Ausgabe 
12.3.1938
 
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Großer Beifall; man merkte, diese Landarbeiter

aus Ar- der

volitische, wirtschaftliche i e tz u n g e n_ geschaffen folg brin-

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der sich mit der vollendeten Körperbeherrschung eines Florettfechters bewegte, ein großer Stierkämp­fer der Zukunft.

Das SoltefronfefDerimenf.

Regierungskrisen in Frankreick pflegen sich seit Jahrzehnten mit ganz seltenen Ausnahmen um die Finanzfrage zu drehen. Sie steht auch als drohen- des Gespenst hinter dem Rücktritt des Kabinetts

Also ich drückte mich am Nachmittag etwas be­klommen mit meinem bayerischen Lodenhütchen zwischen den Stabsoffizieren und den Honora­tioren, dem Bürgermeister, Stadtsekretär und Arzt in den Hintergrund der festlich geschmückten Holz- loge, die in der Mitte der überdachten Schatten­seite der Arena lag. Im Schatten war es noch kalt und ich beneidete etwas das Landoölkchen, das auf den Steinemporen der nicht überdachten Sonnen- feite der Arena zusammenströmte. Aber die Platz­verteilung war dem heißen Sommer angepaßt, der eigentlichen Stierkampfsaison. Männer 'und Bur­schen, Frauen und Mädchen ohne Hüte und tm Frühlingskleid, wie beim Pfingstausflug im Grüne- wald, suchten sich ihre Plätze und bestaunten die Ehrenloge mit der spanischen, deutschen, italieni- schen und portugiesischen Flagge. Es ist im natio­nalen Spanien heute Brauch, immer die Farben der befreundeten Völker zu zeigen. Sie hängen am Rathaus von Salamanca, in den Hallen der großen Hotels und nun in dieser ländlichen Feststätte. Rechts und links der Ehrenloge auf den Rang­emporen schieben sich die Soldaten in ihren brau­nen Uniformröcken in die Bankreihen. Auch sind sie heute Ehrengäste, aber gottlob, sie haben ihre Mä­dels mitgebracht, und je enger sie sitzen, desto besser.

Raunen in der Runde. Die Musik kommt: sechs Bläser mit dicken Bäuchen. Stärkeres Raunen. Die erste Zeremonie: die Senoritas, die Padrones des Stierkampfes halten ihren Einzug. Vier hübsche Mädels in spanischer Festtracht, mit der seidenen Mantilla und dem Spitzentuch über dem hohen Haarkamm sitzen steif und feierlich in einem brau­nen Auto des Truppenstabes, fahren durch das Haupttor, und bedächtig steuert der Stabschauffcur die süße Fracht zweimal um die Arena. Höfliches Händeklatschen. Die Senoritas erscheinen in der Ehrenloge; geschminkte Lippen und Löckchen (ge­hört im kleinsten spanischen Dorf zur Zeremonie). Es duftet appetitlich nach frischer Wäsche und sau­berer Jugend. Vorstellung, Verbeugung, wie am Hofe der Königin Isabella. Kohlschwarze Kuller­augen mit Naturfeuer in Köpfchen, die mit anmuti- gem Stolze zurückgeworfen sind, beherrschen die Lage. Was ist das aber auch für eine Sache für Maria und ©agraria ganz vorn rechts und links neben dem Herrn Obersten zu sitzen und so das Heimatstädtchen repräsentieren zu dürfen. Der Bür­germeister mit der roten Kappe der Reguet6s winkt mit dem Taschentuch. Er hat sein Völkchen in Ord- nung, alles steht auf. Die Musik spielt die National- Hymnen. Senorita Maria vor mir hat ihre kleine feste Hand salutierend an ihr spitzengeschmücktes Köpfchen gelegt, wahrscheinlich, weil der Oberst neben ihr es ebenso tat. ©agraria, Falangistinnen- ührerin des Ortes, streckt den Arm aus, wie es sich gehört. Maria blinzelt zu ihr hin, sieht es. Aber Maria ist eine stolze Spanierin, sie salutiert dis

viel besprocheneKabinett der Sammlung" finden, | Schlachtbild ab. Der zweite Sier verendete sofort, für das sich Herr R e y n a u d bereits in der letzten I Vielleicht ist der junge Matador, der ihn tötete und außenpolitischen Aussprache mit seiner ebenso glän-.......

