Ausgabe 
11.5.1938
 
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Hr.109 Zweites Blatt

Mittwoch, ll. Mai G38

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Aus dem Reiche der Krau.

V ;

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Die

drei

aus

gro-

3 bis 4 Monate dauerndem Lehrgang für die

sondern insbesondere auch von Salzheringen, wo immer noch große Bestände aus der vorjähri­gen Fangsaison vorhanden sind. Es ist unnötig, auf den großen Nährwert der Fische besonders hinzu­weisen. Es muß jedoch zum Ausdruck gebracht wer­den, daß die Verstärkung des Fischverzehrs zur Ent­lastung des Ernährungshaushalts bei anderen wich­tigen Nahrungsmitteln, die weniger reichlich zur Verfügung stehen, wie Fett, Schweinefleisch, Wei- zenbröt und Eier, volkswirtschaftlich unumgänglich ist. Nachdem das Osterfest vorbei ist, muß auch die Mahnung, mit dem Verbrauch von Eiern spar­sam zu sein, wieder stärker beachtet werden, denn es gilt jetzt, den staatlichen Stellen verstärkt die Möglichkeit zu geben, Eieroorräte für den Winter anzusammeln. Auch der verbilligten Mar­melade sollte im Hinblick auf die notwendige

tungen, sowie in die Reichsleitung.

Auch in den Schulen des weiblichen Arbeits­dienstes, deren es zur Zeit schon sieben gibt, die sich im laufenden Jahr voraussichtlich verdoppeln werden, werden tüchtige Lehrkräfte gebraucht. Die Laufbahn der Arbeitsdienstführerin eröffnet also jungen Mädchen einen Arbeitsbereich, wie ihn nur wenige Frauenberufe zu bieten vermögen.

Für gute materielle Bedingungen der Arbeits­dienstführerin ist gesorgt Die Gehilfin erhält je nach Dienstalter ein Monatsgehalt von 50 bis 120 Mark, die Lagerführerin 80 bis 150 Mark bei freier Verpflegung, Unterkunft und Dienstbeklei­dung. An Urlaub werden nach dem zweiten Dienst­jahr der Gehilfin 14 Tage, der Lagersührerin vier Wochen gewährt. Darüber hinaus sorgt der-Reichs­arbeitsdienst für seine Führerinnen, indem er den­jenigen, die nicht heiraten oder nicht in die höhe­ren Stellen aufrücken, geeignete Uebergangsmög- lichkeiten in andere Frauenberufe schafft, die weni­ger vom Alter abhängig sind.

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entsprechender Eignung kann die Lagerführerin auch in höhere Dienststellen des Reichsarbeitsdienstes aufrücken, nämlich in die Gruppen- und Bezirkslei-

Unter dem Titel: Sommerliches Allerlei zeigen wir heute modische Kleinigkeiten.

So ergänzt das kurzärmelige, leichte Wollkleid (in der Mitte) ein Bolerojäckchen aus weißem Leinen mit Lochstickerei, während die weiße P i k e e j a ck e (links) zum buntbedruckten Seiden­kleid getragen wird. Die drei großen Zierknöpfe wiederholen die Hauptfarben des Kleides, und zwar jeder eine andere: etwa blau grün rot.

Der Gürtel (links unten) kann zum weißen, wie zum buntbedruckten Waschkleid getragen werden, er ist aus Ripsband in ebenfalls drei Farben

arbeiterin, Hausgehilfin usw., für die Erlangung der Bescheinigung nicht.geltend gemacht werden.

Zusätzliche Bescheinigungen über freiwillige Leistungen können die" Eintragungen im Leistungs­buch bereichern und ergänzen. Als solche gelten: der Erwerb des bronzenen und silbernen Reichs­sportabzeichens, die Ausbildung zur Schwestern- hilfe im Roten Kreuz, die Teilnahme an Kursen der Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft des Deut­schen Frauenwerkes und die Ausbildung im Luft­schutz.

