Ausgabe 
11.11.1938
 
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Einfuhr von Fertigfabrikaten müßten überwunden werden. Die neue Kaffeepolitik werde wei- tergeführt, da Brasilien eine Ausdehnung feiner Kaffeeabsatzmärkte plane. Poli­tische Maßnahmen zur Verhinderung des Zuflusses oder der Diskriminierung des Auslandskapi­tals seien nicht geplant Brasilien verlange vom Auslandskapital nur die Respektierung der Soziäl- gesetze und die Verhinderung übermäßiger Gewinne.

Der Präsident wandte sich dann der Einwan- detungspolitikzu. Brasilien bezwecke lediglich, die Einwanderer zu Elementen des Fortschritts zu machen Es müsse die Bildung von ideologischen und rassischen Unruheherden verhindern. Brasilien brauche Landwirte und Industrietechniker. Die Frage, ob Mißstimmigkeiten zwischen Brasilien und Deutschland beständen, verneinte der Präsident; die Beziehungen zu Deutschland seien weiterhin gut. Brasilien habe keinerlei Interesse an einer Ein­mischung in die innere Politik anderer Länder, son­dern lediglich Interesse an der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland.

Die Alands-Inseln.

Helsinki, 10. Rov. (Europapreß.) Die Ver­handlungen zwischen der finnischen und schwedischen Rogierungsdelegation über die Verteidigung der seit 1921 autonomen und demilitarisierten Alands-In- seln sind abgeschlossen. Der finnische Staatspräsident K a l l i o betonte, auch diejenigen Länder, die nichts anderes wünschten, als in Frieden zu leben, seien gezwungen, die Verteidigungsbereit­schaft zur Wahrung ihrer Neutralität zu er­höhen. Unter solchen Verhältnissen sei auch die Frage der Sicherung der Neutralität Alands aktuell geworden, denn die internatio­nale Neutralitätskonvention von 1921 entspreche ihrem Zwecke in so geringem Maße, daß Finnland im Rahmen ihrer Bestimmungen nicht instande fei, die Neutralität Alands zu verteidigen. Es handele sich um eine rein strategifche Frage, die mit Nationalität und Sprache nichts zu tun habe. Sie müsse ihre Lösung im Einverständnis mit Schweden finden. Beim Abschluß der Alands­konvention im Jahre 1921 habe man in bezug auf

die Genfer Liga große Erwartungen gehegt. Ihr Einfluß sei seither aber so gesunken, datz die Neu­tralität Alands auf Grund dieser Konvention nicht als gesichert angesehen werden könne. Finn­land freue sich, daß Schweden, das früher die De­militarisierung Alands verlangt hätte, jetzt zusammen mit Finnland im beiderseitigen Interesse Darüber berate, wie die Neutralität Alands' am wirksamsten geschützt werden könne. Es ist ein technischer Ausschuß eingesetzt worden aus General Oestermann, Oberstleutnant Graf Ehrenswärd und je einem finnischen und schwedischen Sachverstän­digen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat den Führer der sudetendeutschen Volksiugend Franz Kautzberger zum Gebietsführer des Gebietes Sudetenland der HI. ernannt, und ihm gleichzeitig in Anerkennung seiner Verdienste um die sudeten­deutsche Jugendarbeit den Ehrendolch verliehen. Die Ueberführung der sudetendeutschen Dolksjugend in die Hitler-Jugend findet in einer Feier statt, in der der Reichsjugendführer die sudetendeutsche Jugend auf die Fahne der Bewegung verpflichtet.

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Der slowakische Minister Durcansky und der Staatssekretär Karmasin haben sich am Don­nerstag nach Berlin begeben, um dort Fragen der Wirtschaft und des Arbeitsdienstes zu studieren.

Das Bischofskonzil der ^Russisch-Ortho­doxen Kirche des Auslandes m Sremski- Karlowiczy/Jugoslawien hat den russisch-orthodoxen Bischof Seraphim zum orthodoxen Bischof von Berlin und Deutschland gewählt. Namens der Reichsregierung hat der Reichsminisier für die kirchlichen Angelegenheiten gemäß §7 der Verfassung der orthodoxen Diözese in Deutschland (RMBliV. 1936 S. 894) hierzu seine Zustimmung gegeben. Gleichzeitig ist das Einverständnis der Reichsregierung zu der vom Bischofskonzil ausgesprochenen Wahl des Archi- mandriten B a s i l i o s (Pawlowfkij), zuletzte Theo­logieprofessor in Charbin, zum Vikarbischof der ortho­doxen Diözese ausgesprochen worden.

Amerika und das Münchener Abkommen.