Zenden wie scharfmacherischen Rhetorik als Außen- Minister empfohlen hat, noch der Ausweg über ein Ermächtigungsgesetz von der Art öffnen, wie man es soeben Herrn Chautemps verweigert hat.

Ein paar Angeber spielen Torero, stampfen er­regt mit der Fußspitze in den Sand und halten der Kuh ihren Eapaersatz vor. Das Spiel beginnt von neuem. Einer ist ein Kerl, der wird es lernen, dreimal spielt er die zustoßende Kuh um sich her­um und die ganze Stadt klatscht ihm Beifall, und die Mädchen stecken die Köpfe zusammen: Der Antonio, das ist doch noch ein Bursche! Aber da haben nun auch die anderen wieder Mut be- hinter der Kuh herum, tanzen vor ihr her. Die dreht sich mal da hin, mal dort hin, markiert einen Angriff, wendet wieder scharf um

M>t Halloh war alles in der Arena. An der "aeaen. uberliegenden Seite stob der Stier wieder herein und fegte nun die Arena ratzekahl

Es war ein Gemisch von artistischen Glanzleistun. langen Männer beim Herüberschnellen über die Hol^brustung und von Komik, daß man lief) bet Gefahr gar nicht bewußt wurde.Unseren Leuten passiert fast nie etwas", sagte ein spanischer reagieren zu schnell auf jede ©itua- non. >3a) habe jetzt das Improvisationstalent der Spanier begriffen, ihre jugendliche Freude an der Improvisation. Schließlich mar der Jungstier so- meit außer Puste, daß die Erfahrenen mit Decke Ncchssüel an ihn herankamen. Man sah verblüffend« Bilder von Eleganz und Mut.

um, ohne Ouerschüsse der Parteien befürchten zu müssen, die Finanzierung von Aufrüstung und Sozialreform nach einheitlichen Gesichtspunkten und dem Grad der vorhandenen Mittel vorzunehmen. Die Sozialdemokraten haben geantwortet, daß für eine solche Ermächtigung die parlamentarische Basis des Kabinetts Chautemps zu klein sei. Das Kabinett war tatsächlich ein rein radikalsozialistisches, das aber bei feinem Amtsantritt eine Mehrheit er­halten hatte, die von den Kommunisten bis zur Gruppe Marin, also weit nach rechts, reichte. Aber die Scheu vor jeder Art von Ermächttgung, die eine Selbstausschaltung des Parlaments bedeutet, ist bei den französischen Parteien nach wie vor groß. Man hat also das Bedürfnis, alle sich bieten­den Möglichkeiten durchzuexerzieren, bevor man sich dazu entschließt, eine Maßnahme zu billigen, die vor dem Lande dem Eingeständnis einer Kapitula­tion des Parlaments, einer Konzession anauto­ritäre Methoden" gleichkäme.

