Einzelbild herunterladen

richts liegt jedoch immer in den Händen der Po-1 lizei.

Das Thema des Unterrichts sind die wichtigsten Verkehrsregeln. Der Unterricht beginnt .mit einem Vortrag über die Verkehrsoorschriften an Hand be­sonders eindringlicher Photos von Verkehrsunfällen und - von Gefahrenpunkten im Straßenverkehr, er­gänzt durch Verkehrstafeln, Modelle ober andere Unterrichtsmittel Zum Schluß des Unterrichts wird den Teilnehmern Gelegenheit zur Fragestellung ge­geben.

Die Verpflichtung zur Abgabe von Warnzeichen ist mit Rücksicht auf die allgemeine Lärmbekämp­fung eingeschränkt worden. Warnzeichen sind vor­geschrieben, wenn andere Verkehrsteilnehmer auf der Straße gefährdet werden. Sie sind auch vor dem Ueberholen zulässig.

Mit besonderer Aufmerksamkeit wird die Polizei die Einhaltung der Vorfahrt-Grundsätze überwachen, sie wird aber auch mehr als bisher der Regelung der Vorfahrt durch Aufstellung von Verkehrszeichen ihre Aufmerksamkeit zuwenden, wobei gegenüber der Pflicht zur Erhaltung von Leben und Gesund­heit der Volksgenossen und von volkswirtschaftlichen Werten so schreibt die Dienstanweisung vor die Rücksichtnahme auf die Kosten der Verkehrs­schilder unbedingt zurückzutreten hat. Die richtige und zweckmäßige Vorfahrtsbeschilderung wird von Zeit zu Zeit von zentraler Stelle aus nachgeprüst werden.

Blutprobe auch bei Fußgängern!

Für die polizeiliche Sondermaßnahme der Blut- untersuchung bei Verkehrsunfällen mit dem be­gründeten Verdacht alkoholischer Beeinflussung wer­den dem Polizeibeamten bestimmte Anweisungen gegeben. Dabei wird ausdrücklich betont, daß sich die Blutuntersuchung nicht nur auf Führer von Kraftfahrzeugen, sondern auf Verkehrsteilnehmer

aller Art, auf Fahrzeuglenker und Fußgänger, er­streckt, sofern sie an einem Verkehrsunfall beteiligt finb. Ueberhaupt wird dem Polizeibeamten zur Pflicht gemacht, nicht nur den Fahrzeugverkehr, sondern den gesamten Straßenverkehr, insbesondere auch den Fußgängerverkehr, laufend auf die Beach­tung der Verkehrsoorschriften zu überwachen.

Außer diesen Einzelanweisungen trägt die Dienst­anweisung ganz erheblich zur Vereinfachung des Verkehrsrechts bei, indem sie eine Unzahl überhol­ter und nicht mehr in unsere Zeit passender Ver- fügungen und Erlasse wegräumt. Im ganzen wer­den 71 Einzelerlasse, die teilweise bis zu zehn Jah­ren zurückliegen, in Bausch und Bogen aufgehoben. Das bedeutet nicht nur eine wesentliche Verein­fachung für den Polizeibeamten, sondern damit fallt auch mit einem herzhaften Schnitt ein lästiger alter Zopf von Verordnungen, die sich teilweise nicht mit dem Gedanken der gesteigerten Motori­sierung vereinbaren ließen.

Die Dienstvorschriften, nach denen künftig der Po­lizeibeamte auf der Straße den Kampf gegen den Verkehrsunfall aufnimmt, sind, wie diese kurze Zu­sammenstellung beweist, mehr denn je ein Aus­druck der neuen Haltung der deutschen Polizei über­haupt. Nicht die kleinliche Anwendung der gesetz­lichen Vorschriften in jedem Falle, sondern die Sicherheit des deutschen Menschen ist das Ziel ihrer Arbeit. Diese Aufgabe sucht die Polizei mit allen ihr zu . Gebote stehenden Mitteln, technisch und menschlich auf das beste vorbereitet, zu erfül­len. Die Polizei hat in der vorliegenden Dienst­anweisung ihre Parole zum Kampf gegen den Ver­kehrsunfall erhalten. Sie erwartet dabei, daß jeder einzelne Volksgenosse in diesem Kampf ün seiner Stelle mithilft!