Bonnet erläutert Frankreichs Politik in der Septemberkrisis.

Paris, 10. Nov. (Europapreß.) Auf dem Bankett des Pariser Amerikanischen Klubs kam der französi­sche Außenminister Bonnet auf das Münchener Ab­kommen zu sprechen. Er erklärte, er werde niemals die Freude vergessen, die er am Tage der Unter­zeichnung des Münchener Abkommens auf dem Gesicht des amerikanischen Botschafters William C. Bullit hätte feftstellen können. Das Münchener Abkommen entspreche den Grundsätzen, die der amerikanische Staatssekretär Hüll in der Note vom 16. Juli 1937 ausgedrückt habe, in ihr habe er empfoh­len, die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Mächten auf dem Verhandlungswege und durch schieds­gerichtliche Vereinbarungen zu lösen. Diese Methode sei um so dringlicher gewesen, als die Eingliederung der Sudetendeutschen in die Tschecho-Slowakei auf der Friedenskonferenz im Jahre 1919 heftige Proteste ausgelöst habe. Der damalige amerikanische Staatssekretär Lansing habe am 1. August 1919 festgestellt, daß die tschecho-slowakische Grenzziehrmg entgegen dem Geist des Völkerbundes, dem Grundsatz der Abrüstung und in formellem Gegensatz zu der Politik der Vereinigten Staaten stehe, die einen gerechten Frieden wollten".

Nach dem 20. Mai habe die französische Regierung der tschecho-slowakischen Regierung immer wieder ihre fteundschaftlichen Ratschläge im Hinblick auf eine schnelle Regelung des sudetendeutschen Pro­blems gegeben. Dje französische Regierung habe eine derartige Regelung um so mehr gewünscht, als ohne diese Regelung nur ein Ausweg bestanden haben'würde, nämlich der Krieg. Im Falle eines Krieges aber hätte nichts die Tschecho-Slowakei retten können. Heute, nach der Regelung dieser Frage, biete sich eine bessere Gelegenheit als vielleicht je zuvor, um eine neue Weltordnung aufzurichten, die auf der Gerechtigkeit begründet sei. Ein dauerhafter Friede könne nur auf folgenden Grundsätzen aufgebaut werden: Einhaltung des ge­gebenen Wortes; Nichteinmischung in die inne­ren Angelegenheiten der anderen Staaten; Regelung der Streitigkeiten und Revision der Verträge auf dem Wege einer friedlichen Ver­handlung und im Geiste der Gerechtigkeit; Achtung der Rechte der anderen Nationen in dem gleichen Maße, als diese wünschen, daß ihre eigenen Rechte geachtet werden.

Englands Lustrüstungsprogramm.

London, 10.Nov. (Europapreß.) Im Unter» 1 haus erklärte Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood/ die geplanten weiteren Verstärkungen der englischen Luftwaffe würden erst 1939 beginnen. Er glaube, j daß das von seinem Vorgänger angekündigte Pro­gramm, das England 1750 Flugzeuge der ersten Linie geben sollte, bis März 1939 durchgeführt sein werde. Die Regierung konzentriere sich jetzt auf die Durchführung des im Mai dieses Jahres beschlosse­nen Programms von 2370 Flugzeugen der Heimat­luftflotte und 300 Flugzeugen Verstärkung der Ueber- seeluftstreitkräfte Eine weitere Verstärkung der Luft- ftreitfräfte der ersten Linie sowie des Reserve-Flug- zeugmaterials und des ausgebildeten Personals, so­wie eine Verbesserung der Ausrüstung der gesamten Luftwaffe und eine Steigerung der Leistungsfähig­keit der Flugzeuge bezeichnete der Minister als seine unmittelbare Aufgabe. Er kündigte an. daß der Haushalt der Luftwaffe, der in diesem Rech­nungsjahr 120 Millionen Pfund betrage, sich im nächsten Jahr auf ungefäbr200 Millionen Pfund (rund 2.4 Milliarden RM 1 belaufen werde Dabei sei berücksichtigt, daß die Kosten für die Aus- rüstung von Flugzeugfabriken im wesent­lichen aufgebört hätten, so daß die Aufwendungen in Zukunft nahezu ganz auf die tatsächliche Flug­zeug-Herstellung entfallen würden Den Schwerpunkt lege er auf die Verstärkung der Kampfflugzeuae, die dazu bestimmt feien, gemeinsam mit der Badenabwehr feindlichen Bom­bengeschwadern entgegenzutreten. Die Anzahl der bereits bestellten zusammen mit den neuerdings in Aussicht genommenen Kampfflugzeugen werde zwi­schen 5000 und 6000 betragen.