Das Leistungsbuch kann nur von Mitgliedern der Jugendgruppen des Deutschen Frauenwerkes er­worben werden, und durch sie erfolgt auch die An­meldung bei den Stellen, wo die Pflichtleistungen abgeleistet werden können. Nähere. Auskunft über die Verleihung erteilt jede Ortsfrauenschaftsleiterin oder auch jede Mütterschulleiterin sowie die Leiterin der Heimabende der Jugendgruppen des Deutschen Frauenwerkes. Dr. Buresch.

gefaßt.

Aus blau-weiß-roter Rohseide ist in Motiven der Schal (rechts) zusammengesetzt.

Die weißen Pikeehandschuhe (rechts) haben rote und blaue Tupfen aufgestickt. Aus Madeira­stickerei ist die A n st e ck b l u m e unten links. H

Die ArbettsdienllMrerm

Don Gertrud Zypries.

Untere Ernährung im Ma!.

bon Or. Wol aana Elauß

Trotz harter Gegenwehr im April wird der Win­ter im Mai nun doch endgültig dem Frühling weichen müssen. Damit wird auch der Gartenbau uns wieder in reicherem Maße und vielfältiger als in den letzten Monaten seine gesundheitlich so Wert­vollen Erzeugnisse zur Verfügung stellen. Schon im Mai werden wir nach menschlichem Ermessen über reichlich Rhabarber, Kohlrabi, Spinat, Salat und Gurken verfügen, die infolgedessen im Verbrauch bevorzugt werden sol­len. Ein reichlicher Genuß von Rhabarber wird um o leichter möglich sein, als auch Zucker infolge der Aekordzuckerrübenernte des letzten Jahres in grö- zeren Mengen als bisher verbraucht werden kann. Wir besitzen noch große Zuckervorräte, die uns besonders in der kommenden Einmache­zeit wertvolle Dienste leisten werden. Im Mai wird von den Gartenbauprodukten auch der Spargel in Erscheinung treten. Wann und in welchen Men­gen, hängt allerdings von der Witterung ab. Be­kommen wir nach einer längeren kühlen Zeit plötzlich ehr warme Tage, so wird sich das Spargelangebot auf wenige Tage zusammendrängen. In einem sol­chen Falle müßten die deutschen Hausfrauen dann, soweit wie irgend möglich, ihren Küchenzettel ruck­artig auf Spargel umstellen. Ob es dahin kommen wird, muß jedoch dem Wettergott Überlassen blei­ben. Das Frühjahr bringt auch den Auftrieb des Rindviehs auf die Weiden. Aus diesem Grunde ge­hört auch im Mai das Kalbfleisch nicht mehr zu denjenigen Nahrungsmitteln, bei denen ein bevor­zugter Verbrauch erwünscht ist. Rindfleisch steht jedoch nach wie vor reichlich zur Verfügung, weil wir nicht nur recht hohe Rinderbestände im eigenen Land besitzen, sondern darüber hinaus auch noch aus handelspolitischen Gründen ausländisches Gefrierfleisch in erheblichem Umfange eingeführt haben. Das Rindfleisch wird also ebenso wie in den letzten Monaten auch im Monat Mai einen willkommenen Ausgleich für das weniger reichlich vorhandene Schweinefleisch bieten können. Es ist sogar erwünscht, daß das Rindfleisch bevorzugt ver­braucht wird, da eine solche Einstellung der Der­braucherschaft zu einer notwendigen Verminde­rung des Verbrauchs von Schweine­fleisch führt. Selbst wenn die Auftriebe an Schweinen im Mai noch nicht in dem auf Grund der letzten Schweinezählungsergebnisse zu erwar­tenden Ausmaße zurückgehen sollten, würde eine Herabsetzung des Schweinefleischverbrauches eine weitere Vermehrung der schon angesammelten Schweinefleischvorräte in den Kühlhäusern ermög­lichen, die uns dann in der Zeit der bevorstehenden Schweinefleischknappheit im Sommer und Herbst willkommene Dienste leisten werden. Je mehr wir jetzt' an Schweinefleisch einsparen, um so weniger wird der Verbraucher von dem zu erwartenden Rückgang der Schweineauftriebe zu spüren bekom­men. Das Rindfleisch muß weiterhin in den kom­menden Wochen führend im Fleischverbrauch fein, weil auch Hammelfleisch aus saisonmäßigen Grün- den in den nächsten Wochen und Monaten nicht mehr für einen verstärkten Verbrauch empfohlen werden kann. Dies besagt selbstverständlich nicht, daß es in Vergessenheit geraten soll.