(Schluß der Aufsatzreihe.)

Aus der engeren Heimat.

Maul- und Klauenseuche in Mainzlar.

* Mainzlar, 12. Jan. In der Hofreite des Ludwig Vogel VIII. ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Die Gemar­kung Mainzlar wurde zum Sperrgebiet, die Ge­markungen Daubringen und Staufenberg zum Be- obachtungsgebiet erklärt.

Zimmerbrand im alten Schloß.

'+ Grünberg, 12. Jan. Aus dem unteren Eckzimmer des alten Schlosses, das an die Markt­gasse angrenzt und das der katholischen Gemeinde als Raum für Abhaltung ihres Gottesdienstes dient, wurde am Dienstagabend gegen 23 Uhr von Vor­übergehenden starke Rauchentwicklung be­merkt. Die sofort alarmierte Feuerwehr stellte fest, daß es sich glücklicherweise nur um einen kleine­ren Brand handelte. Auf bis jetzt noch unauf­geklärte Weise war in einem Schrank, der zur Auf- bewahrrmg der Meßgewänder dient, Feuer ent­standen. Nach kurzer Tätigkeit der Wehr war der Brand gelöscht.

Schulungslager für Waldarbeit in Schotten.

Lpd. Schotten, 11. Jan. Wie dasSchottener Krefsblatt" meldet, soll in der Försterschule in Schotten ein Schulungs lager f ü r Wald- arbeit eingerichtet werden. Dieses Schulungs­lager, das voraussichtlich eine Dauereinrichtung werden dürfte, wird von Förstern und Waldarbei­tern, die hier zu achttägigen Kursen zusammengezo­gen werden, besucht. Schotten, als die Stadt der Grünen Gilde, wird durch dieses Schulungslager einen erfreulichen Auftrieb bekommen. Die Schu­lung wird voraussichtlich schon im Februar begon­nen und das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden.

Landkreis Gießen.

* Wieseck, 12. Jan. Der 16jährige Hans Schneider von hier geriet mit der linken Hand in einen Fleifchwolf und erlitt an vier Fin­gern schwere Schnittwunden. Der zwölf­jährige Schüler Emil Wenger kam beim Schlit­tenfahren zu Fall und erlitt einen Unterarmbruch.

# Mainzlar, 11. Jan. Der Verein für Schweineverficherung hielt am Samstag­abend bet Gastwirt Müller feine Jahre.sschluß- versammlung ab. Vereinsführer Klingelhöser erstattete den Jahresbericht. Der Rechner L. Becker II. konnte einen günstigen Kassenstand zur Kenntnis geben. Die Jahreseinnahme belief sich auf 792 Mark, die Ausgabe auf 733 Mark. Der Ueberschuß betrug also 59 Mark. Außerdem konnte der Verein 450 Mark den Rücklagen zuweisen. Die Mitgliederzahl ist gestiegen. Taxatoren und Vor- ftanbjüuröen in ihren Aemtern neu bestätigt. Auch die Schäfereigesellschaft hielt ihre Gene­ralversammlung, die sog.Schafkirmes", ab. Der Vorsitzende Heinrich Vogel IV. gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Der seitherige Schafhirte Werner wurde wieder gedingt. Der Vorstand der Gesellschaft blieb weiter im Amt.

# Daubringen, 11. Jan. Der Gesang­vereinSängerlust" hielt seine General­versammlung ab, zu deren Beginn zweier verstor­bener Sangesbrüder gedacht wurde. Der Vereins- suhrer Wilhelm Opper erstattete den Jahres­bericht. Der Verein konnte zwei neue Mitglieder begrüßen. Eine Vereins-Reisekasse wurde gegründet. Im Sommer will der Verein mit einer Veran­staltung unterhaltsamer Art an die Oeffentlichkeit treten. Der Rechner Karl O p p e r gab Aufschluß über die Kassenlage des Vereins.

-* Staufenberg, 11. Jan. Die Krieger­kamerad schäft hielt bei Gastwirt Zecher ihre Jahreshauptversammlung ab. Kameradschafts­führer Fay erstattete den Jahresbericht. Der Rechner konnte von einem Ueberschuß in der Kasse berichten; es wurde ihm Entlastung erteilt. Im weiteren Verlaus der Versammlung wurde be­schlossen, den Kleinkaliberschießsport weiterhin leb­haft zu pflegen. Mit dem Gruß an den Führer wurde die Versammlung geschlossen.