Die Ankündiaiina des LufUahrtministers fi ob et in der Londoner Morgenvresfe ein lebhaftes Echo Daily Telegraph schreibt, im Luftfahrtministerium scheine ein neuer scharfer Wind zu wehen. News Chronicle bearüßt die Ankündiauna bedauert aller­dings, daß die Red-> Sir Kmasley Woods nicht zur Beruhigung der Labour-Vartei beioetragen habe, die befürchtet, daß die Zusammenarbeit der Vertei- diaung unwirksam bleiben werde, solange man kein Munitionsmini st erium habe Daily Erpreß meint, daß England W die stärksten Bomber und die schn-llsten Kamvffluazeuae der Welt besitze Dailn Mail sagt im Leitartikel, daß es mit dem begrüßenswerten neuen Schwung im LufUabrtmim- fterium nicht getan fei und daß es,darauf an­komme, wie viele Maschinen man bauen werde und wann sie fertig sein würden Die neuen Vorschläge Sir Kingley Woods könnten nicht vor 1941 durchgeführt werden.

Neubau für bas Oberkommando der Marine

Berlin, 10. Nov (DNB ) Der Generalbau- infpektor für die Reichshauptstadt hat drei neue Be­reiche im Zuge der Neuplanung Berlins bekannt- gegeben. Danach wirb setzt das erste Bauvorhaben

an dem großen Wasserbecken, das sich in einer Länge von 1200 Meter und in 500 Meter Breite zwischen der Versammlungshalle und dem neuen Nordbahnhof erstreckt, in Angriff genommen. Als erster Monumentalbau entsteht dort ein neues D i e n st g e b ä u d e des Oberkommandos der Marine, das zur Zeit völlig unzulänglich und zum Teil in Miethäusern verstreut unter­gebracht ist Dieser Bau wird den Platz an der Süd­westseite des Wasserbeckens einnehmen und eine Länge von etwa 330 Meter, eine Tiefe von 135 Me­ter und eine Höhe von 65 Meter im Hauptteil und 45 Meter in den Flügelbauten haben. Diesem Neu­bau muß die Strafanstalt Moabit am Lehr­ter Bahnhof weichen. Das Gefängnis wird neben dem Moabiter Kriminalgericht neu errichtet, so datz dort ein Block geschaffen wird, der ausschließlich Strafjustizbehörden in sich schließt Außerdem wur­den zwei Grundstücke im Verwaltungsbezirk lern« pelhof enteignet, die für Wohnungsbau-- t e n bestimmt sind, in denen zum überwiegenden Teil Mieter von Abrißwohnungen un­tergebracht werden sollen Der Generalbauinspektor mußte, da die Eigentümer dieser Grundstücke glaub­ten, in Ausnutzung der Konjunktur unangemesien hohe Preise fordern zu können, zum ersten Male von der Bereichserklärung Gebrauch machen und damit die Grundlage für die Enteignung schaffen.

Oie Evangelische Kirche gegen Bottsschädlinge.

Berlin, 10. Nov. (DNB.) Die Tage höchster außenpolitischer Spannung haben in der Eoanoe- lischen Kirche gewisse religiös-fanatisierte Kreise be­nutzt, um unter dem Vorwand von Bittgottesdien­sten ihrer staatsfeindlichen Gesinnung Ausdruck zu geben und zu versuchen, die Geschlossenheit der deut­schen Volksgemeinschaft zu stören. Die sogenannte Vorläufige Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche", eine kirchen- und staatsrechtlich völlig illegale Organisation, hatte am 30 September eine Bi11go11es - dienstordnung für alle Kirchenregierungen undBruderräte" empfohlen, die allerdings gegen­standslos wurde, weil an diesem Tage die Einigung von München bereits erfolgt war

In einmütiger Geschlossenheit haben sämtliche evangelischen Kirchenregierungen Deutschlands von den Deutschen Christen bis zu den Landesbischöfen Marahrens Meiser, Wurm und Kühlewein dem Reichskirchenminister mit ihrer Unterschrift versichert, daß siedas Rundschreiben aus religiösen und vaterländischen Gründen nicht billigen die darin zum Ausdruck gekommene Haltung auf das schärfste verurteilen und daß sie sich von den für diese Kundgebung verantwort- lichen Persönlichkeiten trennen" Der Reichs- Minister für die kirchlichen Angelegenheiten hat so­fort unter Sperrung des gesamten Gehaltes ein

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29.10.1938

Bin wie neu geboren jetzt merke ich, daß die Astra nicht nur gut schmeckt, sondern auch gut bekommt.

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und dabei ist sie so leicht. Bei der Astra" bleibe ich!

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