Diesem Gedanken entspringt die Betrauung L6on Blums mit der Regierungsbildung, obwohl es höchst zweifelhaft ist, daß ihm der Versuch einer Erweiterung der Regierungsbasis diesmal gelingt, nachdem ihm erst vor zwei Monaten der Erfolg versagt blieb. Die Neigung, mit den Kommunisten in einer Regierung zusammenzuarbeiten, war da­mals schon bei den Radikalsozialisten außerordent­lich gerina, von den weiter rechts orientierten Gruppen, die für eine Regierung der Konzentration in Frage kämen, ganz zu schweigen. Das Prestige der Kommunisten hat nun aber inzwischen durch die auch in Paris mit wachsendem Grauen ver­folgten Moskauer Ereignisse einen schweren Stoß erhalten, so daß es kaum denkbar ist, daß sich bürgerliche Gruppen heute noch zu einer Zu­sammenarbeit mit den Kommunisten bereit fänden, worauf andererseits L6on Blum ungern verzichtet, weil er für seine Partei die Agitation der röteren Konkurrenz fürchten muß, wenn er einen Tren­nungsstrich nach links ziehen müßte. So steht also in Frankreich wieder einmal das Experiment der Volksfront zur Debatte. Bevor nicht die Unmög­lichkeit erwiesen ist, ein neues Dolksfrontkabinett unter sozialdemokratischer Führung aus die Beine zu stellen, wird sich weder eine breitere parlamen­tarische Grundlage für eine Regierung, das schon

Chautemps konnte auch die Hoffnung haben, für eine Konzentration aller Kräfte auf eine neue ge- wattige Rüstungsanstrengung eine breite inner- politische Basis zu finden. Und tatsächlich hatte ja auch im Januar fein darauf abgeftelltes Regie- rungsprogramm die Zustimmung einer weit über die eigentliche Volksfront hinausgreifenden über­raschend großen Mehrheit erhalten, lieber den Wunsch nach weiterer Aufrüstung gibt es in Frank­reich heute keine Meinungsverschiedenheiten. Daß die Kreise der französischen Rechten zu jedem Opfer für eine Verstärkung der Rüstungen bereit sind, auch wenn diese durch ein Kabinett der Linken durchge­führt wird, ist selbstverständlich. Und Sozialdemo- traten und Kommunisten, früher erklärte Gegner von jedemMilitarismus", die einst grundsätzlich alle Heereskredite zu verweigern pflegten, sind heute in Frankreich wie überall in der Welt die eifrigsten Befürworter einer starken Rüstung, nicht weil sie in einer ausreichenden Landesverteidigung das beste Mittel zur Bewahrung des Friedens sehen, sondern weil ihr Programm derkollektiven Sicherheit" in tatsächlicher Verdrehung seines eigentlichen Sinnes ständige erhöhte Kriegsbereitschaft verlangt und überall dort bewaffnete Einmischung fordert, wo die marxistischen Ideologien in Bedrängnis geraten. Trotzdem ist es ein Trugschluß, in der Aufrüstung gleichsam das Alleilmittel für alle Sorgen Frank­reichs zu sehen, denn die vorwiegend agrarische Wirtschaft Frankreichs wird keineswegs von einer gewaltsam übersteigerten Aufrüstung den Antrieb erhalten, den man sich in Paris davon erhofft. Auch außenpolitisch müssen die Erfolge ausbleiben, wenn es der französischen Politik nicht gelingt, sich mit neuen Ideen zu erfüllen und Anschluß an die dynamischen Kräfte des neuen Europa zu finden.

Wenn nun Chautemps von der Kammer die Ermächtigung für fein Kabinett verlangte, von sich aus Zeitpunkt und Ausmaß der weiteren sozialen Maßnahmen zu bestimmen, so hieß das nichts anderes, als den finanziellen Aufwendungen für die Aufrüstung müsse alles andere untergeordnet werden, auch die Fortführung der Sozialreform. Chautemps forderte die Drosselung aller nicht un­bedingt notwendigen öffentlichen Ausgaben und Steigerung der Produktion, das hätte also für die andern Bolksfrontparftien Verzicht auf die die französische Wirtschaft fortdauernd beunruhigende Stteikhetze bedeutet und weitgehende Ausnahmen von der 40-Stundenwoche mindestens für die- tung&inbuftrie. Chautemps hat erklärt, die bisher fchon in der Durchführung des Sozialprogramms oer Volksftont eingelegtenPausen" seien unzu­reichend gewesen, da die Parteien nicht aufgehört yatten neue sozialpolitische Forderungen anzu- melden und dadurch den Wirtschaftsfrieden gestört und das Vertrauen der Sparer in eine stabile Ent- wiMung immer wieder enttäuscht hätten. Eine ch e Pause müsse sich also auch auf die -Langfeit des Parlaments erstrecken. Die Regie- nmg müsse also ausreichende Vollmachten haben,

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

VII. Ländischer Stierkampf.

Hinter der Front, im März 1938.