* Ruttershausen, 11. Jan. Unter Leitung von Kameradschaftsführer Wilhelm Göbel hielt die hiesige Kriegerkameradschaft ihre Ge­neralversammlung ab. Man gedachte zunächst der verstorbenen Kameraden Schiefer st ein und Hörr, die im vergangenen Jahre zur großen Armee abberufen wurden. Anschließend überreichte der Kameradschaftsführer dem Kameraden Karl Erdmann II. für sein Schießergebnis von 152 Ringen die goldene Ehrennadel. Rechner Armin Schön verlas den Kassenbericht, der einen Ueber- schuß aufwies. Schriftführer Ludwig Schreiner gab dann den Tätigkeitsbericht bekannt und verlps eine Schützenordnung aus dem 17. Jahrhundert. 3m verstossenen Jahre wurde eine neue Schießhalle

erbaut. Nach Erledigung verschiedener Anträge und nachdem man für den 5. Februar einen Familien­abend vorgesehen, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

§ Rödgen, 11. Jan. Der SA. - Sturm 7/116 veranstaltete am Samstag im Saalbau Wagner einen Kameradschaftsabend. Nach einem Marsch der SA.-Kapelle und nach einem Kampflied hielt der Sturmführer eine Ansprache, in der er die hohe Bedeutung unserer Zeit und die Bedeu­tung des Führers für unser Volk umriß. Die Aus­führungen wurden mit großer Aufmerksamkeit aus­genommen und mit dem, Sieg-Heil auf den Führer und mit den beiden Nationalliedern beschlossen. Ein anschließend von einigen Kameraden gespro­chener Fahnenspruch wurde mit Beifall aufgenom-- men. Im unterhaltenden Teil des Abends wurden einige humorvolle Darbietungen zu Gehör gebracht.

OO Beuern, 11. Jan. Der hiesige Turn­verein hielt bei Gastwirt Ranft seine General­versammlung ab. Vereinsführer Arnold umriß in seiner Ansprache zunächst die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahre und gab dann einen Ueber- blick über die großen Aufgaben, die dem Reichs­bund für Leibesübungen gestellt sind. Kassenwart Linden st ruth konnte einen günstigen Kassen­stand nachweisen. Seine tadellose Kassenführung wurde anerkannt. Der Vereinsführer wurde unter Anerkennung feiner Verdienste um den Verein ein­stimmig wiedergewählt.

= Steinbach, 11. Jan. Seinen 75. Ge­burtstag kann am heutigen Tage der frühere Zimmermann Ludwig Krämer II. feiern. Herr Krämer, der vor zwei Jahren das Fest der golde­nen Hochzeit feiern konnte, erfreut sich einer guten Gesundheit und kann noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten leisten.

CD Sillenborf (Lahn), 11. Jan. Der hiesige Schweine - Versicherungsverein ver­einigte seine Mitglieder bei Gastwirt Hörr zur Jahreshauptversammlung. Im vergangenen» Jahre wurden von der Versicherung 1591 Tiere mit einer Versicherungssumme von 132 571 Mark ersaßt. Die Einnahmen betrugen 1431,56 Mark, die Ausgaben 983,30 Mark, der Kassenbestand 448,26 Mark. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf 1051 Mark. Der seitherige Vorstand führt die Geschäfte weiter, Rechner Volk legte jedoch infolge Arbeitsüber­lastung sein Amt nieder. An seine Stelle wurde das Mitglied Heinrich Müller bestimmt. Die Kasse wurde in Ordnung befunden. Vereinsführer Ludwig Wagner V. dankte dem Rechner für seine bisherige treue Mitarbeit. Der hiesige Rindvieh-Versicherungsverein hielt bei Mitglied Henkelmann seine Generalversamm­lung ab. Rechner U l m erstattete nach der Be­grüßung durch den Vereinsführer den Kassenbericht, der in Einnahmen 750,68 Mark und in Ausgaben 992,82 Mark auswies. Der Verlust, entstanden durch das Eingehen von drei Stück Großvieh und fünf Kälbern, beträgt 142,52 Mark. Das Vereins­vermögen beläuft sich auf 920,68 Mark. Die Kassen­bücher wurden in Ordnung befunden. Versichert waren 59 Tiere mit einer Versicherungssumme von 73 910 Mark. Der seitherige Vorstand wurde wieder- gewählt.