Ihr ganz besonderes Augenmerk sollten alle Ver­braucher aber den Fischen zuwenden. Den Zielen des Dierjahresplans entsprechend, ist es im Jahre 1937 gelungen, den Fischfang um 12 v. H. gegen­über dem Vorjahre zu steigern. Der Fischverbrauch ist dagegen nur um 3,5 bis 4 v. H. oder 500 Gramm je Kopf und Jahr gestiegen. Wünschenswert wäre aber eine Steigerung des Fischverbrauchs um 2,5 kg je Kopf und Jahr gewesen. Es ist deshalb sehr zu hoffen, daß im Jahre 1938 die deutsche Verbrau­cherschaft sich in erheblich verstärktem Maße dem Verzehr von Fisch zuwendet. Besonders trifft diese Notwendigkeit für den Monat Mai zu. In der Zeit nach Ostern pflegt im allgemeinen der Fisch­verbrauch zurückzugehen. Diese Hebung steht jedoch im Widerspruch zu der Tatsache, daß gerade in den , nächsten Wochen mit reichen Anlandungen von See­fischen zu rechnen ist. Erwünscht ist aber nicht nur ein verstärkter Verzehr von Seefischen allgemein,

^Mi? dieftn^Worten ist zugleich die Aufgaben- st e l l u n g des neuen Leistungsbuches verdungen deutschen Frau umschrieben. Soll doch die. Frauen­arbeit, die heute eine wichtige und uuerlaßliche Er­gänzung der Männerarbeit im Volk darstellt an vielen Stellen Männerhande frei machen oder fehlende Männerkräfte ersetzen. Ellern voran aber steht die Ertüchtigung auf haussraullchem Gebie und als zukünftige Mutter. "Ungelernt darf heute keine Frau mehr in die Ehe gehen, in der sie Aufgaben erwarten, deren Lösung für das Gedeihen unseres Volkes von hoch- (ter Bedeutung ist. . ...... ,

Das Leistungsbuch ist also auch em Stuck E r - ziehungsarbeit für die V o l k s g e m e i n- j ch a f t. Dementsprechend hängt seine Verleihung von bestimmten Pflichtleistungen ab, die ledes Mädel nachweisen muß und an deren Spitze me Mütterschularbeit stehen soll. Madel, die den Nach­weis ihrer Fähigkeit auf allen Gebieten der Haus­haltsführung, der Gesundheitssuhrung und der Er­ziehung von Kindern durch geeignete Vorbildung erbringen können, sind bis auf einen Kur us von dem Besuch der Mütterschule frei und erhalten nach einer Prüfung ihrer Bescheinigungen bei der übt. Mütterdienst des Deutschen jzrauenwerkes ihren Ausweis Die zweite Pflichtleistung besteht m der erfolgreichen Ableistung eines Kurzkursus von acht Doppelstunden im Bereitschaftsdienst des Deut­schen Roten Kreuzes. Abgeleiteter Unfalldlenst des BDM. genügt hier nicht als Nachweis. Die dritte

WtmehrMgelernt"indieEhe!

Das Leistungsbuch

des Deutschen Frauenwerkes.