Es schien an diesem ersten Februarsonntag schon eine echte Frühlingssonne auf die blüheyden Obst- bäume eines bezaubernden Tales in den Bergen irgendwo südlich der Ebroebene. Und die Stim- mung in der Unterkunft des spanischen Stabes, der mich gastlich ausgenommen hatte, war froh wie der blaue Himmel über uns. Denn die Nachrichten vom Frontabschnitt lauteten gut, sehr gut sogar. Das gesteckte Operationsziel des Teilangriffs 'der letzten beiden Tage war erreicht und gesichert, ein neuer Zug auf dem Schachbrett dieses' zähen Rin­gens gewonnen.

Da fahren Sie nur ruhig mit den Senores I., B. und Z. nach dem kleinen Städtchen, das Sie auf dem Wege hierher passierten. Da gibt es etwas, was Sie bestimmt noch nicht erlebt haben, einen ländlichen Stierkampf zu Ehren der Sol­daten, die in der bortigen Umgebung in Quartier liegen als Beneficio für das Truppenlazarett. Na- türtief) dürfen Sie keine Vergleiche mit unseren Stierkämpfen in den großen Städten ziehen. Aber bei uns hat oft das kleinste Landstädtchen seine eigene festgebaute Arena, und unter den Amateuren der Bevölkerung sind Talente, die sich schon man- chesmal zum berühmten Matador entwickelt haben, ©tierfampf spielen hierzulande schon die Bengels auf

und Kleinbauern waren Fachkenner in der Arena. Dann kam die Schlußzeremonie. Dem toten Stier werden die Ohren abgeschnitten als Trophäe für den Matador. Dann schleifen die Ackergäule im

Chautemps, das es vorgezogen hat, ohne die Ver­trauensfrage zu stellen und eine Abstimmung der Kammer abzuwarten, seinen Auftrag dem Präsi- denten der Republik zurückzugeben, weil es chm deutlich geworden war, daß sich in der Kammer keine Mehrheit finden werde für das Ermäch­tigungsgesetz, ohne das Chautemps nicht glaubte weiter regieren zu können. Das wesentlichste Er­gebnis dieses nun abgetretenen (vierten) Kabinetts Chautemps, das erst seit dem 19. Januar dieses Jahres am Ruder war, ist zweifellos die organisa­torische Vereinheitlichung aller Maßnahmen der Landesverteidigung. Um eine großzügige planmäßige Behandlung aller die Landesverteidi­gung betreffenden Fragen nach einheitlichen Ge­sichtspunkten und eine rationelle Ausnützung aller vorhandenen oder noch zu schaffenden finanzieller Mittel zu erreichen, war der Landesverteidigungs- Minister im letzten Kabinett der radikalsoziali­stische Abgeordnete Daladier auch für die Luftfahrt- und Marineministerien federführend ge- ®orben. Entsprechend hatte man eine einheitliche militärische Kommandogewalt über alle drei Wehr­machtsteile geschaffen und sie dem Chef des Gene­ralstabes General G a m e I i n übertragen. Als dritte Maßnahme sollte nun die Bereitstellung der für die Fortsetzung der Aufrüstung größten Stils erforderlichen Mittel durch Auslegung einer rie­sigen Rüstungsan leihe von 15 Milliarden Franken folgen. Mit ihrem (Ertrag sollte die auto­nome Landesoerteidigungskasse aufgefüllt werden, deren Einrichtung die Kammer eben erst fast ein­stimmig gebilligt hatte.