* Lang-Göns, 11. Jan. Am Sonntag ver­anstaltete die Kriegerkameradschaft einen Unterhpltungsabend, bei dem Kamerad Pfarrer Wahl einen Vortrag mit Lichtbildern überErleb­nisse aus dem Weltkriege" hielt. Kameradschafts­führer Nern überreichte dann an die Kameraden Kd. Rudolph, Johs. Gg. Müller, I. Kl. Weil, Hch. Kuhl, Konr. B r ü ck e l I. und Fried­rich Höfer das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse. Im Anschluß daran wurden von Schießleiter H ö - f e r die im Jahre 1937 von den Kameraden Gg. Ludwig Rudolph, Johs. Fr. B e p l e r , W. Kd. Brück el, Otto Nern, Karl Velten III., Hch. Kuhl und Otto Bink beim Schießen errungenen bronzenen Ehrennadeln überreicht. Zum Schluß sprach Kam. N e rn dem Vortragenden Dank aus und schloß den Abend mit dem Sieg-Heil auf Füh­rer und Vaterland.

* Holzheim, 12. Jan. Der Landwirt Heinrich Buß wurde erneut zum Bürgermeister der Gemeinde Holzheim ernannt.

O Holzheim, 12. Jan. Am morgigen Don­nerstag kann Schneidermeister und Kirchendiener i. R. Jakob Schneider III. seinen 85. G e - burtstag feiern. Der hochbetagte Mann war 25 Jahre lang als Kirchendiener der Gemeinde Holz­heim tätig. Im Rahmen des Volksbil­dungswerkes sprach im hiesigen Rathaussaal Pg. Scherer über das ThemaFreimaurertum". Seine Ausführungen wurden mit großem Inter­ests verfolgt.

cx) Eberstadt, 11. Jan. Die Kriegerkame­radschaft hielt bei Kamerad Felsing ihre Jahreshauptversammlung ab. Kameradschaftsführer H. V. Bender eröffnete die Versammlung. Pro- paganbaobmann Wehrum sprach sodann über

die Arbeit des Reichskriegerbundes und gab an­schließend einen Bericht über die Tätigkeit der Ka­meradschaft. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde beschlossen, eine Gemeinschaftsfahrt zum Kysshäuser zu unternehmen und außerdem ein Winterhilfe-Schießen zu veranstalten. Bürgermeister Görlach schloß mit dem Treugelöbnis zum Füh­rer die Versammlung.

Kreis Iriedberg.

ch Butzbach, 10. Jan. Im festlich geschmückten Saale desDeutschen Hauses" veranstaltete die Butzbacher Schützengesellschaft einen Familienabend, zu dem eine große Anzahl Freunde des Schießsportes erschienen war. Der Vereinsführer Dr. Nern eröffnete den Abend, wobei er des Füh­rers gedacht. Wie in jedem Jahre, wurde auch dies­mal die Würde des Schützenkönigs und der Schützenkönigin herausgeschossen. Das älteste Der- einsmitglieb und weitere drei Schützenbrüder er­hielten für ihre regelmäßige Teilnahme an den Schießabenden besondere Ehrungen. Die hiesige Militärkapelle hatte den musikalischen Teil des Abends übernommen. In letzter Zeit wurden wiederholt Rudel Rehe in unmittelbarer Nähe unserer Stadt beobachtet. Am Freitagnachmittag hatte sich sogar ein Damhirsch bis in den Garten eines Einwohners gewagt. Bald war er aber von einigen Hunden entdeckt worden und.mußte nun eilig den nahen Wald aufsuchen.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 11. Jan. ImFrankfurter Hof" hielt der Turnverein feine Hauptver­sammlung ab. Der zweite Vereinsführer I. M a h r gedachte zunächst der Verstorbenen des vergangenen Jahres und gab dann bekannt, daß der 1. Vereins­führer Seibert infolge hohen Alters die Leitung des Vereins niederlegte. Schriftführer Repp erstat­tete dann den Jahresbericht. Rechner Schlosser gab den Stand der Kasse zur Kenntnis. An Stelle des bisherigen Vorsitzenden wurde der frühere Schriftführer Pg. Gottfried Repp zum Leiter des Vereins gewählt. Der hiesige Wanderver- e i n unternahm am Sonntag bei einer Beteiligung von 35 Mitgliedern und unter starkem Schneetreiben

den ersten Ausflug des Jahres, der nach Vüßfeld' führte.