Längst ist es kein Geheimnis mehr, daß bei der Fülle von Arbeitsaufgaben und -vorhaben, die uns im Staate Adolf Hitlers gestellt sind, die Arbeits­kraft jedes einzelnen Menschen wieder so wertvoll geworden ist, daß man bereits ebenso haushälte- rstch mit ihk verfahren muß wie mit allen anderen produktiven Werten der Volksgemeinschaft. Der Kreis der Schaffenden ist immer größer geworden, Reserven haben wir kaum mehr, weil alles arbeitet, was Hände oder Köpfe zum Schaffen hat und jetzt, wo zahlenmäßig die Arbeitslosigkeit in ihr Gegen­teil verwandelt worden ist, müssen wir an die erst- malig in der Geschichte gestellte Ausgabe heran, gehen, jede Arbeitskraft dadurch um ein Viel­faches ihrer srüheren Leistung zu st-i- gern, daß wir ihr alle nur mögliche Pflege und Entwicklungsmöglichkeit bieten.

Von dieser Einsicht her hat tue Reichsfrauen­führung das Leistungsbuch der Jugendgrup­pen des Deutschen Frauenwerkes geschaffen, dem die Reichsfrauenführerin die Leitworte mitgegeben hat:Jedes Mädel, jede junge Frau der Augend- aruppen soll sich auf den wesentlichen Gebieten fraulicher und mütterlicher Arbeit ertüchtigen, ihre Leistungsfähigkeit beweisen, sie steigern, und mit den erworbenen Fähigkeiten durch praktisch- Ms- arbeit in der Wohlfahrtspflege lm Fabrikdienst und in der Erntehilfe in den unmittelbaren Dienst des

Vaby macht sich selbständig...

Erziehuugsstunde im zweiten Lebensjahr.

Baby will allein essen! Schon seit ein paar Wo­chen stößt es energisch Mutters Hand zurück, fährt mit allen zehn Fingern in den Spinat und bekundet damit, daß es nun gewillt ist, sichselbständig" zu machen. Aber aller Anfang ist schwer, es muß erst gelernt werden. Dor allem muß die Mutter darauf achten, daß das Kind gleich richtig ißt. Wenn man in der ersten Zeit ein paar Nachlässigkeiten durch­gehen läßt, tut man dem Kind nichts Gutes. Spä­ter sind sie schwer wieder auszurotten. Essen ist keine Spielerei, mit dem Grießbrei soll man nicht Sandhaufen spielen, und auf dem Weg vom Teller zum Mund darf es nicht immerfort Wenden und Aufenthalte geben.

Wann soll man damit beginnen, das Kind zum Selbstessen zu erziehen? Es gibt da keine Regeln, es richtet sich alles nach der geistigen Entwicklung des Kindes. Zu früh anfangen, ist Unsinn, das Kind muß imstande fein, den Löffel richtig anzufassen und ihn fest und sicher zu greifen. Das ist aber bestimmt nicht vor Ende des zweiten Jahres mög­lich!

Für Mutter und Kind ist es am praktischsten, wenn man Babylöffel mit umgebogenem Stiel be­nutzt, denn der richtige Löffel mit dem langen Stiel verlangt vom Kind ein Balancegefühl, das es noch nicht besitzt. Das Tischtuch und der Teppich zeugen dann davon, daß man dem Kleinen zuviel zugemutet hat! Kinder fassen den Löffel immer unten dicht am Kopf. Das können sie bei dem Hilfslöffel machen, bei dem anderen gewöhnen sie sich dann diese häß­liche Haltung an, die schwer wieder auszutreiben ist. Auch das Schieberchen darf benutzt werden, sonst wird unweigerlich der Finger zu Hilfe genommen.

Nun kann der Unterricht beginnen. Möglichst nimmt man sich das Kind allein dazu vor, es wird dann durch den gemeinsamen Familien-Mittagstisch nicht sa sehr abgelenkt. Kinder haben einen großen Nachahmungstrieb. Wenn Mütter es Vormacht, wie man den Löffel richtig in den Mund bugsiert, dann geht es leichter als durch Handführen!