Aber Chautemps und sein Finanzminister Mar- chandeau waren sich darüber Ilar, daß für diese Rüstungsanleihe gewisse politische, wirtschaftliche und finanzielle Voraussetzungen geschaffen werden müssen, wenn sie den erhofften Erfolg brin­gen soll. Dazu gehört in erster Linie die Stabi­lität des Franken, der nach einer längeren Ruhe Mitte der Woche einen erneuten Schwäche­anfall erlitten hat. Das britische Pfund, das Mitte Februar noch 153 französischen Franken entsprach, stieg am Dienstag auf 156 und überschritt am Mitt­woch sogar 157 Franken trotz starker Intervention des französischen Währungsfonds. Das war gewiß kein Zeichen des Vertrauens der französischen Geld­besitzer, die veranlaßt werden müßten, ihre ins Aus­land gebrachten Kapitalien zurückzuholen und in Rüstunasanleihe anzulegen, wenn diese Erfolg haben soll. Das radikalsozialistische Kabinett Hatte begriffen, daß eine neue gewaltige Aufrüstung, wie sie mit Hilfe der Rüstungsanleihe geplant war, gleichzeitig mit der konsequenten Fortführung des weitgespannten Sozialprogramms der Volks­front kaum durchzuführen ist und die finanzielle Kraft Frankreichs überschreiten würde. Chautemps hatte auch erkannt, daß nur eine unbedingte Wie­derherstellung des Wirtschaftsfriedens und Maßnah­men zur Erhöhung der nationalen Produktion eine neue Vertrauensbasis für den Franken schaffen könnten. Es handelte sich also um die Frage, ob das Sozialprogramm der Volksftont oder die Auf­rüstung den Vorrang haben sollten, wobei hervor- gehoben werden muß, daß das radikalsozialistische Kabinett in der Durchführung der Aufrüstung ein wesentliches Mittel zur Ankurbelung der ftanzö- ischen Wirtschaft sah, womit dann sich neue Mög- ichkeiten für eine Weiterführung der sozialen Re- ormen erschließen würden. Daß man sich von der kluftüstuna auch eine Hebung des außenpoli­tischen Ansehens Frankreichs verspricht, eine neue Anziehungskraft auf die lau gewordenen Verbün­deten, versteht sich bei der bekannten mechanistischen Einstellung der meisten Franzosen zu dem vordring­lichen außenpolitischen Problem der Neuordnung ; Europas von selbst.

Dr. Fr. W. Lange.

Vlum bemüht sich

V Galopp und mit Peitschengeknall den Kadaver um em Kabinett der Sammlung. h", ?rcn<r?as Gemüt denkt: Armer " I beitsfamerab vorn Pflug, armer Freund von___

Paris, 12. März. (DNB.) Wie aus gutunter- Weide. Immerhin: Ochsenfleisch ißt man auch in richteter Quelle verlautet, hat Löon Blum die Deuffchland recht gern und in den nächsten Ta- A b s i ch t a u s g e g e b e n, e i n r e i n e s V 0 l k s- gen brutzelt in allen Küchen dieses Städtchens frontfabinett zu bilden. Er wolle nun eine I Rindfleisch vom letzten Stierkampf.

Regierung auf breiter Grundlage zu,am- Mein Nachbar stößt mich an, ich sott- aufstehen, menstellen, nämlich von den Kommunisten (Thorez) Aha, große Zeremonie. Maria wirft mit vollende- bis zur Republikanischen Vereinigung (Marin), ter Grazie dem Matador eine Riesenschachtel Pra- Leon Blum wolle feinen Plan am Samstagvormit- lin6s in die Arena. Dann spielt die Musik wieder tag dem sozialdemokratischen Nationalrat vorlegen die spanische Nationalhymne. Falangistenqruß. 23er» unö, wenn er dessen Zustimmung erhalte, seine Re- beugungen in der Ehrenloge. Zwei Stadtväter Der- gierung bilden Havas glaubt versichern zu können, abschieden sich. Die Senoritas aber, der Bürger- Dap oas neue Kabinett Samstag nachmittag gebil» meister und die meisten Ehrengäste bleiben. Denn [em werde, vorausgesetzt daß keineZwischen- jetzt beginnt der zweite Teil, den die großen falle den Gang der Entwicklung störten. Städte nicht kennen. Jetzt wird es lustig, das

Im sozialdemokratischenPopulaire" wird Läon Volksfest beginnt: Das ländliche Stierspiel.