A Deckenbach, 12. Jan. Am kommenden Frei­tag, 14. Januar, kann die Witwe Louise L ö ch e l im Kreise ihrer 5 Kinder und 13 Enkel ihren 81. Geburtstag begehen. Unser Einwohner Ludwig Löchel kann am 15.Januar seinen 7 6. Geburtstag feiern.

Kreis Schollen.

)( Ruppertsburg, 10. Jan. Von einem tragischen Geschick wird der Landwirt Ja­kob Geiß dahier verfolgt. Schon feit mehreren Jahren ist seine Frau bedenklich erkrankt. Am letz­ten Donnerstag kam er bei seinem Hause zu Fall. Er verspürte anfangs nur wenig Schmerzen, tags darauf aber machten sich starke Lähmungserschei­nungen am Unterkörper bemerkbar, so daß man den Bedauernswerten in die Medizinische Klinik nach Gießen überführen mußte. Drei unversorgte Kinder stehen nun fast allein. Fast alle Mitglieder un­seres Ob st - und Gartenbauvereins hatten sich am Samstagabend bei Gastwirt Schlöxb zu ihrer ersten Versammlung im neuen Jahre einge­funden. Im Mittelpunkt der Tagung stand das ThemaDas Obstjahr 1938". Die besonderen Auf­gaben des Obstbaus zur Erfüllung des Vierjahres- plans wurden behandelt. Recht rege war die Aus­sprache überWintermaßnahmen im Obstbau".

Kreis Dehlor.

< Lützellinden, 11. Jan. Im Gasthaus Franz veranstaltete die hiesige Kriegerkame­radschaft einen Filmabend, der sehr gut besucht war. Kameradschaftsführer Wenzel hieß alle Besucher herzlich willkommen. Anschließend wurde der im Weltkrieg gefallenen Kameraden ge­dacht. Die Vorführung des KriegsfilmesVerdun" hinterließ bei allen Zuschauern einen tiefen Ein­druck. Mit dem Gedenken an den Führer klang die Veranstaltung aus.

Frankenbach, 11. Jan. Im vergangenen Jahre erblickten in unserer Gemeinde 12 Kinder das Licht der Welt, es starben 14 Personen, zur Schulentlassung kamen 6 Knaben und 6 Mädchen, getraut wurden 5 Paare.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

cxd Langsdorf, 11. Jan. Heber die Bewegung innerhalb der hiesigen evangelischen Kir­chengemeinde liefern die Kirchenbücher und statistischen Erhebungen folgende Ergebnisse von 1937: Zur Taufe wurden 20 Kinder gebracht, im Vorjahr 15. Konfirmiert wurden 17 Kinder (19). Kirchliche Trauungen fanden 4 statt (5). Beerdigt wurden 11 Personen (20). Es ereignete sich ein Austritt aus der evangelischen Landeskirche. Ein­tritte oder Uebertritte kamen nicht vor. Es fanden 62 Hauptgottesdienste und 54 Nebengottesdienste statt. Sie wurden besucht insgesamt von 7703 Männern und 9235 Frauen = 16 938 Erwachsenen und 4 123 Kindern = 21 061 Personen. Der Durch­schnittsbesuch der 52 Wochen errechnet sich folgender­maßen: 148 Männer und 178 Frauen = 326 Er­wachsene und 79 Kinder = 405 Personen. Diese Er­gebnisse bedeuten in Hundertsätzen ausgedrückt etwa 46 v. H. der Erwachsenen oder etwa 45 v. H. aller Evangelischen. Oeffentliche Abendmahlsfeiern fanden 9 statt, zu denen noch zahlreiche Hausabendmahle traten. Sie wurden besucht von 542 Männlichen und 648 weiblichen Personen = 1190 Erwachsenen ober etwa 170 o. H. derselben. Vom übrigen kirch­lichen Gemeindeleben sind folgende Angaben zu machen: Ein Gemeindepflegeverein, dessen Aufgabe die Erhaltung der .Diakonissenstation ist, hatte etwa 180 Mitglieder. Die Gesamteinnahme betrug 1214 Mark. Der Zweigoerein des Evangelischen Bundes zählt 50 Mitglieder mit 100 Mark Einnahme. Der Gustav-Adolf-Verein, der dem Zweigoerein Solms angeschlossen ist, hatte 41 Mitglieder, seine Ein­nahme belief sich auf etwa 70 Mark. Die evange­lisch-kirchliche Frauenhilfe besteht aus 115 Mit­gliedern, die Einnahmen waren 249 Mark. Der Kirchenchor hatte 42 Sängerinnen und Sänger, die 20 Mark Beiträge zahlten. Die Gesamtsumme an Gaben der kirchlichen Liebestätigkeit und Gemeinde­arbeit betrugen rund 3320 Mark. Das bedeutet pro evangelische Haushaltung etwa 16,60 Mark. Don

