zu keinerlei Schluß- folgerungen gelangt. Die chilenische Enttäuschung darüber sei groß. Man habe den deutlichen Eindruck, daß mehrere Mitgliedsstaaten der Genfer Liga sich einer Reform widersetzten. Eine Liga, die, wie die Genfer Liga, Zwangs- Maßnahmen treffen wolle, müsse un i o e rf e H jein. Man suche zwar heutzutage Mittel und Wege,
Die Begrüßung des Führers durch Generalfeldmarschall Göring auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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um gewiße Artikel des Pattes, die sich als außerordentlich gefährlich für den Frieden erwiesen hätten, unwirksam zu machen, aber, diese Methoden, sich in der Praxis von theorettschen Verpflichtunaen zu befreien, wurden der Liga den letzten Rest Der nwralischen Autorität nehmen. Der Patt, wie er heute bestehe, lasse sich nicht mit der mtemationalen Wirklichkeit in Einklang bringen.
Mittwochnachmittag hörte der Rat zuerst eine lange Rede des sowjetspanischen Vertreters d e l Vayo an. Dann ergriff der englische Außenminister Lord Halifax das Wort, um in ruhigen, sachlichen Ausführungen die Forderung del Vayos ttach Aufhebung der Nichteinmischungspolitik a b - zulehnen. Jeder Staat habe das Recht, feine eigene Regierungssorm zu bestimmen. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit für die übrigen Staaten, im Falle eines Bürgerkrieges von jedem Druck auf das betreffende Staatsvolk — in dem einen oder anderen Sinne — Abstand zu nehmen. Man habe die Nichteinmifchungspolittk gewählt, um zu vermeiden, ,daß sich der spanische Streitfall zu einem allgemeinen europäischen Krieg ausweite. Die Nicht- einmischungspolitik werde fortgesetzt werden, weil sie nicht nur die beste, sondern auch die einzige prakttsche Politik sei.
Auch der französische Außenminister Bonnet erklärte, die Nichteinmischungspolitik sei die einzige, die den Interessen des europäischen Friedens wie denen der spanischen Nation gerecht werde. Er hoffe, daß der praktische Plan für Die Zurückziehung der nichtspanischen Kämpfer bald werde in Kraft treten können. Auch der rumänische Außenminister C o m n e n bekannte sich im Namen Des Kleinen Verbandes unD Des Balkanverbandes zu Der Nichteinmifchungspolittk. Er sprach die Hoffnung aus, daß Die englisch-italienischen Abmachungen sowie hoffentlich auch baldige französisch- italienische Abmachungen zu einer Entspannunc auch in Spanien führen mürben. Daß Lit - w i n o w - Finkelstein Del Vayo eifrig sekundierte, konnte nicht Wunder nehmen. Er benutzte wiederum die Genfer Rednertribüne zu einer wüsten bolschewistischen Agitattonsrede. Als' bei Vayo versuchte, bie Debatte in die Länge zu ziehen, erklärte Der polnische Vertreter Komarnicki, Daß sich Polen jeder neu^n Aktion der Liga in Der spanischen Angelegenheit widersetze. Die heutige Aussprache könne in keiner Weise der Befriedung Dienen.
HaiieSelaffienachGensabgerelst
Die Franzosen fürchten Moskaus Intrigen.
Paris, 11. Mai. (Europapreß.) Der Ex-Negus Halle Selaffie ist aus Paris nach Genf abgereift. In Diplomatischen Kreisen ist man über Die Reise Des Ex-Negus nicht erbaut. „Paris Midi" erklärt. Daß Die französisch-italienischen Verhandlungen, Die mit einer Besprechung zwischen Dem französischen Geschäftsträger in Rom Blonde! und dem italienischen Außenminister Graf C i a n o wieder in Gang gekommen sind, unter keinen Umständen durch Den Genfer Theater- coup leiden Dürften. Außenminister Bonnet werde bei Litwinow-Finkelstein einen neuen Schritt unternehmen, Denn man müsse befürchten, daß Litwinow- Finkelstein vom Rat eine Entschließung fordern werde, Die Der englische Außenminister LorD Halifax gerade habe vermeiden wollen.
Der „Temps" fürchtet, daß das Verhältnis Englands und Frankreichs zu Italien durch bas Genfer „Manöver" berührt werben könnte Das Blatt gibt Genf ben Ratschlag, bie Wirklichkeit ber Tatsachen nicht zu verkennen. Die abessinische Angelegenheit müsse bringend und endgültig am Donnerstag liquidiert werden, sei es durch einen einstimmigen Beschluß oder, wenn diese Einstimmigkeit nicht zustande kommen könnte, durch kategorische Erklärungen Der Mächte, die entschloßen seien, chre Hand- lungsfreihett wieder aufzunehmen und ihre Be- Ziehungen zu Italien zum besten chrer eigenen Interessen und des allgemeinen europäischen Jnter- eßes zu normalisieren. — „Petit Journal^ nennt bie Genfer Organisation „ein Königreich der Mondsüchtigen und Papageien". Man dürfe nicht vergeßen, baß Halle "Selassie nur ein Bandenchef und Thronräuber sei, der seine Truppen im Stiche gelassen habe, als er an ihrer Spitze vor Dem Feinde stand.
Gauleiter Bürckel hat Pg. Dr. Anton Haas- bauer zu feinem Beauftragten für Die kulturellen Fragen in Oesterreich bestellt. Damit fällt dem Ph Dr. Haasbauer Die Aufgabe zu, auf GrunD Der Wiedervereinigung Oesterreichs mit Dem Reich bas gesamte Schul- und Erziehungswesen entsprechend auszurichten und entscheidenden Einfluß auf alle Fragen Der Wissenschaft, Kunst und Volks bilbung auszuüben.
O&56M, SlÄ, faute-
Schmieroel in der Folterkammer!
Was muß das arme Oqi in der Folterkammer des Motors nicht alles aushalten! Unter hohem Druck wird es durch die Kurbelwellenlager gepreßt und in feinem Regen an die heißen Kolben- und Zylinder-Flächen gespritzt. Im Augenblick der Explosion erhöht sich der Druck, der auf einen Kolben wirkt, bis zu 2000 kg. (Das entspricht dem Gewicht eines groben Wagens!)
♦1500°C *2000°C
Am Kolben vorbei gelangt das Oel in den Verbrennungsraum. Hier gebt es ihm ganz schlecht. Stichflammen bis zu 2000° wechseln ab mit schwelenden, rußenden Auspuffgasen. Duschen von halb verbranntem Kraftstoff und heißem Landstrabenstaub vermengen sich mit dem Oel. Dabei soll es trotz dieser Marterung einen unzerreißbaren, hauchdünnen Oelfilm auf allen Reibungsflächen bilden, der das Material vor Vernichtung schützt.
Nur ein sehr gutes Oel kann solchen Mißhandlungen stand halten. Und: jede OelfüHung wird trotz Oelkühlung und Oelfilter mit der Zeit verschmutzen und unbrauchbar werden. Verstehen Sie nun. xfrarum die Fahrzeuglieferanten regelmäßigen Oelwechsel vorschreiben? Verstehen Sie letzt wie wichtig es ist reinen Schmierstoff zu wählen, der den schlimmsten Foltern standhält: MOBILOEL! iwsv
unsere 40jährige Pionierarbeit — mil dem alleinigen Ziel, beste Schmiermittel herzustellen — kommt Ihnen zugute!
DEUTSCHE VACUUM OEL AKTIENGESELLSCHAFT