Blum am Samstagfrüh folgende Erklärung ver-1 ^uf dem Hellen Sand, der eben noch Schauplatz öffentlichen: ,^Zch habe der sozialdemokratischen des ernsten Kampfes war, tummelt sich eine ver- Kammergruppe eine schwerwiegende Mitteilung zu I (J^ügte Gesellschaft von zwanzig, dreißig 23urfcf)en machen, die ich morgen dem Nationalrat der Partei unb jungen Männern, die mit flottem Schwung vorlegen werde. Die Sozialdemokratische Partei, die oon den Sitzemporen in den schmalen Sicherheits­beauftragt ist, die Regierung zu bilden, kann sich 9an9 vor den Zuschauerplätzen und über die brust- dieser Ausgabe nicht entziehen, sie muß eine Regie- Wc Holzbande hinweg in die Stierkampfarena rung bilden, sie muß es sofort tun, sie muß es nach eskaladiert waren. Vorfreude auf die Dinge, die Maßgabe der Umstände tun." Dieseschwerwie- ^n kommen sollen. Die Musik trompetet einen gende" Mitteilung, auf die L6on Blum anspielt, be- flotten Tanz, auf den Gängen, zwischen den zieht sich auf den Beschluß, eine Regierung von Anken, im ganzen Zuschauerraum tanzen die Links bis Rechts zu bilden. Der Präsident Mädels mit den Burschen. Soldaten sind bevor- der Republik, Lebrun, hatte am Freitagabend eine Mt, wie überall in der Wett. Und wie Jung- einftünbige Unterredung mit dem Abgeordneten lernen tanzt! Ol6, da feiert das Temperament Chautemps. Löon Blum hatte abends außer Triumphe. Auch in der Ehrenloge ist der feierliche mehreren politischen Parteiführern, sämtliche ^nn gebrochen, und unsere Senoritas werfen ihre v,-----yy* ehemaligen Ministerpräsidenten au Pu9e" 3 den würdigsten Stabsoffizieren, daß es

tansche Grundlage für eine Regierung, das schon einer Besprechung gebeten. nur so rötetet. Volks f e st k Ohne Buden und

_ Karussells, ohne Wein und Schnaps.Alkohol ist

nicht nötig bei unserem Blut", sogt mein spanischer greunb,öas hat genügend Eigentemperatur.

v »I IPassen Sie mal auf, jetzt geht es los."

Von unserem Sonderberichierstniter W. E. Freiherr von Medem L Ar Bürgermeister winkt mit seinem Taschen-

0 ' VM lud), die Musik bricht ab, Fanfare. Die jungen

Nationalhymne zu Ende, und keiner läckelt Man 6<?r .Aena springen in die Luft vor Ent­

setzt sich, das Spiel kann beginnen $ ' ^uefen, denn jetzt jetzt öffnet der hinkende Stier- Zeremonie: Ein Jüngling im blauen Sonntoas- 6ie eilken J00?'. und heraus fegt

sotto, wohl der Organisator des Ganzen reitet mit cJJV 6 e starke Kuh , die Glocke um den vorgestreckten Halbschuhen und hochgerutschten Ian» nun fängt das

. gen Hosen auf einem Pferdchen dös gestern nochbei dem man sicherheitshalber der Kuh

, den Milchkarren zog, in die Arena Das Sckttnmett Hornerspitzen Kugeln gesetzt hat. Die Kuh : chen will nicht die Bande entlang galoppieren. Be- ^^Ä «2 Von ein paar Burschen, die tretenes Schweigen, kein Gelächter Daq Arhim m ifjren Jacken ober alten Woilachs nach welchen tut es schlie'ßlich doch u^ I ^art ^m Stoß auffordern nimmt sie sich den

der Ehrenloge. Konventioneller Beifall Der 3üng- IhU3F,Un^nimrlf>. an s^op.Ia' £er

lmg zieht mit süßem Lächeln seine Kappe, ber S andere da: Ho, ho!