besonderen kirchlichen Ereignissen ist nur die am Reformationstag stattgehabte 400-Jahrfeier des Evangeliums in Langsdorf herborzuheben, die unter großer Beteiligung der hiesigen und auswärtigen Langsdorfer begangen wurde. (DerGießener An­zeiger" hat seinerzeit darüber berichtet.) Zu den kirchlichen Obliegenheiten gehört im Dritten Reich die Ausstellung arischer Nachweise. Zwar ist die Hochflut der Gesuche aus den beiden ersten Jahren stark gesunken, aber immerhin wurden in 1937 noch 225 derartige Anfragen erledigt. Die Zahl der arischen Nachweise seit 1933 geht bei jedem Pfarr­amt, das etwa über 1000 Einwohner zählt, bereits in die Taufende.

oo Bettenhausen, 11. Jan. Wir entnehmen aus der kirchlichen Statistik des Jahres 19 3 7 folgende Angaben: Nach der Volkszählung von 1933 betrug die Einwohnerzahl 330 Evange­lische und 4 Andersgläubige. Es wurden abge­halten 61 Hauptgottesdienste, 19 Nebengottesdienste. Sie waren besucht insgesamt von 1518 Männern und 1872 Frauen 3390 Erwachsenen und 972 Kindern = 4362 Personen; im Durchschnitt der 52 Wochen besuchten die Kirche 29 Männer und 36 Frauen = 65 Erwachsene und 19 Kinder 84 Per­sonen. Das bedeutet in abgerundeten Hundertsätzen 24 v. H. der Erwachsenen, 25 v. H. aller Evange­lischen. Austritte oder Eintritte ereigneten sich nicht. Getauft wurden 4 Kinder, im Vorjahr 3. Konfir­miert wurden 6 Mädchen (6 Knaben und 1 Mäd­chen). Getraut wurden 4 Paare (2). Beerdigt wurde nur eine Person (6). Abendmahlsfeiern in der Kirche sanden 5 statt, dazu etliche Hausabendmahle. Die Teilnahme betrug 169 Männer und 193 Frauen 362 Erwachsene = rund 139 v. H. derselben. Be­sonders auffallende Ereignisse fanden im kirchlichen Leben nicht statt. An Gaben christlicher Liebestätig­keit wurden insgesamt aufgebracht 226 Mark. Kirch­liche Vereinsarbeit im eigentliche Sinne besteht in unserer Filialgemeinde nicht, nur zwanglose evan­gelische Fraüenabende im Winterhalbjahr.

Aus den Gerichissäken.

Große Strafkammer Gießen.