Sauber essen ist die erste Bedingung. Jeder Fleck, muß deshalb nachdrücklichst gerügt werden. Die Wachstuchunterlage unter dem Kinderteller ist un­erläßlich. Aber wenn das Kind älter wird, soll es von selber den Wunsch äußern, daß diese Vorsichts­maßnahme nicht mehr nötig ist.

Der Stuhl, auf dem das Kind sitzt, muß genügend hoch sein, damit das Essen nicht ermüdet. Jedes Kind soll sein eigenes Eßgeschirr haben, es soll wis­sen: bas ist mein Teller, mein Löffel usw. Es hat dann viel mehr Freude an den Sachen.

Alle Bissen werden mundaericht zubereitet, und vor allen Dingen wird ein Teller nur so voll ge­füllt, wie Baby davon zu essen vermag. Dasliegen lassen" muß von vornherein vermieden werden? Um das Essen gleichmäßig warm zu erhalten, benutze man immer den Wärmeteller mit dem Warmwasser­behälter.

Allein essen macht dem Kind Freude und stärkt sein Selbstbewußtsein. Doch die Mutter paßt auf, daß aus dem Essen keine Spielerei wird und daß ordent­lich gegessen wird.

Baby will allein essen diesen Wunsch soll jede Mutter im eigenen Interesse möglichst bald erfüllen.

Pflichtleistung soll die uneigenützige Hilfsbereitschaft der Jugendgruppenmitglieder anrufen. Sie besteht in der Ableistung von sechs Wochen Hilfsdienst ent­weder in Zusammenarbeit mit der NSV. (als Familienhilfe, als Kindergaktenhilfe, als Helferin in Mütter- ober Kindererholungsheimen, als Mit­arbeiterin in Nähstuben, Volksküchen ober Dienst­stellen der NSV., als Betreuerin alter Leute usw ). Auch in der Zusammenarbeit mit der. Deutschen Arbeitsfront kann der freiwillige Hilfsdienst abge­leistet werden, indem das Jugendgruppenmitglied den Platz einer erholungsbedürftigen Mutter in der Fabrik ausfüllt. Die dritte Möglichkeit der Ab­leistung dieser Pflichtengruppe bietet der Reichs­nährstand in der Erntehilfe.

Die Art dieser GruppeHilfsdienst" der Pflicht­leistungen kennzeichnet am deutlichsten eine Bestim­mung, die besagt, daß dieser Hilfsdienst unent­geltlicher Ehrendienst sein muß. Daher kann Berufstätigkeit auf einem der Gebiete des Hilfsdienstes, z. B. als Kindergärtnerin, Fabrik-

besonderen pädagogischen Aufgaben zu schulen.

Nach erfolgreichem Abschluß dieses Lehrganges wird die Führeranwärterin bann als Lagerge­ht 1 f i n eingesetzt. Als solche ist sie fest angestellt unb Angehörige bes Führerinnenkorps bes Reichs- arbeitsbienstes. Als Gehilfin kann sie als Verwal­terin, Wirtschaftsgehilfin ober Lagergehilfin Der- wenbung finden. Je nach ihrer Eignung unb ihren Fähigkeiten kann sie bann in weitere Dienststellen aufrücken.

Als Lagerführerin steht bann das junge ..... ,........ ,

Mäbchen ber Organisation von 40 Arbeitsmaiden J Sparsamkeit beim Fettverbrauch viel stärkere Auf- vor, für beren Erziehung unb körperliches Wohl sie merksamkeit als bisher geschenkt werben. Diese vor­verantwortlich ist. Die Aufgabe, bie ihr bamit ge- zügliche Marmelabe gibt eine Fülle von Möglich­stellt ist, hat wohl noch kein Staat mit biefer Groß- feiten zur Bereicherung bes Küchenzettels. Eine Zügigkeit in bie Hänbe junger Mäbchen gelegt. Bei weitere Bereicherung unserer Ernährung, bie beson-

' 1 "" " ° : ber5 Hinblick auf bie erforberliche Verminbe-

Bei ber weiblichen Berufswahl, bie zwar leider vielfach noch zu sehr vom reinen Erwerbsstandpunkt getroffen wirb, wird in diesem Jahre in vielen Familien zum erstenmal auch ber Beruf ber Arbeitsbien st führerin erwogen werben.