Oberst erhebt sich feierlich und salutiert. Nun rettet Un% "^mt sich den nächsten

der Jüngling wieder im Galopp um den RirM DOr' er UI? die Kuh laust in die

Beifall. Pause. Zeremonie: Das^Hostor öffnet sich ^berf ^mnal in Fährt,

und hereinmarschieren die Toreros^ unter S*?"3 $auten J°^nder junger

ihnen die beiden Matadore. Musik. Verbeugung"or ^ebt auseinander und rüber über

der Ehrenloge. Die Toreros sind wochenttigs^ s-h. xn ®inerr !?ar genug,

mge Landarbeiter, der eine Matador ist ©rfirei- unfanftni ^11^06 auf die

her an der Zuckerfabrik, der andere Student ©ohn f te' unb bie Zuschauer biegen sich vor Lachen, des Landarztes, beide elegante Jungens Der 3ug Donnerwetter, denkt die Kuh, verdammte Bande, zieht ab. Beifall. Noch einmal der Jüngling £)as unb mit gesenkten Hörnern fegt sie einmal um die Schimmelchen bockt wieder, jetzt können einige Meid- 9?rnde 2trcna herum, bis der letzte Bursche mit chen das Kichern doch nicht unterdrücken' Mona assenartiger Geschwindigkeit über die Holzwand ge­runzelt die Stirn. Es geht noch alles gut. Der !urn* .l'tz gerade, daß sie noch eine Hose erwischt Oberst erhebt sich unb wirst den Schlüssel zu den y. ritsch, ratsch, da flattert ein Herndzipfel unb Stterverließen in des Jünglings Kappe. Der' Jüng- verschwindet hinter der Barriere. Die Mädchen ling wirft im Vorbeireiten ehrlicher Beifall fischen vor Lachen und klatschen in die Hände,

dem breitschultrigen, etwas hinkenden Stierwächter P im Vollgefühle ihres Sieges, trottet in den Schlüssel zu und verschwindet endgültig Die der Arena und hält Umschau: Wer wagt

Musik bricht ab. Atemloses Schweigen der Erwar- Rittersmann oder Knapp'. Jetzt kommen sie tung. Große Zeremonie: Der Stierwächter geht an 51e'b6r ^rück über die Barriere, die Ritter und die Tür zum Stieroerließ, grüßt stramm mit er- Knappen, johlend und wie trunken von dem Tempo, hobenem Arm. Der Oberst erhebt sich und winkt dicr eben in der Arena alles durcheinander- Dcr erste Stier kann kommen. 'j gewirbelt hat.

Bis hierher hatte mir der Stierkarnpf ganz gut gefallen. Jetzt aber trottete das arme Vieh mit einem Lumm erstaunten Muh in die Arena, braun, hinten links stark abgeschubbelt, vom etwas unsicher auf den Beinen, wahrscheinlich für den Kampf prä- panert. Es glotzte die inzwischen eingetretenen Män- ner mit den roten Tüchern an, bis es ihm doch ZU bunt wurde und es einen annahm. Der parierte geschickt, auch der zweite, denn der Stier war nun ärgerlich gewordey und ging gleich auf den nächsten Tuchschwenker los. Der dritte machte mit seiner roten Capa eine so scharfe Wendung, daß der. ..... ....... |U,«M um

Stier vorn einknickte. Da blieb denn das Rindvieh und paßt auf, bis sie den Frechsten hat. Der ist gleich m der Mitte der Arena liegen wie draußen schon ein paarmal dicht an ihrer Nase vorbei- auf der Wiese. Muuüh! Was wollt ihr komischen gelaufen. W auch wieder, aber bas Rinbvieh Meckschen von mir? Ja, was wollten sie! Borläu- sieht es nicht, geht auf den vorgehaltenen Woilach fig trampelten sie empqrt auf den Emporen, denn eines anderen los, aber nur um hart davor links ei" Stier h at in Wut zu geraten. Er kam abzubiegen und den Frechdachs vor die Horner zu auch in Wut, als man ihm die Banderillos, drei kriegen.