Gestern hatte sich vor der Großen Strafkammer der 36 Jahre alte P. S. aus Schweinsberg wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der Ange­klagte war am 19. August v.J. mit seinem Per­sonenkraftwagen auf einer Geschäftsreise nach Gie­ßen begriffen. Unterwegs mußte er auch die Ge­meinde Treis a.d. Lumda durchfahren. Schon eingangs des Ortes bemerkte der Angeklagte, daß die Straße, die sich infolge von Schlaglöchern in sehr schlechtem Zustande befand, außerordentlich stark belebt war. Deshalb mäßigte er seine Ge­schwindigkeit auf etwa 20 Kilometer. In diesem Tempo schickte er sich gerade an, eine rechts und links der Straße spielende Kindergruppe zu pas­sieren, als unvermittelt ein siebenjähriges Mädchen unmittelbar vor seinen Wagen sprang. Der An­geklagte riß sofort, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, das Steuer nach links herum, konnte jedoch nicht verhindern, daß das Kind von feinem Wagen erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Es zog sich dabei einen schweren Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung zu, so daß es noch am selben Abend in der Chirurgischen Klinik in Gießen starb. Dieser Sachverhalt wurde durch die Beweis­aufnahme einwandfrei festgestellt. Der Vertreter der Anklagebehörde und der Sachverständige vertraten den Standpunkt, daß der Angeklagte, der im übri­gen erst vor kurzem den Führerschein erworben hat, insofern fahrlässig gehandelt habe, als er nicht nach links hätte ausbiegen dürfen, sondern sofort hätte bremsen müssen. Gerade weil die Geschwindigkeit sehr gering gewesen sei, wäre es dem Angeklagten möglich gewesen, den Wagen auf höchstens zwei Meter zum Stehen zu bringen. Allerdings hielt der Staatsanwalt unter Würdigung der geschilderten Umstände und mit Rücksicht auf die bisherige Un­vorbestraftheit des Angeklagten eine Freiheitsstrafe für nicht erforderlich und beantragte eine Geldstrafe von 300 Mark. Demgegenüber vertrat die Kammer die Auffassung, daß es dem Angeklagten bei dem urplötzlichen Aust'auchen des Kindes auch bei so­fortigem Bremsen nicht möglich gewesen sei, den Unfall zu vermeiden, und sie'erkannte auf Frei­spruch.

Sodann wurde unter Ausschluß der Oeffentlich­keit gegen den Taver Frank aus Metzlos wegen Sittlichkeitsoerbrechens verhandelt. Dieser hatte sich

in mehreren Fällen an kleinen Kindern vergangen. Die Beweisaufnahme ergab einwandfrei die Schuld des Angeklagten, so daß das Gericht auf eine G e - fängnisftrafe von einem Jahre erkannte. Vier Wochen gelten durch die Untersuchungshaft als verbüßt.

Oie Frankfurter Fleifchfckiebungen vor dem Reichsgericht.

Aufhebung des. Urteils.

LPD. Frankfurt a. M., 11. Jan. Das Reichs­gericht verhandelte im Dezember gegen die An­geklagten, die wegen der Fleischschiebungen auf dem Frankfurter Schlacht- und Viehhof zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Gegen das Frankfurter Urteil hat­ten die Angeklagten Revision eingelegt. Das Reichs­gericht beschloß, seine Entscheidung am 11. Januar zu verkünden. Diese Entscheidung ist dahin ergan­gen, daß das Urteil bis auf einen Fall der Be­stechung feinem ganzen Umfang nach aufgeho - b e n wurde. Die Aufhebung des Urteils, die nicht aus formellen Gründen erfolgt ist, betrifft auch einen Angeklagten, der tejne Revision eingelegt hat und sich schon in der Strafverbüßung befand?

Engel des Herrn"

vom Gondergericht verurteilt.

LPD. Darmftabt, 10. Jan. Vor dem Sonder­gericht in Darmstadt hatten sich am Montag zwölf, Anhänger der seit 1934 verbotenen SekteMen­schenfreundliche Versammlung" oderEngel des Herrn" zu verantworten, die in Kenntnis des Ver­bots den Zusammenhalt und die Verbindung auch mit Anhängern in der Schweiz aufrechterhalten hatten und im allgemeinen geständig waren. Der Hauptangeklaate, der frühere' Prediger der Sekte, Wilhelm Neff aus Darmstadt, erhielt 5 Monate Gefängnis, ein Angeklagter aus Neu-Isenburg, der im Interesse der Sekte Autofahrten in die Schweiz unternommen hatte, wurde zu 4 Monaten Gefäng­nis, eine Frau aus Traisa zu 2 Monaten Gefäng­nis verurteilt. Drei weitere Frauen wurden amne­stiert und eine mangels ausreichenden Nachweises freigesprochen. Die übrigen Angeklagten tarnen mit geringen Gefängnis- ober Geldstrafen davon. Die Untersuchungshaft wurde den Angeklagten ange­rechnet.