Das 1718jährige Mäbchen, das sich für ben Beruf der Arbeitsbienstführerin entscheidet, macht zunächst, wie alle Arbeitsmaiden, das halbe Jahr im Arbeitsdienst ber weiblichen Jugenb burch. Will sie Führerin werden, muß sie auch selbst erst einmal erleben, was bie Arbeit auf bem Bauern- ober Sieblerhof bebeutet. Sie muß bie Erziehung und Lebensform bes Arbeitslagers am eigenen Leibe verspüren, muß alsovon der Pike,ou! nen, um zu erkennen, ab ihre Kräfte auch tatsächlich ben Anforberungen ber Führerinnenlaufbahn ent­sprechen. Für bie?e Erkenntnis steht ihr auch noch ein weiteres halbes Jahr zur Verfügung, wah- renbbem sie als Kamerabschafts älteste im Lager arbeitet. Als solcher werben ihr bereits Verantwortlichkeiten aufgebürbet, so baß sie all­mählich in bie Führerfunktionen hineinwachst.

Nach diesem Frontjahr im weiblichen Arbeitsdienst kommt die junge Führeranwärterin zunächst für ein Jahr in eine Landfrau enschule, eine BDM. -Haushaltungsschul e oder eine son­stige anerkannte land- unb hauswirtschastliche Aus- bilbungsstätte. Hier lernt sie bas, was sie nicht nur als Arbeitsbienstführerin, sonbern als Frau über­haupt kennen unb wissen muß. Sie tragt aber auch in biefer Zeit bie Tracht bes Arbeitsdienste^ Das Schulgeld, das sehr niedrig gehalten ist, muß sie selbst aufbringen. Hat sie eine verwandte Aus­bildung bereits früher genossen, z. B. als Kmber- gärtnerin, Krankenschwester usw., so kürzt sich bie Ausbildungszeit natürlich ab. Erst iw Anschluß an dieses Jahr nimmt ber Reichsarbeitsbienst die Fuh- reranwärterin in feine eigenen Schulen, um |ie in

rung bes Schweineflei^chverbrauchs zu begrüßen '.st, ist auch barin zu sehen, baß wir in'Zukunft nicht nur bie eiweißreichen Käse unb Quarg stärker ver­brauchen können, sonbern baß jetzt schon wieber alle Käsearten in verstärktem Maße für ben Verbrauch herangezogen werben können. Dieser Wanbel ist mit auf bie Wiebervereinigung Oester­reichs mit bem Reich zurückmführen. Oesterreich ver­fügt über ziemliche Ueberschüsse an Käse aller Art aus seiner ausgebehnten Viehwirtschaft in ben Ge­birgsgegenden Durch einen gesteigerten Käsever­zehr helfen wir also auch ben notleibenben öster­reichischen Gebirgsbauern. Die Verbraucherschaft wirb beshalb gerabe biesem Appell besonbers willig Folge leisten. Als letztes, aber nicht unwichtigstes muß schließlich immer wieber darauf hingewiesen werben, baß im Interesse ber Unabhängigkeit unse­rer Brotversorgung vom Auslanb eine Verlagerung bes Verbrauchs von Weizenbrot auf Roggen­brot unb Roggenvollkornbrot unb ein stärkerer Verzehr von Kartoffeln anstelle von j Brot erforderlich ist. Insgesamt wird man demnach feststellen müssen, daß unsere Ernährung im Mai

i sehr vielseitig unb reichhaltig sein wirb.

(rot gelb grün) zusammengesetzt.

Schnallen sind aus Perlmutter.

Das Bolerojäckchen (rechts oben) bem, schwarzem Tüll wird zum großgemusterten, sommerlichen Abendkleid getragen. Seine Kanten sind mit schmalen Blenden aus schwarzem Taft ein-