Paare, in den Nacken fetzte, und zwar mit ©ran- Zwischenakt: Tanzmusik. Das Temvo ift nock öe^^a und Mut, das muß man den Landarbeiter- flotter, es tanzen auch keine Mädchen mehr tu> ^rC4°^ affen- Witt jedes Stieres, erklärte mir Hammen, jede hat jetzt ihren, und mit Tuchfühlung APn sa grab'daß er dle Schmer- Die jungen Männer müssen doch Schwung be-'

zen der 2Viderhaken in feiner Haut gar nicht emp- kommen für das zweite © t i e r f p i e I. Das sTOnn -!Jn, ®tter VON Asse kämpfe gern. ist nur für die Fortgeschrittenen, die Ernstzuneh- "ur astrologisch em ©her, aber wenden in spanischen Mädchenaugen Tromvetcn- Sh; Widerhaken des Lebens sind doch verdammt stoß. Nun läßt der Stierwächter Zeinen dun k- s n r . , len Jungstier in die Arena und der hat keine

^lun wurde es ernst auch bei diesem ländlichen Kugeln aus den Hörnerspitzen. Die Schar in der eherfampf. 9lun spielte der Matador allein 2Irena lichtet sich merklich: Es sind alles Männer d^wu^iden Sher indem er em rotes Tuch auch Soldaten darunter. Dieses ist nicht mehr unter rStoßdegen hing und das Tier anlau- ihrer Würde. Der junge Stier saust durch die K'nmüif6!11114 ^machen und vor allem sein Arena, kreuA und guer und längs der Bande^Man kennenzulernen. Denn wehe ihm, sieht eine Zeitlang nur Podexe, Beine Voöere roeim der Stier auf den Mann und nicht auf Das Beine über der Barriere verschwinden ' kommen' h^SrfiVpn £>° e an0e^ Mit be- verschwinden, kommen. Ein paar aufgeMtzte

eleganten Bewegungen, immer dem Hosenbeine flattern schon in der Gegend. Sle^u.

Stier m bie eiligen sehen, jagt der Matador des schauerrunde rast. Ich habe so gebrüllt vor fförÄe« Serr um D°- Ht da- Lachen, daß Maria mich Katz Ladenhlltchens eines

.üeatro des ub-rt°g°n-n Kampfers, das die tzrauen anerkennenden Kullerblickes würdiate Ein Si Spaniens m Entzücken versetzt. Der Matador pa- bolb machte unten eine Bandentür aus ml

radiert mit Proben seines Mutes und seiner Grazie, der Stier und räumte nun den ©ehr kneiend hält er dem Stier das Tuch vor, läßt ihn!m>;. ^n^^raumire min ^Den Schutzgang auf. unter feinem Arm durchschießen, bis das Tier mit schlagenden Flanken ermüdet eine Kampfpause macht und breitbeinig, mit gesenktem Kopf und jeden Augenblick zu neuem Angriff fähig, vor ihm steht. Das ist die Haltung, in der der Stier die nur handbreite ©teile in seinem Nacken freigibt, durch die der Matador das Herz des Stieres trifft, wenn er seinen gezielten Degen bis zum Heft durchstößt, mit steifem Arm, dem er die nötige blitzschnelle Wucht durch den nach vorn geworfenen Körper gibt. So schnell, daß das Auge des Zu- schauers den entscheidenden Augenblick kaum faßt. Sitzt der Stoß, dann fällt der Stier wie im Blatt- lchuh. Wenn nicht, dann foritit sich ein rohes